Disclaimer: Vielen Dank an JKR für ihre Charaktere. Ich werde ein wenig mit ihnen rumspielen, hoffentlich stört es sie nicht.

Cassie

„Es gibt nur Macht, und jene, die zu schwach sind, um nach ihr zu streben."

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Kapitel 20 – Familie

Den nächsten Tag fühle ich mich ausgeruht und freue mich auf das Treffen mit Black. Ich platze vor Neugier. Beim Frühstück sieht Narzissa nervös aus und wirft mir ständig Blicke zu. Und während Draco stur den Teller anstarrt und isst, mich vollkommen ignorierend, versichere ich Narzissa, dass alles in Ordnung sein wird und verlasse das Haus mit Toms Tagebuch in meiner Tasche. Als ich aber die Tür hinter mir schließe, kann ich den Blick von Dracos grauen Augen auf mir spüren.

Es ist Sonntag und Hogwarts ist leer. Das heißt, alle sind entweder in Hogsmeade oder draußen. Ich mache mich mit dem Tarnumhang über dem Kopf auf den Weg nach Hogsmeade, in meinen Bart fluchend. Ich kann nicht zu einem Ort apparieren, wenn ich ihn nie besucht habe. Das ist echt nervig. Als ich durch die Straßen schlendere und versuche, nicht gegen jemanden zu prallen, denke ich über Voldemort und unser letztes Gespräch nach. Es kommt mir beinahe so vor, als mache es ihm Spaß, mit mir zu reden. Vielleicht weil ich der einzige bin – außer Tom – der ihn versteht? Nun ja, wie dem auch sei, kann ich nicht leugnen, dass ICH unser Gespräch genossen habe. Es fühlt sich beinahe so an, als spreche ich mit Tom... Liebe Morgana, sie sind tatsächlich eine Person. Tom versucht seit Monaten, mich davon zu überzeugen, aber ich habe nicht zugehört.

Wird er mich tatsächlich unterrichten? Und was dann? Wird er Sachen von mir verlangen, die er normalerweise von seinen Todessern verlangt? Ich bin ja erst dreizehn und er kann nicht von mir erwarten, dass ich jeden Tag aus Hogwarts heraus schleiche, um seine 'Aufgaben' zu erfüllen. Nein, momentan denke ich nicht, dass er mehr von mir verlangen würde, als Dumbledore nachzuspionieren, was ich ohnehin tun würde, weil ich wissen möchte, was das Klappergestell vorhat. So bald ich die Chance bekomme, werde ich ihn zur Rede stellen. Ich muss vorsichtig sein, ja; aber das, was ich ihn fragen möchte, wird keinesfalls in Zusammenhang mit dunkler Magie gebracht werden können. Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn Lupin mitkommen würde. Ich grinse unter dem Tarnumhang, als ich das Dorf verlasse und einem schmalen Pfad folge, der in die Berge hinauf führt.

Und noch etwas. Ich weiß nicht, was ich im Bezug auf Draco unternehmen soll. Jetzt, da ich ausgeschlafen habe und mich wieder gut fühle, kann ich über alles mit klarem Kopf nachdenken. Natürlich war ich betrunken, als ich ihn geküsst habe – aber der Alkohol hat lediglich etwas in mir ausgelöst, was schon da war. Fühle ich mich von ihm angezogen? Und was soll das bitteschön heißen? Wenn das heißt, dass ich seinen Körper erforschen und meine Zunge in seinen Mund stecken möchte, dann ja. Ich habe nie darüber nachgedacht, aber es ist wahr. Nun, ich bin dreizehn, also ist es nicht verwunderlich, dass mich eine Menge Sachen erregen können. Es muss ja nichts mit Draco als Person zu tun haben. Aber doch... Ich sollte mit ihm reden, aber ich weiß nicht, was ich ihm sagen soll. Außer, dass ich ihn wieder küssen will. Wäre auch keine schlechte Idee.

Ich halte vor einer Höhle inne und schaue mich um. Ich kann niemanden sehen, aber ich behalte den Tarnumhang auf meinem Kopf, bis ich mir sicher bin, dass ich drin bin und dass niemand etwas gesehen hat. Ich ziehe den Tarnumhang nach unten, Stab in Hand. Ist Black da? Ich ziehe schnell Toms Tagebuch hervor und er taucht auf, den Stab ebenso zückend und sich umschauend. Tom wendet sich mir zu und nickt. Er nimmt den Tarnumhang von mir, um ihn selbst überzuwerfen und in einer dunklen Ecke zu verschwinden, seinen Stab parat. Er ist sozusagen meine Rückendeckung.

„Black!", zische ich. Meine Stimme hallt in der Höhle. Verdammt. Ich richte meinen Stab auf den Eingang – ein Stillezauber und ein schneller Schutzzauber werden nützlich sein. „Ich bin hier, komm raus!"

„Harry?", fragt eine Stimme aus den Tiefen der Höhle.

