Kapitel 4 – Der alte Auror
Als Amelia am nächsten Morgen aufwachte, waren alle schon nach Hause gegangen und es war wieder Ruhe eingekehrt. Sie war dankbar dafür. Sie brauchte Zeit, um ihre Gedanken zu ordnen. Amelia ging mit Mrs Malfoy Festumhänge für das kommende Schuljahr aussuchen und irgendwie kehrte der Alltag wieder ein.
In der Zeitung gab es einen riesigen Artikel über das Dunkle Mal, aber der Tagesprophet hatte wohl nicht herausbekommen, was im Wald geschehen war, denn weder Winky, noch Thomas oder Crouch wurden erwähnt.
Einzig ihre Beziehung zu Draco veränderte sich. Bis jetzt war es immer an ihr gewesen, zu sagen das sie ihm nah sein wollte. Mehr zu tun, als ihn nur zu küssen. Doch nachdem sie bei der Quidditch-Weltmeisterschaft mit ihm geschlafen hatte, schien er seine scheu ihr zu nah zu kommen abgelegt zu haben. Er begehrte sie und wenn sie sich ihm hingab, wenn er ihren Köper eroberte und sie nahm, war da nichts mehr von der Unsicherheit zu spüren die ihn gequält hatte. Sie nutzten die Nächte ausgiebig, um einander nah zu sein. Manchmal auch die Tage und Amelia lernte schnell, wie sie ihn dazu bringen konnte, alle Hemmungen fallen zu lassen. Ihnen wurde bald klar, dass ihr anfängliches herantasten an den anderen, nicht mal annähernd etwas mit der Lust zu tun hatte, die sie einander bereiten konnten. Amelia räumte alle ihre Sachen in Dracos Zimmer. Nach ein paar Tagen war es ihr blöd vorgekommen, jeden Morgen in ihr Zimmer zu huschen.
Sollten Mr und Mrs Malfoy etwas davon mitbekommen haben, so war es ihnen wohl egal, dachten zumindest Amelia und Draco. Doch am Abend, bevor sie nach Hogwarts zurückkehrten, war Draco mit seinem Vater irgendwo verschollen und Amelia saß allein mit Mrs Malfoy im Salon.
„Möchtest du einen Tee, Amelia", fragte Mrs Malfoy und wartete gar keine Antwort ab, bevor sie ihr einen einschenkte. Sie reichte Amelia die Tasse.
„Danke, Mrs Malfoy", sagte Amelia brav, als sie die Tasse entgegen nahm und einen Schluck nahm. Amelia bemerkte, dass Mrs Malfoy sie besorgt beobachtete.
„Stimmt etwas nicht?", fragte sie verwundert und stellte die Tasse neben sich ab.
Mrs Malfoy schien einen Moment mit sich zu ringen, dann fragte sie ganz unverblümt: „Schläfst du mit Draco?"
Amelia war so fassungslos über die Frage, dass sie Mrs Malfoy einfach nur anstarrte. „Was?", fragte sie vollkommen überfordert.
„Du weißt was ich meine. Habt ihr Sex?"
Amelia wurde rot bei so einer direkten Frage. Was sollte sie darauf bitte antworten. Das war Dracos Mutter. Allerdings hatten sie es auch nicht verheimlicht, warum also lügen.
Amelia seufzte und kämpfte ihre Verlegenheit nieder. „Ja", sagte sie sie schließlich
„Dachte ich es mir doch", sagte Mrs Malfoy trocken. „Das ist nichts, wofür du dich schämen musst, Amelia. Das ist ganz normal."
Amelia scheiterte an einem kläglichen Lächeln und wusste einfach nicht, was sie sagen sollte. Sie war das erste Mal in ihrem Leben wirklich sprachlos.
„Verhütet ihr?", fragte Mrs Malfoy unbarmherzig weiter und Amelia nickte abermals.
„Gut. Ich hätte zwar schon gerne irgendwann Enkel, aber noch seid ihr ein bisschen jung. Du schluckst Tränke nehme ich an?"
„Ja, Mrs Malfoy", stimmte Amelia zu, noch immer heillos überfordert. Konnte man sich auf so eine Unterhaltung vorbereiten?
Mrs Malfoy holte eine kleine Schatulle hervor und reichte sie Amelia, die sie verwirrt an sich nahm.
„Das habe ich von meiner Mutter bekommen. Ich war nicht viel älter als du heute", sagte Mrs Malfoy und Amelia öffnete das Kästchen. Auf rotem Samt lag ein Talisman gebettet. Er bestand aus schwarzem Stein und Runen waren in seine Oberfläche geritzt. Amelia erahnte seine Wirkung, bevor Mrs Malfoy sie erklärte.
„Das Amulett wird dich davor bewahren ein Kind zu empfangen. Es beeinflusst deinen Körper nicht so stark wie die Tränke. Aber du musst es mindestens zwölf Stunden auf der Haut getragen haben damit es wirkt. Ein Abortus-Zauber liegt darauf."
Amelia fuhr mit dem Finger über die Runen, die in den Stein eingekerbt waren.
„Warum geben Sie mir das, Mrs Malfoy?", fragte sie schließlich. War es nicht sowas, wie eine Zustimmung dazu, dass sie mit Draco Sex hatte?
„Weder ich, noch Lucius können beeinflussen, was ihr in Hogwarts tut. Ich werde euch den Sex nicht verbieten können. Dann will ich dich wenigstens schützen. Männer denken nicht daran und am Ende sind wir es, die schwanger werden."
„Danke", sagte Amelia verlegen und legte das Amulett um.
„Sie nehmen das einfach so hin? Ich meine…", sagte Amelia und wusste nicht was sie meinte. Sie hatte irgendwie eine andere Reaktion erwartet. Dracos Mutter lachte.
„Ich weiß noch, wie es in meiner Hogwarts Zeit lief. Außerdem habe ich nichts gegen dich. Ich freue mich immer, wenn du zu uns kommst."
Amelia lächelte leicht. „Ich bin gerne hier. Es ist fast als würde ich nach Hause kommen", gestand sie.
Mrs Malfoy lächelte „Du bist hier immer willkommen. Aber lass dich deswegen von Draco bloß nicht unter Druck setzen. Du hast immer das Recht Nein zu sagen, gebrauch es auch, wenn Du nicht willst."
Amelia nickte. „Darf ich Sie was fragen?"
„Natürlich, Amelia."
„War Dracos Vater der erste mit dem Sie zusammen waren?", fragte Amelia und wunderte sich über ihre Dreistheit, es ging sie schließlich nichts an. Doch Mrs Malfoy lachte nur.
„Nein, wenn ich ehrlich bin, habe ich Lucius in unserer Schulzeit oft nicht leiden können. Auch, wenn wir versprochen waren. Ich habe dumme Dinge getan und den Preis dafür bezahlt. Lucius war zwar nicht immer treu, aber er hat zu mir gestanden. Die Familie bedeutet den Malfoys viel."
„Also haben sie Dracos Vater nur geheiratet, weil sie versprochen waren?", fragte Amelia.
„Das nicht. Er kann ein toller Ehemann sein, wenn man ihn lässt. Ich habe es nie bereut."
Mrs Malfoy schmunzelte. „Aber verrate das Lucius bloß nicht, sonst gibt er sich keine Mühe mehr."
Amelia musste nun auch lachen. „Manchmal habe ich das Gefühl, Draco ist seinem Vater unglaublich ähnlich und manchmal sind sie total unterschiedlich."
„Sie sind schließlich Vater und Sohn. Wenn sie sich an gewissen Orten auch nur etwas ähnlich sind, wirst du es nicht leicht haben dich durchzusetzen", sagte Mrs Malfoy grinsend und Amelia musste ebenfalls grinsen. Sie wusste zu gut was Mrs Malfoy meinte.
„Das habe ich schon bemerkt. Draco lässt sich nur schwer die Fäden aus der Hand nehmen", sagte Amelia und die beiden Hexen lachten gemeinsam. Die Tür ging auf und die beiden soeben genannten Herren standen darin.
