TERRA NOVA

Of Daughters

23. Honeymoon und Töchter

Fünf Wochen später

~Taylor~

Obgleich er wusste, das sie niemals alleine vors Tor gegangen war, nicht mit den Sixern, den Phönix- Soldaten und einem möglichen Lucas dort draußen, begann er sich langsam zu sorgen. Sie war nicht wie verabredet zu Hause gewesen, auch nachdem er geduscht war, war sie nicht aufgetaucht. Jetzt auf dem Weg durch die Kolonie sah er auch nichts von seiner Frau. Laut Schwester Ogawa war sie auch nicht in der Klinik gewesen, also blieb noch die Kommandozentrale. Doch warum ging sie dort nicht an ihr Kom?

Er jagte die Stufen hinauf und riss die Tür des Kommandoraumes auf. Dort atmete er erst einmal erleichtert aus. Seine Frau saß vorn über gebeugt, mit dem Kopf auf seinem Schreibtisch und schlief, das blickende Kom lag vor ihr. Mit einem Lächeln schloss er leise die Tür, er trat an ihr vorbei und warf einen Blick in die Wiege zu seiner Enkelin. Das Baby schlief friedlich auf der Seite. Dann ging er zu seiner Frau. Von hinten legte er seine Arme um sie. „Aufwachen, mein Engel."

Alicia fuhr erschrocken herum, dann sah sie ihn entschuldigend an. „Du riechst... nach gewaschen," murmelte sie und setzte sich gähnend auf. „Und du siehst müde aus. Seit wann bist du hier?" Fragte er sanft und küsste sie auf die Wange. „Wie spät?" Wollte sie wissen, er schaute auf die Wandanzeige. „Elf am Mittag."

Sie streckte sich, wodurch er gezwungen war sich hinter ihr aufzurichten. Sie seufzte. „Seit zweieinhalb Stunden?" Skeptisch betrachtete er seine Frau und zog sie zu sich. Während er vor ihr stand musterte er kurz seinen Schreibtisch, ihrem normalen Arbeitspensum nach, war sie nicht mal die benannte Zeit hier, ihrem müden Blick nach aber... „Nicht länger?" Sie schüttelte den Kopf und seufzte. „Kürzer, ich...könnte den ganzen Tag schlafen," seufzte sie und lehnte sich bei ihm an. Ihre Verärgerung dabei entging ihm nicht, so dass er wohlweislich acht gab, das sie sein Schmunzeln nicht bemerkte. Er strich ihr über den Rücken. „Komm, ich bring dich heim und morgen... bleibst du dort und heute."

„Nathaniel zwing mich nicht, dass... kann ich nicht,... nicht wenn du dort draußen bist." Er hob die Brauen und musterte sie mit einem mitfühlenden Lächeln. „Was bringt es dir hier zu sein, wenn du das Kom ohnehin nicht hörst," fragte er und betrachtete das blinkende Gerät. Sie stöhnte. „Ich werde nicht..." Er legte ihr einen Finger auf die Lippen, und schüttelte den Kopf. „Hör mir zu Alicia, du wirst nicht warten müssen, ich gehe nicht mehr raus. Nicht wenn nicht euer Leben davon abhängt. Ich...kann nicht."

~Alicia~

Völlig überrascht schaute sie ihren Mann an. In seinen Augen lag nichts als Wärme und Sehnsucht. Sie wusste, in diesem Moment, er meinte es wirklich ernst, er konnte nicht. Sie lächelte und legte ihm ihre Hand an die Wange. „Du...kannst es wirklich nicht."

„Nein, darum bin ich auch so früh zurück. Ich... habe es nicht ausgehalten. Nie...," er schaute sie ruhig und viel gefühlsvoller als üblich an. Selbst wenn sie allein gewesen waren, hatte er sie bisher nur während der Hochzeit so intensiv und warmherzig angesehen. Er seufzte leise und atmete tief durch, „...niemals, habe ich so gefühlt, nicht... nicht mal bei Ayani."

Gerührt und aufgeregt schaute sie ihm tief in diese eisblauen Augen, die so so sehr liebte. Sie wusste, das es ihn viel gekostet hatte, seine Gefühle in Worte zu fassen. Nathaniel war nicht gut in so was, das war er nie gewesen, erst Recht nicht seit dem Verlust, seiner ersten Frau. „Nathaniel, ich... ich liebe dich, soo sehr." Er nickte und drückte sie einen Moment lang fest an sich, ehe sie beide in einem tiefen Kuss versanken.

