Hallo,
hiermit präsentiere ich euch das zweite Kapitel.
In übrigen ist diese Fanfiction an keinen bestimmten Zeitpunkt gekoppelt. Einmal, weil man bereits in der Serie selbst schlecht sagen kann, welche Episode (abgesehen von einigen Ausnahmen) nach welcher spielt. Jedoch enthält diese FF hier und da Erwähnungen zu einigen Episoden, bis hin zur Troublemaker Episode.
Ladybug stand angespannt in ihrem Zimmer. Sie wusste, dass sie noch ausreichend Zeit zur Verfügung hatte, denn es waren noch etwas mehr als 45 Minuten bis zu ihrem Treffen mit Chat Noir und der Treffpunkt war nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt. Jedoch wusste sie noch nicht, ob ihr Partner kommen würde oder nicht. Und so griff sie zu ihrem Yo-Yo, um dieses auf Nachrichten ihres Partners hin zu überprüfen. Mit klopfenden Herzen öffnete sie ihr Yo-Yo und begann die Mitteilungsliste zu durchforsten.
Und zu ihrer Überraschung fand sie auch eine Nachricht mit dem heutigen Datum vor. Sie musste schwer schlucken, ehe sie mit einem zitternden Finger die Nachricht öffnete.
「Guten Morgen My Lady. Ich hoffe doch sehr, dass du gut geschlafen hast. Ich freue mich bereits auf unser Treffen. ;3 Bis gleich~~~ In Liebe Chat Noir」
Aufgrund ihrer Anspannung benötigte sie ein paar Sekunden länger, ehe sie den Inhalt der Nachricht vollständig registrierte. Geplättet starrte sie auf den Bildschirm. Vor dem Öffnen der Nachricht hatte sie eine Absage erwartet, jedoch nicht diese, für ihn so typische Nachricht. Bald darauf schüttelte sie ihren Kopf, während sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. „Dieser Idiot…", seufzte sie.
Kurz darauf tippte sie eine Antwort ein, unabhängig davon, ob er diese vor dem Treffen noch lesen würde oder nicht.
「Vielen Dank, auch dir wünsche ich einen Guten Morgen Chaton. Lass dich unterwegs nicht von den Hunden beißen. Bis gleich Ladybug」
Ladybug bereitet sich mental darauf vor, ihre Verwandlung aufzulösen. Doch ehe sie ihren Worten eine Stimme geben konnte, erklang ein Signal aus ihrem Yo-Yo. Verwundert warf sie einen Blick auf ihren Bildschirm, nur um eine neue Nachricht vorfinden. Wie es schien, war auch ihr Partner gerade in seiner Superheldengestalt und so nutzte er den Moment für eine Gegenantwort.
「Oh My Lady, es freut mich zu hören, dass du auch kommen wirst. Da fällt mir ein Stein vom Herzen. Und sei unbesorgt, ich werde um jeden Hund einen weiten Bogen machen. ~(^w^~) 」
Beim Lesen der Nachricht konnte sich die rotgekleidete Heldin ein Augenrollen nicht verkneifen. Gerne hätte sie noch weiter mit dem schwarzen Helden gechattet, jedoch musste sie sich noch fertig machen und so schickte sie ihm eine letzte Nachricht, ehe sie ihre Verwandlung auflöste.
「Es freut mich auch, dass du nicht deinen Schwanz einziehst. Aber Chat, ich muss jetzt Schluss machen. Wir sehen uns gleich. Und vergiss nicht loszugehen! 」
Chat Noir las die Nachricht von seiner Partnerin mit einem Lächeln. Er überlegte noch, ob er eine neue Antwort schreiben sollte, jedoch entschied er sich dagegen, da er wusste, dass er in nicht mal mehr einer Stunde so lange mit Ladybug sprechen könnte, wie er wollte. Und so löste er seine Verwandlung mit dem Wort „Zurückverwandeln" auf.
Nachdem sein Superheldengewand durch seine normale Kleidung ersetzt wurde, kam auch schon sein Kwami wieder zum Vorschein. Ohne zu zögern, begann dieser zu jammern: „Oh man war das anstrengend. Ich könnte eine ganze Schiffsladung Camembert verdrücken."
