9. Der Plan

"Du darfst uns nicht enttäuschen, Kaze."

"Das werde ich nicht, das verspreche ich euch.", sagte Kaze im Traum, bevor er seine Augen aufschlug und in das Gesicht von Kaori sah, das sich direkt über ihm befand.

"Was versprichst du?", fragt Kaori mit ihrer süßen Stimme. Er erschrak und richtete sich hastig auf. Als er sich umsah, bemerkte er, dass die Sonne gerade aufging.

"Die Sonne, wann ist sie untergegangen?", fragte er sich verwundert.

"Als du dich auf meinem Schoß ausgeruht hast. Du musst ja wirklich erschöpft gewesen sein, wenn du so lange hast schlafen können.", antwortete sie ihm. Er war überrascht, denn er hatte nicht mit einer Antwort gerechnet. Auch wurde er ein bisschen rot, als er über ihre Worte nachdachte.

"Was ist los?", fragte sie, als sie sein verlegenes Gesicht sah.

"G... gar nichts.", sagte er mit leiser Stimme. Sie war zwar nicht überzeugt davon, doch ließ sie es darauf beruhen. Sie stand auf und ging zu einem Fenster, durch das gerade die ersten Sonnenstrahlen fielen.

"Sag mal Kaze, warum bist DU hierher gekommen? Es hätte doch auch jemand anderer sein können, jemand, der sich besser mit dieser Welt auskennt.", wollte sie von ihm wissen.

Er sah sie komisch an, doch sie sah mit ihren reinen, unschuldigen Augen zurück, sodass er nicht anders konnte, als ihr seine Geschichte zu erzählen.

"Es ist so. Der Grund, warum ausgerechnet ich hierher geschickt wurde, um mit dir zu reden, ist der, dass ich in den Augen der anderen am geeignetsten dafür war. Ich weiß auch nicht so genau, was mich dafür so geeignet gemacht hat. Aber, wenn das was mein Lehrer mir gesagt hat stimmt, dann wurde mir diese Aufgabe schon übergeben, als ich noch nicht einmal geboren war.

Wenn ich aber an meine Vergangenheit zurückdenke, dann kann ich das nicht wirklich glauben." Dieser letzte Satz klang traurig, er hatte wohl keine schöne Vergangenheit.

"Naja, auf jeden Fall haben sie mich beauftragt und ich werde ihr Erwartungen nicht enttäuschen. Deshalb muss ich dich darum bitten dieses Haus nicht zu verlassen, sonst könnten diejenigen, die hinter dir her sind, dich leichter gefangen nehmen.", sagte er mit ernster Stimme. Kaori sah ihn an, während das Licht der aufgehenden Sonne von hinten auf sie schien. Sie legte ihren Kopf schräg und lächelte ihn an. Sie nickte.

"Na schön, aber was ist mit meinen Brüdern? Sie werden sicherlich nach mir suchen, außerdem werden sie sicher denken, dass du mir etwas schlimmes antun willst, da du mich ´entführt` hast." Sie blickt bestürzt auf den Boden. Kaze lächelte und meinte dann:

"Mach dir darüber keine Sorgen. Ich habe vom Wind erfahren, dass sie nach deiner ´Entführung` in die andere Welt gegangen, daher bin ich mir sicher, dass Shinou-heika ihnen alles erklärt hat."

"Shinou-heika?", sagte sie in einem fragendem Ton.

"Ja, er ist der erste Dämonenkönig geworden, nachdem er Soushu besiegt und das Neue Dämonenkönigreich aufgebaut hat. Er ist es auch derjenige, der deinen Bruder ausgewählt hat Dämonenkönig zu werden.", erklärte er, als er sah, dass sie mit diesem Namen nichts anfangen kann. Jetzt wusste sie, wen er meinte. Trotzdem, sie hatte das Gefühl ihm schon einmal begegnet zu sein.

'Das ist unmöglich, immerhin bin ich noch nie im Neuen Dämonenkönigreich gewesen.' dachte sie und legte ihr Stirn in Falten. Kaze sah das und fragte sie:

"Über was denkst du nach?" Sie hob ihren Kopf und blickte ihn an. Um ihn nicht auch noch so zu verwirren, wie sie es war, sagte sie schnell:

"Ich habe mich nur gefragt, wann ich dann nach Hause gehen darf. Und zur Schule muss ich auch." Er sah sie an und sagte:

"Ich fürchte du musst darauf warten, dass dich seine Majestät der Dämonenkönig oder einer seiner Gefolgsmänner findet. Ich kann ihnen leider keine allzu deutlichen Zeichen geben, da auch Feinde dadurch heraus finden könnten, wo du dich befindest. Uns bleibt nichts anderes möglich, als zu warten. Außer dir fällt etwas ein, was deinen Brüder auf der Suche nach dir hilft. Es muss aber etwas sein, was für die Anderen belanglos wirkt."

Sie überlegte kurz, da fiel ihr etwas ein.

"Könnten wir denn dafür sorgen, dass sie mich hören?", wollte sie von Kaze wissen.

"Das könnten wir schon, aber die Feinde werden dich auch hören.", sagte er skeptisch. Sie schüttelte den Kopf.

"Ich meine doch nicht so, dass ich nach ihnen rufe, sondern mittels eines Liedes, das nur meine engsten Freunde kennen.", erklärte sie ihm. Dieser Plan war gut genug, um ihm eine Chance zu geben.