Kapitel 13 – Der Schutz der Liebe
Sie starrte den Mann vor sich an und ein Gefühl des Glücks durchströmte sie. Es war nicht Snape, nein, es war: „Quirrell"
Ein Lächeln breitete sich auf Quirrells Gesicht aus und es war kein Zucken mehr zu entdecken, er war absolut ruhig.
„Ich habe irgendwie erwartet, dass Sie hier auftauchen würden, Potter", sagte er gelassen.
„Sie wollen also den Stein der Weisen für den Dunklen Lord stehlen. Dann haben Sie auch versucht mich umzubringen, nicht wahr?", stellte Amelia gelassen fest. Doch in ihr loderte die Angst. Langsam machte sie einen Schritt rückwärts. Sie musste nur schnell genug sein und schon war sie wieder durch die Flammen, bevor Quirrell ihr etwas anhaben konnte. Aber, kurz zögerte sie, was wenn Quirrell den Stein bekam und Voldemort wieder zurückkam, es würde keinen Ort mehr geben, an dem sie sicher wäre. Sie musste Zeit gewinnen, Zeit bis Dumbledore kam und ihn ausschaltete. Sie hoffte Beatrix hatte ihn erreicht.
„Sehr richtig, Miss Potter und wäre ihr vermaledeiter Freund nicht aufgetaucht hätte ich es auch geschafft. Aber ich hätte es mir denken können, nachdem mein eigener Troll es nicht geschafft hatte Ihnen wenigstens den Schädel einzuschlagen, wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit, dass Pomonas Pflanzen Sie zerreißen können, wenn auch mit etwas Hilfe meinerseits. Aber nun, sind Sie mir trotz Allem doch noch in die Falle gegangen."
Bevor Amelia reagieren konnte, schnippte Quirrell mit den Fingern und Seile schossen aus dem Nichts hervor die sich um Amelias Körper wanden und sie so gut wie Bewegungsunfähig machten. Selbst eine Ganzkörperklammer hätte es kaum besser vermocht, doch eine Waffe hatte sie noch, sie konnte noch sprechen. Mit all ihrer Selbstkontrolle zwang sie ihre Stimme ruhig zu bleiben.
„Warum haben Sie überhaupt den Troll rein gelassen? Das war doch ziemlich riskant, wenn ich davon ausgehe, dass der Troll in der Kammer hinter uns auch einer von Ihren ist. Man wäre doch sofort auf Sie gekommen", sagte Amelia und versuchte ihre Stimme zu festigten und ihr eine provozierende Nuance zu geben, was ihr allerdings mehr schlecht als recht gelang. Wären die Seile nicht gewesen, hätte sie gezittert wie Espenlaub.
„Ach, die Trolle, gefallen Sie Ihnen? Ich habe ein Händchen für Trolle. Das Sie meinen allerdings KO gehext haben, war nicht geplant. Aber der liebe Severus war mir sowieso schon auf den Fersen, ganz schön pedantisch der Gute.
„Dann haben Sie Professor Snape verletzt?", fragte Amelia und leichte Wut keimte in ihr auf.
Doch Quirrells Lächeln zog sich nur eine Spur breiter. „Oh, keine Sorge, aber Fluffy hätte sich ruhig etwas mehr anstrengen können, hat nicht mal geschafft das Bein ganz abzubeißen, unfähiger Köter."
„Dann waren Sie es auch der Hagrid das Drachenei gegeben hat, oder? Damit er vor Ihnen mit Fluffy prahlt. Vielleicht sollte ich Ihnen sagen, dass das Drachenei daran schuld war, dass ich den Dunklen Lord beim Essen gestört habe", fuhr Amelia fort.
Plötzlich zuckte es in Quirrells Gesicht, als hätte er Angst vor etwas, oder irgendjemandem. Er wandte sich um und ignorierte Amelias Worte.
„Was dieser Spiegel wohl macht? Typisch Dumbledore", flüsterte er vor sich hin und Amelia blieb beinah das Herz stehen.
Dort stand er, der Spiegel Nerhegeb. Der ihr Innerstes enthüllen konnte. Sie mochte ihn nicht, sie hatte ihn nicht ertragen können. Er zeigte ihr ein Leben, das sie niemals haben konnte. Ein Leben, frei von Schuld.
„Der Dunkle Lord war wütend, nicht wahr?", rief sie laut, um Quirrell abzulenken. Dieser warf ihr einen ängstlichen Blick zu, der ein bisschen an den Professor aus dem Unterricht erinnerte.
„Mein Meister kann manchmal sehr ungehalten sein", sagte er und ging um den Spiegel herum um ihn weiter zu Untersuchen. Quirrell stellte sich nun genau davor und sah hinein, es schien ihm zu gefallen was er sah und dennoch: „Da ist der Stein, ich sehe, wie ich ihn meinem Meister überreiche." Quirrell streckte die Hand aus, als wolle er in den Spiegel hineingreifen, berührte jedoch nur die Oberfläche „Aber wo ist er?"
Quirrell durfte den Stein nicht finden, das würde auch ihr eigenes Ende bedeuten mit aller Kraft drückte sie gegen die Fesseln und versuchte an ihren Zauberstab zu kommen, doch nichts rührte sich.
„Ist Ihr Meister sehr streng?", fragte sie deshalb fast schon leicht mitleidig. Wieder überlief Quirrell dieses ängstliche Zucken, das wohl im Zusammenhang mit Voldemort stehen musste.
