Kapitel 13 - Nachwirkungen
Die Osterferien begannen bald und das letzte Quidditch-Spiel der Saison stand an. Slytherin gegen Hufflepuff.
Wenn Amelia in diesen Tagen im Krankenflügel war, begegnete sie immer wieder Spielern der Quidditch-Mannschaften, die in irgendwelche Rangeleien geraten waren. Es schien in Hogwarts alte Tradition zu sein, die Spieler der anderen Hausmannschaft auszuschalten, noch bevor es zum Spiel kam. Roger Malone und Wayne Hopkins hatten versucht Draco zu verfluchen und wurden mit ein paar wirklich kreativen Flüchen eingeliefert.
Letztendlich schaffte es Madam Pomfrey aber ihre Augen wieder an die richtige Stelle zu hexen. Aber auch die anderen Slytherin beteiligten sich an der Jagd nach Spielern, so kam der Kapitän der Hufflepuffs mit ein paar üblen Brandwunden in die Krankenstation, die Amelia mit einer dicken Salbe bestrich, bevor sie sie zuheilen ließ. Draco beschwerte sich, dass sie ihre Bemühungen die anderen auszuschalten nicht so fleißig sabotieren durfte.
Der große Tag des Spiels begann und schon früh am Morgen versammelte sich das ganze Team der Slytherin-Mannschaft zu einer Besprechung im Gemeinschaftsraum
„Noch können wir den Pokal holen", sagte Marcus Flint. „Die Hufflepuffs sind die Einzigen ungeschlagenen dieses Jahr. Wenn wir sie besiegen, sollte der Sieg gegen Hufflepuff mehr Punkte bringen, als das verlorene Spiel gegen Ravenclaw. Außer unser Jäger will sich diesmal wieder im Krankenflügel ausruhen."
„Keine Sorge, Flint", sagte Draco mürrisch. „Ich bin dabei. Wer kann denn ahnen, dass ihr ohne mich nichts auf die Reihe bekommt."
„Also ihr habt es gehört Jungs. Die Hufflepuffs sind echt stark dieses Jahr mit ihrem neuen Kapitän haben sie einen klasse Sucher, also strengt euch an und der Pokal kommt wieder zurück nach Slytherin", rief Flint grölend und die anderen stimmten mit ein. Zusammen mit vielen anderen Slytherins machten sie sich auf den Weg in die Große Halle.
„Der Kapitän der Hufflepuffs sieht echt süß aus", kicherte Millicent, die neben Amelia lief.
„Ein großer Schönling", sagte Daphne abfällig.
„Ihr könntet glatt Zwillinge sein", neckte Amelia sie.
„Also ich finde auch, dass er umwerfend aussieht", kicherte Pansy und deutete auf den braunhaarigen hochgewachsenen Hufflepuff. „Er heißt Cedric Diggory und ist in der fünften Klasse. Seht euch mal den Knackarsch an."
„Hast du schon neue Beute erspäht, Pansy?", stichelte Daphne und Pansy schnappte sofort ein.
„Nur weil du dich nicht für Jungs interessierst, heißt das nicht, das andere das nicht dürfen", sagte Pansy und stolzierte voran. Millicent rannte ihr hinterher.
„Was ist der denn über die Leber gelaufen?", fragte Daphne irritiert.
„Sie schläft wieder mit Graham", sagte Amelia.
„Wie?", fragte Daphne verwundert. „Ich habe sie erst zuletzt mit Marcus Flint gesehen. Sie haben sich in einem leeren Klassensaal getroffen."
„Ich mach mir Sorgen", meinte Amelia. „Wer weiß was sie alles treibt. Nicht das das am Ende noch schief geht."
„Du meinst eher, mit wem sie es treibt, oder?", erwiderte Daphne und sah ebenso besorgt aus, wie Amelia.
Schweigend setzten sich die Mädchen an den Slytherin Tisch um zu frühstücken. Die Sonne glänzte schon am Himmel. Die Tage wurden immer länger.
„Schläfst du mit ihm?", fragte Daphne unvermittelt und Amelia sah von ihrem Honigbrötchen auf. Ihr Blick folgte Daphnes und sie landete bei Draco. Er saß zwischen Bole und Flint und lachte gerade über etwas, dass Warrington gesagt haben musste.
