TERRA NOVA

Of Daughters

15. Verräter

~Taylor~

Verständnislos und mit aufwallendem Zorn betrachtete er die Aufnahme der Überwachungskameras. Auf Shannons Rat hin, hatten sie diese und andere erst am Vortag installiert, um endlich eine Spur des Spions zu finden. Er hatte sich in den letzten Wochen wirklich einige Gedanken gemacht, aber... Skye!

Warum? Warum Skye? Er wollte es sich nicht vorstellen, er konnte es nicht, doch das Vid, sprach eine eindeutige Sprache, er wandte sich enttäuscht ab. „Abstellen!" Sagte er und schloss die Augen und straffte sich, so sehr er es verdrängen wollte, so sehr er es ablehnte, sie war es. Er musste sie bestrafen, wie jeden anderen. Er seufzte. „Shannon, kommen Sie mit!"

~Wash~

„Nathaniel! Sie... hatte bestimmt einen Grund, um..."

„Welcher sollte das sein?" Fragte er harsch und eilte hinaus, sein wütender Blick verriet ihr mehr als er vermutlich wollte. Sie sah genau das er viel mehr enttäuscht und fassungslos war, denn ärgerlich. Vermutlich machte er sich Vorwürfe, was er übersehen hatte, was er hätte ändern können. Sie seufzte und sah zu Shannon, welcher an der Tür stehen geblieben war. „Passen Sie auf ihn auf. Er... macht sich nur unglücklich, wenn er..."

„Es wird nichts geschehen," antwortete der Polizist und brach ab, als ihn Taylor rief, rasch folgte er dem älteren hinunter. Sie blieb zurück und starrte hinunter. Minuten später fiel ihr ein, das Taylor sie allein gelassen hatte, ohne Guz Bescheid zu geben, wo sie ja gar nicht arbeitete. Sie schüttelte den Kopf, rief den Soldaten zu sich und befahl ihm knapp das Kommando zu übernehmen, bis Taylor zurück kam. Guzman starrte sie irritiert an. „Sollten Sie nicht..."

Sie lächelte, trat auf die Tür zu und sah dabei demonstrativ an sich herunter. „Sehe ich aus, als sei ich im Dienst? Ich bin Out-of-Order, sozusagen, Befehl vom Doc."

„Ähm...ja...äh...Lt. wo ist der Commander hin?"

„Den Spion fangen. Oh hier!" Sie warf ihm ihr Kom zu. „Taylor hat vergessen, das ich hier oben nur Gast war, nehmen sie mein Kom!"

„Und wie...erreiche ich...er Sie?"

„Sag ihm, ich habe sein zweites."

„Sein...äh... ja klar."

Langsam ging sie durch den warmen Abend zurück zum Haus. Sie war froh, das Nathalia heute vorhatte bei den Shannons zu übernachten, während die jüngste Shannon, wie auch Leah und Sam auf einer Pyjama- Party waren, jetzt hatte sie zumindest nichts zu erklären. Seufzend sank sie Minuten später aufs Polster in ihrem zu Hause. Minuten später fiel ihr Blick auf den kleinen, altmodischen Digitalen Fotorahmen. Im Moment zeigte er Bilder von ihr und Taylor, dann den drei Kindern. Auf dem nächsten stand Nathalia unter einem Baum, ihre Rundungen waren längst nicht mehr zu übersehen, sie strahlte in die Kamera. An ihrem Finger glitzerte etwas kleines und hinter ihr stand ein junger Mann, der sie beschützend mit seinen Armen umfing.

Alicia lächelte, als ihr einfiel wann das Bild entstanden war, erst vor wenigen Wochen, am Abend ihrer eigenen Hochzeit. Das nächste Bild zeigte dann auch schon sie selbst, in einem roten Sari, den Elisabeth nur eine Stunde vor der Hochzeit aufgetrieben hatte, mit Taylor an ihrer Seite, der zur Abwechslung mal seinen feinen Militäranzug getragen hatte. Sie lächelte und ihre Gedanken kehrten zurück an jenen Abend.