X

Hinter ihnen öffnete die Tür und gezwungenermaßen lösten sie sich voneinander. Gerade schob Shannon jemanden hinaus, ehe er sich grinsend davor aufbaute. „Ihr zwei solltet euch dringend ein Zimmer nehmen."

„Wo Jim? Außenposten 2?" Fragte er grinsend, wofür Alicia ihm einen Seitenhieb gab, „Nathaniel," zischte sie leise. Jim aber warf ihm einen frustrierten Blick zu. „Warte nur ab, kurz nachdem sie zurück sind, wirst du mich verstehen, wenn sie dir erklärt das sie schwanger ist." Sagte Jim und setzte sich mit einem frustrierten Seuftzen an den zweiten Tisch im Raum.

Taylor löste sich von seiner Frau, nachdem er ihr etwas zugeflüstert hatte und ging auf den jüngeren Mann zu. „Jim...haben Sie etwa ein Problem damit jetzt schon Großvater zu werden?" Er grinste breit und schaute hinter sich, wo seine Frau und seine Enkelin kamen. „Ich versichere Ihnen, es ist...eigentlich ein gutes Gefühl."

Jim schaute ihn böse an und stand auf. Er verschränkte die Arme und schüttelte den Kopf, dann hob er die Hand und stieß ihm einen Finger hart gegen die Brust. „Was, werden Sie sagen, wenn Ihre Tochter, erneut schwanger, aus ihrem Honeymoon kommt?"

Taylor grinste weiterhin, das war nichts, worüber er nicht nachgedacht hatte und während ihm dieser Gedanke zunächst gar nicht gefallen hatte, sah er es längst anders, nach einem Gespräch mit Alicia. Seine Frau hatte Recht, er glaubte nicht, das die beiden jungen Leute es damit allzu eilig hatten und selbst wenn, so würde sein Sohn, mit ihren Kindern spielen können. Nicht unbedingt das schlechteste. „Wissen Sie Jim, sie mag siebzehn sein, doch sie ist definitiv reifer, als ich es damals war und diese Welt mag gefährlich sein, aber nicht giftig."

„Abgesehen von all diesen Tierchen und Pflanzen dort draußen, meinen Sie?" Shannon seufzte und setzte sich. „Ja...Sie haben Recht, ich will nicht darüber nachdenken, ich...habe wirklich gehofft, dass ich noch nicht so rasch einem Enkel entgegen sehe."

„Maddy ist schlau, sie packt das," sagte Alicia und ging zur Tür. „Kommst du Nathaniel?"

xXx

~Nathalia~

Das es draußen schon wieder hell sein musste konnte sie nur erahnen, viel Licht kam hier unten, durch die Belüftung nicht hin. Sie drehte sich herum und bettet ihren Kopf auf seiner Brust. Sofort legte sich eine Hand auf ihren Rücken. „Morgen, Peaches."

Sie grinste, schob ihre rechte Hand zwischen ihr Kinn und seine Brust. „Gut geschlafen?" Fragte sie leise. „Du meinst... nachdem du mich endlich hast lassen? Öhm...ja," er strich ihr durch das Haar. „Ich also, ja?" Fragte sie und schüttelte den Kopf. „Und ich dachte mich zu erinnern, dass du es warst der da am Ende doch wieder auf mir war." Sie kicherte und er schmunzelte breit. „Wollen wir aufstehen?"

„Und sehen, ob wir dieses mal die ersten sind?" Fragte sie. „Sag mir erst, wie spät es ist." „Neun."

Sie schob sich auf seine Oberschenkel und beugte sich vor, wobei sie sich auf seine Brust lehnte. „Weißt du... eigentlich... würde ich... ganz gerne zurück. Zwei Tage... sind einer zu lang." Sie küsste ihn und schaute ihn flehentlich an. „Bitte, nicht böse sein," bat sie leise. Er strich ihr durch das Haar und lächelte breit. „Schon gut, ich... vermisse die Kleine auch. Packen wir?"