„Ihr amüsiert euch ja prächtig", stellte Mr Malfoy trocken fest. „Wollt ihr den Spaß nicht mit uns teilen?"
„Oh Lucius, mein Lieber", flötete Mrs Malfoy mit Unschuldsmiene. „Wir sprachen gerade von ein paar Gemeinsamkeiten, die ihr im Schlafzimmer auslebt."
Mr Malfoy sah seine Frau entgeistert an. Draco war rot angelaufen und blickte von der noch immer kichernden Amelia zu seiner Mutter.
„Hexen", stellten die beiden Malfoys frustriert fest, worauf auch Mrs Malfoy wieder in das Lachen mit einstimmte.
Am nächsten Tag reisten sie nach London, um den Zug nach Hogwarts zu nehmen. Das Gleis war so voll wie immer. Eltern und Schüler verabschiedeten sich voneinander.
Dobby brachte ihre Koffer in den Zug und Amelia lächelte glücklich, als Mrs Malfoy sie zum Abschied in eine Umarmung zog.
„Macht es gut ihr beiden und stellt bloß keinen Unsinn an. Wehe ich bekomme einen Brief von Professor Snape, dass man euch in der Besenkammer erwischt hat", sagte Mrs Malfoy. Amelia musste lachen während Draco höchst verlegen in den Zug verschwand.
„Das ist total peinlich", beschwerte er sich, als sie in ihr Abteil verschwanden.
„Was ist peinlich?", erkundigte sich Blaise, der seinen Koffer auf die Ablage hievte.
„Ach, vergiss es", murmelte Draco leise und hielt seiner Adlereule Beatrix einen Keks hin.
Langsam füllte sich das Abteil. Gregory und Vincent kamen noch herein und Pansy dicht gefolgt von Millicent.
„Habt ihr schon von dem Trimagischen Turnier gehört?", fragte Pansy aufgeregt. „Vater hat mir gerade erzählt, dass es tatsächlich dieses Jahr stattfindet. Das war nicht nur bloßes Gerede."
Amelia nickte nur. „Das wird sicher interessant. Ich bin auf die Schüler aus Durmstrang gespannt. Dort werden Dunkle Künste unterrichtet."
„Mein Vater wollte mich nach Durmstrang schicken. Er kennt den Schulleiter von früher", sagte Draco und warf Amelia einen bedeutungsvollen blick zu. „Aber Mutter war es zu weit weg."
„Besser so", flötete Amelia und vermerkte sich, Draco bei Gelegenheit nach dem Schulleiter zu fragen.
„Ich stell mir das gefährlich vor", sagte Blaise. „Es gibt einen Grund, warum Dunkle Künste in Hogwarts nicht unterrichtet werden."
„Erst seit Dumbledore Schulleiter ist", sagte Draco wütend. „Er hat es einfach so aus dem Schulplan gestrichen. Seitdem gibt es nur noch Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Mein Großvater hatte noch Dunkle Künste."
„Ich denke, es wäre ziemlich geil Dunkle Künste zu lernen", sagte Vincent. „Dann könnten wir an den Schlammblütern üben." Gregory begann fies zu lachen.
„Warum sagst du nichts dazu, Amelia. Das müsste dir doch liegen", sagte Vincent.
„Dein Vater redet zu viel", sagte Amelia nur und warf ihm einen bösen Blick zu.
„Kein Wort über so etwas in Hogwarts." Ihre Stimme klang scharf und schneidend.
Vincent und Gregory sahen sich unbehaglich an, nickten aber.
„Was ist denn passiert?", wollte Pansy neugierig wissen.
„Nichts von Belang", erwiderte Draco kühl und legte einen Arm um seine Freundin.
Blaise, Pansy und Millicent sahen sich verwirrt an.
Im Laufe der Fahrt stieß Daphne zu ihnen und brachte einen großen Schokoladenkuchen mit.
„Den habe ich für die Fahrt gebacken. Ich hoffe, er wird alle", sagte sie. Aber darüber hätte sie sich keine Gedanken machen müssen, denn Vincent und Gregory machten sich darüber her, als würde es kein Abendessen mehr geben.
Der Himmel über ihnen wurde dunkel und dicke Regentropfen schlugen gegen das Fenster. Als sie in Hogsmeade ankamen, hatte sich der Regen zu einem wahren Sturm entwickelt und sie hasteten schnell in die Kutschen. Alle waren erleichtert, als sie in Hogwarts ankamen und durchnässt stürzten sie in die Eingangshalle.
„So ein Mistwetter", sagte Pansy und schüttelte ihre nassen Haare. In dem Moment kam etwas großes Rotes geflogen und erwischte Pansy direkt am Kopf. Das Mädchen schrie erschrocken auf, als sich ein Schwall kaltes Wasser über sie ergoss. Sofort kam eine zweite Wasserbombe geflogen, doch Amelia reagierte schneller. Die Bombe hielt mitten in der Luft an und verwandelte sich in einen warmen Lufthauch.
„Ohhhh, Spielverderber. Na warte!" Peeves der Poltergeist erschien über ihnen, um sie mit noch einer Wasserbombe zu ärgern, doch die Slytherins tauchten schnell in die große Halle ab.
„Sie sollten ihn der Schule verweisen", schimpfte Pansy wütend und setzt sich an einen Platz am Slytherintisch, während sie ihren Zauberstab hervorkramte, um sich damit die Haare zu föhnen.
Langsam füllte sich die große Halle und Professor McGonagall brachte den Sprechenden Hut, der die Erstklässler in ihre Häuser einteilen würde.
Wie schon in Amelias erstem Schuljahr öffnete sich die Hutkrempe und der Sprechende Hut begann zu singen.
Eintausend Jahr und mehr ist's her,
seit mich genäht ein Schneiderer.
Da lebten vier Zauberer wohl angesehn;
ihre Namen werden nie vergehn.
Von wilder Heide der kühne Gryffindor,
die schöne Ravenclaw den höchsten Fels erkor.
Die gute Hufflepuff aus sanftem Tal,
der schlaue Slytherin aus Sümpfen fahl.
Sie teilten einen Wunsch und Traum,
einen kühnen Plan, ihr glaubt es kaum
junge Zauberer gut zu erziehn,
das war von Hogwarts der Beginn.
Es waren unserer Gründer vier,
die schufen diese Häuser hier
und jeder schätzte eine andere Tugend
bei der von ihm belehrten Jugend.
Die Mutigsten zog Gryffindor
bei weitem allen andern vor;
für Ravenclaw die Klügsten waren
alleine Wert der Lehrerqualen.
Und jedem, der da eifrig lernte,
bescherte Hufflepuff reiche Ernte.
Bei Slytherin der Ehrgeiz nur
stillte den Machttrieb seiner Natur.
Es ist vor langer Zeit gewesen,
da konnten sie noch selbst verlesen,
doch was sollte später dann geschehen,
denn sie würden ja nicht ewig leben.
's war Gryffindor, des Rates gewiss,
der mich sogleich vom Kopfe riss.
Die Gründer sollten mir verleihn
von ihrem Grips 'nen Teil ganz klein.
So kann ich jetzt an ihrer statt,
sagen, wer wohin zu gehen hat.
Nun setzt mich rasch auf eure Schöpfe,
damit ich euch dann vor mir knöpfe.
Falsch gewählt hab ich noch nie,
weil ich in eure Herzen seh.
Nun wollen wir nicht weiter rechten,
ich sag, wohin ihr passt am besten.
Als der sprechende Hut geendet hatte, klatschten die Schüler Beifall.
Professor McGonagall rief die Erstklässler auf und sie kamen vor, um den Sprechenden Hut aufzusetzen.
Amelia klatschte mit den anderen Slytherins Beifall, als Malcom Baddock zum ersten neuen Slytherin Schüler wurde. Ihr Blick jedoch huschte jedoch suchend über den Lehrertisch. Sie hatte ein ungutes Gefühl im Bauch, als sie ihn entdeckte.
