Kapitel 14 – Die Ratte

Pettigrew verließ gerade zusammen mit Lupin und Hagrid die Hütte des Wildhüters. Während Hagrid sich auf den Weg zum Schloss machte, wo ihm ein Punkt Namens Severus Snape entgegenkam, gingen Lupin und Pettigrew Richtung Verbotener Wald, dicht gefolgt von dem Punkt mit dem Namen Sirius Black.

„Draco", zischte Amelia und Draco blickte hoch.

„Er hat ihn", flüsterte sie und ein irres Grinsen trat in ihr Gesicht.

Draco sprang ohne ein weiteres Wort auf und sie hasteten aus dem Gemeinschaftsraum.

„Warum so eilig?", rief Blaise ihnen nach.

Amelia zog die Karte des Rumtreibers hervor. Die Punkte von Sirius, Lupin und Pettigrew hatten sich am See versammelt und der Punkt von Hagrid traf auf den von Snape, der sich danach ebenfalls Richtung See aufmachte.

Amelia reichte Draco die Karte und zerrte noch im Rennen den Tarnumhang heraus.

Es war ein Leichtes, raus auf die Ländereien zu kommen. Sie nahmen einen Geheimgang, den sie auf der Karte des Rumtreibers entdeckt hatten. Er führte von den Kerkern fast direkt zu den Gewächshäusern.

Sie liefen so hastig, dass sie fast mit Professor Snape zusammengestoßen wären. Er war auf dem Weg zum See.

Draco und Amelia folgten ihm im leichten Abstand.

Snape belegte sich mit einem Desillusionierungszauber und Amelia konnte nur noch seine leichten Umrisse sehen. Snape wurde schlampig, so eilig hatte er es.

Sie kamen am See an und unter einer großen Eiche sahen sie zwei Gestalten stehen. Amelias Blick glitt suchend herum. An einem Baum hing in einem kleinen Käfig eine dünne ausgemergelte Ratte.

„Ich werde dir das nie vergessen", hörte Amelia Sirius sagen und er legte Lupin eine Hand auf die Schulter.

„Ich zahle nur alte Schulden zurück, mein Freund", antwortete Lupin. „Wir sollten uns jetzt um Pettigrew kümmern, bevor Hagrid mit Dumbledore und den Leuten vom Ministerium zurück ist", sagte Lupin und zückte seinen Zauberstab. Auch Sirius hob den ehemaligen Zauberstab von Quirrell, den Amelia ihm überlassen hatte.

Expelliarmus", rief Snape mit vor Genugtuung triefender Stimme. Lupin und Sirius verloren ihre Zauberstäbe.

Der Desillusionierungszauber löste sich auf und Snape stand mit erhobenem Zauberstab und vor Hass triefendem Grinsen vor den beiden Zauberern.

„Ich habe immer gehofft, dich als Erster in die Finger zu bekommen, Black", sagte Snape und deutete mit dem Zauberstab auf ihn.

„Du verstehst das alles falsch, Severus. Er ist unschuldig", sagte Lupin und trat zwischen sie.

„Aus dem Weg, Werwolf", zischte Snape. „Welch eine Ironie, dass ausgerechnet du mich zu ihm geführt hast. Ich war in deinem Büro, um dir den Wolfsbanntrank für heute zu bringen und als ich dich nicht gefunden habe, ist mir Hagrid über den Weg gelaufen und meinte nur ich soll dich hier suchen. Welch ein Zufall."

Remus spannte sich an und sein Gesicht war von Ablehnung gezeichnet.

„Keine Bewegung oder es wird mir eine Freude sein, dich ebenfalls aufzuknüpfen."

„Mach nichts Remus", sagte Sirius hinter ihm. „Sobald Dumbledore und die Leute vom Ministerium da sind, können wir meine Unschuld beweisen."

„Ich glaube nicht, dass wir so lange warten müssen", sagte Snape und grinste diabolisch. „Ich habe die Dementoren bereits verständigt. Sie sind auf dem Weg hier her."

Sirius wurde bleich.

„Du verstehst nicht, ich habe sie nicht verraten", sagte Sirius.

„Rache ist zuckersüß", hauchte Snape und lachte auf. Er klang fast etwas wahnsinnig.

Sirius Gesicht verzerrte sich vor Hass. „Willst du mich wegen eines Jungenscherzes umbringen? Ist es das wert? Wenn sich meine Unschuld herausstellt, dann wirst du der Mörder sein."

Snape lachte nur weiter.

„Oh, keine Sorge ich bin nur etwas übereifrig", sagte er und hob seinen Zauberstab ein Stück höher, als Sirius sich bewegte.

„Komm, gib mir einen Grund."

Amelia schloss erschüttert die Augen. Sie hatte nie die Wahl haben wollen, zwischen dem was richtig war und einer Person, die ihr wichtig war. Snape würde sie hassen, wenn er jemals herausfand, dass sie dahintersteckte. Aber konnte sie ein Leben wegwerfen, nur wegen der Rachegelüste eines Freundes? Lautlos hob sie ihren Zauberstab und zielte genau.

Ein mächtiger roter Strahl schoss aus ihrem Zauberstab und traf Snape in den Rücken.