RÜCKBLICK

Sie stand aufgeregt vor dem Spiegel ihres Schlafzimmers und betrachtete sich selbst. Irgendwie fühlte sie sich plötzlich ziemlich schäbig. Was hatte sie sich nur gedacht? Was sollte sie anziehen, klar sie hatte ihre feine Uniform, aber... zur eigenen Hochzeit!? NO-GO! Als sie schon geglaubt hatte, sie würde nichts anders finden das passte und angemessen genug war, hatte Nathalia den Kopf zur Tür herein gestreckt. „Alicia, wir... wir haben was für dich."

Nicht jetzt, ich muss was..."

Zum anziehen finden, ja, warte," sie hatte sich umgedreht jemanden herbei gewinkt und dann hatten die beiden ältesten Shannon Frauen vor ihr gestanden. Maddy hatte ihr eine kleine Schachtel mit einer kunstvollen silbernen Haarspange und kleinen ins Haar zu drehenden Perlen gegeben. „Etwas... geliehenes," hatte sie Augen zwinkernd erklärt.

Die beiden Mädchen waren wieder gegangen und Elisabeth hatte den wundervollen Sari ausgepackt. Sie hatte nicht sagen wollen, wo sie ihn her hatte und sie genötigt ihn anzulegen. Tatsächlich, hatte er perfekt gepasst. Sie hatte die Mädchen wieder herein geholt und zusammen mit Maddy hatte sie ihr das Haar gemacht. Anschließend waren die beiden Shannons mit einem kurzen Gruß verschwunden, sie müssten sich nun umziehen gehen. Nathalia aber hatte sie gebeten sich vor den großen Spiegel zu stehen und ihr dann eine silberne Kette um den Hals gelegt. „Von Dad. Und die hier, sind blau und von mir," damit hatte Nathalia ihr noch zwei Ohrringe gegeben, mit kleinen blauen Steinen. Sie hatte sich selbst kaum wieder erkannt und ein paar Tränen vergossen. Dann hatte es geklopft, Reynolds.

Er hatte sie und Nathalia zur Kapelle gefahren, dort hatten Zoe Shannon und Leah schon gewartet, beide hatten rot- rosane Kleidung getragen. Die jüngere eine rosane Bluse und Blue Jeans, rote Haarschleife. Die ältere ein weißes Kleid, mit rosafarbener Schärpe und rosa-rotem Bolero. Nathalia hatte ihnen die Tür geöffnet und war hinein geschlüpft. Der Pastor, Aric Campton war gekommen, hatte sie und die zwei Mädchen abgeholt und nach vorne zu Nathaniel gebracht. Zoe hatte sich in die erste Reihe gesetzt, Leah aber war weiterhin neben ihr gewesen, erst jetzt war ihr die Kerze aufgefallen, die das Mädchen gehalten hatte. Eine Kerze mit filigranem Schriftzug und silbernen Verzierungen, sowie zwei Friedenstauben. Sie hatte gelächelt und neben sich gesehen, direkt in seine Augen. Diesen Blick würde sie nie vergessen, er war überwältigt gewesen, völlig hin und weg.

Die Zeremonie selbst hatte sie nur noch Schemenhaft in Erinnerung, sie war zu sehr gefangen gewesen, von seinen verliebten, strahlenden Augen und ihrem eigenen Glücksgefühl, wie der flatternden Aufregung in ihrem inneren. Dann war es plötzlich soweit gewesen, Sam war aufgetaucht, ein Tablett mit einem Kissen in der Hand, auf dem zwei Ringe lagen und schon hatte der Pastor ihnen die entscheidende Frage gestellt.

Er hatte ihr den Ring aufgesteckt, seine Hand warm und stark, sie hingegen hatte seinen Ring vor Aufregung zitternd an sich genommen und die ganze Zeit Angst gehabt ihn fallen zu lassen. Am Ende hatte sie ihn zu rasch aufgesteckt, noch ehe der Pastor seinen Satz beendet und sie ihn wiederholt hatte. Sie war sicher, das sie rot geworden war. Nathaniel hatte sie nur liebevoll angelächelt und Leah die Kerze entzündet.