„Plagg jetzt übertreibst du aber", erwiderte dieser mit einem Kopfschütteln, während er zu seinem Schreibtisch ging, um eine Packung Käse aus diesem hervor zu holen. Er entnahm ein Stück und warf es dem kleinen Gott entgegen. Dieser fing das Objekt seine Begierde mit großer Freude auf.
„Sooo, kommt Ladybug nun? Oder können wir hier in deinem Zimmer den Tag in aller Ruhe faulenzen?", fragte Plagg eher uninteressiert, während er sich den Käse in den Mund schob.
„Tut mir Leid Plagg, aber so wie die Dinge stehen, werden wir diesen wunderschönen Tag im Freien verbringen müssen. Aber ein bisschen frische Luft wird dir ganz gut tun", triezte der Blonde seinen kleinen Freund. Eiligen Schrittes suchte er seine Sachen zusammen.
„Wenn das sein muss…", gab sich der Kwami mit hängendem Kopf geschlagen. „Aber mal was anderes, bist du dir sicher, dass du Ladybug erkennen wirst?"
„Natürlich. Ich werde doch wohl meine Partnerin erkennen", sprach Adrien selbstbewusst und ohne umschweif, während er seine Tasche packte. „Wieso fragst du?"
„Ja, natürlich, deswegen hast du dem Bäckermädchen auch gesagt, dass sie nicht wie Ladybug aussieht…", hätte Plagg ihm gerne entgegen geworfen, doch leider konnte er dies nicht, ohne die Identität der Heldin in Rot zu offenbaren. „Nur so… ich habe nämlich Sorge, dass wir nicht rechtzeitig zum Abendessen zurück sein werden. Nicht das noch jemand meinen Käse auffrisst….", wimmerte Plagg, um den Blonden vom Gesprächsthema abzulenken.
Dies ließ Adrien mit den Augen rollen. „Du nun wieder… Ich werde sie schon erkennen, verlass dich darauf. Außerdem sollten sowieso nicht soooo viele Mädchen mit schwarzen Haaren und Zöpfe an dieser Bank warten", strahlte der Blonde voller Zuversicht. „Aber es wird langsam Zeit. Bist du bereit Plagg?", fragte er und hielt sein Hemd für den kleinen Gott offen.
„Na, wenn du sagst…", murmelte Plagg während er seinen Platz in Adriens Innentasche einnahm. „Aber beeil dich gefälligst!"
„Du möchtest doch eh nur Käse essen, nicht wahr?", grinste der Blonde und schloss sein Hemd. Noch einmal warf ein Blick auf sein Zimmer, um zu sehen, ob e auch alles hatte, ehe er sich aufmachte.
Mit der Ausrede, dass er mit seinen Klassenkameraden zusammen an einem Projekt arbeiten würde, ließ sich Adrien von seinem Bodyguard vor der Schule absetzen. Er schaute der Limousine zunächst noch nach, um sicher zu stellen, dass er unbeobachtet war. Da er frühzeitig losgefahren war, konnte er es nun langsam angehen lassen und so machte er sich mit gemächlichen Schritten auf dem Weg zum nahegelegenen Park.
Auf seinen Weg hin zum Park kam er an der Bäckerei seiner Mitschülerin Marinette vorbei. Neugierig warf er beim Vorbeigehen einen Blick durch die Schaufenster hindurch in das Geschäft. Dabei kam er in Blickkontakt mit Marinettes Mutter. Diese warf ihm ein Lächeln zu und winkte freundlich. Er erwiderte die Geste und winkte zurück. Seinen Blick richtete er danach wieder nach vorn zum Park hin.
Im Park angekommen, war es ein leichtes für ihn, die gesuchte Bank zu finden. Zu seiner Freude war die Bank leer. Es ist nicht so, dass er sich nicht gewünscht hätte, dass Ladybug schon da wäre, aber zumindest bedeutete dies, dass niemand anderes die Bank blockierte. Eifrig setzte sich der Junge in die Mitte der Bank und zog sein Handy aus der Tasche, um die Zeit zu überprüfen. Noch waren es einige Minuten bis zur verabredeten Zeit und so begann für ihn nun das Warten.
Marinette schritt langsam die Treppe hinab. Vor dem Gehen wollte sie sich noch rasch von ihren Eltern verabschieden und so bog sie am unteren Ende der Treppe nach links in die Bäckerei ein.
„Maman, Papa", sprach sie um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu bekommen.
