Hi ihr!
Also hier heißt es jetzt erst einmal, Spannung, Sorge und Verzweiflung.
Aber versprochen, keine Toten.
Lg Dani
TERRA NOVA
Of Daughters
16. Lucas Rückkehr
~Wash~
Guzman zuckte erschrocken zusammen, als der Alarmcode durch das Kom kam. Er fuhr herum und starrte auf seine Vorgesetzte außer Dienst. „Und...und jetzt?" Fragte er.
„Machen wir, was wir sollen. Ich... gehe und Sie... befestigen und halten die Kolonie!" Während sie aufstand und ging, begann der gleichaltrige Mann hinter ihr schon die Befehle durch sein Komlink zu geben. Sie seufzte und rief auf dem Weg nach unten, nach Nathalia. Die Kinder mussten hier weg und dass... schnell.
xXx
~Nathalia~
Maddy hockte auf dem Boden und spielte mit den Mädchen ein Würfelspiel, als Nathalias Kom piepte. Sie meldete sich. „Dad?"
Nein. Flieht! Gleich!
Alles wurde still, Zoe stand auf und klammerte sich an ihre große Schwester, Leah ging zu Sam, der auf dem Sofa saß und Nathalia stieß die Luft aus. „Nein, wir warten auf dich. Komm zu uns!"
„Ich... was zum...Nein!..." KRAAACH
„Alicia! WASH!?"
Ein Rascheln...
xXx
~Wash~
Nathalia meldete sich in der Annahme das es Taylor war, sie seufzte. „Nein. Flieht! Gleich!"
Das Mädchen widersprach, wollte auf sie warten, sie nickte, seufzte: „Ich..." Sie brach ab, als sie eine Bewegung neben sich bemerkte und starrte erschrocken auf die Silhouette, die aus der Dunkelheit auf sie zukam. „...was zum..."
„Hallo, Washington."
„...was...Nein!..."
Sie spürte einen Schlag im Nacken und ihre Welt wurde schwarz.
xXx
~Jayce~
Nathalia wollte zur Tür, er hielt sie zurück, sanft aber bestimmt. Auch Maddy stand inzwischen, sie sah besorgt aus. Nathalia versuchte sich loszureißen. „Wir müssen sehen, was mit ihr..."
„Nein!"
„Aber..."
„Nein," sagte er fest entschlossen, drehte sie zu sich herum und blickte sie mahnend an. „Denk an die Kleinen, denk an dich und dein Baby, wir... müssen gehen, jetzt! Sie sind hier... nicht am Portal, hier! Willst du, dass... das Lucas..." Sie zuckte zusammen, starrte ihn an und schüttelte den Kopf. „Leah, Sam kommt. Maddy ihr kommt mit!"
„Wir müssen heim, zu Mum und..."
„Nein, eure Eltern sind am Portal, wir wissen nicht was passiert ist, ihr kommt mit uns. Los jetzt, Kommt mit!"
xXx
~Elisabeth~
Ein kurzer Scan zeigte ihr, das Jims Trommelfell gerissen war und er eine kräftige Gehirnerschütterung hatte, doch sonst war sein Kopf okay. Doch er hatte innere Blutungen und ein gestauchtes Bein. Sie fluchte, markierte ihn und kroch weiter. Kara! Sie tastete nach ihrem Puls und fluchte nur noch mehr. Scheiße, wie soll ich das Josh erklär... oh Gott, die Kinder!
Sie zwang sich, sich zu beruhigen und antwortete Reilly, die nach ihr rief. Es dauerte scheinbar eine Ewigkeit, bis sie endlich alle notdürftig versorgt und soweit transportfähig hatten. Am Ende aber hatte sie wie erhofft eine bestimmte Injektion noch frei und gab die eine Hälfte ihrem Mann, die andere Peterson. Beide Männer standen Taylor nahe und sie wollte sicher gehen, das sie und die beiden erst wussten, wie es stand, ehe sie auf die Angreifer trafen. Reilly warf ihr einen fragenden Blick zu. Sie sah eisern zurück. „Zeit... wir müssen wissen was uns erwartet."
