23. Und es gerät ins Rollen

Kaori hatte ein schlechtes Gefühl. Beim Abendessen hatte sie die ganze Zeit den Blick eines Soldaten auf ihr gespürt. Aus den Augenwinkeln heraus hatte sie ihn immer wieder beobachtet, konnte aber nichts verdächtiges feststellen.

'Vielleicht bin ich auch nur paranoid wegen den ganzen Entführungen in letzter Zeit.' dachte sie sich. Dennoch war sie nicht so dumm ihr Gefühl zu ignorieren. Aus diesem Grund war sie noch wach und überlegte was sie so beunruhigte.

Erschöpft ließ sie sich auf das Bett in ihrem Zimmer fallen. Ihr Kopf landete bequem im Kissen und erstickte einen tiefen Seufzer.

„Naja, selbst wenn ich meinem Bauchgefühl nachgehe, kann ich letzten Endes doch nichts ausrichten. Schließlich sind es Yuris Wachen und nicht irgendwelche Idioten, die denken sie könnten auf einem herumhacken." murmelte sie ins Kissen.

Sie wandte ihr Gesicht zur Seite, sodass sie wieder richtig atmen konnte.

Jetzt hatte sie ein anderer Gedanke gefangen genommen. Sie musste an Sara denken und an die Zeit, die sie zusammen mit ihm verbracht hatte. Zuerst dir kurze Begegnung, bei der sie ihn angerempelt hatte, dann das Wiedersehen am Hafen, wo sie sich ein wenig unterhalten hatten, ohne wirklich irgendwas voneinander preiszugeben und nun den Nachmittag und den Abend, in dem sie noch mehr geredet hatten. Vor allem darüber wie sich Yuri und Sara kennengelernt hatten.

Als Kaori an diese Geschichte zurückdachte, musste sich Lachen. Natürlich hatte sie die Kinderfotos ihres Bruders mehr als nur einmal gesehen, doch dass er auch jetzt im Alter von fast 17 Jahren nochmal ein Kleid tragen würde, hätte sie nie gedacht.

Ihre Augen wurden immer schwerer, bevor sie sich ganz schlossen und sie einschlief.


Utagai lief lautlos durch die Gänge von Schloss Ketsumei. Trotz seiner Verkleidung als Wache des Schlosses vermied er es von anderen gesehen zu werden. Je weniger Augenzeugen, desto besser. Auf diese Weise näherte er sich dem Zimmer seines Ziels. Er wollte gerade abbiegen, als er überrascht zurück in die Schatten des Ganges sprang, um nur knapp den Blicken zweier Personen zu entgehen.

Er spähte um die Ecke und erkannte die Personen als den König von Shou Shimaron und seinen loyalen Beschützer.

'Was machen die Zwei hier in diesem Teil des Schlosses?' fragte er sich in Gedanken, während sich seine Augen zu Schlitzen verengten und er die zwei Störenfriede mit Adleraugen musterte.


„Heika, ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist ohne Ankündigung Lady Kaori besuchen zu wollen." meinte Berias zu seinem König, der aufrecht und ohne den leisesten Anflug von Nervosität zu zeigen vor ihm stand.

„Ist schon gut, Berias. Ich wollte mich nur kurz mit ihr unterhalten, bevor ich mich ebenfalls in mein Gemach zurückziehe." gab Sara zurück, während er seinen Onkel und Beschützer mit zugewandtem Gesicht betrachtete.

Sara hob seine Hand, um an der Tür zu klopfen. Die dumpfen Schläge hallten im leeren Gang wieder, doch selbst nach einigem Warten kam keine Antwort von der anderen Seite. Sara starrte auf die Holztür, die ihm den Weg in Kaoris Zimmer verwehrte.

„Heika, es ist schon spät. Sie hat sich sicher schon schlafen gelegt." kam es von Saras rechten Seite. Ein Seufzer war die einzige Antwort, die Berias von seinem jungen König bekam, bevor sich dieser in Richtung seines Gästezimmers umwandte und sich von ihm entfernte.

