Amelia Potter – Slytherinwege

4. Band

Kapitel 1 - Heimat

Es gab nichts, das Amelia mehr hasste als ihre Sommerferien. Nicht nur, dass sie zu ihren verhassten Verwandten zurückkehren musste, sie durfte nicht einmal Zaubern und das war die schlimmste Strafe überhaupt. Denn für Amelia war Zaubern wichtiger als die Luft zum Atmen.

Dazu kam, dass sie diese Ferien auf eine unfreiwillige Diät gesetzt wurde. Nicht, dass sie eine Diät nötig gehabt hätte. Im Gegensatz zu ihren Freundinnen Pansy und Millicent, die sich dauernd darüber aufregten zuzunehmen, war Amelia ziemlich zierlich und fast schon zu dürr.

Die Diät hatte sie ihrem Cousin Dudley zu verdanken, der es geschafft hatte, das in die Tat umzusetzen, was er in einem Alter von drei Jahren angedroht hatte und zwar breiter als hoch zu werden.

Für Dudley hatte es ein unangenehmes Erwachen gegeben, als er mit seinem letzten Zeugnis nach Hause gekommen war. Onkel Vernon und Tante Petunia hatten alle möglichen Erklärungen für seine schlechten Noten gefunden und auch die Bemerkung, dass Dudley andere Schüler schikanierte, erklärten Tante und Onkel damit, dass er eben ein kleiner Rabauke wäre. Doch am Ende gab es ein paar sorgsam gewählte Sätze der Schulkrankenschwester, die Tante Petunia nicht einfach wegerklären konnte. Es war nun mal so, dass der Schulausstatter keine Knickerbocker mehr führte, die Dudley passten. Amelia hatte sich innerlich gekringelt vor Lachen.

Doch nun hatte Tante Petunia unter Geschrei und Tränen Dudleys alles Süße und Klebrige aus dem Kühlschrank verbannt und ihn mit Obst und Gemüse gefüllt. Leider hatte sie beschlossen, dass der Rest der Familie ebenfalls Diät halten sollte, um es Dudley zu erleichtern.

Amelia trug es mit Fassung. Sie würde nicht lange hier sein. Sie hatte den Tagespropheten abonniert und sobald die Entwarnung kam, dass Black sich außerhalb von England aufhielt, wäre sie weg.

Tante Petunia begann eine Grapefruit zu schälen und legte jedem von ihnen ein Viertel auf den Teller. Amelia schnappte es sich, bevor Dudley, der es schon mit mürrischem Gesicht beäugt hatte, es ihr wegessen konnte.

Nach dem Frühstück machte sich Amelia auf den Weg nach draußen. Sie hasste es im Haus der Dursleys festzusitzen, außerdem konnte sie so ihre Bücher über Magie hervorholen und sich damit die Zeit vertreiben.

Die Dursleys hatten ihr am Anfang der Ferien alle Schulsachen abgenommen. Dachten sie zumindest. Allerdings ahnten sie nicht, was sich alles in Amelias kleiner Handtasche befand, die sie immer bei sich trug. Die Tasche war verzaubert und Amelia hatte alles Wichtige darin versteckt, damit die Dursleys es nicht in die Finger bekamen.

Die anderen Kinder in der Umgebung mieden Amelia. In den letzten Ferien hatte Onkel Vernon seiner Schwester Magda erzählt, Amelia sei von ihrer Schule verwiesen worden, weil sie mehrere Jungs bei sich auf dem Zimmer gehabt hätte und mit ihnen schmutzige Dinge trieb. Dieses Gerücht hatte sich verbreitet und die braven Bürger aus Little Whinging hatten es ihren Kindern verboten mit Amelia zu sprechen und sie vor dieser Schlampe gewarnt.

Andere Mädchen, die Amelia auf der Straße trafen, gingen ihr aus dem Weg und manche Jungen warfen ihr anzügliche Blicke zu. An ihrem dritten Tag im Ligusterweg hatten es sogar zwei ältere Jungs gewagt, Amelia anzusprechen und sie gefragt, ob sie nicht mitkommen wolle, um ein bisschen Spaß zu haben.

Amelia war so sprachlos gewesen, dass die beiden Jungen sich im ersten Moment bestärkt gefühlt hatten, bevor Amelia dem einen, der es gewagt hatte sich zu ihr vorzubeugen, eine saftige Ohrfeige verpasst hatte.

Seitdem ließen sie sie in Ruhe und sie musste nur das abfällige Getuschel der Passanten erdulden. Das war jedoch weitaus besser als im Haus zu sitzen und Dudleys Wutanfällen zu lauschen. Mit Getuschel konnte sie leben. Es folgte ihr seid, sie die magische Welt betreten und herausgefunden hatte, dass sie berühmt war. Nun folgte es ihr auch in der Muggelwelt. Amelia ignorierte es.

Sie kehrte gegen Mittag wieder zu den Dursleys zurück, um sich ihre Banane abzuholen, das Mittagessen, das auf Dudleys Diätplan stand, als sie eine Überraschung erlebte.

Ein Junge lehnte am Gartenzaun der Dursleys. Amelia Herz machte einen Sprung.

Draco hatte seine schulterlangen platinblonden Haare mit einem Lederband zurückgebunden und sah damit seinem Vater unglaublich ähnlich. Er trug zwar keinen Zauberumhang, aber das lag wohl eher an dem warmen Sommerwetter als an seiner Rücksichtnahme. Denn alles an seinem Auftreten schrie förmlich danach, dass er anders war. Von seinen Drachenlederstiefeln bis hin zu dem schweren Siegelring der Malfoys war alles an ihm Zauberer.

Er hatte die Arme verschränkt und blickte unbeteiligt drein. Erst als er Amelias Schritte hörte wandte er sich ihr zu und ein selbstgefälliges Grinsen schlich sich auf seine Züge.

Amelia konnte es kaum glauben, dass es gerade mal drei Wochen her war, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Sie rannte die letzten Schritte auf Draco zu und fiel ihm um den Hals.

„Ich habe dich vermisst", flüsterte sie und sog seinen Geruch in sich ein.

Draco küsste sie als Antwort nur auf die Lippen und mehr brauchte er dazu auch gar nicht zu sagen. Amelia drückte sich an ihn und ließ sich nur allzu gerne küssen. Die Nachbarin von Gegenüber lugte über den Gartenzaun und warf ihnen einen entsetzten Blick zu.

„Nimmst du mich mit?", fragte Amelia hoffnungsvoll.

„Natürlich, sonst würde ich bestimmt nicht hierher kommen. Ich habe einen Portschlüssel vom Ministerium. Hol deine Sachen und wir hauen ab", sagte Draco und küsste sie nochmal.