Draco zog den Tarnumhang von ihnen herunter. Amelias Gesicht war bar jeder Gefühle, als sie sich zu Professor Snape hinunter beugte um nach seinem Puls zu fühlen.

„Es tut mir leid. Ich wünschte es hätte einen anderen Weg gegeben", sagte Amelia leise und hob die drei Zauberstäbe auf.

Lupin und Sirius sahen sie an wie einen Geist.

„Amelia", krächzte Sirius.

„Gern geschehen", erwiderte sie, warf Lupin seinen Zauberstab zu. Sirius gab sie den von Snape. Quirrells Stab verstaute sie in ihrer Tasche. Er war eine Spur zu ihr und sie musste versteckt bleiben, wenn sie nicht wollte, dass Snape sie hasste.

„Woher wusstet ihr wo wir sind?", fragte Professor Lupin und musterte Draco und Amelia.

„Die Karte des Rumtreibers. Sie selbst haben mich auf die Idee gebracht", antwortete Amelia und stellte sich vor den Käfig mit der Ratte, um ihn genau zu mustern.

„Wir wollten ihn gerade zurückholen", knurrte Sirius.

Amelia nickte und trat zurück an Dracos Seite.

Lupin griff in den Käfig und zog die Ratte heraus. Sie wand sich und versuchte zu fliehen, doch Black und Lupin hoben die Zauberstäbe.

„Gemeinsam?", fragte Lupin und Sirius nickte.

„Ich zähle bis drei. Eins, Zwei, DREI!", aus ihren Zauberstäben kamen knisternde blau-weiße Blitze und der Animagus blieb einen Moment in der Luft hängen, bevor er zu Boden fiel. Die Ratte verwandelte sich und der Mann schien geradezu aus dem Boden zu wachsen. Zuerst bildete sich sein Kopf, dann der Körper aus dem letztendlich Arme und Beine sprossen.

Pettigrew war fast so klein wie Amelia und machte den schmächtigen Eindruck eines Mannes, der in kurzer Zeit viel Gewicht verloren hatte. Er hatte wenige dünne Haare auf dem Kopf und wässrige kleine Augen. Er sah einer Ratte recht ähnlich.

Ängstlich sah er sich nach allen Seiten um, als würde er eine Fluchtmöglichkeit suchen.

„Sirius, Remus, meine alten Freunde", quiekte Pettigrew.

„Hallo Peter", sagte Lupin und Sirius wollte schon mit erhobenem Zauberstab hervor preschen. Lupin hielt ihn mit einer Geste davon ab.

„Hast du etwas zu deiner Verteidigung vorzubringen?"

„Er will mich umbringen", kreischte Pettigrew und deutete mit erhobenem Finger auf Sirius.

„Er hat Lily und James ermordet und jetzt will er auch mich zum Schweigen bringen."

„Das scheint mir nicht sonderlich logisch zu sein Peter", erwiderte Lupin. „Warum sollte sich ein unschuldiger zwölf Jahre lang als Ratte verstecken?"

„Unschuldig, aber voller Angst! Die Gefolgsleute von ihr-wisst-schon-wem wollen mich umbringen. Ich habe ihren besten Mann hinter Gittern gebracht, den Spion Sirius Black", quiekte Pettigrew

„Wie kannst du es wagen", knurrte Sirius, „Ich, ein Spion für Voldemort? Wann bin ich je um Leute herumscharwenzelt, die stärker und mächtiger waren als ich? Aber du, Peter, ich werde nie begreifen, warum ich nicht gleich gesehen habe, dass du ein Spion bist. Du mochtest immer große Freunde, die für dich nach dem Rechten sahen, nicht wahr? Erst waren wir es ... ich und Remus ... und James ... Doch dann gab es plötzlich einen größeren Spieler auf dem Feld"

Amelia erhaschte einen Blick in Pettigrews Augen und fing ihn mit ihrer Legilimentik ein, doch die Bilder waren klar. Pettigrew war unschuldig. Einer von beiden, entweder Sirius oder Pettigrew mussten Okklumentik beherrschen. Pettigrew blinzelte in ihre Richtung.

„Ich glaube es gibt nur eine Möglichkeit das alles zu klären", sagte Amelia und ging auf Pettigrew zu.

„Ich glaube du kennst mich." Ihre Lippen zierte ein düsteres Lächeln und Pettigrew quiekte verängstigt. „Ich bin Amelia Potter, es ist das Leben meiner Eltern über das wir hier gerade sprechen."

Pettigrew zitterte unter Amelias sanften, kühlen Fingern als sie seinen linken Ärmel zurückschlug.

„Keine Sorge, es wird nicht weh tun", versprach Amelia „Nunja, wenn du unschuldig bist."

Sie griff mit ihrer flachen Hand nach seinem Arm und Pettigrew begann sich unter ihrer Berührung in Schmerzen zu winden.

Er schrie gequält auf und als Amelia einen Schritt zurücktrat, konnten auch die anderen Anwesenden einen Blick auf Pettigrews Arm werfen.