Beide drehten sich zu ihrer Tochter und schauten sie gespannt an. Tom war der erste, der zu Sprechen begann. „Marinette, was können wir für dich tun?"
„Ähm, ich habe noch was zu erledigen, deswegen werde ich für ein paar Stunden weg sein. Ich probiere zum Abendessen wieder hier zu sein", erklärte sie rasch, ging auf ihren Vater zu und gab ihm einen Wangenkuss zum Abschied.
„Okay bis später mein Schatz", lächelte ihre Mutter sanft, während Marinette ihr einen Kuss auf die Wange gab. „Da fällt mir ein, ich habe gerade deinen Klassenkameraden Adrien gesehen, bist du etwa mit ihm verabredet?", fragte ihre Mutter schelmisch.
Dies ließ die jüngere Schwarzhaarige stutzen. „Ehhh? Adrien?", fragte sie verdutzt.
„Ja. Vor einigen Minuten lief er an der Bäckerei vorbei", erklärte ihre Mutter mit einem Lächeln.
In Marinette keimte der Drang, sich auf die Suche nach ihren geliebten Klassenkameraden zu machen. Doch kurz darauf sah sie vor ihrem mentalen Auge das Bild eines loyal wartenden Chat Noir und so verwarf sie diese Idee rasch.
„Nein eigentlich nicht, vielleicht ist er ja mit Nino hier in der Gegend verabredet. Die beiden sind schließlich beste Freunde. Ich muss dann jetzt aber los. Wir sehen uns dann später", sprach sie rasch und ging zurück zur Tür.
„Hab Spaß", rief ihr ihr Vater hinterher. Marinette drehte sich noch einmal um, um ihren Eltern zuzuwinken, ehe sie durch die Haustür hinausging.
Draußen vor der Haustür, blieb sie zunächst einmal stehen und ließ die neue Information über Adrien erst einmal sacken. „Adrien ist hier…", flüsterte sie leise und starrte auf den Boden.
„Marinette!", tönte es mahnend aus ihrer Handtasche, woraufhin ihr Kopf nach oben schnappte.
„Ja ich weiß, es gibt wichtigeres", musste Marinette sich eingestehen. Sie schüttelte ihren Kopf, um die Gedanken an Adrien abwerfen zu können. Mit nun klaren Gedanken, machte sie sich auf zum Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Im Park selbst musste sie eine kleine Strecke gehen, da sie extra eine Bank gewählt hatte, die von der Bäckerei nicht einsehbar war, damit ihr ihre Eltern nicht unangenehme Fragen über den „Jungen" stellen würden.
Von weitem sah Marinette, dass bereits jemand auf der Bank saß, jedoch konnte sie aufgrund der Entfernung noch nicht erkenn, wer dort saß. Mit jedem weiteren Schritt stieg die Anspannung und ihr Herz schlug schneller.
Doch mit einem mal blieb sie abrupt stehen und ihre Augen weiteten sich schlagartig, denn nur wenige Meter entfernt saß Adrien Agreste. Sie wollte nicht nach ihm suchen und dennoch fand sie ihn und zu allen Übeln, saß er genau an dem Platz, an dem eigentlich Chat Noir sitzen sollte. Das konnte nicht gut ausgehen.
„Adrien?", ganz perplex von der Situation, rutschte ihr leise sein Name aus dem Mund.
Der soeben Angesprochene nahm Marinettes Anwesenheit zunächst nicht wahr, da er gerade dabei war, die Uhrzeit auf seinem Handy zu überprüfen. Als er jedoch seinen Namen hörte, drehte er seinen Kopf in die Richtung, aus der er seinen Namen vernahm. Beim Erblicken dieses vertrauten Gesichtes stockte ihm zunächst der Atem und so starrten die beiden einander schweigend an.
Nach einigen Sekunden gelang es Adrien seine Stimme zu finden und fragte hektisch: „Ma-Marinette? W-was machst du denn hier?" Um nicht unhöflich zu wirken, stand er eiligst von der Bank auf.
Die Frage des Blonden löste die Schockstarre der Schwarzhaarigen und langsam setzte sich ihr Denkapparat in Gang. Begleitet von hektischen Augenbewegungen, suchte sie nach einer passenden Erklärung.
