So ihr hallo!
Also hier nun Kapi 17. In diesem Kapi wird's wette ich Gefühlschaos bei euch geben, zwischen Hoffen und Bangen, ganz und gar. Warum? Nun in diesem Kapi nun stirbt jemand und es ist kein Bösewicht, aber... es gibt auch etwas schönes, wenn auch unter ein wenig dramatischen Umständen.
Ihr mögt mit dem Verlust hier nicht einverstanden sein, oder mit der Art, des wie. Aber es musste halt raus. Liz, die du meine Storys ja schon von der Deutschen Seite kennst, wirst es vermute ich sogar irgendwie verstehen können.
Ich hoffe dennoch euch gefällt das Kapi im Ganzen.
Lg Dani
TERRA NOVA
Of Daughters
17. Die letzte Stunde
~Im Auge, Terra Nova~
Ihr Kopf schmerzte furchtbar als sie erwachte, das rechte Auge bekam sie kaum auf und das Haar klebte an ihrer rechten Schläfe. Ihre Schulter tat weh. Aber nicht ihr Bauch, sie war erleichtert und fürchtete sich doch davor die Augen zu öffnen. Doch sie hörte nichts, also tat sie es doch und setzte sich mühsam auf. Sanft strich sie sich über den Bauch. Dein Vater wird zurück kommen, mein kleiner Engel. Sie hoffte inständig er käme früh genug. Dieser eisige, wahnsinnige Blick in den kalten blauen Augen, so gleich denen des Vaters, heller, als die seiner Schwester, doch unverwechselbar kalt und grausam.
Sie fröstelte und zog die Arme um sich. Sie wollte auf ihre Uhr sehen und musste feststellen, das sie nichts mehr bei sich trug als ihre Kleidung. Sie seufzte und schaute im Halbdunkel des Raumes hinab auf ihren Bauch. Ich kann nur hoffen, dass er von dir nichts erfährt.
Irgendwann überkam sie der Schlaf, aus dem sie aufschreckte, als sie etwas spitzes im Oberarm traf. Sie packte an ihren Arm und zog etwas heraus. Betäubungspfeil. Sie schaute zur Tür und entdeckte gerade noch Lucas, ehe sie die Besinnung verlor.
xXx
~Maddy~
Besorgt blickte sie auf und zu Taylor. Sie begann sich wirklich Sorgen zu machen, seit fast zwei Stunden nun schon, ging es nicht voran. Nathalia war müde, verzweifelt und hatte inzwischen nur noch Angst. Sie selbst wusste nicht was sie noch tuen sollte. Das einzige was sie davor bewahrte in Panik zu verfallen, war, das der Handscanner immer noch kräftige Herztöne von Mutter und Kind vermeldete, wie gleichbleibende Wehentätigkeit. Der Commander aber schien nicht im mindesten besorgt, er saß einfach ruhig im inneren des Fahrzeugs und hielt mal Nathalia Hand, mal streichelte er sie und immer wieder versuchte er sie mit Gesprächen abzulenken. Jayce hingegen unterdrückte seine Sorge ebenso verzweifelt wie sie selbst. Maddys Blick traf den von Taylor, dieses mal vermochte er ihr Sorge nicht zu sprengen.
„Es... ist nicht immer wie im Lehrbuch," sagte er ruhig, beugte sich zu Nathalia vor und küsste ihr die Stirn. „Atme ruhiger. Mach die Augen zu, hör nur auf deinen Atem." Versuchte er es erneut. Dieses mal hatte er Erfolg. Nathalia entspannte sich merklich und sah ihren Vater dankbar an. Im nächsten Moment aber schrie sie erschrocken auf, drückte die Hände beider Männer und ließ sich nach der Wehe keuchend nach hinten sinken.
