Kapitel 2 - Zauberadel
Amelias zwölfter Geburtstag kam schneller als erwartet, doch anstatt, dass er wie all die Jahre zuvor, so gut wie übergangen wurde, veranstaltete Mrs Malfoy ein riesiges Fest, zu dem ein Haufen Leute eingeladen wurde, die Amelia nicht kannte.
Schon früh am 31. Juli weckte Dobby sie. Sie träumte gerade von einem riesigen Schokoladenkeks, als dieser plötzlich die Form und Gestalt von ledrigen Lappen bekam. Amelia fuhr aus dem Schlaf hoch.
„Verzeihen sie Amelia Potter, Miss. Aber die Meisterin von Dobby wünscht sie im Salon zu sprechen.", sagte der Hauself und verbeugte sich tief.
Einen Moment war Amelia in der Annahme es wäre ein Traum, wieder in die Kissen gesunken, doch dann sickerte zu ihr durch was Dobby gesagt hatte und sie sprang auf. Schnell zog sie sich an und lief sie die Treppen des Herrenhauses hinunter. Sie fand Mrs Malfoy im Salon sitzen, wo sie Dobby noch ein paar Anweisungen für das Fest gab.
„Amelia, ich habe schon auf dich gewartet. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!", sagte sie gut gelaunt und lief auf die junge Hexe zu, um ihr rechts und links einen Kuss auf die Wange zu geben.
„Danke schön, Mrs Malfoy."
„Wir beide haben heute noch viel vor. Draußen werden schon die Zelte aufgebaut, aber ich habe die Planung fest an eine erfahrene Partyhexe gegeben. Wir beide, haben jetzt erst mal einen Termin. Schließlich brauchst du noch einen Festumhang!"
Amelia schwirrte der Kopf. Es war nur ihr Geburtstag, doch Mrs Malfoy ließ sich nicht beirren und dirigierte sie geschwind aus dem Haus. Es war noch früh am Morgen, doch im Garten waren bereits mehrere Zauberer dabei Pavillons aufzustellen. Einer stand schon, ein zweiter, größerer wurde gerade mit Magie in die Luft gezogen. Eine Hexe in einem rosa gerüschtem Umhang und mit einem Klemmbrett dirigierte lauthals die Zauberer.
Doch Amelia und Mrs Malfoy liefen an dem Spektakel vorbei und verließen das Grundstück, um einen Portschlüssel in die Winkelgasse zu nehmen. Mrs Malfoy hatte ihn extra beim Ministerium angefordert.
„Ich liebe die Winkelgasse", sagte Amelia, als sie die Geschäfte betrachtete.
„An jeder Ecke entdeckt man etwas neues", pflichtete Mrs Malfoy ihr bei und ihr Blick blieb an einem Schmuckgeschäft hängen.
„Als ich noch jünger war, konnte ich stundenlang mit meinen Schwestern hier einkaufen gehen. Wir haben unseren Vater damals oftmals zur Weißglut getrieben, als wir mit Tüten voller neuer Röcke und Umhängen nach Hause kamen."
Amelia musste kichern. Es fiel ihr ein bisschen schwer sich Mrs Malfoy als junge Hexe vorzustellen. Doch die Ältere hatte ihren üblichen kalten Gesichtsausdruck verloren und kicherte nun auch bei dem Gedanken an vergangene Tage. Dann wurde sie wieder ernster.
„Wir gehen zu Acrux McNiffin, er ist der Beste wenn es um Abendgarderobe geht. Er wird dir ein wunderschönes Gewand zaubern und danach haben wir noch einen Termin bei Helena Ottery. Lass dich nur überraschen."
Mr McNiffin stellte sich als kleiner hagerer Mann heraus, der ein Monokel trug. Als Mrs Malfoy und Amelia seinen kleinen Laden betraten, verbeugte er sich fast bis zum Boden, Amelia hätte es nicht gewundert, wenn er sich seine Hakennase angeschlagen hätte.
„Welch eine Ehre, Mrs Malfoy, welch eine Ehre. Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?"
Er rückte sofort einen Stuhl zurecht, der an einem reich verzierten Buntglastisch stand. Direkt gegenüber war ein riesiger Spiegel angebracht und ein schwerer bordeauxfarbener Vorhang trennte die Umkleidekabinen vom Verkaufsraum ab.