Amelia eilte ins Haus und bat Draco im Gang zu warten, bis sie ihre Sachen zusammengesucht hatte. Sie stopfte alles, was in ihrem Zimmer herumlag, in ihre Handtasche und lief eilig wieder die Treppe herunter. Sie brauchte nur noch den Koffer aus dem Schrank unter der Treppe.

Sie fand Dudley und Tante Petunia im Wohnzimmer vor, wo Dudley sich schmollend vor den Fernseher verzogen hatte. Onkel Vernon war zum Glück bei der Arbeit, um sich um seine Firma zu kümmern.

„Tante Petunia, würdest du mir meinen Koffer wiedergeben, ich werde abgeholt", sagte Amelia und die Dursleys blickten auf.

„Wer holt dich ab?", schnarrte Tante Petunia und stand auf.

Auch Dudley bewegte seinen fetten Arsch vom Sofa, um neugierig in den Flur zu gaffen.

Tante Petunia begrüßte Draco barsch, doch dieser ignorierte sie so vollkommen, als sei sie nicht existent oder ein Wesen so niederer Art, dass sie noch unter einer Küchenschabe stand.

Tante Petunia warf ihm einen verächtlichen Blick zu und schloss die Schranktür auf.

Für Dracos Geschmack bewegte sie sich zu langsam und so stieß er sie unsanft zur Seite und hievte den Koffer aus dem Schrank.

„Fehlt noch etwas, Amelia?", fragte er sie.

„Ich glaube wir haben alles. Lass uns von hier verschwinden."

„Hast du denn kein Benehmen!", keifte Tante Petunia, die zu Boden gefallen war und sich nun mühsam aufrappelte.

Draco warf ihr einen abfälligen Blick zu.

„Schweig, Muggel", befahl er und hantierte mit einer Kette herum, die er aus seiner Hosentasche zog.

„Wie wagst du es mit mir zu reden, Junge!", kreischte Tante Petunia doch Draco riss der Geduldsfaden. Einen Augenblick später hatte er Caliburn in der Hand und die Klinge verharrte nur einen Fingerbreit vor Tante Petunias Kehle.

Amelia hielt den Atem an. Sie war in dem Moment froh, dass Draco in den Ferien nicht Zaubern durfte, sonst hätte sie sich nicht vorstellen mögen, was er mit Tante Petunia angestellt hätte. Draco stammte aus einer alten Zauberfamilie und es gab auf der Welt wohl nichts, was er mehr hasste als Muggel. Sein Vater war ein Todesser gewesen und hatte während der letzten Herrschaft Voldemorts bestimmt auch Muggel getötet. In Dracos Augen war Tante Petunia ein Wesen unterster Klasse. Nicht wert, auch nur die Stimme zu erheben.

„Sei froh, dass es Gesetze gibt um Abschaum wie dich zu schützen", schnarrte Draco kalt. „Sonst würde ich dir deine dürre Kehle durchschneiden."

Tante Petunias Augen weiteten sich angsterfüllt und sie wich schreiend zurück. Sie stürzte zurück ins Wohnzimmer und zog Dudley hinter sich her, sodass er zu Boden fiel und Tante Petunia ihn schleifen musste.

Draco schnaube verächtlich und steckte das Schwert wieder weg. „Abschaum", flüsterte er mehr zu sich selbst. Amelia verkniff sich jeglichen Kommentar. Sie konnte Dracos Hass auf die Muggel nur zu gut verstehen.

„Lass uns gehen", sagte Amelia und Draco legte seinen Arm um sie. „Halt dich gut fest."

Das Reißen unter dem Bauchnabel begann und einen Augenblick später standen sie vor den Toren des Malfoy Anwesens.

„Es ist fast, als würde ich nach Hause kommen", sagte Amelia glücklich.

Die Hauselfen holten ihr Gepäck ab und Draco und Amelia machten sich auf den Weg ins Haus.

„Wo hat sich Sirius denn gezeigt?", erkundigte sie sich, als sie über die lange, von Eibenhecken gesäumte, Einfahrt gingen.

„In Australien. Die Zaubereibehörde dort ist ganz außer sich. Vater hat erzählt, dass auch die Dementoren um die Schule abgezogen wurden. Sie haben sich letztes Jahr zu viel getraut, als sie einfach so auf das Schulgelände gekommen sind."

„Das ist gut zu hören", sagte Amelia, der die Dementoren gar nicht behagten. „Draco, hat deine Mutter eigentlich endlich den Etikette Unterricht sausen lassen?"

Draco sah sie nur gequält an. „Nicht in diesem Leben. Sie ist der Meinung, dass ich in Hogwarts immer alles vergesse."

„Na toll", murmelte Amelia und verzog den Mund.

„Wenn du magst, darfst du auch gerne Fechtstunden mit mir nehmen."

„Oh nein, das überlasse ich dir. Das endet nur in Frust."

„Schade. Ich stell mir dich ganz lustig dabei vor", grinste Draco breit.

„Du willst nur sehen, dass ich mich blamiere", schmollte Amelia.

„Du kannst dich nicht blamieren, Amelia. Es gibt nichts, das du nicht meisterst."

„Oh, es gibt bestimmt noch ein paar Sachen, bei denen ich Übungsbedarf habe", schnurrte sie nun und lächelte ihn zweideutig an. Im ersten Moment schien Draco überrascht, doch dann schnappte er sich Amelia und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen.

„Dabei kann ich dir bestimmt helfen", sagte er, bevor er sie in einen weiteren leidenschaftlicheren Kuss verwickelte.

Amelia stöhnte leicht auf. Es gab Küsse und Umarmungen, bei denen sie sich geborgen und sicher fühlte, aber es gab auch diese anderen. Sie weckten ein Verlangen in ihr, das sie vorher auf diese Art nicht gekannt hatte. Es war neu und aufregend und es fühlte sich irgendwie verboten an.

Amelia stellte sich auf die Zehenspitzen und schlang ihre Arme um Dracos Hals. Seine Hände rutschten von ihrer Taille ein Stück tiefer, als sie ein Räuspern auseinander fahren ließ.

In der Tür stand Lucius Malfoy und sah sie amüsiert an. Amelia und Draco liefen augenblicklich rot an.

„Vater, muss das sein?", fragte Draco gequält.

„Guten Tag, Mr Malfoy", sagte Amelia und versuchte ein halbwegs souveränes Lächeln zustande zu kriegen. Bei Merlin warum musste das immer ihr passieren?

„Dann kommt mal rein ihr beiden. Narzissa wartet mit dem Mittagessen."

Zum Glück erwähnte Mr Malfoy den Zwischenfall nicht gegenüber seiner Frau.

Ausgehungert machte sich Amelia über das Mittagessen her. Es kam ihr vor, als hätte sie Wochenlang nichts gegessen.

