Disclaimer: Ich bin eine Lehrerin, das heißt, ich verdiene nicht viel. Bitte nicht klagen!

Cassie

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Kapitel 30 – All meine Geheimnisse

Es gibt nicht viele Slytherins, die Arithmantik besuchen. Warum frage ich mich? Es ist ein faszinierendes Fach. Ich starre mein Arithmantikbuch an, als die Professorin das Klassenzimmer betritt. Bisher hatte keiner Kommentare zu meinem Hauswechsel gemacht, aber irgendwie hat sich das Benehmen der Arithmantikprofessorin mir gegenüber total verändert. McGonagalls jedoch nicht. Sie schert sich nicht darum, wer in welchem Haus ist, solange man lernt.

Hermine kommt beinah hüpfend herein und lässt sich neben mir nieder. Draco ist nicht hier, es gibt nur einen Slytherin, das heißt, Daphne Greengrass. Sie sitzt alleine und offensichtlich bereut sie die Tatsache nicht, dass ich mich nicht zu ihr gesetzt habe.

„Hallo, Harry", sagt Hermine fröhlich. „Wie geht es?"

Warum ist sie so gut gelaunt?

„Ich habe das hier während der Ferien für dich gemacht", sagt sie lächelnd. Sie zieht eine Pergamentrolle aus ihrer Tasche hervor und überreicht sie mir. Ich nehme sie skeptisch von ihr entgegen und entrolle sie.

„Ich hab das gleiche für mich gemacht, aber dann ist mir eingefallen, dass du sicherlich so was nützlich finden würdest, also habe ich noch eine gemacht."

Es ist eine Legende von arithmantischen Symbolen und zudem gibt es da unten ein paar bekannte Gleichungen, die man entweder oft genug sieht, sodass man sie sofort erkennt, oder man lernt sie auswendig.

„Der Schwebezauber", sage ich sofort. „Das hier ist der Verwandlungszauber, den wir benutzt haben, als wir Vögel in Kissen verwandelt haben... Und das hier ist ein Belebungszauber, den wir vor ein paar Monaten in Zauberkunst gelernt haben."

Hermine starrt mich mit großen Augen an.

„Das ist sehr gut, Hermine", sage ich zufrieden. „Aber vielleicht wäre es besser, generelle Gleichungen aufzuschreiben, denn hier geht es um spezifische Fälle. Zum Beispiel, diesen Teil, der einen Vogel darstellt, wegfallen zu lassen und ihn mit einem generalisierten Ausdruck zu ersetzen."

Die Professorin, die unglücklicherweise zugehört hat, und die Tür hinter dem letzten Schüler geschlossen hat, kommt zu uns hinüber.

„Phantastisch", meint sie begeistert, die Pergamentrolle in die Hand nehmend. Ihre Augen leuchten. „Ich wünsche mir, alle meine Schüler wären von Arithmantik so begeistert wie Sie, Ms Granger."

Hermine lächelt sie breit an, sagt jedoch nichts dazu. Die Professorin scheint mich zu ignorieren und kehrt zum Lehrertisch zurück, um mit der Vorlesung anzufangen.

„Das war aber nicht nett von ihr", meint Hermine, als wir das Klassenraum verlassen. „Sie hat dich vollkommen ignoriert. Harry, hast du während der Ferien gelernt? Arithmantik scheint dir wirklich zu liegen!"

Ich habe mit dem dunklen Lord an seinem Plan für den Azkabanangriff gearbeitet und zudem hat er mir noch ein paar von ihm erfundene Zauber gegeben, um sie zu studieren. Danach hat er mir die Aufgabe gegeben, ein paar Zauber zu erfinden und sie arithmantisch auszudrücken. Also ja, ich habe viel gelernt.

„Ich bin ein Slytherin, das genügt für sie", murmele ich. „Und ja, ich habe gelernt. Ich finde Arithmantik sehr nützlich."

Hermines Augen leuchten, als wir uns auf den Weg nach draußen machen. Es ist besser, alleine zu sein und alleine Hausaufgaben zu machen, als von der ganzen Schule angegafft zu werden. Wir werden Wärmezauber benutzen und außerdem ist Hermine von meinem blauen Feuer begeistert. Das ist eigentlich ein Zauber, den ich erfunden habe. Wahrscheinlich war mir nur allzu oft im Laufe meines Leben kalt, also ist mir dieser Zauber sofort eingefallen. Wie schön wäre es, ein Feuer dabei zu haben, das man immer herbeizaubern kann, wenn man es braucht? Manchmal bin ich noch immer der Freak, der im Schrank unter den Treppen schläft und der sich nach einfachen Sachen sehnt, sowie nach der Wärme und gutem Essen. Werde ich die Erinnerungen je loswerden? Der Zorn und die Bitterkeit sind weg; aber die Erinnerungen sind noch immer da...

„Harry", flüstert Hermine, als ich das blaue Feuer mit einem Wink meines Stabs erscheinen lasse. Sie lehnt sich nach vorne. „Deine Narbe..."

„Was?", frage ich, nach meiner Stirn greifend. „Was ist mit ihr? Blutet sie?"

„Macht sie das?", fragt Hermine erschrocken.

„Na ja, manchmal, das ist keine gewöhnliche Narbe, weißt du", antworte ich, sie reibend.

„Nein, sie blutet nicht", sagt Hermine. „Sie... ich denke, Harry, dass sie angefangen hat, zu heilen! Oder hast du sie mit einem Zauber belegt?"

„Sei nicht lächerlich", knurre ich. „Denkst du nicht, dass ich es schon ausprobiert habe? Das ist eine magische Narbe, sie wird nicht mal einfach so verschwinden. Hast du einen Spiegel?"

„Nein", sagt Hermine achselzuckend. Ein Mädchen, das keinen Spiegel herumträgt? Ich werfe Hermine einen vielsagenden Blick zu.

„Was? Ich brauche so was nicht", sagt sie kühl. „Und außerdem hätte ich kaum Platz in meiner, schon vergrößerten, Schultasche dafür."

Ich lache, als ich einen Stein in einen Spiegel verwandele. Hermine lächelt. Ihr gefallen diese kleinen Tricks. Wahrlich habe ich nicht oft die Chance bekommen, um mit meinem Wissen anzugeben.

„Hast du schon über dein Liebesleben nachgedacht?", frage ich, als ich mein Gesicht im Spiegel mustere. Warum ist der Spiegelrahmen schwarz und mit kleinen Totenköpfen geschmückt? Ich habe das nicht absichtlich getan... Hermine entgeht es natürlich nicht.

„Nicht wirklich", sagt sie schmunzelnd. „Dein Spiegel ist echt interessant, Harry."

Ich schaue mich nicht in Spiegeln an. Warum auch? Ich weiß ja, wie ich aussehe, ich muss nicht jeden Tag erneut feststellen, dass ich genauso wie gestern aussehe. Und außerdem sagt mir Hermine, falls ich etwas im Gesicht habe. Aber ja... die Narbe... Ich konnte schwören, dass ein Zentimeter davon verschwunden ist. Seltsam.