Reilly nickte, sagte und fragte nichts weiter.
xXx
~Nathalia~
es hatte Stunden gedauert, doch am Ende hatte Guzman die weiße Fahne gehisst und sich ergeben. Die Angreifer, mit ihren gepanzerten Fahrzeugen und den roten Phönixen auf ihren Transportern, wie der Kleidung waren einfach zu übermächtig gewesen. Sie hatte tote Soldaten gesehen und Zivilisten. Inzwischen aber war der Platz vor dem zerstörten Tor geräumt und Suchscheinwerfer wurden auf die Kolonie gerichtet, kaum das die Dunkelheit kam. Sie rieb sich die Oberarme und starrte verbittert hinunter auf die Kolonie. „Kein Zeichen von ihr?"
Jayce schüttelte den Kopf. Hinter ihnen näherte sich ein Fahrzeug, es war leise, doch zu hören. Langsam schlichen sie zu Maddy und den Kindern zurück. Fragend sah das andere Mädchen ihnen entgegen. Nathalia setzte sich, zog ihr Messer und reichte Maddy ihre Waffe. In einiger Entfernung zu ihnen hielt ein Fahrzeug an. Jemand stieg aus, eine Taschenlampe flammte auf. „Thalia? Kinder? Valine?"
Nathalia seufzte und ließ kurz die eigene Taschenlampe in Richtung der Ankömmlinge aufflammen. Einen Moment später kamen zwei Männer auf sie zu und beide erkannte sie. Es waren ihr Vater und...
„Mark!" Maddy sprang auf, zog ihre Kleine Schwester mit und lief dem Soldaten in die Arme. Ihr Vater blieb vor ihnen stehen und musterte sie kurz, sah dann zurück zu den beiden anderen. „Irgendemand verletzt?"
„Nein, Sir." Antwortete Jayce. Nathalia wich seinem Blick aus, sie ahnte was jetzt kam. „Wo ist Wash?"
„Wir..." sie brach ab, doch Jayce beendete ihren Satz: „Sie hat uns gewarnt, dann schien sie etwas zu sehen und die Verbindung brach, dann..."
„Was? Was dann?" Fragte ihr Vater und hatte hörbar Mühe sich keine Sorgen zu machen, was ihm gründlich misslang. „Lucas," zischte Nathalia und schluckte. „Dann war da Lucas."
Taylor stand auf. Er sah in die Runde und zu Reynolds. „Wir bringen sie ins Lager und..."
Aus der Ferne und dem Tal unter ihnen drangen zwei Explosionen herauf, dann eine künstlich verstärkte Stimme. „Taylor! Vater! Hörst du mich?! Sieh her! Deine Kolonie habe ich schon! Meine Schwester... bekomme ich! Und... deine Frau, habe ich!"
Sie hörten wie Lucas unten begann, Wash auszufragen und wie sie um Beherrschung bemüht ruhig antwortete. Sie sagte ihm, das sie keine Ahnung habe, wo Taylor war. Doch ihm gefiel die Antwort nicht und er trat auf den Oberschenkel auf dem sie kniete. Durch das Nachtsichtgerät konnte sie es genau sehen, sie keuchte und schloss die Augen.
Plötzlich rief Lucas lauter und zornig, wieder sagte sie, sie wüsste es nicht, im nächsten Moment schlug er zu, traf sie am Kopf und Wash sank zu Boden. Ihr Bruder drehte sich herum, umkreiste die Bewegungslose Wash. „Seht! Seht alle her, was mit unkooperativen geschieht!" Rief er, grinsend hob er die Waffe... Nathalia hielt die Luft an, wandte sich ab, bat stumm darum, er möge es nicht tuen,...KNALL
Reynolds der eben mit Maddy zu ihnen kam, drückte Maddy an sich und griff dann wie auch Jayce zu, um Taylor daran zu hindern seine Projektil- Waffe zu heben. „Nein, wir müssen fort, die Kinder! Sir!"
„Sir! Nicht, denken Sie..."