Severus Snape. Er war der Hauslehrer von Slytherin und unterrichtete Zaubertränke. Er war in ihrer Zeit in Hogwarts so etwas wie ein Vater für sie geworden. Ein Mentor, ein Vertrauter. Doch in Yaxleys Gedanken hatte sie etwas Schreckliches gesehen. Snape war ein Todesser gewesen, er hatte Voldemort von der Prophezeiung berichtet, woraufhin Voldemort angefangen hatte, sie zu jagen. Er war mit dafür verantwortlich, dass sie eine Weise war. Amelia sollte ihn dafür hassen, aber sie fühlte sich unsagbar traurig. Sie fragte sich, ob Snape ein schlechtes Gewissen hatte und deshalb immer für sie da gewesen war oder ob er wie all die anderen Todesser ihre Nähe suchte, da er sie als Voldemorts Nachfolgerin sah. Sie wünschte, sie wüsste es, doch Severus Snape war der beste Okklumentor, den Amelia kannte. Sie würde nichts in seinem Geist finden, nichts was er ihr nicht offenbaren wollte.
„Ich sehe gar keinen neuen Lehrer", sagte Draco leise und nickte hinüber zum Lehrertisch.
„Haben sie niemanden für Verteidigung gegen die Dunklen Künste gefunden?"
Amelia ließ ihren Blick ebenfalls über die Reihe wandern.
„Keine Ahnung. Wir werden es sicher bald erfahren."
Nach der Auswahlzeremonie begann das Festessen. Danach kam Dumbledore endlich zu seiner Rede.
Neben den alljährlichen Ermahnungen über die Schulordnung war er gerade dabei zu erläutern, warum es dieses Jahr kein Quidditch Turnier geben würde (Draco hatte erzürnt geflucht), als die Flügeltüren der großem Halle mit einem ohrenbetäubenden Donnern aufkrachten.
Herein kam ein Mann, der Amelia im ersten Moment erschreckte. Er trug einen schweren Reiseumhang und als er die Kapuze zurückschlug, fiel eine grauweiße Haarmähne herab. Sein Gesicht war vernarbt und ein großes Stück seiner Nase fehlte. Doch das Unheimlichste waren seine Augen. Während das eine klein und schwarz war, war das zweite münzengroß, blau und rotierte unaufhaltsam in seiner Augenhöhle umher. Als es sich in den Hinterkopf drehte war nur das Weiß des Augapfels zu sehen.
Der Mann humpelte auf den Lehrertisch zu und bei jedem zweiten Schritt hörten sie das Klong seines Holzbeines. Er wechselte ein paar Worte mit Dumbledore, der den Fremden lächelnd begrüßte und setzte sich dann an den Lehrertisch auf den freien Stuhl neben Dumbledore.
„Darf ich vorstellen, das ist Professor Moody, euer neuer Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste", sagte Dumbledore und klatschte Beifall, doch nur Hagrid stimmte mit ein. Die restlichen Schüler starrten Moody nur entgeistert an.
„Scheiße", flüsterte Draco neben ihr und wurde blass.
„Was?", fragte Amelia leise.
„Das ist Alastor Mad-Eye Moody. Er war mal Auror. Er hat mehr Todesser ermordet oder nach Askaban gebracht als sonst einer", flüsterte Draco und Amelia wandte sich dem Mann mit ganz anderen Augen zu. Er trank gerade aus einem Flachmann, den er danach zurück in seinen Umhang gleiten ließ. Die Narben auf seiner Haut mussten von unzähligen Duellen stammen, die er gefochten hatte.
Dumbledore räusperte sich. „Wie ich eben erwähnte", sagte er und versuchte die Aufmerksamkeit der Schüler zurückzugewinnen, „werden wir in den kommenden Monaten die Ehre haben, Gastgeber einer sehr spannenden Veranstaltung zu sein, eines Ereignisses, das seit über einem Jahrhundert nicht mehr stattgefunden hat. Mit allergrößtem Vergnügen teile ich euch mit, dass dieses Jahr in Hogwarts das Trimagische Turnier stattfinden wird."
Getuschel brach in der großen Halle los. Die Slytherins grinsten sich wissend zu.
Als sich das erste Geflüster etwas gelegt hatte, fuhr Dumbledore fort.
„Einige von euch werden nicht wissen, worum es bei diesem Turnier geht und ich hoffe, dass die anderen mir verzeihen, wenn ich es kurz erkläre, sie können ja inzwischen weghören.
Das Trimagische Turnier fand erstmals vor etwa siebenhundert Jahren statt, als freundschaftlicher Wettstreit zwischen den drei größten europäischen Zaubererschulen Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang. Jede Schule wählte einen Champion aus, der sie vertrat und diese drei mussten im Wettbewerb drei magische Aufgaben lösen. Die Schulen wechselten sich alle fünf Jahre als Gastgeber des Turniers ab und alle fanden, dies sei der beste Weg, persönliche Bande zwischen jungen Hexen und Zauberern verschiedener Länder zu knüpfen. Bis allerdings die Todesrate so stark zunahm, dass das Turnier eingestellt wurde."
Amelia seufzte. Wieder hatten sich die Muggelstämmigen aufgelehnt und eine traditionsreiche magische Errungenschaft war abgeschafft worden.
„Es gab im Laufe der Jahrhunderte mehrere Versuche das Turnier wieder einzuführen", fuhr Dumbledore fort, „doch keiner davon war sehr erfolgreich. Nun allerdings hat unsere Abteilung für Magische Spiele und Sportarten beschlossen, dass die Zeit reif ist für einen neuen Versuch. Den ganzen Sommer über haben wir uns alle Mühe gegeben, dafür zu sorgen, dass diesmal kein Champion in tödliche Gefahr geraten kann.
Die Schulleiter von Beauxbatons und Durmstrang werden mit ihren Kandidaten engerer Wahl im Oktober hier eintreffen und der Ausscheidungskampf für die drei Champions wird an Halloween stattfinden. Ein unparteiischer Richter wird entscheiden, welche Schüler geeignet sind, im Trimagischen Turnier für den Ruhm ihrer Schule anzutreten und das ausgesetzte Preisgeld von tausend Galleonen zu gewinnen."
Überall begannen die Schüler miteinander zu tuscheln. Draco deutete feixend rüber an den Gryffindor Tisch, wo einer der Weasley Zwillinge aufgesprungen war, als das Preisgeld genannt wurde.
„Das ist eine Menge Gold", sagte Blaise.
„Das wird bestimmt klasse und Hogwarts-Champion sein ist bestimmt geil", sagte Draco.
„Zwar weiß ich, wie begierig ihr alle darauf seid, den Trimagischen Pokal für Hogwarts zu holen", sagte Dumbledore weiter, „doch die Leiter der teilnehmenden Schulen haben gemeinsam mit dem Zaubereiministerium beschlossen, in diesem Jahr eine Altersbegrenzung für die Bewerber festzusetzen. Nur Schüler, die volljährig sind, das heißt siebzehn Jahre oder älter, erhalten die Erlaubnis, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Dies ist ein Schritt" und Dumbledore sprach ein wenig lauter, denn bei diesen Worten hatten einige Schüler empört aufgeschrien darunter auch Draco, „dies ist ein Schritt, den wir für notwendig halten, denn die Turnieraufgaben sind schwierig und trotz aller Vorkehrungen nur unter Gefahr zu lösen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Schüler unterhalb der sechsten Klassenstufe damit zurechtkommen. Ich persönlich werde dafür sorgen, dass kein minderjähriger Schüler unseren unparteiischen Schiedsrichter hinters Licht führt, um Hogwarts-Champion zu werden. Ich bitte euch daher, eure Zeit nicht mit einer Bewerbung zu verschwenden, wenn ihr noch nicht siebzehn seid.