„Nein", antwortete Amelia.
„Warum nicht?"
Amelia zuckte die Schultern. „Es hat sich bis jetzt nicht ergeben und wir haben noch Zeit, oder? Ihr macht da so viel Wirbel drum, vor allem Pansy. Ich finde das geht keinen etwas an."
„Er hat sich verändert, seid ihr zusammen seid.", sagte Daphne und nickte in Dracos Richtung.
„Er ist ruhiger geworden und prahlt viel weniger als früher. Er war oft unerträglich, Besonders, wenn du nicht in der Nähe warst. Aber jetzt ist er anders, meistens jedenfalls."
Amelia musterte Draco. Hatte er sich so sehr verändert? Schon, er wirkte selbstbewusster, stärker, älter.
„Er hat es nicht leicht mit mir", gestand Amelia. „Ich glaube es ist schwer jemanden wie mich zu lieben."
„Geh nicht zu hart mit dir ins Gericht. Nur weil du berühmt bist, heißt das nicht, dass du nicht auch einen Freund haben kannst."
Amelia rieb sich gedankenverloren über die rechte Handfläche.
„Es ist viel passiert. Viel von dem ihr nichts ahnt, nichts mitbekommen habt", sagte Amelia und ihr Blick richtete sich in die Ferne. Die Angst, Draco könnte wegen ihr sterben war nie ganz verschwunden. Sie würde auch niemals ganz verschwinden, denn es war keine unbegründete Angst.
„Hat das etwas damit zu tun, das Draco Anfang des Jahres auf der Krankenstation lag und du jetzt so viel Zeit mit Madam Pomfrey verbringst?", fragte Daphne.
„Auch", erwiderte Amelia und musste lächeln.
„Weißt du, Daphne. Ich habe dich gern", wechselte sie abrupt das Thema.
Daphne sah sie perplex an. „Wie kommst du jetzt darauf?"
„Keine Ahnung, es kam mir gerade so in den Kopf.", sagte Amelia und musste grinsen. „Ich werde dir auch keine Vorwürfe machen, dass du nicht mit jedem Jungen ins Bett gehst, der nicht bei drei auf den Bäumen ist."
Amelia und Daphne blickten zu Pansy und mussten lachen.
„Die können mir gestohlen bleiben."
„Komm, lass uns rausgehen. Das Spiel fängt bald an."
Es wurde die längste Quidditch Partie, die Amelia jemals miterlebt hatte. Slytherin ging wahnsinnig schnell in Führung sie fegten die Hufflepuffs fast vom Platz. Nach nicht mal zehn Minuten lagen sie mit 170 Punkten vorne. Doch jedes Mal, wenn der Schnatz auftauchte, schaffte es Warrington nicht in seine Nähe zu kommen. Diggory war einfach zu gut und dieser wollte den Schnatz nicht fangen, bis sein Team mit dem Fang gewinnen konnte.
Die Hufflepuffs kämpften verbissen, und schafften es einmal sogar kurz die 150 Punkte Abstand Marke zu knacken, aber bevor Diggory den Schnatz in die Finger bekam, hatte Marcus schon wieder den Ausgleich geschafft.
Lee Jordan hatte sich bereits heiser geschrien, als die erste wirkliche Schnatz-Chance für Slytherin auftrat, doch einer der Treiber schlug einen Klatscher dazwischen und Warrington musste ausweichen. Die Zeit reichte, damit der Schnatz wieder verschwand.
Es gab eine kurze Pause und als das Spiel weiter ging, begannen die Slytherins Diggory zu jagen.
Nicht nur die Treiber legten es auf ihn an, er stieß auch ungewöhnlich oft mit den Jägern zusammen.
Diggory machte eine Rolle, um Bole auszuweichen und wurde im nächsten Moment von Draco geblockt. Madam Hooch war rot vor Wut, als sie den Hufflepuffs immer wieder Freistöße zusprach.
Durch diese Taktik holten die Hufflepuffs zwar langsam auf, aber noch war der Vorsprung hoch genug.
Flint hatte Diggory gerade übel gefoult und dieser wäre fast vom Besen gefallen, als Lee Jordan plötzlich ins Mikrofon heulte. Auf der anderen Seite des Stadions jagte Warrington dem Schnatz hinterher.