„Dad!" Nathalia schaute ihn aus tränenden Augen an, er hielt inne, sah sie an und sie ging zu ihm. „Es...es tut mir so schrecklich Leid." Er nickte nur, unfähig noch irgendetwas zu sagen.
xXx
~Elisabeth Shannon~
Als sie endlich aus der Klinik kam und nach Hause wollte, stellten sich einige der Phönixsoldaten in de Weg. Verärgert schaute sie auf. „Hey! Ich will heim zu meinen Kindern, ich..."
„Hier geblieben!" Befahl der Riese vor ihr grob und stieß sie vor, in Richtung Hauptplatz vor dem Tor. Doch schon nach wenigen Metern hielt er sie wieder zurück. Sie starrte nach vorne als sie Lucas entdeckte und auch Wash, erschrocken rief sie aus. Wash sah kurz in ihre Richtung. Lucas schrie sie an forderte Auskunft über seinen Vater er stieß sie zu Boden und dann schoss er. Sie hielt die Luft an, überall um sie herum gab es Schreie der Kolonisten und lachende, boshafte Blicke der Phönixgruppe. „Bringt Sie weg!" Dann drehte sich der junge Mann um. „Ausgangssperre!" damit wirbelte er herum und trat vor das Tor.
Geschockt und mit tränenden Augen lief sie nach Hause. Dort erwartete sie der nächste Schock. Nur Josh war da und mit ihm ausgerechnet Skye. „Wo... wo sind die Mädchen?"
„Sie waren bei Taylors, als..."
Hinter ihr wurde die Tür aufgerissen. Mira stand dort, zusammen mit einem schwarzhaarigen Mann, der offenbar neu hier war aus der Zukunft kam und sicherlich erleichtert wäre, wieder dort zu sein. Die Panik in seinen Augen, als ihn einige Mücken um schwirrten war nicht zu übersehen. Josh wollte an ihr vorbei, sie streckte die Hand aus und hielt ihn zurück. Sie musste jetzt einfach hoffen, das es ihre Mädchen mit Taylors Kindern hinaus geschafft hatten, denn das war es, so wusste sie, was Valines Befehl gewesen war. Also trat sie nun selbst einen Schritt vor und starrte die Eindringlinge böse an. „Was wollt ihr hier? Mira? Taylor ist nicht hier, oder glaubst du, er hätte einfach zugesehen, wie er Wash tötet?"
Mira grinste und kam bis dicht vor sie, mit ihren dunklen Augen musterte die dunkelhäutige Amazone sie gründlich. „Sie sind taff, alle Achtung," sagte Mira und ging einen halben Schritt zurück, dann schaute sie aufmerksam durch den Raum. „Wo sind Ihre Mädchen?"
„Draußen, sie waren mit Freunden außerhalb der Kolonie und...ich hoffe dort bleiben sie."
„Alleine? Wollen Sie das wirklich? Alleine mit all... den Sauriern? Zwei kleine... unschuldige Mädchen?"
Elisabeth atmete tief durch und sah Mira verärgert und fest an. „Sie machen mir keine Angst, Wash hat sie gut ausgebildet und ich habe nicht gesagt, dass sie alleine waren, nur... das sie mit Freunden fort sind."
„Stimmt, und ich frage mich... wer diese Freunde wohl sind? Taylor, vielleicht? Dann wissen Sie sicherlich, wie sie mit ihm Kontakt aufnehmen, tuen Sie es!"
„Ich, wieso sollte ich das wissen? Ich bin hier, mein Mann in der Klinik, meine Kinder glaubte ich hier und ich bin nie Militär gewesen, nie Teil einer Strategie, oder..."
„Falls, sie mich anlügen, hat das schlimme Folgen für... sie alle!"
Elisabeth atmete erleichtert aus, als die Fremden hinaus waren und eilte ins Schlafzimmer, ihr Sohn wollte etwas sagen, doch sie schüttelte den Kopf, hob mahnend die Hand, bis sie mit einem kleinen Gerät zurück war und es kurz einstellte. Langsam trat sie damit bis an die Tür. Nichts, sie schloss ab. „Türen zu! Lüftung aus. Ich will Ruhe und lasst uns hoffen, das deine Schwestern dort draußen auf Hilfe treffen."