Früher hat sie manchmal gepocht, manchmal auch gejuckt. Als ich mit Professor Quirrel gekämpft habe, hat sie so wehgetan, dass ich den Eindruck hatte, mein Kopf könnte einfach platzen. Und danach hat sie geblutet. Jetzt aber tut sie überhaupt nicht weh. Sie juckt nicht. Sie ist einfach da. Heilt sie tatsächlich? Das kann ich nicht zulassen. Ich meine, toll! Ich werde keine Narbe haben! Aber jeder würde sich fragen, warum das Narbengesicht auf einmal keine Narbe hat.

Ihre braunen Augen sind auf mich fixiert, als ich mich im Spiegel mustere und sie leuchten. Unsere Blicke begegnen sich und sie lächelt hämisch.

„Gibt es etwas... was du mir sagen möchtest?", fragt sie leise.

„In Bezug auf meine Narbe? Ich hab keine Ahnung, was da vorgeht, ehrlich. Und ich würde es gerne wissen", antworte ich.

„Das können wir vielleicht herausfinden", meint Hermine selbstischer. „Aber wenn sie wirklich heilt, solltest du sie anzeichnen oder so was. Sonst werden sich die Menschen fragen, warum sie auf einmal verschwunden ist."

Hermine ist einfach viel zu klug, um am Leben zu sein. Habe ich das gerade gedacht? Ist Voldemort in meinem Kopf?

Ich schnaube und schüttele den Kopf.

„Schön", sage ich knapp. „Du hast meine Frage nicht beantwortet."

„Falls ich mich von irgendjemandem angezogen fühle, werde ich es dir gleich sagen", sagt sie augenzwinkernd. „Egal von welchem Geschlecht."

„Gut", sage ich zufrieden. Eigentlich bin ich von ihrer Aufgeschlossenheit überrascht. Hermine ist bei den Muggeln aufgewachsen und ich weiß ja, was die Muggel von solchen Sachen halten. Aber Hermine ist nicht länger DIE Hermine, die ich einmal gekannt habe. Und mir gefällt dieses geheimnisvolle Lächeln nicht, das sagt 'ich weiß, was du verbirgst'.

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Ich möchte nicht ungeladen in Voldemorts Zimmer platzen, aber jetzt habe ich so viel Fragen im Kopf, dass ich allem Anschein nach kein Auge zumachen werde, bis ich Antworten bekomme.

Das Haus in Schottland ist totenstill. Aber Higgy, die noch nicht schläft, erscheint vor mir, als ich in die Eingangshalle appariere und mich umschaue.

„Wo ist er?", frage ich leise. „Schläft er?"

Die Elfe, die beginnt am ganzen Leib zu zittern, sobald ich ihr diese Frage gestellt habe, deutet mit dem Finger auf die Treppen.

„Gut", sage ich, in die genannte Richtung marschierend. Hoffentlich bekomme ich keinen Cruciatusfluch auf den Hals, weil ich den großen, dunklen Lord störe. Flackerndes Kerzenlicht unter dem Türspalt ist zu sehen und ich atme erleichtert aus. Er ist wach. Ich klopfe an der Tür, obwohl ich mir sicher bin, dass er mich schon kommen gehört hat.

„Herein", sage eine tiefe Stimme.

Der dunkle Lord sitzt mit einem schwarzen Morgenmantel in einem Sessel und liest ein Buch. Ich blinzele. Er hat ein paar... Änderungen in diesem Zimmer eingeführt. Das Reich des dunklen Lords sollte allem Anschein nach genauso aussehen, wie er möchte. Die dunklen Augen schauen in meine Richtung und ich senke den Kopf.

„Komm rein", sagt er, ehe ich mich dafür entschuldigen kann, dass ich so spät komme.

„Also hast du den Geheimgang entdeckt", sagt er ruhig, das Buch beiseite legend und mich musternd. „Das war schnell."

„Snape hat mir eine Karte gegeben, die alle Geheimgänge anzeigt", sage ich. „Sie ist echt nützlich."

Voldemort zieht die Augenbrauen in die Höhe.

„Tatsächlich?", fragt er rhetorisch. „Er ist zweifelsohne kompetenter, als ich gedacht habe."

Er mustert mich und sein Blick landet auf dem Wappen an meinem Schulumhang. Seine Mundwinkel kräuseln sich zu einem bösartigen Lächeln.

„Also hast du das Haus gewechselt", sagt er. Seine Augen funkeln. „Und das ist zweifelsohne noch ein Teil von Dumbledores Plänen."

„Natürlich", murmele ich finster.

„Es macht nichts, Harry", sagt er ruhig. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er mich je beim Vornamen genannt hat. Es fühlt sich ein wenig komisch an, ihn aus seinem Mund zu hören. „Seine Pläne werden sein Untergang sein." Es liegt ein seltsamer Geruch in der Luft. Hat er etwa geraucht?

„Hast du den sprechenden Hut auf den Kopf gesetzt?" Ich nicke nur. „Und er hat dich nach Slytherin gesteckt. Und hast du den Raum der Wünsche gefunden?"

„Ja, und eine Menge interessante Bücher", sage ich zufrieden. „Da gab es aber auch ein paar Bücher aus der Kammer Slytherins. Wie ist das nur möglich?"

„Was hast du gedacht, als du die Tür des Raumes geöffnet hast?", fragt Voldemort.

„Dass ich einen Raum brauche, wo ich die dunkle Magie üben kann", sage ich achselzuckend.

„Na, da hast du es", meint Voldemort. Woher hat er diesen schwarzen Morgenmantel? Woher kommen diese Bücher? Ich muss Higgy danach fragen. „Der Raum hat all die Bücher besorgt, die du dafür brauchst. Aber all die Bücher, die du da finden kannst, sind nur Kopien. Wahrscheinlich ist auch eine Anzahl an Büchern aus der verbotenen Abteilung dabei. Das sollte dich nicht wundern. Du kannst die Bücher lesen, kannst sie aber nicht mitnehmen. Denn sie würden sich in Luft auflösen, falls du es versuchst."

„Ach so", sage ich gewandt. Voldemort gluckst.

„Da du jetzt hier bist, können wir mit dem Unterricht weitermachen", sagt er und macht Anstalten, aufzustehen. Unterricht? Jetzt?

„Ja, jetzt, Harry", sagt Voldemort scharf. „Was hast du erwartet? Dass wir einfach plaudern würden? Natürlich nicht. Und mir ist ja klar, dass du nur zu mir kommen kannst, wenn es Nacht ist. Aus diesem Grund bin ich nicht auf dich sauer. Ich würde es aber schätzen, wenn du mir in der Zukunft im Voraus sagen würdest, wann du kommst. Manchmal arbeite ich während der Nacht, aber manchmal schlafe ich ja."

„Wie denn?", frage ich verdutzt. Ohne Vorwarnung erscheint vor meinem geistigen Auge ein Bild von Voldemort, der einen Pyjama mit Teddybärmuster anzieht, gähnt und ins Bett krabbelt. Er streicht den Tag im Kalender durch, der mit 'Azkabanangriff' beschriftet ist, und schreibt unter ein neues Datum 'Weltherrschaft'. Die dunklen Augen blitzen auf und ich senke den Kopf. Warum muss er in meinem Kopf herumwühlen? Und warum habe ich eine solch komische Vorstellungskraft?