Mit drei Schritten Abstand folgte Berias seinem König. Als er an der einem Gang vorbei lief, fiel ihm eine Bewegung am Rande seines Blickfeldes auf, sodass er stehen blieb und die besagte Richtung blickte. Außer der Dunkelheit der Schatten konnte er jedoch nichts sehen und so folgte er seinem Herrn weiter ohne sich noch einmal umzublicken. Jedoch machte sich Unbehagen in seinem Inneren breit und er konnte das Gefühle beobachtet zu werden nicht abschütteln.


Als König und Beschützer außer Blickweite waren, ließ sich Utagai von der Decke fallen, an der er sich geklammert hatte, um den Blicken des Leibwächters zu entkommen. Ein letzter Blick in die Richtung, die die die Zwei verschwunden sind verriet ihm, dass niemand mehr in der Nähe war und er ungestört seinen Befehl ausführen konnte.

Er näherte sich der Tür, die zu dem Zimmer seiner Zielperson führte und bewegte den Türgriff leise nach unten. Er war nicht sonderlich erstaunt darüber, dass die Türe nicht verschlossen war, schließlich war das hier Schloss Ketsumei und als solches sehr gut bewacht.

Jedoch nicht gut genug.

Leise öffnete er die Tür und glitt geräuschlos in das dunkle Zimmer. Er ließ die Tür leise ins Schloß fallen, bevor er sich umdrehte und das Mädchen, nach dem er suchte, schlafend auf dem Bett liegen sah.

Ein zufriedenes aber Angst einflößendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Normalerweise war er eher der stoische Typ, doch beim Anblick der Person, die zu ihrem Ziel führen könnte, konnte auch er seine Miene nicht unter Kontrolle halten.

Leise schliche er zum Bett und überprüfte, ob sie auch wirklich schlief und ob ihr Schlaf tief genug war, um sie zu Bewegen. Er stellte fest, dass dies der Fall war, dennoch griff er in seine Tasche und fischte ein Tuch und ein dubioses Fläschchen heraus. Er träufelte einige Tropfen der Flüssigkeit auf das Tuch und hielt es Kaori über Mund und Nase, sodass sie es einatmen musste. Dieses Mittel sollte dafür sorgen, dass sie nicht unerwarteter weise aufwachen und nach jemandem schreien konnte.

Nun da er sichergestellt hatte, dass Kaori auf jeden Fall weiterschlafen würde, hob er sie vom Bett und positionierte sie über seiner Schulter, sodass er, falls es nötig werden sollte, schnell fliehen konnte.

Um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden, drehte er sich um und stand gerade vor der Tür, seine Hand nach dem Griff ausgestreckt, als er im Gang draußen Stimmen hörte, die eindeutig zu den engsten Vertrauten des Königs gehörten. In Gedanken fluchend wandte er sich zum Fenster, öffnete es leise und verschwand aus dem Zimmer.

Zu seinem Glück landete er leise hinter dem Gebüsch und war so vor den Blicken der patrouillierenden Wachen geschützt. Er hatte, in seiner kurzen Zeit als Wache, den Schichtplan auswendig lernen müssen und dieses Wissen nutzte er jetzt für seine Flucht.

In ungefähr drei Minuten würde die Wache ihre Schicht wechseln, was ihm die nötige Zeit gab aus dem Schlossgelände zu entkommen. Geduldig wartete er seine Chance ab und als er sah, wie die Wache sich umdrehte, um von einer anderen abgelöst zu werden, sprintete er los ohne das geringste Geräusch zu machen.

Niemand hatte bemerkt, wie er über die Schlossmauern verschwand und Kaori, die Schwester des Dämonenkönigs mitnahm.


Am nächsten Morgen herrschte helle Aufregung im Schloss. Die Dienstmädchen, die sich um Kaoris Wohlbefinden kümmerten, hatten ihr Zimmer leer vorgefunden, das Fenster sperrangelweit offen. Sofort waren sie zu ihrem König geeilt und hatten ihm die schreckliche Nachricht überbracht. Seitdem herrschte im Schloss Dauerbetrieb. Jeder Zentimeter von Ketsumei wurde durchforstet, um Hinweise auf das Verschwinden der Schwester ihres Königs zu finden, doch bis jetzt hatte niemand etwas gefunden.

