Wir kamen relativ früh an. Es war vielleicht gerade mal mittags, als wir aus dem Bus ausstiegen und uns ein streng-aussehender brünetter Mann mit Schnurrbart gegenüberstand. Er stank fürchterlich, als hätte er lang nicht mehr geduscht, falls doch, dann in Eichhörnchen! Typische Campingklamotten, wenn auch leicht zerfetzt und… waren das BRANDFLECKEN?!
„Willkommen im Pufflehuff-Sonnenschein-Camp. Ich bin Günther und für diesen Sommer euer Campleiter", begrüßte er uns. Wir vier starrten ihn einfach stumm an. Er lächelte nervös. „Hehe, äh, wir gehen erstmal zu Fuß zum Camp, dann gehen wir die Anwesenheitsliste durch." Wir nickten alle und folgten ihm.

Es folgte ein epischer Fußmarsch von 20 Minuten, in denen wir Feen, Kobolden, einem Drachen und sogar einem wilden Fresh-D begegneten, der alle versuchte wegzubattleln, was ihm bei unsrem Grüppchen aber nicht gelang, da wir bei Zockermarathons von Tomodachi Life und anderen Spielen dazugelernt hatten. Im Endeffekt suchte er dann sein Hörgerät.
Am Ende fanden wir eine Lichtung von rund 10 Quadratmetern, in der Nähe stand ein etwas kleines Haus. Günther drehte sich zu uns um: „Ok, ihr Kleinen. Wir schauen jetzt erstmal, wer kein Drachenfutter geworden ist." Er nannte die Namen der Teilnehmer und machte sich dabei Notizen auf seinem Klemmbrett. Bei manchen Namen konnte ich mir das Lachen nur knapp verkneifen. Ich meine, wer nennt sein Kind denn Jesus oder Hildegard?
Jedenfalls sagte der 40-Jährige nach gefühlten 10 Lachkrämpfen: „Nun gut, einige scheinen noch nicht mal angekommen zu sein. Ich gehe wieder zurück und warte auf den Rest. Ihr könnte derweilen die Gegend erkunden, aber lauft nicht zu weit weg!" Gesagt, getan.

Nachdem alle erstmal ihre Zelte aufstellten teilten sich die Jugendlichen in Gruppen auf. Ich und meine Freundinnen Sophie, Pauline & Clara blieben natürlich zusammen. Wir wollten uns die kleine Hütte in der Nähe anschauen. Wer weiß, vielleicht spukt es ja sogar da drin? Innerlich freute ich mich richtig drauf.

Wieder bestritten wir einen epischen Fußmarsch von 5 Minuten, diesmal jedoch ohne irgendwelchen Fabelwesen zu begegnen. Hm, schade. Ich hätte mich gerne mit einem Gnom angefreundet, wer weiß, wofür die gut sind. Hihi, oder einer Fee beim Anmalen geholfen. Vielleicht hätte ich dann eine „neue" Schmetterlingsart erschaffen. Bei dem Gedanken daran fange ich an zu lachen, während mich die anderen 3 nur komisch angucken, obwohl sie wahrscheinlich schon wissen, was ich gedacht habe.
Jedenfalls kommen wir an dem Haus an. Es sieht etwas heruntergekommen aus, hat ein verkehrtes „S" am Dach hängen. Überall zeigen Schilder zur Hütte und aus dem Fenster sieht man… ein Dreieck? Merkwürdig.
Noch merkwürdiger aber ist der Anblick, der sich uns bietet, als wir die „Mystery Shack" betreten. Uns leuchtet der haarige Vollmond eines alten Knackers entgegen, der sich gerade ein Shirt aus einer Kiste suchen will…