„Die... war stärker als... vorher,..." Jayce sah sie besorgt an, Maddy hingegen dachte an das was ihr, ihre Mutter eingebläut hatte. Im Zweifel, richte dich nach der Mutter, wenn sie sagt, sie muss pressen, ist es richtig. Nathalia schrie erneut auf, kam mit dem Oberkörper höher und schaffte es kaum ihren Atemrhythmus beizubehalten. Maddy überprüfte nochmal die Werte und hob ein weiteres mal das Tuch über den Beinen der Freundin an. Sie hatte Mühe nicht weiter über das Blut nachzudenken, wurde nun aber auch schon von was anderem abgelenkt. Die nächste Wehe kam, Nathalia keuchte und erklärte sie müsse drücken. Doch Maddy kam alarmiert wieder hoch. „Nein! Noch nicht, warte... zu früh."
Nathalia sah gequält auf und Taylor redete erneut leise auf sie ein, während Maddy Jayce beobachtete und sich fragte ob Mark auch so hilflos und besorgt daneben sitzen würde. Sie versuchte es sich kurz vorzustellen und schloss einen Moment die Augen. Vermutlich schon, ich kann mich ja nicht mal stoßen, ohne das Sorge aufbrennt. Sie seufzte und konzentrierte sich wieder auf das Geschehen.
xXx
~Jim Shannon~
Zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn hockte er hinter den Containern und alle drei schauten sie sich besorgt an. Alarmiert riss er die Waffe hoch, als Schritte rasch näher kamen. Im letzten Moment ehe der Suchscheinwerfer den Weg vor den Containern erreichte landete eine blonde Frau vor ihnen zwischen den Containern. „Katten," stieß er hervor, „was machen Sie hier?"
„Helfen," stieß sie hervor und reichte ihm ein Komlink, wie eine Nachricht. „Heute Abend... schicken sie die ersten Container zurück. Guzman... Guzman sagt, Wash hatte für so was einen Plan."
„Welchen?"
„Der Chip. Bringen Sie ihn zu Taylor. Machen Sie dem hier ein Ende." Sie wollte aufstehen, doch er hielt sie alarmiert zurück. „Was haben Sie vor?"
„Ablenkung, ihr kommt hier sonst nicht raus."
„Er wird Sie töten," stieß Jim hervor. „Sie kommen mit!"
Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe weder Familie, noch einen Freund und einen Arzt wird er mir auch nicht zuteil werden lassen, ich bin schon tot. Sie nicht. Sie gehen!" Canna Katten hob ihr Shirt an und zeigte ihm zwei stark blutende Stichwunden. Er warf einen kurzen Blick zu seiner Frau. Elisabeth starrte die Frau fassungslos an. Katten lächelte. „Mein ganzer Vorrat an Aufputschern, aber lange...hilft es nicht... Viel Glück," sagte sie, stand auf und lief schwankend los.
Zwei Minuten später explodierte einer der zwei Tanks, den die Phönixleute mitgenommen hatten. Es brach Chaos aus und sie drei standen auf, liefen zum Zaun und kamen auch tatsächlich ungesehen davon. Am Treffpunkt erwartete sie jedoch nicht wie erwartet Taylor, sondern Reilly. Besorgt sah er zu Elisabeth, dann zu der jungen Soldatin. „Taylor?!"
„Nathalia liegt in den Wehen."
„Seit wann?" Fragte Elisabeth und eilig stiegen sie in das Fahrzeug, in dem noch ein weiterer Soldat saß. „Seit circa ein Uhr in der Früh."
„Hat Nani irgendetwas..."
Reilly schüttelte den Kopf. „Tot, sie war draußen bei einem Verletzten, Maddy weiß es nicht. Reynolds wollte es nicht, Ihre Tochter hofft, dass Nani noch rechtzeitig kommt. Sie wissen auch nichts von euch. Reynolds hat allein entschieden. Thomas fahr los!"
xXx
~Im Auge~
Sie wusste genau das etwas gar nicht stimmte. Seit sie vorhin wach geworden war, hatte sie Krämpfe, die immer stärker wurden, außerdem trug sie nur noch eines der langen geschlossenen Hemden, wie sie in der Klinik herumlagen. Nach und nach kam die Erinnerung wieder, sie war betäubt worden und dann war da... Lucas!...Nein!
Sie hörte die Tür und schaute auf.