Yuri ging rastlos in seinem Büro auf und ab und alle machten sich nicht nur große Sorgen um Kaori, sondern auch um Yuri, der kurz davor stand seine Nerven zu verlieren.

„Wie konnte das nur passieren?" fragte er niemand spezielles.

„Genau aus diesem Grund haben wir Kaori doch hierher gebracht, um zu verhindern, dass sie nochmal entführt wird... Und jetzt... aaaarrrggg..." Yuri griff sich in die Haare und war kurz davor sie auszureißen.

„Heika..." wollte Gunther beginnen, doch er wurde durch ein Klopfen unterbrochen.

Alle Anwesenden wandten ihren Blick auf die Tür, die sich, nachdem Yuri denjenigen gebeten hat einzutreten, der draußen stand, öffnete und die Sicht auf Sararegi und Berias freigab.

„Yuri, ich habe gehört was passiert ist. Kann ich irgendwie helfen?" fragte Sara seinen Freund.

Aus irgendeinem Grund war ihm nicht Wohl bei dem Gedanken, dass Kaori etwas schlimmes zustoßen konnte und er wollte bei der Suche nach ihr helfen.

„Danke, Sara, aber wir kriegen das schon hin. Du musst schließlich auch deinen Verpflichtungen nachgehen." meinte Yuri, ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht.

Sara wollte schon protestieren und ihm seine Hilfe aufzwingen, als Yuri ihm sagte, dass er, wenn er unbedingt helfen wolle, Ausschau nach Kaori und allen dubiosen Dingen halten solle. Obwohl Sara viel mehr machen wollte, um zu helfen, konnte er verstehen warum Yuri ihn nicht tiefer in seine und Shin Makokus Angelegenheiten hineinziehen wollte.

Denn obwohl Shin Makoku schon viele Menschenländer davon überzeugen konnte eine Allianz mit ihnen zu bilden, war Dai Shimaron immer noch so starrsinnig und predigte die Erlösung allen Unheils mit der Unterwerfung und Ausrottung der Mazoku. Als König von Shou Shimaron war er, obwohl sein Land eigenständig und im Grunde unabhängig von Dai Shimaron war, immer noch an das frühere Heimatland gebunden und konnte nicht offenkundig seine Sympathie für die Mazoku aussprechen. Sogar sein jetziger Besuch musste vor den Augen des Herrschers von Dai Shimaron getarnt werden.

Mit einem Seufzer akzeptierte er die Entscheidung seines Freundes und verabschiedete sich von diesem.

Er hasste es, wenn er etwas unterlassen musste, weil Dai Shimaron sonst seiner Loyalität, die noch nie existiert hatte, misstrauisch wurde. Ein Plan formte sich in seinem Kopf und, wenn es ihm gelang diesen umzusetzen, dann könnte nicht einmal Dai Shimaron etwas dagegen unternehmen. Zusätzlich würde er das bekommen was er wollte. Alles was jetzt noch zählte, war, dass er Kaori fand und sie dazu brachte bei diesem Plan mitzuspielen.


Langsam, fast schon schmerzhaft langsam öffnete Kaori ihre Augen. Ihr Kopf schmerzte, so als ob jemand mit einem Vorschlaghammer gegen ihren Schädel hämmern würde. Ihr Blick war noch verschwommen, doch jetzt schon konnte sie erkennen, dass sie nicht mehr in Schloss Ketsumei war. Sie bemerkte, dass sie weder Arme noch Beine bewegen konnte und schlussfolgerte mit dem weiteren Aspekt, dass sie in ihrer jetzigen Position Türen, Gänge, Fenster und desgleichen ausmachen konnte, dass sie aufrecht an etwas gefesselt war.