„Es ist nicht immer einfach den Anforderungen eines so großen Zauberers zu genügen, ich bin nur ein schwacher Mann."
„Warum lösen Sie sich dann nicht von ihm? Der Dunkle Lord ist nur noch ein Schatten seines Selbst. Geächtet durch Einhornblut. Er kann Ihnen nichts tun!", versuchte Amelia ihn zu überzeugen, doch Quirrell schüttelte den Kopf.
„Mein Meister ist bei mir, wo immer ich bin. Ich kann ihn nicht verlassen. Einst traf ich ihn auf meinen Reisen und er lehrte mich die Wahrheit über diese Welt. Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt kein Gut und Böse, es gibt nur Macht und jene die zu schwach sind, um nach ihr zu streben. Zwei Klassen, Miss Potter. Sie als Slytherin müssten es doch verstehen."
Quirrell sah sie scharf an und in Amelia verkrampfte sich alles, denn so abartig es aus Quirrells Mund auch klingen mochte, sie verstand.
Sie war eine Hexe, etwas Mächtigeres als ein Muggel und deshalb war sie ihrer gerechten Strafe entgangen für das, was sie Gordon angetan hatte. Es gab keine Gerechtigkeit, es gab nur Macht.
Plötzlich begann ihr Professor leise zu fluchen und klopfte mit seinem Zauberstab gegen den Spiegel.
„Ist der Stein da drinnen? Muss ich den Spiegel zerschlagen? Was macht er überhaupt? Was ist seine Wirkung? Meister, Bitte helft mir!", flehte Quirrell und zu Amelias Entsetzen antwortete eine Stimme, eine grauenhafte verzerrte Stimme, wie nicht aus dieser Welt und sie schien von Quirrell selbst zu kommen.
„Das Mädchen… das Mädchen weiß es…"
„Komm her, Potter!", befahl ihr Professor und Amelias Fesseln fielen mit einem Wink herab.
Alles in Amelia widerstrebte, auch nur einen Schritt näher zu ihm zu gehen und zu dieser körperlosen Stimme. Sie ging extra langsam und versuchte unauffällig nach ihrem Zauberstab zu tasten. Doch Quirrell schien es offenbar zu langsam, denn Amelia spürte, wie sie plötzlich nach vorne gerissen wurde und einen Moment später stand sie genau neben Quirrell, genau vor dem Spiegel. Gordons Gesicht blickte ihr entgegen.
Sie durfte nicht denken, nicht fühlen. Amelia versank in sich selbst und plötzlich hörte sie auf zu zittern. Sie öffnete die Augen und blickte in den Spiegel. Dort stand nur sie selbst. Jede Andeutung eines Schattens verflüchtigte sich.
Sie benutzte Okklumentik und der Spiegel vermochte nicht länger in ihr zu lesen.
„Was macht der Spiegel, Miss Potter? Was macht er, sie wissen es!"
Amelia atmete durch und sah ihr grimmiges Lächeln im Spiegel: „Er zeigt mein Spiegelbild."
Quirrell erhob den Zauberstab und schrie: „Crucio!"
Amelia wurde von solchem ungeheuren Schmerz erfasst, dass sie nichts weiter konnte, als schreien. Es war als würde jede Zelle ihres Körpers von innen heraus verglühen, ihr Kopf drohte zu platzen und als Amelia schon glaubte sie würde jeden Moment sterben war es endlich vorbei.
Schwer atmend bemerkte sie, dass sie auf dem Boden lag. Schweiß lief ihr über das Gesicht und klebte an ihrem ganzen Körper. Noch immer tat ihr alles weh, doch erträglicher, fast schon angenehm im Gegensatz zu eben.
„Willst du jetzt reden?", hörte sie Quirrells Stimme über sich und setzte sich auf. Zitternd, ob vor Angst oder vor Schmerz wusste sie nicht kam sie auf die Beine.
„Lass mich mit ihr sprechen… von Angesicht zu Angesicht…", sagte die grauenvolle Stimme und Quirrell wirkte mit einem Mal wieder verunsicherter.
„Aber Meister, ihr habt noch nicht genug Kraft dafür."
„Meine Kraft reicht aus…"
Amelia klammerte sich am Spiegel fest, unfähig den Blick von Quirrell zu wenden, der den Turban abwickelte den er immer trug. Eine leise Verwunderung keimte in Amelia auf, doch eigentlich starrte sie nur ihren Professor an, zu kraftlos, um noch zu denken.
Als der Turban irgendwann zu Boden fiel, wirkte der haarlose Kopf irgendwie zu klein zu ungewohnt, doch Quirrell drehte sich auf dem Absatz um und Amelia hätte um ein Haar aufgeschrien. Beinah wäre sie zu Boden gerutscht, wenn sie sich nicht noch mehr am Spiegel festgeklammert hätte.
Denn dort, wo Quirrells Hinterkopf hätte sein müssen, waren zwei rote Augen, die sie gnadenlos anblickten, nein nicht nur Augen, ein ganzes Gesicht. Weiß, wie Kreide und mit Schlitzen als Nasenlöchern, wie bei einer Schlange, anstatt einer Nase. Doch das grauenvollste waren die Augen.
„Amelia Potter…", flüsterte die entsetzliche Stimme und der Mund des Gesichts bewegte sich, es sprach.
Am liebsten wäre Amelia weggerannt, doch sie konnte sich nicht bewegen.