„Benutze doch dein dunkles Mal", erwidert er. „Oder unsere mentale Verbindung. Was, hast du das total vergessen? Früher, als ich noch keinen Körper hatte, haben wir schon oft genug geistig miteinander gesprochen."

„Wie mache ich das?", frage ich neugierig.

„Konzentriere dich auf mich", sagt er einfach. „Rufe und dann warte. Wenn ich dich höre, werde ich antworten. Dann wird sich alles von alleine entwickeln. Hast du nicht gespürt, dass ich von Zeit zu Zeit in deinem Kopf war? Ich wollte sehen, was du treibst."

Also hatte ich DOCH Lord Voldemort in meinem Kopf. Das erklärt alles.

„Keine Sorge, deine gewalttätigen und mordlustigen Gedanken sind deine eigenen", erwidert der dunkle Lord amüsiert. „Das dunkle Mal funktioniert auf gleiche Weise, aber man muss natürlich zwei Finger darauf legen. Was manchmal für dich nicht möglich ist. Es macht aber unsere schon existierende Verbindung noch stärker, also ist die beste Option mich einfach gedanklich zu rufen."

„Kann jemand... es spüren? Dass wir miteinander reden?", frage ich.

„Nur wenn man deine Gedanken belauscht", meint Voldemort. „Ist alles klar?"

„Ja, mein Lord", antworte ich schnell, denn ich kann Ungeduld in seiner Stimme spüren. „Da gibt es aber noch etwas..."

„Mach schnell, wir haben viel zu tun", knurrt der dunkle Lord.

Ich schlucke kräftig. Die dunklen Augen durchbohren mich und ich weiß, dass er es weiß. Aber ich muss es trotzdem laut sagen. Denn der dunkle Lord schaut mich herausfordernd an und wartet.

„Ich habe in Slytherins Buch gelesen", sage ich langsam. „Über die dunklen Lords und über die Etappen, die zur Ära der Dunkelheit führen."

Voldemort hört aufmerksam zu, aber ich wünsche mir, er könnte wegblicken. Diese Augen machen mich nervös...

„In diesem Buch spricht Slytherin auch über die Erben der Vertreter der Dunkelheit", sage ich schnell. „Die... bestimmt sind, den... seinen Platz einzunehmen."

„Und du fragst dich, ob du derjenige bist?", stellt Voldemort die Frage, die mich schon lange genug geplagt hat. Er ist so direkt wie Tom und er kommt gleich zur Sache, mit demselben ruhigen Ton. Unheimlich...

Ich nicke nur.

„Als ich fünfundzwanzig war, wurde ich zum dunklen Lord ernannt", sagt er. „Damals hatte ich so was wie einen Erben nicht im Kopf. Ich wollte nichts mehr, außer an mehr Macht zu gelangen und mehr Wissen zu sammeln. Ich wollte mehr Anhänger haben und ich habe die Erreichung der Weltherrschaft geplant. Wir beide wissen, wie das geendet hat."

Er wirft mir einen vielsagenden Blick zu und ich stöhne. Nicht DAS schon wieder. Ich war ein BABY um Morganas Willen!

„Ein Schwarzmagier gesteht nie, dass er unsicher ist. Aber etwas, das in den Augen der edlen Künste als eine Tugend betrachtet wird, ist, dass man seine Grenzen kennenlernt, sonst wird man von dem Gefühl der Unbesiegbarkeit und Macht von drinnen aufgefressen und zerstört. Man glaubt, man kann alles tun. Damals habe ich eine wichtige Lektion gelernt, die jedoch notwendig war, für uns beide. Sonst wären wir heute nicht hier. Ich habe einen jungen Körper bekommen und du hast dich für die richtige Seite entschieden. Mein Leid war nicht umsonst und ich hoffe, dass du einsiehst, dass auch dein Leid nicht umsonst war."

„Ja", antworte ich leise, als er eine Pause macht.

„Ich habe gewusst, dass ich einen Erben brauchte", fährt er ruhig fort, sich auf seinem Stuhl zurücklehnend. Voldemort braucht wohl keinen Thron, um wie ein dunkler Lord auszusehen. Er strahlt Macht und Charisma aus, auch wenn er in einem kleinen Zimmer in meinem Haus sitzt und zudem einen Morgenmantel trägt.

„Aber da gab es leider einen Mangel an Kandidaten. Als du mir zum ersten Mal gesagt hast, wer du wirklich bist, habe ich einfach gedacht, dass es eine Falle ist. Aber ich war neugierig. Mit der Zeit und im Laufe unserer Gespräche habe ich viel über dich gelernt. Du hast leidenschaftlich über die dunkle Magie gesprochen und deinen Wunsch ausgedrückt, dem dunklen Strom deinen Beitrag zu geben und am Krieg teilzunehmen. Aber über allem habe ich gesehen, wie viel Potenzial du eigentlich hast und dass deine Macht schnell wächst. Ich kann über Namen hinweg sehen. Und als Harry Potter vor mir gestanden hat, habe ich nicht Harry Potter gesehen. Ich habe einen jungen, dunklen Magier gesehen, der sich in etwas Großes und Mächtiges verwandeln wird. Und ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich war es eigentlich nicht, der gewusst hat, dass es das richtige ist, sondern meine und deine Magie."

„Und ja, Harry, ich habe dich als meinen Erben ernannt. Hast du wirklich gedacht, dass ich, der keinen je unterrichtet hat, dich nur so unterrichten würde? Ich werde mein Wissen und alles, was ich gelernt habe, an dich weitergeben, weil du mein Erbe bist. Und ich erwarte genau das, was ich dir schon früher gesagt habe. Gehorsamkeit und Loyalität. Dass du bereit bist, der Dunkelheit zu dienen und ihre edlen Ziele zu erreichen. Und dass du nicht zulässt, dass etwas zwischen dich und deine Zielen kommt."

Ich schweige und mein Herz rast.

„Bald wird alles für den Azkabanangriff bereit sein und ich möchte, dass du mitkommst", fährt er fort. Ich schaue schnell auf. WAS? „Das wird eine gute Übung für dich sein."

„Und ich bin der Meinung, dass Draco sich als du ausgeben sollte, nur für den Fall, dass es jemand wagen würde, peinliche Fragen zu stellen. Nicht, dass ich denke, dass Dumbledore dir so was abkaufen würde. Aber der Beweis wäre da und außerdem wirst du dein Gesicht während des Angriffs nicht zeigen."

„Was muss ich tun?", frage ich verwirrt.

„Du wirst sehen", sagt Voldemort mit einem hämischen Lächeln. „Nachdem wir erfolgreich waren, werde ich dich meinen Anhängern vorstellen. Es ist sehr wichtig, dass sie schon am Anfang eine gewisse Vorstellung und einen Eindruck von dir bekommen. Und falls ich ihnen später sagen würde, dass ich einen Lehrling habe, der aber nicht dabei war, würden sie sich natürlich fragen, was für ein Lehrling das ist, der seinen Lehrer nicht zu solch einer wichtigen Aufgabe begleitet hat."