„A-Adrien, w-welch Zufall dich hier zu sehen. Ähm also… ich bin hier weil… weil ich mit… je-jemanden verabredet bin. Ja genau, weil ich hier verabredet bin. Und d-du, warum bist du hier?", stotterte sie nervös aus sich heraus und fügte, um nicht unhöflich zu wirken, eilig hinzu: „A-also nicht weil du hier nicht sein darfst… Ich mein nur… ich frag nur aus Neugier…"
„So… das ist wirklich ein ganz lustiger Zufall…", begann der Blonde aufgeregt. Er wirkte als hätte man ihn bei einer Straftat erwischt. Sein Blick ging zunächst nach oben, ganz so als hoffte er, dort eine passende Erklärung finden zu können. Am Ende musste er sich Marinettes Worte leihen. „Ehehhh… also ich bin auch hier, um jemanden zu treffen", grinste er verschwitzt und kratzte sich nervös am Hinterkopf. Er bettete, dass dies Marinette genügen würde.
Marinette, welche ebenfalls mehr mit den Gedanken beschäftigt war, dass Adrien unnötig viele Fragen stellen könnte, nahm die Erklärung ihres Gegenübers bereitwillig an. „Ach so, dass ist schön. Freut mich für dich", grinste die Schwarzhaarige verschämt.
„Ja mich auch für dich", erwiderte er knapp.
Mit „hehehehe…", lachten die Beiden einander nervös an, ehe sie langsam verstummten und nervös zur Seite schauten.
„Wieso musste er/sie ausgerechnet hier sein…", quälte es den Beiden in ihren Gedanken, jedoch hatte keiner der Beiden das Herz, seinen Klassenkameraden darum zu beten, dass dieser sich bitte eine andere Bank suchen möge.
„Ähm… würde es dich stören, wenn ich mit dir zusammen warten würde?", fragte die Schwarzhaarige schüchtern und durchbrach damit die Stille. „Ah also ich meine, wäre es okay, wenn ich auch hier warten würde, also hier auf dir, ähehm ich mein auf dieser Bank?! Hehehe", fügte sie verschwitzt grinsend hinzu.
„Was?!", reagierte er zunächst überrascht. „Nein. Natürlich nicht. Setz dich, setz dich", redete er hektisch und gestikulierte zur Bank.
Der Gentleman in ihm übernahm nun die Führung. Eiligst griff er nach seiner Tasche und nahm diese beiseite, um Platz für seine Mitschülerin zu schaffen. Zaghaft setze sich diese an das linke Ende der Bank, während er sich kurz darauf an das rechte Ende der Bank setzte. Auch wenn es gemein klang, es sollte möglichst nicht so wirken, als ob die beiden einander kennen würden, weshalb er möglichst bedacht darauf war, dass so viel Platz wie möglich zwischen ihr und ihm herrschte.
Marinette schenkte diesem Verhalten wenig Beachtung, da sie ähnlich Sorge hatte. Denn zum Leidwesen ihrer Kwami erkannten die beiden einander nicht, als Ladybug und Chat Noir. Oder besser gesagt, sie glaubten nicht, dass sich ein vertrautes Gesicht hinter der Maske des jeweils anderen verbarg und so schlossen sie diese Möglichkeit ohne Umschweif aus.
Die beiden Superhelden in zivil fragten sich, wie sie aus dieser Situation wohl heraus kommen könnten, doch auch wussten sie, dass sie nicht einfach gehen konnten, denn schließlich könnte ihr Partner jeden Augenblick eintreffen. Warten war somit erst einmal die einzige Option.
Es vergingen einige Minuten, in denen die beiden Jugendlichen schweigend auf der Bank saßen. Mit ihren Augen scannten sie den Park, auf der Suche nach ihren Partner, ab. Immer sehr darauf bedacht, dass sie nicht den kleinsten Augenkontakt mit ihrem Banknachbarn hatten. Und so wuchs eine Atmosphäre, gemischt aus Anspannung und Scham zwischen den beiden.
Adrien wurde die Stille mit zunehmender Zeit unangenehmer. Ihm plagte außerdem die Sorge, dass Marinette etwas falsch verstehen könnte und so wollte er die Stimmung mit einem kleinen bisschen Smalltalk lockern. Er drehte den Kopf zu seiner Mitschülerin. Mit vorsichtiger Stimme versuchte er, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen: „Marinette?"
Aufgeschreckt durch die Nennung ihres Namens, drehte sie sich hektisch mit dem Oberkörper zu ihm hin und quietschte eilig ein „Ja, hier, anwesend."
