Kapitel 6 – Die Erste Aufgabe

Am nächsten Tag begann der Unterricht wieder und wenn Amelia vorher schon von allen ängstlich beäugt worden war, so folgte ihr nun eine Flut von Getuschel und bösen Blicken. Amelia nahm es gelassen hin. Es erinnerte sie etwas an ihr zweites Schuljahr, als alle dachten sie sei die Erbin Slytherins. Einzig von den Slytherins bekam sie ungebrochene Unterstützung. Wann immer Amelia ihnen begegnete, grüßten sie sie freudig. Sie waren stolz darauf, einen der Champions im eigenen Haus zu haben.

Daphne hatte sie dafür beneidet, dass sie am Turnier teilnehmen durfte, auch wenn sie nicht mit ihr hätte tauschen wollen. Amelia war sich nicht sicher, ob sie ihr wirklich glaubte, dass sie nicht selbst ihren Namen eingeworfen hatte. Aber spielte das wirklich eine Rolle?

Sie hatten gerade Zaubertränke, als Severus Amelia zur Seite nahm. Zusammen traten sie vor die Tür.

„Ich soll dich informieren, dass heute die Eichung der Zauberstäbe ist. Oben im Zauberkunstkorridor. Du sollst in einer halben Stunde da sein, aber geh besser jetzt. Sie wollen im Nachhinein noch Pressefotos machen."

„Oh, na ganz toll", sagte sie und seufzte.

„Alles in Ordnung, Amelia?", erkundigte sich ihr Lehrer und seine Stimme klang etwas freundlicher.

„Das muss es, oder? Das wird schon alles irgendwie, Severus", sagte Amelia und nickte entschlossen.

Severus legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Ich bin für dich da, wenn Du Hilfe brauchst."

„Ich weiß", antwortete Amelia und lächelte.

Sie schnappte sich ihre Schulsachen und warf noch schnell einen Blick in den Spiegel. Ungehalten schnippte sie eine ihrer Haarsträhnen mit ihrem Zauberstab zur Seite, sodass sie in einer perfekten Locke zu den anderen fiel.

Eine kleine Nachbearbeitung mit dem Zauberstab später, waren auch ihre Augenringe einigermaßen wegretuschiert und grüner Lidschatten verteilte sich über ihre Augenlider. Sie liebte Magie. Und manchmal liebte sie Pansy dafür, dass sie solche Zauber kannte.

Als sie in dem kleinen Klassenraum ankam, in dem die Eichung stattfand, waren Cedric und Fleur schon da. Sie unterhielten sich leise, als Amelia hereinkam und Fleur lachte kokett auf, als sie ihr langes Silberhaar nach hinten warf.

Bagman unterhielt sich mit einer blondgelockten Hexe in einem magentaroten Umhang. Amelia hatte eine Ahnung, wer sie sein konnte und eine vage Idee formte sich in ihrem Kopf.

Ein dicklicher Zauberer saß mit einer rauchenden Kamera auf einem Stuhl und konnte seinen Blick nicht von Fleur abwenden.

Amelia ging auf Bagman und die Hexe zu.

„Schön, dass Sie auch hier sind, Mr Bagman", sagte Amelia höflich und der Zauberer überschlug sich fast vor Freude.

„Darf ich vorstellen, das ist Rita Kimmkorn", sagte Bagman und Amelia erwiderte.

„Vom Tagespropheten, richtig? Ich habe Ihre letzten Artikel gelesen."

Die Hexe lachte und entblößte ihre drei Goldzähne.

„Ich schreibe einen großen Artikel über das Turnier, da wäre es doch nur passend, wenn ich ein kleines Interview mit dir abhalten würde, was hältst Du davon? So als jüngste Championess. Das würde dem Artikel den nötigen Pepp verleihen."

„Eine großartige Idee", sagte Bagman. „Natürlich nur, wenn Amelia nichts dagegen hat."

„Wir können uns gerne einmal in Ruhe unterhalten", sagte Amelia.

„Oh warum nicht gleich jetzt, der Gutachter ist noch bei Dumbledore, das dauert sicher noch etwas."

Amelia folgte Rita Kimmkorn hinaus und lotste die Hexe dann in einen leeren Klassenraum.

„Du hast doch nichts dagegen, wenn ich meine Flotte-Schreibe-feder benutze, oder? Dann können wir in aller Ruhe reden", sagte die Reporterin und kramte in ihrer Tasche.

„Ich glaube, wir sollten uns erst mal über die Gefälligkeit für dieses Interview unterhalten", sagte Amelia sanft und das Lächeln der Hexe erstarb.

„Gefälligkeit meine Liebe?", fragte sie unschuldig.

„Meine liebste Rita, ich stehe Ihnen nur zu gerne für ein Interview zur Verfügung, es wäre mir geradezu eine Ehre von einer der besten Reporterinnen des Tagespropheten interviewt zu werden, doch ich hätte da noch ein kleines Anliegen, das Sie bestimmt nicht in schlechtem Licht dastehen lässt."

Die Hexe blickte sie interessiert an und die Krokodillederhandtasche schnappte mit einem lauten Klick zu. Ihre Aufmerksamkeit hatte sie schon mal.

„Wissen Sie, ich bin vor kurzem zu brisanten Informationen bezüglich des Zaubereiministeriums gelangt. Ich bin der Meinung, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, dies zu erfahren. Aber ich sitze hier in Hogwarts fest und es gibt Stimmen, die mich zum Schweigen bringen wollen", sagte Amelia mit einer besorgten Miene und setzte sich auf das Lehrerpult.

„Das ist schrecklich, wie kann ich dir helfen, Amelia?", fragte die Hexe und Amelia sah die Gier in ihren Augen blitzen.

„Was wenn ich Ihnen sagen würde, dass Cornelius Fudge den größten magischen Skandal, seit ihm-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf vertuscht."

„Das wäre furchtbar", sagte Rita, doch sie sah ganz und gar nicht entsetzt aus.

„Seit letztem Sommer gibt es Informationen, dass Peter Pettigrew noch lebt. Ich glaube, Sie wissen, wen ich meine. Der Zauberer, den Sirius Black angeblich umgebracht haben soll.

Neusten Informationen nach, die dem Aurorenbüro vorliegen, hat Sirius Black elf Jahre unschuldig in Askaban gesessen, während der wahre Mörder frei herumlief. Das Aurorenbüro glaubt, dass Black nur aus Askaban fliehen konnte, weil er unschuldig war. Nur Unschuld kann vor dem Wahnsinn der Dementoren schützen.