„Ah... es hat angefangen... schönes Gefühl?" Kalt und eisig sah er sie an, während seine Stimme süß und freundlich war, fast unschuldig. Sie zog die Knie an und starrte ihn an. Sie wollte nicht nachdenken, was alles geschehen sein könnte. Fakt war, ihr Unterleib schmerzte furchtbar, selbst im Vergleich zu ihren gebrochenen Rippen. Wütend funkelte sie ihn an. „Dafür tötet er dich."
„Das hatten wir doch schon," sagte Lucas gelangweilt und ging in einiger Entfernung vor ihr in die Hocke, er hielt ihr eine Spritze hin und sah sie sehr interessiert an. „Weißt du, du hättest euch beide ja retten können, aber du wolltest mir ja nicht helfen." Er zuckte die Schultern und stand mit kaltem grinsen auf. „Jetzt wird er das Vid sehen, auf dem sein Kind Geschichte wird und danach... wie ihr beide hier begraben werdet, ehe... ehe ich ihn töte! Das werde ich, diese beschissene Welt, sein Traum... wird sterben, für ein paar Jahre mehr, für die Zukunft. Für mich! Damit ich endlich gewinne!"
Sie schüttelte den Kopf und senkte dann stumm den Blick. Sie wollte nicht weiter mit ihm reden und sie wollte nicht das er sah, wie sehr er sie quälte. Der Schmerz wurde unerträglich und das einzige woran sie denken konnte, war, das sie es nicht geschafft hatte das winzige Leben in sich zu schützen. Sein Kind. Nathaniel, es... es tut mir so Leid... ich... Sie schloss die Augen und unterdrückte mühsam irgendeinen Laut. Endlich hörte sie wie er ging, doch er blieb nur wieder vor ihr stehen, sie wusste es auch ohne aufzusehen. Er riss ihren Kopf hoch und zwang sie in das Aufnahmegerät zu sehen. Sie schaffte es, rasch wieder wegzusehen, er ließ sie los. Sie fiel auf ihre Unterarme und und blieb reglos am Boden. Lucas ging zur Tür, ließ das Gerät jedoch neben ihr auf einer Box stehen. „Tja Vater, du wolltest mich nicht, also bekommst du auch niemand anderen. Nathalia hole ich mir noch, dann dich! Jetzt sieh zu, wie auch sie stirbt!"
Wash hörte wie sich die Tür schloss und stieß das Aufnahmegerät von der Box. Er musste und er sollte das nicht sehen. So, oder so würde er am Boden zerstört sein, sein Kind verloren, sie. Alicia wusste zu genau wie er gewesen war, nach Ayanis Tot und nun würde es wieder so sein, vielleicht schlimmer. Sie konnte nur hoffen, das Taylor Lucas tötete und seine Tochter ihm Kraft gab.
Weinend krümmte sie sich am Boden und presste die Hände auf ihren Leib.
Sie hörte eine Explosion, der Raum erzitterte, doch außer einigen Streben am Eingang und Teile der Wand blieb alles stehen. Sie schloss verzweifelt die Augen, hätte es jetzt nicht einfach zu Ende gehen können? Als auch nach einer ganzen Zeit nichts mehr geschah, schöpfte sie Hoffnung, konnte es sein, das Lucas nichts von den zusätzlichen Verstärkungen der Kuppel wusste?
Der Schmerz in ihrem inneren nahm zu, und mit ihm traf sie erneut die bittere Erkenntnis, das Lucas ihr Kind getötet hatte.
Irgendwann ließ der Schmerz endlich nach, und sie spürte deutlich wie ihr Körper alles ausstieß. Sie blieb einfach liegen und weinte sich in die tiefen des Schlafes, verzweifelt, wütend...
xXx
~Maddy~
Zwei Wehen später weinte Nathalia und wollte nicht mehr, Maddy hielt es kaum aus, nur der ruhige, mahnende Blick von Taylor bewahrte sie davor, einfach wegzulaufen. Sie schloss kurz die Augen und nickte. „Okay..." Sie überprüfte noch mal, ob sie endlich etwas sah und lächelte dann. „Pressen! Ab jetzt pressen, ich seh den Kopf!"