„Wenn sie noch dort sind, werden Taylors Leute sie finden," sagte Josh leise und schloss das letzte Fenster. Skye nickte und wollte hinaus, doch Elisabeth hielt sie zurück. „Nein, Ausgangssperre, geben wir ihnen keinen Grund zum Handeln. Josh gib ihr ein Kom, damit sie ihre Mutter beruhigen kann. Ich... mache Essen."
Wenig später saßen sie bei einer einfachen Suppe am Tisch, doch essen tat keiner von ihnen, die Suppe in der Schüssel zwischen ihnen erkaltete. Irgendwann sah Josh auf. „Dad?" Fragte er leise. „Wird wieder, aber ich hoffe für ihn, das er noch eine Weile schlafen wird."
Ihr Sohn nickte und sah sie dann fragend an. Sie stand auf, schüttelte den Kopf und setzte sich neben ihn. „Kara war dort, dein Vater hat sie vom Portal geholt, dann kam ein Zivilist, sie hatten ihm die Bombe umgeschnallt, es... es gab nichts, was..."
„NEIN! Nein, es... es ist...meine Schuld, ich..."
„Josh..."
„NEIN!" Schrie er und sprang auf, lief in sein Zimmer, ließ sie und Skye zurück, die ihn ebenfalls versuchte zurück zuhalten. Doch Josh schloss seine Zimmertür, das Licht blieb aus. „Lass ihn Skye," sie stand auf, und ging müde auf ihre eigene Schlafzimmertür. „Die erste Tür rechts, ist das Zimmer der Mädchen, leg dich hin Skye."
„Ist... ist es wahr, Lucas hat..."
„Ich fürchte ja."
xXx
~Nathalia~
Sie sah wie ihr Vater sich auf den Boden setzte, er wirkte müde und erschöpft, doch sie wusste, so war es nicht, er war verzweifelt. Zum zweiten mal hatte er seine Frau und seine ungeborene Tochter verloren und dieses mal, hatte sie ihm sein eigener Sohn genommen. Langsam stand sie auf und wollte zu ihm hinüber, als Jayce sie zurückhielt und nach vorne zeigte. Nathalia folgte seinem Blick, vor ihrem Vater stand plötzlich Zoe Shannon. Das kleine Mädchen sah den älteren Mann traurig an. Nathalia beobachtete.
X
~Taylor~
Er konnte und wollte es nicht fassen. Tot. Sie ist tot, sie sind beide Tot. Alicia, meine Tochter. Ayani, zu welchem...Monster... ist unser Sohn nur...
„Commander Taylor." Er sah auf und sah die jüngste Shannon vor sich, das Mädchen blickte ihn traurig an und er fragte sich, ob sie wohl schon ihre Eltern vermisste, oder sich nur Sorgen um die beiden und ihren Bruder machte. Um so überraschter war er, als sie etwas ganz anderes von ihm wollte.
„Das...das mit Lieutenant Washington tut mir Leid, sie...sie war sehr nett."
Mit mühsam beherrschtem Blick sah er auf das kleine brünette Mädchen. „Danke."
„Sie...sie hat mir...viel beigebracht, ich...werde sie auch vermissen." Zoe schniefte und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. „Ich...ich habe Angst, um...Mum und Dad..."
„Komm her, Kleines," sagte er, legte den Arm um sie und das Kind umarmte ihn kurz und fest, ehe sie sich an ihn lehnte und schniefend einschlief.
Taylor seufzte und schloss die Augen, ehe er kurz hinauf in den Himmel sah. Als er wieder hoch sah, weil der Feuerschein nicht mehr zu ihm drang standen Reynolds und die ältere Shannon vor ihm. „Sir, es...tut mir Leid," sagte Maddy, „ich...ich werde Zoe mitnehmen."
Er nickte und die Jugendliche hob ihre kleine Schwester hoch, nahm sie mit sich, in eines der Fahrzeuge. Er folgte ihnen mit seinem Blick. Taylor schaute zu Reynolds. „Passen Sie gut auf die zwei auf. Ich will, das sie und Valine, mit den Mädchen in, oder bei den Fahrzeugen bleiben, wir wissen nicht, was uns in der Nacht erwartet."
„Jawohl Sir."
xXx
~Elisabeth~
„Wo ist Jim?"
„Ogawa, wo ist mein Mann?"