Es wurde eine offizielle Wiederaufnahme des Falls Sirius Black beantragt, aber das Ministerium blockt dies ab. Sie wollen sich nicht die Blöße geben. Dabei rennt draußen ein unentdeckter Mörder herum."

Ein teuflisches Grinsen hatte sich auf Rita Kimmkorns Züge geschlichen.

„Wenn das herauskäme, würde es Fudge ruinieren!", sagte sie theatralisch.

„Ich bin sicher, Sie finden heraus, wie all diese schrecklichen Dinge zusammenhängen. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Rufus Scrimgeour in ihrem Artikel würdige Erwähnung finden würde sowie kein Zweifel an der Unschuld von Sirius Black besteht", fügte Amelia hinzu und schenkte der Hexe ein zuckersüßes Lächeln.

„Das hängt natürlich ganz vom Wahrheitsgehalt dieses Gerüchts ab, aber ich werde leider für den Ruf von Cornelius Fudge nichts garantieren können."

„Das überlasse ich ganz Ihnen, Rita. Mein Name sollte darin besser nicht fallen, aber sie sind die fähigste Reporterin, die der Tagesprophet hat. Sie finden schon die richtige Mischung."

Rita Kimmkorn befingerte liebevoll ihre Krokodillederhandtasche.

„Aber jetzt sollten wir uns dir zuwenden. Du erlaubst?", fragte sie und hatte schon Pergament und Feder herausgezogen.

Sie nuckelte an der Spitze der Flotten-Schreibe-Feder und setzte sie auf das Pergament, wo sie aufrecht stehen blieb.

„Probe. Ich bin Rita Kimmkorn, Reporterin des Tagespropheten", sagte die Hexe und sobald sie fertig gesprochen hatte, begann die Feder zu schreiben.

Die attraktive Rita Kimmkorn (43), deren feurige Feder manch einen aufgeblähten Ruf durchlöchert hat…

„Wunderbar", sagte die Hexe und wandte sich nun Amelia zu.

„Nun, Amelia. Warum hast Du dich entschlossen, am Trimagischen Turnier teilzunehmen?"

Amelia zögerte einen Moment und überlegte, wie sie antworten sollte, dann sagte sie: „Ich habe es mir nicht ganz freiwillig ausgesucht. Aber ich glaube, es wurde von mir erwartet."

Die Flotte-Schreibe-Feder begann zu schreiben, kaum, dass Amelia geendet hatte.

Besorgnis ziert ihr hübsches, nur von einer blitzförmigen Narbe entstelltes, Gesicht, als ich sie nach dem Trimagischen Turnier frage. Hatte die junge Hexe wirklich eine Wahl an dem Turnier teilzunehmen, bei all den Erwartungen, die auf ihren Schultern lasten? Sie sieht es als ihre Pflicht an, sich diesen Erwartungen zu beugen…

Amelia spitzte die Lippen. Etwas musste sie noch an ihren Formulierungen basteln, aber in etwa hatte sie verstanden, wie die Feder funktionierte.

„Welches Gefühl hast du, wenn du an die kommenden Aufgaben denkst? Bist du aufgeregt? Nervös?", fuhr die Reporterin fort.

„Ich habe schon etwas Angst, aber mein Freund gibt mir das Selbstvertrauen, das ich brauche, um mich allen Aufgaben zu stellen."

„Kommt deine Angst daher, dass bereits Champions gestorben sind?", hakte Rita nach.

„Ich bin dem Tod schon begegnet, aber natürlich bin ich besorgt und werde mein Bestes geben, alle Aufgaben zu bewältigen.", sagte Amelia.

„Kannst du dich noch an deine Eltern erinnern?"

„Nein. Sie gehören der Vergangenheit an und ich kann es nicht ändern."

„Glaubst du, sie wären stolz auf dich, wenn sie wüssten, dass du am Trimagischen Turnier teilnimmst?"

„Ich wünschte mir, sie würden mich unterstützen, doch ich werde es leider nie erfahren. Alles, was ich über sie weiß, sind Bruchstücke, die ich zusammengetragen habe. Manchmal habe ich das Gefühl, alle versuchen mich von meiner Vergangenheit fernzuhalten."

Rita Kimmkorn schnalzte mit der Zunge und fragte.

„Wie hast Du deine Kindheit erlebt. Hat dir nie jemand von deinen Eltern erzählt?"

„Ich bin in Isolation aufgewachsen, bei Muggeln, die mit der magischen Welt nichts zu tun haben wollten. Ich erfuhr erst mit elf Jahren, dass ich eine Hexe bin. Ich erfuhr erst mit elf Jahren, wie meine Eltern gestorben sind und dass ich angeblich berühmt sein sollte.

Auch heute noch muss ich darum kämpfen, etwas über mich zu erfahren und besonders Professor Dumbledore versucht mich im Unklaren zu halten. Dabei möchte ich doch nur wissen, wer ich bin."

Bevor Rita eine weitere Frage stellen konnte, ging die Türe auf und Albus Dumbledore steckte den Kopf herein.

„Dumbledore!", rief Rita erfreut und Amelia bemerkte, wie Pergament und Feder schnell in ihrer Handtasche verschwunden waren.

„Sie sind gekommen, um uns abzuholen?", stellte Amelia fest und rutschte vom Lehrerpult runter.

„Das ist richtig, Amelia. Alle warten auf Sie", sagte Dumbledore und warf Rita Kimmkorn einen unerfreuten Blick zu.

Amelia schlüpfte schnell an Dumbledore vorbei in den gegenüberliegenden Raum. Die Champions hatten auf Stühlen in der Nähe der Tür Platz genommen und Amelia setzte sich neben Cedric, der ihr aufmunternd zulächelte.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes saßen die Schiedsrichter und Dumbledore nahm gerade seinen Platz in ihrer Mitte ein.

„Darf ich Ihnen Mr Ollivander vorstellen. Er wird ihre Zauberstäbe untersuchen, um festzustellen, ob sie für das Turnier auch im tadellosen Zustand sind", sagte Dumbledore und deutete auf einen Mann, der am Fenster stand.

Amelia war leicht überrascht den Zauberstabmacher zu sehen. Sie hatte ihren Zauberstab bei ihm erworben und er hatte ihn ihr mit einem düsteren Geheimnis anvertraut.