„Bitte. Haben Sie alles vorbereitet?", fragte Mrs Malfoy erhobenen Hauptes und war wieder die distanzierte Frau die Amelia kannte. Dracos Mutter ließ sich galant auf dem Stuhl nieder.
„Natürlich, Natürlich. Da ist ja die junge Miss Potter, ganz reizend. Es ist mir eine Ehre Sie kennen zu lernen."
Im Nu hatten sowohl Mrs Malfoy als auch Amelia zierliche Tassen Tee mit Milch vor sich stehen und Mr McNiffin präsentierte ihnen ein paar wundervolle Kleider, die von sich bewegenden Schaufensterpuppen vorgeführt wurden.
Kleider besetzt mit Perlen und Edelsteinen, mit silbernen und goldenen Stickereien. Gerüscht oder in Kaskaden fallend, verziert mit Blumen oder Schmetterlingen, die wie echt aussahen. Vielleicht waren sie auch echt, da konnte man in der Zauberwelt nie sicher sein. Amelia kam aus dem Staunen kaum heraus dennoch setzte sie eine kühle Miene auf, perfekt Mrs Malfoy nachahmend. Die Kleider sahen hübsch aber auch irgendwie komisch aus.
Mr McNiffin zeigte ihnen gerade ein purpurnes Kleid mit einem Rüschenumhang. Es war mit goldenen Stickereien verziert und dazu gehörte ein Gürtel der verdächtig nach Drachenleder aussah. Mrs Malfoy wandte sich an Amelia.
„Möchtest du eines der Kleider probieren? Ich waren einmal mit den Parkinsons hier, Pansy fand dieses Kleid sehr schön."
„Das kann ich mir vorstellen", erwiderte Amelia, die sich Pansy mit ihrem mopseligen Gesicht wunderbar in dem Kleid vorstellen konnte.
„Möchten Sie es anprobieren Miss Potter?", fragte Mr McNiffin sofort. Doch Amelia verzog nur eine Augenbraue und musterte das Kleid. Es wäre nett es anzuprobieren, aber wollte sie in so was wirklich herumlaufen? Draco würde sie auslachen.
„Haben Sie denn nichts... eleganteres? Diese Kleider sind mir zu bunt."
Mrs Malfoy lächelte. „Du hast eine natürliche Eleganz. Dieses ganze Geglitzer brauchst du nicht um aufzufallen. Jeder wird dir sofort seine Aufmerksamkeit schenken, sobald du in der Nähe bist", sagte Mrs Malfoy und nippte an ihrem Tee. „Zeigen Sie uns etwas Passenderes."
Amelia überlegte, ob die Aufmerksamkeit wohl eher ihrem Auftreten oder ihrer Berühmtheit geschuldet war, sagte aber nichts dazu. Es gehörte wohl dazu berühmt zu sein. Langsam gewöhnte sie sich daran.
„Was hatten sich die Damen denn vorgestellt?", fragte Mr McNiffin und verbeugte sich abermals.
„Wie wäre es mit etwas dunkleren Farben?", fragte Amelia. „Vielleicht nicht gerade schwarz, aber ein dunkles Grün oder Rot fände ich sehr schön. Ohne all diese Rüschen."
„Sehr gut, aber einen Blickfang sollte das Kleid haben. Etwas was unterstreicht wie hübsch du bist", fügte Mrs Malfoy hinzu. Amelia lächelte verlegen.
Nicht lange und sie saßen mit Mr McNiffin vor einer Skizze, retuschierten Ärmel und Schleifen. Fügten Gürtel und Schuhe hinzu.
Mrs Malfoy kicherte geziert, als Amelia und Mr McNiffin sich über Blumen an den Ärmeln stritten. Mr McNiffin bestand darauf, dass das zu einem Mädchenkleid gehörte, Amelia widersprach, dass sie es ganz sicher nicht tragen würde. Am Ende einigten sie sich auf eine feine Silberborte am Saum.