„Ja, ich bin Harry", antworte ich genervt.

Ich höre ein leises Geräusch und dann Schritte. Ich erkenne zwei Augen in der Finsternis, die mich wie die Augen eines Tieres mustern.

„Bist du sicher, dass dir niemand gefolgt ist?", fragt die heisere Stimme.

„Ja, ich bin sicher, jetzt komm endlich raus", erwidere ich ungeduldig.

Die Augen, die in der Luft schweben, rücken näher und ich erkenne die Umrisse eines Körpers.

„Lumos", murmele ich und die Höhle wird in Licht getaucht. Ich habe versucht, das Licht so klein und schwach wie möglich zu zaubern, aber ich habe etwas Interessantes bewirkt... Denn die Lichtkugel, die auf der Spitze meines Stabes erscheint, ist blau. Black steht direkt vor mir und mustert mich mit seinen wild aussehenden Augen. Sein langes Haar ist zerzaust und schmutzig und fällt wie ein dreckiger Vorhang sein Gesicht entlang. Seine Klamotten sind ebenso dreckig und seine Hosen sind an einigen Stellen zerrissen. So sieht also ein Zauberer aus, der aus Azkaban geflohen ist.

Ohne Vorwarnung macht er einen schnellen Schritt in meine Richtung und ich hebe bedrohlich den Stab in die Höhe und mache einen Schritt rückwärts. Black lässt seine Hände sinken.

„Ich wollte dich nur umarmen", sagt er leise.

„Besser nicht", sage ich. Bin ich wirklich so paranoid? „Setzen wir uns. Ich habe dir etwas Essen mitgebracht."

Vorstellungen sind vollkommen unnötig, denn ich kenne sein Gesicht aus den Zeitungen und er kennt zweifelsohne meins. Ich ziehe ein Bündel aus meiner Tasche hervor und vergrößere es. Blacks Augen weiten sich und er schnappt sich ohne weiteres das Bündel und beginnt das Papier zu zerreißen. Ich setze mich auf einen Stein und schaue mit einem leichten Lächeln zu, wie er ein großes Stück Käse hervorzieht und sofort rein beißt. Er stöhnt und schließt die Augen. Wann hat er zuletzt etwas gegessen?

„Danke", sagt er und grinst mich breit an. Seine Zähne sind gelb und sehen verfault aus. Er nickt mir zu und dabei tanzt sein verkrustetes Haar um sein Gesicht. Oh Mann. Er ist total durchgedreht. Und kein Wunder. Er hat... wie viele Jahre in Azkaban verbracht?

„Wie hast du es geschafft?", frage ich, als er weiter das Essen verschlingt. „Wie bist du geflohen?"

Er schaut auf und seine Augen blitzen auf. Da gibt es etwas Unheimliches in seinen Augen, die alles, was er an diesem schrecklichen Ort erlebt hat, wiederspiegeln. Die Nächte, die er von den Schreien umgeben, dort verbracht hat; die vorbeigehenden Dementoren; das Leid und die Hoffnungslosigkeit... Keiner verdient so was. Nun ja... ich hätte vielleicht ein paar Namen von Personen, die ich gerne in Azkaban würde besuchen wollen.

„Ich bin ein Animagus", murmelt Black mit vollem Mund. „Ab und zu habe ich mich verwandelt, denn die Dementoren haben nicht die gleiche Wirkung auf Tiere. So war es besser..." Er seufzt. „Ich habe mich um nichts mehr geschert und wollte nur sterben..."

Oh, ich kenne das Gefühl.

„Bis ich den Propheten gelesen habe. Bis ich über dich gelesen habe", murmelt er und seine wilden Augen blitzen wieder auf. „Ich habe mich verwandelt und bin durch die Gitter geschlüpft. Bis dahin bin ich dafür dünn genug geworden... Und niemand hat etwas bemerkt, denn man erwartet ja nicht, dass jemand einfach so rauskommt. Und den Dementoren sind Tiere egal..."

Er lächelt mich wie ein Kind an, das offensichtlich sehr stolz auf seine Leistung ist. Und man sagt, ich sei übergeschnappt!

„Und jetzt bin ich hier", beendet er seine kurze Geschichte. Ich bin sehr enttäuscht. Das ist sein Geheimnis? Er hat sich in ein Tier verwandelt und hat einfach das Gefängnis verlassen? Ich habe etwas anderes erwartet. Tom wird sehr enttäuscht sein. Wie werden wir es schaffen, in Azkaban einzudringen?

„Ich habe dich verlassen und dich verraten, Harry", sagt Black traurig. „Ich habe all diese Jahre in Azkaban verbracht, mir denkend, dass du bei Remus Lupin bist. Dass du bei Andromeda bist. Aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass du bei Lilys Schwester wohnst und dass sie dich misshandelt."

Seine Augen glitzern von Tränen und mir ist auf einmal übel. Ich möchte seine Entschuldigungen nicht hören und ich brauche sein Mitleid nicht.