„Mademoiselle Delacour, dürfen wir Sie als Erste nach vorn bitten?", sagte Ollivander und trat in die Mitte des Raumes.

Fleur erhob sich graziös von ihrem Stuhl und schwebte förmlich in die Mitte des Raumes. Amelia beneidete sie um ihre Grazie.

Fleur reichte Mr Ollivander ihren Zauberstab, der ihn durch die Luft wirbelte.

„Ja, neuneinhalb Zoll ... unbiegsam ... Rosenholz ... und er enthält ... meine Güte ...", sagte Ollivander und Fleur sagte: „Ein 'aar vom Kopf einer Veela. Eine meiner Großmütter."

Amelia musste sich ein Lächeln verkneifen. Hatte sie also doch recht gehabt. Das musste sie Blaise, dem die schöne Hexe nicht mehr aus dem Kopf ging, erzählen.

„Ja", sagte Mr Ollivander, „Ja, ich persönlich habe natürlich nie Veela-Haare verwendet. Ich finde, das ergibt doch recht eigenwillige Zauberstäbe ... nun, für jeden gibt's den richtigen, und wenn er zu Ihnen passt... Orchideus!" Ollivander ließ einen Blumenstrauß aus Fleurs Zauberstab heraus sprießen und reichte ihn der Hexe zusammen mit ihrem Zauberstab.

„Wunderbar, völlig geeignet zum Zaubern."

Als nächstes wurde Cedric aufgerufen und Ollivander war von dem Zauberstab um einiges begeisterter.

„Ja, ich erinnere mich noch gut daran. Er enthält ein einziges Schwanzhaar eines besonders gut gewachsenen Einhorns ... muss an die siebzehn Handbreit lang gewesen sein; hat mich mit seinem Horn fast noch aufgespießt, nachdem ich an seinem Schwanz gezupft hatte. Zwölfeinviertel Zoll ... Esche ... federt ganz hübsch. Ist in bestem Zustand..., Du pflegst ihn regelmäßig?"

„Hab ihn gestern Abend noch poliert", sagte Cedric grinsend und nahm seinen Zauberstab entgegen, nachdem Ollivander mit ihm ein paar Rauchringe beschworen hatte.

„Mr Krum, wenn ich bitten darf", sagte Ollivander und Krum reichte ihm mürrisch seinen Zauberstab.

„Hmm", sagte Mr Ollivander und drehte den Zauberstab in den Händen, „das ist doch einer von Gregorowitsch, wenn ich mich nicht irre? Ein guter Zauberstabmacher, auch wenn mir die Gestaltung nicht immer ganz ... allerdings ..." Er wendete den Zauberstab geschickt und musterte ihn prüfend.

„Ja ... Weißbuche und Drachenherzfaser?", sagte er dann plötzlich, und Krum nickte. „Doch um einiges dicker, als man ihn sonst zu sehen bekommt ... recht steif ... Zehneinviertel Zoll ... Avis!"

Ein paar kleine Vögel flatterten aus dem Zauberstab und drehten eine Runde, bevor sie aus dem geöffneten Fenster flogen. Krum bekam seinen Zauberstab wieder.

„Jetzt bleibt nur noch Miss Potter", sagte Ollivander und Amelia stand auf und reichte ihm ihren Zauberstab. Sie fühlte sich recht unwohl dabei, ihn aus der Hand zu geben.

„Ah, an diesen Zauberstab erinnere ich mich zu genüge. Phönixfeder und Stechpalme, eine recht eigensinnige Mischung. Elf Zoll, ein sehr geschmeidiger Zauberstab", sagte Mr Ollivander und drehte ihn prüfend in den Fingern. Amelia warf ihm einen kurzen warnenden Blick zu. Sie hatte kein Interesse, dass jemand erfuhr, was es mit dem Zauberstab auf sich hatte. Ollivander hatte es ihr gesagt, als sie den Zauberstab gekauft hatte. Es gab noch einen zweiten Stab, mit einer Schwanzfeder desselben Phönixes. Er gehörte Lord Voldemort.

Mr Ollivander begutachtete ihren Zauberstab besonders gründlich und Amelia hätte ihn ihm am liebsten aus der Hand gerissen. Dann beschwor Ollivander eine dunkelrote dornige Rose und reichte sie Amelia.

„Ein mächtiger Zauberstab, für eine mächtige Hexe", sagte Ollivander, als er ihr den Stab zurückgab. Augenscheinlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Amelia nahm wieder ihren Platz ein und ließ ihren Zauberstab mit einem Gedanken in ihrem Pertal verschwinden.

„Die Fotos!", rief Bagman und sofort kam der dickliche Fotograf vom Tagespropheten herbeigeeilt.

Das mit den Fotos kostete mehr Zeit, als die Eichung der Zauberstäbe. Madam Maxime war einfach zu groß, um komplett auf das Bild zu passen und der Fotograf zerrte immer Fleur in den Vordergrund, woraufhin Rita Kimmkorn versuchte, Amelia in eine bessere Position zu bringen. Amelia wiederum bemühte sich, es zu vermeiden, direkt neben Fleur zu stehen. Da konnte sie nur schlecht aussehen.

Nach den Gruppenfotos gab es Einzelfotos und Amelia war froh, als sie endlich zum Mittagessen in die große Halle entlassen wurden.

Drei Tage später erschien der Artikel von Rita Kimmkorn. Obwohl es weniger ein Artikel über das Trimagische Turnier, als über Amelia war. Allein die halbe Titelseite nahm ein Bild von ihr ein.

„Da siehst Du aus, als würdest Du sie gleich umbringen wollen", sagte Daphne, als sie den Tagespropheten durchblätterte.

„Oh hör mal Amelia. Tränen tropfen aus ihren verblüffend grünen Augen, als sie von ihrer Kindheit spricht… Eine Schande das Dumbledore sich nicht um eine würdige Familie für das begabte Mädchen gekümmert hat… der alte Narr ihre Herkunft verschwiegen… eine der besten Schülerinnen des Internats… starken Einfluss durch Draco Malfoy, ihren festen Freund…"

Amelia nahm ihr den Artikel ab und überflog die Seiten. „Hätte schlimmer sein können", endete sie unbekümmert. Rita Kimmkorn hatte sie als hilfsbedürftiges, überfordertes Mädchen dargestellt. Das war Amelia viel lieber, als die allgemein gängige Idee ihrer Mitschüler von einer grausamen dunklen Hexe.