Ein Mal brannte dunkel und unheilverkündend auf Pettigrews Unterarm. Es war ein Totenschädel aus dessen Mund sich eine Schlange ringelte.

„Das dunkle Mal", hauchte Lupin entsetzt

Langsam verblasste das Mal wieder und einen Moment später war der Arm so bleich wie zuvor.

„Das wäre damit wohl bewiesen", sagte Amelia kühl und trat einen Schritt zurück. Ihr kalter Blick ruhte auf Pettigrew der sie entsetzt anstarrte.

Pettigrew blickte sich um und schien einen Ausweg zu suchen, doch auf der anderen Seite stand Draco an einen Baum gelehnt und drehte seinen Zauberstab in der Hand. Seine andere Hand war in einer Tasche verschwunden und Amelia wusste das er Caliburn hielt.

„Ihr versteht das nicht", quiekte Pettigrew. „Der Dunkle Lord hat Waffen, von denen ihr nicht einmal träumen würdet. Er hätte mich getötet, wenn ich Lily und James nicht verraten hätte."

„Das ist eine Lüge. Du hast Lily und James schon vorher ausspioniert. Was muss es für eine Freude gewesen sein, als du deinem Herren berichten konntest, dass du ihm die Potters ausliefern könntest", spuckte Sirius aus.

Pettigrew winselte. „Er hätte mich getötet, er hätte alle getötet."

„Dann hättest du sterben sollen", knurre Sirius „So wie wir es auch für dich getan hätten."

„Dir hätte klar sein müssen", sagte Lupin gefasst, „dass wenn Voldemort dich nicht tötet, wir es tun würden."

Pettigrew wirbelte herum und schien fliehen zu wollen, doch zu seinem Unglück hatte er sich genau Dracos Seite ausgesucht und noch während er zu einer Animagusverwandlung ansetzte, schlug Draco ihm mit der flachen Seite von Caliburn gegen den Arm. Die Runenklinge begann zu glühen und Pettigrew wand sich auf dem Boden, während sein Körper wieder komplett menschliche Gestalt annahm.

Er starrte den jungen Slytherin entsetzt an und krabbelte rückwärts „Bitte!", flüsterte er. Er sah sich um und entdeckte Amelia.

„Bitte!"

„Es wäre so einfach dich zu töten", sinnierte Amelia. Ihr Gesicht war bar jeder Emotion und genauso fühlte sie sich auch. „Aber Rache bringt einen nicht weiter. Wenn ich dich töte, wird Sirius nicht rehabilitiert, also bleibst du am Leben." Pettigrew atmete erleichtert aus. „Vorerst", fuhr Amelia unerbittlich fort. „Vielleicht haben die Dementoren danach für dich noch einen kleinen Kuss übrig."

Pettigrew begann zu zittern als er sie ansah.

Die Sonne war gerade untergegangen und die letzten Strahlen versanken am Horizont.

Plötzlich begann Lupin sich zu winden. Alle sahen zu ihm herüber. Lupin schrie auf und wand sich auf dem Boden.

„Vollmond!", rief Amelia, der dieses Detail gerade siedend heiß einfiel. „Er hat seinen Trank nicht genommen."

Pettigrew nutze den Moment der Verwirrung, um sich in eine Ratte zu verwandeln. „Nein!", rief Amelia und rannte ihm hinterher.

„Fangt ihn!", schrie Sirius. „Ich kümmere mich um Remus."

Doch es war leichter gesagt als getan eine Ratte zu fangen, besonders in der Dunkelheit. Amelia zerrte die Karte des Rumtreibers hervor und sie verfolgten ihn zu den Quidditch Plätzen.

„Zur Seite!", rief Draco und Amelia sprang gerade noch außer Reichweite, als Draco einen sichelförmigen Fluch über den Platz schickte. Sie eilten an die Stelle, an der der Zauber auf einen Widerstand getroffen war, doch Amelia konnte nur noch Blut und ein Stück Haut von Pettigrew finden. Sie blickte auf die Karte und sah gerade noch, wie er in den Verbotenen Wald entkam.

„Scheiße!", fluchte sie und schlug mit der Hand auf den Rasen.

„Da drinnen finden wir ihn nie", sagte Draco und blickte hinüber zu dem gewaltigen Wald.

Sie rannten zurück zum See, doch anstatt wie erwartet Sirius und Lupin im Kampf vorzufinden, war der ganze See von Dementoren bevölkert.

Schon als sie in die Nähe kamen, begann Draco zu taumeln und Amelia griff nach dem Talisman um ihren Hals.

Sie zückten schon ihre Zauberstäbe, als plötzlich ein silberner Phönix über den See geschossen kam. Der Patronus von Dumbledore.

Draco reagierte schnell und warf ihnen den Tarnumhang über. Vorsichtig schlichen sie näher.

Sirius und Snape lagen bewusstlos auf dem Boden. Die Dementoren zogen sich gerade zurück. Von Lupin fehlte jede Spur.

Auf der gegenüberliegenden Seite konnte Amelia Professor Dumbledore und Hagrid erkennen. Zusammen mit zwei anderen Gestalten: Cornelius Fudge und Rufus Scrimgeour.