„Du hast gesagt, dass du unschuldig bist. Kannst du das erklären?", frage ich scharf.

Black scheint über meinen schnellen Themawechsel ein wenig überrascht zu sein.

„Ich bin nicht schuldig, Harry. Dieser Gedanke war manchmal das einzige, das mir geholfen hat, an diesem verfluchten Ort bei Verstand zu bleiben. Ich habe diese Muggel nicht getötet und ich weiß nicht, wer es getan hat. Ich weiß nur, dass Pettigrew da war. Und als die Straße vor mir in die Luft gejagt wurde, hat er sich in eine Ratte verwandelt und ist dann verschwunden. Normalerweise wäre ich sicher, dass er es getan hat, aber ich weiß, dass er dazu nicht fähig ist."

Ich lächele flüchtig und schüttele den Kopf. Wer würde also wollen, dass Black für etwas beschuldigt wird, was er nicht getan hat? Er wurde ohne Verhandlung nach Azkaban geschleppt; und niemand kam zu Besuch. Niemand hat geglaubt, dass er unschuldig ist, weil er ja ein Black ist.

„Und ich kann verstehen, dass du Dumbledore nicht vertraust, denn er war derjenige, der verlangt hat, dass man mich sofort nach Azkaban schickt. Er hat nicht geglaubt, dass ich eine Verhandlung überhaupt verdiene."

Seine Miene verfinstert sich und etwas in meinem Kopf macht klick. Vielleicht bin ich ja paranoid; vielleicht sehe ich ja Dumbledores Finger in allem; aber ich habe einen guten Grund dafür.

„Er war es also", flüstere ich. Ich schaue schnell auf und Black, der gerade ein wenig Brot abgebissen hat, hält inne, als er meinen Ausdruck bemerkt. „Er hat dich vertrieben. Er hat Lupin vertrieben. Er hat alle vertrieben, die sich um mich hätten kümmern können. Und er hat mich zu den Dursleys gegeben!" Etwas bricht in mir auseinander. Auf einmal fühlt es sich an, als wäre ich etwas losgeworden. Ich starre meine Schuhe verwirrt an, bis mir im nächsten Moment klar wird, dass mein Gewissen weg ist. Jetzt fühlt sich der Gedanke, Dumbledore zu töten, vollkommen normal an. Es ist nicht nur etwas, was ich tun möchte und worüber ich nur nachgedacht habe – jetzt ist es etwas, was ich wirklich tun WERDE und ich kann es kaum abwarten. Ich fühle mich auf einmal vollkommen ruhig und atme tief durch.

„Plane ruhig weiter, alter Mann", flüstere ich mit einer gefährlichen Stimme. Black starrt mich ohne zu blinzeln an. „Und genieße deine verdammten Zitronenenbonbons. Denn ich werde dich töten. Und ich werde deine Nägel ziehen, um deine Leiche tanzen und die Nägel nach Hause mitbringen, sodass ich sie in meinem Zimmer an die Wand hängen und mir jeden Tag anschauen kann."

„Harry...", sagt Black, der mich schockiert anschaut.

„Weißt du etwas über die Prophezeiung?", frage ich scharf und ungeduldig. Ich habe absolut kein Interesse daran, was er mir sagen will.

„Die Prophezeiung?", flüstert Black. „Woher weißt du davon?"

„Lucius hat es mir gesagt", sage ich kalt. „Also?" Er schaut mich vorsichtig an. „Also weißt du doch etwas darüber. Raus mit der Sprache!", brülle ich.

„So habe ich mir dich nicht vorgestellt", murmelt Black. „Du hast gesagt, dass du ein dunkler Magier bist. Und so verwunderlich, wie ich diese Tatsache finde..."

Meine Geduld ist verbraucht und ich richte meinen Stab auf ihn. Black starrt die Stabsspitze an und hebt die Augenbrauen.

„Die Prophezeiung betrifft mich und niemand möchte mir etwas darüber sagen. Lucius hat es mir gesagt! Ist das nicht ironisch?" Ich lache laut und Black zuckt zusammen. „Derjenige, der laut allen ein Todessser und dadurch auch mein Feind sein soll! Niemand hat sich je bemüht, mir davon zu erzählen. Um mich geht es ja, aber niemand findet es notwendig, mir davon zu erzählen. Du möchtest es wieder gutmachen? Du möchtest an mich rankommen? Sprich!"

Black schluckt und schaut auf seine Hände hinunter.

„Der Eine mit der Macht, den dunklen Lord zu besiegen... jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt... und der dunkle Lord wird Ihn als Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der dunkle Lord nicht kennt... und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt... der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt...", spricht er monoton, mich nicht anschauend. Als ich ihm zuhöre, rast mein Herz. In jenem Moment, in dem ich den Stab auf ihn gerichtet habe, habe ich mich überhaupt nicht darum geschert, was passiert. Ich spüre wilde dunkle Magie in meinen Fingerkuppen und ich weiß, dass ich kurz davor bin, zu platzen. Als Black verstummt, brauche ich ein paar Momente, um richtig zu begreifen, was er gerade gesagt hat.