„Bist du überrascht was aus mir geworden ist? Nur noch Schatten und Dunst, weniger als ein Geist. Es ist mir nur noch vergönnt eine Gestalt zu haben, wenn ich jemandes Körper teile, zum Glück gibt es genug die Willens sind mir zu dienen. Einhornblut hat mich gestärkt und nun brauche ich nur noch das Elixier des Lebens, dann werde ich in der Lage sein mir meinen eigenen Körper zu schaffen. Also sage mir, wo ist der Stein! Oder willst du noch eine Kostprobe Schmerz."
Ein Zittern durchlief Amelias Körper, doch die Angst gab ihr auch Kraft und sie begann rückwärts zu stolpern, weg von dem Spiegel, weg von Lord Voldemort.
„Sei keine Närrin Amelia, du willst doch nicht sterben, so wie deine Eltern gestorben sind und dich allein gelassen haben."
Amelia sah Voldemort an, und plötzlich durchzuckte ein Schmerz ihrer Narbe. Amelia keuchte auf. Es war kein Vergleich zu dem Fluch gewesen, doch schmerzhaft genug, um sie taumeln zu lassen. Ein Reflex zuckte in ihr hoch. Stundenlang hatte Professor Snape ihren Geist mit Legilimentik Angriffen malträtiert und nun reagierte er.
Quirrel taumelte zur Seite.
„Wehrst du dich etwa gegen mich? Aber du bist zu langsam, zu schwach! Du kannst vor mir nichts verbergen. Wenn ich es will, kann ich deinen Willen hinwegfegen. Machst du dir Sorgen um deinen kleinen Freund, der dort drüben so vertrauensvoll auf dich wartet?", höhnte Voldemort. „Schließ dich mir an, und ich kann dir versprechen, ihm wird nichts geschehen."
Draco oh nein. Sie war zu schwach. Aber sie durfte nicht aufgeben. Nein, sie durfte ihn nicht zu Draco lassen. Es sollte nicht noch jemand wegen ihr sterben. Schon gar nicht jemand den sie mochte.
Amelia riss ihren Zauberstab hoch, doch noch bevor sie etwas sagen konnte, spürte sie wie ein Zauber sie traf und ihr den Zauberstab aus der Hand schleuderte. Quirrell fing ihn lässig auf.
„So mutig? Ist ja rührend, aber du wirst lernen müssen, dass du gegen mich nichts ausrichten kannst. Vielleicht werde ich deinen kleinen Freund zu unserem netten Beisammensein holen. Ich bin mir sicher, dann verrätst du mir auch den Rest, den dein schwacher Geist so mühsam zu verbergen sucht."
Amelia zitterte wieder, doch diesmal weder vor Angst noch vor Schmerz, sondern vor Wut. Noch bevor sie darüber nachdenken konnte, hatte sie sich auf Voldemort gestützt griff nach seinen Händen um ihres Zauberstabs habhaft zu werden. Schmerz explodierte in ihrem Kopf und Quirrell schüttelte sie ab, sodass Amelia auf dem Boden aufschlug.
Als sie wieder aufsprang, sah sie Quirrell entsetzt auf seine Hände blicken, die von blutigen Blasen überzogen waren. Seine Haut glänzte wie verbranntes Fleisch.
„Meister!", bettelte Quirrell panisch und Voldemort schrie „Töte sie!"
Doch Amelia war schneller. Wieder stürzte sie sich auf Quirrell und überall, wo ihre Haut ihn berührte verbrannte dessen Fleisch. Amelia grapschte nach den Zauberstäben und bekam sie zu fassen.
„Stupor!", rief sie und sah, wie die roten Strahlen beider Stäbe Voldemorts Diener trafen, während sie selbst von ihm wegstolperte.
„Amelia!"
Amelia fuhr herum, ihren Zauberstab erhoben, Quirrells in der anderen Hand und eine Flut der Erleichterung durchlief sie.
„Professor Dumbledore"
Der alte Zauberer schritt auf Amelia zu und sah sie mit besorgtem Gesichtsausdruck an.
„Alles in Ordnung, Amelia?", fragte der Schulleiter sorgenvoll und Amelia nickte benommen.
„Professor Dumbledore… Quirrell er ist… der Dunkle Lord hat… Ahh", schrie Amelia auf, als ihre Narbe plötzlich zu berennen begann und sie fuhr herum.
Mit Entsetzen sah sie, wie etwas von Quirrells Körper aufstieg, weder Dunst noch Schatten, aber dennoch existent. Dumbledore erhob seinen Zauberstab und ein weißes Licht breitete sich von der Spitze seines Zauberstabs aus. Die Schmerzen in Amelias Narbe klangen ab und als das Licht erlosch, war nichts mehr zu sehen von diesem… diesem Ding. Nur Quirrells Körper lag noch bewegungslos auf dem Boden.
Dumbledore ging auf ihn zu und kniete sich neben ihn hin. Amelia kam zögerlich näher. Doch als Dumbledore wieder aufstand und den Kopf schüttelte hatte Amelia eine ungute Vorahnung.
„Professor, ist er…"
„Er ist tot, Amelia", sagte der Schulleiter mit sanfter Stimme.
„Ich… ich habe nicht… ich habe ihn doch nur geschockt", stotterte sie entsetzt. Bilder von dem bewusstlosen Gordon stiegen ihr in den Kopf.
„Ich weiß, Amelia, er ist gestorben als Voldemort seinen Körper verließ. Dich trifft keine Schuld."