„Ich dachte daran, vielleicht eine kleine Geburtstagsparty zu geben", begann Mrs Malfoy, als sie beim Nachtisch angelangt waren.

„Mutter, du musst es nicht tarnen, wenn du eine Party ausrichten willst. Ich glaube Amelia versteht auch so, dass du ihren Geburtstag nur als Anlass nimmst, um mal wieder Leute einzuladen", sagte Draco platt und Mrs Malfoy schürzte missbilligend die Lippen. Mr Malfoys Mund kräuselte sich zu einem unterdrückten Lächeln.

„Wie redest du denn mit mir, Draco", regte sich Mrs Malfoy auf, doch Amelia lenkte ein, bevor ein Streit ausbrechen konnte.

„Es wäre mir eine Ehre, Mrs Malfoy. Wissen sie schon wen sie einladen werden?"

„Oh, natürlich. Ich dachte an die Parkinsons, die Bulstrodes und die Greengrasses, du bist doch gut mit ihren Töchtern befreundet. Dann natürlich noch die Fudges und die Bones sowie die McLaggens. Vielleicht noch den guten Horace Slughorn und ich bin sicher die Kenways kommen auch. Die Umbridges sollten auch kommen."

Mrs Malfoy zählte noch eine ganze Menge mehr auf und als sie geendet hatte, reichte ihr Dobby eine komplette Liste der genannten Namen.

„Ich hätte noch eine Person, die ich gerne einladen würde", sagte Amelia.

„Bitte, es ist deine Geburtstagsfeier. Habe ich jemand wichtiges vergessen?"

„Ich würde gerne Rufus Scrimgeour einladen." Lucius Malfoy verschluckte sich an seiner Vanillecreme.

„Warum?", fragte er sofort.

„Ich glaube er kann uns noch nützlich sein", erwiderte Amelia seelenruhig und ignorierte die Anspannung die plötzlich in der Luft lag.

„Rufus Scrimgeour ist der Leiter des Aurorenbüros. Er sucht nur einen Vorwand, um mich nach Askaban zu bringen", entgegnete Lucius Malfoy erbost.

„Dann geben wir ihm keinen Vorwand dafür. Die leichteste Art einen Feind zu beseitigen, ist es ihn zum Freund zu machen. Er kann nützlich sein", hielt Amelia mit deutbarer Miene dagegen.

„Was planst du?", fragte Lucius lauernd doch Amelia schenkte ihm nur ein unverbindliches Lächeln. „Ich plane für die Zukunft."

Am Ende setzte sich Amelia durch und Rufus Scrimgeour und seine Frau Violett bekamen eine Einladung. Wenn auch unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Irgendwann während der Planung der Feier verabschiedete sich Draco dicht gefolgt von seinem Vater. Als Amelia ihn suchen ging, fand sie die beiden beim Fechten. Amelia lehnte sich an die Tür des Fechtraumes und sah ihnen zu. Nach einer Weile trat Mrs Malfoy neben sie.

„Seit Draco aus Hogwarts zurückgekommen ist, interessiert er sich nur fürs Kämpfen. Wenn er nicht gerade hier ist und trainiert, sitzt er in seinem Zimmer und experimentiert mit irgendwelchen Zaubern herum. Selbst das Quidditch Turnier interessiert ihn deutlich weniger als erwartet", sagte sie besorgt und beobachtete ihren Sohn. „Er ist fast wie besessen."

Amelia nickte. Sie wusste, was Mrs Malfoy meinte. Er war so, seit er die Familienzauber überwunden hatte. Aber Amelia hatte es nie gestört. Sie hatte stundenlang mit ihm Kampfzauber trainieren und entdecken können, ohne dem Müde zu werden. Wenn Amelia darüber nachdachte, hatten sie selten etwas anderes gemeinsam gemacht. Auch vorher schon hatten sie fast kein anderes Thema gehabt. Duelle und Zauber waren die Basis ihrer Beziehung und sie wetteiferten darum, wer den anderen übertrumpfen konnte.

„Er hat aber noch ein anderes Thema", fuhr Mrs Malfoy fort. „Er spricht oft von dir. Du bedeutest ihm sehr viel."

„Er bedeutet mir auch viel", sagte Amelia lächelnd und als hätte Draco es gehört, sah er zu ihr.

Dann wirbelte er herum und schlug seinem Vater die Trainingswaffe aus der Hand.

„Du wirst immer besser", lobte Mr Malfoy und hob die Waffe wieder auf.

„Danke, Vater", sagte Draco und grinste den älteren Zauberer an. Sie sahen sich unglaublich ähnlich, wie sie so nebeneinander standen. Sie waren wahrlich Vater und Sohn.

Auf Zuruf kam Dobby herbei und räumte die Trainingswaffen weg. Eine ließ er sogleich wieder fallen und sie schlug dumpf auf dem Boden auf.

„Kannst du nicht aufpassen du unfähige Plage", schimpfte Mr Malfoy und versetzte Dobby einen Tritt in die Seite, der den Hauselfen zu Boden gingen ließ.

„Seid ihr fertig mit planen, Narzissa?", fragte Mr Malfoy seine Frau, als sie zu ihnen kamen.

„Ich muss noch ein paar Details mit dir besprechen, du hattest wohl besseres zu tun", sagte Mrs Malfoy spitz. Draco und sein Vater warfen sich einen verständnisvollen Blick zu. Amelia musste sich ein Grinsen verkneifen.

„Komm, lass uns hoch gehen", sagte Draco und zusammen gingen sie auf sein Zimmer.

„Ich bin kurz duschen, wenn du magst, kannst du dir mal meine Aufzeichnungen ansehen. Ich habe in unserer Bibliothek ein paar interessante Bücher gefunden."

Draco verschwand ins Bad und Amelia setzte sich aufs Bett und schnappte sich eines der Bücher mit sehr vielen Markierungen. Es ging um Feld- und Übersichtszauber in magischen Duellen. Zwei Zauber waren mit Rot markiert, das waren wohl die, die Draco für Duelltauglich hielt. Die meisten anderen waren gelb. Dabei ging es eher um Zirkel und Strategiekarten über große Distanzen also das, was Draco sonst eigentlich nicht interessierte. Das war eher Amelias Interessengebiet, die sich auf alles stürzte was kompliziert und interessant aussah. Sie liebte die Herausforderung daran.

Amelia war in ein Kapitel über Manipulation von Kommunikationszaubern versunken als Draco aus dem Bad wiederkam. Er beugte sich über sie und ein Tropfen kalten Wassers fiel auf ihre Hand. Amelia fuhr hoch.

„Erschrick mich nicht so!", rief sie aus.

