16. Ankunft in Shin Makoku
Als Kaori ihre Augen wieder öffnete, die sie geschlossen hatte, als das Wasser angefangen hatte sie zu absorbieren, tat sich vor ihr ein Bild auf, dass das aus einem ihrer Märchenbücher glich.
"Woah...", staunte sie, als sie das alte und doch schöne Gemäuer des Tempels sah.
"Nicht war? So ging es mir beim ersten Mal auch.", sagte Yuri zu seiner kleine Schwester.
Diese blickte ihn lächelnd an.
"Willkommen zurück, Yuri-heika.", sagte ein Mann mit silbernem Haar und violetten Augen.
"Ich bin wieder da, Gunther.", entgegnete Yuri besagtem Mann.
Kaori, die diesem Mann noch nicht begegnet war, machte ein fragendes Gesicht. Murata, der neben ihr aufgetaucht war, bemerkte ihren Blick.
"Das ist Lord Gunther von Kleist. Einer der königlichen Berater.", erklärte er ihr, in japanisch.
"Ach so, aber...", sie machte eine kleine Pause, um ihren Gegenüber genau unter die Lupe zu nehmen. "Irgendwie kommt er mir bekannt vor."
Murata fing an zu kichern. "Ja, dass kann gut sein. Als sie das erste Mal unsere Welt besucht haben, hat Gunther einen Job als Model gefunden."
'Gunther...Model...Ah! Das ist also der Gunther, von dem meine Klassenkameradinnen alle geschwärmt haben.' stellte sie in Gedanken fest.
"Was redet ihr denn da?", wollte Yuri wissen, der inzwischen aus dem Brunnen gestiegen ist.
"Ach nichts wichtiges.", antwortete ihm Murata.
Als auch alle anderen aus dem Wasser kamen und sich abtrockneten, bemerkte Kaori, dass sie beobachtet wurde. Sie drehte sich um, doch sie konnte niemanden sehen.
"Was ist los Kaori?", fragte Yuri.
"Nichts, Yunii-san. Wahrscheinlich nur meine Einbildung.", entgegnete sie ihm.
"Kaorijou-sama, hier.", sagte Conrad plötzlich und hielt ihr eine Art Ohrenstöpsel hin.
"Damit ihr unsere Sprache versteht.", erklärte er mit seinem gewohnten Lächeln.
Kaori nahm den Stöpsel und steckte ihn in ihr Ohr. Plötzlich vernahm sie Geräusche, die ihr vorher nicht aufgefallen waren.
"Erstaunlich.", murmelte sie vor sich hin.
Jetzt kam auch der in eine weiße Mönchsrobe gekleidete Mann auf sie zu.
"Verzeiht, dass ich mich bis jetzt nicht vorgestellt habe. Mein Name ist...", doch weiter kam er nicht, denn er wurde von Kaori unterbrochen.
"Gunther, das Supermodel,...", sagte sie. Er starrte sie an, bevor sie noch hinzufügte, "...auf der Erde.", sie lächelte ihn an.
Bei diesem lieblichen Anblick wurde Gunther rot und beinahe hätte seine Nase angefangen zu bluten.
"Ich bin froh, dass ihr Heil zurückgekehrt seid, Heika, Geika. Und natürlich auch ihr Lady Kaori.", ertönte eine kindliche Stimme.
Alle drehten sich nach dieser Stimme um. Ein Mädchen mit silbernem Haar, violetten Augen und gekleidet wie eine Miko stand in Begleitung von zwei weiblichen Wachen vor ihnen.
"Ulrike, schön zu sehen, dass es dir gut geht.", sagte Yuri wie immer mit einem breiten Lächeln, was Wolfram dazu veranlasste ihn als Frauenheld zu bezeichnen.
"Lady Kaori...", sagte Ulrike, während sie auf die angesprochene Person zuging.
"Ja?", entgegnete sie ihr freundlich.
"Ich bin Ulrike, die Hohepriesterin des Tempels des Urkönigs. Es freut mich euch kennen zu lernen.", stellte sie sich vor.
"Die Freude ist ganz meinerseits, ich bin Kaori Shibuya, wobei...ihr das schon alle wisst.", sie lächelte.
"Lady Kaori...", fing Ulrike an. "Kaori reicht, lass das Lady doch bitte weg.", unterbrach sie Ulrike. 'Ich fühle mich so unwohl, wenn ihr Lady zu mir sagt.'
Ulrike stoppte kurz, lächelte dann und fuhr fort.
"Kaori, der Urkönig, Shinou-heika möchte mit dir sprechen."
"Gut, wir kommen mit.", sagte Yuri entschlossen.
"Allein.", fügte Ulrike hinzu.
Gunthers POV
'Ich kann nicht fassen, dass ich so auf Heikas kleine Schwester reagiere. Sie sind verwandt, aber... Unverzeihlich, unverzeihlich. Was habe ich nur getan. Heika vergebt eurem untreuen Gunther.' dachte ich, nachdem die Schwester meines geliebten Königs in den Saal zu Shinou-heika gebracht wurde.
Yuris POV
'Komisch, warum will Shinou alleine mit Kaori sprechen. Wir wollen doch auch wissen, was los ist. Also wirklich. Murata hat vor 4000 Jahren mit der Erziehung von Shinou versagt.' dachte ich mir, während ich das geschlossene Tor vor mir anstarrte.