Als sich ihre Augen sich endlich fokussiert hatten, nahm sie drei Gestalten in grauen Kutten vor sich wahr. Zwei Gesichter kamen ihr bekannt vor: einer von ihnen war ihr schon auf der Erde begegnet, während der andere ohne Zweifel der Soldat beim Abendessen war.

„Willkommen, Lady Kaori. Ich muss Sie vielmals um Verzeihung bitten für unsere groben Maßnahmen, aber leider hatten wir keine andere Möglichkeit uns Eurer zu bemächtigen." sagte die dritte, unbekannte Gestalt in einer Stimme, die Kaori Gänsehaut bekommen ließ.

„Wer bist du?" fragte sie mit fester aber erschöpfter Stimme. Ihr Gegenüber schmunzelte, bevor in einer übertriebenen Art und Weise eine Verbeugung vollbrachte.

„Verzeiht meine Unhöflichkeit. Ich bin Kyofu, der Meister unserer bescheidenen Gruppe. Ich hoffe Ihr erinnert euch an Akuto? Und das hier ist Utagai, doch Ihr kennt ihn wohl vielmehr als einen Soldaten aus Shin Makoku." stellte er sich vor, wobei er sein selbstzufriedenes Grinsen deutlich zeigte.

„Was wollt ihr von mir?"

Kyofu richtete sich wieder auf und trat vor Kaori, sodass sie nur noch einige Zentimeter voneinander entfernt waren. Sein Grinsen war nun düsterer und ein kalter Schauer lief Kaori den Rücken herunter. Seine Augen starrten direkt in ihre und für einen Augenblick meinte Kaori einen leichten Anflug von Neid zu sehen.

„Ihr, Lady Kaori, werdet die Ehre haben als Gefäß für Soushu zu dienen. Euer immenses Reservoir an Maryoku mach Euch zur perfekten Kandidatin. Dass Ihr dann auch noch die Schwester des Dämonenkönigs seid, der einzigen Person, die unsere Pläne zunichte machen könnte, war, wie man so schön sagt, der krönende Abschluss." meinte Kyofu, bevor er Akuto und Utagai ein Zeichen gab.

Daraufhin traten auch sie näher. Utagai trug in seinen Händen einen Umhang, während Akuto eine silberne Schüssel mit einer schwarzen Flüssigkeit hielt.

Kyofu wandte sich um und sagte mit lauter, fester Stimme in den Raum:

„Jetzt ist es endlich soweit! Gleich werden wir, die wir hier versammelt sind, die Auferstehung unseres Gottes, Soushu miterleben dürfen."

Eine Freudenschrei ertönte von unten und nun merkte Kaori, dass sie sich auf einer erhöhten Plattform befand. Unterhalb dieser Plattform konnte sie unzählige Reihen von umhüllten Gestalten erkennen, die alle freudig die Arme und Stimmen erhoben.

Mit einer Bewegung der Hand, brachte Kyofu die Gruppe zum schweigen.

„So denn, lasst uns beginnen." mit diesen Worten drehte er sich wieder Kaori zu. Diese starrte starrsinnig zurück.

Kyofu wandte sich an Utagai, der ihm daraufhin den Umhang um die Schultern legte. Dann wandte er sich zu Akuto, der ihm die Schale entgegen hielt. Ein Raunen ging durch den Raum und Kaori merkte, dass sie angefangen hatten ein Gebet immer und immer wieder zu wiederholen.

Während sie die Zeilen ihres Gebets wiederholten, stieg unheilvoller Rauch aus der Schale mit der schwarzen Flüssigkeit auf. Kaori beobachtete mit weit aufgerissenen Augen, wie der Rauch ein Gesicht formte, dass sie ein bisschen an Morgif erinnerte. Das Rauchgesicht schwebte direkt vor ihrem Gesicht und sie merkte wie sie mit jedem Atemzug schwächer und schwächer wurde.

'Verstehe, wenn ich diesen Rauch einatme, passiert genau dass was sie wollen: Ich werde zu Soushus Gefäß. D.h. dass diese Flüssigkeit...' Und weiter kamen ihre Gedanken nicht, denn ein Schleier legte sich über ihre Wahrnehmung und sie verfiel in Trance. In diesem Zustand konnte sie jedoch noch die dunkle Präsenz wahrnehmen, die sich nun in ihrem Körper einnistete.