Er hat an alles gedacht. Mir wiederum ist wieder schwindelig. Alles geht einfach zu schnell. Ich bin überrumpelt. Voldemort scheint mir wirklich zu vertrauen und nach all den Beschuldigungen und nach all dem Misstrauen fällt es mir schwer, es zu akzeptieren und daran zu glauben. Er hat mich, Harry Potter, als seinen Erben ausgewählt und auf einmal möchte er, dass ich ihn nach Azkaban begleite und dass seine Anhänger mich als solchen kennen lernen. Ich habe Angst, dass ich sie enttäuschen werde. Aber ich werde den Teufel tun, es laut zu sagen.

„Wir müssen einen Namen für dich erfinden", meint Voldemort, der nachdenklich wird. „Ich werde später darüber nachdenken. Jetzt aber haben wir zu tun. Komm."

Auch wenn ich früher schon nervös war, weil ich insgeheim gefürchtet habe, dass ich ihn enttäuschen könnte und dass er mich nicht länger unterrichten wollen würde, jetzt bin ich umso nervöser. Jetzt bin ich jemand, den er als seinen Erben vorstellen wird und ich muss einen guten Eindruck machen. Nur wie? So mächtig bin ich noch nicht.

Als ich das Haus verlasse, dämmert es schon. Natürlich werde ich heute kein Auge zumachen, aber das ist ja nichts Neues. Als ich dem Gang folge, der zur peitschenden Weide führt, klopft mein Herz noch immer gegen meinen Brustkorb und mein Verstand arbeitet wie verrückt. Tausende von Gedanken sausen durch meinen Kopf und tausende von Szenarien blitzen vor meinem geistigen Auge. Damals war ich dazu gezwungen, zu schnell erwachsen zu werden; aber das hier kann sich damit nicht vergleichen. Als ich sechs war, habe ich schon gelernt, mich um mich selbst zu kümmern. Ich habe gelernt, wie man kocht, wie man putzt und wie man im Garten arbeitet. Als ich elf war, habe ich herausgefunden, dass ich ein Zauberer bin. Als ich dreizehn wurde, habe ich zwei Menschen getötet. Und jetzt bin ich dreizehn und ich wurde zum Erben der Dunkelheit ernannt. Ich sollte mal ein Buch über mein Leben schreiben. Es wäre zweifelsohne ein Bestseller.

Ich schlüpfe in mein Zimmer hinein und tapse zu meinem Bett hinüber. Draco schläft. Sein regelmäßiger Atem ist das einzige, was hörbar ist. Etwas packt mich und ich tapse zu seinem Bett hinüber und setze mich an den Bettrand. Er schläft ruhig weiter, als ich eine Kerze anzünde und ihn aus der Nähe mustere. 'Ich hoffe nur, dass er dich nicht im Krieg verliert.' Ich weiß nicht, warum ich mich gerade jetzt an diese Worte von Lucius erinnert habe. Dracos blondes Haar ist über das Kissen verstreut und verleiht ihm das Aussehen eines schlafenden Engels. Ich streiche ihm das Haar aus dem Gesicht und die silbernen Augen öffnen sich und blinzeln.

Er erkennt Sorge in meinen Augen. Vielleicht sehe ich so todernst aus, dass er gleich zu dem Schluss kommt, dass etwas passiert ist. Aber Draco fragt nicht, denn er möchte seine Nase nicht in Sachen stecken, die ihn nichts angehen, obwohl er neugierig ist. Er überlässt es mir, ihm von etwas zu erzählen, falls ich es möchte. Er legt eine warme Hand auf meine Wange und zieht mich zu sich.

„Du brauchst einen Trank", murmelt er schläfrig. „Um wieder wach zu werden. Und du triefst vor dunkler Magie."

„Ich weiß", murmele ich.

„Ich habe einen Trank für dich", gähnt er. „Ich werde auch aufstehen. Frühstück fängt gleich an."

Ich starre seinen Rücken an, als er zu seinem Schrank hinüber geht. Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, aber ich bin froh, dass ich ihn habe.

„Hast du Schmerzen?", fragt Draco leise, als er in seinem Schrank herum wühlt. „Hat er dich bestraft?"

„Es ist nichts Erwähnenswertes", antworte ich müde.

Er nickt wortlos und überreicht mir eine Phiole. Unsere Blicke treffen sich und er küsst mich. Unterstützung, Loyalität, keine Fragen... Draco bietet mir all das. Und in diesem Moment bin ich für seine bloße Anwesenheit sehr dankbar.

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Seit wir zuletzt über die dunklen Künste gesprochen haben, hat Hermine nichts in Bezug darauf erwähnt. Sie wirft mir jedoch von Zeit zu Zeit neugierige Blicke zu und ich weiß, dass sie mich beobachtet. Sie wartet auf etwas. Und zwei Wochen nachdem ich erfahren habe, dass ich Voldemorts Erbe bin, zwei Wochen, im Laufe derer ich wenig geschlafen habe, weil ich Nächte bei ihm verbracht habe, habe ich endlich meine Entscheidung getroffen.

Hermine hat es nicht leicht und sie führt den Krieg gegen die Gryffindors auf ihre eigene Weise. Und sie ist ziemlich erfolgreich. Als sie zu Professor McGonagall gegangen ist, um ihre Strafarbeit zu erledigen, hat sie die Chance ausgenutzt, um mit ihr über alles zu sprechen. Und sie hat einiges über mich erfahren.

Professor McGonagall gefällt es nicht, dass Dumbledore meinem Hauswechsel zugestimmt hat. Sie billigt es auch nicht, dass er sich von mir distanziert hat. Dass er mir gar nichts sagt. Aber vor allem hat sie ihm nie vergeben, dass er mir nie gesagt hat, dass er mein Vormund gewesen ist und dass er mich im Dunkeln gelassen hat. Sie respektiert ihn zu viel, um es ihm ins Gesicht zu sagen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie davon einfach genug hat und ihn zur Rede stellt. Sie hat auch versucht, von Hermine zu erfahren, ob es mir gut geht, ob sie mich im Manor besucht hat, wie man mich behandelt und alles. Sie scheint ehrlich besorgt zu sein. Und Hermine hat mit ihr geredet. Hermine hat ihr vieles gesagt. Dass man mich in der Schule verurteilt. Dass man mich hasst. Und dass ich endlich bei Draco und den Slytherins glücklich bin. Sie hat ihr mitgeteilt, dass sie Schwierigkeiten hat, einzuschlafen, weil sie sich sicher ist, dass Lavender Brown ihr etwas antut. Dass sie es wirklich satt hat, dass man sie hasst, nur weil sie mit mir befreundet ist. Und sie hat gesagt, dass keiner im Gryffindorturm ein Gryffindor sei und dass sie es beweisen könne. McGonagall hat zugehört und mit jedem Wort ist ihre Meinung von diesem Mädchen gewachsen. Und McGonagall hat eine Entscheidung getroffen.

Da Dumbledore in letzter Zeit eh nicht da ist, weil er ja so „wichtiges im Ministerium zu tun hat", hat McGonagall, als seine Vertreterin, eine Entscheidung getroffen, die gleich in Kraft treten soll. Sie ist zum Gryffindorturm gegangen und sie hat alle Schlafzimmer, den Gemeinschaftsraum, die Badezimmer, alles, mit einem komplexen Schutzzauber belegt, wobei ihr Professor Flitwick geholfen hat. Für keinen wird es möglich sein, jemandem etwas anzutun, weder mit Magie, noch ohne. Die Schutzzauber werden erkennen, falls so was im Gang ist und sie werden McGonagall gleich benachrichtigen. Der Teil, den Professor Flitwick hinzugefügt hat, wird ihr ermöglichen zu wissen, wer der Täter ist.