„Was? Der war doch eben...verdammt! Kari! Suchen Sie Shannon!" Ogawa wollte mit ihr hinaus, sie aber hielt sie zurück. „Sie bleiben, ohne Sie ist Dr. Danner aufgeschmissen!" Ogawa nickte und Elisabeth rannte hinaus, ihren Mann zu suchen.
Ihre Erleichterung ihn gefunden zu haben, wechselte gleich darauf in Sorge, als sie erkannte was er vor hatte, torkelnd und irgendwie gar nicht trittsicher strebte er auf die Treppe der Kommandozentrale zu. Sie fluchte und rannte los, rief nach ihm, obgleich sie wusste, das er sie auf diese Distanz nicht würde hören können. Als sie ankam, wurde Jim gerade von einem Militär grob zur Seite gestoßen und oben auf dem Balkon wurden Mira und der schwarzhaarige auf sie aufmerksam. Elisabeth ignorierte sie, drehte den am Boden hockenden Jim zu sich herum. „Jim...JIM!"
„Elisabeth?" Fragte er verwirrt und schaute sich blinzelnd um. Sie war erleichtert, die Betäubungsmittel wirkten sichtbar noch nach. Sie half ihm auf, entschuldigte sich bei den Söldner- Soldaten und warf einen bittenden Blick hinauf. Mira bedeutete ihr zu verschwinden. Sie führte ihren Mann zurück ins MedLab, wo sie ihn versorgte und flüsternd ins Bild setzte.
Am Abend nahm sie ihn dann mit nach Hause. Deborah und Skye Tate waren wie schon über Tag ebenfalls dort. Fragend sah Elisabeth den beiden entgegen. „Sie haben unser Haus genommen, sie bräuchten es, Josh...Josh meinte, das ginge sicher wo..."
„Wo sind die Mädchen?" Sie sah hinter sich, Jim hatte die Tür hinter sich geschlossen. Josh kam aus seinem Zimmer blieb kurz im Raum stehen und lief dann auf seinen Vater zu. „Dad!" Rief er aus und war im Nu bei seinem Vater, der ihm vorsichtig einen Arm umlegte. „Hi, Josh, es...tut mir Leid."
„Ich weiß, schön das du wieder..."
„Shannon! Aufmachen!"
Die Anwesenden wechselten beunruhigte Blicke. Aber Jim legte seiner Frau eine Hand auf die Schulter und stützte sich dann schwer auf seinen Sohn. Sie verstand, in diesem Moment hätte selbst sie geglaubt, das Jim kaum in der Lage war selbstständig zu stehen. Dennoch öffnete sie mit großem Unbehagen die Tür.
xXx
~Nathalia~
Es tat weh, als sie aufwachte, sie drehte sich, wie sonst auch einfach auf die andere Seite, um den Schmerz los zu werden, der Schmerz verschwand. Sie schloss wieder die Augen. Zoe, und Lah, die wie schon die letzten zwei Tage zwischen ihr und Maddy im hinteren Teil eines der größeren Rhino schlief, drehte sich so das sie eng an ihr lag. Sam war draußen bei Jayce und Mark. Nathalia lächelte und schloss erneut wieder die Augen. Doch Schlaf fand sie nicht mehr, gerade als sie dabei war, im Land der Träume zu versinken, riss sie ein erneuter Schmerz aus dem Beginn des Traumlandes. Sie setzte sich stöhnend auf und legte sich eine Hand in die Seite.
„Nathalia?" Zoe hockte vor ihr, dahinter regten sich nun auch Maddy und Leah. „Was ist, stimmt was nicht?"
„Es... tut weh, es kommt und geht."
„Warte," Maddy flüsterte Zoe etwas zu, rief nach Mark und gab ihm ihre Schwester, wie Leah mit. Nathalia sah die nur wenig jüngere ängstlich an. „Maddy, das geht doch nicht, nicht hier und..."
„Schscht. Nicht aufregen, ich...ich habe mit Mum... viel durchgesprochen und... ich war bei den letzten Geburten dabei, wir schaffen das, Schwester Nani ist auch hier."
