Kapitel 9 - Zwischen Leben und Tod
Als Madam Pomfrey in den Krankensaal kam schien sie noch schlechtere Laune zu haben als ohnehin schon. Sie fuhr Amelia an, sie solle ihr folgen und beschwerte sich darüber, dass Dumbledore ihr Amelia aufs Auge gedrückt hatte.
Amelia kommentierte es nicht.
Sie zeigte ihr die Tränke und als die ersten Schüler kamen, gab sie genaue Anweisungen, wer wie viel bekommen sollte. Amelia wurde mit Argusaugen beobachtet, doch als es immer mehr wurden, war Madam Pomfrey zu sehr beschäftigt.
Jedes Mal wenn die Tür aufging, erwartete Amelia Mr und Mrs Malfoy zu sehen, doch es waren nur neue Schüler. Am späteren Abend waren ein paar der Slytherins aus ihrem Jahrgang da gewesen und hatte gefragt was los sei. Madam Pomfrey hatte sie abgewimmelt.
Am Ende des Tages brühte Madam Pomfrey ihr eine heiße Tasse Tee und es gab Abendessen.
„Sehr gute Arbeit", lobte sie, doch Amelia brachte kein Lächeln zustande. Dracos Zustand hatte sich nicht verändert.
„Wie gut sind Sie in Heilzaubern, Miss Potter? Glauben Sie nicht ich hätte übersehen, wie Sie McLaggen die Schürfwunde geheilt haben", sagte sie streng.
Amelia zuckte die Schultern. „Es geht. Professor Snape hat es mir beigebracht", sagte sie.
„Wie kam er denn dazu?"; fragte die Krankenschwester spitz und nippte an ihrem Tee.
„Er hat mir Unterricht im Duellieren gegeben und da gab es auch mal blaue Flecken oder gebrochene Finger. Deshalb habe ich es einfach gelernt", sagte Amelia und pikste sich ein Stück Kartoffel auf die Gabel.
Madam Pomfrey schnalzte missbilligend mit der Zunge.
„Wenn Sie heilen lernen wollen, dann kommen Sie gefälligst zu mir. Nicht das Sie noch Unfug machen."
Amelia nickte und sah sorgenvoll auf die Überwachungszauber die auf Dracos Bett lagen.
„Auf Mr Malfoy liegt ein Fluch", sagte Madam Pomfrey, die Amelias Blick gefolgt war.
„Wie kommen Sie darauf?", fragte sie leise.
„Ich bin schon sehr lange Krankenschwester. Früher war ich im St. Mungos. Leichte Erschöpfungserscheinungen und ein tiefes Koma sind typische Anzeichen für einen dunklen Fluch."
„Kann man ihn brechen?", fragte Amelia hoffnungsvoll.
„Sollte sich der Zustand ihres Freundes nicht bald bessern, werde ich einen Spezialisten aus dem St. Mungos anfordern. Vielleicht wird Mr Malfoy verlegt."
„Ich hoffe es wird nicht nötig sein. Mit etwas Glück können wir etwas unternehmen", sagte Amelia.
„Wenn Sie uns verraten, welche Art Fluch es ist", sagte Madam Pomfrey und Amelia seufzte.
„Es ist ein Familienzauber. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mal, warum Draco überhaupt noch lebt. Seine Vorfahren haben gesagt, wenn er nicht zurückkehrt, wird er an Neumond sterben. Das war gestern. Aber er lebt noch. Ich habe die Hoffnung, dass er gegen den Fluch ankämpft."
„Hmm" Madam Pomfrey rührte in ihrer Suppe. „Das ist unnatürlich. Gegen solche Art Flüche ist kämpfen normal unmöglich. Familienzauber sind mächtig."
„Kann es etwas mit der Entfernung zum Ausgangort des Fluches zu tun haben?", fragte Amelia hoffnungsvoll. Villeicht hat Lucius Malfoy recht gehabt und wenn man ihn aus England fortbrächte, würde er aufwachen. Doch die Krankenschwester lachte nur und schüttelte den Kopf.
„Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Es ist unmöglich vor Familienzaubern davonzulaufen, wie vor anderen Flüchen, die an Orte gebunden sind. Familienzauber wirken durch das Blut. Blut lässt sich nicht austauschen."
Amelia seufzte. Nicht, dass sie etwas dagegen hatte, das Draco noch lebte, aber sie konnte sich seinen Zustand nicht erklären.
Sie legte sich in eines der leeren Krankenbetten und sobald ihr Kopf das Kissen berührt hatte, schlief sie auch schon ein.
Es war noch dunkel am nächsten Morgen als sie aufwachte. Zuerst dachte sie Dracos Zustand hätte sich verändert, doch er lag noch immer bewegungslos in seinem Bett.
Sie fühlte sich so schuldig. Sie hätte sich von ihm fernhalten sollen. Sie hatte ihn zu nah an sich herangelassen. Draco war mit ihr immer wieder in Gefahr geraten. Es war nur normal, dass er stark genug sein wollte, um sich dieser Gefahr entgegen zu stellen. War sie nicht genauso? Strebte sie nicht nach Macht und Anerkennung? Wie konnte sie es Draco verübeln was er getan hatte. Sie Verstand seine Bewegründe nur zu genau.