Diggory schnellte herum, doch Draco und Graham schossen auf ihn zu, um ihn abzublocken. Einen Augenblick später war das Spiel vorbei. Madam Hooch war Rot vor Wut und Lee Jordan heulte „Unfair!" ins Mikrofon aber am Ende zählte nur das Ergebnis. Warrington hielt den Schnatz in der Hand und die Slytherinkurve explodierte.
Alle stürmten aufs Spielfeld, wo Marcus mit selbstsicherem Grinsen den Pokal in die Luft hielt.
Die Slytherin-Mannschaft wurde unter lautem Jubel in den Gemeinschaftsraum eskortiert, wo es eine riesige Feier gab. Die Mädchen hatten Butterbier organisiert und Derrick steuerte ein paar Flaschen Feuerwhisky bei.
Sie hätten die ganze Nacht gefeiert, wenn nicht Professor Snape sie wutentbrannt in ihre Betten geschickt hätte.
In den Osterferien war nicht viel an Entspannung zu denken. Draco und Amelia mussten den Stoff für die Prüfungen wiederholen und sie suchten nach Zaubern, mit denen sie Pettigrew finden konnten. Sirius meldete sich nicht mehr bei ihnen, was nur bedeuten konnte, dass er ihn auch nicht gefunden hatte.
Amelia hatte die verrückte Idee gehabt, Lupin für die Suche nach Pettigrew einzuspannen. Werwölfe hatten die besten Sinne von allen Wesen, aber dafür hätte sie ihm offenbaren müssen, das Pettigrew noch lebte und sie war sich nicht ganz sicher, wie ihr Professor darauf reagieren würde.
Doch langsam lief ihnen die Zeit davon. Wenn erst alle Schüler Hogwarts für die Sommerferien verlassen würden, wäre es für Pettigrew leicht, sich in einem Gepäckstück versteckt davon zu machen.
So aber war es für ihn zu gefährlich an den ausgehungerten Dementoren vorbeizuhuschen selbst als Tier. Er musste hier noch irgendwo sein.
Draco überredete Amelia mit Lupin zu sprechen, sollten sie Pettigrew bis Beltane nicht gefunden haben. Dann hatten sie nur noch zwei Monate Zeit, um es mit Lupins Hilfe zu versuchen.
„Willst du wirklich zu Beltane gehen?", fragte Draco, als sie am Abend gemeinsam im Gemeinschaftsraum warteten, dass es Zeit war auf die Ländereien zu gehen.
„Warum nicht?", fragte Amelia irritiert.
„Es gab einen Grund, warum das Fest abgeschafft wurde", sagte Draco und sah sich unbehaglich um. „Viele Jungfrauen waren es nach Beltane nicht mehr."
„Machst du dir Sorgen, das sich jemand an mir vergreift?", fragte ihn Amelia, doch Draco lachte nur trocken.
„Nein, Amelia. Ich mache mir Sorgen, das ich mich an dir vergreife."
Amelia sah Draco überrascht an, das hatte sie nun nicht erwartet. Meistens war er es gewesen, der alles, was über Küssen hinausging, abgebrochen hatte. Sie verstand es nicht. Es wäre nicht so gewesen, dass es ihn nicht erregte, wenn sie sich näher kamen, auch Amelia ließ es nicht kalt, aber am Ende passierte doch nichts.
„Wäre es so schlimm?", fragte sie ihn.
„Ich will dich einfach nicht bedrängen."
„Warum denkst du so was?"
Draco lehnte sich in seinen Sessel zurück und blickte ins Kaminfeuer. „Weißt du Amelia, da ist Wissen in meinem Kopf, dass ich nicht einfach so ausblenden kann. Ich weiß genau was ich tun müsste, aber du wirkst manchmal so unschuldig, dass ich das Gefühl habe, ich würde dich ausnutzen, wenn ich meinem Verlangen nachgebe" Draco sah sie gequält an.
„Ich höre immer wie die anderen beim Quidditch-Training über Mädchen sprechen und wie sie über Pansy herziehen und irgendwie will ich dich damit nicht auf eine Stufe stellen. Dafür bist du viel zu kostbar."