Sie kamen näher und Professor Snape begann sich zu rühren.

Amelia nickte Draco zu und dieser griff Schwert und Zauberstab fester. „Sobald sie uns den Rücken zukehren", flüsterte Amelia leise.

Sie kauerten sich an einen Baum und Amelia versah sie zusätzlich mit Unaufspürbarkeitszaubern. Von weitem beobachteten sie, wie Snape mit den anderen Zauberern sprach. Fudge nickte zustimmend, doch Scrimgeour schüttelte unwirsch den Kopf und Dumbledore deutete aufs Schloss.

Hagrid warf sich Sirius über die Schulter, als würde er nichts wiegen und sie entfernten sich Richtung Hogwarts. Amelia und Draco schlichen hinterher, als sie ein unheilvolles Knurren wahrnahmen.

Nicht weit von ihnen entfernt, in einem Gebüsch schnüffelte Lupin durch die Luft. Nur, das er jetzt kein Zauberer war, sondern ein ausgewachsener Werwolf.

Die Slytherins sahen sich entsetzt an. Sie wagten es nicht mal zu atmen, aus Angst der Werwolf könnte sie entdecken. Auf der anderen Seite verschwand die Gruppe mit Sirius im Schloss.

Lupin kam immer näher, er konnte sie riechen.

Amelia nickte mit dem Kopf in die entgegengesetzte Richtung und sie versuchten so leise wie möglich davonzuschleichen. Doch zusammen unter einem Tarnumhang war das gar nicht so einfach. Lupin hob den Kopf und begann zu heulen bevor er in ihre Richtung sprintete.

Draco und Amelia rannten los und der Tarnumhang flatterte hinter ihnen her. Der Werwolf hatte sie schon fast eingeholt, als Draco plötzlich stehen blieb.

„Das ist doch Schwachsinn", rief er und ein golden leuchtender Schild entstand um sie herum.

Draco wirbelte herum, wehrte mit dem Schwert das Maul des Werwolfs ab, indem er ihn zur Seite schlug und tippte mit dem Zauberstab sachte auf seinen Kopf. Der Werwolf brach sofort zusammen.

Amelia atmete schwer und Draco verstaute Caliburn wieder in seinem Beutel.

„Geht doch", sagte er selbstzufrieden.

„Ist… Ist er tot?", fragte Amelia ängstlich.

„Nein, nur bewusstlos. Der Zauber klappt super bei Werwölfen, aber dafür muss man sie berühren das ist nicht ganz so schön", sagte Draco.

„Warum hast du das nicht früher gemacht?", fragte Amelia und kam zu Draco. Dieser zuckte die Schultern.

„Er ist mir gerade erst beim Rennen eingefallen. Ich glaube, ich kannte ihn vorher nicht." Amelia seufzte auf.

„Jetzt sollten wir uns um Sirius kümmern, sonst war die ganze Arbeit umsonst. Wenn wir schon Pettigrew nicht erwischen können, sollten wir wenigstens das geradebiegen", sagte Draco und Amelia nickte zustimmend.

Sie öffnete die Karte des Rumtreibers und studierte sie.

„Sie sind hier, in Professor Flittwicks Büro. Fudge und Snape gehen gerade weg. „Wahrscheinlich holen sie die Dementoren", mutmaßte Draco. „Wie kommen wir dort am besten hin?"

Amelia grübelte über der Karte und beobachtete den Punkt von Albus Dumbledore wie er ebenfalls Flittwicks Büro verließ.

„Jetzt ist nurnoch einer da. Wir könnten, wenn wir ihn überrumpelt haben, versuchen Sirius durch diesen Geheimgang rauszuschmuggeln", sagte Draco und deutete auf den Geheimgang hinter einer Statue im dritten Stock.

„Das ist nicht so einfach", sagte Amelia unvermittelt,

„Scrimgeour ist bei Sirius. Er ist der Leiter des Aurorenbüros. Wenn wir die Türe öffnen, verlieren wir das Überraschungsmoment. Wir müssen ihn überrumpeln, wenn wir eine Chance haben wollen."

„Was schlägst du also vor?", fragte Draco.

„Hast du deinen Besen dabei?", fragte Amelia und Draco begann in dem Drachenlederbeutel herum zu kramen.

„Ja", sagte er und zog den Nimbus 2001 hervor.

„Wir fliegen von außen an das Fenster heran. Sie werden keinen Angriff vom Fenster aus erwarten. Wir werden Legilimentik verwenden, um uns abzustimmen und ich sprenge das Fenster, während du ihn außer Gefecht setzt. Du solltest mächtig genug sein, um eventuelle schwächere Schilde außer Kraft zu setzen."

„Manchmal überrascht du mich, Amelia. Du kommst nicht darauf einen Werwolf einfach zu bekämpfen, aber einen solchen Plan überlegst du dir in ein paar Sekunden", sagte Draco während Amelia die Karte wieder zusammenpackte.

„Deshalb bin ich schließlich deine Freundin", erwiderte Amelia und gab ihm einen kleinen Kuss.

Keine Minute später schwebten sie vor dem Fenster.