Die Abordnungen aus Beauxbatons und Durmstrang werden im Oktober eintreffen und den größten Teil des Jahres bei uns bleiben. Ich weiß, dass ihr unsere ausländischen Gäste mit größter Herzlichkeit empfangen und den Hogwarts Champion mit Leib und Seele unterstützen werdet, sobald er oder sie ausgewählt ist. Und nun ist es spät und ich weiß, wie wichtig es ist, dass ihr alle wach und ausgeruht seid, wenn ihr morgen in die Klassen geht. Schlafenszeit! Husch, husch!"
Das große Stühlerücken begann.
„Die Altersbeschränkung ist echt bescheuert", sagte Draco und Amelia pflichtete ihm bei.
„Das ist bestimmt weil irgend so ein Muggelliebhaber gejammert hat, dass Magie zu gefährlich ist. Aber die begreifen einfach nicht, dass Zauberei so funktioniert. Nur die Starken überleben und die Schwachen sterben halt irgendwann."
„Du würdest bestimmt Hogwarts-Champion werden, Amelia", sagte Daphne.
„Ich glaube kaum", erwiderte Amelia, als sie in den Kerker hinabstiegen. „Ich würde mich nicht mal bewerben, wenn ich es könnte. Viel zu gefährlich für viel zu wenig Lohn."
„Ich finde, das wäre eine perfekte Herausforderung. Da muss man mehr können als unser Schulzeug", sagte Draco begeistert. Amelia musste lächelnd den Kopf schütteln.
Sie fiel todmüde ins Bett und war bei sich eigentlich ziemlich glücklich über die Altersbeschränkung. Sie selbst hatte genug um die Ohren, auch ohne ein Turnier und die Altersbeschränkung hielt Draco wenigstens davon ab, sein Leben zu riskieren. Nicht, dass sie ihm das gesagt hätte, aber er war ihr sicher an ihrer Seite dann doch lieber.
Am nächsten Morgen in der großen Halle bekam Amelia genug neuen Stoff zum Nachdenken. Sie hatte den Tagespropheten abonniert und auf der Titelseite wurde das Verschwinden von Berta Jorkins thematisiert, nach der das Zaubereiministerium nun endlich zu suchen begann. Doch Amelia interessierte Seite vier.
Weitere Pannen im Zaubereiministerium
Es scheint, als sei die Pannenserie im Zaubereiministerium noch längst nicht zu Ende. Das Ministerium – erst jüngst heftiger Kritik ausgesetzt wegen der mangelhaften Kontrolle der Besucher während der Quidditch-Weltmeisterschaft und immer noch nicht in der Lage, das Verschwinden einer seiner Hexen zu erklären – wurde gestern durch das merkwürdige Gebaren von Arnold Weasley, vom Amt gegen den Missbrauch von Muggelartefakten, in neue Verlegenheit gestürzt.
Arnold Weasley war gestern in eine Rangelei mit mehreren Gesetzeshütern der Muggel (»Polizisten«) verwickelt. Der Grund waren einige höchst angriffslustige Mülleimer. Mr Weasley war offenbar einem gewissen »Mad-Eye« Moody zu Hilfe geeilt, einem in die Jahre gekommenen Ex-Auroren, den das Ministerium in den Ruhestand versetzt hatte, als er den Unterschied zwischen einem Händedruck und einem Mordversuch nicht mehr zu erkennen vermochte. Es wird niemanden überraschen, dass Mr Weasley bei seiner Ankunft in Mr Moodys schwer bewachtem Haus feststellte, dass Mr Moody wieder einmal falschen Alarm geschlagen hatte. Mr Weasley war gezwungen, mehrere Gedächtnisse zu verändern, weigerte sich jedoch, auf die Frage des Tagespropheten zu antworten, warum er das Ministerium in ein so würdeloses und möglicherweise peinliches Geschehen verwickelt hatte.
Amelia reichte den Artikel an Draco weiter und fragte zweifelhaft: „Und der soll uns unterrichten? Wenn das wieder so eine pleite wie mit Lockhart wird, raste ich aus."
„Den wirst du wahrscheinlich nicht so schnell verscheuchen können. Aber das erklärt, warum er so spät war. Musste wahrscheinlich beim Ministerium in Untersuchungshaft."
Draco gab ihr den Artikel zurück und grinste böse.
„Hast du bemerkt, nicht mal den Namen von diesem Blutsverräter haben sie richtig geschrieben. Arnold", lachte Draco und Amelia schüttelte grinsend den Kopf.
„Er ist halt nicht wichtig genug", pflichtete sie ihm bei.
Sie machten sich auf den Weg zu Verwandlung und Amelia war richtig glücklich nun wieder so viel herumzaubern zu können, wie sie wollte. Aus Jux verzauberte sie ihre Schulbank in ein Pferd und Professor McGonagall zog ihr nur deshalb keine Hauspunkte ab, weil sie sagte, dass das ein tolles Stück Magie sei.
Am meisten gespannt war Amelia auf Verteidigung gegen die Dunklen Künste, dass sie am Nachmittag zusammen mit den Gryffindors hatten.
Als die Slytherins in den Klassensaal kamen, waren die ganzen Plätze vor dem Lehrerpult bereits besetzt. In der ersten Reihe saß Ron Weasley, der leicht rosa um die Nase wurde, als er Amelia bemerkte.
Amelia ignorierte ihn und setzte sich mit Draco in die vorletzte Reihe. Sie war ganz froh, diesem Auroren nicht so nah zu sein, solange sie ihn nicht einschätzen konnte. So wie sie es aus der Zeitung interpretiert hatte, schien Moody mit dem Ministerium und seinem eigenen Verstand auf dem Kriegsfuß zu stehen. Allerdings war der Artikel von Rita Kimmkorn geschrieben worden, was bedeutete, dass er viel Fiktion enthalten konnte.
Moody kam in die Klasse gehumpelt und kramte eine Klassenliste hervor.
Er las mit seinem normalen Auge die Liste entlang und rief jeden auf, während sein magisches Auge zu jedem Schüler, der sich meldete umschwang und ihn eindringlich musterte. Bei manchen Schülern verharrte das Auge etwas länger. Crabbe, Goyle, Malfoy, Nott. Amelia hatte so eine leise Ahnung, warum Moody auf diese Schüler ein besonderes Auge hatte und das gefiel ihr gar nicht.
Amelia musterte Theodor Nott und sah den schwer verborgenen Hass in seinen Augen glimmen, als er Moody anstarrte.
„So, da wir die Formalitäten nun erledigt hätten, widmen wir uns dem eigentlich Wichtigen", sagte Moody mürrisch.
Wie ich ihren Unterlagen entnommen habe, haben Sie dunkle magische Wesen bereits durchgenommen, doch ihnen fehlt es an der Verteidigung gegen magische Flüche. Ich habe nun ein Jahr Zeit, euch beizubringen, was Zauberer sich gegenseitig antun können."
„Wie nur ein Jahr?", fragte Weasley überrascht. Moody musterte ihn scharf.
„Weasley richtig?", fragte er und der Junge nickte eingeschüchtert.
„Du bist Arthur Weasleys Sohn was?", sagte Moody und lächelte plötzlich. „Dein Vater hat mich erst kürzlich aus einer echt üblen Klemme befreit. Ja, ich bleibe nur ein Jahr und auch nur, um Dumbledore einen Gefallen zu tun. Danach kehre ich in meinen wohlverdienten Ruhestand zurück."
Moody klatschte sich geschäftig in die vernarbten Hände.
„Dann sollten wir gleich anfangen. Flüche gibt es in vielen Formen und Gestalten. Ich soll euch eigentlich nur beibringen, wie ihr sie bekämpft, aber dafür müsst ihr sie auch kennen. Ein dunkler Zauberer wir euch nicht sagen, was er vorhat, er wird euch anlächeln, während er euch verhext.
Eigentlich ist das erst Stoff für die sechste Klasse, aber Dumbledore hält mehr von eurem Nervenkostüm, als das Ministerium. Deshalb zeige ich sie euch. Die dunkelsten aller Flüche. Also, wer von euch weiß, welche Flüche vom Zaubereiministerium am schwersten bestraft werden?", fragte Moody und in der ersten Reihe meldete sich sofort Hermine Granger und auch Ron Weasley hob unsicher die Hand. Doch Moodys Augen huschten weiter nach hinten.