Am Ende, der anschließenden Party, als nur noch die Shannons und Reynolds dagewesen waren, hatte Jayce Valine schließlich ums Wort gebeten, er hatte ihnen noch einmal herzlich gratuliert, auch zur Familie. Dann aber hatte er Taylor um ein Wort gebeten und gleich nachdem sie wieder drinnen in der Bar gewesen waren, war Jayce zu Nathalia gegangen, er hatte sie aufstehen lassen, den Strauß hinter seinem Rücken hergeholt und einen Kniefall gemacht. In der plötzlichen Stille, hatte er sie ganz altmodisch und romantisch, um ihre Hand gebeten. Nathalia hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und war zu weinen angefangen. Alicia erinnerte sich genau, das sie schon geglaubt hatte, dass, das Mädchen nichts mehr sagen würde, vor allem als sie auch noch den Kopf schüttelte und Jayce sie abwartend, besorgt musterte. Taylor neben ihr war schon wieder aufgestanden. Dann aber hatte Nathalia die Hand nach Jayce ausgestreckt und war ihm in die Arme gefallen, kaum das er vor ihr gestanden hatte.

Ein Geräusch ließ sie zusammenfahren und sie griff nach dem Kom auf dem Tisch. „Washington?"

Kommen zurück, ich melde mich wieder. Leg dich hin!

„Danke, Nathaniel," sagte sie leise und stand auf, sie war wirklich schon wieder müde. Sie schüttelte den Kopf, nein, das war etwas, daran würde sie sich sicher nicht gewöhnen.

xXx

~Nathalia~

Sie saß müde und missmutig am Tisch, stocherte in ihrem essen herum. Das sie inzwischen nicht mehr alleine war, das bekam sie gar nicht mit. So dass sie sehr zusammen zuckte, als er von hinten die Arme um sie legte, wäre da nicht sein Geruch gewesen, sie hätte ausgeholt. „Erschreck mich doch nicht so."

„Sorry, hey wie geht's dir heute Abend. Besser?"

Sie schüttelte den Kopf und schob den Teller endgültig von sich. „Mir ist schon wieder Übel." Er nickte und begann damit ihre Schultern zu massieren. Im Versuch sich zu entspannen schloss sie die Augen. „Was hast du heute bisher gegessen?" Fragte er leise. Sie seufzte und schüttelte den Kopf. „Nicht viel. Suppe, etwas Milch und... einen Apfel, halb. Die... Banane kam wieder und der Tee."

„Das wird wieder," sagte er und sie war ihm dankbar für seine Geduld, sein Feingefühl. Auch jetzt wieder. Er ließ sie los, nahm ihre Hand und zog sie hoch. „Komm, zieh dich aus, leg dich hin. Ich massiere dich etwas, so wie Dr. Shannon es uns gezeigt hat?" Nathalia nickte und stand auf, sie hatte wenig Hoffnung, das sich ihre verkrampften Muskeln wirklich entspannten, oder sie Ruhe zum schlafen fand. Doch einen Versuch war es wert. Sie lehnte sich bei ihm an und er schloss die Arme um sie.

~Jayce~

Er hatte noch vor wenigen Monaten, in Hope Plaza geglaubt, dass er für lange Zeit alleine sein würde und nicht geglaubt, das ihn alsbald jemand wirklich Gefühle entlocken würde. Dann aber hatte er noch vor dem Portal sie getroffen. Ängstlich, unsicher, allein und schwankend. Hatte sie ihm da noch einfach Leid getan, war er hinter dem Tor bereits in den tiefen ihrer Augen versunken. Mit jedem Tag, den er sie danach nicht gesehen hatte, war er unruhiger geworden, hatte mehr wissen wollen, wie es ihr ging und sie sehen wollen. Schon lange bevor sie sich sicher gewesen war, war er es sich gewesen. Er wusste, dass es Richtig gewesen war zu warten, bis sie soweit war.

