Disclaimer: Ich bin eine Lehrerin, das heißt, ich verdiene nicht viel. Bitte nicht klagen!
Da meine zweite Beta die ganze Geschichte nochmal durchgekämmt hat, musste ich leider die Kapitel so hochladen, wie sie sind. Deswegen gibt es keine Bemerkungen oder Antworten zum Reviews mehr.
Es geht weiter mit Ewige Nacht 2. Hoffe, dass euch erster Teil gefallen hat.
Cassie
oooooooooooooooooo
Epilog/Hermines Sicht
„Liebe Mutter und lieber Vater,
Ich schreibe euch, um euch zu sagen, dass es mir gut geht. Zweifelsohne hat jemand aus der Schule mit euch gesprochen und euch gesagt, dass ich verschwunden bin.
Ich kann es euch nicht erklären... Vielleicht werdet ihr es eines Tages verstehen. Aber ich weiß, dass ihr mich liebt und dass ihr euch Sorgen um mich macht. Und ich weiß, dass ihr möchtet, dass ich glücklich bin. Ich bin glücklich. Ich bin bei Freunden, ich wohne bei ihnen und ich lerne eine Menge. Harry, mein bester Freund, kümmert sich um mich.
Ich weiß, dass ihr tausende von Fragen habt. Aber momentan ist das alles, was ich euch sagen kann.
Ich vermisse euch und ich hoffe, dass es euch gut geht. Wegen meiner eigenen Sicherheit kann ich euch nicht sagen, wo ich bin und ich bitte euch, niemandem von diesem Brief zu erzählen.
Eure Tochter,
Hermine."
So, fertig. Ich lege den Brief beiseite und seufze. Das ist das beste, was ich momentan tun kann. Ich habe ja so lange darauf gewartet...
Ich sollte Harry fragen, mir einen der Falken auszuleihen.
Ich nehme den Brief und gehe Harry suchen. Wo steckt er? Als ich mein Zimmer verlasse und mir überlege, wo ich zuerst mit meiner Suche anfangen soll, stolpere ich beinahe über Harrys Schlange, die anscheinend auf ihrem Weg nach draußen ist. Sie hebt den Kopf auf Augenhöhe und beschnüffelt mich.
„Amu", sage ich zu der Schlange. „Kannst du mir bitte sagen, wo Harry ist?"
Die Schlange deutet mit dem Schwanz in Richtung Treppen und nickt mir zu. Unheimlich... Obwohl ich ihre Sprache nicht spreche, versteht sie mich doch. Anmutig wendet sie sich um und schlängelt weiter.
Ich klopfe an der Tür des Zimmers, aus dessen Tiefen ich Harrys Stimme hören kann und warte. Ich werde nie vergessen, wie Harry Daphne Greengrass verflucht hat, weil sie es gewagt hat, in sein Zimmer reinzuplatzen und seinen Namen laut zu rufen, während er seine Meditationsübungen gemacht hat. Das arme Mädchen hat danach zwei Wochen im Bett verbracht und Narzissa hat sich um sie gekümmert.
Harry sitzt hinter seinem Schreibtisch, von Büchern umgeben, und Antonin Dolohov steht vor dem Tisch mit einer Pergamentrolle in Hand.
„Das erledige ich morgen", sagt Harry gerade. „Ich werde euch rufen, denn ich möchte, dass wir zusammen gehen."
„In Ordnung", sagt Dolohov. „Und was soll ich mit dieser Liste tun?"
Er wedelt mit der Pergamentrolle.
"Leg sie auf den kleinen Tisch", sagt Harry, der in meine Richtung schaut. „Du darfst gehen."
Dolohov verbeugt sich und verlässt den Raum.
„Hermine", sagt Harry, der sich zurück lehnt und mich abschätzend mustert. „Sag bitte den anderen, dass ich heute komme, um das Training zu überwachen."
Ich lächele. Das hat er seit langem nicht getan. Und ich freue mich darauf, ich habe schon eine Liste Fragen für ihn. Sachen, die mich verwirren und die ich nicht verstehe...