Das gleiche hat sie mit allen Häusern gemacht, was Professor Snape in Bezug auf Slytherin merkwürdigerweise ohne ein einziges Wort erlaubt hat. Zudem hat sie die Geister damit beauftragt, gleich einem Lehrer zu melden, falls es Unruhe oder Schwierigkeiten in den Korridoren gibt, was Peeves natürlich als seinen neuen Lebenssinn angenommen hat und jetzt patrouilliert er durch die Korridore und schreit McGonagalls Namen so bald ein Schüler jemanden beleidigt, geschweige denn angreift.

Und Hermine läuft weiter erhobenen Hauptes durch die Korridore von Hogwarts. Sie setzt sich zu mir und Draco ohne jegliche Angst. Sie ruft mir zu, wenn ich mit den Slytherins aus den Kerkern rauskomme und sie wartet auf mich vor dem Eingang zum Slytheringemeinschaftsraum. Keiner hat sie so sehr in Gryffindor gehasst, wie sie sie jetzt hassen, weil sie ja wissen, dass sie ihre Finger darin hatte. Aber Hermine schert sich keinen Dreck darum. Sie braucht sie nicht; sie hat mich und das genügt ihr.

Heute sitzen wir zusammen im Hof und checken unsere Arithmantikhausaufgaben durch. Hermine hat aufgehört, die dunklen Ringe unter meinen Augen und meine offensichtliche Müdigkeit zu erwähnen. Sie hat mich nicht nach dem Grund dafür gefragt und das an sich gefällt mir nicht. Wann hat Hermine über so etwas Wichtiges nicht laut gesprochen?

„Hermine", sage ich leise. „Morgen ist Samstag. Möchtest du, dass ich dir diesen Raum zeige, wo wir das Duellieren üben können?"

Die braunen Augen schauen mich überrascht an und sie nickt langsam.

„Wenn du dafür bereit bist", murmelt sie, kann aber ihre Freude nicht verbergen.

Sie sagt es, als sei es ein Geheimnis, was ich da drin treibe. Oh Hermine. Du bist mir sehr lieb, aber manchmal bereitest du mir Kopfschmerzen.

„Natürlich", sage ich müde.

Gestern habe ich die Nacht schon wieder beim dunklen Lord verbracht (keine Wortspiele, bitte!) und wir haben uns zum ersten Mal duelliert. Momentan geht es mir, gelinde gesagt, überhaupt nicht gut. Dem dunklen Lord scheint die Methode 'erst erkläre ich es dir, dann üben wir und schließlich reden wird über deine Fehler' fremd zu sein. Er hat mich ohne weiteres in das größte Zimmer des Hauses rein bugsiert, seinen Stab hervorgezogen und mir gesagt, ich solle ihn angreifen. Als ich nur blöd dagestanden und ihn angegafft habe, hat er die Initiative ergriffen. Mir ist nichts anderes übrig geblieben, als mich zu ducken und mit einem Fluch zurückzuschlagen. Er bewegt sich wie eine Raubkatze – er ist blitzschnell, präzise und er spricht fast nie, wenn er kämpft. Flüche flitzen aus seiner Richtung wie Blitze aus heiterem Himmel und er appariert und disappariert alle drei Minuten, um hinter mir oder direkt vor mir aufzutauchen. Das ist eine für mich ganze fremde Art des Duellierens, die ich noch nie gelernt habe. Voldemort studiert meine Bewegungen und zieht schnell Schlüsse daraus, findet einen schwachen Punkt und greift gnadenlos an. Er hat mich mit einer schwarzen Peitsche aus dem Gleichgewicht gebracht und gleich mit einem Cruciatusfluch belegt. Er hat mich mit einem dunklen Fluch belegt, dessen Wirkung es ist, dass man seine eigene Magie nicht spüren kann. Es hat eine Weile gedauert, bis mir endlich klar wurde, dass das eine Illusion war. Seine Flüche und seine Magie haben in Frage gestellt, was ich bin und woran ich glaube. Sie haben den Kern meines Wesens erschüttert, meinen Willen und meine Kenntnisse ins Wanken gebracht und aus mir einen Idioten gemacht, der keine Ahnung hat, was er tun sollte. Danach habe ich mich gefühlt, als hätte man mich auseinander genommen und dann nur teilweise wieder zusammengebaut.

Später hat er mir ein paar Flüche beigebracht. Die schwarze Peitsche hat er mithilfe seiner rohen Magie erschaffen, was natürlich heißt, dass man so was auch stablos machen kann, was äußerst nützlich im Kampf sein kann, wenn man den Stab verliert oder wenn er einem weggenommen wird. Und ich bin stolz auf die Tatsache, dass ich doch in etwas erfolgreich war. Meine Peitsche war winzig klein, aber sie hat Voldemort die Finger verbrannt – und er hat mich dafür nicht bestraft, sondern mir zugenickt, was eigentlich Lob sein sollte – und sie ist schnell verschwunden, aber doch.

„Deine Stärke scheint dein Zorn zu sein", hat er mir später gesagt. „Ihn solltest du also benutzen."

All diese Flüche, die mich glauben lassen, dass etwas passiert, dass mir etwas fehlt, dass ich Angst habe oder dass tausende von Dämonen mich angreifen, haben darauf abgezielt, mir meine Schwächen und meine Unsicherheit bewusst zu machen, sodass ich daran arbeiten kann. Diese Flüche, die eine psychologische Wirkung haben und keine sichtbaren Schäden anrichten, sind wohl die schlimmsten. Wenn man Blut sieht, weiß man, dass man verletzt ist. Aber wenn man nichts sieht und trotzdem höllische Schmerzen hat, stellt man sich allerlei Fragen, die einen selbst zerstören können. Das wahre Entsetzen lebt in den Köpfen der Menschen und nicht in der Dämonenwelt. Der Verstand eines Menschen ist ein Nest der Angst vor dem Unbekannten, vor dem Schmerz, vor dem Leid und vor dem Tod, aber was Voldemort mir zeigen wollte ist, dass das alles nur in meinem Kopf existiert. Also liegt es an mir, sie zu besiegen und dadurch meine Ängste und meine Gefühle zu beherrschen.

„Jemand, der vor nichts und niemandem Angst hat, der nichts zu verlieren hat, ist ein gefährlicher Gegner", hat er zu mir gesagt.

Und so, nach all dem Unterricht, den ich im Laufe der Wochen bekommen habe, hat sich der große dunkle Lord mit mir duelliert. Er hat meinen Arm gebrochen, mich mit allerlei dunklen Flüchen gefoltert und mich mit seiner verdammten schwarzen Peitsche gründlich ausgepeitscht, aber ich fühle mich so zufrieden, wie seit langem nicht. Ich habe so viel in jener Nacht gelernt, dass ich ein Buch darüber schreiben könnte. Er hat mir die wahre Kunst des Duellierens gezeigt und er hat mir meine Schwäche gezeigt. Aber er hat mir auch gezeigt, dass ich nicht inkompetent bin, obwohl es Momente gab, in denen ich es wirklich geglaubt habe. Ich habe mich mit dem dunklen Lord duelliert und – ich habe überlebt.