„Was Pansy tut, ist ihre Sache, es hat nichts mit uns zu tun. Ich bin nicht Pansy."
„Ich weiß", sagte Draco, sah aber noch immer nicht glücklicher aus.
„Kannst du dir nicht vorstellen, dass ich dir auch nah sein möchte? Meine Haut kribbelt, wenn du mich berührst…"
„Aber genau da liegt das Problem, ich will mehr als dich nur zu berühren. Ich habe so eine leise Ahnung und der Gedanke wie es sein könnte macht mich wahnsinnig."
„Dann tu es einfach. Ich habe keine Ahnung von so etwas. Mein Kopf steckt so in der Magie, dass ich meinen Körper vergessen habe."
„Was wenn ich zu weit gehe?"
„Dann glaub mir, dass ich genug Hexe bin, um dich an die nächste Wand zu fluchen", lachte Amelia.
„Beltane ist gefährlich", beharrte Draco stur.
Amelia schmiegte sich an ihn und schnurrte: „Vertrau der Magie, Draco. Beltane wird uns zu nichts zwingen, was wir nicht ohnehin tun würden und wir sind mächtig genug, um jeden Schaden von uns abzuwenden. „
„Dein Vertrauen möchte ich haben", lachte Draco hohl.
„Es ist mehr als Vertrauen. Ich weiß es", sagte Amelia mit einem selbstzufriedenen Lächeln. „Du würdest mich immer beschützen"
Draco berührte ihr Gesicht und fuhr mit seinem Daumen über ihre Lippen. „Ich würde jeden umbringen, der dir was tut." Einen Moment hatte Amelia das Gefühl, das da etwas war, etwas in Draco das sie gruselte, aber der Moment war schnell vergangen und noch schneller vergessen.
Draco küsste sie und als sich ihre Zungen berührten seufzte Amelia glücklich auf. Sie ließ sich nach hinten fallen, sodass Draco über ihr lag. Draco lachte in den Kuss und Amelia drückte seinen Kopf näher an sich.
Ein hoher Pfiff unterbrach sie.
„Hier sind noch andere", sagte Theodor, der rot angelaufen war, als er sie beide gesehen hatte. „Musst du immer alles kaputtmachen?", fragte Amelia schmollend als Draco sich wieder aufsetzte.
„Ich dachte nur wir lassen alte Traditionen aufleben", erwiderte Theodor und hielt ein Zauberschach-Brett hoch. „Seit du aus dem Club ausgetreten bist, Draco, fehlt es mir an richtigen Gegnern."
„Ich glaube das ist eine gute Idee", sagte Draco mit leuchtenden Augen und begann das Schachbrett aufzubauen.
Seit Amelia auf Hogwarts war, hatten Draco und Theodor an dem Abend vor Beltane immer eine Partie Zauberschach gespielt und sie waren richtig gut darin. Amelia versuchte es erst gar nicht. Sie hatte bis jetzt jedes Spiel verloren.
Um kurz vor Mitternacht machten sie sich auf den Weg nach oben. Keiner sprach es aus, aber Daphne fehlte. Sie würde nicht kommen.
Als Amelia am nächsten Morgen aufwachte, spürte sie noch den Nachhall der puren Magie in sich. Sie liebte diesen Moment nach Beltane, in dem alles möglich zu sein schien. Zu gerne hätte sie gewusst, wie sich Beltane während des Festes anfühlte, wenn die Magie so stark wurde, dass sie den Geist einfach überlastete. Amelia liebte den Rausch. Einfach loszulassen von all der Kontrolle des Alltags.
Etwas bewegte sich hinter ihr und sie öffnete die Augen. Es war stockdunkel. Sie dachte kurz an ihren Zauberstab und schon materialisierte er sich aus dem Pertal an ihrem Handgelenk. „Lumos." Sie erkannte, dass sie sich im Kerkerraum befanden. Sie lag auf dem Sofa das an einer Wand stand. Müde scheuchte sie einen Zauber an die Wand und ein magisches Fenster öffnete sich. Rotes Dämmerlicht flutete in den Raum. Es musste früher Morgen sein.