„Das ist es?", frage ich leise und bedrohlich. „Das ist die komplette Version?" Black nickt nur. „Was soll das verdammt noch mal heißen?"

„Ich habe keine Ahnung", sagt Black. „Aber das ist der Grund, warum deine Eltern ins Versteck gehen mussten. Denn wir wussten, dass der dunkle Lord einen Teil der Prophezeiung gehört hat und dass er dich wahrscheinlich würde töten wollen."

Ich denke darüber nach, schüttele aber den Kopf und lache. Black schaut mich vorsichtig an. Jetzt ist er an der Reihe, sich zu fragen, ob ich alle Tassen im Schrank habe.

„Wahrsagen ist echt ein Scheiß", lache ich. „Wie sollte man wohl diesen Blödsinn interpretieren?"

Black zuckt nur mit den Schultern und isst weiter, da er denkt, ich werde ihm nicht mehr drohen, weil er mir jetzt gegeben hat, was ich wollte. In Ordnung. Ich habe doch was von ihm erfahren. Vielleicht ist er doch für was gut.

„Hör mal, ich weiß, dass du dich schuldig fühlst, aber es ist überhaupt nicht notwendig", sage ich knapp. „Erstens, du warst in Azkaban und konntest nichts unternehmen. Dumbledore ist schuld. Und bei Morgana, er wird mir büßen." Ich grinse breit, denn beim bloßen Gedanken, wie es sich anfühlen würde, Dumbledore zu erwürgen, spüre ich in meinem Magen wahnsinnige Freude.

„Zweitens, jetzt bin ich dreizehn. Wenn du willst, kannst du mir helfen. Aber ich brauche keinen Vormund. Narzissa ist mein Vormund und sie kümmert sich gut um mich."

„Was ist mit Lucius?", fragt Black leise.

„Lucius ist in Ordnung", sage ich abwinkend. „Klar, ich weiß, dass er total desinteressiert ist, und dass er seine eigenen Gründe hat, warum er sich um mich kümmert." Ich deute auf den Familienring an meinem kleinen Finger und Black schnappt nach Luft. Ich grinse ihn teuflisch an. „Er hilft, wenn er etwas dafür bekommt. Und so ist es in Ordnung."

„Ich würde dir helfen, ohne etwas dafür zu bekommen", meint Black. Er hört sich wie ein Hellmagier an. Igitt.

„Damit liegst du falsch", unterbreche ich ihn. „Du würdest doch was bekommen. Du hast ein schlechtes Gewissen, weil du mir nicht helfen konntest. Mir jetzt zu helfen, würde wenigstes dein schlechtes Gewissen erleichtern."

Black öffnet den Mund, aber kein Laut kommt herraus.

„Wer bringt dir die dunkle Magie bei?", fragt er leise. „Und bitte sag mir nicht, dass du alleine lernst."

„Natürlich nicht", sage ich, teuflisch grinsend. „Ich habe einen Lehrer. Den dunklen Lord."

Black hat gerade in ein Hähnchen gebissen, hält aber inne. Sein Mund zuckt; und er beginnt zu lachen. Er ist total verrückt. Ich grinse breit und beginne auch zu lachen. So lachen wir zusammen, bis Black sich die Lachtränen wegwischt und das Hähnchen runterschluckt.

„So habe ich seit Ewigkeit nicht gelacht", sagt er, noch immer kichernd. „Also, Harry. Wer ist dein Lehrer?"

„Habe ich dir doch gesagt", flüstere ich, meine Augen gefährlich funkelnd. „Er ist zurück. Nun, es ist kompliziert, aber ja, er lehrt mich."

„Er... der dunkle Lord... ist zurück?", haucht Black. Während er gegessen hat, sind seine Wangen rosa angelaufen, jetzt aber sind sie wieder kreidebleich. Ich nicke stumm.

„Und er...", flüstert Black und springt auf die Füße. Er greift nach meiner Hand. „Sag mir bloß nicht, dass du dich ihm angeschlossen hast! Er lehrt dich? Ich habe von so was nie gehört! Er möchte dich ausnutzen, auch wenn... wie ist es nur möglich, dass er zurück ist?"

„Du bist nicht mein Vormund", zische ich kalt und befreie mich aus seinem Griff. „Und niemand kann mir sagen, was ich tun darf und was nicht. Und ja, er lehrt mich. Ich habe es dir soeben gesagt. Wenn du vorhast, mir Standpauken zu halten, kannst du es ruhig vergessen. Denn dann gehe ich. Ich habe absolut nicht vor, hier zu sitzen, während du mir erklärst, wer der dunkle Lord ist. Ich weiß wer er ist. Ich habe ihn ja kennen gelernt."

Black steht blöd da, vor Entsetzen gelähmt, rennt mir aber hinterher, als ich mich zum Gehen wende.