„Gerne doch meine Liebe", sagte Draco grinsend und zog sich ein Hemd über.

„Was interessantes dabei?", fragte er als er den Gürtel zumachte.

„Ja, schon. Ich habe einen Zauber gefunden, mit dem wir ungestört reden können, ohne belauscht zu werden", sagte Amelia und schlug eine andere Seite auf.

„Den habe ich auch gesehen, aber der sieht nicht so einfach aus. Da stand was davon, dass er den Geist anderer manipuliert."

„Nur von denjenigen, die zuhören. Ich versuche ihn mal bei Gelegenheit. Aber dich haben die anderen Zauber sowieso mehr interessiert", sagte Amelia und schlug eine Rot gekennzeichnete Stelle auf.

Sie begannen über die Zauber zu diskutieren und Dobby brachte ihnen Tee und Gebäck.

Irgendwann fiel Amelia auf, dass Draco ihr gar nicht mehr wirklich zuhörte, sondern sie nur noch gedankenverloren anstarrte.

„Was ist denn?", fragte sie irritiert und stieß ihn leicht an.

„Ich habe dich wirklich vermisst, Amelia", sagte Draco, milde überrascht von sich selbst.

„Ich habe dich auch vermisst", erwiderte sie liebevoll und strich ihm durch die feuchten Haare.

Draco lehnte sich ihrer Berührung entgegen.

„Weißt du, ich habe abends oft wach gelegen und an dich gedacht, aber erst jetzt wo du wieder da bist, fällt mir auf, wie sehr du mir gefehlt hast."

Amelia gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange. Draco zog sie an sich und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen. Eine Weile lagen sie einfach nur da und genossen die Nähe des anderen. Amelia wäre beinah eingenickt, doch plötzlich schob Draco sie von sich weg und setzte sich frustriert seufzend auf.

„Was ist denn?", frage Amelia unsicher und musterte seinen Rücken.

„Nichts", sagte er und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.

„Lüg nicht."

Draco zuckte hilflos mit den Schultern.

„Immer wenn wir uns nahe sind, dann will ich mehr. Da sind Sachen in meinem Kopf, was ich mit dir machen könnte. Verdammt, ich weiß, dass das mit dem Familienzauber zusammenhängt, aber… Es reicht schon, wenn ich zu lange an dich denke. Manchmal bin ich mir nicht sicher was davon ich bin und was nicht…"

Draco wollte gerade aufstehen, doch Amelia hielt ihn am Arm fest.

„Ich glaube nicht, dass du es wirklich trennen kannst. Es ist ein Teil von dir und wird es immer sein. Fang nicht an das zu unterscheiden, sonst wirst du verrückt."

Draco seufzte ergeben. „Wahrscheinlich hast du Recht."

„Was genau kommt dir denn in den Kopf?", fragte Amelia neugierig.

„Ich glaube nicht, dass du das Wissen willst", erwiderte er.

„Würde ich sonst fragen?"

Draco ließ sich wieder nach hinten fallen und verbarg sein Gesicht in den Händen.

„Es ist mir unangenehm, darüber zu sprechen", gestand er.

Amelia legte sich seitlich neben ihn und stützte ihren Kopf mit einer Hand ab.

„Du darfst mich dann auch etwas unangenehmes Fragen", versprach sie.

Draco nahm seine Hände vom Gesicht „Egal was?"

„Solange es mit uns zu tun hat."

Draco zögerte einen Moment dann nickte zustimmend.

„Würdest du dich für mich ausziehen, damit ich dich anfassen kann? Also klar, ich habe dich schonmal ohne Kleidung gesehen, aber da habe ich keine Zeit gehabt, dich wirklich zu betrachten. Ich will alles an dir sehen, ich will dich überall berühren", gestand er leise und sah verlegen weg. Auch Amelia errötete.

„Ich glaube, mir wäre das peinlich, mich so vor dich hinzustellen", sagte sie und musterte die Decke.

„Warum?"

„Keine Ahnung. Ich stell mir das halt peinlich vor."

Draco strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn und Amelia blickte wieder in seine Richtung.

„Tust du es trotzdem?"

Amelias erster Reflex war den Kopf zu schütteln, aber sie zögerte. Alles, was sie davon abhielt war diese Verlegenheit, früher oder später würde er sie sowieso ansehen. Was sollte sie sich genieren wie ein kleines Kind.

„Okay", sagte sie bevor sie es sich anders überlegen konnte.

Draco stand auf uns zog sie auf die Beine. „Sicher?"

„Wenn du noch einmal fragst, überleg ich es mir", erwiderte Amelia scharf und Draco musste schmunzeln.

„Dann frag ich nicht", sagte er und küsste sie. Amelia erwiderte den Kuss, war aber zu unsicher, um ihn zu genießen.

Draco strich ihr mit den Händen den Rücken entlang und es munterte sie auf, dass er nicht weniger verlegen war als sie. Er strich ihr die Träger ihres Sommerkleides von den Schultern und es rutschte ihr bis zur Hüfte. Sie schob es tiefer, bis es auf den Boden fiel. Verlegen senkte sie den Kopf, da sie nur noch in Unterwäsche vor ihm stand. Das Tageslicht flutete den Raum.

Draco hob ihr Gesicht. „Jetzt schäm dich nicht so, da bekomm ich ein schlechtes Gewissen."

„Ich kann nicht anders."

Draco zog sie sanft an sich und begann sie unsicher zu küssen. Es dauerte einen Moment, aber dann entspannte sich auch Amelia. Sie drückte sich an ihn und sog seinen Geruch ein. Sein steifes Glied wölbte sich gegen die Hose. Wärme breitete sich in Amelias Körper und zwischen ihren Beinen aus. Allein der Gedanke ihm nah zu sein erregte sie. Als Draco sich von ihr löste und ihr auch die restliche Kleidung abstreifte stand sie vollkommen nackt vor ihm. Er ging einen Schritt zurück und sah sie an, als wollte er sich jedes Detail einprägen. Amelia biss sich verlegen auf die Unterlippe und errötete unter seinem Blick.

Seine Hände fuhren über ihren Körper und dirigierten sie zum Bett. Sie musste stöhnen, als er seinen Mund auf ihre Haut senkte und begann ihren Hals zu liebkosten. Er saugte an den Nippeln ihrer Brüste, die sich aufgestellt hatten und knabberte leicht daran. Amelia seufzte wohlig auf unter seinen Berührungen. Erst als er ihren Körper tiefer hinabglitt und mit seinen Lippen ihre Beckenknochen liebkoste wurde sie sich wieder ihrer Position bewusst.

Sie war vollkommen entblößt und Draco kniete zwischen ihren gespreizten Beinen.

Draco sah auf und ließ seinen Blick gierig über ihren Körper wandern.