„Malfoy", zischte Moody und sein Gesichtsausdruck war nun gar nicht mehr freundlich. „Nennen sie einen."
Draco sah Moody nicht weniger angewidert an, ließ sich dann jedoch zu einer Antwort herab. „Imperius Fluch", sagte er knapp.
Moodys ohnehin schon entstelltes Gesicht, verzog sich zu einer Grimasse.
„Oh ja, den musst du kennen. Damit hat sich dein Vater aus Askaban herausgewunden. Hinter Gitter zu den Dementoren, da gehört er hin."
Draco ballte seine Hände zu Fäusten und Amelia legte ihm beruhigend eine Hand aufs Bein, da Draco sonst aufgesprungen wäre. Zischend stieß er Luft aus, als Moody sich einem Einmachglas mit Spinnen zuwandte, das auf seinem Schreibtisch stand. Er fischte eine von ihnen heraus und murmelte: „Imperio." Die Spinne begann sich an einen Faden von seiner Hand abzuseilen und legte einen Salto rückwärts hin. Alle lachten, als sie auf dem Tisch landete und begann, ein Rad zu schlagen.
„Das findet ihr lustig was?", fragte Moody. „Aber würdet ihr das sein wollen?"
Das Lachen erstarb. „Ich könnte sie dazu bringen, sich aus dem Fenster zu stürzen oder sich zu ertränken. Der Zauber bewirkt völlige Unterwerfung. Einst standen viele Zauberer unter diesem Zauber und es war schwer für das Ministerium, zu entscheiden, welche unschuldig waren und wer nur behauptete kontrolliert zu werden, um sich so vor dem Gefängnis zu retten."
Moodys blick huschte in die hinteren Reihen und Amelia wusste, dass er die Todessersöhne ansah.
„Der Imperius Fluch kann bekämpft werden. Ich werde euch beibringen wie. Aber trotz allem, seid IMMER WACHSAM", donnerte Moody.
„Wer will den nächsten Fluch nennen. Wie wäre es mit dir Crabbe."
Vincent hatte ebenfalls die Hände zu Fäusten geballt und starrte Moody ebenso hasserfüllt an, wie Draco und Theodor.
„Der Cruciatus-Fluch", sagte Vincent und Moody grinste hämisch. „Einer der Lieblingsflüche deines Vaters. Wusstest du das?"
Moody wartete keine Antwort ab, sondern holte die nächste Spinne heraus. Er ließ sie etwas wachsen, damit sie auch gut zu erkennen war, dann sagte er: „Crucio."
Die Spinne begann sich zu winden und wenn sie gekonnt hätte, hätte sie geschrien.
Amelia presste die Lippen zusammen. Sie hatte bereits einmal unter diesem Zauber gestanden. Damals hatte sie noch nicht gewusst, was das für ein Zauber gewesen war. Der Schmerz und die Albträume hatten sie noch Wochenlang aus dem Schlaf gerissen. Fast spürte sie, wie ihre Nerven zu brennen begannen. Sie blickte in Moodys Gesicht und einen Moment schien sie so etwas wie Genugtuung in seinem Blick zu lesen.
„Aufhören", rief Granger, doch ihr Blick war nicht auf die Spinne gerichtet, sondern auf Neville Longbottom. Dessen Hände hatten sich verkrampft und er sah aus, als würde er jeden Moment zusammenbrechen. Moody hob den Zauber sofort auf.
„Schmerz", sagte Moody leise. „Man braucht keine Daumenschrauben um jemanden zu foltern, wenn man den Cruciatus-Fluch beherrscht. Eine ganze Menge Zauberer haben sich daran ergötzt, andere zu foltern und zu meiner Schande sind manche von ihnen dem Gefängnis entkommen."
Ruckartig stand Amelia auf. Alle blickten sich zu ihr um.
„Wir sitzen hier nicht in einem Straftribunal. Wollen Sie Rache, weil ihnen die Väter entkommen sind? Das Ministerium hat sie freigesprochen. Egal, was sie denken. Sie haben kein Recht, hier Ankläger und Richter in einem zu spielen." Amelias Stimme peitschte durch den Raum. Sie war außer sich vor Wut, was gelinde gesagt, selten der Fall war. Diesem Fluch erneut zu begegnen, strapazierte ihre Nerven wohl mehr als erwartet.
Moody blickte sie böse an und knackte mit den Fingern.
„Sie nehmen ihre Freunde in Schutz, sehr nobel von ihnen, aber wissen sie wirklich, wen Sie in Schutz nehmen?"
„Ich glaube, ich weiß sehr wohl, was ich tue", zischte Amelia mit zusammengepressten Lippen.
„Dann sind sie sicher in der Lage uns den Letzten der drei unverzeihlichen Flüche zu nennen", sagte Moody lauernd.
„Was wollen Sie von mir, Moody?", fragte Amelia und streckte ihre Legilimentik aus, doch schon bevor sie ihm nah kam, spürte sie die Okklumentik, die sich ihr entgegen stellte.
Moody reichte ihr eine Spinne und sie krabbelte auf dem Tisch umher, als wüsste sie, was ihr bevorstünde.
„Zeigen Sie ihn uns. Den dritten unverzeihlichen Fluch", forderte Moody sie auf und auf Amelias Lippen kräuselte sich ein kaltes Lächeln.
„Der letzte Fluch ist der tödliche Fluch", sagte Amelia . „Avada Kedavra."
Ein grüner Lichtblitz knisterte aus ihrem Zauberstab und die Spinne fiel Tod zu Boden.
„Diese Lektion solltet ihr euch gut merken", sagte Moody. „Sie wird eines Tages genau das gleiche Lächeln auf dem Gesicht haben, wenn sie euch mit diesem Fluch belegt. Daran erkennt man sie, die dunklen Hexen und Zauberer", sagte Moody. Doch er hatte kaum zu Ende gesprochen, als auch schon Draco aufsprang. Doch er war nicht der einzige. Vincent, Gregory und zu Amelias großer Überraschung auch Theodor standen nun und hielten alle ebenfalls ihre Zauberstäbe in der Hand.
Amelia schnaubte abfällig.
„Ich frage mich, was Sie uns beweisen wollen mit ihren Anschuldigungen. Oder wollen sie nur von sich selbst ablenken? Man könnte ein Buch mit den Namen derer füllen, deren Leben Sie zerstört haben. Sie sind nicht besser als die Todesser, die sie ermordet haben."
Alle sahen entsetzt von Amelia zu Moody, als dieser plötzlich zu lachen begann.
„Setz dich, Potter", blaffte er sie an und Amelia funkelte wütend zurück. „Der Unterricht geht weiter."
Amelia setzte sich zornig und die anderen Slytherins mit ihr. Aber die Stimmung war selbst dann noch angespannt, als sie eine Stunde später den Klassensaal verließen.
Amelia und Daphne machten sich auf den Weg zu alte Runen, während Draco und Blaise zu Arithmatik gingen. Pansy und Millicent stiegen in den Turm zu Wahrsagen.
„Was war da eben los?", fragte Daphne leise, als sie durch die Korridore gingen.
„Ich glaube, wir haben Fronten geklärt", erwiderte Amelia, noch immer schlecht gelaunt.
„Warum hat Moody so auf den anderen Rumgehackt? Ich versteh das nicht ganz."
Amelia stockte und überlegte dann, wie viel sie Daphne sagen konnte. Soweit es Amelia anging, vertraute sie ihrer Freundin. Daphne war immer neutral gewesen.
„Das ist nicht so einfach", sagte Amelia leise. „Die Väter von Vincent, Gregory, Draco und Theodor standen nach dem Fall des Dunklen Lords vor Gericht. Sie wurden als Todesser angeklagt, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Moody ist wahrscheinlich noch immer sauer deswegen."