„Das werde ich", sage ich. Sein Blick landet auf dem Brief in meiner Hand und er wirft mir einen fragenden Blick zu. „Ich wollte endlich einen Brief an meine Eltern schicken."
„Gib ihn her", befiehlt er mir, seine Hand ausstreckend.
„Aber...", fange ich unsicher an.
„Ich muss ihn durchlesen, um sicher zu sein, dass du nichts... Unpassendes in deinem Brief geschrieben hast", sagt er ungeduldig. Ich reiche ihm seufzend den Brief. Vielleicht hat er Recht... „Ich werde ihn noch mit ein paar Zaubern absichern und danach abschicken."
Er nimmt die Feder in die Hand und macht Anstalten, sich wieder seiner Arbeit zu widmen.
Ich mustere ihn traurig. Ich habe eigentlich gehofft, wir könnten zusammen spazieren gehen oder sonst was, aber anscheinend hat er wieder zu tun. Schon wieder. Er ist schlimmer als der dunkle Lord.
„Vielleicht nach dem Training", fügt er hinzu, meine Gedanken beantwortend. Ich nicke nur und wende mich zum Gehen.
Ich mache mich seufzend auf den Weg in mein Zimmer... Ich habe wirklich keine Lust auf Gesellschaft und ich kann Stimmen aus dem Salon hören. Blaise und Theodore... Anscheinend trinken sie Kaffee zusammen und lachen, als sie die Artikel im Propheten lesen. Aber ich möchte lesen, ich sollte eigentlich dieses Buch, das Harry mir empfohlen hat, schon heute durchlesen, sodass ich darüber mit ihm reden kann.
Als ich die Tür öffne, wird mir sofort klar, dass die Elfen hier waren, um aufzuräumen. Sie haben gemerkt, wann ich wo bin und so kommen sie mein Zimmer aufräumen, wenn ich nicht da bin. Und da das Schloss, wo wir uns nach Monaten und Monaten von Umzügen endlich niedergelassen haben, eine riesige und wunderschöne Bibliothek hat, verbringe ich die Mehrheit der Zeit dort.
Ein seltsames Geräusch reißt mich aus meinen betrübten Gedanken und ich zücke meinen Stab, mich umschauend. Was ist das? Es ist nicht möglich, dass jemand in mein Zimmer eingedrungen ist, oder? Nein... Es... es hört sich wie ein Tier an... Aber hier gibt es keine Tiere außer Schlangen... Und Harrys Ratte...
Ich schnappe nach Luft, als ich eine Pappschachtel erblicke, an der ein Zettel befestigt ist. Ein Geschenk? Für mich?
Ich lasse mich bei der Pappschachtel nieder und beginne, breit grinsend, zu lesen.
„Das Beste zum Geburtstag, mit einer großen Verspätung. Ich hoffe, dass dir das Geschenk gefällt und dass es sich als gute Gesellschaft für dich erweist. Harry."
Ich öffne die Pappschachtel und erblicke eine kleine, zu Tode erschrockene Katze, die mich mit weit aufgerissenen Augen angafft. Zwar hatte ich nie Haustiere, weil meine Eltern keines im Haus haben wollten und ich auch nie eines gewollt habe, aber beim Anblick dieser hilflosen und erschrockenen Katze spüre ich gleich Freude und eine seltsame Verbindung mit ihr. Einmal war auch ich so hilflos und erschrocken...
„Hallo, du", sage ich, die Katze in die Arme nehmend. Sie zittert am ganzen Leib und schaut sich panisch um, als ich sie umarme. „Oh hab keine Angst, Kleine. Ich werde mich um dich kümmern."
Ich grinse breit, als ich der Katze zärtlich über den Kopf streichele. Allmählich entspannt sie sich und beginnt zu schnurren.
„Du bist das beste Geburtstatgeschenk, das ich je bekommen habe", flüstere ich zu der Katze. „Komm, gehen wir lesen. Wir müssen dir einen Namen geben..."