Marinettes Reaktion überraschte ihn zunächst und doch konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen. „Pffhehe. Marinette entspann dich, ich habe nicht vor dich zu fressen", scherzte er mit einem Lächeln.
„Hähähhh…da-da bin aber beruhigt…", lächelte die Schwarzhaarige verkrampft zurück und verkrallte sich mit ihren Händen in den Stoff ihrer Hose.
Adrien fasste sich nervös in den Nacken, während er nervös zum Boden hin starrte. „Ich hoffe das klingt nicht unhöflich… aber mit wem triffst du dich eigentlich hier?", fragte der Blonde verschwitzt. Es war nicht so, dass er sie loswerden wollte, aber er hatte schon Sorge, dass wenn er hier zusammen mit jemanden anderes warten würde, dass Ladybug ihn nicht erkennen würde.
Marinette erwischte diese Frage kalt. Ihr Gehirn ratterte auf Hochtouren, um eine passende Ausrede zu finden. Sie spielte kurz mit dem Gedanken, die Wahrheit zu sagen, dass sie nämlich auf Chat Noir warte würde, aber das verwarf sie sogleich, da selbst Adrien nicht wissen dürfte, wie Chat Noir als Zivilist aussieht. „A-auf einen Bekannten von einer anderen Schule… kennst du wahrscheinlich nicht…" Auch sie war besorgt um Adriens Anwesenheit und so fragte sie noch: „U-und du? Du wartest jemanden, doch be-bestimmt auch auf jemanden, oder?"
„Ahaha. Also ich warte…" Adrien suchte noch nach einer passenden Ausrede, denn auch er konnte schlecht sagen, dass er auf einen von Paris Helden wartete. „I-Ich warte auf jemanden aus dem… von meinem Modeljob… Kennst du bestimmt auch nicht…hehe", brachte er dann schlussendlich, in der Hoffnung, dass sie ihm glauben würde, heraus.
„Ach so, das freut mich für dich", lächelte sie schüchtern.
Zunächst lächelten sie sich gegenseitig an, ehe beide mit einem großen Seufzen die Köpfe hängen ließen. Die Jugendlichen hofften beide, dass ihre Partner schnell auftauchen würden und dass diese die missliche Lage erkennen würden und dementsprechend handeln würden. Erneut schwiegen sie und begannen wieder mit eisernem Blick ihre Umgebung zu untersuchen.
Obwohl schon einiges an Zeit vergangen war, hatte Marinette noch niemanden im Park entdecken können, der zu Chat Noirs Äußerem passte, weshalb sich langsam Sorge in ihrer Brust breit machte. Eilig fischte sie in ihrer Handtasche nach ihrem Handy, möglichst bedacht darauf, dass Adrien Tikki nicht zu sehen bekam.
Ihre Augenbrauen hoben sich vor Skepsis, als sie auf ihrem Handy die Uhrzeit erblickte, sie wollte nicht so recht glauben, was sie sah.
„Ähm Adrien, wie spät ist es?", fragte die Schwarzhaarige ohne von ihrem Handy auf zu schauen.
„Eh?", Adrien weckte dies aus seinem trancegleichen Zustand. Verwirrt schaute er zu seiner Mitschülerin. „Wieso willst du dass wissen?", fragte er verwundert. Er verstand nicht so recht, warum sie ihn dies fragte, wenn sie die Uhrzeit auch auf ihrem Handy nachschauen könnte.
Marinette schaute von ihrem Handy auf und lächelte den Blonden verlegen an. „Ähm, ich glaube mein Handy spinnt, dumme Technik hehe", demonstrativ wedelte sie mit ihrem Handy in der Hand, „deswegen wüsste ich gerne, wie spät es auf deinem ist."
„Okay warte kurz", bat er mit einem Nicken und holte sein Handy hervor. „Vielleicht solltest du dein Handy mal überprüfen lassen. Also wir haben es jet…", der Blonde verstummte mitten im Satz.
„Stimmt etwas nicht?", fragte die Schwarzhaarige verwundert.
Adrien brauchte ein paar Sekunden, ehe er den Kopf langsam schüttelte. „Nein es ist nichts. Es ist nur…", er zögerte kurz. „Es ist bereits 11.30 Uhr…", sprach er mit leiser werdender Stimme.