Madam Pomfrey kam herein, um nach ihren Patienten zu sehen und nickte Amelia zu. Draco lag in einem abgetrennten Bereich zur restlichen Krankenstation und Amelia war froh, dass nicht alle einen Blick auf ihn werfen konnten. Er sah mehr tot als lebendig aus.
Kaum war die Sonne ganz am Horizont aufgegangen, als die Tür zur Krankenstation aufging.
Mr und Mrs Malfoy eilten in den Raum. Gefolgt von einem Zauberer in einer limomengrünen Robe und Professor Dumbledore.
Mrs Malfoy ignorierte Amelia, die an der Wand der Abtrennung stand und lief sofort zu ihrem einzigen Kind.
„Er ist ganz kalt", schluchzte sie. Mrs Malfoy war nichts mehr von ihrer sonst so stolzen eleganten Art anzumerken. Sie hatte rot verquollene Augen und begann hemmungslos zu schluchzen.
Mr Malfoy nahm seine Frau in die Arme.
„Holen Sie ihn zurück, Mr Viscum", befahl Mr Malfoy und der Heiler bückte sich über Draco und griff zuerst nach seinem Puls, dann zückte er seinen Zauberstab und sprach allerlei Zauber. Amelia las in seinen Gedanken mit und am Ende kam der Heiler auf dasselbe Ergebnis wie Amelia. Draco müsste tot sein.
Doch dieser gab sich nicht damit zufrieden. Er erkundigte sich bei Madam Pomfrey, was vorgefallen war und wirkte alle möglichen Zauber, darunter welche von denen Amelia nicht einmal gewusst hatte, dass es so was gab. Doch das Ergebnis blieb das gleiche. Nach bestimmt einer halben Stunde, in der alle stumm um Dracos Bett gestanden hatten, wandte er sich an die Malfoys.
„Er lebt", sagte er, als wäre das sein Verdienst.
„Er soll aufwachen", forderte Mr Malfoy ungehalte und der Zauberer erbleichte unter dem düsterem Blick.
„Das sind hochkomplexe Zauber, sie brauchen ihre Zeit", sagte Mr Viscum und wich einen Schritt zurück.
„Wehe sie belügen mich", sagte Mr Malfoy mit drohendem Zauberstab.
„Aber, aber, Lucius. Der Mann tut nur seine Arbeit", sagte Dumbledore.
Mr Malfoy warf dem Schuldirektor einen finsteren Blick zu.
„Würde es Ihnen etwas ausmachen zu gehen, Dumbledore. Ich würde mich gerne um meinen kranken Sohn kümmern", sagte er steif.
„Natürlich nicht, Lucius. Die Familie ist das Wichtigste, was es gibt", erwiderte Dumbledore und Amelia hätte schwören können, das er ihr im Hinausgehen zuzwinkerte.
Zurück blieben nur die Malfoys, Amelia und der verängstigte Heiler. Madam Pomfrey kümmerte sich im anderen Teil der Krankenstation um einen erkälteten Schüler.
Mrs Malfoy setzte sich auf den Stuhl, den Amelia neben Dracos Bett gestellt hatte und streichelte die Hand ihres Sohnes.
„Er ist stark, Mrs Malfoy", sagte Amelia. „Etwas in ihm weigert sich zu sterben."
Mrs Malfoy begann lauter zu schluchzen und der Zauberer in dem limonengrünen Umhang sah Amelia das erste Mal an. Mr Malfoy warf Amelia einen bösen Blick zu.
Der Heiler gab Amelia ein Zeichen ihr zu folgen und sie ging mit ihm zum Rand der Abtrennung.
„Wer sind Sie?", fragte er leise, so dass die Malfoys es nicht hören können. „Wissen sie etwas über seinen Zustand, dass mir helfen kann."
Amelia zuckte hilflos mit den Schultern „Er müsste tod sein", erwiderte Amelia besorgt.
„Das ist richtig, ich habe soetwas was noch nie gesehen. Es ist als wäre da ein dünner magischer Faden, der ihn an diese Welt kettet. Ich muss den Jungen retten", zischte der Zauberer und starrte Amelia an als wäre sie des rätsels Lösung.
Amelia wollte schon antworten als Draco plötzlich vor Schmerzen aufschrie. Sie fuhren herum.
„Machen Sie was!", brüllte Mr Malfoy den verschreckten Heiler an.
„Was haben Sie getan!", rief dieser entsetzt und eilte auf Draco zu.
„Ich habe seine Hand genommen", sagte Mr Malfoy verteidigend.
Amelias Herz setzte einen Herzschlag aus.
„Weg von ihm, gehen Sie weg von ihm. Sie sagten doch, dass es ein Familienzauber ist. Ein Blutzauber. Ihre Berührung verstärkt den Fluch", sagte der Heiler panisch und Mr Malfoy wich zurück.