„Oh, wir müssen los, Amelia wir sind schon spät dran, wir müssen noch zu Helena. Schneidern sie das Kleid so, Mr McNiffin und wehe ich entdecke auch nur einen Schmetterling. Vergessen Sie die Schuhe nicht", befahl Mrs Malfoy und sie verließen den Laden, um nur zwei Geschäfte weiter einen Friseursalon zu betreten. Er war zum Bersten gefüllt mit Hexen unterschiedlichen Alters, die wild durcheinander gackerten. Als eine der Angestellten sie entdeckte, schleuste sie sie sofort in einen Nebenraum. Eine jüngere Frau kam aus dem Personalbereich auf sie zu.
„Schön, dass Sie kommen, Mrs Malfoy. Ich dachte schon Sie hätten mich vergessen", lachte die Hexe. Sie hatte ein hübsches Gesicht das von blonden Locken umrahmt waren. Amelia blinzelte und die Haare begannen sich von den Spitzen her in einem dunklen braun zu färben.
„Sie doch nicht Helena", sagte Mrs Malfoy und lächelte.
„Sie müssen Miss Potter sein, ich wünsche Ihnen alles Gute zum Geburtstag. Sie glauben gar nicht was heute für ein Trubel ist, alle wollen noch kurz vorbei kommen bevor sie zu Ihrer Feier kommen", sagte Helena und warf einen neugierigen Blick auf Amelias Narbe.
„Es ist mir auch eine große Ehre das Mrs Malfoy diese Feier für mich gibt", sagte Amelia freundlich.
„Oh, das kann ich mir vorstellen. Mrs Malfoy nehmen Sie doch schon mal Platz."
Sie begann mit ihrem Zauberstab zu hantieren und redete einfach weiter.
„Mrs Malfoy gibt immer die schönsten Feste. Ihre Weihnachtsfeiern sind legendär. Ich glaube nicht, dass irgendjemand das verpassen möchte. Außerdem habe ich gehört, dass sogar der Minister heute Abend kommen möchte."
Fasziniert beobachtete Amelia wie Helena Mrs Malfoys blonde Haare nach oben steckte und sie mit allerlei Klammern und Magie befestigte, bevor sie auch ihre Haare frisierte und mit silbernen Spangen befestigte, sodass nur ein paar wenige Haarsträhnen nach unten vielen, die mit einem Schlenker ihres Zauberstabes zu perfekten Locken wurden. Ein bisschen Make-up half dabei ihre Augenringe zu kaschieren und ihrer Haut einen glatten Teint zu geben.
Unerlässlich erzählte Helena von irgendwelchen Leuten aus der Zauberwelt, die Mrs Malfoy alle zu kennen schien. Nur ab und zu schnappte Amelia einen Namen auf, den sie aus der Schule kannte, doch die meisten sagten ihr nichts.
Amelia musste lächeln, als sie sich im Spiegel betrachtete. Jetzt sah sie fast nach einem Mädchen aus reichem Hause aus. Mrs Malfoy lächelte ihr zu, als sie verzückt eine Haarsträhne zurückstrich. Amelia fühlte sich fast wie in einem Märchen.
Danach eilten sie zurück zur Anprobe. Mr McNiffin hatte ganze Arbeit geleistet. Das Kleid war in einem dunklen Türkis gehalten, mit einem leichten Zauberumhang.
„Wunderbar" urteile Mrs Malfoy.
„Perfekt", sagte der Spiegel.
„Es passt zu Ihnen Miss Potter", sagte Mr McNiffin.
„Sie müssen wissen, jedes meiner Kleider ist außergewöhnlich. Es verändert sich mit seiner Trägerin. Also kann es passieren, dass sie das Kleid in ein paar Jahren herausholen und es sieht vollkommen anders aus. Das ist der Reiz an meinen Garderoben"
„Jede junge Hexe, die etwas auf sich hält, hat eines von Mr McNiffins Kleidern. Es ist ein beliebtes Einschulungsgeschenk nach Hogwarts. Deshalb möchten wir es dir zum Geburtstag schenken", sagte Mrs Malfoy.
„Danke", sagte Amelia und lächelte die Hexe glücklich an.
Sie sah in den Spiegel und erkannte das Mädchen kaum mehr wieder, dass ihr entgegen strahlte.
Sie verließen die Schneiderei und machten sich auf den Rückweg.