Neue Angst überkam sie, als nun auch etwas mehr Blut kam, doch zu ihrer eigenen Überraschung machte es ihr seltsamer weise nichts aus. Dafür aber verschwand nun plötzlich Jayce aus dem Fahrzeug und Nathalia rief ihm ängstlich wie sie war bittend nach. Die nächste Wehe kam, erstickte ihren Schrei. „Pressen!" Rief Maddy und sah gebannt auf den kleinen Kopf, der sich Milimeter weiter hinaus bewegte. Rede mit ihr, sag ihr das sie es richtig macht Hörte sie im Geiste ihre Mutter. „Gut so, weiter so."
X
~Nathalia~
Sie hatte längst das Gefühl sie müsse gleich zerreißen, dieser Schmerz, der Druck, sie waren nicht auszuhalten. Hilflos sah sie auf. „Ich..."
Jayce ließ sie los, er war plötzlich kreidebleich und verschwand. „Jayce! Jay...aaahh"
„Pressen!" Befahl Maddy, auf einmal. Nathalia hätte ihr gerne ein sarkastisches Grinsen gezeigt, was sollte sie denn sonst tuen als pressen? Sie konnte ja gar nicht mehr anders. Aber um der Freundin irgendeine Reaktion zu zeigen, fühlte sie sich nicht Lage. Sie war viel zu sehr vereinnahmt von ihrer Aufgabe und dem Schmerz.
Endlich war die Wehe vorbei und sie lehnte sich müde zurück. Sie schloss erschöpft die Augen. Draußen wurde es hell, was das ganze nicht endlich mal zu Ende? Sie konnte nicht mehr. Plötzlich begann neben ihr ein alarmierendes Piepen. Sie riss die Augen auf. „Maddy?!"
„Shannon?"
X
~Maddy~
Sie starrte alarmiert auf das kleine Display des Scanners und Panik war alles was sie noch spürte, die kindlichen Herztöne fielen ab, wurden unregelmäßig, stabilisierten sich, um gleich wieder flatternd abzufallen. „Maddy!" Nathalias Stimme war voller Angst, der gleichen Angst die sie nun verspürte. Verdammt! Mom, wo bist du nur? Nani wo stecken Sie, ich...
„Shannon!"
Maddy riss den Kopf hoch, der Commander sah sie streng an. „Was stimmt nicht?"
„Die Herztöne, sie..."
„Versuch den Kopf zu packen!" Befahl er, sie starrte ihn kurz an, sein Blick wurde strenger. Maddy nickte hastig und hielt dann doch noch mal kurz inne, der Gedanke mit bloßen Händen in den Intimbereich der Freundin einzudringen gefiel ihr fast noch weniger, als das ganze Blut dort unten. „Shannon! Jetzt!"
Sie zuckte zusammen und beugte sich vor. „Es... es geht nicht!" Verdammt, ich komme nicht dran. Ich rutschte ab, kein Halt. Sie wusste es gab Hilfsmittel, in der Klinik, nicht hier. Sie fluchte. „Ich weiß nicht, wie ich..."
X
~Taylor~
Das Piepen eines Alarms hielt ihn davon ab, Jayce zurück zu holen und er blieb sitzen. Nathalia rief nach ihrer Freundin, doch die junge Shannon stand reglos da und starrte auf den Notfallscanner. Er erinnerte sich plötzlich an den Grund, wieso die Tochter von Jim nicht mehr in der Klinik arbeitete und rief nach ihr. Sie hatte sich so gut geschlagen, nur noch ein Weilchen...
Maddy sah auf. „Was stimmt nicht?"
„Die Herztöne sie..."
Er dachte nicht lange nach, bei Lucas war das damals auch passiert. Er wusste noch genau, was die Hebamme damals gemacht hatte. Er sah hinunter auf Nathalia, sie klammerte sich fest an seine Hand. Nein, er konnte sie jetzt nicht allein lassen, Mein Gott! Sie ist erst 17! „Versuch den Kopf zu packen!" Befahl er, das junge Shannon Mädchen starrte ihn an, er sah sie strenger und drängender an. Sie nickte und dann verschwand sie aus seinem Blick. „Shannon! Jetzt!" Rief er streng, als der Alarm wieder drängender wurde. „Es... es geht nicht!" Rief Maddy zurück. Er lächelte Nathalia zu und strich ihr über die nasse Stirn. „Pressen, du musst mehr pressen, hilf ihr."