„Also doch…", seufzte sie enttäuscht, „ich hatte gehofft, dass mein Handy nur falsch geht…"
Der Blonde konnte die Enttäuschung seiner Mitschülerin nur zu gut nachvollziehen, auch er hätte nicht gedacht, dass sie hier bereits seit mehr als einer Stunde sitzen und warten würden. „Lass mich raten, die Person auf die du wartest, ist bereits zu spät?", fragte er. Trotz seiner Lage, war er um Marinette besorgt und so schlug er noch eilig vor: „Warum schreibst du nicht einfach eine Nachricht?"
Marinette seufzte kurz auf. Kurz darauf ließ sie ihren Oberkörper nach vorne sacken, während sie ihren Kopf in ihre Hände legte und die Ellenbogen auf ihren Knien abstützte. „Würde ich ja gerne, aber ich habe keine Nummer", murmelte sie. Ihr Blick ging zur Seite und fiel auf ihren Klassenkameraden, auch er saß unverändert neben ihr. „Und bei dir? Weißt du wenigstens, wann deine Verabredung kommt? Schließlich sitzt du hier noch länger als ich…"
„Ähm… also… nein…", musste er sich schweren Herzes eingestehen und schaute verschämt zur Seite. Einmal mehr kratzte er sich nervös im Nacken. „Mir geht es da genauso wie dir…"
„Ich sehe schon… wahrscheinlich wurden die Uhren umgestellt, ohne dass uns irgendjemand Bescheid gegeben hat…", scherzte die Schwarzhaarige verbittert.
„Ähm vielleicht gibt es irgendwo einen Stau oder es gibt ein Problem mit der Metro..." Der Blonde versuchte ebenso Ideen einzubringen, auch wenn er selbst es nicht so recht glauben wollte.
„Hmmm… Was könnte wohl dafür sorgen, dass zwei verschiedene Personen zu spät kommen…", überlegte Marinette laut. Auch Adrien suchte nach möglichen anderen Gründen.
Einige Sekunden des angestrengten Überlegen kamen beide auf den selben Gedanken. „Akuma", japsten die Beiden zeitgleich, während sich beide schnell wieder in die Senkrechte setzten.
„Was ist, wenn es einen Akuma gibt?", sprach die Schwarzhaarige aufgebracht. In ihren Kopf spielten sie mehrere mögliche Szenarien von ihrem allein kämpfenden Partner ab.
„Vielleicht, aber denkst du nicht, dass wir das mitbekommen hätten, die meisten Akuma nehmen doch gleich die ganze Stadt in Beschlag…", schlug der Blonde als ein Versuch Ruhe zu bewahren, auch wenn er sich innerlich große Sorgen um seine Partnerin machte.
„Vielleicht ist er ja in einen anderen Stadtteil oder es ist ein Akuma wie Horrificator oder Reflektor, die sich nur an einen Ort aufhalten", vermutete die Schwarzhaarige und schaute eilig auf ihr Handy. „Ich überprüfe mal die Nachrichten."
„Und ich überprüfe den Ladyblog", stimmte Adrien ein und überprüfte sein Handy auf mögliche neue Einträge.
Auch nach mehreren Minuten der intensiven Suche konnte keiner der Beiden irgendwelche brauchbare Information auftreiben. Es schien, als herrschte in Paris ein ruhiger Samstagmittig.
„Ich finde nichts", gestand die Schwarzhaarige und gab frustriert auf.
„Auf dem Ladyblog gibt es auch nichts…", stimmte Adrien, ebenso ernüchtert, mit ein. Er ließ sich nach hinten in die Bank sacken und lehnte seinen Kopf gegen die Lehne. „Also entweder der Akuma hat noch kein nennenswertes Chaos verursacht…"
„Oder es ist nur ein ganz großer Zufall, dass unsere Verabredungen noch nicht hier sind…", vollendete die Schwarzhaarige ernüchtert den Satz.
Schlussendlich entschieden sich die Jugendlichen stillschweigend zur Geduld und nahmen das Warten erneut auf. Jedoch machten sie sich weiterhin Sorge um ihren Partner, weshalb sie zur Sicherheit immer wieder auf ihre Handys schielten…
Der Zeiger der Uhr wanderte allmählich gegen 12 und so wuchs in Adrien langsam die Enttäuschung und Bitternis über Ladybugs Fernbleibens. Vor weniger als 2 Stunden war die Welt noch in Ordnung und es schien so, als ob die rote Heldin genauso gespannt war auf dieses Treffen, wie er selbst und doch gab es von ihr immer noch keine Spur. Er hatte sich völlig umsonst gefreut.