Sirius war bei Bewusstsein und an einen Stuhl gefesselt. Scrimgeour und Sirius schienen wild miteinander zu diskutieren. Der Auror sah sehr ungehalten aus.

„Wir müssen uns beeilen", sagte Amelia, die sich hinter Draco auf den Besen gesetzt hatte.

„Fudge und Snape sind sicher bald mit den Dementoren zurück."

„Denk dran Amelia, keine Okklumentik sonst kann ich nicht in dir Lesen", sagte Draco und Amelia nickte. Es viel ihr weitaus schwerer keine Okklumentik anzuwenden, als sie zu benutzen. Sie war so was wie ihre zweite Haut geworden.

Atemlos warteten sie einen geeigneten Moment ab.

Irgendwann wandten ihnen Scrimgeour den Rücken zu, um zur Tür zu schauen als hätte er etwas gehört.

Eine gewaltige Explosion erschütterte den Raum als Amelia und Draco angriffen.

Amelias Zauber hatte ein großes Loch in die Wand gesprengt und als Draco den Besen in das Innere des Raumes lenkte, lag Rufus Scrimgeour bewusstlos auf dem Boden. Dracos Zauber hatte sie einfach umgehauen.

Amelia rannte zu Sirius rüber und weckte ihn wieder auf, während Draco die Fesseln durchtrennte.

„Was macht ihr hier?", fragte Sirius desorientiert.

„Dich retten", sagte Amelia und Sirius blickte sich geschockt in dem verwüsteten Büro um. Sein Blick viel auf den bewusstlosen Auroren.

„Komm", drängte Draco. „Oder wollt ihr hier auf die Dementoren warten?"

Etwas wackelig, da der Nimbus nicht für drei Personen ausgelegt war, flogen sie auf die Erde.

Der Tarnumhang verdeckte sie nur schlecht.

Auf dem Boden angekommen wirkte Amelia sofort Desillusionierungszauber und kramte Quirrells Zauberstab wieder hervor. Gut, dass sie ihn behalten hatte.

„Nimm den und verschwinde", sagte Amelia.

„Du kannst den Besen haben, die Quidditch-Saison ist sowieso erst mal vorbei. Sie werden auf dem Boden nach dir suchen", sage Draco.

Sirius sah die beiden Zauberer fassungslos an.

„Ihr seid echt…", sagte er überrascht. „Amelia, vielleicht hast du doch etwas von deinen Eltern. Und Draco, ich hab mich in dir getäuscht. Danke"

„Verschwinde endlich", sagte Draco und warf den Tarnumhang wieder über sich selbst und Amelia.

Sirius stieß sich vom Boden ab, aber schon während er aufstieg, verschwand auch der Besen unter einem Desillusionierungszauber.

Draco und Amelia rannten zurück zum Schloss. Sie schafften es gerade noch so in den Slytherin Gemeinschaftsraum als Professor Snape erschien. Amelia nahm sich einen Schokoladenkeks von Daphne.

„Alle mal herhören", rief Snape und er sah fürchterlich wütend aus. Alle Schüler versammelten sich um ihren Hauslehrer. Professor Snape suchte Amelias Blick und als er sie unter den Schülern entdeckte nickte er ihr etwas erleichtert zu.

„Wir haben heute ein Sicherheitsrisiko auf Hogwarts. Sirius Black ist dem Ministerium erneut entwischt. Er hat Hilfe von außerhalb bekommen und konnte entkommen. Außerdem treibt sich ein Werwolf auf dem Schulgelände herum. Ihr kennt ihn, es ist Professor Lupin. Er hat es heute unterlassen seinen Wolfsbanntrank zu nehmen und ist extrem gefährlich. Alle Schüler, auch die Vertrauensschüler, sind dazu angehalten heute in ihren Häusern zu bleiben."

Die Schüler blickten sich entsetzt an und Getuschel brach aus. Professor Snape blickte in die Runde und Amelia glaubte so etwas wie Befriedigung in seinen Augen gesehen zu haben.

Draco und Amelia setzten sich in eine abgeschiedene Ecke und Amelia streichelte Eristik der auf ihren Schoß gekrochen kam.

„Glaubst du sie sperren Lupin jetzt nach Askaban?", fragte Draco, doch Amelia schüttelte den Kopf.

„Lupin war es doch der dafür gesorgt hat, dass das Ministerium verständigt wird. Egal was Snape sagt, er ist aus dem Schneider", sagte Amelia.

„Glaubst du Pettigrew kommt zurück?", fragte Draco nachdenklich und Amelia schluckte.

„Nein", sagte sie und blickte betrübt auf den Tisch. Ein Klumpen hatte sich in ihrem Magen gebildet.

„Warum bist du dir so sicher?"

„Pansy hat heute eine Prophezeiung mitbekommen. Eine Prophezeiung, die so seltsam war, dass sie echt sein könnte", sagte Amelia und blickte in die Kaminflammen, als sie zu zitieren begann:

„Es wird heute Nacht geschehen. Der Dunkle Lord ist einsam, von Freunden und Anhängern verlassen. Sein Knecht lag zwölf Jahre in Ketten. Heute Nacht, vor der zwölften Stunde, wird der Knecht die Ketten abwerfen und sich auf den Weg zu seinem Meister machen. Mit seiner Hilfe wird der Dunkle Lord erneut die Macht ergreifen und schrecklicher herrschen denn je. Heute Nacht ... vor der zwölften Stunde ... wird der Knecht sich auf den Weg machen ... zurück zu seinem Meister ..."

