14. Aufbruch ins Ungewisse
Der nächste Tag war angebrochen und obwohl alle noch recht müde von der Rettungsaktion am vorigen Tag waren, zwangen sie sich aus ihren gemütlichen Betten, um sich zu besprechen, was jetzt noch kommen würde.
Yuri schlug die Augen auf, um festzustellen, dass er auf dem Boden lag und in seinem Bett sich ein verzogener kleiner Prinz breitmachte. Er stand auf und sah besagte Person mit genervtem Blick an.
"Warum um alles in der Welt muss ich sogar in meiner eigenen Welt mit dir in einem Bett schlafen?", fragte er den Empfänger seiner Blicke. Eigentlich wollte er schreien, aber er fand es rücksichtslos von ihm am frühen morgen schon für Lärm zu Sorgen. Typisch Yuri. Die Person, uns allen bekannt als Wolfram von Bielefeld, wendete sich im Schlaf so, das sein Gesicht jetzt in die Richtung seines Verlobten zeigte, bevor er seine emerald-grünen Augen aufschlug und in das Gesichts seines Königs sah.
"Guten Morgen, Weichei.", sagte er mit verschlafener Stimme.
"Nenn mich nicht immer Weichei, außerdem warum liegst du überhaupt in meinem Bett?", fragte Yuri in einem etwas lauterem Ton.
Jetzt war Wolfram eingeschnappt und antwortete in seiner gewohnten verzogenen Stimme der Frage seines Gegenübers:
"Was denkst du denn, ich bin immer noch dein Verlobter. Da ist es doch natürlich, dass wir in ein und demselben Bett schlafen können."
"So meinte ich das nicht. Ich habe mich schon längst daran gewöhnt, aber wenn wir hier bei mir zu Hause sind, musst du woanders schlafen. Wenn nicht falle ich dank deines unruhigen Schlafes jeden Abend aus dem Bett.", sagte Yuri in der Hoffnung, dass Wolfram die Logik, die dahinter steht auch verstehen würde.
Der kleine Streit der zwei ging noch ein wenig so weiter, bis es an der Zimmertür klopfte. Beide wandten sich der Tür zu, um zu sehen wer so früh schon etwas von ihnen wollte. Die Tür ging jedoch nicht auf. Sie hörten nur eine Stimme, die von der anderen Seite kam.
"Nii-san? Okaa-san hat mich gebeten euch zum Frühstück zu holen."
Yuri lächelte und antwortete:
"Danke Kaori, wir sind dann gleich unten."
Als endlich Yuri und Wolfram unten ankamen, saßen alle schon am Tisch und aßen bereits ihr Frühstück. Die zwei nahmen ihren Platz ein und wünschten erst einmal allen einen guten morgen.
"Guten Morgen, ..." "...Yu-chan." "...Heika." "...Bocchan.", erklang es mehrstimmig als Antwort.
"Und mich habt ihr wohl vergessen, was?", fragte Wolfram alle Anwesenden scharf.
"Natürlich haben wir das nicht Wolf-chan.", war die Antwort von Miko Shibuya.
Als auch er anfing sein Frühstück zu verzehren, fiel ihm auf, dass Kaori, die ihnen einigen Ärger bereitet hat, nicht mehr da war. Neugierig fragte er in die Runde:
"Wo ist eigentlich Kaori? Ich kann sie nicht sehen."
"Kao-chan hat diese Woche Putzdienst in der Schule, deshalb muss sie früher zur Schule.", antwortete ihm Miko mit einem breiten Lächeln im Gesicht.
"Ja, anders als Yuri nimmt Kaori ihr schulische Bildung sehr ernst.", kommentierte Shori die Antwort seiner Mutter.
"Shori!", sagte Yuri scharf zu seinem älteren Bruder.
Yuri hustete gespielt, um sich ein wenig zu sammeln.
"Auf jeden Fall werden wir heute noch mit ihr über alles reden müssen. Aber das muss noch bis nach der Schule warten."
Damit war er fertig und aß in Ruhe sein Frühstück zu ende. Danach machte auch er sich auf den Weg zur Schule.
Die Mädchen schauten alle auf das etwas ungewöhnliche Grüppchen, dass auf dem Weg zur Schule war. Ein etwas genervter Yuri lief diesem Grüppchen voran.
"Also, wisst ihr, ihr hättet auch zu Hause bleiben können. Ihr wisst doch, diese Welt ist sicherer als Shin Makoku. Hier läuft keiner mit Schwertern in der Öffentlichkeit herum und das wohl wichtigste von allen, hier bin ich nur ein normaler Oberschüler, mit anderen Worten hier will mir keiner ans Leder.", sagte er zu seinen Begleitern.
