Hallo! Und hier kommt der dritte OS. Diesmal war das Thema „Wohltätigkeitsbasar". Das Kapitel beschreibt außerdem ein in den Kapiteln 109 und 110 der Drabbles der Bibliothek beschriebenes Ereignis, ihr könnt es aber verstehen, ohne die betroffenen Drabbles gelesen zu haben.
Die Idee wurde während der Lehrerkonferenz vom Schulleiter vorgeschlagen – oder besser gesagt, aufgezwungen.
Sie verursachte keine große Aufregung.
Zwar war der Krieg gegen Voldemort vor weniger als zwei Jahren beendet worden und hatte zahlreiche Waisen und zerbrochene Familien hinterlassen, die sich zu entspannen und zu vergessen brauchten. Zwar könnte es interessant sein, Hogwarts und Hogsmeade für die Familien der Schüler einen Tag lang zu öffnen.
Doch war es ein Grund dafür, die berühmte, namhafte und sehr ernsthafte Schule für Hexerei und Zauberei in einen Dingsbums zu verwandeln... Wie hieß es noch mal? Das war ein Muggelbegriff... Eine Himbeerweih, nein... Erdbeerweih? Auch nicht... Tempelweih? Synagogenweih? Etwas in der Richtung.
Eine Kirchweih. Oder eher gesagt ein Wohltätigkeitsbasar. Minerva erinnerte sich gut an den Begriff; im Dorf neben ihrem gab es jedes Jahr ein Volksfest und sie ging auch jedes Jahr hin, bis sie in Hogwarts eingeschult worden war. Eigentlich auch nachher. Als Pomona sie aber fragte, ob sie dort einen charmanten jungen Mann getroffen hätte – das wäre so romantisch! – antwortete Minerva nicht und blieb bis zum Ende der Konferenz nachdenklich still. Albus lenkte taktvoll vom Thema ab.
Die anderen Professoren blieben skeptisch. Die bloße Idee, ein Ereignis in ihrer Schule zu gestalten, erschien ihnen als seltsam. Magische Karussells würden direkt aus den Vereinigten Staaten kommen und im Park installiert werden. Der Schulleiter schien in diesem Gebiet Kontakte zu haben und von der Idee sehr – zu sehr – begeistert zu sein. Ein Teil der Kerker sollte in eine Art Spukschloss verändert werden, in dem die Schüler und die Familien frei spazieren gehen könnten.
Albus schlug sogar vor, die Bibliothek in ein Labyrinth zu verwandeln, mit einem Drachen als Wächter (was – so dachten die meisten Lehrer lächelnd – nicht viel ändern würde), was Irma nicht wirklich gefiel. Die Idee wurde also in eine Ausstellung über Hogwarts umgewandelt. Zwar viel weniger lustig. Aber keiner will einem Drachen, der seine Höhle bewacht, in die Quere kommen. Nicht mal ein enthusiastischer Albus.
Seltsamerweise war das jüngste Mitglied der Lehrkraft auch der, der sich dieser Idee am wildesten entgegensetzte, obwohl er kaum zwanzig Jahre alt war. Umso wilder, als Albus zum krönenden Abschluss der Feier einen Kostümball vorschlug. Einen Ball, bei dem selbstverständlich alle Lehrer da sein mussten.
Die Feier wurde also einstimmig beschlossen, das heißt vor allem durch Albus und trotz Severus' vehementer Weigerung. Und gleich wurde sie organisiert.
Der Wohltätigkeitsbasar von Hogwarts war ein richtiger Erfolg, insbesondere dank des Besenskooters und dem Modell des Hogwarts-Express. Für die Abenteuerlustigeren gab es verzauberte Besen, die auf einer vordefinierten Hochgeschwindigkeitsstrecke Sturzflüge, Loopings und Schrauben vollbrachten.
Das Dorf Hogsmeade nahm auch daran teil. Es gaben auch Stände mit Geschicklichkeitsspielen – Quaffelwerfen oder Klatschertreiben – mit Preisen für die Sieger. Kostüme, Scherzartikel und Kleinigkeiten wurden überall verkauft.
Muggel- und magische Tiere wurden von Dresseuren vorgestellt. Selbst der Riesenkrake ließ sich kurz – und völlig unerwartet – blicken, wobei ein großer Teil der Schüler nass wurde.
Der Ordnungsdienst wurde von Hogwarts' Lehrern und Personal gewährleistet, sowie von mehreren Ministeriumsangestellten, Auroren und einer gewissen Anzahl von Freiwilligen – von denen manche sagten, sie hätten zum sehr berühmten und geheimnisvollen Orden des Phönix gehört. Sie mussten ein paar Schlägereien unter den Schülern – und Eltern – und mehrere Unfälle regeln.
Die Familien wurden am Ende des Tages darum gebeten, zurück nach Hause zu reisen, während sich die Schüler für das Abendessen und den anschließenden Kostümball umzogen.
Als die Professoren erschienen, wurden sie von den Jubelschreien der Schüler empfangen. Und auch von manchen Verzweiflungsschreien, denn es war gewettet worden. Die Große Halle, die für die Gelegenheit umdekoriert worden war, sah prachtvoll aus. Die Schüler waren glücklich. Hogwarts war nie so magisch gewesen. Ganz offensichtlich war Albus' Idee wunderbar.
Der Ball endete mit der Wahl der schönsten Kostüme.
Unter den Professoren gewann Albus mit seiner Verkleidung als Zitronenbonbon – ein Glück, dass ihn seine Kollegen von seiner ersten Idee abgebracht hatten, sich als Stripteasetänzer zu verkleiden.
Die größte Überraschung war jedoch für Severus Snape, der den Preis des realistischsten Kostüms bekam. Seine Verkleidung als der Tod war nämlich wahrlich furchterregend und er strahlte eine düstere Aura aus. Übrigens hatten selbst die Ministeriumsangestellten darauf verzichtet, ihn wegen Nutzung von Legilimentik in der Öffentlichkeit gefangen zu nehmen: Dafür hätte man sich ihm nähern müssen, und das war das Risiko nicht wert, oder?
Dieser Wohltätigkeitsbasar wurde in Hogwarts' Annalen festgehalten.
Er wurde aber nie wiederholt.
Um ehrlich zu sein, der Schulleiter hatte völlig vergessen, die Kosten des Ereignisses in Rechnung zu stellen, und man musste ungeahnten Einfallsreichtum entwickeln, um die Ausgaben in weniger als fünfzehn Jahren zu tilgen.
Und nach all dieser Zeit war Albus Dumbledores Geist mit neuen Ereignissen beschäftigt.
Anmerkung der Autorin: Albus' Verkleidungen wurden mir von Ewilia (Zitronenbonbon) und Loupiote54 (Stripteasetänzer) vorgeschlagen. Ich bin daher keineswegs für die Bilder verantwortlich, die ihr zur Zeit möglicherweise vor eurem inneren Auge seht.