Amelia nickte benommen und ließ sich auf dem Boden nieder. Sie fühlte sich, als könne sie keinen Schritt mehr gehen. Die Schmerzen, die der Fluch in ihr hinterlassen hatte, schlangen sich noch immer um ihre Glieder und die Erschöpfung ergriff nun endgültig Besitz von ihr.
Sie achtete nicht darauf was Dumbledore tat, bis er sie irgendwann von oben ansprach. Neben ihm schwebte eine Trage mit Quirrells Leichnam. Amelia steckte ihren Zauberstab weg und ließ sich von Dumbledore aufhelfen.
„Wo ist Draco? Geht es ihm gut?", fragte sie müde.
„Ja, Draco geht es gut, er ist bereits im Krankenflügel, wo ich auch Sie hinbringen sollte. Sie brauchen Ruhe."
Amelia nickte schwach und mit einem hohen Trällern erschien ein feuriger roter Vogel und ließ sich auf Dumbledores Schulter nieder. Er war wirklich schön. Eines der wundervollsten magischen Geschöpfe das Amelia jemals gesehen hatte. Dumbledore schloss Amelias Hand um eine der Schwanzfedern, die sich keinesfalls heiß anfühlten, eher etwas warm, und plötzlich durchfuhr Amelia eine angenehme Woge. Die Umgebung um sie herum verschwand in einem warmen Kribbeln. Auf einmal stand sie im Krankenflügel und ihre Hand löste sich wie von selbst von der Schwanzfeder. Der Vogel stieß einen wundervollen Ton aus und verschwand in einem Feuerball.
Eine grimmig dreinblickende Madam Pomfrey, die Schulkrankenschwester, eilte auf sie zu und verfrachtete sie ohne weitere Worte ins Bett. Amelia konnte nur noch kurz einen Blick auf Draco werfen der in einem anderen Bett lag und ihr aus müden Augen zunickte.
Die Krankenschwester stupste Amelia ein paar Mal mit ihrem Zauberstab an, gab ihr dann zu verstehen, dass sie sich bitte den Schlafanzug anziehen sollte der auf ihrem Bett lag und eilte davon. Wütend murmelte sie vor sich hin: „Cruciatus und das an unserer Schule das ist…"
Sie drückte ihr einen Becher in die Hand und sie trank einfach widerstandslos was immer sie ihr gegeben hatte. Sie hatte einfach nicht mehr die Kraft zu protestieren. Danach fiel sie in einen angenehmen traumlosen Schlaf.
Es war hell, als sie wieder aufwachte. Draußen zwitscherten die Vögel. Angenehm überrascht stellte Amelia fest, dass sie keine Schmerzen mehr hatte, vielleicht waren ihre Muskeln noch etwas angespannt, aber sonst ging es ihr gut. Ihre Narbe hatte ganz und gar aufgehört zu schmerzen. Sie horchte in sich hinein und auch dort fand sie schnell zu innerer Ruhe. Alles war wieder gut.
Langsam setzte sie sich auf und sah sich um. Der Krankenflügel war leer. Draco war wohl schon entlassen worden. Ob es ihm wohl wieder gut ging? Wahrscheinlich schon, sonst hätte ihn Madam Pomfrey sicher nicht entlassen. Kaum hatte Amelia das gedacht, kam die Krankenschwester auch schon herein.
„Guten Morgen, Miss Potter. Wie fühlen Sie sich?", fragte sie und tippte leicht mit dem Zauberstab gegen sie, sodass sie ein kleiner Schauer durchlief.
„Sehr gut, Madam Pomfrey. Vielen Dank."
„Sie sollten wissen, dass Sie sehr großes Glück hatten. Machen Sie nicht noch einmal solchen Unsinn, das könnte sehr danebengehen."
Die Krankenschwester untersuchte sie noch einmal kurz, schien jedoch mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, denn sie sagte ihr, dass sie sich anziehen und gehen könne.
Amelia hatte gerade ihre Robe zugeknöpft, als Professor Dumbledore hereinkam.
„Oh, guten Morgen, Amelia. Schon wach?"
„Guten Morgen, Professor. Madam Pomfrey hat mich gerade entlassen", sagte sie und steckte ihren Zauberstab ein.
„Das ist doch erfreulich. Ich wollte eigentlich gerade sehen, wie es dir geht."
„Gut, Professor, und danke, dass Sie uns gerettet haben."
Amelia zögerte einen Moment dann sagte sie: „Ist Quirrell denn wirklich tot?"
„Ich fürchte ja Amelia, ich fürchte ja. Aber wollen wir uns nicht setzen?"
Amelia nickte und setzte sich aufs Bett. Dumbledore nahm auf einem Stuhl neben ihr Platz.
„Ist der Dunkle Lord auch tot Professor?", fragte Amelia zögerlich gestattete sich allerdings kaum Hoffnung.
„Nenne ihn ruhig Voldemort, Amelia. Benenne Dinge stets nach ihrem richtigen Namen. Angst vor einem Namen steigert nur die Angst vor einer Sache selbst. Und Dunkler Lord, nun dies ist eine ganz und gar unpässliche Bezeichnung aus deinem Munde."
In Slytherin waren bis jetzt immer alle zusammengezuckt, wenn sie Voldemort gesagt hatte, deshalb hatte sie es sich angewöhnt, Dunkler Lord zu sagen, so wie Draco dem sie am meisten über das Thema gesprochen hatte.
„Ich glaube das ist nicht immer klug. Es gibt auch zartbesaitete Gemüter die Voldemorts Name aufregt", sagte Amelia nachdenklich.