Die Gruppe hatte aufgehört ihr Gebet zu sprechen, als die letzten Tropfen der Flüssigkeit zu Rauch geworden und in Kaoris Körper verschwunden waren. Gespannt warteten sie alle auf das Ergebnis ihrer jahrelangen Forschung und Hingabe.

Kaori hing leblos an dem gotischen Kreuz, das extra für diesen Anlass gefertigt wurde. Ihre Augenlider zuckten, bevor sie sich öffneten und zwei pechschwarze Augen zum Vorschein kamen. Sie richtete sich auf, sah sie gelangweilt um, bevor ihr Blick auf ihren Fesseln hängen blieb. Mit nichts weiterem als einem Blick lösten sie sich in Luft auf und sie war frei. Sie sah nach hinten zu dem Kreuz an dem sie angebunden war und starrte stoisch auf das Kreuz, welches durch das Licht, das durch das Mosaik bunt gefärbt wurde, erleuchtet war.

Kyofu war der erste, der vor sie kniete.

„Willkommen in Eurer Welt, Soushu-sama." begrüßte er seinen angebeteten Gott, der nun im Körper eines jungen Mädchens steckte.

Soushu wandte sich ihm zu und sah ihn von oben herab an ohne ein Wort zu sagen.

Kyofu, der nicht wusste was er jetzt machen sollte, fing an vor der Macht, die von der Person, nein, Gottheit ausging, zu zittern. Akuto, Utagai und die Gruppe der Namenlosen hatten sich inzwischen ebenfalls niedergekniet und hielten ihren Blick stets gesenkt, denn sie wussten, eine falsche Bewegung, ein Blick könnte das Ende für sie bedeuten.

Als Soushu nun einen Schritt nach vorne tat, mussten sich die Drei, die ihm am nächsten waren zusammenreißen, um nicht vor lauter Angst davonzurennen. Soushu blieb vor Kyofu stehen, denn er wusste, dass diese Person diese Gruppe führte.

„Wozu rieft ihr mich, einfältige Sterbliche." ertönte eine Stimme, die sich zwar genauso anhörte wie Kaoris, jedoch sehr viel mehr Macht innehatte als ihre.

Kyofu schluckte schwer, denn die Macht Soushus schien ihn förmlich zu erdrücken.

„Wir riefen euch, Soushu-sama, um Euch Euren rechtmäßigen Platz in dieser Welt zurückzugeben. Ihr allein seid es, der über alle Lebewesen dieser Welt herrschen dürft." war seine Antwort.

Unbeeindruckt machte Soushu kehrt und blieb vor dem gotischen Kreuz stehen.

„Ein schönes Accessoire..." erklang wieder diese mächtige Stimme.

Plötzlich fing die Erde an zu beben und der untere Teil des Kreuzes schmolz dahin und formte einen Thron, wie es keinen anderen gab. Das Erdbeben legte sich, als der Thron seine neue Gestalt angenommen hatte. Soushu setzte sich und blickte gelangweilt zu den törichten Sterblichen, die ihn riefen. Seine Beine waren überkreuzt und sein Kinn lag auf seinem Handrücken. Ein belustigtes Lächeln lag auf seinem Gesicht.

„Wenn ihr Sterblichen eine Welt wollt, in der ich herrschen soll, dann müssen wir erst alle Hindernisse beseitigen."

Langsam richtete sich Kyofu wieder auf, gefolgt von Akuto und Utagai.

„Sehr wohl!"

Ein diabolisches Lächeln breitete sich nun auf Soushus Gesicht aus, dass nicht zu dem unschuldigen Gesicht Kaoris passte. Jetzt würde er nicht nur die Welt nach seinen Vorstellungen formen, sondern sich auch an der einen Person rächen können, die ihn wirklich bezwungen hatte.

Yuri Shibuya.