„Vorm Frühstück," antwortete sie und strich ihm über den nackten Oberkörper, „aber... nach dem frisch machen, sonst... kommen wir nicht weit." Sie erhob sich von ihm und dem gemeinsamen Lager, ging hinüber in den kargen, einfachen Waschraum. Sie hatte keine Ahnung, was Maddy und Mark sagen würden, wenn sie erfuhren, dass sie beide vorhatten früher zurück zu kehren. Aber sie war auch sicher, das die beiden es verstehen würden.

xXx

~Sixer~

„Sag mal... ist das da unten nicht Taylors Kleine?"

Mira nahm ihr eigenes Fernglas und schaute in die besagte Richtung. Sie nickte und sah dennoch erneut hinunter. Der Mann neben ihr regte sich, beugte sich zu ihr. „Greifen wir sie uns, dann wird er zuhören."

„NEIN!" Sie starrte Badha an und dann mahnend zu den beiden anderen Sixern die sie mitgenommen hatte. „Und KEIN Wort zu einem der Soldaten. Wenn einer von uns, nur einer, seine Tochter anfasst, dann wird er keine Gnade kennen. Er wird uns töten, ohne Unterschied."

„Was macht dich so sicher?!" Rief Toben und kam näher. Sie sah den etwa gleichaltrigen Mann ernst an und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Denk nach! Was würdest du tuen, wenn dir dein Sohn, deine Frau nimmt und deine Feinde, dann noch deine Tochter aufgreifen?"

„Jeden töten, der..."

„Eben, siehst du," sagte sie und nickte ernst. Mira wollte reden, sie wollte Taylor warnen und sie wollte nicht länger ihre Leute in den kargen Badlands zu Tode kommen lassen. Im Gegensatz zu den Phönix- Soldaten wusste, sie das der Winter dort, dem Sommer vorzuziehen war. „Toben, Darron, folgt ihnen, stellt sicher, das sie nicht angerührt werden und schickt Taylor diese Botschaft." Sie reichte den beiden Männern ein Pergament. „Hier, schießt es mit einem Pfeil an die Wand der Kommandozentrale, aber ich warne euch! Verletzt niemanden, ergebt euch lieber. Oder er wird uns nicht anhören."

„Was wirst du machen, Mira?"

„Auf eure Nachricht warten und sicherstellen, das die junge Shannon da unten nicht aufgegriffen wird, ihr Vater ist nicht weniger unnachgiebig, denn Taylor."

„Warum sollten Sie uns, überhaupt anhören?"

„Weil wir alle hoffen sollten, das nur unsere Gruppen hier überleben werden und neu beginnen können. Ja ich würde alles dafür tuen, um meine Tochter wieder zusehen, aber ihr habt Cammon gehört, niemand hat sich um unsere Leute gekümmert wir... sollten nur gehorchen und ihre Drecksarbeit machen! Ich glaube nicht mehr an die Zukunft. Nicht nachdem er Baker und Phricks einfach abgeschlachtet hat wie Tiere! Du willst zurück zu ihm?! Geh! Aber alleine und ohne Waffe! Geh!"

„Du weißt genau ich habe niemanden, weder dort noch in der Zukunft. Ich wollte nur wissen, wem ich jetzt Loyalität gebe und dich kenne ich, aber Taylor?"

„Niemand zwingt uns dort zu bleiben, in der Kolonie, die meisten werden es auch nicht wollen, aber wir können zurück in unser zu Hause und mit der Kolonie handeln."

„Du traust Taylor?"

„Ich traue ihm nicht, noch nicht, aber er ist ehrlich, er war nie unehrlich, oder hat uns betrogen, noch hat er uns Medikamente verweigert, wenn wir sie brauchten."

Sie schaute in die Runde und ging mit ihnen allen zurück zu den anderen. Sie erzählte ihren Leuten, was sie eben besprochen hatten und sah sich zwischen ihren Leuten um. „Jemand hier, der lieber zurück will in die Badlands und zu den Phönix- Soldaten? Irgendjemand, der daran zweifelt, das... der Traum von Terra Nova auch unsere einzige wirkliche Zukunft ist?"

Schweigen, dann Gemurmel. Sie nickte. „Entscheidet Euch bis zum Abend. Bis dahin, Toben, Darron, ihr habt eure Aufgabe, ich beobachte den Außenposten, kommt zu mir und teilt mir eure Meinung mit." Sie drehte sich herum und ging.

xXx

~Maddy~

„Mark, was stimmt nicht? Wieso willst du nicht wieder raus und warum sind die Fallen aktiviert?" Fragte sie wachsam und zeigte hinunter auf das Terminal. „Was ist hier los? Du hast eben mit Taylor gesprochen, als ich hinten war, oder?"