Dumbledore schmunzelte.
„Du hattest schon immer deinen eigenen Kopf."
Amelia überlegte, ob dies ein Kompliment war oder eher nicht, wusste jedoch nicht so recht was sie von Dumbledore halten sollte. Stattdessen fragte sie: „Und was ist denn nun mit Voldemort geschehen?"
„Er ist wahrscheinlich an den Ort zurückgekehrt, an dem er die letzten zehn Jahre verbracht hat. Schwach und auf der Suche nach einem neuen Körper mit dem er an die Macht zurückkehren kann. Aber wie wir an dir gesehen haben, kann er zurückgeschlagen werden und wenn wir ihn oft genug zurückschlagen, dann wird er vielleicht nie zurückkehren", sagte Dumbledore und kramte eine Tüte mit Himbeerbrausebonbons heraus. „Möchtest du eins?"
Amelia, die vom Schlafen noch immer einen unangenehmen Geschmack im Mund hatte, griff gerne zu und äußerten dann einen Gedanken, der sie schon die ganze Zeit beschäftigte.
„Professor, warum konnte Quirrell mich nicht berühren, ohne sich zu verbrennen? Hat das auch etwas mit Voldemort zu tun?"
„Sehr gut beobachtet. Es hatte tatsächlich etwas mit Voldemorts Anwesenheit zu tun. Weißt du, damals als deine Eltern starben, hat sich deine Mutter vor dich geworfen als Voldemort dich töten wollte. Sie hat ihr Leben für das deine gegeben. Und dies schützt dich nun. Die Liebe deiner Mutter schützt dich, auch wenn du sie nicht sehen kannst. So tief geliebt zu werden hinterlässt einen Stempel. Weder eine Narbe noch sonst etwas Sichtbares, aber es wird dich dein Leben lang schützen. Quirrell der von Hass, Gier und Ehrgeiz geblendet war und damit Voldemort verfallen, konnte dich nicht berühren, da weder Voldemort noch er etwas von der Liebe verstehen, die dich schützt."
Amelia hörte sich die Worte schweigend an. War ihre Schlammblutmutter also doch noch zu was gut gewesen. Dachte sie verbittert. Wenigstens hatte sie ihr das Leben gerettet und das nun zwei Mal. Doch dies bedeutete auch, dass in ihrer Mutter viel Magie gewesen war. Genug Magie, um selbst nach ihrem Tod noch zu wirken.
„Professor? Wo war der Stein denn nun eigentlich versteckt? War er überhaupt dort unten?", fragte Amelia nach einer Weile.
„Natürlich, war er dort. Ich muss sagen es war eine meiner vortrefflicheren Ideen. Keiner der den Stein nutzen wollte, hätte ihn bekommen können. So war er geschützt vor Allen, die ihn missbrauchen wollten. Wenn sie in den Spiegel sehen würden, würden sie nur sehen, was sie sich ersehnen würden und nicht, wo der Stein war. Er wäre nur zu dem gekommen, der ihn letztendlich nur finden wollte. Finden, aber nicht benutzen, verstehst du, Amelia?
„So in etwa, Sir. Quirrell hätte nie die Chance gehabt ihn zu bekommen. Oder?"
„Nun, im eigentlichen Sinne nicht. Aber wer weiß, wozu ein verzweifelter Geist in der Lage ist."
„Was geschieht nun mit dem Stein der Weisen? Bleibt er in Hogwarts?"
„Das ist noch nicht entschieden. Aber wahrscheinlich wird er zerstört werden", sagte Dumbledore mit ernstem Gesichtsausdruck.
„Aber was ist dann mit den Flamels? Werden sie nicht sterben, wenn der Stein zerstört wird?"
„Du weißt von Nicolas?", fragte Dumbledore recht vergnügt. „Du hast gründliche Arbeit geleistet. Ja, Nicolas und seine Frau würden sterben. Aber Nicolas selbst hat mal gesagt, dass der Tod nur das nächste große Abenteuer ist. Aber es ist durchaus möglich, dass wir noch einen anderen sicheren Ort finden. In Hogwarts wird er auf keinen Fall bleiben."
„Gut. Auch wenn es mir für die Flamels leidtut, hoffe ich, dass er zerstört wird. Ich möchte nicht das Voldemort zurückkommt."
„Der Stein der Weisen ist bestimmt nicht die einzige Möglichkeit die Voldemort sich ausdenken wird, um wieder aufzuerstehen. Wir sollten nicht nachlässig werden."
„Ich bin nie nachlässig", sagte Amelia und reckte das Kinn. Dumbledore lachte vergnügt. „Das habe ich festgestellt. Du bist durchaus gründlich in allen Dingen, die du tust. Aber vergiss niemals, dass du nur eine Kindheit hast, genieße sie, solange du kannst."
Amelia lächelte traurig und es stellte sich wieder diese eine Frage. Es war diese Frage, die Amelia am meisten beschäftigte, wenn sie an ihre Kindheit dachte.
„Professor, warum mussten Sie mich zu den Dursleys bringen? Warum konnte keine andere Zauberfamilie mich aufnehmen?"
Es hätte bestimmt andere gegeben die sie bereitwilliger aufgenommen hätten. Einen Moment hatte Amelia den Eindruck, als würde jemand ihre Okklumentik angreifen doch das Gefühl verschwand so schnell wie es gekommen war. Niemand konnte zu ihr hindurchdringen, wenn sie es nicht zuließ.