„Du bist wunderschön", sagte er mit rauer Stimme.

Er rutschte ein Stück zur Seite und fuhr mit seinen Händen ihre Beine entlang und küsste ihre Füße. Er betrachtete sie mit schief gelegtem Kopf und Amelia biss sich vor Scham auf die Unterlippe.
„Nicht", sagte er atemlos und befreite ihre Lippe von den Zähnen. Seine Finger strichen über ihr Gesicht und ihren Hals entlang. Amelia seufzte. Draco küsste ihren Bauch. Dann drehte er sie auf den Rücken und sie spürte seine Lippen an ihrem Hintern.

„Ich glaube ich habe etwas gefunden das mir wirklich verdammt gut gefällt", sagte er und Amelia wollte sich umdrehen, doch er hielt sie fest und knetete mit beiden Händen ihren Hintern.

„Amelia, wie soll ich jemals wieder hinter dir gehen, ohne sofort an diesen Hintern denken zu müssen", fragte Draco und Amelia musste plötzlich Lachen.

„Ich glaube da finden wir schon einen Weg", erwiderte sie lachend. Das Lachen half eindeutig gegen Verlegenheit.

Draco drückte sein Gesicht an ihren Po und saugte an ihrer Haut. Er kniete sich über sie und zog Amelia an sich, sodass sie mit ihrem Hintern an sein erigiertes Glied stieß, nur getrennt durch die Hose.

Sie drehte den Kopf über die Schulter und er schnappte nach ihren Lippen. Amelia dachte schon gar nicht mehr nach, es hatte doch keinen Sinn, das alles fühlte sich viel zu gut an.

Draco knetete ihre Brüste, während er mit der zweiten Hand zwischen ihre Beine fuhr.

Sie keuchte auf, als seine Finger zwischen ihre feuchten Schamlippen fuhren.

Sie konnte sich nicht mehr aufrecht halten und sank auf alle viere. Draco strich ihr mit der Hand über den Hintern.

„Dreh dich um", forderte er und Amelia kam dem gerne nach. Sie legte sich in die Kissen und ließ zu, dass er ihre Beine auseinander drückte.

Er fuhr mit seinen Fingern wieder zu ihren Schamlippen. Dann, wie einer inneren Eingebung folgend, senkte er seinen Kopf zwischen ihre Beine und leckte über ihre Klitoris. Amelia zuckte vor Überraschung zusammen. Doch er drückte ihre Beine weiter auseinander und saugte an ihren Schamlippen. Ein Schauer der Erregung ergriff ihren gesamten Körper und ließ ihren Verstand aussetzen. Was auch immer er da tat, es war unglaublich gut und ließ sie vor Lust aufstöhnen.

Als sie seine Zunge in sich spürte dauerte nicht lange und Amelias Körper bäumte sich unter ihrer Erregung auf, sie krallte ihre Hände ins Bettlaken und stöhnte auf. Einen Moment hatte sie das Gefühl, die Welt um sie herum würde verschwimmen.

Sie atmete noch schwer als Draco sich neben sie legte und sie selbstzufrieden musterte.

„Was hast du gemacht?", keuchte Amelia.

„Ich hoffe doch was gutes", antwortete Draco und als Amelia ihn küsste, konnte sie sich selbst schmecken.

Amelia leckte sich über die Lippen. „Darf ich?", fragte sie und ihre Hand fuhr zu der Beule in Dracos Hose.

„Ich glaube nicht, dass ich in der Lage bin, dir irgendwas zu verbieten", flüsterte Draco rau als Amelia sich aufsetzte.

Er zog sich das Hemd aus und sie öffnete den Gürtel seiner Hose. Sie hatte etwas Mühe mit den Hosenknöpfen. Das war gar nicht so leicht, wenn das nicht die eigenen waren und warum mussten Männerhosen nur so viele haben?

Endlich hatte sie es geschafft und zog die Hose runter. Auch bei der Unterwäsche zögerte sie nicht lange. Wenn er schauen durfte, wollte sie auch.

Sie hatte bis jetzt nie die Gelegenheit gehabt sich in aller Ruhe mit seinem Körper zu beschäftigen. In Hogwarts war einfach nicht so viel Zeit.

Doch jetzt hatten sie Zeit und Licht. Sie berührte seine Brust, seine Arme, sein Gesicht. Alles war neu und es machte ihr spaß herauszufinden was ihn zischend einatmen ließ.

„Quäl mich nicht so", jammerte Draco, als Amelia sich langsam die zarte Haut an seiner Seite entlang küsste.

Sein Glied reckte sich ihr Steif entgegen und die Eichel war rosig und prall.

„Dann lieber so?", fragte Amelia und leckte mit ihrer Zunge von dem Bündchen unter der Eichel bis zur Spitze.

„Ja", stöhnte Draco und ließ sich zurück sinken.

Sie leckte noch einmal über den Schaft und setzte dann die Lippen an seinem Glied an. Sie ließ es ganz in ihren Mund eintauchen.

Die Oberfläche fühlte sich ganz weich und zart an in ihrem Mund. Mit einem harten Kern darunter. Es machte ihr Spaß mit seinem Schwanz zu spielen und zu beobachten, wie der darauf reagierte.

Sie versuchte sich daran zu erinnern, was Pansy alles erzählt hatte und leckte über seine Eier und den Schaft entlang. Sie hoffte, dass sie sich nicht ganz so ungeschickt anstellte, doch Draco schien sich nicht zu beschweren.

Er ruckte stöhnend mit seinem Becken in ihre Richtung als sie sein Glied wieder in den Mund nahm. Sie musste ihn nach unten drücken. Amelia umfasste seinen Schaft und bewegte ihre Hand im gleichen Rhythmus wie ihren Mund. Irgendwann wurde seine Eichel ganz prall und sie spürte, wie sich sein Körper anspannte. Er drückte ihren Kopf runter und stöhnte laut, als er kam und sein Sperma in ihren Mund spritzte. Sie musste im ersten Moment würgen, doch dann schluckte sie. Es schmeckte salzig und irgendwie ungewohnt. Keuchend setzte sich Amelia auf.

„Das war ziemlich geil", keuchte Draco und stützte sich auf die Ellenbogen ab um sie anzusehen

Amelia grinste und wurde etwas rot. Sie beugte sich zum Tablett auf dem Boden und holte sich was zu trinken. Es schmeckte schon komisch.

„Das sollten wir wieder machen" sagte Amelia lachend.

Jetzt wurde auch Draco etwas rot und stimmte mit ein.