„Nein, warte!", ruft er und greift nach meiner Hand. Als ich meinen Stab hebe und zische, lässt er mich schnell los. „In Ordnung, es tut mir leid. Bitte setz dich. Geh nicht."

Die dunklen Augen schauen mich flehend an und zum ersten Mal frage ich mich, wie meine Kindheit wohl hätte aussehen können, hätte ich bei Black gewohnt.

„Ich muss es erst verdauen", flüstert er, als ich meine Augen verenge. „Es ist zu viel, weißt du. Erstens, dass er zurück ist, und zweitens, dass er dein Lehrer ist. Er ist dein Lehrer? Wie ist es dazu gekommen?"

„Das ist eine lange Geschichte", erwidere ich, als ich mich wieder auf den Stein niederlasse. „Und vielleicht werde ich dir einmal davon erzählen. Jetzt aber habe ich eine Frage. Möchtest du mir helfen?"

Die dunklen Augen schauen mich mit einer Spur von Panik an.

„Dir... oder dem dunklen Lord?", fragt Black leise. Ich grinse breit.

„Du verstehst schnell, das gefällt mir", sage ich zufrieden. „Kannst du eine Karte von Azkaban zeichnen?"

„Azkaban?", wiederholt Black. Seine Augen werden auf einmal leblos. „Warum? Du hast nicht etwa vor...?"

„Noch nicht, aber in der Zukunft, ja", beantworte ich seine ungestellte Frage. „Also? Möchtest du mir helfen?"

„Harry, wir reden über Mörder und Verrückte", sagt Black vorsichtig. „Und wir reden über einen Angriff auf ein Gefängnis. Wer würde es tun? Wer würde daran teilnehmen? Du hoffentlich nicht."

„Und du hast dort Jahre mit diesen Menschen verbracht", erinnere ich ihn. „Der dunkle Lord wird seine Diener wieder brauchen. Und sie sind in Azkaban. Es gibt auch Mörder unter ihnen, das stimmt. Aber hast du nie jemanden getötet?"

Ich habe ihn mit dieser Frage überrumpelt und er weiß für ein paar Momente nicht, was er dazu sagen soll.

„Ich bin mir nicht sicher", murmelt er. „Denn wenn man kämpft, hat man keine Zeit, nachzuschauen. Es hat natürlich Vorfälle gegeben..."

„Und du hast Kriminelle getötet, also ist es in Ordnung, jemanden zu töten?", fahre ich fest fort. „Wer gibt dir das Recht zu entscheiden, wer es verdient zu sterben, und wer nicht?"

„Ich bin darauf nicht stolz", sagt Black leise.

„Nun, die dunkle Seite hat auch gekämpft. Und nicht alle hatten vor, jemanden zu töten. Aber es ist eben vorgekommen. Also? Wer ist der Böse und wer ist der Gute?"

Black schluckt und ich spüre zum ersten Mal, dass er eine schwarzmagische Erziehung hatte. Denn er hat so etwas schon gehört. Ich kann es in seinen Augen sehen.

„Der dunkle Lord braucht seine Diener", wiederhole ich. „Und falls sie ihm nicht gut dienen, weißt du, was das heißt." Black nickt wortlos. „Hilf mir und ich werde dir ein Heim geben, einen Ort, wo du sicher wärst."

Black schaut schnell auf und starrt mich durch die fettigen Haarsträhnen an.

„Ich brauche so was nicht", flüstert er. „Ich genieße die Natur und das Wandern, nach all den Jahren, die ich eingesperrt verbracht habe..."

„Schön und gut, aber eines Tages wird man dich fangen", unterbreche ich ihn. „Narzissa macht sich Sorgen um dich."

„Narzissa?", flüstert Black. Er presst die Lippen zusammen. „So hab ich mir unser Treffen nicht vorgestellt."

„Ich bin dreizehn und ich habe viel durchlebt", sage ich kalt. „Aber falls ich dir nicht egal bin, solltest du dich für mich freuen. Denn zum ersten Mal fühle ich mich lebendig und mein Leben ergibt einen Sinn."

Black sieht aus, als wolle er in Tränen ausbrechen und ich verdrehe die Augen.

„Tut mir leid", flüstert er. „Natürlich bist du mir nicht egal. Und es freut mich, dass du glücklich bist. Wenigstens bist du bei Narzissa – sie wird sich gut um dich kümmern."

„Ich bin kein Kind, ich brauche nicht jemanden, der mir den Hintern abputzt", sage ich kalt. „Ich brauchte einen Vormund, sodass ich Dumbledore entkommen konnte. Und das hat geklappt."

„Es freut mich, das zu hören", erwidert Black. Also ist er ein Dumbledore-Hasser. Freut mich.

Er seufzt.

„Ich werde dir helfen", sagt er leise. „Gib mir ein Stück Papier und ich werde mein Bestes tun. Ich kann dir wenigstens den Flügel zeichnen, wo ich eingesperrt war."