Also nein, heute geht es mir nicht sonderlich gut. Aber ich möchte wissen, was Hermine weiß. Ich möchte wissen, was in ihrem Kopf vorgeht, aber ich wage es nicht, es auf die direkte Weise zu tun. Ich bin paranoid geworden – obwohl ich weiß, dass sie niemandem meine Geheimnisse preisgeben wird, möchte ich mich gegen Verrat doch absichern. Ja, obwohl ich mir sicher bin, dass sie es nie tun würde. Ich klinge wie Tom.

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Hermine betritt den Raum der Wünsche und ich schließe die Tür hinter ihr. Sie mustert die Totenköpfe und lässt den Blick über die Bücher schweifen, während ich im Türrahmen stehe und sie genau beobachte. Schließlich wendet sie sich um.

„Und du bist sicher hier?", fragt sie leise. „Das Schloss bemerkt nicht, dass du die dunkle Magie benutzt?"

Ich schüttele den Kopf. Jetzt sind wir zu diesem Punkt gekommen. Jetzt weiß sie, dass ich die dunkle Magie übe, möchte aber nichts dazu sagen. Und sie fragt nicht.

Die braunen Augen schauen mich ernst an.

„Danke", sagt sie leise. „Dass du mir so viel vertraust."

Das habe ich nicht erwartet. Vielleicht unterscheidet sich die schwarzmagische Denkweise von der hellmagischen so viel, dass mich manche Sachen einfach sprachlos machen können. Ich mache ein paar Schritte in ihre Richtung und mustere sie.

„Du hast gesagt, dass du Bücher über die dunkle Magie gelesen hast", sage ich leise. „Hast du schon etwas davon ausprobiert?"

Langsam schüttelt sie den Kopf.

„Aber das möchtest du?", frage ich weiter.

Sie seufzt und neigt den Kopf zur Seite.

„Ich bin neugierig", gibt sie zu. „Ich möchte wissen, was der ganze Wirbel soll. Und du?"

„Wir reden nicht über mich", unterbreche ich sie, anstatt ihr eine Antwort zu geben und das entgeht ihr nicht. Sie lächelt.

„Du bist schlau geworden, Harry Potter", sagt sie. „Und ich werde dich nicht dazu zwingen, deine Geheimnisse zu enthüllen. Ich werde darauf warten, dass du es selbst tust. Aber beantworte eine Frage für mich, ja?"

Ich zucke mit den Achseln.

„Warum hast du mich hergebracht?", fragt sie einfach.

Ja, warum? Werde ich sie anlügen oder ihr die Wahrheit sagen? Für mich spielt es keine Rolle mehr, wen ich anlüge und wen nicht.

„In gewissem Sinne fühle ich mich für deine Probleme und die Schwierigkeiten, die du im Gryffindorturm hast, verantwortlich", antworte ich langsam. „Und ich möchte dir helfen."

„Verstehe", murmelt Hermine. „Du bist natürlich nicht dafür verantwortlich. Aber Harry – wirst du mir etwas beibringen?"

Ich nicke ernst. Hermine grinst breit und zieht ihren Schulumhang aus. Als ich meinen ausziehe, zuckt das dunkle Mal, das unter einem Zauber auf meinem Unterarm steckt, als das verräterische Zeichen der Wahrheit über das, was ich wirklich bin.

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„Wann wird dein Familienstammbaum fertig sein?", frage ich Hermine.

Wir sitzen zusammen im Raum der Wünsche und sie atmet schwer, als sie sich in einen Sessel fallen lässt.

„Er sollte schon fertig sein", sagt sie und wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht. „Die Kobolde werden ihn per Eule herschicken und wir können ihn zusammen untersuchen."

„Narzissa wäre bei dieser Aufgabe sehr nützlich", sage ich. „Denn sie kennt viele Namen der reinblütigen Familien."

Hermine schweigt. Ich kann ja verstehen, dass ihr Traum sich endlich verwirklicht hat, indem sie herausgefunden hat, dass sie doch aus einer Zaubererfamilie stammt. Seit sie hergekommen ist, hat es sie geplagt. Sie musste jeden damit Tag leben und sich schließlich damit abfinden, dass sie eine Muggelgeborene ist. Dass man sie ein Schlammblut nennt. Dass man sie aufgrund ihrer Herkunft hasst und verurteilt. Und jetzt, obwohl sie in der Zwischenzeit gelernt hat, es zu ertragen und es akzeptiert hat, findet sie heraus, dass sie doch eine von uns ist. Das muss verwirrend sein.

„Wenn du früher nicht hier geübt hast, wo dann hast du geübt?", fragt sie auf einmal. Ich ziehe meine Augenbrauen in die Höhe. Sie deutet auf mich, noch immer schwer atmend. „Du spielst kein Quidditch mehr. Du läufst nicht. Und ich weiß, dass du keine physische Arbeit mehr erledigen musst. Also liegt es am magischen Durchhaltevermögen. Das heißt, du übst irgendwo jeden Tag Magie und das seit Monaten."

„Wie kommst du darauf, Sherlock?", frage ich lächelnd.

Hermine lächelt flüchtig und lehnt sich zurück.

„Dir ist der Schweiß kaum ausgebrochen und du siehst überhaupt nicht müde aus", sagt sie kühl. „So bin ich zu diesem Schluss gekommen. Wenn du es mir nicht sagen möchtest, ist es in Ordnung."

Sie ist UNMÖGLICH.

„Ja, in Ordnung", lache ich. „In der Kammer des Schreckens."

„Und dort kann man auch dunkle Magie üben?", fragt sie. Ich zucke mit den Achseln. „Verstehe..."

Die Räder drehen sich wieder in ihrem Kopf und ich lache.

„Hast du je darüber nachgedacht, dass du eine gute Aurorin wärst?", frage ich.

„Ja", sagt Hermine ohne zu blinzeln. „Ich habe darüber nachgedacht. Ich habe erforscht, ob es was im Ministerium gibt, was mich interessiert und allem Anschein nach, gibt es das nicht. Mich faszinieren Verbrechen und die Psychologie der Kriminellen. Was sie dazu treibt, manche Sachen zu tun. So was gibt es in der Zauberwelt nicht."

„Aber es gibt doch Morde und Verbrechen", sage ich.

Tja, ich sollte etwas darüber wissen... Schließlich habe ich meine Spuren gut verwischt.

„Nicht so oft wie in der Muggelwelt", meint Hermine traurig.

„Ich denke, du solltest mit McGonagall darüber reden", sage ich entschlossen. „Sie könnte dir ein paar gute Tipps geben."

„Und du?", fragt sie. „Wo möchtest du arbeiten?"

Ich gaffe sie an. Bin ich etwa hellsichtig geworden? Ich habe mir vor kurzem vorgestellt, wie es wäre, wenn Hermine mir diese Frage stellen würde.