„Aber sie wurden doch für unschuldig befunden."
Amelia nickte langsam und sagte nachdrücklich: „Aus Mangel an Beweisen."
„Du meinst…", begann Daphne, doch Amelia unterbrach sie. „Ich meine gar nichts."
Daphne schluckte. „Aber warum bist du dann so oft bei den Malfoys? Ich meine der Dunkle Lord hat deine Eltern getötet."
Amelia lächelte traurig. Konnte sie Daphne ein bisschen Wahrheit anvertrauen? „Manchmal frage ich mich das auch", sagte sie schließlich. „Aber ich habe immer andere ausreden für mich gefunden. Die Wahrheit ist wahrscheinlich, dass sie dem, was ich mir als meine Familie wünsche, am nächsten kommen. Sie geben mir einen Ort außerhalb von Hogwarts, an dem ich willkommen bin. Selbst wenn das nicht wäre, ist da noch immer Draco."
„Du liebst ihn ziemlich, oder?", fragte Daphne sanft.
„Ich glaube nicht, dass ich es beschreiben könnte. Er gibt mir das Gefühl, ein Mensch aus Fleisch und Blut zu sein und nicht nur ein Symbol", sagte Amelia und klang bitter.
„Es ist nicht immer einfach, oder? Manchmal vergesse ich, wer du bist", sagte Daphne und sah sie merkwürdig an.
„Ich bin deine Freundin", sagte Amelia lächelnd.
„Das meinte ich nicht. Du gehst zu Beltane, du beherrscht mehr von den Dunklen Künsten als sonst jemand und Du weißt Dinge, die sonst keiner weiß."
Amelia zuckte mit den Schultern. „Manchmal frage ich mich, ob das der richtige Weg ist. Ob es überhaupt einen richtigen Weg gibt. Ich liebe die Alten Künste, deshalb lebe ich sie. Ich habe niemanden der mir sagt was richtig und was falsch ist, dass muss ich selbst entscheiden. Manchmal Frage ich mich, ob ich die richtigen Entscheidungen treffe." Amelia stockte einen Moment. Das war erstaunlich viel Offenheit und erstaunlich viele Selbstzweifel, die sie offenbarte.
„Mein Vater beherrscht alles was wir zuhause tun und lassen sollen.", sagte Daphne bedrückt. „Ich wünschte ich hätte diese Freiheit auch."
„Was ist mit deinem Vater überhaupt?", fragte Amelia und wechselte das Thema. Daphne blickte zur Seite. „Dein Irrwicht", bohrte sie weiter und Daphne wandte sich ganz von ihr ab.
„Frag nicht, ja?", bat sie. Einen Augenblick war Amelia versucht Legilimentik einzusetzen, aber Daphnes unglücklicher Gesichtsausdruck hielt sie davon ab. Es war nichts was sie anging.
„Ich bin für dich da, wenn es so weit ist, Daphne", versprach Amelia und diese nickte.
„Ich bin auch für dich da, Amelia."
Es war spät als sie in den Gemeinschaftsraum zurückkamen und sie hatten Unmengen an Hausaufgaben aufbekommen, sodass sich Amelia und Daphne zu Draco und Blaise dazu setzten und ihre Runenwörterbücher herauszogen.
Ihr Streit mit Moody schien sich in Windeseile in der Schule herumzusprechen. In einigen Versionen hatten sie sich sogar duelliert und mal hatte Amelia und mal der Auror gewonnen, je nachdem wen man fragte. Hinter vorgehaltener Hand hörte Amelia die Schüler über ihren Todesfluch reden und ängstliche Blicke folgten ihr. Aber keiner wagte es, sie darauf anzusprechen.
Am Mittwochmorgen bekam Amelia ausnahmsweise einmal Post. Sie war überrascht, als sie den Absender las.
Hallo, Amelia,
wir haben das Beweisstück, das Sie mir überlassen haben geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es tatsächlich von Pettigrew stammt und vor nicht mehr als zwei Monaten entfernt worden sein kann.
Sie können sich vorstellen, wie die ganze Abteilung in Aufruhr ist. Unser Antrag auf Ermittlungen wird noch immer geprüft. Aber der Fall Sirius Black hat gute Chancen wieder aufgenommen zu werden.
Natürlich ist Black noch nicht freigesprochen, aber ich muss zugeben, dass vieles für ihn spricht.
Ich halte Sie über alles Weitere auf dem Laufenden.
Beste Grüße,
Rufus
Amelia grinste breit als sie Draco den Brief zu lesen gab. Sie sah, wie er das letzte Wort mehrmals wiederholte. Mit noch gezogener Augenbraue sah er sie an.
„Rufus?", fragte er und Amelia winkte nur ab und steckte den Brief weg.
„Vielleicht können sie seine Unschuld beweisen", sagte Amelia mit strahlendem Lächeln.
„Hat er sich demletzt gemeldet?", fragte Draco, doch Amelia verneinte.
„Wahrscheinlich ist es zu gefährlich."
„Worüber redet ihr?", fragte Blaise neugierig, doch Draco und Amelia wechselten so fließend das Thema, als hätten sie über das Wetter gesprochen.
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu Kräuterkunde, dass sie zusammen mit den Ravenclaws hatten.
Auch heute bekamen sie wieder Unmengen an Hausaufgaben auf und als Pansy sich darüber beschwerte, sagte Sprout etwas von ZAGs und wichtigste Phase ihres Lebens. „Aber das ist doch erst im fünften Schuljahr.", jammerte Blaise.
Trotzdem änderte es nichts daran, dass sie sich auch diesen Abend wieder in den Gemeinschaftsraum setzen mussten, um Hausaufgaben zu machen.
Am Abend des nächsten Tages machte sich Amelia auf den Weg zu Professor Snape. Sie hatten zwar nichts besprochen, aber schon seit Jahren war Amelia jeden Mittwochabend zu Snape gegangen, um mit ihm zu trainieren oder in letzter Zeit auch, um über Magie zu fachsimpeln.
Als Amelia eintrat, saß Snape bereits auf seinem Sessel vor dem Kamin und vor Amelias Platz stand eine Tasse.
„Ich habe Sie schon erwartet, Amelia", sagte Snape und schenkte ihr ein Lächeln. Amelia setzte sich neben ihn.
„Ich hoffe, Sie hatten angenehme Ferien, Sir", sagte Amelia und griff nach ihrer Tasse.
„Ihre Gesellschaft hat mir gefehlt."
Amelia lächelte und rührte Milch in ihren Tee.
„Deshalb bin ich doch gekommen. Aber es waren höchst ereignisreiche Ferien."
„Das Dunkle Mal bei der Weltmeisterschaft", nickte Snape verstehend und Amelia rührte versonnen in ihrem Tee.
„Man hat bis heute nicht herausgefunden, wer es war. Rita Kimmkorn zerreißt das Ministerium im Tagespropheten und wenn ich ehrlich bin, haben sie es auch verdient", sagte Amelia.
„Ich nehme an, Sie waren mit den Malfoys dort?"
„Malfoy, Crabbe, Goyle, Yaxley, Avery, Macnair, den Carrows." Amelia beobachtete Snape scharf als sie diese Namen aufzählte. „Alte Freunde von Ihnen, nicht wahr?"
Snapes Miene hatte sich verschlossen.
„Ich verstehe nicht ganz, was Sie meinen, Amelia", sagte er distanziert.
Amelia schenkte ihm nur einen frostigen Blick. „Du weißt es sehr wohl, Severus", sagte sie scharf und stand auf. Sie ging auf sein Regal mit Einmachgläsern zu und musterte seine Sammlung. Sein Blick bohrte sich in ihren Rücken und nach einer gefühlten Ewigkeit wandte sie sich zu ihm um.
„Die Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran … jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt … Waren das nicht deine Worte, die du an den Dunklen Lord weitergegeben hast? Hat er nicht darauf angefangen, mich zu jagen?"
Severus war blass geworden, während Amelia diese Worte wiederholt hatte.