„Ich hoffe, dass er sich noch etwas Zeit lässt", sagte Draco und Amelia brachte ein schwaches Lächeln zustande.

„Ich weiß, dass ich von geborgter Zeit lebe", sagte Amelia und verwickelte Draco in einen leidenschaftlichen Kuss.

Amelia wachte am nächsten Morgen früh auf und konnte nicht mehr einschlafen. Also ging sie hoch in die Große Halle zum Frühstück. Sie war eine der Ersten, außer ihr war sonst nur noch Professor Lupin da, der am Lehrertisch schnell sein Essen runter schlang.

Sie ging zu ihm hin.

„Guten Morgen, Professor", sagte Amelia. Professor Lupin nickte ihr zu und spülte sein Toast mit Kürbissaft hinunter.

„Ist alles in Ordnung bei euch?", erkundigte er sich und Amelia nickte nur.

„Snape hat gestern allen berichtet, dass Sie ein Werwolf sind."

Lupin sah sie mit düsterem Blick an. „Die ersten Eulen von den Eltern sind schon angekommen."

„Sie nehmen es nicht gut auf, oder?"

„Nein, wie sollten sie auch. Ich hätte letzte Nacht jeden von euch beißen können." Amelia nickte. Er hatte Recht. Er war ein Sicherheitsrisiko.

„Draco hat Sie bewusstlos geschlagen. Es ist also keiner zu Schaden gekommen.", erwiderte Amelia und war insgeheim Stolz auf Draco.

„Ich werde meinen Posten trotzdem räumen müssen", sagte Lupin gefasst und schmierte sich noch ein Toast.

„Wir haben versagt, Professor", sagte Amelia schweren Herzens.

„Sie brauchen mich nicht mehr Professor zu nennen, Amelia. Ich bin schließlich keiner mehr und was das angeht, haben sie doch ein bemerkenswertes Stück Magie geschafft. Nicht jeder schafft es einen ausgebildeten Auroren zu besiegen, ohne dabei entdeckt zu werden."

Amelia zuckte mit den Schultern. „Es hat nichts gebracht. Wir sind wieder dort, wo wir am Anfang waren."

„Nicht ganz, Amelia. Wir haben die Wahrheit aufgedeckt und Dumbledore glaubt uns. Vielleicht wird es uns mit seiner Hilfe gelingen Pettigrew zu fangen."

„Glaubt das Ministerium uns auch?", fragte Amelia überrascht.

„Nein, Fudge ist sehr ungehalten über Sirius Flucht. Er ist mehr geneigt Severus Sichtweise auf das Geschehene zu teilen."

Amelia nickte nachdenklich.

„Würden Sie mir noch eine Frage beantworten, Mr Lupin?", fragte Amelia und ihr Blick schweifte zur Eingangstür der großen Halle. Noch war kein anderer Schüler in Sicht.

„Was möchten Sie wissen, Amelia?", fragte Lupin und klang fast wie im Unterricht.

„Warum hasst Severus Snape Sie und Sirius so sehr?" Lupin wirkte von der Frage überrumpelt also fügte Amelia hinzu „Es muss mehr als einfache Schülerrivalität gewesen sein. Ich glaube ihn sehr gut zu kennen. Ich habe viele Stunden meines Lebens mit ihm verbracht. Irgendetwas muss vorgefallen sein. Etwas, warum er Sie so abgrundtief hasst. Denn auch wenn Sie es nicht glauben mögen, Severus Snape ist ein guter Mensch."

Lupin nickte nachdenklich und sagte dann:

„Es hat mit etwas zu tun, was geschah als wir noch zur Schule gingen. Wie Sie wissen, wurde ich jede Vollmondnacht in ein Versteck gebracht. Um es genau zu sagen, wurde ich in die Heulende Hütte gebracht. Der Geheimgang unter der Peitschenden Weide führt dort hin. Sirius fand es damals, ich würde sagen, lustig Severus zu verraten wie er mir folgen könnte. Wenn er bis zur Hütte gekommen wäre, hätte er es mit einem ausgewachsenen Werwolf zu tun bekommen. Aber dein Vater, Amelia, hat herausgefunden was Sirius getan hat und ihn aufgehalten. Er hat ihm das Leben gerettet."

Amelia nickte schweren Herzens. Sie wollte sich nicht vorstellen, was für eine Demütigung es für Snape gewesen sein musste, ausgerechnet bei James Potter in Lebensschuld zu stehen, wo er ihm doch Lily weggenommen hatte.

„Ich sollte mich jetzt auf den Weg machen und meine Sachen packen", sagte Lupin und stand auf.

„Eine Sache noch", hielt Amelia ihn auf. „Weiß Professor Snape, das Draco und ich in die Geschehnisse von gestern verwickelt waren?"