„Wirst du mir diesmal zuhören was ich zu sagen habe?", fragte Dumbledore und sah Amelia über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Es tut mir leid, dass ich weggerannt bin", gestand Amelia und versuchte schuldbewusst zu klingen.
„Wir sprachen doch gerade eben über den Schutz, den deine Mutter dir geschenkt hat, erinnerst du dich?", fragte Dumbledore freundlich und Amelia nickte.
„Deine Tante, ist die einzige noch lebende Verwandte von deiner Mutter und der Schutz, den du von deiner Mutter hast, ist in ihrer Nähe am stärksten. Ich habe einen Zauber gewirkt, der darauf aufbaut und dich in ihrer Nähe stets beschützt. Es war mir wichtig, dass du sicher bist. Deshalb habe ich dich zu ihnen gegeben."
„Also beschützt sie mich magisch, obwohl sie ein Muggel ist?", fragte Amelia nach.
„Ja und deshalb ist es so wichtig, dass du jedes Jahr zu ihr zurückkehrst. Denn sonst verliert sich dieser Schutz. Er hält so lange bis du erwachsen bist."
„Gut", sagte Amelia verstehend und das Herz sank ihr. Es gab wohl kein Entkommen für sie. Sie würde zu den Dursleys zurückkehren müssen. Aber es tat gut zu wissen, dass ihr schreckliches Leben bei den Dursleys wenigsten seinen Sinn gehabt hatte. Auch wenn sie sich nicht sicher war, vor wem genau Dumbledore sie hatte beschützen wollen.
Dumbledore blickte sie traurig an. Etwas schien ihm zu schaffen zu machen.
„Ich sollte nun gehen, Professor Dumbledore. Die anderen warten sicher schon", sagte Amelia und stand auf.
„Natürlich, Amelia", sagte er und ein Blick aus seinen traurigen Augen folgte ihr, als sie die Krankenstation verließ.
Amelia sah von weitem die Wand, die zum Slytherin Gemeinschaftsraum führte, aber eigentlich wollte sie jetzt nicht mit jemandem reden. Sie musste erst über das Nachdenken, was ihr Dumbledore gesagt hatte, bevor sie sich irgendwelchen Fragen stellen konnte. Außerdem fühlte sich ihr Körper schon wieder so schwer an, dabei war sie gar nicht so viel gelaufen.
So zog sie sich ihren Tarnumhang über und schlüpfte in den Gemeinschaftsraum, als ihn gerade zwei Fünftklässler verließen. Sie stritten sich lauthals über die richtigen Zauberstabbewegungen.
Es waren nicht viele Schüler da. In einem Sessel saß Draco und starrte unbeweglich auf den Eingang. Er streichelte Eristik, der es sich auf seinem Schoß bequem gemacht hatte.
Es schien ihm gut zu gehen. Neben ihm saß Pansy die ununterbrochen auf ihn einredete. Auf dem Sofa gegenüber, veranstalteten Vincent und Gregory eine Bertie Botts Bohnen Schlacht, wobei sich Amelia durchaus vorstellen konnte, wie Draco sie alle drei zu Morgana wünschte.
Blaise hingehen versuche Millicents Katze für einen Ball zu begeistern, doch die schnappte lieber nach den herumfliegenden Bohnen.
Mit etwas schlechtem Gewissen, weil sie Draco noch etwas im Unklaren lies, schlich Amelia sich vorbei in den Schlafsaal der Mädchen, um sich Wechselsachen zu holen und dann machte sie es sich in der Badewanne gemütlich. Gerade als sie sich ausziehen wollte, fiel ein Zauberstab zu Boden. Amelia hob ihn auf und wunderte sich, denn es war nicht ihrer. Dann fiel ihr siedend heiß ein, wessen Zauberstab es war. Sorgfältig legte sie ihn wieder zwischen ihre Sachen. Vielleicht war er eines Tages noch nützlich.
„Na Draco, alles in Ordnung?", fragte Amelia als sie sich neben ihn setzte. Das Bad hatte gut getan und sie fühlte sich nun entspannter und alle, fast alle, schwirrenden Gedanken waren zur Ruhe gekommen.
„Wo kommst du her?", fragte Draco erschrocken und fuhr hoch.
„Na aus der Krankenstation", sagte Amelia lächelnd. „Alles wieder in Ordnung mit deinem Bein?"
„Ja klar und was ist mit dir? Madam Pomfrey war sich nicht mal sicher, ob sie dich heute entlässt und dann springst du hier einfach so rum", fuhr Draco sie besorgt an.
„Was hältst du davon, wenn wir ein bisschen raus gehen?", sagte Amelia mit Seitenblick auf ihre Klassenkameraden.
Draco nickte und die beiden Slytherins waren schneller verschwunden als Vincent und Gregory ihre Schlacht beendet hatten. Pansy abzuhängen war weniger leicht, da sie meinte sie würde sie begleiten, doch letztendlich gab Draco Blaise ein Zeichen und dieser lenkte Pansy ab, bis sie aus dem Gemeinschaftsraum waren.
Gemeinsam setzten sie sich hinter eine große Buche am See. Das Wetter war herrlich und die Luft angenehm warm. Es stand in starkem Kontrast zu dem Schrecken, den sie erlebt hatten.
Amelia begann zu erzählen. Sie erzählte, wie sie Quirrell gefunden hatte, wie dieser den Turban abnahm und dass er sie nicht hatte berühren können.