„Na schon am Heulen?", sagte Ernie Mcmillan, doch Amelia lachte ihn nur lauthals aus. Die anderen Slytherins stimmten mit ein. Es gab noch ein paar Versuche Amelia mit dem Artikel und ihrer Kindheit bei den Muggeln aufzuziehen, doch die meisten ließen sich ganz schnell von Draco oder Amelia einschüchtern.

Doch mit einem hatte Amelia nicht gerechnet. Kaum, dass der Artikel erschienen war, schrieben ihr plötzlich wildfremde Menschen und schickten ihr Fotos von ihren Eltern. Mathilda Bagshot, die direkt neben ihren Eltern in Godrics Hollow gewohnt hatte, schickte Amelia viele Kinderfotos und einen ellenlangen Brief, in dem sie ihr ausführlich von ihren Eltern berichtete. Amelia war so gerührt, dass ihr tatsächlich die Tränen in die Augen traten.

Sie bewahrte die Fotos in einer kleinen Box auf und fühlte sich fast schon gefühlsduselig.

Doch ein Artikel, der eine gute Woche später erschien, sorgte für einen riesigen Aufruhr. Schon als Amelia in die große Halle zum Frühstück kam, merkte sie, dass etwas passiert war.

Sie rollte schnell die Zeitung auseinander und von der ersten Seite blickte ihr Sirius Black entgegen. Doch nicht so, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Er sah jünger aus, bestimmt nicht älter als zwanzig. Es musste ein altes Foto sein und darunter stand in dicker Schrift.

Sirius Black, Sündenbock des Ministeriums.

Amelias Grinsen wurde immer breiter, als sie den Artikel las. Ihr Blick glitt hoch zum Lehrertisch und sie sah Severus, der entsetzt auf seine Zeitung blickte, während Dumbledore recht vergnügt schien. Er prostete Amelia zu, als er ihren Blick bemerkte.

„Das ist auf deinen Mist gewachsen, oder?", fragte Draco, der über ihre Schulter mitlas, leise.

„Najaaaa", sagte Amelia gedehnt. „Ich habe vielleicht hier und da ein bisschen nachgeholfen."

Draco schnaubte. „Ich habe mich schon gefragt, warum Du der Kimmkorn ein Interview gibst."

„Eine Hand wäscht die andere", sagte Amelia und stopfte die Zeitung in ihre Schultasche.

„Ich geh nochmal in die Bibliothek."

„Sicher, dass du dahin willst?", erkundigte sich Draco übellaunig. Denn seit Viktor Krum die ganze Zeit in der Bibliothek saß, waren dort immer Scharen von Mädchen, die wild durcheinander gackerten.

„Nur was holen", beruhigte ihn Amelia. „Wir sehen uns gleich in Kräuterkunde."

Auf dem Weg nach oben traf sie auf Cedric Diggory, der in letzter Zeit fast genauso beliebt war, wie Viktor. Wo auch immer er war, scharten sich die Mädchen um ihn und er wirkte zwar etwas nervös wegen der bevorstehenden Aufgabe, doch der allgemeine Ruhm stand ihm gut. Amelia musste zugeben, dass er durchaus ganz süß war.

Hastig bog sie um eine Ecke und lag plötzlich auf dem Boden. Als sie aufsah, bemerkte sie, dass sie mit Ron Weasley zusammengestoßen war.

„Tschuldigung", nuschelte dieser, als er bemerkte mit wem er zusammengestoßen war. „Einfach besser aufpassen", sagte Amelia und hob schnell ihre Sachen vom Boden auf.

Als auch der Weasley wieder aufgestanden war, rauschte Amelia den Gang weiter, doch er hielt sie auf.

„Wart mal", sagte er verlegen und lief rosa an.

Amelia sah ihn irritiert an. „Was?", fragte sie kühl.

„Drachen", platze es aus ihm heraus, bevor er es sich anders überlegen konnte.

„Was ist damit?"

„Die kommen in der ersten Aufgabe dran. Mein Bruder Charlie, Du hast ihn auf der Weltmeisterschaft gesehen, züchtet Drachen aus Rumänien. Sie sind gerade mit welchen hergekommen für das Turnier. Ihr müsst an ihnen vorbeikommen."

Amelia sah den Gryffindor perplex an.

„Warum sagst Du mir das?", fragte sie.

„Naja, ich wollte mich bedanken für das bei der Weltmeisterschaft. Ich hätte dich nicht beleidigen sollen", nuschelte der Junge verlegen und wurde immer röter, während er seine Schuhspitzen anstarrte als wären sie besonders interessant.

Amelia hätte am liebsten laut gelacht, aber das hätte wahrscheinlich die Gefühle des Gryffindors verletzt.

„Charlie sagst Du? Welcher war das, der mit den langen Haaren oder der andere?", fragte sie stattdessen.

„Der andere. Er hat sie uns gestern gezeigt und ich meine, Du bist erst in unserem Schuljahr. Ich würde denen nicht so gegenübertreten wollen."

„Das ist sehr nett von dir", sagte Amelia freundlich und der Weasley ruckte mit dem Kopf nach oben und sah ihr in die Augen.

„Ich werde mich bei Gelegenheit bedanken. Ich muss jetzt los. Tschüss".

Ron lief so feuerrot an, wie seine Haare und Amelia konnte gerade noch hören, wie er „Tschüss", hauchte, bevor sie um die nächste Ecke verschwunden war.

Jetzt hatte sie kaum noch Zeit in der Bibliothek, also nahm sie sich vor, ihr kleines Projekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Angriff zu nehmen und nach der Schule nochmal her zu kommen, um sich über Drachen zu informieren.

„Draco", flüsterte sie leise, als sie zu Kräuterkunde kam. Sie arbeiteten heute zusammen an Bourbator Setzkästen und pflanzten die kleinen Setzlinge ein.

„Da bist Du ja endlich", begrüßte sie Draco.

Amelia schwang ihren Zauberstab, um sie vor Lauschern zu bewahren und setzte sich zu Draco ans Beet.

„Ich weiß, was in der ersten Aufgabe drankommt."

„Was?", fragte Draco überrascht.

„Drachen", flüsterte Amelia.

„Das kann herrlich werden", sagte Draco und presste den Kiefer zusammen.

„Ach, das wird schon. Aber du passt auf, dass niemand eingreift. Mit dem Drachen werde ich fertig."