„Keine Ahnung", murmele ich. „Ich weiß ja nicht, ob ich lange genug am Leben bleibe, um es herauszufinden."

„Vielleicht Auror?", fragt sie mich. Ich schweige. Sie liest die Antwort in meinen Augen. „Ach so. Verstehe. Ich kann es dir nicht übel nehmen, Harry. Der einzige, dem du in der Zauberwelt vertraut hast, hat dich verraten. Ich an deiner Stelle würde fliehen und meinen Namen ändern. Soll er seinen Krieg selbst führen. Ich weiß ja nicht, was er von dir überhaupt erwartet hat. Was er noch immer von dir erwartet. Dass du die Seele von du weißt schon wem findest und sie auf irgendeine Weise zerstörst? Du bist ein Junge. Zugegeben, du hast im Laufe des Jahres viel gelernt. Aber doch."

„Ich habe gedacht, dass die Zauberer und Hexen weiser und besser sind, als die Muggel", fährt sie fort. Ich werfe ihr einen ungläubigen Blick zu. Was? „Ja, Harry. Hier gibt es keine dummen Sachen, sowie in der Muggelwelt. Aber trotzdem habe ich zu viel erwartet. Überall gibt es dumme Menschen, unabhängig davon, ob sie Muggel oder Magier sind. Sie sind doch Menschen und können Fehler machen. Aber was ich überhaupt nicht verstehe ist, wie es dazu kommt, dass die ganze Zauberwelt, Dumbledore eingeschlossen, an eine dumme Prophezeiung glauben kann und ohne jegliche Fragen zu stellen, dich als den Auserwählten betrachtet und von dir erwartet, dass du Wunder bewirkst? Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat du weißt schon wer gedacht, dass du tatsächlich eine Bedrohung darstellst, also hat er versucht, dich zu töten."

Sie schüttelt den Kopf. Ich hoffe, dass Voldemort nicht in diesem bestimmten Moment meine Gedanken belauscht...

„Glaubst du nicht an das Schicksal?", frage ich sie.

Hermine schaut mich verwundert an.

„Ich glaube, dass man durch seine eigenen Entscheidungen seine Zukunft bestimmt. Dass man sein eigenes Leben aufbaut und dass das sogenannte Schicksal nur das Ergebnis der Entscheidungen und deren Folgen ist. Aber..."

Sie zupft an ihrem Rock.

„Da gibt es noch etwas, was mich von der Nutzlosigkeit dieser Prophezeiung überzeugt", sagt sie leise. Sie hebt den Blick und mustert mich ernst. „Du hast offensichtlich ein paar Entscheidungen getroffen, die gar nicht zu dieser Prophezeiung passen. Du versuchst dich in der dunklen Magie, Harry. Und das hätte nicht passieren sollen, aber das war deine Entscheidung."

Ich öffne den Mund, um etwas zu sagen, aber Hermine winkt ab.

„Und du hast Recht, neugierig zu sein. Es tut nicht gut, die Menschen von Wissen fernzuhalten, welcher Art auch immer. Man ist von Natur aus ein neugieriges Wesen und so ist es gut. Auf diese Weise lernt man mehr über seine Umgebung und über die Welt. Man sollte forschen; aber man sollte auch weise genug sein, um zu wissen, was einem schadet und was nicht. Aus diesem Grund hat vermutlich das Ministerium die dunkle Magie verboten, sodass die Menschen, die leichtsinnig und unvorsichtig sind, sich damit nicht zerstören oder verletzen können. Aber du – dir vertraue ich, dass du nichts Dummes anstellst."

Die braunen Augen bohren sich in meine. Ich schlucke kräftig.

„Weißt du", fange ich langsam an. „Man unterscheidet drei verschiedene Arten von magischen Kernen."

Hermine schaut mich neugierig an und fixiert ihren Blick auf mich.

„Der magische Kern ist eigentlich die Quelle unserer Magie", sage ich.

„Das weiß ich", sagt Hermine. „Aber dass es drei Arten gibt? Welche?"

„Die helle, die neutrale und die dunkle", sage ich ohne zu blinzeln. Was treibt mich bitteschön, ihr davon zu erzählen? „Und je nach der Art des magischen Kerns, spürt man die Neigung zu einer bestimmten Art der Magie."

Hermines Augen blitzen auf und sie steht auf.

„Woher weißt du das?", fragt sie.

„Und das ist nicht das Ende der Sache", fahre ich fort. „Man sollte jene Magie üben, die seinem magischen Kern entspricht, für die man Neigung zeigt. Ein dunkler Magier zu sein ist keine Wahl und auch keine verrückte Idee, auf einmal böse sein zu wollen. Es ist eine Tatsache, dass man die Neigung zu dieser Magie verspürt, weil man die dunkle Magie in seinem Blut trägt. Es ist etwas Natürliches, so wie schwarze oder braune Haare zu haben."

„Und in Hogwarts lernen wir nur die Hellmagie, oder?", fragt Hermine scharf. Ich nicke nur und sie schnaubt.

„Hätte ich mir denken können", murmelt sie. „Hast du davon in einem Buch gelesen?" Ich nicke. „Kann ich es lesen?"

„Es muss hier irgendwo sein", sage ich aufstehend.

„Harry", sagt sie leise. „Weißt du, was für einen Kern du hast?"

Ich drehe mich langsam um. Sie schaut mich beinahe flehend an. Sie betet, dass ich nicht in diesem Moment entscheide, keinen Piep mehr zu sagen, so wie es normalerweise der Fall ist.

„Einen dunklen", antworte ich leise und schaue zu Boden.

„Gibt es einen Zauber, um so was herauszufinden?", fragt sie. Ich nicke. „Und so hast du es herausgefunden?" Ich nicke wieder.

„Oh Harry", flüstert sie.

Sie umarmt mich und legt ihren Kopf auf meine Schulter. Diese Reaktion habe ich nicht erwartet.

„Du hast so viel durchgemacht", flüstert sie mir ins Ohr. „Und zudem erwartet man das Unmögliche von dir. Aber ich bin stolz auf dich, dass du zu allen nein gesagt hast und dass du dich deinem eigenen Leben und deiner eigenen Entwicklung gewidmet hast. Du hast den Mut aufgebracht, dich dem Griff der Gesellschaft zu entreißen und dir selbst zu widmen."

Sie drückt mich noch fester, während ich versuche mir ihr Benehmen und ihre Worte zu erklären. Warum versteht sie es? Sollte sie mich nicht beleidigen, schlagen oder anbrüllen? Ich habe ihr gerade ins Gesicht gesagt, dass ich ein dunkler Magier bin und was tut sie? Sie umarmt mich. Ich sollte ihr sagen, dass ich der Erbe der Dunkelheit bin. Vielleicht küsst sie mich. Ähm... besser nicht.

„Kennst du den Zauber? Oder hat ihn jemand anderes ausgeführt?", fragt sie.

„Ich habe ihn gelernt", sage ich, sie vorsichtig anschauend.

„Also kann man den Zauber an sich selbst ausprobieren", sagt sie. „Kannst du... ihn an mir ausprobieren?"

Ich schaue sie überrascht an.

„Denkst du, dass du keinen hellen Kern hast?", frage ich.