Amelia eilte an Dracos Seite. Sein Körper bäumte sich auf und begann unkontrolliert zu zucken. Der Heiler belegte Draco mit einem Zauber, damit er sich nicht noch selbst verletzte. Draco schrie.
„Amelia tu was, du musst ihn retten!", weinte Mrs Malfoy und packte Amelia an den Schultern.
„Du musst meinen Jungen retten, er ist alles was ich habe."
Amelia fühlte sich hilflos, was konnte sie tun. Der Zauber weitete sich immer mehr aus. Sein Körper war gesund nur sein Geist…
Amelia hielt den Atem an und wagte es nicht zu Ende zu denken, was alles schief gehen konnte.
Sie stieß den Heiler zur Seite, der Draco wieder mit Zaubern überhäufte und zog ihren eigenen Zauberstab. „Legilimens", wisperte sie und drang mit ihrer Legilimentik in seinen Geist ein. Der Zauber ersetzte ihr nur den fehlenden Augenkontakt und so konnte sie einfach in seinen Geist abtauchen. Immer tiefer, bis sie sich in einer nebeldurchwanderten Zone wiederfand. Sie war schonmal an diesem Ort gewesen. Doch anstatt Draco dort vorzufinden, lag dieser bewusstlos auf dem Boden. Um ihn herum, die Abbilder seiner Ahnen.
„Gebt ihn frei", sagte Amelia. Seine Abbilder wandten sich zu ihr um und flüsterten überrascht miteinander.
Der breitschultrige Mann mit dem Brustharnisch trat vor. Es musste Arthus sein.
„Du bist in der Tat eine begabte junge Hexe. Wie kannst du an diesen Ort kommen?", fragte er.
Amelia reckte kämpferisch das Kinn. „Meine Legilimentik ist stärker als die anderer. Wir reden hier in der Zwischenzone. Zwischen Geist und Magie."
„Ich wusste nicht, dass das möglich ist", sagte die junge weibliche Hexe überrascht.
„Es ändert nichts", sagte Arthus und wandte sich wieder Dracos bewusstloser Gestalt zu.
„Bitte, gebt ihm noch eine Chance", bat Amelia.
„Das ist unmöglich. Er ist nicht gekommen", erwiderte der alte bärtige Zauberer.
„Aber ihr habt ihn noch nicht getötet. Draco lebt noch. Noch ist es nicht vorbei!", rief Amelia vetzweifelt.
„Es liegt nicht daran, dass wir es nicht versuchen würden", sagte ein anderer blonder junger Zauberer, der noch sehr moderne Roben trug. Er erinnerte vom Aussehen fast etwas an Draco. Sie hatten die gleichen Augen. Wenn Amelias Recherchen stimmten, musste das Brutus Malfoy sein.
„Er ist nicht ganz. Er vermag erst zu sterben, wenn seine Magie und seine Seele wieder eins sind. So lange wird er dahinvegetieren", erklärte Arthus und Amelia riss überrascht die Augen auf.
Seine Seele, seine Magie war nicht komplett. Amelia verstand und Entsetzten ergriff sie. Sie hatte mehr getan, als nur Dracos Patronus zu fangen, als sie Voldemorts Bannkreis benutzt hatte. Sie hatte einen Teil seiner Seele gefangen. Der Patronus war ein Abbild der Seele.
„Gebt mir eine Chance. Gebt Draco eine Chance mit seinem Vater zurückzukehren und ich gebe euch den Rest seiner Seele", sagte Amelia entschlossen.
Die Geister drehten sich alle ruckartig zu ihr um.
„Du hast sie?", fragte Brutus Malfoy lauernd.
„Ja. Ich kann sie euch geben. Dann können wir all das beenden. Aber nur, wenn ihr ihm eine Chance gebt. Besteht er die Prüfung, wird er leben. Versagt er, bekommt ihr den Rest seiner Seele."
Die Geister sahen sich einen Moment an, dann sprach wieder Arthus.
„Sein Leben ist bereits verwirkt. Aber wenn dir so viel an ihm liegt, kannst du gerne dein eigenes Leben dafür geben. Versagt er, sterbt ihr beide. Besteht er die Prüfung, so lebt ihr beide. Noch heute wird sich euer Schicksal entscheiden. Bis zur Prüfung wirst du seine Bürde tragen."
Amelia schluckte. Sie begann zu zittern. Sie wollte nicht sterben. Aber konnte sie Draco sterben lassen? Konnte sie mit noch mehr Blut an ihren Händen leben? Sie hatte Gordon getötet. Quirrell war gestorben und wegen ihr war Artemis tot. Sollte auch Draco wegen ihr sterben? Sie hatte schon schlimmeres getan, als Draco zu vertrauen.
Entschlossen blickte sie auf. Die Geister warteten geduldig auf ihre Antwort.
„Ich bürge für ihn. Noch bevor am heutigen Tag die Sonne untergeht, kehren wir zurück. Sonst werde auch ich mein Grab bei euch finden", sagte sie und atmete tief durch.