„Nein, deinem Vater. Er schickt uns zwei Einheiten raus, eine wird uns zurückbringen, tut...tut mir Leid Maddy," sagte er und kam langsam zu ihr. Er legte die Arme um sie und schaute sie wirklich bedauernd an. Sie nickte nur fasste seine Arme. „Warum? Sagst du mir das jetzt auch? Ist Nathalia und Jayc..."

„Nein, ihnen geht es gut, eine Einheit wird ihnen entgegengeschickt. Aber ich... als ich dir die Blumen holte habe ich einige Sixer gesehen. Ich will nicht das dir etwas passiert und ich weiß auch das dein Vater mich dann wirklich umbringen wird, Ich zweifle ohnehin immer noch, das er es nicht sowie so tuen wird. Maddy... das... war nicht richtig..." Sie nickte und seufzte dann. „Ich weiß, aber ich... es war doch wirklich unbeabsichtigt, ich...habs einfach vergessen."

„Ich weiß," sagte Mark und legte ihr eine Hand in den Nacken küsste ihre Stirn. „Nur glaube ich nicht, dass er es dir glauben wird."

„Das ist sein Problem." Flüsterte sie trotzig. Er nahm seufzend ihre Hand. „Maddy... es ist auch unseres, ich... will keinen Streit zwischen uns und deinen Eltern."

„Ich weiß. Tut mir Leid." Sie seufzte und löste sich von ihm. „Wann sind sie da?"

„In drei Stunden."

„Gut, ich... packe dann und... Mark, egal wie kurz, es war fantastisch."

Er grinste breit und sie schenkte ihm ein liebendes Lächeln, ehe sie im hinteren Teil der Station verschwand. Alleine begann sie zu packen. Sie waren zwei Tage hier gewesen, heute wäre der dritte gewesen. Gestern hatte sie es ihm gesagt. Für einige Minuten war er wirklich sauer gewesen. Sie seufzte und hielt inne. Mum, ich weiß, dass ich dich enttäuscht habe, aber ich habe wirklich gedacht, dass... nichts passieren wird. Sie schüttelte den Kopf und rollte den ersten der zwei Schlafsäcke ein. Ja, ich weiß, ich hätte es wissen sollen.

xXx

~Toben und Darron~

„Da vorne aus dem Norden kommt ein Konvoi, drei Einheiten, schwer bewaffnet."

„Im Westen nähert sich ein Stoßtrupp der Phönixe, wir sollten Mira warnen und die zwei dort unten, sie treffen besser rasch auf ihre Leute," sagte Toben. Darron nickte. „Du schießt besser," sagte er und reichte ihm ein Stück Leder und Kohle. „Warne du die zwei, ich schicke eine Warnung mit dem Spiegel. Bis gleich."

Die beiden trennten sich. Darron lief zurück in den Wald und Toben schrieb eine kurze Notiz, ehe er sich einen guten Platz zum schießen suchte.

xXx

~Nathalia~

Sie hörten etwas und ehe sie noch reagieren konnte, zog Jayce sie hinunter. Im nächsten Moment landete ein großer Pfeil auf dem Weg neben ihnen. Sie sahen sich einen Moment lang an, dann wollte sie zu dem Pfeil gehen, doch Jayce hielt sie zurück und ging selber. Er löste das Papier und öffnete es.

Phönixe im Westen,

Zwei Stunden entfernt

sie suchen uns,

Mira

„Glaubst du das?" Fragte sie ihn. Er sah sich um und zuckte die Achseln. „Was verschweigst du mir?" Fragte sie leise. „Einiges," sagte er und reichte ihr seine zweite Waffe. Besorgt musterte sie ihn. „Wohl wirklich was mehr," sagte sie und entsicherte die Waffe. „Komm, schneller!"

„Jayce!"

„Sie hat sicher recht, Mark hat die Kolonie vor einer Stunde, kurz nach unserem Aufbruch gewarnt und auch erklärt das die Sixer sehr auf ihre Rückendeckung bedacht waren. In einem Pflanzenfresser- Revier, nicht eben üblich."

„Na, prima," sagte sie und lief schneller, er grinste und folgte ihr. „Dein Vater wird sich freuen, wenn du wider in der Kolonie bist."