Schon am Morgen vor ihrer Geburtstagsfeier begann Amelia das gesamte Haus mit Schutz- und Anti-Spionagezaubern zu versehen. Sie hatte nicht vor, Rufus Scrimgeour mehr zu verraten als gut für ihn war. Natürlich handelte sie damit im Einverständnis mit Mr Malfoy, der auch darüber hinweg sah, dass Amelia in den Ferien normalerweise nicht Zaubern durfte. Es diente der Sicherheit seines Heimes.

„Ich habe den Geheimgang im Salon extra gesichert die meisten problematischen Sachen sollten sich dort befinden", erklärte Amelia am nächsten Morgen zum Frühstück. „Er lässt sich nicht mehr normal öffnen, selbst wenn man weiß, dass er da ist."

„Wie komme ich dort hinunter, wenn es mir danach verlangt?", erkundigte sich Mr Malfoy.

„Die Tür verlangt nach einem Opfer. Einem Blutopfer", erklärte Amelia. „Keine Sorge, ihr müsst nicht immer einen Muggel töten, es reicht schon, wenn ihr ein paar Tropfen eures eigenen Blutes auf den Eingang streicht und der Weg wird sich offenbaren."

„Das steht nicht gerade in einem Handbuch über Schutzzauber für Haus und Hof", stellte Mr Malfoy fest.

„Der Zauber ist sehr zuverlässig", sicherte Amelia ihm zu. Sie hatte ihn aus Voldemorts Buch.

Am Tag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Sie würden im Garten feiern und der Partyservice stellte überall kleine fliegende Tischchen auf, die sich von allein mit Erfrischungen füllen würden. Eine gewaltige Tanzfläche wurde aufgebaut und die gemietete Band stellte ihre Instrumente auf. Als abends die Gäste ankamen, war Amelia so erschöpft, dass sie fast froh war, dass es bald zu Ende war.

Sie verbrachte den gefühlten halben Abend damit, die Gäste zu begrüßen und Mrs Malfoy schwirrte um sie alle herum und schien überall gleichzeitig zu sein.

Ludo Bagman, ein gealterter Quidditch Star, schwärmte schon von dem Stadion, in dem das Finalspiel stattfinden würde.

„Eine magische Meisterleistung und überall Muggelabwehr, damit wir auch nicht gestört werden", sagte er. „Das wird das Spiel des Jahrhunderts, das habe ich im Blut, die Attraktion des Jahres."

„Hört nicht auf ihn, er hat nur Quidditch im Kopf", lachte seine Frau.

„Dieses Jahr wird es, wie ich gehört habe, auf Hogwarts sehr interessant", wisperte sie Mrs Malfoy zu und zwinkerte Amelia zu.

„Wirklich, davon habe ich noch gar nicht gehört?", erwiderte diese überrascht. „Ist etwas geplant?"

„Oh, ich darf eigentlich nicht darüber reden, aber weil du es bist, meine Liebe", flötete die Hexe.

„Es ist eine alte Tradition. Dumbledore hat gerade erst mit Ludo über die Sicherheitsvorkehrungen gefloht." Mrs Bagman machte eine theatralische Pause. „Das Trimagische Turnier. Ein Wettkampf zwischen den größten magischen Schulen. Beauxbatons, Durmstang und natürlich Hogwarts."

Obwohl das Thema irgendwie geheim zu sein schien, sprach bald die ganze Abendgesellschaft darüber. Die Schüler lauschten alle aufmerksam, damit ihnen bloß kein Detail entging.

Dabei waren alle versucht Amelia besonders schauerliche Geschichten zu erzählen, die sich während früherer Turniere zugetragen hatten. Weshalb vor hundert Jahren das letzte Mal der Feuerkelch aufgestellt wurde. Der magische Richter des Turniers. Er wählte aus, welcher Schüler für seine Schule antreten durfte und sich drei magischen Herausforderungen stellen musste, um so den Pokal – die größte Ehre – erringen zu können.

Irgendwann hatte Amelia keine Lust mehr zu hören, auf was für widerliche Arten Schüler von Hydren zerfetzt wurden und so flüchtete sie sich auf die Tanzfläche. Draco führte und sie musste zugeben, dass er, seit sie das letzte Mal mit ihm getanzt hatte, sehr viel besser geworden war. An seinen Vater kam er dennoch nicht heran.

Amelia musste Lachen als Blaise Draco ablöste und sie übers Parkett führte.

„Ich wusste gar nicht, dass du tanzen kannst", sagte Amelia.

„Oh, ich musste es lernen. Ich habe so viele Hochzeiten mitgemacht, da ging es nicht anders."

„Lebt dein Stiefvater noch?", fragte Amelia leicht belustigt.

„Noch, er ist schwer krank", erwiderte Blaise achselzuckend. „Mutter hat vor, sobald er tot ist, mit seinem Geld die Hexenwoche aufzukaufen."

Das Lied endete und Blaise führe sie wieder zu den anderen.

Pansy hatte sich in ihre schönsten Kleider geworfen und war ganz begeistert. Dauernd kicherte sie mit Millicent über irgendetwas. Amelia wollte es besser gar nicht wissen.

Daphne schaute eher missmutig drein. Ihr schienen solche Anlässe nicht zu gefallen, im Gegensatz zu ihrer Schwester Astoria, die bei den Töchtern der Bones stand.

Amelia wollte gerade etwas dazu sagen, als einer ihrer Schutzzauber ausgelöst wurde.

Ein kurzes zufriedenes Lächeln huschte über ihre Züge.

Schnell entschuldigte sie sich und eilte Richtung Herrenhaus.

Sie stieg die Treppe in den ersten Stock hinauf und versuchte möglichst leise zu sein.

An einer Tür stand ein Mann mit einer wilden Haarmähne. Amelia erkannte ihn sofort.

Nachdenklich blickte sie zu den Portraits, doch diese schienen den Mann nicht zu bemerken.

Amelia wartete noch bis er den Zauber auf der Tür gebrochen hatte, dann trat sie aus den Schatten hinter ihm.

„Hallo Mr Scrimgeour", sagte sie und lächelte ihn an.

Der Zauberer fuhr herum und schon hatte er seinen Zauberstab in der Hand. Überrascht blickte er Amelia an.

„Es freut mich, dass sie meiner Einladung gefolgt sind."

Amelia ging auf ihn zu und schloss die Tür wieder. Das Türschloss leuchtete grün auf, als die Zauber es erneut versiegelten.

„Die Freude ist ganz meinerseits, Miss Potter", erwiderte Mr Scrimgeour steif.

„Aber nicht doch, nennen sie mich Amelia. Ich dachte, wir wären Freunde."

Mr Scrimgeour schien sich zu entspannen.

„Natürlich, Amelia. Sollten Sie nicht bei Ihrer Geburtstagsfeier sein? Ich bin sicher Ihre Gäste vermissen Sie schon."

Amelia schenkte ihm ein unverbindliches Lächeln.