Die Geister sahen sich an und Arthus sagte:
„So sei es."
Plötzlich durchzuckte Amelia unglaublicher Schmerz und sie wurde aus ihrer Legilimentik geworfen. Das nächste was sie wahrnahm, war das sie auf dem Boden lag und sich Schmerz durch ihren Körper fraß, der von ihrer rechten Handfläche ausging. Einen Augenblick gab sie sich dem hin, doch dann übernahm ihr Verstand. Jahrelange eiserne Konzentrationsübungen taten ihr Übriges.
Zitternd stand sie auf und taumelte. Die Ränder ihres Blickfeldes wurden schwarz und sie hatte das Gefühl gleich ohnmächtig zu werden. Ohne auf ihre Umgebung zu achten, taumelte sie auf den Medizinschrank zu.
Madam Pomfrey hatte es ihr doch gestern noch gezeigt. Sie musste sich nur erinnern…
Ihre Konzentration reichte nicht aus, um den Schrank auf zu zaubern, also zerschlug sie ihn einfach mit der Hand. Sie bemerkte die Schnitte kaum.
Amelia hörte die Krankenschwester irgendwo aufschreien, doch sie kümmerte sich nicht darum, sondern stürzte den Inhalt einer großen Flasche runter.
Erschöpft sank sie auf den Boden. Die Schmerzen waren verschwunden. Aber auch sonst spürte sie nichts mehr. Ihr gesamter Körper war wie taub.
„Was hast du getan!", schrie Madam Pomfrey und nahm ihr die Flasche aus der Hand.
„Später", sagte Amelia kalt und stand auf. „Ich muss Draco retten", sagte sie entschlossen und ging an der Krankenschwester vorbei. Diese wollte sie erst aufhalten, doch Amelia machte nur eine endgültige Geste.
Als sie um den Wandschirm zurückkam, lag Draco noch immer bewusstlos im Bett. Aber er zuckte nicht mehr vor Schmerz.
„Du hast ihn geheilt!", rief Mrs Malfoy und fiel Amelia um den Hals. Diese schob die Hexe einfach zur Seite.
Blut tropfte auf den Boden, wo sie sich in die Hand geschnitten hatte. Amelia warf einen kurzen Blick darauf und sie entdeckte das Wappen Caliburns, tief in ihre rechte Handfläche gebrannt. Das Schwert und der Zauberstab.
„Ich habe niemanden gerettet. Ich habe nur etwas Zeit geborgt", sagte Amelia düster.
„Wir kehren jetzt zum Anwesen zurück, sofort" Ihre Stimme war kalt wie Eis. Amelia steckte Dracos Zauberstab in den Umhang.
„Nein!", sagte Mr Malfoy und baute sich zwischen Amelia und Draco auf.
„Doch!", befahl Amelia und warf Mr Malfoy einen undurchdringlichen Blick zu.
„Ich werde nicht zulassen, dass du Draco in den Tod schickst!", donnerte Mr Malfoy.
„Draco ist bereits tot!", sagte Amelia entgültig. Entfernt wunderte sie sich, woher ihre Ruhe kam.
„Alles, was ihn am Leben hält ist meine Magie. Ich habe einen Blutpackt geschlossen. Wenn der heutige Tag endet, werden entweder wir beide leben oder wir sterben!" Amelia hob ihre rechte Hand und entblößte das Blutmal. Lucius Malfoy starrte sie entgeistert an.
„Versteh doch", versuchte er es noch einmal. „Ich war schon einmal dort. Mein Bruder ist dort gestorben. Qualvoll. Wir haben tagelang seine Schreie gehört und konnten nichts dagegen tun. Das ist kein gnädiger Tod."
Amelia ignorierte seinen verzweifelten Ton und zog ihren Zauberstab.
„Sie benehmen sich wie einer der Blutsverräter, die sie so sehr verachten, Mr Malfoy. Leben und Schmerz sind der Preis für die dunklen Künste. Ich werde nicht zulassen, dass Ihr Muggeldenken Draco das Leben kostet.", sagte Amelia kalt und Lucius Malfoy wurde blass. „Wir gehen jetzt. Keine Macht der Welt wird mich davon abhalten und wenn ich Sie unter den Imperius zwingen muss."
Der Heiler wich vor den Malfoys zurück und versuchte sich außer Zauberreichweite zu bringen.
„Lucius, bitte!", bettelte nun Mrs Malfoy. „Er darf nicht sterben. Wenn es noch Hoffnung gibt…"
Mr Malfoy sah von seiner weinenden Frau zu Amelia, die noch immer drohend den Zauberstab erhoben hatte.
„Gut", sagte er dann geschlagen. Er klang kraftlos.
„Dobby!", rief Amelia und sofort ploppte der Hauself auf. Er sah sich erschrocken um, als würde er sich wundern warum er diesem Befehl gefolgt war.
„Bring uns zum Herrenhaus", befahl Amelia gebieterisch.
Dobby blickte ängstlich zu seinem Herren.