'In Shin Makoku hat sich dies auch stark verringert, aber egal.' fügte er gedanklich hinzu.
"Das wissen wir Heika, trotzdem ich würde zu gerne einmal eure Schule sehen. Und Wolfram lässt euch sowieso nicht aus den Augen, nicht war?", der große braunhaarige Mann, den ich immer mit einem Lächeln sah, blickte zu seinem jüngeren Bruder Wolfram.
"Natürlich lasse ich Yuri nicht aus den Augen, wer weiß was dieses leichtes Bürschchen sonst noch anstellen würde.", sagte er mit einer Selbstverständlichkeit, von der Yuri wusste, das es sinnlos war sie anzufechten.
"Na schön, aber wenn ich in der Schule bin, geht ihr wieder nach Hause, habt ihr verstanden? Ich komme dann später mit Kaori und Murata.", sagte Yuri resignierend.
"Ja, Heika.", antwortete ihm Conrad.
"Conrad, wie oft muss ich dir noch sagen, du hast mir meinen Namen gegeben, Nazukeoya.", entgegnete Yuri seinem Namensgeber.
"Entschuldige, Yuri.", sagte dieser.
Inzwischen hatten sie Yuris Schule erreicht. Er verabschiedete sich noch kurz von seinen Freunden und ging dann ins Schulgebäude. _
Der Tag ging wie jeder andere zu ende, naja fast. Die Mädchen, die Yuri am Morgen mit seinen zwei attraktiven Begleitern gesehen haben, löcherten ihn den ganzen Tag mit Fragen.
"Man bin ich froh, dass ich das hinter mir habe." Erleichtert äußerte er sich darüber.
"Hahaha, das muss ja toll gewesen sein Shibuya. Aber du müsstest doch inzwischen mit solchen Situationen vertraut sein. Immerhin bist du in Shin Makoku doch der Schönling.", meinte Murata witzelnd.
"Hahaha, sehr witzig Murata. Könntest du solche Kommentare bitte unterlassen, wenn Kaori anwesend ist?", fragte Yuri seinen Freund flehend.
"Mach dir keine Sorgen um mich Nii-san. Ich verstehe das schon.", sagte Kaori, bevor sie anfing zu kichern.
'Nicht du auch noch. Bitte werde nicht zu so jemandem wie Murata.' flehte er sie in Gedanken an.
Sie erreichten das Haus der Shibuyas. Dort warteten schon ungeduldig die Mazoku. Obwohl, ungeduldig war nur einer von ihnen, Wolfram.
"Was hat das denn solange gedauert, Yuri?", wollte er von seinem Verlobten wissen.
"Wolfram, die Schule geht nun einmal so lange und es war nicht meine Schuld, Kaori musste noch etwas in ihrer Schule erledigen, deshalb durften wir noch auf sie warten.", versuchte Yuri dem aufgebrachten Wolfram zu erklären. Dieser starrte ihn nur an, danach fiel sein Blick auf Kaori. Diese nickte nur stumm. Er lies von ihm ab. Yuri atmete auf.
"Wir haben schon auf dich euch drei gewartet.", sagte Yozak munter wie immer.
"Dann wollen wir mal.", sagte Yuri wieder voll motiviert.
"Du hast Recht Shibuya, lasst uns sofort aufbrechen.", meinte Murata.
"Eigentlich wollte ich Kaori erst einmal alles erklären, bevor wir zurück nach Shin Makoku gehen.", sagte Yuri zu seinem Freund. Dieser grinste nur, während die Gläser seiner Brille das Licht spiegelten und so einen Blick auf seine Augen verhinderte.
"Ich glaube was Ken-san damit sagen will ist, dass ich eine bessere Erklärung in Shin Makoku bekommen werde.", sagte Kaori mit einem breiten Lächeln.
"Sie hat Recht Shibuya, das was wir zur Zeit wissen, ist höchst wahrscheinlich nicht alles was Ulrike und Shinou wissen, deshalb...", von seinem ernsten ich wechselte Murata in sein ich, das Yuri als den wahren Murata bezeichnete. "... deshalb sollten wir zurück, damit wir auch den Rest erfahren."
-Ende der Diskussion-
"Und wieder benutzen wir unser altes Planschbecken als Weg.", sagte Yuri etwas gelangweilt, da er schon langsam all den Trubel für normal empfand.
"Also dann. Seid ihr alle bereit?", fragte er in die Runde. Alle anwesenden nickten und schon ging es los. Sie stellten sich in das Wasser und um sie herum fing das Wasser an Kreise zu ziehen. Nach und nach entstand ein Strudel, der alle nach unten zog, um sie dann in Shin Makoku wieder rauszulassen.