Das viele seiner Einheit glaubten, er wäre ohnehin der Kindsvater, dass hatte er selbst ihr und auch Taylor mitgeteilt. Während sie es besorgt entgegen genommen hatte, war ihr Vater verärgert gewesen, doch schien er es selbst nicht im Mindesten auch nur für eine Sekunde für Tatsache gehalten zu haben. Alles in allem hatte er vor Taylor inzwischen bei weitem nicht soviel Angst, wie vor seinem alten Leader, der für seinen Jähzorn und seine Unbeherrschtheit bekannt gewesen war. Im Gegenteil, seit einiger Zeit schon, war er der Meinung das Reynolds Meinung über den alten Haudegen die richtige war. Für seine Leute und Freunde, die Familie, würde Taylor einfach alles geben, für seine Feinde aber war er eine gewaltige Gefahr und für einen fehlgeleiteten Untergebenen ein harter, doch gerechter Anführer. Ein Gerechtigkeitssinn den seine Tochter ebenfalls hatte. Er folgte ihr in ihr Schlafzimmer und blieb dort, auch nachdem sie endlich eingeschlafen war und er hörte, wie einer der anderen Erwachsenen nach Hause kam. Er wusste nur zu gut, das Taylor und Wash glaubten, sie beide wären gar nicht da.

xXx

~Taylor~

Als ihm Jim das Holster hinhielt, welches er Skye zusammen mit der Schallpistole gegeben hatte, schüttelte er einfach nur wortlos den Kopf. Er weigerte sich noch immer das ganze für die Wahrheit zu halten, während sein Verstand ihm zurief, das er es nicht leugnen konnte. „Verdammt! Shannon, warum? Wieso?!"

„Sie hat sicherlich einen Grund, irgendetwas, mit dem Mira sie erpresst, ich weigere mich zu glauben, das sie es aus Hass, oder... oder freien Stücken tut, sie... ist ein gutes Mädchen."

„Ist sie das?" Fragte er und schüttelte den Kopf. „Ich will es nicht, aber... ich muss sie verbannen müssen, wenn..."

„Taylor," begann Shannon und trat auf ihn zu. „Wir sollten wirklich nicht vergessen, dass sie nie wichtige Ziele, oder Transporte verraten hat und beides wäre ihr ein leichtes gewesen. Niemand hätte sie aufgehalten, wenn sie zu Ihnen wollte."

„Aber..."

Er verstummte, er hörte Schritte und tatsächlich lief plötzlich eine nur zu bekannte Gestalt an ihnen vorbei, alles in ihm verkrampfte sich, als sie sich herum drehte, kaum das er nach ihr rief. Skye blickte ihn erschrocken und ertappt an, dann schuldbewusst und besorgt. In ihren Augen standen Tränen. Er aber verbot sich jedes Mitleid, er hatte sich um sie gekümmert, fast wie ein Vater und sie... sie hat mich eiskalt hintergangen! Sie hat mich...die Kolonie verraten. „Warum Skye? Warum?"

„Weil...weil sie Mum haben!" Er sah die flammende Verzweiflung, die Angst und schüttelte verwirrt den Kopf. „Skye, sie ist tot. Sie ist gestorben, vor drei Jahren," antwortete er verwirrt. Das junge Mädchen schüttelte verzweifelt den Kopf und sank weinend vor ihm in die Knie. Shannon kam näher starrte sie an, er ging langsam vor ihr in die Hocke. „Sky, wie sollte Mira sie..."

„Durch mich!" Skye schluchzte und rieb sich die Augen, „ verdammt!" Sie schlug auf den Boden. „Ich... ich hatte mitbekommen, wie... wie sie einen der ihren gerettet haben und... und ich musste doch... aber sie wollte es mir nicht verraten und...ich habe sie zu ihnen gebracht... sie lebt...aber...sie bekommt nur das Mittel, wenn...wenn ich ihnen Informationen... aber jetzt...jetzt ist alles egal... Lucas...Lucas war da und er..."

„Lucas? Was hat er damit zu tuen? Wo ist er? Was..."

„Taylor, lassen Sie sie ausreden."