„Wusstest du jetzt eigentlich was der Spiegel bewirkt? Wie nanntest du ihn? Den Spiegel Nerhegeb?", fragte Draco.
Amelia nickte und dachte an jene Winternacht zurück, an der sie das erste Mal hinein gesehen hatte. Ein Schauer überlief sie und unwillkürlich konzentrierte sie sich auf ihre Okklumentik.
„Ja, ich wusste es. Dumbledore hat es mir mal erzählt", meinte Amelia und Draco empörte sich darüber, ihm nichts erzählt zu haben.
„Was hast du in dem Spiegel gesehen?", fragte er, nachdem Amelia ihm auch diese Geschichte erzählt hatte.
„Was hättest du gesehen?", fragte Amelia neugierig, doch Draco musste lächeln und schüttelte den Kopf.
„Weißt du irgendwie scheint mir das ganze etwas zu geplant zu sein. Dumbledore hat uns praktisch alles beigebracht was wir wissen mussten um dort lebend durchzukommen", überlegte Draco laut und Amelia konnte ihm nur beipflichten. Dieser Gedanke war ihr auch gekommen.
„Ja, als ob er wollte, dass ich dort hinunter steige und ich habe es auch noch getan. Er hat mich benutzt. Wahrscheinlich war ihm die ganze Zeit klar, dass der Dunkle Lord im Schloss ist..."
Draco nickte bedächtig.
„Aber du hast ihn besiegt. Du hast den Dunklen Lord besiegt", sagte Draco ehrfürchtig und Amelia glaubte etwas in seinem Blick zu sehen das ihr einen unangenehmen Schauer über den Rücken schickte. Sie konnte es nicht einordnen.
„Jedenfalls, was er getan hat war absolut unverantwortlich. Wir hätten dabei sterben können", ging Amelia nicht auf Dracos Worde ein. „Er mag zwar ein großer Zauberer sein, dass will ich ihm nicht absprechen, aber ich will nicht wissen ob er so ein guter Mensch ist wie alle von ihm denken. Wenn ich ehrlich bin, kann ich ihn nicht sonderlich leiden", schloss Amelia
„Du glaubst doch nicht, dass er dich in den Tod schicken wollte, oder?", fragte Draco besorgt.
„Wahrscheinlich nicht. Aber ich bin sicher, dass was wir uns zusammengereimt haben, hätte Dumbledore sicher an einem Tag geschafft." Draco nickte und sah mit Amelia auf den See hinaus, wo der Krake seine Runden drehte.
„Vielleicht wird er einfach nur senil."
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in der Schule das Gerücht das Amelia gegen Du-weißt-schon-wen gekämpft hatte und das Professor Quirrell dabei irgendwie ums Leben gekommen war. Und das Gerücht endete nicht mal in Hogwarts. Nachdem sie vom Quidditchspiel Gryffindor gegen Ravenclaw zurückkamen, wartete eine Eule auf Draco in der sein Vater danach fragte.
Doch keiner schien eine Ahnung zu haben, was wirklich passiert war. Die wildesten Gerüchte machten die Runde, worin Voldemort sich in einen großen dreiköpfigen Hund verwandelt hatte oder aber Feuer speiend durch die Luft geflogen war. Keine kam der Wahrheit nahe, doch Amelia war immer wieder überrascht, dass nicht alles aus der Luft gegriffen war. Natürlich fragten sie viele was geschehen sei, doch Amelia hatte keine große Lust darüber zu sprechen und auch Draco, von dem jeder zu wissen schien das er dabei verletzt worden war, stachelte die Gerüchte nur mit noch unwahrscheinlicheren Szenarien an.
Als sie ihn danach fragte meinte dieser, dass die Wahrheit sowieso niemanden interessieren würde. Die anderen sollten sich lieber an ihre Märchen klammern.
Der letzte Abend auf Hogwarts brach an. Morgen würden sie in den Hogwarts - Express steigen und nach Hause fahren. Die Große Halle war in den Farben Slytherins, Grün und Silber geschmückt und ein riesiges Transparent einer Schlange bedeckte die Wand hinter dem Hohen Tisch, an dem die Lehrer saßen. Slytherin hatte den Hauspokal das siebte Mal in Folge gewonnen, dicht gefolgt von Ravenclaw. Amelia jubelte mit dem ganzen Tisch und so machte es auch nichts, dass sie den Quidditchpokal an Ravenclaw verloren hatten, gegen die sie zwar gewonnen hatten, die in der Endwertung allerdings mehr Punkte als Slytherin gehabt hatten.
Über das köstliche Essen und den gewonnenen Pokal hätte Amelia fast die Zeugnisse vergessen vor denen sie einen Graus hatte und das zu Recht. Denn das elende Schlammblut war Jahrgangsbeste geworden, sie hatte sie knapp übertrumpft da ihre Note in Geschichte der Zauberei sehr zu wünschen übrigließen. In den anderen Fächern hatte sie volle Punktzahl und in Verwandlung sogar hundertvier Prozent erreicht. Es war aber auch das Fach, das sie am meisten liebte.
Draco schüttelte nur den Kopf, seine Geschichte der Zauberei Note war natürlich besser ausgefallen und er schafft es problemlos durchs Jahr, auch wenn nicht mit ganz so guten Noten wie Amelia. Bei Gregory jedoch wurde es knapp. Hätte er nicht in Astronomie so gut abgeschnitten hätte ihn Zaubertränke ganz schön reingerissen.