„Draco hatte recht", sagte Mrs Malfoy, als sie den Waldweg in die Richtung des Herrenhauses entlang gingen.
„Was meinen Sie, Mrs Malfoy?", fragte Amelia.
„Du bist ein reizendes Mädchen, Amelia." Mrs Malfoy lächelte sie warm an.
„Hat Draco das wirklich gesagt?", fragte Amelia verblüfft.
„Nicht so, aber es war das, was er meinte. Er hält viel von dir, sonst hätte er dich nicht eingeladen. Die meisten seiner Freunde lädt er maximal zwei Tage ein, bevor er froh ist, sie wieder los zu sein."
„Naja, die meisten seiner anderen Freunde sind auch etwas…", Amelia suchte nach den richtigen Worten.
„Dumm?", frage Mrs Malfoy und sie musste wohl an Vincent und Gregory denken.
„So drastisch wollte ich das nicht formulieren, aber es trifft es wohl recht gut auf den Punkt." Die beiden Hexen lachten.
Als sie zum Herrenhaus kamen, half Mrs Malfoy ihr noch mit ein paar passenden Ohrringen aus, bevor sie sich auf den Weg in den Garten machten, um die Arbeit des Serviceteams zu begutachten.
Es war schon später Nachmittag. Amelia fand Draco auf seinem Besen, wie er in seinem wahrscheinlich besten Festumhang durch die Luft jagte. Sie musste lachen, als sie sich Mrs Malfoys Gesicht vorstellte, sollte sie ihn dabei erwischen. Neben ihm flog Vincent durch die Luft. Gregory wartete auf dem Boden, seit er fast vom Besen gefallen war, mochte er das Fliegen nicht besonders. Vincent zog ihn damit dauernd auf.
Amelia begrüßte ihren Klassenkameraden und Pfiff einmal laut durch die Luft, sodass auch Draco sie bemerkte. Die beiden Jungen landeten und Amelia lief in ihren hohen Schuhen auf sie zu. So einfach war es gar nicht in den Dingern zu laufen.
„Da bist du ja endlich. Wo warst du den ganzen Morgen?", fragte Draco und musterte sie komisch.
„Ich war mit deiner Mutter in der Winkelgasse", erwiderte Amelia und nickte zu Dracos Mutter rüber, die sich gerade mit der Hexe in dem rosa Rüschenumhang besprach.
„Mein Beileid", sagte Draco und klopfte ihr auf die Schulter.
„Eigentlich fand ich es ganz schön", sagte Amelia und Draco warf ihr einen ungläubigen Blick zu.
Er murmelte Vincent und Gregory etwas zu, das verdammt nach „Hexen", klang und die beiden lachten. Amelia hob eine Augenbraue und blickte die drei kühl an.
„Die Gäste kommen gleich", sagte sie zickig und drehte sich um.
„Hey, warte!", rief Draco und rannte ihr hinterher.
„Es war nicht so gemeint okay?"
„Schon okay", sagte Amelia abweisend und stapfte weiter.
„Hey", rief Draco und schnappte sie an der Hand.
„Alles Gute zum Geburtstag", sagte er und sah sie Entschuldigung heischend an. Amelia verzog missbilligend den Mund, doch Draco merkte, dass er schon gewonnen hatte.
„Also dann lass mal alles Wissen auspacken, das wir bei Mr Jakins gelernt haben, oder?", sagte er und Amelia musste lächeln. Zusammen gingen sie den ersten Partygästen entgegen.
Amelia schüttelte mehr Hände als jemals zuvor in ihrem Leben und das Lächeln schien ihr unangenehm auf dem Gesicht festgeschweißt worden zu sein. Nach einer halben Stunde schwirrte ihr Kopf vor Namen und Gesichtern, doch Mrs Malfoy wurde es nicht müde, sie von einem Gast zum anderen zu eskortieren und jeden zu begrüßen.
Doch nicht nur Leute aus ihrem Jahrgang aus Hogwarts waren mit ihren Eltern gekommen, sondern auch Cornelius Fudge, der derzeitige Minister für Zauberei, ließ es sich nicht entgehen zu kommen. Er schien das erste Mal auf dem Manor zu sein, denn er bewunderte es ausgiebig. Mr Malfoy schlich um ihn herum und war den ganzen Abend in der Nähe des Ministers zu finden.