„Tu was sie sagt!", blaffte Mr Malfoy wütend.
Amelia packte den bewusstlosen Draco und vergewisserte sich, dass sie ihn auch wirklich fest hielt, denn sie hatte keinerlei Gefühl in den Händen.
Dobby apparierte erst sie beide und Amelia hatte einen kurzen Moment zum Innehalten. Sie fühlte sich gerade ein klein wenig Wahnsinnig. Irgendwo fernab der Realität.
Kaum waren Dracos Eltern angekommen, war Amelia schon auf dem Weg in den Salon. Dracos lebloser Körper schwebte auf einer Trage hinter ihr her. Sie wartete nicht bis Mr Malfoy die Zauber aufgehoben hatte, sondern fegte sie einfach davon. Dracos Vater kommentierte es nicht.
Amelia kam es wie eine halbe Ewigkeit vor, bis sie endlich unten angekommen waren. Mr Malfoy brauchte ihrer Meinung nach zu lange um den Zugang zu den Duellräumen zu öffnen. Als er zögerte hielt sie mit drohendem Blick ihren Zauberstab entgegen. Wobei ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie hielt den Zauberstab so fest sie konnte, aus Sorge, er könnte aus ihren tauben Fingern fallen.
Kaum war Voldemorts Zauber gebrochen waren sie schon in den Duellräumen und gingen mitten über den Bannkreis in die Gruft.
Amelia spürte, wie ihre Füße wieder zu schmerzen begannen. Kein gutes Zeichen. Sie musste sich beeilen bevor der Betäubungstrank aufhörte zu wirken.
Die Gruft war so leer, wie sie sie vorgefunden hatten. Auf einem der Särge lag Caliburn.
Amelia ließ Draco bis in die Mitte schweben und zu Boden sinken.
Aus ihrem Umhang nahm sie seinen Zauberstab und legt ihn in die leblose Hand.
Dann ging sie zu Caliburn. Sie zögerte einen Moment doch die Malfoys waren am Rand der Gruft stehen geblieben und schienen ihr nicht helfen zu wollen.
Kurz entschlossen griff sie nach dem Schwert und zu ihrer Erleichterung gab es keinen Blitz, der sie zu Staub verwandelte.
Sie legte das Heft in Dracos zweite Hand.
„Mit Schwert und Zauberstab", flüsterte sie.
Dann wandte sie sich an Mr Malfoy. Der seine Hände auf die Schultern seiner Frau gelegt hatte.
„Los!", befahl Amelia und ging auf ihn zu.
„Du weißt nicht, worum du bittest", sagte Mr Malfoy gequält.
„Ich bitte Sie darum, Ihren Sohn zu retten", versuchte es Amelia in einem letzten Anflug von entgegenkommen.
Mr Malfoy sah sie gequält an, dann ging er an ihr vorbei. Er erhob die Stimme.
„Ich, Lucius Abraxas Malfoy, verzichte auf meinen Anspruch, auf das Erbe meiner Familie und trete es hiermit vollkommen an meinen Sohn, Draco Lucius Malfoy ab."
Kaum war der letzte Hall seiner Stimme verklungen, als die Gruft in einen hellen Lichtblitz getaucht wurde. Sie kniff die Aufen zusammen und dachte fast ein klirren zu hören, wie Metall auf Stein.
Als sie wieder sehen konnte, war Draco verschwunden. Erschöpft ließ sich Amelia auf den Boden fallen. Sie legte den Kopf auf die Beine und wartete. Sie hatte alles getan, was sie für Draco tun konnte. Jetzt lag es an ihm, sie beide zu retten. Ermattet blickte sie auf den Boden. Die Zeit wollte nicht vergehen.
„Tut deine Hand nicht weh?", fragte irgendwann Mrs Malfoy in die Stille hinein. Amelia sah überrascht auf. Mrs Malfoy hatte sich an der gegenüberliegenden Wand auf den Boden gehockt und sah sie besorgt an.
Verwundert blickte Amelia auf ihre rechte Hand.
Überall klebte Blut. Ihre Handfläche war von dem Blutmal verbrannt und wo sie den Glasschrank aufgeschlagen hatte, steckten auch noch ein paar Glassplitter in ihrem Arm.
Es kribbelte leicht.
„Ich spüre nichts. Ich habe meinen Körper betäubt", sagte Amelia nur und begann arglos die Glassplitter heraus zu ziehen.
„Warum?", fragte die ältere Hexe. Sie zitterte und ihr ordentliches Haar sah ungekämmt und dünn aus.
„Als ich den Pakt mit Arthus geschlossen habe, habe ich Dracos Schmerz übernommen. Ich musste ihn loswerden, um klar denken zu können und das Erste was mir einfiel war meinen Körper einfach zu betäuben."
Mrs Malfoy sah sie entsetzt an.
„Das ist nicht gut für deinen Körper. Du könntest bleibende Schäden davon tragen!"
Amelia zuckte die Schultern und zog dabei die letzte Glasscherbe heraus. Klirrend viel sie zu Boden.