„Nun... ich würde es gerne wissen", flüstert sie. „Ms Malfoy hat den Namen meiner Urgroßmutter erkannt. Das bedeutet etwas, oder?"

„Nur weil Narzissa aus einer dunklen Familie stammt, heißt das nicht, dass sie nur die dunklen Magier kennt", erwidere ich.

„Natürlich nicht", eilt Hermine zu sagen. „Aber die Malfoys würden sich kaum mit den Weasleys rumtreiben, oder?"

„Nur weil Lucius der Meinung ist, dass sie Blutverräter sind, weil sie die Muggel so mögen und weil sie so von der Muggelkultur begeistert sind", antworte ich.

„Das billige ich auch nicht", murmelt Hermine kopfschüttelnd. „Das sind zwei verschiedene Welten, aus dem einfachen Grund, dass die Muggel über keine Magie verfügen. Mein Vater versucht mit aller Kraft, alles zu akzeptieren, worüber ich rede, wenn ich nach Hause komme und er versucht es zu verstehen, aber es nervt ihn, dass er es doch nicht begreifen kann. Meine Mutter ist verständnisvoller. Sie betrachtet die Zauberwelt als eine Fabelwelt."

„Harry? Ich möchte es wissen", sagt sie.

Ich seufze und ziehe meinen Basiliskenstab hervor. Sie blinzelt, sagt jedoch nichts dazu. Ich habe ihr den Stab noch nie gezeigt, weil er ja ein schwarzmagischer Stab ist. Sie steht auf und schließt die Augen. Als ich auf sie zukomme, fällt mir auf, dass sie mir so sehr vertraut, dass sie vollkommen schutzlos, mit geschlossenen Augen vor mir steht und darauf wartet, dass ich sie mit einem unbekannten Zauber belege. Hermine muss mir wirklich vertrauen, auch nachdem sie gehört hat, dass ich ein dunkler Magier bin.

„Öffne deine Augen", sage ich leise, den schimmernden Schleier, der sie umgibt, betrachtend.

Hermine schaut auf ihren Körper hinunter und schnappt nach Luft.

Ihre Aura bewegt sich schnell und an manchen Stellen ist sie blendend weiß; aber an der Stelle, wo sich ihr magischer Kern befindet, glüht eine Kugel, die weiß und grau ist. Aber da sie konstant in Bewegung ist, ist es schwer zu erkennen, um welche Farben es sich überhaupt handelt. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das bedeutet. Hermines magischer Kern scheint sich genauso schnell zu drehen, wie die Räder in ihrem Kopf.

„Was bedeutet das?", fragt Hermine, die ihren schimmernden Körper fasziniert betrachtet.

„Das ist deine Magieaura", sage ich verwirrt. „Sie ist weiß, was heißt, dass du momentan nur die Hellmagie benutzt. Dein magischer Kern ist da unten, beim Solarplexus. Und er ist..."

Ich lehne mich nach vorne, um besser sehen zu können. „Nun, er ist weiß, aber er ist auch grau, so weit ich sehen kann. Ich habe noch nie einen anderen magischen Kern außer meinem eigenen gesehen, also kann ich nicht sagen, was das bedeutet."

„Welche Farben der magischen Kernen gibt es überhaupt?", fragt Hermine nervös, versuchend, ihren Kern zu sehen.

„Weiß, grau und schwarz", sage ich achselzuckend. „Die Nuancen verstehe ich nicht ganz. Da gibt es sicherlich viele Nuancen. Wir sollten jemanden danach fragen."

Ja, den dunklen Lord. Denn jetzt bin ich auf eine Antwort echt gespannt.

„Würde Mr Malfoy es wissen?", fragt Hermine leise.

„Ich kann ihn fragen", antworte ich. „Hermine, warum ist das für dich so wichtig? Hoffst du, dass du einen grauen Kern hast?"

„Ich möchte nur die Wahrheit wissen", sagt sie scharf. „Ich habe all die Lügen satt. Warum hat man uns in der Schule nie davon erzählt? Warum hat man uns nicht gesagt, dass es Menschen gibt, die als dunkle Magier geboren sind, dass es keine Wahl ist? Dass es NATÜRLICH ist?"

„Weil sie Angst haben", antworte ich. „Weil Dumbledore Angst hat."

„Angst, welch ein Unsinn", brüllt Hermine aufgebracht. „Ich denke, ich werde selbst einen Brief an Mr Malfoy schreiben und ihn danach fragen. Ich möchte die Wahrheit wissen."

Und Lucius wird sich an seinem Feuerwhiskey verschlucken, wenn er deinen Brief bekommt.

„Zeig mir deinen", sagt sie, als ihre Magieaura langsam verschwindet.

Ich wende mich überrascht um und schüttele schnell den Kopf.

„Ach komm schon", zischt sie aufgebracht. „Ich weiß, dass du ein dunkler Magier bist. Ich weiß, dass sie dir Spaß macht. Und ich weiß, dass du sie jeden Tag übst. Also wovor hast du Angst? Ich möchte ihn nur mit meinem vergleichen."

Diese Version von Hermine gefällt mir. Ich richte den Stab auf mich selbst und konzentriere mich auf meine Magie. Ich spüre etwas Warmes um mich und ich schaue nach unten. Hermine starrt mich mit der Hand auf dem Mund an.

Meine Magieaura hat sich verändert. Sie ist nicht mehr durchsichtig. Sie ist dicht und sie schimmert; und in einem Moment glüht etwas an einer Stelle auf, um im nächsten Moment zu verschwinden. Ich kann meinen Kern nicht erkennen und ich bezweifele auch, dass Hermine ihn sehen kann, denn meine Magie scheint pechschwarz zu sein. Und nach all der dunklen Magie, die ich im Laufe der Monate benutzt habe, sollte es mich nicht überraschen. Aber die Frage, die ich mir stellen muss, ist – wohin ist die Hellmagie verschwunden? Denn in der Schule übe ich nur die Hellmagie.

„Dein Kern soll irgendwo hier sein", sagt sie, sich bückend. „Da! Lieber Merlin... Er ist... wunderschön... Er pulsiert, wie ein Herz! Ist das normal?"

„Keine Ahnung", antworte ich nervös.

„Harry", sagt sie vorsichtig. „Ist es normal, dass eine Magieaura auch Symbole enthält?"

„Was meinst du?", frage ich scharf, versuchend, meine Stimme so ruhig zu halten, wie möglich.

„Nun, über deinem Kopf gibt es auch ein paar Symbole", sagt Hermine mit einer Stimme, die mich wissen lässt, dass sie die Symbole auszumachen versucht. „Aber diese Sprache erkenne ich nicht. Wie seltsam. Hatte ich auch Symbole an meiner Aura?"

„Kann mich nicht daran erinnern", sage ich geistesabwesend.

Was soll das? Was für Symbole sind das? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine Symbole in einer Magieaura geben sollte, denn Tom hätte es mir gesagt. Als ich darüber nachdenke und mir wünsche, die Wirkung des Zaubers könnte schneller nachlassen, sodass Hermine keine Chance hätte, die Bedeutung der Symbole zu entwirren, meldet sich eine Stimme in meinem Kopf, die ich gleich erkenne:

'Du weißt ja, was das bedeutet...'