„Sie sind auch mein Gast. Was halten Sie davon, wenn wir einen kleinen Spaziergang ums Haus machen, schließlich habe ich Sie nicht zu meiner Belustigung eingeladen."

Rufus Scrimgeour war hellhörig geworden und nickte lauernd. Wie ein Löwe auf der Jagd dachte Amelia bei sich.

„Es wäre mir eine Ehre."

Amelia und der Auror verließen schweigend das Haus und sie führte ihn weg von der Festgesellschaft, in einen entlegeneren Teil des Gartens, von dem sie wusste, dass er von keinen Zaubern überwacht wurde.

„Warum haben Sie mich eingeladen?", kam Scrimgeour zum Punkt, als ihm das Schweigen zu lange dauert.

„Ich dachte, Sie wollen vielleicht einen Todesser fangen", erwiderte Amelia und musterte ihn.

„Sie wollen mir Lucius Malfoy ausliefern?", fragte er überrascht doch Amelia schüttelte belustigt den Kopf.

„Nein, nicht wirklich", kicherte sie.

Scrimgeour sah sie abwartend an.

„Sie haben doch vor einem Monat mit Sirius Black gesprochen", kam Amelia auf den Punkt und Scrimgeour stimmte zu.

„Er hat ihnen sicher eine haarsträubende Geschichte erzählt. Von Animagi und Peter Pettigrew."

„Das hat er in der Tat. Wie kommen Sie darauf? Wissen Sie es von Dumbledore? Er glaubt diese Hirngespinste."

Amelia maß ihn mit einem unergründlichen Blick.

„Was wenn ich Beweise hätte. Beweise das Peter Pettigrew noch lebt", sagte Amelia und musterte jede Regung seines Gesichts.

„Unmöglich", sagte Scrimgeour stur.

„Ich bin ihm begegnet. Ich habe das Dunkle Mal auf seinem Arm brennen sehen. Er hat das Leben meiner Eltern aus Angst und für den Abklatsch von Macht verkauft."

„Ich halte viel von Dumbledore. Er war ein großartiger Zauberer, aber auch er wird langsam alt. Sie müssen ihm nicht alles glauben", erwiderte Scrimgeour.

Amelia schnaubte abfällig. „Ich glaube nicht, dass ich Albus Dumbledore sonderlich mag. Er ist einer der großen, doch er versucht mich zu manipulieren und das nehme ich ihm übel", sagte sie kalt und zog ein Reagenzglas aus ihrem Umhang, dass sie Scrimgeour reichte.

„Was ist das?" fragte er und musterte das Stück Haut, das darin war.

„Vergleichen sie es mit dem Finger, der von Pettigrew übrigblieb. Sie werden feststellen, es gehörte dem gleichen Zauberer. Doch dieses Stück ist frisch."

„Sie haben ihn?", fragte er erschrocken.

„Nein, er ist entkommen. Aber er hat dabei ein Stückchen von sich verloren. Das scheint bei ihm häufiger vorzukommen."

„Wenn das wirklich ein Stück von Pettigrew ist, wäre es ein Skandal", flüsterte Scrimgeour mehr zu sich selbst. Er schien einen Moment zu überlegen.

„Warum geben Sie mir das?", fragte er misstrauisch.

„Ich glaube Sie sind ein ehrenwerter Mann. Die Wahrheit ist bei Ihnen in guten Händen."

Scrimgeour sah sie überrascht an und Amelia musste lachen.

„Aber glauben Sie nicht, ich sei ganz so idealistisch", gestand sie.

„Sollten Sie beweisen können, dass Pettigrew lebt und Black unschuldig ist, würden Sie einen Skandal heraufbeschwören. Die Zaubererwelt liebt es, über das Ministerium wettern zu können. Die ehrenwerte Aurorenabteilung hätte wieder einmal die Wahrheit ans Licht gebracht und würde in der Meinung der Öffentlichkeit glänzen. Wahrscheinlich am meisten Sie, der die Ermittlungen leitet und Fudge würde der Schuldige sein, der eine Hetzjagd auf einen Unschuldigen geleitet hat und umsonst Dementoren auf die armen Kinder in Hogwarts gehetzt hat.

Sie wären der Gewinner, er der Verlierer, das alles für ein bisschen Wahrheit. Ein guter Tausch, oder?", sagte Amelia und Scrimgeour war fassungslos.

„Wie kommen Sie auf so was?"

Amelia gestattete sich ein kleines Lächeln.

„Auch Sie haben Pläne, Mr Scrimgeour. Vergessen Sie nicht, wo Sie sich befinden. Die Malfoys sind ein Knotenpunkt für politische Informationen."

Rufus Scrimgeour blickte zum Herrenhaus hinüber.

„Warum geben Sie das ausgerechnet mir? Es gäbe sicher genug andere."

„Ich suche Freunde, Mr Scrimgeour. Die Welt wird nicht immer so aussehen wie heute. Ich weiß nicht, ob ich mich auf die Malfoys verlassen kann, sollte Voldemort wieder auferstehen. Sie hingegen haben sich immer klar gegen die Dunkle Seite gewandt. Sie sind mutig und kampferfahren. Die Menschen haben Vertrauen zu Ihnen", sagte Amelia nachdenklich und blickte ebenfalls zum Herrenhaus hinüber.

„Sie glauben, dass Voldemort zurückkehrt?", fragte Scrimgeour.

„Ich weiß es. Er lauert nur in der Dunkelheit und leckt seine Wunden. Er sucht nur einen Weg, zurück zu kommen. Unfähig, zu sterben und unfähig, ohne Hilfe zu leben."

Scrimgeour nickte unmerklich.

„Warum bleiben Sie dann hier, wenn Sie an der Loyalität der Malfoys zweifeln?", fragte er sie.

Amelia musste bitter lächeln.

„Ich sagte doch, es ist ein Knotenpunkt für Informationen", sagte Amelia und sah lächelnd zu dem Auroren. Das war zwar nicht wirklich die Wahrheit aber für Rufus Scrimgeour schien es zu reichen.

„Ich glaube nicht, dass ich Sie zur Vorsicht mahnen muss, Amelia."

„Nein, das müssen Sie nicht."

Sie schwiegen eine Weile, dann wandte sich Mr Scrimgeour ihr zu.

„Es ist mir eine Ehre Ihr Freund zu sein, Amelia. Auch ich bin für meine Freunde da", sagte Rufus Scrimgeour und reichte ihr die Hand. Amelia ergriff sie und nickte ihm zu.

„Dann liegt nun alles in Ihrer Hand, Rufus", sagte Amelia lächelnd. Der Auror grinste siegesgewiss und ließ den Behälter in seinem Umhang verschwinden.

Langsam gingen sie zur Festgesellschaft zurück.