„Mrs Malfoy, ich habe gerade mein Leben verpfändet. Ich glaube ein dauerhaft gelähmter Zeh ist meine geringste Sorge." Mrs Malfoy schluckte.
Amelia tippte mit ihrem Zauberstab gegen ihre Wunden und sah zu, wie sie sich schlossen, während noch ein paar letzte, feine Splitter nach außer gedrückt wurden.
„Du hast deinen Tod besiegelt", sagte Mr Malfoy. Er stand neben seiner Frau an die Wand gelehnt. In diesem Moment wirkte er unendlich schwach.
Amelia schüttelte den Kopf.
„Haben Sie ein bisschen Vertrauen, Mr Malfoy."
„Nichts gegen Draco oder dich. Ich werde niemals vergessen, wie mein Bruder hier starb. Langsam und qualvoll. Er verschwand genau wie Draco in einem blendenden Licht und wir haben seine Schreie Wochenlang im gesamten Herrenhaus gehört. Er war immer mutig und schlau. Ein ausgezeichneter Zauberer. Keiner hat gedacht er könnte versagen. Draco war als Kind immer ängstlich. Kaum zu vergleichen mit meinem Bruder."
Amelia seufzte und stand auf. Das Gefühl kehrte immer schneller in ihren Körper zurück. Sie spürte sogar schon ihr Gewicht, wenn sie stand.
„Sie kennen Ihren Sohn nicht halb so gut wie Sie denken. Draco mag durchaus Angst haben, aber er lässt sich nicht von ihr besiegen. Er hat einen starken Willen und mehr Talent als er benutzen kann. Er muss es sich nur zutrauen. Er braucht jemanden, der an ihn glaubt und er kann alles erreichen. Ich glaube an Draco", sagte Amelia leidenschaftlich.
„Nicht die schlechteste Wahl", sagte eine Stimme hinter ihr und Amelia fuhr herum.
Draco stand da, an das Grab von Chaldene Malfoy gelehnt. Caliburn locker in einer Hand haltend und feixte.
Amelia war so erleichtert, dass ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie kämpfte sie herunter und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus als sie Draco ansah. Mrs Malfoy sprang mit einem Schrei auf und fiel ihrem Sohn um den Hals.
Mr Malfoy hatte einen Gesichtsausdruck grenzenloser Verblüffung und als er sich gefangen hatte. Legte er seinem Sohn die Hand auf die Schulter und drückte sie, als könnte er jeden moment verschwinden.
Draco schaute über die Schulter seiner Mutter und sein Blick lag auf Amelia.
Es dauerte eine Weile, bis er sich losmachen konnte. Sie fühlte sich so unendlich glücklich, als Draco auf sie zukam.
Er grinste und es schien als wollte er etwas sagen, doch dann schnappte er sich Amelia einfach und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen.
Amelia schlang die Arme um ihn. Es war der bestimmt glücklichste Moment ihres Lebens, auch wenn sie sich ihren ersten Kuss anders vorgestellt hatte.
Mitten in einer alten Gruft, mit halb betäubten Lippen, wenn die Eltern des Freundes auch noch daneben standen, seinen ersten Kuss zu bekommen, war bestimmt nicht der Traum eines jungen Mädchens.
Amelia wusste nicht, wie lange sie in der Gruft gestanden und sich geküsst hatten. Irgendwann löste sich Draco von ihr und sah sie mit einem gedankenverlorenen Lächeln an. Amelia drückte ihr Gesicht an seine Brust und atmete seinen Geruch ein. Am liebsten wäre sie ewig so stehen geblieben. Doch leider war Zeit in diesem Fall eine fortlaufende Größe.
„Lass uns hoch gehen", sagte Draco irgendwann leise und sie nickte abgehackt. Etwas widerwillig löste sie sich von ihm und war froh um seinen Arm, der sie festhelt. Jetzt da der Betäubungstrank immer schneller an Wirkung verlor, war sie etwas unsicher auf den Beinen.
Draco führte sie durch die Katakomben zurück ins Herrenhaus. Oben angekommen, standen sie einen moment unschlüssig im Salon.
„Was haltet ihr von Essen?", fragte Mrs Malfoy und einen Moment war Amelia irritiert, wie Dracos Mutter jetzt an so etwas denken konnte, doch dann stellte sie fest, dass sie wahnsinnigen Hunger hatte. Es war schon weit nach acht Uhr sie mussten fast zwölf Stunden in den Katakomben gesessen hatten. Doch nicht nur Amelia schien jetzt plötzlich fürchterlich Hungrig zu sein, auch Draco machte sich ausgehungert über das Essen her.
„Was ist da unten geschehen?", fragte Mr Malfoy irgendwann. Doch Draco schüttelte den Kopf und schluckte sein Essen.
„Das kann ich nicht sagen"
„Wusstest du von dem Pakt den Amelia geschlossen hat?", fragte Mrs Malfoy.
Draco hielt mit dem Steak auf halben Weg zum Mund inne und sah zu Amelia die neben ihm saß.