„Und dich wird er lynchen, weil du nicht gesehen hast, das wir verfolgt werden. Ich besuche dich dann in der Zelle." Sie grinste neckisch und entsicherte ihre Waffe. Er warf ihr, als Antwort einen leicht ärgerlichen Blick zu und lief weiter.

xXx

~Taylor~

Besorgt lief er auf und ab. Seit Stunden schon hatte er nicht gesessen, nicht getrunken. Schließlich stand sie auf, legte Nathalias Baby weg und trat ihm in den Weg. „Nathaniel, geh. Das ist es was du willst, geh raus und hol sie heim," sagte sie leise. Er schüttelte den Kopf. „Ich... kann nicht, nicht bis ich weiß, ob die Phönixgruppe herkommt, nicht bevor..."

Sein Kom piepte, er riss es von seinem Gürtel. „Taylor?"

Sir, Trupp 1 kommt mit Ihrer Tochter zurück. Ankunft in zehn bis fünfzehn Minuten.

Sie seufzte und lächelte ihm zu. „Geh, endlich!" Sie grinste und er lief hinaus.

Als er am Tor ankam, war es gerade erst oben und der Treck noch einige hundert Meter entfernt. Doch er sah bereits seine Tochter und lief ohne weiter nachzudenken los. „Nathalia!"

Einen Moment später drückte er seine Tochter an sich und strich ihr durchs Haar. „Alles klar?"

„Uns fehlt nichts, wirklich, außer dem Pfeil, haben wir nichts gesehen."

Er nickte und deutete zum Kommandostand. „Geh rein, Alicia und deine Kleine warten dort oben."

Nathalia lächelte breit und lief bereits an ihm vorbei, ehe sie durch das Tor zurück waren. Nachdenklich schaute er ihr hinterher.

Kaum war er Minuten später oben auf dem Balkon des Kommandocenters, und der Stoßtrupp wieder hinaus gefahren, als etwas neben ihm ins Holz schlug. Er wirbelte herum, duckte sich. Unter ihm riefen seine Leute wild durcheinander, einer rief zum Aufbruch. Taylor nahm das Leder vom Pfeil.

TAYLOR

Er rief seine Leute zurück, an der Tür erschien seine Frau. „Was ist das?"

„Ich wette ich weiß von wem." Sagte er und faltete das Leder auseinander. Alicia kam näher. „Mira", sie nickte langsam und kam zu ihm. Er überflog die Zeilen und reichte sie an ihn weiter.

Hi, Taylor

wir wollen zurück in unser Bäume,

und wir beide sollten sprechen, die

Phönixe werden uns wohl suchen, ich hoffe

wir treffen uns vorher.

Heute Nacht, an den Wasserfällen, du weißt, welche.

Mira

Neues Treffen, wenn eure Jugendlichen sicher

zu Hause sind, wir halten ihnen den Rücken frei.

In Miras Auftrag Toben McGuire

„McGuire, er ist ein SEAL und ein Auftragskiller. Es wäre ihm ein leichtes gewesen, Nathalia und Jayce..."

„Ich weiß," sagte er und nickte, „Ein Grund mehr, warum ich zu diesem Treffen gehen sollte."

„Nicht alleine," bat sie ihn ruhig. Er nickte und lächelte breit. „Ich nehme Shannon mit und du..." er zog sie zu sich. „Versuch zu schlafen, aber gehe bitte definitiv heim. Ich werde Shannon auftragen, dich im Augen zu behalten, wenn ich muss. Muss ich?" Fragte er.

Sie schüttelte den Kopf und sie küssten sich kurz, ehe sie zusammen ins Kommandozentrum gingen. Dort setzten sie sich und warteten. Als sie bald darauf beinahe einschlief, brachte er sie gegen ihren Willen nach Hause und rief Nathalia, damit sie bei ihr blieb. Er selbst wollte ebenfalls bleiben, bis er mit Shannon aufbrechen musste. Inzwischen waren auch die junge Shannon zurück und Reynolds.

So war er wenig begeistert als Elisabeth Shannon ihn schon kurze Zeit nach seiner Ankunft in den eigenen vier Wänden mit Nachdruck in die Klinik rief.

xXx

~Elisabeth~

„Shannon! SHANNON!"