„Das ist ein Anfang", sage ich. Ich ziehe eine kleine Figur aus meiner Tasche hervor und überreiche sie ihm. Black zieht die Augenbrauen in die Höhe.

„Ein Portschlüssel zu meinem Haus, hier in Schottland", sage ich zu ihm. „Ich dachte nicht, dass ich so schnell auf mein Erbe, von dem ich ebenfalls in Gringotts erfahren habe, zurückgreifen würde. Aber na ja. Es steht dir zur Verfügung, denn ich wohne bei Narzissa. Dort wirst du eine Elfe finden, die das ganze Haus aufgeräumt hat. Dort sind auch ein paar alte Stäbe, die du benutzen kannst. Es gibt zwar ein paar alte Schutzzauber, aber du wirst sie erneuern müssen. Am besten mach es auf die schwarzmagische Weise. Benutze dein Blut."

Und ehe Black etwas dazu sagen kann, erhebe ich mich und strecke meine Hand aus.

„Ich komme zu Besuch so bald ich kann", sage ich. „Narzissa aber wird gewiss vorbeikommen."

Black schüttelt mir die Hand, mich noch immer ernst anstarrend, denn er hat zu viele Fragen und weiß nicht, welche er zuerst stellen sollte. Ich wiederum habe keine Zeit dafür. Ich muss zurück nach Hause.

„Und Black – vergiss deinen Teil der Abmachung nicht", sage ich über die Schulter.

„Werde ich nicht", sagt Black mit heiserer Stimme. „Danke – für alles."

Ich winke lediglich ab und schlüpfe aus der Höhle hinaus, das Tagebuch im Gehen öffnend.

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Nachdem wir uns von Voldemort verabschiedet haben, gehen wir zurück nach Hogwarts. Ich freue mich überhaupt nicht darauf. Wieder die Gryffindors, Ron, rumschleichen, Hermine anlügen... Die Liste scheint wohl kein Ende zu haben.

Draco verlässt Snapes Büro noch während ich Snape über Voldemorts Wünsche informiere. Als ich ihm dann nacheile, kann ich ihn nirgendwo sehen. Verdammt. Ich komme an einem Gang vorbei und sehe ihn in der Ferne. Glück gehabt.

„Draco!", schreie ich ihm hinterher. Er hält inne und wendet sich um. Ich habe eigentlich erwartet, dass er einfach davon rennt. Aber stattdessen bleibt er mit zusammengepressten Lippen stehen und wartet ab, bis ich ihn einhole.

„Was ist?", fragt er leise. Es ist etwas Seltsames in seiner Stimme.

„Warum meidest du mich?", verlange ich zu wissen.

„Ich hab dir nichts zu sagen", erwidert er.

„Oh doch", zische ich ungeduldig und packe ihn am Kragen, mich nach vorne lehnend, sodass ich diese grauen Augen aus der Nähe studieren kann. Sie sind so schön... „Komm schon. Hat es dir wirklich nicht gefallen? Wünschst du es dir nicht wieder herbei?"

Ein Teil von mir ist echt von meinen Worten überrascht, denn ich war immer viel zu feige, wenn es ums Küssen ging. Na ja, ich war viel zu feige, wenn es ums Küssen mit Mädchen ging... Und außerdem hat die dunkle Magie bewirkt, dass ich mehr Selbstsicherheit habe. Vielleicht weil die dunkle Magie einem das Gefühl von Macht verleiht, also wird allmählich ein Gefühl von Selbstsicherheit in die Persönlichkeit sozusagen eingebaut. Das würde vielleicht Dracos übliches Benehmen erklären.

„Potter, du bist ein Arschloch", zischt Draco, dessen Augen aufblitzen. Ich grinse breit, als mir klar wird, dass es ihn wahnsinnig erregt, so gegen die Wand gepresst zu sein. Ich presse mich härter gegen ihn und lehne mich nach vorne, bis meine Lippen bei seinem Ohr sind.

„Ich habe schon einmal so was gehört", murmele ich, mich an ihm reibend. Draco zittert und nimmt einen tiefen Atemzug.

„Potter...", flüstert er. Aber es gibt keinen Zorn in seiner Stimme, nur einen brennenden Wunsch, dass ich nie aufhöre. Ich strecke meine Zunge aus, lecke über sein Ohrläppchen und Draco stöhnt, sein Körper zittert wie wild. Ich ziehe mich zurück und presse schnell und hart meine Lippen auf seine. Dieses Mal hat er nicht gezögert. Er wickelt seine Arme um mich und beginnt über meinen Rücken zu fahren, als unsere Zungen sich auf ein Duell einlassen. Er riecht nach Schokolade und Kaffee und ich eine Strähne seines blonden Haares um meine Hand, ihn zu mir ziehend. Seine Hände gleiten zu meinem Hintern und eine Welle von Erregung durchströmt mich. Ich stöhne in den Kuss und Draco gibt ein gedämpftes Wimmern von sich, als hätte er Angst, laut zu sein.