Amelia wollte sich aufsetzen, als ihr auffiel, dass etwas Schweres auf ihrer Hüfte lag. Sie drehte sich um und bemerkte das Draco neben ihr lag. Er hatte den Arm um sie gelegt und schlief noch immer. Im Schlaf war sein Gesicht vollkommen entspannt. Er sah so friedlich aus, wie sie ihn im wachen Zustand noch nie gesehen hatte. Vorsichtig strich sie ihm eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und musste lächeln.
Amelia spürte seinen warmen Atem und war froh, dass Draco schlief und nicht sah das sie vor Scham rot anlief, als sie bemerkte das sie beide nackt waren.
Bei Merlin sie hatte es doch so gewollt, warum war ihr das jetzt so peinlich.
Amelia schluckte und fuhr mit ihrem Zauberstab an ihren Unterleib. Erleichtert atmete sie aus. Sie hatten keinen richtigen Sex gehabt, also hatten sich Dracos Befürchtungen nicht bewahrheitet.
Irgendwie war sie erleichtert. Sie hätte ihr erstes Mal schon gerne mitbekommen, andererseits war es aufregend ihm so nah zu sein. Körperliche Nähe in jeder Form war etwas Neues für sie. Sie hatte nie jemand in den Arm genommen, nicht, seit sie denken konnte.
Mit roten Wangen kuschelte sie sich näher an ihn.
Sie musste nochmal eingenickt sein, denn als sie aufwachte, sah Draco sie aus unergründlichen Augen an.
„Morgen", flüsterte sie mit einem seligen Lächeln.
„Guten Morgen", sagte Draco und gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange.
Amelia küsste ihn stürmischer auf den Mund und drückte sich an ihn. Sie spürte etwas hartes an ihrem Bauch.
„Morgenlatte", nuschelte Draco mit rotem Gesicht und rückte ein Stück weg.
„Tschuldigung", sagte Amelia kniff schuldbewusst die Lippen zusammen.
„Amelia, haben wir…?" Draco musste nicht weitersprechen Amelia wusste auch so, was er meinte. Sie schüttelte den Kopf. „Nein", erwiderte sie und Draco sah erleichtert aus.
„Ich würde mich trotzdem gerne daran erinnern können was passiert ist", sagte Amelia und wurde bestimmt genauso rot wie Draco.
Draco stockte einen Moment, dann musterte er sie unsicher. Amelia gab ihm einen schüchternen Kuss. Das schien zu wirken, denn er begann in den Kuss zu grinsen als er sie an sich drückte.
„Ich bin sicher das kann man wiederholen", sagte er und warf Amelia auf den Rücken. Schon war er über ihr und küsste sie leidenschaftlich.
Amelia war so überrascht, dass ihr erster Reflex Abwehr war, doch dann schlang sie die Arme um ihn und erwiderte den Kuss. Hitze stieg in ihrem Körper auf und sie musste stöhnen als Draco mit einer Hand ihren Körper entlangfuhr. Ihre Finger berührten die Kette mit dem Basiliskenzahn die sie ihm zum Geburtstag geschenkt hatte und vergruben sich in seinen Haaren, als Draco mit seinen Lippen ihre Brustwarzen einfing. Amelia wand sich unter seinen Berührungen und ihre Scham begann zu pochen.
„Was machst du mit mir?", kreuchte sie.
„Ist es nicht gut?", fragte Draco und hörte auf ihre Brüste zu liebkosen.
„Wehe du hörst auf!", rief Amelia und drückte ihn wieder an sich. Sie sah gerade noch Dracos Grinsen, bevor er seine Lippen wieder auf ihre brennende Haut legte.
Seine Finger wanderten zwischen ihre Beine und sie errötete, als sie bemerkte, wie feucht sie war. Bei Merlin war ihr das peinlich, aber Draco war ebenfalls vor Scham errötet und dafür küsste sie ihn. Er strich mit seinen Fingern ihre Schamlippen entlang und es fühlte sich so gut an und verboten.
Unsicher tastete sie mit einer Hand seinen Körper entlang und umfasste ungeschickt sein Glied. Es war hart. Aber die Oberfläche fühlte sich ganz weich und sanft an. Draco schloss die Augen und seufzte.
Etwas mutiger geworden bewegte sie ihre Hand.