Nathalia stieß die Luft aus, als es wieder in ihrem inneren stach und zog. Sie keuchte. Maddy sah auf ihr Handgelenk. „Zehn Minuten, wow...da...hat es jemand eilig."
„Ich...aber nicht..." Nathalia schluckte und rieb sich besorgt über den Bauch. Sie fühlte sich schrecklich allein und hatte Angst. So hatte das nicht sein sollen, Alicia! Sie schloss weinend die Augen. Alicia, du hattest hier sein sollen, ich hab Angst. Hier im Dschungel? Jetzt? Viel zu früh? Sie griff nach Maddys Hand. „Maddy! Das geht nicht."
X
~Maddy~
„Das geht," sie war selbst etwas überrascht von ihrer eigenen Ruhe. Sie öffnete die Tür und Zoe wollte wieder hinein. Doch Maddy hielt sie zurück. „Du gehst in Marks Schlafsack. Jayce! Hol Taylor. Mark, ich brauche Schwester Nani!"
„Sie ist nicht da."
„Was?" jetzt bekam Maddy doch langsam Panik. Im letzten Monat waren nur zwei Geburten gewesen, was für Terra Nova noch viel war und auch wenn sie dort mitgeholfen hatte und ihr, ihre Mutter viel erzählt hatte, das konnte sie unmöglich... Mark nahm ihre Gesicht in seine Hände und sah sie fest an. „Du kannst das Schatz, ich weiß es. Du kannst das, hörst du?"
„Was ist hier los Reynolds? Warum ist die kleine Miss Shannon nicht in ihrem Bett? Und wo ist Leah?"
„Das Baby kommt, Sir," antwortete Mark und schaute sie wieder an. „Du kannst das Maddy, deine Mum ist sich sicher, das du es kannst."
„Reynolds! Holen... besorgen Sie mir einen Sichtschutz! Valine! Sauberes Wasser und Laken! Dann kommen Sie her, meine Tochter braucht sie jetzt!" Taylor schien genau zu wissen, was er wollte und brauchte, sie blickte ihm hoffend entgegen. Er lächelte ihr grimmig zu. „Miss Shannon, wir schaffen das."
Sie nickte und öffnete die Tür.
Nachdem das frisches Wasser und Desinfektionsmittel da war, wusch sie sich, Taylor lief in der Zeit innerhalb des Lagers mit seiner Tochter auf und ab.
Maddy beobachtete die beiden erleichtert. Ihre absolute Panik war ängstlicher Unruhe gewichen, sie fürchtete noch immer etwas falsch zu machen, doch die Ruhe welche Taylor ausstrahlte und mit der er es auch geschafft hatte, seine Tochter zu beruhigen, halfen auch ihr. Sie seufzte. Neben ihr tauchte Mark auf. „Zoe?" Fragte sie.
„Schläft, bei Leah und Sam, Torren sitzt bei ihnen, seine Geschichte hat die drei wieder einschlafen lassen. Nathalia?"
„Ich...weiß ehrlich nicht, wie er das macht," sagte sie und desinfizierte sich nun die Unterarme. „...aber...seit er gesehen hat, wie... ängstlich sie ist, ist...ist da keine Spur von Trauer, oder Wut, nur...Ruhe."
„Er ist ein Soldat Maddy. Seine Familie...bedeutet ihm alles, er weiß, das sie ihn jetzt braucht."
Sie nickte und schluckte. „Miss Shannon!" Sie schaute hinüber zu Taylor, der seine Tochter wieder zurück führte. Sie lief auf die beiden zu.
„Das ist... so ekelig...peinlich." Taylor grinste und stützte sein Mädchen am Arm, welches beschämt an den nassen Beinen hinunter sah. Maddy nahm ihre andere Hand und half ihr gemeinsam mit Taylor in den Wagen. „Wie oft kommen die Wehen jetzt?"
„Noch immer zehn bis fünfzehn Minuten, wir haben noch Zeit, aber sie will nicht mehr laufen," antwortete Taylor lächelnd. In dem Moment kam auch Jayce zurück und eine halbe Stunde später lief Nathalia dann doch wieder dieses mal mit Jayce auf und ab. Maddy seufzte, diese Nacht würde sicherlich, sehr sehr lang werden. Sie schloss voller Sorge und Angst die Augen.