Aber letztendlich hatten sie alle bestanden und Amelia warf Granger einen grimmigen Blick zu, die neben Longbottom ausgelassen lachte.
Professor Snape drückte ihr beim Hinausgehen ein dünnes Päckchen in die Hand, für ihre guten Noten wie er sagte. Er ermahnte sie, es erst bei ihren Verwandten zu öffnen. Amelia strahlte ihn an.
Sie konnte gar nicht so schnell schauen, wie plötzlich die Koffer gepackt waren und sie mit den Booten zurück zum Bahnhof fuhren. Sie alle bekamen noch einen Zettel in die Hand gedrückt, der sie ermahnte während der Ferien nicht zu zaubern, Amelia war so ungehalten darüber, dass sie ihren einfach in Brand steckte, und schon saßen sie im Hogwarts Express und fuhren zurück Richtung London.
Draco überredete Amelia zu einer letzten Partie Zauberschach, die Amelia natürlich verlor und sie schlüpfte in ihre Muggelsachen. Sie war wohl gewachsen, denn das Kleid erschien ihr etwas kurz, doch das würde sie beheben, sobald sie wieder in die Winkelgasse kam.
„Und es ist ausgemacht das du mich diesen Sommer besuchen kommst?", fragte Draco, als sie langsam nach King's Cross einfuhren.
„Natürlich, es wird der Lichtblick meiner Ferien sein, glaub mir. Du hast mir so viel von dir zu Hause erzählt da bin ich schon gespannt, wie es wird."
„So besonders ist es jetzt auch nicht, stell dir bloß nicht zu viel vor. Ich schick dir Beatrix, okay? Wann willst du denn kommen?"
„Was hältst du von morgen?", fragte Amelia lachend, während der Bahnsteig langsam in Sicht kam. Es waren schon die ersten Eltern zu sehen, die auf ihre Kinder warteten.
„Ich frage meine Eltern, jedenfalls melde ich mich", versprach Draco und sie packten ihre Sachen zusammen um den Hogwarts - Express zu verlassen.
„Draco, da bist du endlich!", rief Mrs Malfoy sobald sie ihren Sohn erblickte.
„Mutter, schön dich zu sehen", erwiderte Draco und ließ sich kurz von seiner Mutter drücken.
„Hattest du eine gute Fahrt, Draco?", fragte Mr Malfoy und lächelte seinen Sohn an.
„Ja, danke Vater."
„Amelia, wir sehen uns dann", verabschiedete sich Draco.
„Ja, irgendwann in den Ferien", erwiderte Amelia.
„Amelia?", fragte Mr Malfoy, sie nickte nur. Dracos Vater blieb ihr ein Rätsel. „Wie ich gehört habe, haben du und mein Sohn dieses Jahr ein ziemliches Abenteuer erlebt. Du musst eine außergewöhnliche junge Hexe sein. Sollten meine Familie oder ich etwas für dich tun können, scheue nicht darum zu bitten." Amelia verstand zwar nicht so ganz wie Dracos Vater nun darauf kam, dieser Mann irritierte sie, aber immerhin sagte er etwas positives, oder? „Vielen Dank, Mr Malfoy", sagte sie deshalb nur und schüttelte Dracos Vater die Hand. Amelia sah zu wie Dobby, der Hauself der Malfoys, einen Wagen mit ihren Sachen belud und sie seufzte schwer.
„Lass dich nicht zu viel von den Muggeln ärgern", rief ihr Draco noch hinterher bevor sie sich zum Ausgang einreihte. Amelia musste sich sein Grinsen verkneifen.
„Wenn sie es übertreiben, drohe ich ihnen meinen Cousin vollends in ein Schwein zu verwandeln. Er sieht schließlich schon genug wie eines aus."
„Auch wenn du den Zettel verbrannt hast, heißt das nicht, dass du zaubern darfst!"
„Na und, dass wissen die doch nicht", rief Amelia noch und wurde schon bald darauf durch die Absperrung nach draußen gelassen.
Nachwort:
Jedes Mal, wenn ich den ersten Band gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum Dumbledore nicht eingegriffen hat. Sondern so, wie es hier Amelia sagt und in den Büchern war es glaube Hermine bemerkt, das Dumbledore ihnen alles in die Hand gibt um durch die Hindernisse zu kommen. Professor Sprout erzählt bestimmt nicht zufällig von Teufelsschlingen, das kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das Gewächs noch erklärt, wenn sie es als Hindernis aufgestellt hat da muss Absicht dahinter stecken. Es wurde in den Büchern nie aufgelöst und ich habe mich immer gefragt warum macht Dumbledore das? Ist es ein Test? Ein Test um zu erfahren wie weit der Schutz der Liebe auf Harry geht? Vielleicht, ich weiß es nicht. Wenn es jemand erklären kann, würde ich mich freuen.
Ansonsten ist hier erst mal Band eins beendet. Natürlich geht es gleich mit Band zwei weiter.
Ich mag den zweiten Band sehr. Amelias Charakter wird sich etwas mehr verfestigen und Unterschiede zwischen Amelia und Harry werden deutlicher. Noch sind sie sich Charakterlich recht ähnlich, beide etwas unüberlegt und ungestüm. Auch Dracos Charakter muss sich wohl oder übel neuen Gegebenheiten anpassen. Die Kindheit ist die prägendste Zeit des Lebens und alles ist im Wandel. Ob dies zum Guten oder zum Schlechten sein wird, lest selbst.