„Ich... ich kann nicht mehr..." Sie begann dennoch wieder zu pressen, zuckte unter jeder Wehe mehr zusammen und ihre Anstrengungen ließen nach.
Alles in ihren matten Augen machte ihm klar, das sie wirklich am Ende war. Die letzten Tage in der Kolonie, die Furcht, die Flucht, Wash, das alles forderte jetzt Tribut. Er verdrängte seine eigenen Gefühle und löste nun doch seine Hand aus der seiner Tochter. Panisch blickte sie ihn an. „Ich gehe nicht." Flüsterte er.
Er schob sich, in der Enge des Vehikels mühsam, wie umständlich hinter sie, stellte seine Beine neben sie und zog sie zu sich hoch. Nathalia keuchte und presste gleich wieder, als erneut eine Wehe kam. Maddy Shannon starrte ihn fragend an. „Komm her, Mädchen," wies er sie an. Maddy kletterte über die ausgelegten Tücher in das Wageninnere und kniete sich vor Nathalia.
Fragend schaute sie ihn an. „Zusammen," er nickte dem Mädchen zu ehe er hinunter auf seine Tochter sah: „Nathalia, sieh mich an! Nathalia!"
Müde und völlig fertig betrachtete sie ihn. Er nickte. „Du presst, ich drücke, du kannst das, hörst du? Du schaffst das. Aufgeben gibt es nicht!" Er küsste ihre nasse Stirn und sah zu Maddy. „Shannon, raus ziehen!"
Maddy nickte.
X
~Maddy~
Ihre eigene Angst, darüber hatte sie gar keine Zeit mehr nachzudenken, doch die Erschöpfung und die Angst ihrer Freundin machten sie auch so fertig. Sie war Taylor dankbar, das er da war und noch immer eine ruhige Stimme behielt, obgleich sein Blick inzwischen ebenso hektisch und besorgt waren, wie sie sich fühlte. Maddy atmete bemüht tief durch und beugte sich hinunter. „Okay...pressen!"
Sie hörte Nathalias Anstrengung, Taylor, der ihr zuredete. Ihre Augen aber kannten nur ein Ziel, das winzige Köpfchen, dann war es noch etwas mehr vor. Sie griff zu, bekam es fast zu fassen, dann war es wieder fast ganz drinnen. Sie zischte. „Nochmal!" Hörte sie Taylor befehlend und dieses mal schrie Nathalia auf, als Taylor Druck auf ihren Bauch ausübte. Maddy sah schnell wieder vor sich und bekam den Kopf jetzt zu packen. Langsam und vorsichtig, wie es ihre Mutter gesagt hatte, zog sie. „Weiter drücken! Weiter!"
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~Jim Shannon~
Als sie im Lager ankamen, herrschte gespenstische Stille. „Wo ist Reynolds?" Fragte Jim.
„Einen der Container aufbringen, Sir," sagte einer der Soldaten. „Die anderen?" Wollte Jim wissen.
„Späher und Patrouille!"
Sie aber entdeckte kein Anzeichen der Leute, die sie suchte. „Wo ist Taylors Tochter?"
„Bei den Fahrzeugen, er und Ihre Tochter sind auch dort, Mam." Antwortete ein anderer Soldat. Jim sah ihr nach und fing ihre jüngste Tochter auf, die plötzlich von irgendwoher aufgetaucht war. Er redete mit ihr, und sie lief über die kurze Distanz zu den Fahrzeugen.
Elisabeth hörte Taylor im inneren, hörte Nathalia, sie weinte, und wollte nicht mehr. Elisabeth sah auf ihre Uhr. Achteinhalb Stunden, schon unter normalen Umständen nicht ohne. Sie näherte sich und beobachtet, wie Maddy besorgt in den Himmel sah, dann an einen Punkt irgendwo neben sich. Taylor rief nach ihr, Maddy zuckte kurz zusammen, nickte und wirkte wieder viel gefasster.