„Natürlich passe ich auf, wozu bringst du mir sonst die ganzen Kontroll- und Abhörzauber bei."

Amelia nickte.

Am Abend verkroch sie sich mit Draco in der Bibliothek, doch die Bücher erzählten ihr nichts, was sie nicht ohnehin schon über Drachen wusste.

„Du könntest ihn mit einem Bindehautentzündungs-Fluch erledigen. Die Augen sind das Empfindlichste an einem Drachen", sagte Draco und warf ein weiteres Buch auf den Stapel, der gefährlich zu wanken begann.

„Das hatten wir schon. Wenn ich an ihm vorbei muss, wird er mich zertrampeln, wenn er sich vor Schmerzen windet."

„Was Anderes fällt mir auch nicht ein, Amelia."

„Es muss etwas narrensicheres sein, wo ich noch genug Zeit habe, mich auf andere Gefahren zu konzentrieren."

„Dann schlag den Drachen einfach k.o.", sagte Draco mürrisch und schlug „Männer, die Drachen zu sehr lieben" auf.

„Ganz tolle Idee", sagte Amelia verstimmt und blätterte in einem weiteren Drachenbuch.

„Und wenn Du eine deiner Doppelgängerinnen gegen den Drachen kämpfen lässt? Ich meine, Du wirst immer besser darin. Dann hast Du Zeit, dich um andere zu kümmern."

Amelia wollte schon barsch etwas erwidern, als sie plötzlich innehielt.

„Draco, Du bist ein Genie!", rief Amelia und fiel ihm um den Hals.

Draco blickte zwar recht verdutzt drein, wehrte sich aber nicht dagegen, als Amelia ihn stürmisch küsste.

Ein Husten ließ sie auseinanderfahren. „Wir sind hier in einer Bibliothek!", sagte Madam Pince entrüstet und Amelia ließ sich auf ihren Stuhl zurücksinken. Von der anderen Seite des Raumes warf ihnen Hermine Granger einen gereizten Blick zu.

Als sie sich gerade auf den Weg zurück in die Kerker machten, kam ihnen Viktor Krum entgegen. Er nickte ihnen zu und verzog sich in die Bibliothek. Um die nächste Ecke lauerten ein paar Mädchen, die eine mit einem Bulgarien-Schal um die Hüfte.

„Irgendwie tut er mir schon leid", sagte Amelia, als sie die Stufen in den Kerker herunterstiegen.

„Warum denn, das ist doch der Traum jedes Mannes", grinste Draco machohaft und Amelia warf ihm einen belustigten Blick zu.

„Da habe ich aber noch was ganz Anderes in Erinnerung, als Pansy dich letztes Jahr so belagert hat."

Draco schien einen Moment zu stocken, dann schlich sich ein breites Grinsen auf seine Züge.

„Habe ich schon erwähnt, dass ich es nicht leiden kann, wenn Du immer recht hast?", fragte er sie neckisch und zog Amelia an sich, um sie zu ärgern.

Amelia musste kichern, als er sie begrabbelte und versuchte, zu entkommen. Erst als andere Schüler in ihren Korridor bogen, setzten sie wieder die üblichen kühlen Minen auf.

Mit der Zeit wurde Amelia nun schon etwas nervös. Zwar schaffte sie es, alles möglichst gut zu verstecken, doch Draco merkte es ihr an.

„Lass uns einfach das Wochenende nach Hogsmeade gehen. Das lenkt sicher etwas ab", schlug er vor und Amelia war mehr als einverstanden.

Das Dorf schien voller zu sein als sonst. Amelia erkannte auch die Schüler aus Beauxbatons und Durmstrang wieder, doch auch sonst schienen mehr Menschen als sonst hier zu sein.

Als sie in den „Drei Besen" gingen, kam ihnen gerade Rita Kimmkorn entgegen.

„Amelia!", rief sie erfreut. „Was für eine Freude, dich zu sehen."

„Hallo, Rita", erwiderte Amelia lächelnd und schüttelte ihr die Hand.

„Was treibt Sie nach Hogsmeade?"

„Das Turnier natürlich. Ich habe mir hier ein Zimmer genommen. Das ist sicher der junge Draco Malfoy", sagte Rita und schüttelte auch Draco die Hand.

„Freut mich", sagte dieser etwas kurz angebunden. Die Reporterin behagte ihm nicht wirklich.

„Sie haben einen wirklich herrlichen Artikel geschrieben, Rita", lobte Amelia und grinste breit.

„Das fand ich in der Tat auch. Alle sind ganz aus dem Häuschen. Ich hatte gerade ein Treffen mit Rufus Scrimgeour. Er hatte da noch den ein oder anderen Leckerbissen für mich", zwinkerte die Hexe.

„Aber was ist mit euch beiden, noch ein paar letzte gemeinsame Momente, bevor sich Amelia der Gefahr stellen muss?"

„Keine Interview-fragen jetzt, Rita. Es gibt bestimmt noch etwas Interessanteres als uns", wehrte Amelia ab.

„Ach, das möchte ich bezweifeln. Junge Liebe. Es gibt nichts Schöneres. Draco, ist es nicht manchmal schwierig eine so berühmte Freundin zu haben?", fragte die Reporterin.

„Zum Glück ist sie auch ziemlich schlau. Ich fürchte, ich muss uns empfehlen. Sie lassen im Normalfall nie ein gutes Haar an Männern", sagte Draco und schob Amelia sanft Richtung Tür. Rita Kimmkorn schaute ihnen missbilligend hinterher.

„Man sieht sich", sagte Amelia und schon waren sie im Inneren des Pubs.

Sie ließ den Blick über die Tische schweifen und schon hatte sie den Gesuchten gefunden. An einem Tisch hinten in einer Ecke saß Rufus Scrimgeour, den Kragen seines Reisemantels hoch in den Nacken gezogen.

„Draco, hol uns schon mal zwei Butterbier. Ich muss noch kurz mit wem reden."

Draco folgte ihrem Blick. „Ich setze mich da hinten an den Tisch, aber beeil dich."

Schnell machte sie sich auf den Weg zu dem Auroren.

„Hallo, ich hatte nicht erwartet, Sie hier zu treffen", sagte Amelia und nahm unauffällig dem Auroren gegenüber Platz. Ihr Zauberstab wischte kurz durch die Luft, damit sie unbemerkt blieben.