„Arthus hat mir davon erzählt", sagte er langsam, „und Kallisto hat mich vor dir gewarnt, ich solle dich nicht unterschätzen."
Amelia musste grinsen. „Und was hast du gesagt?"
Draco musste nun ebenfalls grinsen. „Das hätte ich ihr auch sagen können."
Amelia kicherte. „Kallisto war die Frau, oder?", fragte sie und Draco nickte mit vollem Mund.
„Aber was du mir verraten musst. Wie hast du meinen Vater überredet?", fragte er, als er geschluckt hatte.
Amelia sah schuldbewusst auf ihren Teller. Sie hatte Mr Malfoy einen Blutsverräter genannt. Doch diesmal war es an Mrs Malfoy zu lachen.
„Wäre die Sache nicht so bitterernst gewesen, wäre es fast lustig gewesen", erzählte sie. „Amelia hat deinen Vater unter Androhung des Imperius Fluchs und mit vorgehaltenem Zauberstab in die Gruft gelotst."
Draco prustete bei der Vorstellung wie die drei Köpfe kleinere zierliche Amelia seinen Vater bedrohte.
„Macht euch nur alle über mich lustig", sagte Mr Malfoy halb verstimmt, halb belustigt.
„Es tut mir wirklich leid, Mr Malfoy ich war einfach verzweifelt", sagte Amelia entschuldigend.
Die Stimmung war einfach zu gut und Mr Malfoy konnte ausnahmsweise einmal über sich selbst lachen. Keiner wagte es ein Wort des Vorwurfs vorzubringen. Es war, als wäre nie etwas zwischen Ihnen und den Malfoys vorgefallen. In dem Moment, in dem es Draco wieder gut ging, war auch Amelia so willkommen wie zuvor. Fast noch mehr als jemals zuvor.
Ihre Beziehung zu den Mafoys bestand einzig und allein durch Draco.
Nach dem Essen gingen sie hoch in Dracos Zimmer. Sie würden erst morgen wieder nach Hogwarts zurückkehren. Seufzend ließ sich Amelia auf Dracos Bett plumsen. Sie fühlte sich plötzlich unendlich müde. Draco wollte sich noch schnell abduschen, bevor sie ihm genau erzählen sollte, was alles passiert war, während er bewusstlos gewesen war, doch Amelia war eingeschlafen, bevor er wieder da war.
Es war mitten in der Nacht, als Amelia wieder erwachte. Sie lag im Bett und etwas Warmes lag neben ihr. Draco hatte seine Arme um sie gelegt und sie an sich gezogen. Sie hörte seinen ruhigen, gleichmäßigen Atem. Glücklich drückte sich Amelia an ihn und sog seinen Geruch tief in sich ein. Es fühlte sich so gut an, gehalten zu werden. So geborgen. Es war nichts was sie schon einmal gefühlt hatte und plötzlich kroch Angst in ihr hoch. Angst, dies alles hier nicht verdient zu haben. Draco wäre fast wegen ihr gestorben. Nicht nur einmal. Ihr leben war gefährlich. Sie war gefährlich. Sie brachte Draco in Gefahr.
Mit einem flauen Gefühl im Magen setze sich Amelia auf und löste sich damit aus Dracos Armen. Mit ihr befreundet zu sein hatte ihn bereits an den Rand des Todes gebracht, wenn sie dies hier zwischen Ihnen zuließ, wollte sie nicht wissen, was noch alles geschehen konnte.
„Was ist los, Amelia", fragte Draco und setze sich ebenfalls auf. Sie musste ihn aufgeweckt haben. Durch das hereinfallende Mondlicht konnte sie sein Gesicht sehen. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen.
„Wir können nicht zusammen sein", sagte Amelia erstickt und biss sich auf die Lippen. Sie musste das jetzt klarstellen, bevor es zu spät war. Sie liebte ihn. Aber Liebe war das egoistischte Gefühl, das es gab. Ihr Egoismus durfte Draco nicht das Leben kosten.
„Du redest Unsinn", erwiderte Draco mürrisch.
„Du weißt, dass ich nicht gut für dich bin." Ihre Stimme klang verzweifelt. „Das, was immer zwischen uns ist, kann dich töten" Draco runzelte die Stirn. Dann seufzte er tief und griff nach ihrer Hand. Seine Finger waren warm.
„Das zwischen uns", begann er, „ist Liebe. Ich liebe dich."
Draco war vollkommen ruhig. Er sah ihr direkt in die Augen und wirkte so ernst. Er meinte es ernst. Amelia wollte etwas sagen, aber Draco ließ es nicht zu. Er beugte sich zu ihr hinüber und küsste sie. Zuerst wollte sie ihn wegdrücken, aber sie war zu schwach, um dich dem zu widersetzen. Verzweifelt erwiderte sie den Kuss. Draco drückte sie zurück aufs Bett und küsste sie immer weiter, bis sie beide nach Luft schnappen mussten.