„Du hast es immer gewusst, aber Du hast es mir nie gesagt", warf sie ihm zornig vor.
Severus schluckte.
„Was hätte ich dir sagen sollen? Dass ich einst dein Feind war und es mir jetzt anders überlegt habe? Habe ich dir nicht alles beigebracht, was ich weiß? Habe ich dich nicht auf dein Leben vorbereitet?"
„Ja! Du hast mich vorbereitet. Aber worauf? Ich weiß selbst nicht, was aus mir wird. Die meisten Zauberer sehen mich als Befreierin von Voldemort. Aber seine alten Anhänger scharwenzeln um mich herum, verehren mich. Sie nehmen diese Prophezeiung und geben mir eine Macht über sie, nach der ich nie gegriffen habe und ich benutze sie, weil ich mir nicht die Blöße geben kann mich abzuwenden. Sie nennen mich die Auserwählte, die Dunkle Lady."
Severus hatte sein Gesicht in seiner Hand verborgen und schüttelte den Kopf.
„Das war nicht das, was ich erreichen wollte, glaub mir, Amelia. Als du zu mir kamst und mich um Hilfe gebeten hast, habe ich nur die Schuld gesehen, die ich auf mich geladen habe. Ich wollte dir helfen. Aber dann… mit den Jahren ist deine Magie immer mächtiger geworden, immer dunkler. Vielleicht hätte ich dich auf einen anderen Pfad weisen sollen, aber du hast auf jegliche Art der Manipulation schon immer aggressiv reagiert. Du warst mir zu wichtig. Ich wollte dich nicht verlieren. Du bist ein ganz besonderer Mensch, Amelia."
„Die Frage ist, wer bin ich für dich Severus?", fragte Amelia leise und sah ihn mit durchdringenden grünen Augen an.
Severus Snape sah verzweifelt auf. „Du bist…" unfähig eine Antwort zu finden schüttelte er den Kopf.
„Ich wusste nicht, dass er dich jagen würde. Ich wusste es nicht. Das musst du mir glauben, Amelia. Ich war so blind. Du musst mir glauben, ich habe alles getan, was ich konnte, um sie zu retten. Ich bin zu Dumbledore gegangen und habe ihn gewarnt. Darum habt ihr euch versteckt. Aber es hat nicht gereicht. Dumbledore hat sie nicht beschützt."
Amelia spürte den Schmerz in seiner Stimme. Die Selbstvorwürfe. Waren sie echt? Sie wollte es glauben. Aber Severus war der beste Okklumens, den sie kannte. Wie weit konnte sie ihm trauen?
„Warum hast du mir nie von der Prophezeiung erzählt?", fragte Amelia leise, unerbittlich.
„Wie hätte ich das tun können, ohne, dass du alles herausgefunden hättest. Hättest du mir vertraut, wenn du gewusst hättest, dass ich es praktisch war, der dein Leben zerstört hat."
Amelia sah auf Severus Snape hinunter und ein Klumpen bildete sich in ihrer Brust. Sie hatte ihn noch nie so verzweifelt, so gebrochen gesehen. Waren das die Dämonen in seinem Inneren? Sie konnte ihn nicht so sehen. Es schmerzte sie.
„Es gibt so viel, was geschehen ist, Severus", sagte Amelia sanft. „Du bist nicht alleine Schuld an ihrem Tod. Es gibt so viele, die sich um ein Stückchen Schuld reißen." Amelia ging vor Severus Sessel in die Knie und befreite sein Gesicht aus seinen Händen. Severus sah sie schmerzerfüllt an.
„Du hast ein viel zu gutes Herz", sagte Severus gebrochen.
„Nein, aber es gibt einfach zu wenige Menschen auf dieser Welt, die mir wichtig sind. Und du bist mir einer der wichtigsten, Severus."
Amelia wusste nicht, wie ihr geschah. Plötzlich kniete Severus mit ihr auf dem Boden und drückte sie an sich.
Im ersten Moment war sie total verwirrt, dann legte sie ebenfalls anteilhabend einen Arm um ihn. Sie spürte seinen Atem in ihrem Nacken und seinen Herzschlag unter ihren Fingern, der in diesem Moment so verletzlich war.
Sie schienen eine Ewigkeit so auf den Boden zu knien, bis Severus sich von ihr löste. Ihre Gesichter befanden sich nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt und Amelia war unsicher, wie sie Severus' Gesichtsausdruck deuten sollte. Etwas war da, etwas was dort ganz eindeutig nicht hingehörte. Amelia bekam ein mulmiges Gefühl und löste sich von dem Zauberer. Der Blickkontakt brach ab und als Severus aufstand, beeilte sich Amelia ebenfalls wieder auf die Beine zu kommen.
„Wir sollten schauen, wie gut du noch im Duell bist, nicht, dass du über die Ferien eingerostet bist", sagte Severus grimmig und ging zu seinem Schreibtisch. Amelia war dankbar für den Themenwechsel und erwiderte: „Warum nicht. Vielleicht schaffst du es mal wieder, mich zu besiegen."
In der nächsten Unterrichtsstunde in Verteidigung gegen die Dunklen Künste verkündete Moody, er würde sie alle mit dem Imperius Fluch belegen, damit sie lernten, dagegen zu kämpfen.
„Aber ist das nicht verboten?", fragte Granger. Doch Moody fauchte sie nur an, sie solle den Unterricht verlassen, wenn sie sich nicht dazu bereit fühlte.
Sie blieb. Amelia beobachtete, wie Moody ihre Mitschüler mit dem Fluch belegte und wie sie unter seinem Einfluss die unmöglichsten Sachen vollbrachten. Keiner schien in der Lage zu sein den Fluch auch nur halbwegs abwehren zu können.
Dann war Draco an der Reihe. Amelia hatte ihren Zauberstab fest umklammert. Sie traute Moody nicht. Aber sie brauchte sich keine Gedanken zu machen. Als der Fluch Draco traf, blieb er wie erstarrt stehen. Moody biss die Zähne zusammen und plötzlich stolperte Draco nach hinten weg. „NEIN!", rief er aus und starrte Moody hasserfüllt an. Alle starrten Draco überrascht an.
„Das wird mir keiner Glauben. Von allen schafft es ausgerechnet Malfoy, den Fluch zu brechen. Hat dein Vater dich wohl schon zu viel traktiert", sagte Moody höhnisch und Draco funkelte ihn wütend an. Er sah so aus, als würde er Moody jeden Moment vor die Füße spucken. „Gut", sagte Amelia leise als Draco sich wieder neben sie stellte.
„Das war eine der Prüfungen der Zwölf", sagte Draco leise. „Wenn ich das nicht schaffen würde, wäre ich schon tot."
Amelia nickte und griff nach seiner Hand, während sie Gregory dabei beobachtete, wie er ein Liebeslied trällerte.
Als Amelia an der Reihe war, trat sie mit einem unguten Gefühl vor Moody.
„Imperio", sagte Moody und Amelia fühlte sich auf einmal ganz leicht, fast schwerelos und alle Sorgen waren einem sanften Glücksgefühl gewichen.
„Spring auf den Tisch", hörte Amelia Moodys Stimme in ihrem Kopf. Gehorsam ging sie in die Knie.
„Spring auf den Tisch", hörte sie Moodys Stimme drängender sagen, doch eine andere Stimme in ihrem Kopf stellte sich dem entgegen.
„Warum?" fragte sie.
„Spring auf den Tisch", befahl Moody, doch die Stimme aus Amelias Innerem wurde stärker.
„Nein, das wäre ziemlich dumm", sagte sie.
Was als nächstes geschah, ließ Amelia der Länge nach auf den Boden fallen. Sie hatte versucht zu springen, und gleichzeitig versucht sich davon abzuhalten.
„Noch eine, die kämpft", sagte Moody und hob den Fluch auf, Amelia spürte die Schmerzen in ihrer Nase nur umso deutlicher, als sie sich wieder aufsetzte.