So sollte sich ein Kuss anfühlen. Er ist wie eine Explosion und mein gesamter Körper brennt von dem Wunsch... etwas zu tun, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, was. Ich weiß nur, dass Dracos Lippen weich sind, dass er unglaublich gut riecht und dass es mich wahnsinnig erregt – denn ich weiß jetzt, was ist es, das ich fühle – mich so an ihm zu reiben und dass ich mehr möchte. Ich möchte mehr von Draco sehen, seine nackte Haut, ich möchte sie mit meiner Zunge erforschen... Meine Hand gleitet nach unten und zupft an seinem Hosenbund...

Es ertönt ein leises Geräusch und wir beide fahren hoch, einander loslassend. Hermine steht im Eingang zum Korridor, mit ein paar Büchern in ihren Händen und starrt uns mit weit aufgerissenen Augen an. Wir starren uns gegenseitig für ein paar Sekunden an, meine Hand noch immer Draco am Hosenbund haltend, und dann läuft sie davon. Ich fluche in meinen Bart. Draco schaut mich wütend an, seine grauen Augen noch immer ein wenig vor Erregung vernebelt. Seine normalerweise makellose Frisur ist total verdorben.

„Jetzt wird sie der ganzen Schule davon erzählen", zischt Draco genervt. „Vielen Dank, Potter. Das hast du gut hingekriegt."

„Hermine wird niemandem etwas sagen, sei nicht blöd", erwidere ich. Draco schnaubt und fährt sich durchs Haar, aufkeuchend als er bemerkt, dass es ein totales Durcheinander ist. „Sie ist nur schockiert, da sie denkt, ich habe eine geheime Freundin."

„Du? Freundin?" fragt Draco und lacht verbittert. „Dir steht auf der Stirn geschrieben, dass du schwul bist."

„Was, ich musste eine Ausrede für meine Trainings in der Kammer erfinden", erwidere ich. Ich atme tief durch und ziehe mein Hemd nach unten. „Nun, jetzt wissen wir, dass du Unsinn redest. Du liebst es. Also fahren wir später fort."

Ich greife nach seiner Hand und Draco schnaubt, als ich einen Kuss auf seine Wange presse.

„Ich muss mit Hermine reden", sage ich. „Wie sehe ich aus?"

Draco mustert mich und lächelt hämisch.

„Noch immer wie ein Arschloch", behauptet er. Ich grinse breit.

„Danke", sage ich und wende mich um. „Wir sehen uns, Draco."

Eigentlich war das ziemlich leichtsinnig und dumm von mir. Denn jeder konnte uns hier finden, insbesondere die Slytherins. Hermine ist vermutlich das kleinste Übel von allen. Sie wird es verstehen. Ich weiß nicht, warum ich davon so überzeugt bin und als ich ihr hinterher rufe und sie einhole, spüre ich eine gewisse Nervosität, , die sich mit der Freude und Erregung mischt, die ich soeben gespürt habe.

Wahrscheinlich wollte sie Snape sehen. Warum sonst wäre sie da unten, in den Kerkern?

Sie steht mit gesenktem Blick da, ihre Bücher an ihre Brust pressend. Ihre Wangen sind rosa angelaufen und ich finde es amüsant.

„Hermine", sage ich sanft, nach ihrem Ellbogen greifend und sie zu mir drehend. „Es tut mir leid, dass ich es dir nicht gesagt habe. Es ist... peinlich... für uns beide."

Ihre braunen Augen mustern mich mit gewisser Traurigkeit. Ich habe sie verraten.

„Ich wünsche mir", sagt sie sehr leise. „Dass du endlich einsehen könntest, dass ich deine Freundin bin und dass du mir alles sagen kannst. Ich bin nicht wie jeder andere und ich werde dich nicht auslachen. Ich gebe zu... es ist... unerwartet... und schockierend... aber trotzdem... Du hättest dich mir anvertrauen können. Ich werde dich nicht verurteilen."

Ich lächele breit und streichle ihre Schulter. Sie lächelt verlegen.

„Aber das ist ein wenig viel zu verdauen", murmelt sie, als ich sie nach draußen führe. Sie zittert ein wenig und ich schlinge einen Arm um sie. Lavender Brown kommt an uns vorbei und zuckt zusammen, als sie uns erblickt. Ihre Vermutungen sind schon wieder bestätigt.

Wir laufen in Stille, bis wir unseren üblichen Platz erreichen und uns dort niederlassen.

Ich kichere und fahre mir durchs Haar. Glücklicherweise trage ich in letzter Zeit Pferdeschwänze, also ist es ziemlich leicht, mein Haar schnell zu richten. Hermine wirft mir einen überraschten Blick zu und ihr ist klar, dass mir ihre Verlegenheit Spaß macht.

„Ich habe so was nie in meinem Leben gesehen", gesteht sie. „Und was habt ihr euch nur dabei gedacht, so was da unten zu tun, wo jeder euch sehen kann?"