„Huhhh… Es sieht ganz so aus, als ob wir beide versetzt wurden…", seufzte der Blonde niedergeschlagen. „Das Glück ist uns nicht hold…"
Marinette hätte ihm am liebsten widersprochen, doch auch sie musste sich eingestehen, dass Chat Noir wohl nicht mehr auftauchen würde. Diese Tatsache stimmte sie traurig, schließlich war dieses Treffen seine Idee. Vielleicht war es ein Fehler, diesem zuzustimmen.
„Ja, da hast du wohl recht", stimmte sie ihm verbittet zu, während sie ihren Blick zu den Händen in ihrem Schoss senkte. „Und was jetzt?", flüsterte sie mehr zu sich selbst.
Die Jugendlichen dachten beide, jeder für sich selbst, angestrengt über die Frage nach. Sollten sie weiter warten, nach Hause gehen oder einen sicheren Ort fürs Verwandeln aufsuchen, vielleicht könnten sie so in Kontakt mit dem jeweils anderen treten. Mit Bedacht wägten sie alle Wahrscheinlichkeiten ab. Schlussendlich ergriff Adrien als erster das Wort.
„Ich denke, dass das heute nichts mehr wird. Es wäre wohl besser, wenn…", sprach er nüchtern und wollte gerade nach seiner Tasche greifen.
„Wenn ihr mal die Augen auf machen würdet. MACHT DIE AUGEN AUF!", ertönte es daraufhin aufgebracht aus Adriens Hemd, wodurch dieser augenblicklich verstummte, während sich seine Augen schlagartig weiteten.
Überrascht über diese unbekannte Stimme, schaute Marinette verschreckt zu Adrien auf. Innerlich verfluchte dieser den kleinen Plagegeist. Warum in alles in der Welt, musste Plagg ausgerechnet jetzt aufmucken. Schleunigst musste er sich etwas überlegen, um sich aus dieser peinlichen Lage zu retten.
„Ähm also… das ist…", begann er nervös lächelnd. Doch ehe er seine Ausrede, dass dies sein neuer Klingelton sei, präsentieren konnte, erklang ein klägliches „Plagg…", aus Marinettes Handtasche.
Und so tauschten die Rollen der beiden. Nun blinzelte der Blonde verwundert, während die Schwarzhaarige peinlich berührt zu grinsen begann. „Hehehhh…du…"
Noch bevor Marinette ihre Version aufsagen konnte, schlüpfte der Kwami der Zerstörung, meckernd, durch das Hemd seines Schützlings.
„Tikki, halt mich bloß nicht! Du hast es garantiert genauso satt, diesen Idioten noch weiter zuhören zu müssen! Wir warten hier bereits seit einer Stunde und keiner der beiden hält es für nötig uns endlich von diesem Trauerspiel zu erlösen!", zeterte er wild gestikulierend, während er zwischen den Köpfen der beiden Menschen schwebte. Verdattert verfolgten die Beiden jede Bewegung der kleinen Kreatur.
Eiligst flog Tikki aus ihrem Versteck zu Plagg herauf. „Das mag sein, aber musste es auf diese Weise passieren? Gab es keine sanftere Methode?", tadelte sie ihn.
„Was sollte ich denn sonst machen, dabei zusehen wie er…" Zwischen den beiden Kwami begann eine Diskussion über die angemessene Herangehensweise, doch für die beiden Jugendlichen verblasten die Worte. Zu sehr waren sie damit beschäftigt, die „schwebenden Wesen" anzustarren.
„Ein Kwami?!", dachten Beide entsetzt und versuchten den Anblick zu verarbeiten.
„Dieser Kwami sieht aus wie eine Katze und er kam aus Adriens Tasche. Da-das heißt…"
„Der andere Kwami kam aus Marinettes Tasche. Und er ist rot und hat schwarze Punkte, fast so wie…"
Die Jugendlichen drehten sich zeitgleich mit ihren Köpfen zueinander. Zunächst suchten sie mit ihren Augen das Gesicht des jeweils anderen ab. Mit jedem Augenblick mehr vervollständigte sich langsam das Puzzle.
„… My Lady…"
„… Chaton…"