„Sie hat den Fluch fast abgeschüttelt", erklärte Moody der Klasse. „Hast wohl noch nie unter dem Zauber gestanden, was? War Lucius immer nett zu dir?"
Amelia schnaubte verächtlich und war froh, als die Stunde bald endete.
Aber dass sie es nicht geschafft hatte, den Fluch komplett abzuwehren, ärgerte sie.
Am Abend schleppte Amelia Draco in den verborgenen Kerkerraum und das, obwohl sie jede Menge Hausaufgaben auf hatten.
Beleg mich mit dem Imperius, Draco", forderte Amelia ihn auf.
„Was?", fragte Draco entgeistert.
„Ich muss lernen, ihn vollkommen abzuschütteln. Ich bin mir sicher, dass du ihn ziemlich gut kannst."
„Schon… Es war Kallistos Lieblingszauber", sagte Draco langsam und Amelia nickte ihm entschlossen zu.
„Ich muss es lernen", sagte sie entschlossen. Draco sah sie unschlüssig an, doch er bemerkte ihren entschlossenen Blick. Diskussion unmöglich.
„Gut", erwiderte Draco und richtete den Zauberstab auf sie. „Imperio."
Amelia spürte erneut, dass ihr Kopf wie leergefegt war.
„Mach einen Handstand", hörte sie Dracos Stimme in ihrem Kopf. Im ersten Moment wollte sie schon in die Hocke gehen, als eine zweite Stimme in ihrem Kopf sage: „Eigentlich will ich das nicht."
Am Ende gelang es ihr erneut fast, den Zauber abzuschütteln. Draco belegte sie so lange mit dem Zauber, bis es ihr gelang, ihn vollkommen los zu werden.
„Das klappt doch", sagte Draco zufrieden und Amelia nickte grinsend. „Noch ein letzter Versuch", sagte sie und Draco hob erneut den Zauberstab. „Imperio."
„Nimm meinen Schwanz in den Mund", hörte Amelia Dracos Stimme in ihrem Kopf. Doch diesmal rührte sich keine Gegenstimme.
Mit einer fließenden Bewegung ließ sie sich vor ihm nieder und öffnete seine Hose.
Draco keuchte überrascht auf, als sie sein Glied in den Mund schob.
„Saug daran", hörte sie Dracos Stimme und begann sofort seinem Befehl Folge zu leisten.
Sein Glied wurde schnell steif und Amelia spürte, wie sich seine Hand in ihre Haare krallte. Sie spürte sein Verlangen und wie er hart in ihr pulsierte.
„Finite!", keuchte Draco, als er von ihr abließ. Die Leere aus Amelias Kopf verschwand und sie keuchte auf.
„Scheiße, Amelia. Du sollst doch dagegen kämpfen!", keuchte Draco.
„Wie soll ich gegen etwas kämpfen, das ich will?", fragte Amelia unschuldig und begann wieder an Dracos hartem Schwanz zu saugen.
Draco zog sie unsanft hoch und küsste sie hart. Sie stieß an die Kerkerwand hinter sich, als Draco sie immer weiter nach hinten drückte.
„Draco", keuchte Amelia, als er von ihr abließ und begann an ihrer Schulrobe zu zerren.
„Tu es noch mal", bat sie.
„Was?", fragte Draco und unterbrach seine Bemühungen.
„Beleg mich noch einmal mit dem Fluch. Befehlige mich", sagte Amelia und sah ihn lustverschleiert an. Sie war sich nicht sicher, warum sie das wollte, aber der Gedanke machte sie an.
„Sicher?", fragte Draco und hob den Zauberstab.
„Ich kann gegen den Fluch kämpfen, wenn du gegen meinen Willen handelst. Ich vertraue dir, Draco. Führe mich", schnurrte Amelia verführerisch.
Draco wich ein Stück von ihr zurück und führte den Zauberstab lüstern ihren Körper herab. Seine Augen schienen sie aufzufressen. „Imperio", sagte er begierig.
In ihrem Kopf war nichts mehr, nichts außer Draco.
Grinsend ließ er sich aufs Sofa fallen während Amelia sich lasziv entkleidete. Nackt kletterte sie über ihn. Sie rieb ihren Körper an seinem. Nur, dass er, im Gegensatz zu ihr, noch voll bekleidet war. Nur seine Hose war geöffnet. Und sein Glied streckte sich ihr gierig entgegen.
Amelia reckte sich und entblößte ihm ihren Körper. Mit einem selbstzufriedenen Gesichtsausdruck streichelte Draco ihre Brüste bis hinunter zu ihren Bauch. Seine Hand fuhr zwischen ihre Beine und er grinste dreckig, als er seine feuchten Finger wieder hervorzog.
Er ließ sie Amelia ablecken, die sich willig seinen Befehlen fügte. Amelia wand sich unter seinen Berührungen. Gehorchte seinem Willen.
Mehr war da nicht in ihrem Kopf, als diese Lust, die sie zu verschlingen drohte.
Auf Dracos Befehl hin glitten ihre Finger zu ihrer feuchten Scheide und sie begann sich selbst zu befriedigen, während sie breitbeinig über seiner geöffneten Hose kniete.
Mit ihrer zweiten Hand begann sie, ihre Brüste zu kneten.
„Das ist vollkommen pervers", stellte Draco klar, was ihn trotzdem nicht davon abhielt, sie begierig zu beobachten, während sie unter ihren eigenen Berührungen zu stöhnen anfing.
Amelia zog ihre Hand weg und leckte sich die Schamflüssigkeit von den Fingern, bevor sie sich mit einem wollüstigen Stöhnen auf Draco niederließ. Ein Glied drang tief in sie ein.
Sie kreiste mit der Hüfte und warf den Kopf stöhnend in den Nacken.
Draco kniff in eine ihrer Brustwarzen und Amelia begann, ihn zu reiten. Erst langsam und lasziv, dann immer schneller und wilder.
Irgendwo hinter dem Imperius Fluch, der Amelia kontrollierte, spürte sie, wie sie diese absolute Kontrolle anmachte. Draco befahl, sie gehorchte. Das war absolut pervers und absolut geil.
Sie schrie laut auf, als ihr Orgasmus sie überrollte und Draco packte sie an den Hüften und stieß noch ein paar Mal fest in sie, bevor auch er sich ergoss.
„Finite", flüsterte Draco und der Zauber fiel von Amelia ab. Erschöpft ließ sie sich auf Draco sinken und atmete schwer.
„Das ist vollkommen krank", keuchte Draco noch einmal und Amelia richtete sich ein bisschen auf, um ihn ansehen zu könne. Seine Augen glitzerten.
„Ziemlich", stimme Amelia zu und errötete, als sie daran dachte, dass sie sich unter Dracos Einfluss selbst angefasst hatte.
Draco küsste sie hingebungsvoll und seine Hand fuhr in ihren Nacken, um sie an sich zu drücken.
Nachwort:
Severus Snape und Amelia Potter, eine spannende Sache. Ich mag ihre Unterhaltungen.
Aber was man hier immer bedenken sollte. Sie ist seine Schülerin. Sie ist vierzehn und zwanzig Jahre jünger als er. Aber wie kann er damit umgehen, dass die Frau, die er über alles liebt als ihre jüngere Version überall um ihn herum ist. Sie sieht so aus wie er Lily am lebhaftesten in Erinnerung hat. In ihrer Schulzeit. Vor ihrem Streit der im fünften Schuljahr war. Sie sieht aus, wie die Lily in die er sich einst verliebt hat als er selbst noch ein Teenager war. Und doch ist sie eine andere, eine Lily die die dunklen Künste ebenso liebt wie er. Wenn die Malfoys Amelias Charakter geformt haben, so hat Severus ihre Magie geformt. Sie könnte ihm niemals egal sein, aber was ich selbst noch nicht ganz herausgefunden habe, ob sie für ihn Lily oder Amelia ist. Ich muss noch ein paar Unterhaltungen schreiben, bis ich es weiß.