Mit Mühe nickte er, hielt sich zurück, die Verzweiflung und Furcht mit der Skye ihn nun ansah zerrissen ihn förmlich. „Red weiter," bat er mühsam ruhig, sie nickte und schloss die tränenden Augen. „Er... er wollte das ich... für ihn etwas im Auge überprüfe, Formeln, er... er hatte nicht gesagt wofür und... drohte sie zu töten, jetzt...jetzt ist alles egal...ich...ich habe alles verloren...Sie, Mum... alles, wir werden verlieren..."

„Was? Was haben wir verloren und wieso?" Fragte er drängend und so ruhig wie nur möglich. Sie schaute zitternd auf. „Lucas...er... er kann jetzt zurück...in die Zukunft, er..."

„Shannon! Rufen Sie die Kolonie! Dann unsere Leute am Tor und..."

„Wird erledigt," rief Shannon und trat einige Meter weg. Taylor sah hinunter auf Skye, er sah sie ernst an, unentschlossen, was er mit ihr tuen sollte. Er ahnte, was Mira mit ihrer Mutter tuen würde, würde sie herausfinden, das Skye sie nun verriet. Vermutlich war Deborah inzwischen tot, immer vorausgesetzt natürlich, das ihre Tochter die Wahrheit gesagt hatte. Er wollte es glauben, das wollte er wirklich, aber so leicht vertraute er niemandem und sie hatte sein Vertrauen verraten. Er stand auf und sah sie kühl an. „Geh zurück! Ich will das du im Kommandostand auf mich wartest! Du gehst sonst nirgendwo hin und wirst keinem etwas sagen! Irgendetwas, verstanden?"

Sie stand überrascht auf, nickte und wich seinem Blick gleich wieder aus. „Geh, jetzt!" Befahl er und sie nickte, rannte eilig davon, sie stolperte, fiel hin, sprang auf und lief weiter.

xXx

~Jayce~

Er wurde durch ihr stöhnen geweckt und erhob sich von seiner Isomatte und eilte an ihre Seite. Er setzte sich auf ihre Bettkante und legte ihr eine Hand auf den Oberarm. „Thalia?"

„Es... tut weh."

„Wo?" Fragte er alarmiert und griff bereits nach seinem Kom, aber es war an seiner Hose, nicht der Shorts, die er für die Nacht nur trug. Er machte Licht und schaute auf sie hinunter. „Thalia, wo?"

„Überall... Rücken... Bauch... ich..."

„Schscht, beruhige dich. Es wird alles gut. Warte, ich ziehe mir was an."

Nachdem er sich angezogen hatte, rief er über dein Komlink nach Dr. Shannon, er half Nathalia auf, reichte ihr einfach eine Trainingsjacke und führte sie aus dem Haus. Auf halben Weg ins nahe MedLab aber knickte sie mit einem Stöhnen ein und er hob sie hoch, beschleunigte seine Schritte. In der Klinik legte er sie auf ein Biobett und rief laut nach Shannon. Die Ärztin kam eilig herbei, aktivierte die Scanner und schickte eine Schwester mit Instruktionen davon.

~Elisabeth Shannon~

Sie sah genau, wie ängstlich und verkrampft das junge Mädchen auf dem Bett lag und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Hey, Nathalia, ganz ruhig. Kein Grund zur Panik. Dein Baby hat noch Zeit. Ich verspreche dir, es wird heute nicht kommen, okay, Kleines?"

Nathalia nickte langsam und schaute sie hoffnungsvoll an. Elisabeth nickte aufmunternd und verabreichte ihr zwei Injektionen, ehe sie einen Tropf aufhing. „Das ist gegen die Wehen, die Spritzen waren Hormone und Vitamine. Ich lasse dir gleich noch einen Tee bringen, damit du ruhiger wirst."

Nathalia nickte und sie wandte sich dem wesentlich ruhigeren Militär zu. „Bleiben Sie bei ihr Corporal, sie soll liegen bleiben und wenn möglich schlafen." Er nickte und sie ging hinaus. Vorne, am Eingang zur Klinik des MedLab erwartete sie Wash, doch zu ihrer Verwunderung kam sie nicht, um nach Nathalia zu fragen. Wash erklärte ihr im Gegenteil ohne Umschweife, dass sie in Kürze wohl eine Patientin mit Syncillic Fieber. Sie nickte ernst und sparte sich weitere Frage, sie musste Vorbereitungen treffen, eine davon war, Taylors Tochter in einen anderen Raum zu bringen, um jede Ansteckung zu vermeiden. Genau das erklärte sie nun auch Alicia, zusammen mit der Erklärung, auch sie solle sich lieber fernhalten.

xXx

~Taylor~

LUCAS!"