„Es wäre übrigens nicht ratsam, dass Manor weiterhin zu durchsuchen", fügte Amelia hinzu als sie bemerkte, dass Rufus weiterhin das Herrenhaus musterte.

„Es ist die pure Verlockung", gestand er offen.

„Das Haus ist verhext, Sie werden darin nichts finden. Es käme mir ungelegen, wenn meine Gastgeber wegen mir Unannehmlichkeiten hätten."

„Was mich wirklich interessieren würde. Waren Sie es, der Sirius Black befreit hat, als wir in Hogwarts waren? War das ihr Fluch der mich überrumpelt hat?"

„Nein, ich habe Sie nie mit einem Zauber belegt", sagte Amelia ehrlich.

„Aber Sie wissen, wer es war."

„Glauben Sie das?"

Der Zauberer musterte sie eindringlich.

„Wie alt sind Sie heute nochmal geworden, Amelia?", fragte er schließlich.

„Vierzehn", gestand sie frei heraus.

„Ich glaube ich möchte Sie nicht zur Feindin haben", erwiderte Scrimgeour grimmig. „Was werden Sie erst bewirken, wenn Sie erwachsen sind."

„Das wird sich zeigen", sagte Amelia mit einem raubtierhaften Lächeln. Sie verabschiedete sich von dem Leiter der Aurorenzentrale und trat zu ihren Freunden.

„Was wolltest du von ihm?", zischte Draco leise, als sie wieder an seiner Seite stand.

„Nachher", erwiderte Amelia und zog ihn auf die Tanzfläche.

„Ist jetzt nachher?", fragte Draco, während er sie über die Tanzfläche führte. Amelia musste grinsen.

„Lass dir nichts anmerken", flüsterte sie lächelnd. „Ich habe ihn auf die Fährte von der Ratte geschickt. Mit etwas Glück erwischt er ihn. Selbst wenn nicht, ist er unsere beste Chance für einen freien schwarzen Hund."

„Er glaubt dir?", fragte Draco und lächelte sie ebenso an.

„Ich habe einen Beweis. Ich habe das Stück das du von der Ratte abgeschnitten hast."

Amelia bemerkte, wie er einen Moment stockte, doch dann blickte er sie unverändert an.

„Du hast das von Anfang an geplant, als du es mitgenommen hast", beschuldigte Draco sie.

„Nicht bis zu Ende, aber so in etwa", sagte Amelia und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln.

Draco schüttelte nur ungläubig schmunzelnd den Kopf.

In der nächsten Woche gingen sie in die Winkelgasse. Sie kauften ihre Schulsachen und Amelia füllte ihren Vorrat an Trankzutaten großzügig auf. Allerdings bekam sie nicht alles, was sie brauchte in der Winkelgasse, also machten sie danach noch einen kleinen Abstecher in die Nokturngasse. Unter dem wachsamen Blick von Mr Malfoy kaufte Amelia Thestralblut, Drachenknochen und Todesfeehaar.

Mr Malfoy fragte, wofür sie die Sachen brauchte, doch Draco würgte seinen Vater einfach ab. Er kannte Amelia gut genug um zu wissen, dass sie es nicht erzählen würde. Schon gar nicht seinem Vater.

Drei Tage später besiegte Bulgarien Luxemburg im Halbfinale und Irland warf Peru aus dem Rennen. Damit standen die Finalisten für die Quidditch-Weltmeisterschaft fest. Gastgeber war England.

Langsam wuchs in Amelia auch die Vorfreude auf das Spiel. Es würden Unmengen ausländischer Zauberer dort sein und bestimmt jeder Zauberer aus ganz England. Ludo Bagman hatte erzählt, dass die ersten Zauberer schon Wochen vor dem Spiel angereist waren und jetzt so lange ausharren mussten, bis das Spektakel begann. Sie durften auch nicht zu viel Aufsehen erregen, damit die Muggel nichts mitbekamen.

Doch zwei Tage vor dem Spiel weckte Amelia etwas Besorgniserregendes aus dem Schlaf. Es fühlte sich an, als würde etwas versuchen ihre Okklumentik zu durchbrechen.

Draco weckte sie aus ihrem unruhigen Schlaf und sie fuhr schreiend hoch.

Sofort war Amelia auf den Beinen und suchte das ganze Zimmer mit Magie ab, doch da war nichts. Dann das Herrenhaus, aber selbst in der näheren Umgebung konnte sie nichts Auffälliges finden.

„Komm wieder schlafen, Amelia. Es war nur ein Traum", sagte Draco aber Amelia hatte nicht geträumt. Sie hatte mit ihrer Okklumentik gerungen. Es hatte sich komisch angefühlt unnormal. Ihre Narbe brannte.

Sie trat ans Fenster und blickte auf das nächtliche Anwesen.

Draco trat neben sie ans Fenster und legte seine Hand auf ihre Schulter.

„Da ist nichts", sagte er und wollte sie mit sich ziehen, doch Amelia rührte sich nicht.

„Meine Narbe tut wieder weh", sagte sie gedankenverloren und Draco schien zu erstarren.

„Aber ich kann nicht ausmachen, ob er in meiner Nähe ist. Es gibt keine Auffälligkeiten. Die Alarmzauber haben sich nicht aktiviert und alles ist ruhig", fuhr Amelia fort.

Draco schien aus seiner Starre zu erwachen und zog Amelia in seine Arme.

„Ich habe Angst", gestand sie und versteckte ihr Gesicht in seiner Halsbeuge. Draco strich ihr tröstend über den Kopf.

„Das ist okay."

Nachwort:

Ich habe lange überlegt, wie Draco sich Amelias Tante gegenüber verhält. Sie ist Amelias Familie, das spricht dafür, sie gut zu behandeln, aber sie ist ein Muggel und das spricht dafür, dass sie nichts wert ist. Ich glaube Draco möchte am liebsten vergessen, dass Amelia nicht reinblütig ist. Das ist ihr Makel, über den er nur hinwegsehen kann, weil sie eine mächtige berühmte Hexe ist. Alles andere würde nicht zu ihm passen.

Er wird nie zum Muggelfreund, nicht ohne einschneidendes Ergebnis. Er ist und bleibt ein Rassist. Dies ist ein Punkt, den ich zwar immer wieder angedeutet habe, aber wenig dazu geschrieben habe. Doch es ist ein Punkt, den ich in Zukunft immer mehr betonen muss, da es nun langsam ernst wird.

Im vierten Band wird jetzt viel vorbereitet, was in den späteren Büchern wichtig wird. Nennen wir es „das prägende Jahr", Zumindest charakterlich. Kontakte werden geknüpft und Geheimnisse kommen ans Licht. Andere bleiben verborgen.