8. Was zu tun ist

Es war ein schöner, sonniger Morgen, die Angestellten gingen ihren Pflichten nach und diese komischen Vögel schrien dieses ´Böses Omen` in die Welt hinaus.

Yuri saß in seinem Arbeitszimmer vor einem Berg aus Papier, der auf seinem Schreibtisch stand. Obwohl er nicht mal einen Tag lang weg war, hatte sich die Arbeit schon wieder angesammelt, denn auch Gwendal, der sonst immer bei Abwesenheit des Königs die Arbeit übernahm, war nicht da gewesen, um die anfallenden Angelegenheiten zu bearbeiten.

"Heika, solange wir hier auf Gwendal und Yosak warten, könntet ihr eure Langeweile doch mit diesem Stapel Arbeit vertreiben.", sagte Gunther mit einem strahlenden Gesicht. Er war offensichtlich froh Yuri wiederzusehen.

'Als ob Arbeit Spaß machen würde.' dachte sich Yuri.

"Yuri, du solltest dir langsam mal angewöhnen härter zu arbeiten, sonst schaffst du nicht einmal den Schulabschluss.", meinte Shori ernstgemeint.

Yuri seufzte einmal tief und sah dann wieder den Papierkram vor sich stehen.

"Was macht Gwendal eigentlich?", wollte Yuri wissen.

"Er erklärt Yosak die Lage, in der wir uns gerade befinden, da er erst heute morgen hier im Schloss Ketsumei angekommen ist.", antwortete ihm Conrad, wie immer mit seiner sanften Stimme.

"Keine Sorge Shibuya, sobald sie hier sind können wir aufbrechen.", meinte Murata.


Nach einiger Zeit öffnete sich die Tür und Gwendal kam zusammen mit Yosak in das Zimmer.

"Yo, Heika, Geika, lange nicht mehr gesehen.", begrüßte sie Yosak, danach wandte er sich zu Yuri und meinte: "Ich wusste ja gar nicht, dass ihr auch eine jüngere Schwester habt, Bocchan."

"Das wusste niemand von uns, bis wir sie getroffen haben, Yosak.", erzählte Conrad seinem alten Freund.

"Ist das so...", meinte er nur und schwieg.

"Jetzt zu etwas wichtigerem. Was machen wir mit ihr, wenn wir sie gefunden haben? Wir können sie ja schlecht so weiterleben lassen, als wäre sie nicht in Gefahr.", erklärte Murata mit ernster Stimme.

"Ich verstehe immer noch nicht, warum der Windgeist sie nicht einfach wieder zurück bringt.", sagte Gunther etwas irritiert.

"Es ist ganz einfach. Der beste Weg für diesen Windgeist, um Kaori zu beschützen, ist nun mal, wenn sie an diesem Ort mit ihr bleibt. Normalerweise, kann, außer Shibuya, seinem Bruder und dem dortigen Maou, niemand Maryoku einsetzten, deshalb ist extra für diesen Windgeist eine Barriere oder auch Bannkreis errichtet worden, der ihn beim nutzen von Maryoku unterstützt. Verlassen sie diesen, sinkt die Effektivität und lässt somit die Möglichkeit auf eine Entführung gegnerischerseits ansteigen. Deshalb müssen wir sie suchen.", erklärte Murata noch einmal alles.

"Das Problem ist, was machen wir mit ihr, wenn wir sie gefunden und nach Hause zurückgebracht haben?", fragte Wolfram.

"Es gibt zwei Möglichkeiten, die erste: Wir beobachten sie sobald sie das Haus verlässt und greifen ein, wenn uns etwas Merkwürdiges auffällt. Natürlich muss auch jemand auf sie aufpassen, wenn sie zu Hause ist. Die zweite Möglichkeit wäre, wir bringen sie, nachdem wir sie gefunden haben, sofort hierher, damit sie außer Reichweite für diese Personen ist.", sagte Murata.

Sie besprachen sich noch eine Weile und kamen dann zu einem Entschluss.

"Das heißt also, wenn wir sie gefunden haben, werden wir sie erst beobachten, damit unter ihren Freunden kein Verdacht aufkommt. Falls die Situation jedoch eskalieren sollte, werden wir sie sofort hierher, ins Neue Dämonenkönigreich bringen.", resümierte Gunther.


Jetzt war es schon Mittag und sie machten sich endlich auf den Weg zur Erde. Um kein Aufsehen zu erregen, konnten sie nicht in das königliche Bad gehen, sondern mussten eine Alternative finden. Zum Glück kannte sich Yosak gut mit der Umgebung aus, da er oft als Spion unterwegs war. Er brachte sie zum nächstgelegenen See, um von dort aus zur Erde zu gelangen.

"So, da wären wir. Das ist der am naheliegenste See, den ich kenne.", sagte Yosak mit in die Hüfte gestemmte Hände.

"Gut, dann brechen wir mal auf.", meinte Yuri.

Sie sprangen gleichzeitig in den See und wurden von einem Schwarzen Loch erfasst. Für Yosak, der das erste Mal so was durchlebte, war es ein lustiger kleiner Trip.


Als sie wieder auftauchten, fanden sie sich im See, der im Park liegt, wieder.

"Wir sind da. Huch, es dämmert ja schon.", meinte Yuri.

"Dann wird es aber Zeit nach Hause zu gehen, was meinst du Shibuya.", wollte er von seinem Freund wissen.

"Ja, dann fangen wir eben morgen nach der Schule mit der Suche an.", sagte Yuri entschlossen.

"Yosak, ich hoffe es macht ihnen nichts aus bei mir zu übernachten. Bei Shibuya würde es nämlich ziemlich eng werden.", sagte Murata belustigend.

"Keineswegs Geika. Wir sehen uns dann morgen Heika, Taichou." Mit diesen Worten winkte er ab und folgte Murata.

"Wir sollten auch gehen, Yu-chan.", erklang die Stimme von Shori neben ihm.

Sie gingen nach Hause, jedoch kamen sie dort erst eine halbe Stunde später an, denn jedes Mädchen, dem sie begegnet sind, wollte unbedingt mit mindestens einem der drei Brüder reden.

'Es muss schön sein so gut bei Mädchen anzukommen.' dachte sich Shori. Yuri hatte sich schon daran gewöhnt.