Elisabeth, gerade erst wieder im MedLab angekommen fuhr herum und lief hinüber in den rechten Teil der Klinik, in dem die vier Kinder lagen, die bei der Explosion des Portals schwer verletzt worden waren. Zwei waren inzwischen auf gutem Weg und würden die Klinik sicherlich die nächste Tage verlassen, aber nur der Junge gesund wie früher. Dem Mädchen fehlte der linke Unterarm und sie zog das linke Bein nach, etwas, was sich wohl nie legen würden. Die Nerven in ihrem Bein waren geschädigt. Die beiden anderen Kinder, beides Mädchen lagen seit dem Anschlag auf das Portal im Koma, bei der jüngeren war sie seit Tagen am überlegen, die Geräte abzuschalten, nichts wies auf Besserung hin und Angehörige hatte sie hier auch nicht. Sie hatte keine Ahnung was sie hier tuen sollte.

„Hann? Hanna, was..."

Sie blieb in der Tür zum zweiten abgetrennten Bereich stehen und atmete überrascht ein. „Sie ist...seit wann ist sie wach?" Skye die neben dem Kind saß und nicht wie erwartet Hanna schaute kurz auf ihr Handgelenk. „Als ich vor dreißig Minuten herkam, da war sie schon wach. Hanna hat sie vorhin extubiert und Sie dann gerufen."

„Okay, was sagen die Scanner, Skye?"

„Alles im grünen Bereich."

„Hat sie dir ihren Namen verraten." Als die junge Frau sie jetzt ansah, ahnte sie das genau hier das Problem war. Skye nickte. „Und das sie zu ihrer Mama will."

„Skye, ich warte," drängte sie, die andere nickte. „Sie heißt Sienna, sie sagt ihre Mutter sei Mira, Mira Dolton."

Elisabeth nickte und näherte sich langsam dem Bett. Während sie Skye bedeutete das Kind abzulenken, was diese dann auch tat, nahm sie dem kleinen Mädchen Blut ab und reichte es anschließend Skye. „Du kannst mit dem Analyse- Scanner umgehen?" Das junge Mädchen nickte und ging rasch davon. Sie wandte sich ihrer jungen Patientin zu, ihr war eben eingefallen, wie alt laut Taylor Miras Tochter sein sollte. „Sienna, wie alt bist du?"

„Sie-sieben."

Sie nickte und lächelte dem Kind zu, strich ihm durch das Haar. „Weißt du, wer dich hier her gebracht hat?" Die Kleine nickte und als sie sich hinsetzten wollte fiel sie überrascht, wie unkontrolliert auf die Seite. Sofort stahl sich Panik in ihren ohnehin unruhigen Blick. „Sienna!" Sie legte das Kind rasch zurück auf den Rücken und musterte sie genauer. Langsam nahm sie den rechten Arm des Kindes in ihre Hand und bewegte ihn. Sie war über die rechte Seite gekippt und das war auch die Hand, die Sienna, seit Elisabeth den Raum betreten hatte nicht benutzt hatte. Sie tastete den Arm der Kleinen ab, kniff vorsichtig in die Haut, das Kind reagierte nicht, erst nachdem sie es fragte, ob es weh tat. Dann begann Sienna zu weinen und nach ihrer Mutter zu rufen.

Elisabeth nahm die Kleine in den Arm und hob sie aus dem Bett, setzte sich mit ihr auf den Stuhl, neben dem Bett. Während sie das Kind zu trösten versuchte, tastete sie auch noch das rechte Bein ab. Nichts. Stumm begann sie zu fluchen. Sie fasste den Kopf der Kleinen und drückte ihn sanft gegen die eigene Schulter, die andere Hand legte sie dem Mädchen um die Hüfte. „Schscht, es ist gut. Alles gut." Doch die Kleine beruhigte sich nur sehr langsam, Elisabeth hatte volles Verständnis für sie. Da wachte sie mitten in der Fremde auf und sah niemanden den sie kannte, nur um dann festzustellen, das ihr der kleine Körper nicht gehorchte. Das Leid und die Angst des Kindes trafen sie tief, sie musste an ihre eigenen Kinder, vor allem aber an Zoe denken.

Sie schaute auf, als Skye zurück kam. „Und?" Die junge Frau nickte. „Sie hat Recht."

„Skye, bitte setzte dich, nimm sie und passe gut auf, ihre rechte Seite ist gelähmt."

„Wird...wird das wieder..."

„Ich... weiß es nicht, aber die Chance ist nicht gut, da es wohl eher mit ihrer Kopfverletzung zusammenhängt. Ich bin gleich zurück."