Elisabeth trat zwischen die Fahrzeuge und näherte sich aus einem Winkel, wo die drei sie eher nicht sehen würden. Jayce saß neben dem Fahrzeug, in dem die anderen saßen, mit dem Rücken zu ihr und sah gar nicht gut aus. Sie lächelte, sie erinnerte sich genau daran, wie Jim bei seinem ersten Kind, Josh auch alles zu viel geworden war.
„Okay...pressen!" Rief Maddy, sie hörte die Sorge in der Stimme ihrer Tochter, den Anflug eines Zweifelns, dennoch blieb sie stehen. Sie wollte nicht helfen wenn es nicht musste, sie wollte das ihrer Tochter nicht nehmen. „Nochmal!" befahl Taylor. Nathalia schrie.
„Weiter drücken! Weiter!" Befahl nun Maddy, sie klang jetzt aufgeregt und Elisabeth lächelte.
Sie wurde in die Seite gestoßen und blickt in das wütende Gesicht ihres Mannes. „Was machst du hier? Helf ihr!"
„Nein, sieh doch... sie kriegt das hin. Mit Taylor, packt sie das."
„Das ist doch nicht dein...du meinst das ernst."
Sie nickte und bedeutete ihm, zu dem jungen Mann zu gehen. Er seufzte und ging. Sie näherte sich langsam dem Fahrzeug. Jetzt sah sie, das Maddy das Neugeborene bereits fast in den Händen hielt.
Noch ein kurzer Moment und das Kind war da. Sie lächelte, sie konnte selbst auf die Distanz sehen, wie Maddy strahlte und weinte. „Es...es ist da!" Ihre Tochter griff nach einem Tuch und legte das Kind darauf, dann zog sie eine Klammer hervor, legte sie an die Nabelschnur und schnitt sie durch. Das Baby schrie. Vorne begannen die Soldaten zu klatschen und Maddy wickelte das Neugeborene ein, sie reichte es Taylor, sagte noch etwas und kletterte aus dem Wagen.
X
~Maddy~
Sie reichte das Baby an Taylor, der es Nathalia auf die Brust legte und ihr dann zulächelte. „Gut gemacht Shannon."
„Mit Ihnen!"
„Nein, das waren Sie ganz allein."
Maddy atmete tief durch und sah hinunter auf Nathalia die müde auf ihr Baby sah. „Ich... komme gleich wieder." Er nickte, sie verließ das Fahrzeug, ging zu den nächsten Bäumen lehnte sich dagegen. Sie spürte wie Aufregung langsam verflog und fühlte sich glücklich, doch auch schrecklich müde. Sie spürte wie sie zitterte und ihre Beine weich wurden. Sie rutschte am Baum in die Hocke und betrachtete ihre zitternden Hände. Ihre Finger, ihre Arme, alles war voller Blut, auch an ihrer Kleidung klebte etwas. Zu ihrer eigenen Überraschung war es ihr tatsächlich egal. Sie rieb die Hände an ihrem ohnehin ruinierten Shirt trocken und schloss einen Moment die Augen.
Mum, wenn du nur...
„Das war klasse, Maddy, Engel."
hier...wärst...! Sie hob den Kopf und schaute auf. „Mum!" Sie wollte ihre Mutter umarmen hielt dann jedoch inne, sie war viel zu schmutzig. „Mum, Nathalia..."
„Ich weiß," sagte ihre Mutter sanft und strich ihr das verschwitzte Haar aus der Stirn. „Du warst... großartig, Schatz. Ich wusste, du kriegst das hin, wenn du musst. Komm, wir waschen dich, besorgen dir etwas zum anziehen und ich kümmere mich um die zwei, mmh?"