Hilflos und wütend konnte er nicht mehr tuen, als zusehen, wie sein Sohn durch das Portal schritt. Taylor fluchte und schmiss wütend seine Waffe zu Boden. Hinter ihm stöhnte jemand, ein anderer, es musste Reilly sein, sonst war keine Frau hier, rief nach einem Rescue- Team und Shannon orderte zwei Ersatzeinheiten für die Bewachung des Tores, ehe er zu ihm trat. Taylor schloss fluchend die Augen. Warum ausgerechnet jetzt? Wieso... verdammt!

„Was jetzt?" Fragte Reilly ihn. Er drehte sich langsam herum, so das der Polizist ihm zuvor kam. „Wir bereiten uns vor, machen Pläne."

„Shannon hat Recht, wir müssen bereit sein. Reilly, Sie haben hier jetzt das Kommando. Shannon, wir fahren zurück."

In der Klinik legte sein Mann die Frau auf das vorbereitete Biobett. Während der Soldat einen kleinen Beutel an Dr. Shannon weiterreichte, trat Taylor auf das Bett zu. „Dies haben sie ihr immer gegeben, in den richtigen Dosen heilt es, ich habe sie darüber reden gehört."

„Gut gemacht, Soldat, gehen Sie sich waschen und dann beschaffen Sie sich frische Kleidung, bis morgen," der Soldat wandte sich mit einem Nicken ab und ging, die Frau im Bett murmelte ein Danke und sah sich um. Taylor stellte sich neben sie. „Hi, Deborah, es tut gut dich wiederzusehen."

„Nathaniel?"

„Ja," sagte er und nahm ihre ausgestreckte Hand entgegen. „Du... wirst sehen, das sich hier einiges geändert hat, Deborah."

Sie nickte müde. „Ich weiß, Skye..." sagte sie sehr leise. Er nickte, Natürlich... er hörte wie die Tür öffnete und drehte sich herum, er entdeckte Deborahs Tochter und wandte sich ab, trat ans Fenster. Mutter und Tochter begrüßten sich, Shannon kam zurück und erklärte sie könnten das Medikament synthetisch herstellen. Das war sein Stichwort, er ging wieder zum Bett. „Deborah, willkommen zurück." Er nickte ihr zu und verließ den Raum, das Skye ihm nachrief ignorierte er.

Im hinteren Teil des MedLab desinfiziert er sich die Hände und betrat leise den Raum, in dem sich seine Tochter befand. Sie schlief, die Anzeigen des Biobettes waren alle im grünen Bereich, auch jene, welche Daten des Kindes waren. Erleichtert schaute er von seiner Tochter weg, zu Jayce. „Was ist passiert?"

„Sie.. hatte einfach ein paar Frühwehen. Dr. Shannon sagt, dass ist nichts weiter Besorgniserregendes, sie brauche aber Ruhe und..."

„Kommen Sie mit!" bat er eindringlich, der junge Mann nickte und folgte ihm. In aller Kürze berichtete er dem jungen Mann was passiert war und ihnen womöglich bevorstand. Dann seufzte er. „Ich weiß, ich sollte das nicht tuen. Aber ich befehle Ihnen Soldat, das sie bei ihr bleiben! Ich will das sie um jeden Preis in Sicherheit ist, haben wir... uns verstanden?!"

„Ja, Sir, natürlich, Sir."