„Keine Sorge Miss Shannon, ich bin in diesen Ereignissen auch nicht ganz unbewandert. Ich bin Vater."
„Ich weiß," sagte sie leise und war sich nicht wirklich sicher, ob sie das nun beruhigte, sie hatte keine Ahnung, wie viel der Commander damals tatsächlich mitgeholfen hatte. „Nur, die Ruhe, Miss Shannon, ich habe schon mehr Kindern auf die Welt geholfen, als es in ihrer Familie gibt."
Sie nickte und fragte sich, wie viel davon er nur sagte, um sie zu beruhigen.
xXx
~Skye~
Sie schaute auf und schob ihr Essen beiseite. Nein, wirklich ihr Tag wurde wirklich immer besser.
Erst das Verbot in die Klinik zu gehen, dann mein Zusammenstoß mit Mira. Beim Gedanken daran, rieb sie sich die Rippen. Jetzt, er... „Na, keinen Hunger mehr kleine Schwester?"
Spottend starrte sie ihn an und zog ihre Hand vom Tisch, als er danach greifen wollte. „Du bist nicht meine Familie und das ist gut so."
„Oh...kein Mitleid mit mir armen Jungen? Weil ich meine...Stiefmutter umgebracht habe?" Er grinste gefährlich, sie stand auf und schnappte nach Luft. „Dafür... wird er dich töten."
„Denkst du wirklich? Ich nicht. Denn ich...werde ihn töten, für alles, was er... MIR ANGETAN HAT!"
„DIR?!" Skye hatte jetzt wirklich ihre Mühe beherrscht zu bleiben, so viel Kälte und Arroganz hätte sie selbst ihm nicht zugetraut. Jetzt hasste sie ihn nur um so mehr, verabscheute ihn und unterdrückte nur mühsam die Tränen, die sie vor Trauer um Wash und Taylor überkamen. „Du bist... ein Monster!" Zischte sie.
Lucas sah sie ungerührt an und sprang vor, packte sie fest am Hals und drückte zu. „Pass-auf-was-du-sagst!" Zischte er, sie sah wie Boylan aufstand und zurückgehalten wurde. Ebenso Josh. Sie versuchte hilflos an Luft zu kommen, als die schwarzen Flecken vor ihren Augen zu tanzen begannen, endlich ließ er lockerer. Doch sein Blick war durchdringend und rasend, mit einem Hauch Gier. „Ich bekomme was ich will, ich will dich! Du hast ihn auch verraten, was willst du noch von ihm?"
„Er...hat... mir verziehen." keuchte sie.
„Glaubst du das wirklich? Du irrst! Er kann nicht verzeihen! DAZU...ist er NICHT FÄHIG!" Schrie Lucas und stieß sie zu Boden, ehe er über sie kam. Josh war plötzlich da, riss Lucas von ihr weg und prügelte sich mit ihm, niemand tat was. Sie lief panisch davon und sprengte die Zusammenkunft des Widerstandes im Wissenschaftlichen Labor, wo sie sich setzte, um wieder zu Atem zu kommen. Dr. Shannon begann sie zu untersuchen. Doch Skye schob sie von sich. „Bar, Josh," bat sie nur, stand auf und ging zu den anderen. Sie war es soo Leid, dass andere wegen ihr Probleme bekamen. „Ich will mithelfen. Ich kann das. Lucas will mich, er weiß, dass ich Josh mag, ich gebe ihm was er will und..."
„Skye, das ehrt dich, ehrlich," sagte Casey Durwin und sah sie sehr ernst an. „Aber was ist, wenn er mehr möchte? Mehr als du geben willst."
„Stoße ich ihm etwas in die Rippen."
„Treffe besser sein Herz Mädchen, oder die Carotis, du wirst keine zweite Chance bekommen. Hier, nimm das," Casey hielt ihr ein sehr schmales und spitzes Ding entgegen. „Was ist das?"
„Nimm es und drück drauf, dann fährt es ein, oder schießt raus, das ist Adamant, unzerbrechlich."
„Danke." Sie drehte sich herum und ging zu allem entschlossen.