Sie spürte seinen keuchenden Atem auf ihrer Haut und ihre Lippen fanden sich zu einem fahrigen Kuss. Draco drückte sich an sie und begann sich an ihr zu reiben. Sie verschlangen ihre Finger ineinander und Amelia spürte, wie sein Glied sich an ihrer Scheide rieb. Sie presste sich an ihn und stöhnte. Ihr wurde ganz warm und sie begann zu zittern, ihr Körper bäumte sich auf. Amelia stöhnte laut auf und Draco presste sich an sie, als auch er zum Orgasmus kam. Sie spürte, wie sein Sperma an ihrem Körper klebte.
Keuchend lagen sie nebeneinander und beiden lag die Schamesröte auf den Wangen. Sie würde wohl doch vorsichthalber einen Verhütungstrank nehmen.
In der nächsten Woche konnte sich Amelia nicht mehr dagegen wehren. Sie musste mit Professor Lupin reden, wenn sie Pettigrew erwischen wollten. Also wartete sie nach dem Verteidigungsunterricht bis alle Schüler den Raum verlassen hatten.
„Haben Sie einen Moment für mich, Professor?", fragte Amelia.
„Natürlich, wie kann ich Ihnen helfen?"
Amelia vergewisserte sich, dass niemand in der Nähe war und trat nah an Professor Lupin heran.
„Sie müssen jemanden für mich finden", sagte sie leise.
„Und wen?", fragte Lupin verdutzt.
„Peter Pettigrew."
Lupin verzog das Gesicht. „Das ist unmöglich, Peter Pettigrew ist tot."
„Und was, wenn ich Ihnen sage, dass er lebt, und dass er sich als Ratte hier auf Hogwarts versteckt?", fragte Amelia
„Woher wissen Sie davon?", fragte dieser erschrocken. Amelia lächelte Lupin nur geheimnisvoll an.
„Ihre Sinne sind viel feiner als die meinen. Pettigrew hält sich geschickt im Schatten der Karte des Rumtreibers und wir können ihn nicht erwischen. Wir wissen, dass er im Gryffindor Turm war. Wenn Sie etwas Gutes tun wollen, Professor. Dann fangen Sie ihn."
Amelia schickte sich an zu gehen.
„Warte!", sagte Lupin und hielt Amelia am Arm fest. Amelia blickte kalt auf die Hand hinunter die sie festhielt.
„Entschuldigung", sagte Lupin schnell und ließ sie los. Er trat einen Schritt zurück.
„Warum sagst du mir nicht einfach alles, Amelia. Warum vertraust du mir nicht einfach", fragte Lupin.
„Ich habe Ihnen das gesagt, was Sie wissen müssen. Ich bin mir sicher, Sie werden das Richtige tun. Darauf kann ich vertrauen."
„Ich kann nichts unternehmen, erst wenn wir uns dem Vollmond nähern, werden meine Sinne schärfer."
„Das wird reichen müssen. Wenn wir Pettigrew nicht erwischen, bevor das Schuljahr endet, wird er sich wieder verstecken und nur Merlin weiß, ob er zu Voldemort zurückkehren wird oder sich bei einer anderen Zauberfamilie versteckt", sagte Amelia.
„Hast du Dumbledore davon erzählt?", fragte Lupin doch Amelia wandte sich ab und verließ ohne ein weiteres Wort den Klassensaal.
Die Prüfungswoche begann, ohne dass sie eine Spur von Pettigrew hatten. Freitag war Vollmond und Amelia setzte all ihre Hoffnungen auf den Tag.
Doch am Montag war erst mal die Prüfung in Verwandlung. Bei einer der theoretischen Fragen hatte Amelia das Gefühl, zu weit ausgeholt zu haben, aber die praktische Übung war ein Kinderspiel.
Sie sollten eine Teekanne in eine Schildkröte verwandeln und Professor McGonagall war ganz entzückt von der kleinen Schildkröte, die Amelia ihr auf die Hand setzte. Draco jammerte, dass seine Schildkröte noch mit der Verzierung der Teekanne geschmückt war und Daphne sagte, ihre sei aus Porzellan gewesen.
Nach dem Mittagessen ging es weiter zu Zauberkunst, wo Aufmunterungszauber drankamen. Dabei stellte sich Pansy so ungeschickt an, das Millicent, ihre Partnerin, zu weinen anfing und man sie erst mal beruhigen musste.