Amelia sah zu ihm auf. Sein Gesicht war nur Zentimeter von ihrem entfernt. Sie spürte seine Wärme, die Schwere seines Körpers, mit der er sie auf sein Bett drückte.
„Ich liebe dich auch", wisperte sie und ein Klos bildete sich in ihrem Hals. Sie wollte das hier. Sie wollte das alles hier so sehr. Aber…
„Aber, ich kann dich nicht verlieren."
Draco seufzte und legte seine Stirn an ihre Schulter. Einen Moment verharrten sie so. Dann setzte Draco sich wieder auf.
„Dein Leben, ist gefährlich. Ich weiß das und ich habe viel darüber nachgedacht", gestand er und blickte aus dem Fenster. „Der Draco der ich bis gestern war, hätte niemals mit dir zusammen sein können. Er wäre nur eine Last gewesen."
Er nahm ihre rechte Hand in seine und fuhr fort. „Aber ich kann nichtmehr normal mit dir befreundet sein. Nicht nach allem was passiert ist. Das ist mir irgendwann klar geworden. Nach heute, ist mir das bewusster als jemals zuvor"
Amelia sah ihn sprachlos an. Draco drehte ihre Hand und strich über das Blutmal auf ihrer Handfläche, dass der Blutpakt mit seinen Familiengeistern hinterlassen hatte. „Da ist zu viel, um nur Freundschaft zu sein."
Er küsste ihre Handfläche und sein Atem hinterließ ein Kribbeln auf ihrer Haut.
„Ich habe dich nie als Last gesehen", erwiderte Amelia und versuchte die Tränen zurückzuhalten.
„Aber ich habe das. Ich habe alles riskiert. Ich habe gekämpft und wenn es sein muss, werde ich auch um dich kämpfen. Du kannst versuchen vor mir zu flüchten, aber ich weiß, was du für mich empfindest. Ich werde dich nicht aufgeben", sagte Draco stürmisch und zog Amelia an sich. Sie wehrte sich nicht. Sie ließ zu, dass er sie an sich drückte.
„Ich kann nicht gegen dich kämpfen", wisperte Amelia erstickt. Tränen rannen ihr über die Wangen, sie zitterte. Wie konnte sie leugnen, was sie für ihn empfand. Es wäre Irrsinn zu behaupten er wäre ihr egal, nachdem sie heute fast für ihn gestorben wäre.
„Dann gehörst du mir", beschloss Draco und Amelia klammerte sich an ihn. Wie sollte sie gegen etwas kämpfen, dass sie sich so sehnlich wünschte. Sie war ein zutiefst egoistischer Mensch.
Am nächsten Mittag brachte Dobby Draco und Amelia zurück nach Hogwarts.
„Warum kann Dobby eigentlich im Schloss apparieren?", fragte Draco verwundert, als sie sich auf den Weg in die Kerker machten. Mr Malfoy hatte eine Schwertscheide herausgesucht und Draco mitgegeben und dieser trug Caliburn nun über der Schulter.
„Er ist ein Hauself. Die haben andere Magie als wir." Amelia zuckte mit den Schultern.
„Könnte Black so nach Hogwarts gekommen sein?", fragte Draco. „Mit einem Hauself?"
„Eigentlich keine schlechte Idee, aber wie sollte er an einen Hauself gekommen sein? Er ist auf der Flucht", erwiderte Amelia.
„Da ist was dran."
Vor dem Eingang hielt Draco Amelia nochmal auf.
„Bevor wir da jetzt rein gehen, wollte ich dich um noch was bitten", sagte er und wirkte weit weniger selbstsicher als er wollte.
„Was denn?", fragte Amelia.
„Darf ich dich nochmal küssen, damit ich weiß, dass es kein Traum war", fragte er und musste verlegen grinsen. Amelia musste lächeln. Einen Moment zögerte sie, dann legte sie einen Arm um seinen Hals und drückte sich an ihn. Seine Lippen berührten, die ihren und Amelia lächelte glücklich in sich hinein. Jetzt konnte sie bestimmt den besten Patronus der Welt erschaffen.
Nachwort:
Ihr glaubt gar nicht wie schwer ich mich mit dieser Wende getan habe, aber naja sonst würde es irgendwann langweilig werden.
Ich habe mich gefragt, ob es nachdem Draco wieder aufgewacht ist Vorwürfe oder so was von irgendeiner Seite geben würde. Ich habe auch entsprechende Zeilen geschrieben sie aber wieder gelöscht. Narzissa ist nur froh ihren Sohn wieder zu haben. Lucius ist stolz ohne Ende auf seinen Sohn. Draco hat eingesehen, dass er sich am Anfang vielleicht etwas überschätzt hat und Amelia ist nur froh, dass Draco noch lebt und sie wieder bei den Malfoys willkommen ist. Daher habe ich dazu kein Gespräch geführt.
Das Liebesgeständnis zwischen Draco und Amelia… Kann man es überhaupt so nennen? Ich denke diese Unterhaltung ist sehr bezeichnend für ihre Beziehung. Interpretiert rein was ihr wollt.