Amelia wurde klar, dass ihr Geburtstag nur ein Anlass war, alle wichtigen Leute einzuladen, die bei einer solchen Gelegenheit bestimmt nicht nein sagen konnten. Alle waren neugierig die berühmte Amelia Potter zu treffen.
Draco hatte schon erzählt, dass seine Mutter mit Vorliebe Feste feierte und Amelias Geburtstag als Anlass, war eine zu große Verlockung, daraus nicht auch etwas Großes zu machen.
Eine Band spielte live Musik und dutzende feenartiger Wesen bedienten die Gäste oder schwirrten mit kleinen Lichtern umher um die Feier zu erhellen.
Irgendwann trat Amelia an den Rand und betrachtete die Leute. Sie hatte sich gerade eben erst von einem ehemaligen Lehrer von Hogwarts loseisen können. Horace Slughorn, dem ehemaligen Hauslehrer von Slytherin, bevor Professor Snape zu unterrichten begann.
Tief atmete sie die kühle Nachtluft ein und beobachtete die Hexen und Zauberer. War das ihre Welt? Dort vorne hatte sich die High Society der Zaubergemeinschaft zusammengefunden um ihren Geburtstag zu feiern, alte Kontakte wieder aufzufrischen und neue zu knüpfen. Alle schwirrten sie um sie herum. Dobby hatte sogar eine Reporterin gefasst, die versucht hatte sich auf die Party zu schleichen. Amelia musste kichern. Sie hatte sogar mit dem Minister für Zauberei getanzt. Man sah diesen Hexen und Zauberern ihre Macht an. Vielleicht keine magische Macht, aber eine politische Macht. Sie entschieden wie die Zauberwelt sich veränderte und Amelia stand mittendrin. Noch nie war ihr bewusster gewesen, was es bedeutete Amelia Potter zu sein, das Mädchen, das überlebt hatte.
„Du hast dich aber schön davongeschlichen", sagte Draco und die Hexe schreckte zusammen, da sie ihn nicht hatte kommen hören.
„Die Gesellschaft vermisst dich schon, Blaise ist gerade mit seiner Mutter gekommen."
„Du bist so aufgewachsen, oder?", fragte Amelia und nickt in Richtung der Feiernden.
„Was meinst du?", fragte Draco. Er sah etwas verwirrt aus. Er folgte Amelias Blick zu der Geburtstagsgesellschaft.
„Es ist eine ziemlich große Party geworden", stellte er fest, „und sie sind alle nur wegen dir hier."
„Ja…", sagte Amelia nachdenklich. „irgendwie ist es fast nervig so berühmt zu sein."
„Naja, du gewöhnst dich bestimmt bald dran. In Hogwarts haben die meisten auch schon aufgehört zu tuscheln, wenn sie dich sehen."
„Wahrscheinlich", sagte Amelia und seufzte. Sie gingen Blaise entgegen, der auf sie zu gestürmt kam.
Amelia mochte Blaise, er war lustig und ziemlich aufgeweckt, doch er hatte ein dunkles Geheimnis, von dem er nicht mal selbst wusste. Seit dem Tod seines Stiefbruders hatte er oft bei Ihnen gesessen und er verstand sich ausgezeichnet mit Draco.
Am nächsten Morgen traf Amelia der Schlag. Als sie aufwachte war ihr Zimmer vollgestellt mit vielen kleinen und größeren Päckchen. Sie hatte zwar unheimlich viele Geschenke in die Hand gedrückt bekommen, denn keiner wollte es sich nehmen lassen Amelia Potter etwas mitzubringen, doch das es so viele waren, hatte sie nicht erwartet. Bei dem Anblick wäre selbst Dudley blass vor Neid geworden.
Amelia war gerade dabei ihren dritten, reich verzierten Federkiel auszupacken und ihn neben eine Mappe mit verziertem Briefpapier zu legen als Draco herein kam.
„Wow", kommentierte er.
„Magst du mir beim Geschenke auspacken helfen?", fragte Amelia und deutete auf die noch verschnürten Päckchen.