„Warst du auf dem Weg zu Snapes Büro?", frage ich, noch immer kichernd. Diese Knutscherei war einfach unglaublich. Hermine nickt nur.

„Ich wollte ihm meinen verbesserten Aufsatz geben", flüstert sie. „Aber... aber das muss warten. Denn ich muss mich erst wieder sammeln."

Ich lache herzlich und drücke ihre Schulter. Ein paar Slytherins sitzen nicht weit von uns entfernt und deuten auf uns. Ach, wir haben Zuschauer, sehr gut.

„Hast du nie zwei Jungen zusammen gesehen?", frage ich sie leise, ihr zuzwinkernd. Hermine kann sehr lustig sein, wenn sie verwirrt und aus der Bahn geworfen ist.

„Das ist es nicht, Harry", sagt sie ein wenig genervt. „Ich weiß ja, dass die Sachen in der Zauberwelt anders sind und dass so was ziemlich oft vorkommt. Und ganz ehrlich habe ich kein Problem damit. Nein... es ist nur... ich habe eine Seite von dir gesehen, das ich nie gesehen habe. Du warst...", Sie schluckt. Ihr ist es peinlich, es laut zu sagen. „Du hast es offensichtlich genossen. Und Malfoy auch."

„Oh, ich verstehe", sage ich fröhlich.

„Warum hast du es mir nie gesagt?", fragt sie leise. „Dass du schwul bist?"

„Nun, erstens weil ich keine Ahnung hatte, dass ich es bin", beantworte ich ihre Frage. „Zweitens, ich wusste nicht, wie du reagieren würdest. Denn du kommst aus der Muggelwelt, wo so was ziemlich unakzeptabel ist . Außerdem hattest du eine Vermutung und sie war teilweise wahr."

„Oh Merlin", stöhnt sie und vergräbt ihr Gesicht in den Händen. „All diese Zeit habe ich geglaubt, dass du mit irgendeinem Mädchen in dunklen Gängen herumknutschst, und die ganze Zeit war es Malfoy."

„Nun, sag bloß niemandem etwas darüber, denn wir möchten nicht, dass es jemand weiß", sage ich leise. Hermine schüttelt den Kopf, als wolle sie dieses Bild von mir und Draco aus ihrem Kopf vertreiben. „Sollen sie ruhig denken, dass du und ich ein Paar sind."

„Ich verstehe", murmelt sie und reibt sich die Augen. Vielleicht fühlt sie sich verletzt, weil sie ja keinen Freund hat, sich aber so anstellen soll, als wäre ich ihr Freund?

„Aber wenn es ein Problem ist, kann ich...", fange ich an, aber sie unterbricht mich.

„Nein, ist es nicht", sagt sie entschlossen. „Wir verbringen eh viel Zeit miteinander und es ist logisch."

Sie richtet sich stolz auf und schaut auf ihre Bücher hinunter. Ich verenge die Augen. Ist es möglich, dass... Hermine auf mich scharf ist? Ich bilde es mir nur ein. Hermine ist meine Freundin und sie hat nie Anstalten gezeigt, dass sie möchte, dass wir mehr als Freunde sind. Oder? Was weiß ich über Mädchen? Ich habe ja keine Ahnung wie sie denken und funktionieren. Viele Kerle wissen so gut wie nichts über Mädchen und doch stehen sie auf Mädchen. Es muss ja nichts heißen. Es ist nur... es gibt einfach nichts an einem Mädchen, was ich anziehend finde. An Draco wiederum... Ich lecke mir über die Lippen und lächele Hermine an.

„Danke, Hermine", sage ich zu ihr. „Du bist eine gute Freundin. Und ich hoffe, dass du zum Julfest ins Malfoy Manor kommst. Narzissa hat dich eingeladen."

„Echt?", fragt sie und ihre Augen werden groß. „Wird es ein traditionelles Fest sein?" Ich nicke. Ihre Augen blitzen fanatisch auf. „Ich weiß so viel darüber, ich habe darüber gelesen, aber ich habe nie an einem Julfest teilgenommen. Es ist zweifelsohne faszinierend... Wäre es wirklich in Ordnung? Was hat Mr Malfoy gesagt?"

„Dass ich meine beste Freundin mitbringen darf", sage ich breit grinsend. Hermine ist außer sich vor Freude. Ich weiß ja, wie wissensdurstig sie ist und an einem echten, traditionellen Julfest teilnehmen zu können, ist besser, als die gesamte Bibliothek als Geschenk zu bekommen. Wo Voldemort zu jener Zeit stecken wird? Davon habe ich keine Ahnung. Ich lächele, als Hermine weiter über das Julfest plappert. Voldemort wird mich unterrichten, Black wird mir helfen und Draco... Draco stört es nicht, dass ich meine Zunge in seinen Mund stecken will und Hermine ist mir treu geblieben. Das Leben ist gut...