12. Allein gelassen

Lord Weller legte auf und stopfte das Handy, das ihm Miko mitgegeben hatte, in eine Tasche seiner Hose.

"Diese Dinger sind ganz praktisch, findest du nicht auch, Taichou?", meinte Yozak witzelnd.

Sie rannten beide einer Person hinterher, die Conrad vor dem Haus von Misuzu als die Person wiedererkannt hat, die Kaori entführt hatte.

"Ich verstehe aber immer noch nicht, warum er ausgerechnet dort aufgetaucht ist.", fragte sich Conrad.

"Das werden wir schon noch herausfinden. Ach ja, was ich noch wissen will..." Yozak drehte seinen Kopf, um nach hinten zu sehen.

"Warum folgst du uns eigentlich, Kleine?", wollte Yozak von Misuzu wissen.

Diese sah den Halb-Mazoku, was sie allerdings nicht weiß, an und meinte dann:

"Der Typ da vorne weiß vielleicht wo Kaori ist und wenn das so ist, dann will ich mit. Immerhin ist Kaori meine beste Freundin."

Die beiden Männer vor ihr waren zwar alles andere als einverstanden damit, jedoch hatten sie keine Zeit, um sie umzustimmen.

"Aber wenn es gefährlich wird, musst du wegrennen.", sagte Conrad mit einer belehrenden Stimme.


~ Währendessen ~


"Beeil dich mal ein bisschen Murata.", meckerte Yuri seinen Freund an, der kurz davor stand vor Erschöpfung zusammenzubrechen.

"Jetzt warte doch mal Shibuya...", fing er an, kam aber nicht weiter, da Yuri schon um die nächste Ecke gebogen war.

"Also wirklich, wenn jemand mit dir redet, dann solltest du auch gefälligst zuhören.", maulte Murata vor sich hin.

"Hey Yuri, weißt du überhaupt wohin wir müssen?", wollte Wolfram von seinem Verlobten wissen.

"Natürlich. Conrad und Yozak waren auf dem Weg, um Kaoris Freundin nach Hause zu bringen. Mit anderen Worten: wenn wir zu ihrem Haus gehen, werden wir unterwegs schon auf die zwei treffen.", antwortete Yuri vor Überzeugung platzend.

In diesem Augenblick sahen alle vier (Shori ist auch dabei) Conrad, Yozak und Misuzu die Straße vor ihnen entlang laufen.

"Da sind sie ja.", freute sich Yuri darüber, dass er richtig gelegen hatte.

"CONRAD! YOZAK!", schrie Yuri ihnen entgegen.

Die Zwei genannten Personen sahen sich in die Richtung um und erblickten seine Majestät und die anderen. Die Dritte machte keine Anstalten anzuhalten. Sie verfolgte weiterhin die Person vor ihr.

"Heika. Wie habt ihr uns gefunden?", fragte Lord Weller seinen Namensempfänger.

"Intuition.", antwortete Yuri mit hervorstehender Brust.

"Du musst nicht so Stolz auf dich sein Yu-chan. Das war nur Glück und hat überhaupt nichts mit Intuition zu tun.", belehrte Shori seinen kleinen Bruder.

"Wen habt ihr denn bis gerade eben verfolgt?", wollte Wolfram von seinem älteren Bruder Conrad wissen.

Erst jetzt bemerkten sie, dass sie die Person aus den Augen verloren hatte und nicht nur das, nein.

"Sag mal Yozak, hast du eine Ahnung wo das Mädchen Misuzu ist?", fragte Conrad seinen alten Freund und Kampfgefährten. Dieser sah sich um und meinte schulterzuckend:

"Könnte sein, dass sie einfach weitergelaufen ist."


'Verdammt, warum konzentrieren sie sich nicht auf den Typen. Egal, dann verfolge ich ihn eben alleine.' Diese Gedanken gingen Misuzu durch den Kopf. Sie folgte noch immer der Person vor ihr und gelang so in einen Wald.

"Komisch, ich wusste gar nicht dass es hier einen solchen Wald gibt. Ich dachte immer die einzige größere Baumgruppe findet man im Park."

Sie sah sich um und bemerkte ein kleines Häuschen, das im Wald versteckt liegt.

"So wie es aussieht, habe ich die Mazoku aus der anderen Welt unterwegs verloren.", seufzte der Mann, den sie die ganze Zeit verfolgt hatte.

"Zu dumm. Wo ich mir doch extra die Mühe gegeben habe die Gestalt dieses Windgeistes anzunehmen."

Erst jetzt bemerkte er, dass er nicht alleine war. Er drehte sich zu Misuzu um.

"Sieh an. Wen haben wir den da? Ein kleines Mädchen. Zu dumm, dass du nicht in der Lage bist das Mädchen, hinter dem ich schon so lange her bin, aus diesem verdammten Bannkreis zu holen.", meinte er in einem bedrohenden Ton.

'Und was machst du jetzt, Misuzu? Wärst du doch auch nur stehen geblieben.'