Abends kehrten sie in den Gemeinschaftsraum zurück und Amelia nahm sich missmutig eine Tabelle mit Planetennamen, die sie noch für Astronomie lernen musste, während die anderen fieberhaft Zaubertrankrezepte auswendig lernten.
Die erste Prüfung am nächsten Tag war Pflege Magischer Geschöpfe. Dabei musste sie mit einem Hippogreif eine Runde um die Schule fliegen.
Amelia hatte ein wenig ein mulmiges Gefühl, als sie wieder auf dem Boden landete, aber Hagrid grinste sie nur breit an. „Ganz toll gemacht."
Am Nachmittag hatten sie Zaubertränke und Amelia hatte keine Probleme, ihr Verwirrungselexier einzudicken. Vincent übertrieb es ein bisschen und am Ende ließ es sich mit einem Messer durchschneiden. Aber zum Bestehen sollte es reichen.
Um Mitternacht war Astronomie und Amelia fiel einfach der Name für den letzten Mond des Uranus nicht ein.
Mittwoch hatten sie vormittags Geschichte der Zauberei und da erging es Amelia noch schlimmer als in Astronomie. Geschichtsdaten waren einfach nicht ihre Welt. Dafür schrieb sie drei Seiten über die Hexenverfolgung im Mittelalter und erläuterte die Zauber, die man gegen Feuer anwenden konnte.
Nachmittags, in den Gewächshäusern, erging es ihr schon besser und ihre Kartoffelbauchpilze blühten schon nach wenigen Minuten auf.
Die meisten Prüfungen waren damit geschafft. Die Prüfung in Verteidigung gegen die Dunklen Künste fand Amelia besonders lustig. Sie mussten durch eine Art Hindernisparkour kommen, in denen ihnen alle möglichen magischen Wesen gegenübertraten und danach einem Irrwicht entgegentreten.
Mit einem breiten Grinsen trat Amelia aus dem Wandschrank, in dem der Irrwicht lauerte.
„Das war mal eine originelle Prüfung", sagte sie und beobachtete Draco dabei, wie er sich an dem Hinkepank vorbeischlich.
„Ich habe mich übrigens dazu entschlossen deinem Vorschlag zu folgen, Amelia", sagte Lupin der ebenfalls seinen Blick auf den Parkour gerichtet hatte.
„Danke, Professor", sagte Amelia und lächelte ihn an.
Nach kurzer Zeit hatte Draco die Prüfung ebenfalls geschafft und kam auf sie zu.
„Ich glaube, dass Mr Malfoy sie in der Zeit geschlagen hat, Miss Potter", sagte Professor Lupin als Draco mit arrogantem Grinsen neben sie trat. Amelia musste lachen. „Du hast einen unfairen Vorteil", flüsterte sie Draco zu.
Die letzte Prüfung war Alte Runen und sie sollten ein altes Kindermärchen übersetzen. Des Hexers haariges Herz hieß es und Amelia erinnerte es entfernt an die Folgen schwarzer Magie.
Draco hatte gleichzeitig seine Prüfung für Arithmantik und Amelia die schon früher fertig war machte sich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum, wo sie Pansy begegnete, die blass vor dem Kamin saß.
„Wie lief Wahrsagen?", fragte sie beiläufig und ließ sich erleichtert in einen der Sessel fallen.
„Es ist etwas unheimliches passiert", sagte Pansy. „Mitten in meiner Prüfung."
„Hat Trelawney wieder den Tod von jemandem vorausgesagt?", fragte Amelia lachend, die sich das ganze Jahr über Trelawneys lächerliche Wahrsagungen von Pansy und Millicent hatte anhören müssen.
„Sie hat gesagt der Dunkle Lord kehrt zurück", sagte Pansy giftig und Amelia schluckte.
„Darüber sollte man keine Scherze machen, das sollte selbst Trelawney wissen", sagte Amelia ärgerlich.
„Sie hat keine Scherze gemacht. Sie war ganz anders als sonst. Sonst spricht sie immer normal, wenn sie etwas vorhersagt, aber diesmal klang sie seltsam verzerrt und konnte sich danach nicht mehr daran erinnern. Was, wenn das eine der großen Prophezeiungen war, von denen wir in Geschichte der Zauberei gehört haben? Eine, die die Geschichte verändert?", fragte Pansy ängstlich.