„Nein, Amelia. Er hat keine Ahnung. Dumbledore hat es irgendwie erfahren, aber auch der Minister weiß es nicht."

Amelia nickte dankbar. Dumbledore hatte es wahrscheinlich aus Sirius Gedanken gelesen und solange Snape es nicht erfuhr, war alles gut.

„Sie werden es ihm nicht sagen, oder?"

„Ich hatte es nicht vor", antwortete Lupin.

Amelia nickte ihm zu. „Ich danke Ihnen. Viel Glück, Sie werden es brauchen", sagte Amelia und Lupin hatte einen gequälten Gesichtsausdruck als er die Große Halle verlies.

Die letzten Tage auf Hogwarts vergingen wie im Flug. Die Sonne strahlte vom Himmel herunter und sogar Amelia ließ sich dazu überreden mit an den See zu kommen.

Am letzten Schultag bekamen sie die Prüfungsergebnisse und alle hatten sie es ins nächste Schuljahr geschafft. Amelia hatte sieben Ohnegleichen geschafft, lediglich in Astronomie bekam sie ein Erwartung Übertroffen und Geschichte der Zauberei wurde wenigstens ein Annehmbar, auch wenn fast die Hälfte ihres Aufsatzes mit Thema verfehlt beanstandet wurde, weil genaue Aufschlüsselungen von Zaubern nicht erwünscht gewesen waren.

Es gab viele Schüler, die traurig über den Abschied von Professor Lupin waren. Doch noch mehr waren darüber entsetzt, das Dumbledore es gewagt hatte einen Werwolf eingestellt zu haben. Pansy behauptete steif und fest es die ganze Zeit geahnt zu haben, da Lupin immer so herumgeschnüffelt hätte. Amelia wusste das es totaler Unsinn war.

Am nächsten Tag stiegen sie in den Hogwarts Express und Amelia hatte wirklich missmutige Laune. Nie hatte sie weniger Lust gehabt zu den Dursleys zurückkehren als jetzt. Es kam ihr vor, als würde sie in eine andere Welt reisen, eine Welt, in der es keine Amelia Potter gab. Sie hatte eingesehen, dass es zu ihrem Besten war, trotzdem würde sie versuchen so schnell wie möglich dort zu verschwinden.

„Diesen Sommer findet das Finale der Quidditch Weltmeisterschaft in England statt. Vater hat Karten von Fudge bekommen", sagte Draco. „Ich denke, auch wenn du keinen gesteigerten Wert auf Quidditch legst, bist du sicher dabei."

„Draco, ich würde alles tun, um von den Dursleys wegzukommen. Selbst wenn ich mit dir auf Drachenjagd gehen müsste", erwiderte Amelia.

„Es wird sicher toll", sagte Blaise. „Ich werde auch da sein."

„Draco, glaubst du deine Eltern lassen mich diese Ferien wieder zu euch kommen, nach dem was Weihnachten passiert ist?", flüsterte Amelia leise, während sie sich an seine Schulter lehnte.

„Ich glaube nicht, dass sie eine große Wahl haben", antwortete Draco und seine Finger fuhren zu Amelia rechter Hand und berührten sanft die Narben des Blutpaktes. „Schließlich gehörst du schon fast zur Familie." Amelia lächelte und Draco gab ihr einen flüchtigen Kuss auf den Mund.

„Muss das sein", stöhnte Daphne und Vincent und Gregory machten würge Geräusche. Amelia musste verlegen kichern, während Draco nur eine Augenbraue hoch zog und sie mit Missachtung strafte.

„Schaut mal, was ist das?", fragte Millicent aufgeregt und deutete aus dem Fenster.

Draco stand auf, um es sich genauer anzusehen. Dann machte er das Fenster auf und holte es herein. Auf seiner Hand saß eine winzige graue Eule. Aufgeregt flatternd befreite sie sich von Draco und warf Amelia einen Brief auf den Schoß. Bevor sie aufgeregt im Abteil herumzufiepen begann.

„Wie süüß", sagte Daphne und fing das winzige Eulchen ein.

Amelia unterdessen öffnete den Brief.

„Von wem ist er?", fragte Draco, doch Amelia winkte ab.

Hallo Amelia,

ich hoffe dieser Brief erreicht dich. Ich habe ein gutes Versteck gefunden, aber ich kann es dir nicht verraten, falls diese Eule abgefangen wird. Ich weiß nicht, wie zuverlässig sie ist, aber sie war die Beste, die ich finden konnte und ganz scharf auf den Job.

Die Dementoren und das Ministerium suchen noch immer nach mir, aber ich werde mich bald außerhalb von England ein paar Muggeln zeigen, damit die Sicherheitsvorkehrungen um dich herum abgebaut werden können.

Ich glaube, ich muss mich noch bei dir entschuldigen. Ich habe an deinem Urteilsvermögen gezweifelt, als ich von deinen Beziehungen zu den Malfoys erfuhr. Deshalb habe ich dir auch das Feindglas zu Weihnachten geschickt.

Draco scheint allerdings in Ordnung zu sein, ich habe euch beiden viel zu verdanken.

Dumbledore kennt nun die Wahrheit und vielleicht gelingt es uns zusammen Pettigrew zu fangen.