„Amelia", sagte Rufus überrascht. „Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, Sie hier zu sehen."

„Reiner Zufall. Ich habe gerade mit Rita Kimmkorn geplauscht. Hat der Artikel was gebracht?", erkundigte sich die junge Hexe.

„Er hat eingeschlagen wie eine Bombe. Der Antrag ist durch und wir haben Post von so vielen Leuten bekommen, die sich dazu äußern wollten.

Sogar von einer glaubwürdigen Zeugin, die schwört, Black sei den Tag über bei ihr gewesen. Sie hatten zusammen Pettigrew besuchen wollen und als er nicht da war, ist Black weggegangen."

Amelia sah den Auroren überrascht an.

„Aber warum hat sie nicht schon damals was gesagt?", fragte Amelia.

„Oh, sie wird Angst gehabt haben mit einem Todesser in Verbindung gebracht zu werden. Sie klingt sehr überzeugend."

„Dann könnte Black sogar freigesprochen werden?"

„Oh, momentan haben wir Beweise für seine Unschuld und nur Vermutungen für seine Schuld."

„Lassen sie mich wissen, wenn ich helfen kann, Rufus", sagte Amelia lächelnd.

„Ich glaube, jetzt ist es erst mal an der Zeit, Ihnen zu helfen, Amelia. Ich habe hier etwas für Sie. Ich wollte eigentlich hoch zum Schloss kommen, aber das erspart mir den Weg."

Rufus Scrimgeour holte eine dicke Aktenmappe aus seinem Umhang und legte sie auf den Tisch.

„Was ist das?", fragte Amelia neugierig.

„Das sind Gerichtsprotokolle. Einmal über die Verhandlung von Lucius Malfoy, dann von Igor Karkaroff", sagte Rufus und beobachtete Amelia scharf, die die Mappe mit glänzenden Augen ansah, „und über Severus Snape."

Amelia blickte auf, als sie den starrenden Blick des anderen Zauberers bemerkte.

„Sie sind gar nicht überrascht", sagte Rufus und schien etwas enttäuscht.

„Worüber denn?", fragte Amelia mit einem räuberischen Lächeln.

„Sie haben gewusst, dass sie als Todesser verdächtigt wurden, nicht wahr? Sie haben gewusst, dass Snape und Karkaroff aus der Haft entlassen wurden", warf der Auror ihr vor.

„Formulieren wir es so, ich bin in einer guten Position", sagte Amelia und ihr Blick glitt hinüber zu Draco. Rufus Scrimgeour folgte ihm.

„Ich hoffe, dass ich schon im Ruhestand bin, wenn Sie einmal in die Politik kommen. Das will ich mir wahrlich nicht antun", sagte Rufus frustriert lachend.

„Die Protokolle hätte ich trotzdem gerne", sagte Amelia und Rufus reichte ihr die Mappe.

„Es sind Kopien, Sie können sie behalten."

„Danke", nickte Amelia und stand auf.

„Eine Frage noch", hielt Rufus sie auf.

„Bitte?", fragte Amelia.

„Warum nehmen Sie an diesem Turnier teil?", fragte er.

„Es ist nicht so, dass ich das freiwillig tue. Jemand anderes hat den magischen Richter verhext und meinen Namen angemeldet. Jemand, der mich gerne tot sehen möchte", sagte Amelia ernst.

„Jetzt muss ich nur noch überleben."

„Glauben Sie, dass Sie es schaffen können?", fragte Rufus besorgt.

„Ich bin nicht so schlecht in der Schule, ein paar Hexereien bekomme ich noch hin. Mir macht es mehr Sorge, dass der, der meinen Namen eingeworfen hat, versuchen könnte, das Turnier zu manipulieren."

„Würde es Sie beruhigen, wenn ich ein paar Auroren zur Bewachung abstelle?"

Amelia sah Rufus Scrimgeour einen Moment fassungslos an.
„Das würden Sie tun?", fragte sie überrascht.

„Natürlich. Es wäre bestimmt kein Problem, zur Sicherheit der Champions, das Turnier überwachen zu lassen und wie ich gehört habe, ist auch Alastor Moody auf Hogwarts. Er ist zwar etwas in die Jahre gekommen, aber er war einer unserer Besten."

Amelia nickte dankbar.

„Da wäre sehr gut."

„Dann leite ich alles in die Wege", sagte Rufus und schüttelte ihr die Hand. Amelia erwiderte den Händedruck und machte sich dann auf den Weg zu Draco, der mit zwei Butterbier gerade vom Tresen zurückkam.

Sie nahm ihm beide Krüge ab und drückte ihm dafür strahlend einen Kuss auf die Lippen.

„Wofür war das denn?", erkundigte sich Draco überrascht.

„Ich habe einfach gute Laune", flötete Amelia, was in der Öffentlichkeit ungewöhnlich für sie war und ließ sich auf eine Eckbank fallen.

„Scrimgeour schickt Auroren zum Turnier. Sie werden mit drauf achten, dass sich keiner einmischt", sagte Amelia glücklich.

Draco lächelte erleichtert.

„Dann hat sich der Ausflug doch schon gelohnt", sagte Draco.

„Ja. Jetzt muss ich mir nur noch Gedanken um die Aufgabe machen. Das bekomm ich schon hin."

„Nimm es nicht auf die leichte Schulter. Es sind schon Champions dabei gestorben", warnte Draco sie.

„Ich nehme es schon ernst, aber ich glaube nicht, dass das Turnier allein mich umbringen kann."

„Deinen Optimismus will ich haben. Ich meine, es sind echte Drachen."

„Ich bin doch auch mit dir fertig geworden", schnurrte Amelia mit einem katzenhaften Grinsen.

„Bleib bitte mal ein Moment ernst. Ich mache mir Sorgen um dich, Amelia."

Amelia griff nach Dracos Hand und drehte sein Gesicht zu sich.

„Draco, ich weiß, ich habe Fehler gemacht. Fehler, die schreckliche Konsequenzen hatten. Aber ich weiß auch, wozu ich in der Lage bin und ich weiß, wozu du in der Lage bist. Ich glaube, weil wir unsere Zauber und unsere Magie miteinander vergleichen, geht uns manchmal die Realität abhanden. Das Duell mit Metis hat mir die Augen geöffnet. Ich habe ihn als ernsthaften Gegner betrachtet und ihn getestet, doch bei meinem ersten Angriff ist er zusammengebrochen. Er war nie eine Gefahr.