„Sieh mich an, Pansy", sagte Amelia und als Pansy aufblicke griff sie mit ihrer Legilimentik nach der Erinnerung.
Da stand die Professorin mit ihrer stark hyperoben Brille, die ihre Augen mehrfach vergrößert darstellte und den ganzen goldenen Ketten und Ringen. Amelia hatte Trelawney nie getroffen, aber genau so stellte sie sich eine Jahrmarktswahrsagerin vor.
Amelia wurde blass, als sie in die Gegenwart zurückkehrte. Es war nicht sicher, dass es eine wahre Prophezeiung war. Aber ihr wurde trotzdem anders.
„Was ist denn los Amelia?", fragte Pansy irritiert als Amelia nicht reagierte.
„Der Dunkle Lord wurde nie vernichtet. Er ist noch irgendwo dort draußen. Wenn er zurückkommt…", sagte Amelia und stand entschlossen auf.
Amelia stürmte aus dem Gemeinschaftsraum, um die Karte des Rumtreibers zu holen. Mit zusammengekniffenen Augen verfolgte sie den Punkt von Remus Lupin, der sich in der Nähe des Gryffindor Turmes herumtrieb.
„Da bist du ja", sagte Draco als er hereinkam. „Pansy ist ganz verstört, was hast du ihr gesagt?"
„Nur die Wahrheit. Schau mal Lupin ist bereits auf der Suche nach Pettigrew", sagte Amelia und deutete auf die Karte. Lupin verließ gerade das Schloss und ging auf die Ländereien hinaus.
„Glaubst du er findet ihn?", fragte Draco und studierte die Karte.
„Er muss ihn finden. Er hat schärfere Sinne als Eristik und Sirius zusammen. Mit etwas Glück konnte er die monatealte Fährte finden. Er müsste Pettigrews Geruch besser kennen als sonst einer. Werwölfe haben ein geniales Gedächtnis für Gerüche."
Amelia faltete die Karte wieder zusammen. Sollte Pettigrew auf der Bildfläche erscheinen würde sie das Pergament warnen.
„Wie lief deine Prüfung in Arithmantik?", fragte Amelia, als sie sich zusammen auf den Weg zum Abendessen machten.
„Frag nicht. Ich glaube ich habe mich irgendwo verrechnet", sagte Draco missmutig.
„Warum das denn?"
„Wir sollten unser wahrscheinliches Lebensalter berechnen. Ich bin schon Tod", sagte Draco und Amelia musste kichern.
„Dafür siehst du aber noch recht lebendig aus", erwiderte sie.
Die Stimmung beim Abendessen war sehr ausgelassen. Alle waren froh, dass die Prüfungen endlich vorbei waren. Amelia griff alle paar Minuten zu der Karte, aber bis jetzt hatte sich noch nichts gerührt.
Sie setzten sich zu den anderen Slytherins in den Gemeinschaftsraum, aber Amelia konnte keine Ruhe finden. Am liebsten wäre sie raus auf die Ländereien gegangen und hätte selbst angefangen zu suchen, doch welche Anhaltspunkte hatte sie? Wo könnte sie suchen?
Draco schien da gelassener. Er hatte sich gerade mit Blaise in ein Gespräch über die Quidditch Weltmeisterschaft diesen Sommer verstrickt, als die Karte des Rumtreibers zu glühen begann. Amelia öffnete sie so hastig, dass sie sie fast zerrissen hätte. Sie glaube einen Moment ihr würde das Herz stehen bleiben, als sie den Punkt Peter Pettigrew sah. Sie hatte schon fast nicht mehr damit gerechnet.
Nachwort:
Ich weiß gar nicht so wirklich was ich zu diesem Kapitel schreiben soll. Es ist so ein Übergangskapitel, in dem viele Dinge passieren, die nun mal in den Zeitablauf hineingehören. Die Wichtig sind. Kleine Informationshappen die in späteren Kapiteln verarbeitet werden.
Nur so viel sei gesagt. Ich habe die Prophezeihung von Trelawny mit Absicht nicht komplett rezitiert.
Deshalb und damit ich euch nicht langweile, ab zum nächsten Kapitel.