„Klar", sagte Draco. „Schon was Interessantes bekommen?", fragte er.
„Schmuck, Haarspangen, Federkiele, Bücher, Briefpapier, Wachssiegel, Kosmetika, Gürtel, einen Spiegel…", begann Amelia aufzuzählen. „Habe ich was vergessen? Wie soll ich das alles nur mit nach Hogwarts nehmen?"
„Dir fällt schon was ein", sagte Draco und riss das Papier von einem Kalligraphie Set während Amelia ein paar ziemlich hässliche Ohrringe auspackte. „Die würden sicher Pansy gefallen", sagte sie. Draco inspizierte gerade ein Buch.
„Wer hat dir das wohl geschenkt?", fragte er. „Es ist keine Karte dabei." Amelia ging zu ihm rüber und nahm ihm das Buch aus der Hand. Es sah alt und gebraucht aus. Magie ist Macht stand mit silbernen Lettern auf dem Einband geprägt. Als sie es berührte spürte sie Magie unter ihren Fingern kribbeln. Neugierig schlug sie es auf.
Das Buch war handgeschrieben. In kleiner, enger, akribischer Handschrift entdeckte sie Zaubersprüche und Formeln. Manche einfach nur aneinander gereiht, andere mit kurzen Erklärungen. Manche hatten sogar mehrere Seiten Text.
Als erstes dachte sie, es könnte von ihrem geheimnisvollen Helfer kommen, der ihr immer wieder Bücher schickte, doch die Schrift war eine andere.
„War da wirklich keine Karte dabei?", fragte Amelia nach und Draco schüttelte den Kopf. „Es steckt Magie drinnen, das kann man spüren. Vielleicht ist die Schrift mit unsichtbarer Tinte geschrieben?", sagte Draco und Amelia sah ihn verwirrt an.
„Warum unsichtbare Tinte?" Sie hielt ihm das Buch hin, damit er selbst hinein schauen konnte. „Ist doch gut zu erkennen."
„Willst du mich verarschen?", fragte Draco und sah sie ungläubig an.
Amelia sah ihn verwirrt an, nahm das Buch wieder an sich und begann vorzulesen:
„Inhaltsverzeichnis, Seite 8 bis 52 Verteidigungszauber, Seite 53 bis 201 Runensiegel, Seite 202 bis 332 Magischen Wesen und ihre dunklen Wirkungen, Seite…"
„Ich glaub dir schon", unterbrach Draco sie und nahm das Buch wieder an sich. Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich kann es nicht lesen. Es ist verhext."
„Du meinst also, dass nur ich es lesen kann?", fragte Amelia unsicher.
„Gut möglich, aber ich verstehe nicht, wer sich die Mühe machen sollte."
Sie zuckte die Schulter und legte das Buch zu den anderen Geschenken. Eristik schlängelte sich hin und begann interessiert daran zu schnüffeln.
Nachwort:
Irgendwie tut Amelia mir fast etwas leid. Sie ist so glücklich und freut sich bei den Malfoys zu sein und eigentlich wird sie nur benutzt. Ich glaube die Malfoys hätten das getan, es passt zu ihnen. Es ist oberflächlich nett aber eigentlich sehr eigennützig. Eben typisch Malfoy.
Schon jetzt ist ihr Einfluss gewachsen. In den Büchern lernt Fudge Narzissa erst im vierten Band auf der Weltmeisterschaft kennen. Aber ganz ehrlich, wenn er eingeladen wird, würde er es sich doch nicht entgehen lassen Amelia Potter kennen zu lernen. Ich glaube jeder in der Zauberwelt ist neugierig. Es ist die Gelegenheit für die Malfoys Kontakte zu wichtigen Leuten zu knüpfen, an die man sonst nur schwer heran kommt.
Nichts ist im Leben umsonst, noch versteht Amelia es nicht, aber die Zeit wird kommen in der sie ihre naive Kindheit hinter sich lassen muss. McGonagall hat sie schließlich gewarnt, dass es genug geben wird die sie ausnutzen möchten.
Noch ein wichtiges prägendes Detail ist in diesem Kapitel aufgetaucht. Es wird noch eine Rolle spielen. Hat es jemand entdeckt?