Eine halbe Stunde später stand er Alicia gegenüber. Wie er erwartet hatte, war sie zwar damit einverstanden sich zurückzuhalten und in der Sicherheit der Kolonie auf ihn zu warten, jedoch nicht damit, dass sie beim kleinsten Anzeichen von Ärger abtauchte. Sie weigerte sich hartnäckig die Kolonie zu verlassen, ohne ihn. Ernst und bittend sah er sie an, er wollte sie nicht zwingen, dazu liebte und respektierte er sie zu sehr, doch er musste sie in Sicherheit wissen. Er konnte einfach nicht anders, er wollte sie auf keinen Fall verlieren, wie Ayani. Noch einmal konnte er das einfach nicht. „Alicia, bitte. Ich werde nicht hier sein, ich gehöre ans Tor. Bitte, verstehe doch ich könnte es nicht ertragen, wenn euch beiden..."

„In Ordnung," sagte sie und er atmete erleichtert aus, „aber... versprich mir, dass du... zurückkommst."

„Ich verspreche dir, dass ich alles dafür tuen werde. Euch beiden, euch fünf."

Sie nickte und lehnte sich an ihn. „Mehr kann ich nicht erwarten, auch wenn ich will, dass weiß ich."

xXx

~Nathalia~

Sie saß in ihrem Bett, Jayce hinter ihr sitzend, hatte die Arme um sie gelegt. Sie legte ihre Hände auf seine. Das Interkom der Kolonie knisterte. Sie hielt die Luft an. Vor zwei Tagen war Lucas durch das Portal zurück in die Zukunft gereist, während sie in der Klinik geschlafen hatte. Skye war als die Spionin enttarnt worden und ihre Mutter, die doch noch lebte zurück in der Kolonie, wie der Soldat Foster. Heute morgen hatte sie nach Hause gedurft und jetzt versammelten sich gerade alle Kolonisten, die es bewerkstelligen konnten auf dem Vorplatz zum Tor und dem Kommandostand. Taylor würde den Kolonisten mitteilen, was nicht mehr länger aufzuschieben war. Im nächsten Moment drang auch schon seine Stimme aus dem Interkom:

„Soldaten, Freunde! Menschen von Terra Nova! Seht euch um! Seht einander an und seht euch an, was wir zusammen geschaffen haben! Glaubt ihr, wie ich auch an unser Ziel? Eine Welt, in der wir, ohne Ausbeutung, friedlich und mit der Natur die uns umgibt leben? Dann wappnet euch und seit bereit, vor uns liegen schwere Zeiten.

Es gibt... Menschen in der Zukunft, denen es mit Hilfe von meinem Sohn, gelungen ist das Tor in beide Richtungen zu öffnen und damit werden sie versuchen, unsere neue Welt auszubeuten, um deren Rohstoffe zu bekommen. Im nächsten Monat erwarten wir also entweder eine neue Gruppe Siedler, oder aber... eine Armee die alles zerstören wird, was wir hier aufgebaut haben. Ich frage euch also... lassen wir uns das gefallen?"

Nein!" Riefen viele hundert Stimmen.

Es entstand eine Pause.

„Dann machen wir uns kampfbereit! Ich will die Leiter jeder Einheit und jedes Bereiches um 1200 in der Kommandozentrale haben. Danke, für Euer Vertrauen!"

xXx

Alte Erde

~Lucas~

„Die beste Kampfeinheit, die man für Geld..."

Geld? Ja genau... nutzloses, sinnloses Zahlungsmittel, in dieser vermaledeiten Welt! Aber das... das ist bald alles egal, wenn ich nur habe was ich will. Meinen Vater besiegen. Erst nehme ich ihm, was ihm am wichtigsten ist, seine süße kleine Kolonie, dann seine Tochter und seine Soldatin...dann...und erst dann, werde ich ihn gaanz langsam töten... er grinste breit und nickte, sein Begleiter schien es einfach als Bestätigung zu sehen, Lucas war das gerade Recht, ihm stand nicht der Sinn nach großen Gesprächen und Wiederholungen, ihn interessierte auch wenig, was seine Auftraggeber im einzelnen planten, er wusste sie würden sich nicht in die Quere kommen, den Rest musste er nicht wissen. Er grinste als er daran dachte wie genüsslich er auch Rache an seiner Schwester nehmen würde. Er hatte ihr, das Kind genommen, jetzt kam ihr Leben dran, ihn griff keiner ungeschoren an. Er ballte die Faust.