Rückblick 7. Januar 1996
Es ist schon beinahe Mitternacht. Eine vierzehn jährige Hermine liegt in ihrem weichen
Himmelbett im Mädchenschlafsaal des Gryffindorturms- die schweren Samtvorhänge
zugezogen. Eine schwebende Kerze taucht sie und ihre neuste Bettlektüre, ein in schwarzes
Leder gebundene Buch, in einen goldenen Schimmer. Mit Hilfe Harrys Tarnumhangs hatte
sie das Buch am Tag zuvor aus der verbotenen Abteilung stibitzt. Stimmt es nun wirklich,
dass alle diese alten schwarzmagischen Bücher in Leder aus Muggle-Haut gebunden sind?
Sie streicht gedankenverloren über den kühlen ledrigen Einband und ein eiskalter Schauer
des Grauens läuft ihr den Rücken hinunter. Ein beunruhigender Gedanke. Dieses Buch ist
wohl ein Beweis eines eher schwarzen Kapitels in der Geschichte der magischen
Gemeinschaft. Hermines Augen flackern noch einmal kurz über den vergoldete Titel des
schweren Buches, bevor sie den schweren Einband öffnet und zu lesen beginnt:
Vanum Sanguinis - die Britische Reinblutelite
Von Graham Evander Blackrose
Durch uns die Reinheit des Blutes auf all Zeit bewacht
Abschaum, Ihr seid gewarnt, nehmt euch in acht
Kapitel 1 Charakteristika eines Schlammblutes
Kapitel 2 Blutsverräter und deren Ausschluss aus der Gesellschaft
Kapitel 3 Unbedingte Reinhaltung des Blutes
Kapitel 4 Verhaltenskodex Reinblüter
Kapitel 5 Das fürnehme und gar alte Haus der Blacks
Kapitel 6 Das hehre Geblüt Blackrose
Kapitel 7 La Famille noble de Malfoy
Kapitel 8 De sang royal Lestrange
Kapitel 9 Das Hause Rosier
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Nachdem sich Hermine komplett neu bei Madame Malkins einkleiden hat lassen, verbrachte sie die gesamte Woche vor dem Schulbeginn Hogwarts grübelnd in ihrem Zimmer im Tropfendem Kessel ohne es auch nur einmal verlassen zu haben. Sie begnügte sich damit die Zauberer und Hexen, die sich in der Winkelgasse tummelten durch ihr Zimmerfenster zu beobachten und einen möglichst gut durchdachten Plan zu verfassen, um unbeschadet wieder in ihre Zeitperiode zurück zu finden. Nicht umsonst nannte man sie die klügste Hexe ihres Jahrgangs. …Sie befand sich nun unglücklicherweise in den 1940er Jahren und hatte wenig Ahnung von dieser Zeitperiode. Doch es galt sich möglichst angepasst und normal zu verhalten um bloß nicht aufzufallen. Sie musste zurück in ihre eigene Zeit und was wäre besser für die Recherche geeignet als die Hogwarts Bibliothek und eventuelle die Hilfe Dumbledores… aber ob sie ihn wirklich mit einbeziehen sollte.. vielleicht würde er sie für verrückt halten. Aber was sie auf jeden Fall brauchte war Zeit um einen Weg zu finden wieder zurückzufinden. Keiner ihrer Mitschüler durfte auch nur den geringsten Verdacht schöpfen, dass sie eine Zeitreisende war. Aber wie verhält sich eine Hexe im Jahre 1943. Die Angst sofort wie ein bunter Hund aufzufallen, flammte nun wieder auf. „Also gut die 40er Jahre Kleidung und Aufmachung hab ich wenigstens beisammen", versuchte sich Hermine zu beruhigen mit einem Stoßgebet an die jüngere Ausgabe von Madame Malkins. „..fehlt nur noch Verhaltensart und vielleicht die Redensweise- aber das müsste zu schaffen sein." Bald würde sie via Flohpulver nach Hogwarts gelangen, wie im weiteren Briefwechsel mit dem damaligen Schulleiter Hogwarts Armando Dippet besprochen und dann würde sie schon sehen was auf sie zukommt. Mit ernster Miene richtete Hermine ihren Blick wieder Richtung Fenster. Dippet hatte sie einfach ohne weitere Nachforschungen in Hogwarts aufgenommen wunderte sich Hermine weiter. War dieser Mann ein überzeugter Philanthrop oder eher ein naiver Schwachkopf? Sie soll es in wenigen Tagen selbst herausfinden.