Trotzdem, traue Lucius Malfoy nicht und halte dich von seinen Freunden fern. Als dein Pate ist es meine Pflicht dich zu beschützen.

Wenn du Kontakt zu mir aufnehmen willst, schicke einfach eine Eule. Sie wird mich finden.

Ich versuche mich bald nochmal zu melden,

Sirius

PS: Vielleicht magst du die Eule behalten. Du hast schließlich keine eigene.

Amelia las den Brief und reichte ihn wortlos Draco. Der ihn durchlas und wortlos zurückgab. Amelia verbrannte ihn zu Asche.

„Von wem war der?", wollte Blaise neugierig wissen, doch keiner antwortete ihm.

„Was mach ich jetzt mit dir?", fragte Amelia und betrachtete die Winzeule die noch immer aufgeregt herumfiepte. Ihr Lärm wurde von Beatrix, Dracos Adlereule missbilligend kommentiert. Eristik und Millicents Kater Damokles blickten den Vogel mit gierigen Augen an.

„Happen gefällig?", zischte Amelia Eristik zu und fing die Eule ein. Sie war kaum größer als eine Maus.

Daphne, die Amelias Parsel richtig deutete, sprang auf und schnappte sich das Eulchen.

„Wie kannst du nur. Die ist doch viel zu niedlich!"

„Wenn du willst, kannst du sie haben. Die Dursleys lynchen mich, wenn ich diesen kreischenden Vogel mitbringe und wenn ich nur einen Moment nicht aufpasse, verspeist Eristik ihn sowieso."

„Bevor du sie an deine gierige Schlange verfütterst", sagte Daphne und drückte die Eule an ihre Brust.

„Wie heißt du mein Kleiner?" fragte sie verzückt und auch Amelia musste zugeben das die Eule ganz niedlich war.

Den Rest der Fahrt verbrachten sie damit, sich für die Eule einen Namen auszudenken. Eristik bekam nur eine Maus zu fressen. Daphne hatte sich schon damit abgefunden, dass sie Amelias Mäuse nicht retten konnte.

„Nenn ihn doch Cookie", schlug Gregory vor. „Er ist fast so klein wie ein Keks."

Alle begannen zu lachen nur Daphne schürzte missbilligend die Lippen.

Es dauerte nicht mehr lange und der Hogwarts Express fuhr am Bahnhof ein und die Schüler strömten auf das Gleis. Sie verabschiedeten sich von den anderen und Draco und Amelia gingen zusammen durch das Tor in die Muggelwelt.

Amelia entdeckte Onkel Vernon sofort, aber sie ging zuerst mit Draco auf seine Eltern zu.

Mrs Malfoy drückte Draco, so froh war sie ihren Sohn wiederzusehen, doch dieser machte sich nur möglichst schnell los.

Amelia war jedoch recht glücklich, als auch sie kurz zur Begrüßung umarmt wurde.

„Du musst möglichst schnell zu uns kommen. Wir wollten dich gleich heute mitnehmen, aber Dumbledore hat den Antrag abgelehnt", sagte Mrs Malfoy.

„Ich muss zu den Muggeln zurück, wenigstens für eine kurze Zeit", sagte Amelia resigniert.

„Ab wann können wir mit dir rechnen?", fragte Mr Malfoy.

„Ich kann vorbeikommen, sobald der Großalarm wegen Sirius Black aufgehoben wurde", sagte Amelia. „Vielleicht in ein bis zwei Wochen."

„Wisst ihr etwas, das ich nicht weiß?", fragte Mr Malfoy und sah die beiden Jugendlichen scharf an.

„Sie werden es sehen", sagte Amelia. „Und danke, dass ich wieder kommen darf. Das bedeutet mir viel."

„Das ist doch gar keine Frage", sagte Mrs Malfoy.

„Ich sollte dann gehen. Bis bald", sagte Amelia und warf Draco einen sehnsüchtigen Blick zu.

„Bis bald", sagte er und berührte kurz ihre Hand, bevor Amelia sich umdrehte und ihren Kofferwagen zu Onkel Vernon schob.

„Wer sind die?", fragte Onkel Vernon und nickte zu den Malfoys, die in ihren Langen Umhängen doch recht sonderlich aussahen. Der Blick der Malfoys auf Onkel Vernon war nicht weniger abfällig als der zurück.

„Die Eltern meines Freundes. Sie sind Landadlige aus Wiltshire", sagte Amelia und genoss Onkel Vernons entsetzten Gesichtsausdruck.

Nachwort:

Damit ist jetzt auch Band 3 zu Ende.

Hat irgendjemand die ganze Zeit darauf gewartet, dass Hermine mit ihrem Zeitumkehrer auftaucht? Ich muss gestehen ich hatte absolut keine Idee wie ich sie in diese Geschehnisse hätte verwickeln können. Außerdem ist sie ein Schlammblut… begabung hin oder her. Vielleicht hätte Amelia mit ihr zusammengearbeitet aber Draco niemals.

Aber die Geschichte hat den vorbestimmten Verlauf genommen und die Ratte und der Hund sind beide in die Freiheit entkommen.