Dieser Doppelgänger-Zauber, den ich benutzt habe, um Snape letztes Jahr loszuwerden, ist einer der Prüfungszauber, die man bei einem Zauberkunststudium ablegen muss. Dabei reicht es, wenn die Doppelgänger einfach nur erscheinen und fleischlich sind. Sie müssen sich nicht mal bewegen können.

Ich bin davon überzeugt, dass mich so ein paar Drachen nicht kleinkriegen können."

„Natürlich werden sie dich nicht platt machen, aber nimm es trotzdem nicht auf die leichte Schulter", verlangte Draco.

„Ich verspreche es", sagte Amelia.

Draco nickte und trank dann einen Schluck Butterbier.

„Was ist das?", fragte er und deutete auf die Mappe, die Amelia auf den Tisch gelegt hatte.

„Ah, gut, dass Du fragst. Gerichtsprotokolle"

„Von wem?", wollte Draco wissen.

„Igor Karkaroff, Severus Snape und deinem Vater, Draco."

„Meinem Vater? Warum sollte Scrimgeour dir das geben?"

„Wahrscheinlich, um mich zu warnen", schätze Amelia und ließ die Dokumente in ihrer Tasche verschwinden.

„Mein Vater würde nie…", begann Draco doch Amelia unterbrach ihn.

„Das kannst Du nicht wissen."

„Du vertraust keinem, oder?"

„Doch, ich vertraue dir", antwortete Amelia und eine Stimme in ihrem Hinterkopf hielt ihr vor, dass sie ihm noch immer nichts von ihrer Legilimentik erzählt hatte. Dass sie eigentlich keinem traute.

Das Wochenende war schneller vorbei, als ihr lieb war und langsam kroch in Amelia die Nervosität über die erste Aufgabe hoch, die am Dienstag anstand.

Das ganze Schloss schien im Freudentaumel und alle rätselten, was wohl ihre erste Aufgabe sein konnte.

Von Pansy, Millicent und Daphne bekam Amelia eine riesige Dose Kekse. Glückskekse, wie sie sagten und am Abend vor dem Turnier saßen sie zusammen im Schlafsaal und verspeisten sie. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, dass ihr lustiges Zusammensein zu einer richtigen Lästerrunde ausartete, in der alle Mädchen von Hogwarts ihr Fett weg bekamen. Über Fleur fiel ihnen am meisten ein, da die Beauxbaton Schülerin an allem etwas auszusetzen hatte und weil, wie Amelia sich eingestand, sie alle neidisch auf die hübsche Hexe waren.

Amelia kugelte sich vor Lachen und klammerte sich an Daphne fest, als Millicent erzählte, wie McGonagall Cedric und Mandy Brockelhoust im Verwandlungsklassenraum erwischt hatte.

Doch am nächsten Morgen schlug die Nervosität wieder zu. Sie konnte kaum glauben, wie schnell der Morgen vergangen war, als Severus sie auch schon vom Mittagstisch abholte.

Alle hatten ihr noch ein letztes Mal viel Glück gewünscht und als sie die Halle verließ, brach tosender Beifall am Slytherin Tisch los.

„Es stehen Zauberer bereit, sollte etwas schiefgehen. Das Ministerium hat sogar Auroren geschickt", sagte Severus beruhigend, als sie in Richtung verbotener Wald gingen.

„Solange es nur die Turnieraufgabe ist, werde ich das schon schaffen", sagte Amelia mutiger, als sie sich fühlte.

„Das weiß ich. Ich bin davon überzeugt, dass Du dieses Turnier gewinnst, Amelia", sagte Severus. Amelia blickte zu ihrem Professor hoch und auch wenn er eine grimmige Miene aufgesetzt hatte, fühlte sie sich schon etwas zuversichtlicher.

„Danke, Severus", sagte Amelia leise. Sie waren an einem großen Zelt angekommen.

„Viel Erfolg."

Amelia nickte ihm zu und trat ein. Die anderen Champions waren schon da.

Fleur saß auf einem Schemel und sah recht blass und zittrig aus. Viktor lehnte an einem Pfosten und blickte noch miesepetriger drein als sonst. Doch als er Amelia sah, zuckte ein Lächeln über sein Gesicht und er nickte ihr zu. Cedric lief im Zelt auf und ab und auch er lächelte nur kurz, als Amelia eintrat. Sie selbst hatte ihre übliche kühle Miene aufgesetzt.

Als Bagman, der ebenfalls anwesend war, sie entdeckte, kam er freudestrahlend auf sie zu.

Bagman trug einen knallgelben Umhang und sein Gesicht wirkte vergnügt und rosig. Er stand im starken Kontrast zu den Champions, die eher blasse Mienen zur Schau trugen.

„Schön, jetzt, da wir alle hier sind, ist es Zeit, euch aufzuklären!", strahlte Bagman sie an und winkte Amelia näher. „Wenn sich alle Zuschauer eingefunden haben, werde ich euch der Reihe nach diesen Beutel reichen", er hielt ein kleines, purpurnes Seidensäckchen hoch und schüttelte es, „aus dem ihr jeweils ein kleines Modell dessen, mit dem ihr es zu tun bekommt, herauszieht. Es gibt verschiedene – ähm – Arten, versteht ihr. Und ich muss euch auch noch etwas Anderes sagen... hmh, ja ... eure Aufgabe ist es, das goldene Ei zu holen!"

Keiner schien zu regieren, alleine Cedric hatte kurz in seinem hin- und hergehen innegehalten.

Amelia beschwor sich einen Stuhl und setzte sich. Entspannt lehnte sie sich zurück und versuchte sich auf ihre Okklumentik zu konzentrieren. Das hatte bis jetzt noch immer geholfen. Ihr Geist fühlte sich vollkommen leer und entspannt an. Das nächste, was sie mitbekam, war, dass Bagman sie zusammen rief und ihnen das kleine purpurne Seidensäckchen reichte. Es war laut geworden um sie herum und die Schüler mussten wohl zum Turnierfeld gekommen sein.

„Ladies First", sagte Bagman und reichte erst Fleur und dann Amelia das Säckchen.

Fleur zog mit zitternden Fingern eine kleine Drachenfigur eines Walisischen Grünlings hervor. Er trug ein Schild mit einer Zwei um den Hals. Amelia bemerkte, dass Fleur nicht sonderlich überrascht zu sein schien, also hatte sie es gewusst. Cedric hingegen war leichenblass geworden.