„Ich wasche mich. Hole neue Decken und dann... kümmern wir uns, ja?" Fragte sie plötzlich wieder munter. Ihre Mutter nickte. „Wenn du das möchtest." Und wie sie das wollte. „Ja."
xXx
~Lucas~
Böse funkelte er sie an und beobachtete wie sie am Motor herum fingerte. „Na, ist wohl doch nicht soo einfach?" Neckte er, während er sich langsam befreite, das fehlte noch, das die ihn jetzt austricksten und alles zerstörten. Endlich, er war frei, Skye tauchte wieder hinter der Motorhaube unter und er schlich sich raus. Als sie das nächste mal aufsah schlug er ihr mit einem Ast in den Nacken und sie ging bewusstlos zu Boden. Er rannte los, in Richtung Portal. „Lasst KEINEN! Und nichts durch, sie...! Er brach ab, es rauschte unglaublich und von Packs, am Portal verstand er selbst auch nur so viel, das klar war, das auch er nichts verstand. Fluchend verließ er den Weg und lief quer durch den Dschungel.
Xxx
~Taylor~
Die Entscheidung war ihm unglaublich schwergefallen, dennoch hatte er sie getroffen. Reynolds führte statt ihm die Späher am Portal an, die auf ihre Chance warteten das Portal auf dieser Seite wieder unbrauchbar zu machen. Shannon war vor zwanzig Minuten zurück in die Zukunft gereist und sein Zeitfenster nun fast um. Shannons Frau hockte nur wenige Meter von ihm entfernt, ihre Kinder und seine befanden sich in einer geschützten Stellung bei Wetterstation Alpha, beschützt von einigen Marines. „Ihr Mann schafft das, er kommt wieder."
Die Ärztin neben ihm nickte nur.
Er dachte zurück an den Morgen. Es war jetzt zwei Stunden her, das er sich von Nathalia und den anderen verabschiedet hatte:
Sie hatte ihn noch kurz festgehalten. Ruhig und voller Sorge hatte sie ihn angesehen. Angst ihn zu verlieren, sie wusste genau, das er seinen Sohn bekommen wollte. „Ich... ich habe den Namen geändert."
„Wieso?"
„Ayani- Alicia. Denkst du... denkst du, das ... ihr... gefallen?" Er hatte genickt und ihr die Tränen fort gewischt. Mit dem Versprechen zurück zu kommen, hatte er erst sie, dann seine Enkelin geküsst und Valine gewarnt die zwei ja niemals allein zu lassen.
Er war keineswegs sicher, das alles klappte und gut ausging, ein Grund mehr, warum er Valine darauf eingeschworen hatte, immer nur an seine Familie zu denken. Sein Kom piepte es war Skye. Lucas war ihr entkommen. Er fluchte. Shannon hielt ihn zurück. „Ihre Tochter braucht Sie!"
Er nickte, sie ließ ihn los und er stürmte davon. Dieses mal würde ihm Lucas nicht entkommen.
Alle die nichts trauriges mehr wollen, sollten hier nun nicht weiterlesen. Es ist allerdings auch die Erklärung, wieso ich Washs Qual nicht nur benannte, sondern beschrieb, ich musste einfach:
Verlorenes Leben- so klein und winzig
Wie habe ich dich herbeigesehnt
wie groß die Freude, in dem Moment
als ich mir deiner sicher war
du warst unterwegs,
so winzig noch und so ganz nah
ein Teil von mir, so wunderbar.
mit jedem Tag da wuchs die Freude
liebten wir dich mehr und mehr
das erste Bild, und kurz darauf der erste Ton
dein kleines Herz, was da, schlug schon
die Katzen schmusten plötzlich mit meinem Bauch
Seit wann sie es wohl wussten?
Es kam ein Morgen, der da anders war
plötzlich, da war da Blut, ich ahnte es
ich hatte Angst, Angst um dich
schon in der Praxis kam der Schmerz
es wurde gewiss und doch hoffte ich noch
doch sie bewahrheitete sich nicht.
Du warst von uns gegangen,
noch ehe du geboren, wirklich bei uns warst,
jetzt bin ich in meinem Körper wieder allein
kein kleines Herz mehr, kein kleines Leben
ich weine um dich, ich habe Schmerzen
und weiß, du wirst nie bei uns sein.
Doch ich werde dich nicht vergessen
wie winzig du auch warst, du warst mein Baby
wie könnte ich dich vergessen, wie sollte ich
du warst ein Teil von mir, eine kurze Zeit
und ich habe dich geliebt, wie dein Vater
immer werde ich mich erinnern an dich
mein liebes, süßes Kleines.
(07.12.2012)