Amelia steckte ihre Finger in den Beutel und erwischte einen stacheligen Schwanz, an dem sie die Figur herausholte. Es war ein Ungarischer Hornschwanz. Er trug eine Vier um den Hals.

Als nächstes war Krum dran. Er erwischte einen Schwedischen Kurzschnäuzler mit einer Eins. Auch er schien nicht überrascht, als letztes war Cedric dran und holte einen Chinesischen Feuerball heraus.

„Also, wenn der Pfiff ertönt, geht's los. Ihr tretet dann durch diese Tür. Hast Du noch einen Moment, Amelia?", fragte Bagman.

Amelia hatte schon wieder auf ihrem Stuhl Platz genommen.

„Nachher", sagte Amelia und wandte sich wieder ihrer kleinen Drachenfigur zu. Sie konnte jetzt keine Ablenkung gebrauchen. Das war ein ordentliches Stück Magie, das sie gleich versuchen würde.

Etwas enttäuscht zog Bagman ab und bald darauf war ein Pfiff zu hören und Krum verließ das Zelt.

Von weitem hörte Amelia den tosenden Applaus des Publikums und Bagmans Kommentare, doch sie hörte nicht wirklich hin.

Amelia ging nochmals Stück für Stück ihren Zauber durch. Verwirrt blickte sie auf, als Fleur das Zelt verließ und sie mit Cedric allein war.

„Weißt Du, was Du machst?", fragte Cedric leicht grün im Gesicht. Amelia nickte nur. Sie musterte ihn und ihr fiel auf, dass er furchtbar schwitzte. Ihr wurde klar, dass er der einzige gewesen war, der keine Ahnung gehabt hatte.

„Hast Du einen Plan?", fragte sie ihn.

„Keine Ahnung", sagte Cedric und setzte sich auf Fleurs Schemel.

„Drachen haben dicke Schuppen, normale Schockzauber nützen nichts gegen sie", sagte Amelia. „Die einzige verletzliche Stelle sind ihre Augen. Oder, Du versuchst halt, ihn abzulenken, während Du dir das Ei holst."

Cedric sah sie überrascht an.

„Dabei wollte ich doch dir helfen", sagte er tonlos.

„Wir sind doch beide Hogwarts-Champions", sagte Amelia und deutete auf das Schulwappen an ihrem Umhang.

Cedric lächelte matt und kurz darauf ertönte tosender Beifall. Fleur hatte es geschafft.

„Viel Erfolg", wünschte Amelia, als Cedric sich erhob.

„Dir auch", sagte er und kurz darauf ertönte ein Pfiff.

In Amelia stieg nun endgültig die Nervosität auf. Sie brauchte unbedingt Ablenkung, doch sie wagte es nicht, nochmal zu meditieren. Nicht, dass sie am Ende noch verpasste, wie sie aufgerufen wurde.

Es dauerte ziemlich lange und Bagman kommentierte nicht gerade so, dass Amelia sich sicher war, dass Cedric es schaffen würde, doch dann brach das Publikum erneut in tosenden Applaus aus und Amelia stand auf.

Sie atmete einmal tief durch und ihre Finger griffen ihren Zauberstab fester.

Ein Pfiff ertönte und sie verließ das Zelt.

Durch einen Eingang trat sie in eine gewaltige Arena. Auf der anderen Seite konnte Amelia den schwarzen Drachen mit seinem dornenbesetzten Schwanz erkennen. Er sah sie aus seinen leuchtend gelben Augen zornig an. Zwischen seinen Krallen befand sich das Gelege und darin das goldene Ei.

Überall um sie herum auf den Tribünen saßen die Zuschauer und schrien laut durcheinander. Amelia blendete es aus. Sie blendete alles aus, atmete einmal tief durch und richtete ihren Zauberstab auf den Boden. Sie brauchte keine gesprochene Zauberformel oder große Zauberstabbewegungen, in ihrem Geist formte sich die Magie und ein blendend heller Strahl schoss von ihrem Zauberstab in die Erde.

Einen Moment geschah nichts und Bagman sagte etwas zum Publikum, doch dann begann die Erde zu beben und eine gewaltige Hand aus Erde und Stein formte sich aus dem Boden heraus. Dann ein Kopf, ein Oberkörper, eine Zweite Hand und letztendlich wuchs auf zwei Beinen ein gewaltiges Ebenbild von Amelia selbst aus dem Boden.

Der Golem war bestimmt zwanzig Meter hoch und überragte selbst den gewaltigen Drachen.

Das Publikum tobte und Bagmans donnernde Stimme erfüllte die Arena.

Auf Amelias stummen Befehl hin setzte sich der Golem in Bewegung. Der Drache spuckte Feuer in seine Richtung, doch das kümmerte den Steinkoloss nicht. Als der Ungarische Hornschwanz mit seinem Schwanz nach ihm schlug, packte dieser den Schwanz und zerrte den Drachen von seinem Gelege fort.

Amelia musste fast grinsen, als sie den verzweifelten Drachen sah, der versuchte zurück zu seinem Gelege zu kommen. Trotzdem wollte sie nicht zu lange zögern. Schnell lief sie über die Arena und ein Schwall Feuer kam ihr entgegen, den sie mit einem Zauber abblockte. Ihr Golem zerrte den Drachen weiter von den Eiern fort und Amelia schnappe sich das goldene Ei.

Tosender Applaus erfüllte die Ränge und Amelia grinste über das ganze Gesicht. Sie hatte gar nicht bemerkt, was dies alles für eine Belastung gewesen war.

Vielleicht zwanzig Zauberer kamen herbei, die den Drachen schockten und als er bewusstlos zusammenbrach, ließ Amelia den Golem wieder zu einem Steinhaufen zerbröckeln, das goldene Ei sicher in ihren Händen.

„Das ist eine überraschende Wendung, das haben wir sicher alle noch nie gesehen!", hörte sie Bagman schreien und die Menge jubelte ihr zu.

Unter den Zauberern, die zu dem Hornschwanz rannten, erkannte Amelia Charlie Weasley. So wie es aussah, war der Drache übel am Schwanz verletzt worden, als er versucht hatte, sich loszureißen. Mehrere Dornen waren abgebrochen und er blutete.

Ein bisschen tat es Amelia schon leid, ihn für so etwas zu missbrauchen. Das Drachenweibchen hatte auch nur ihr Gelege schützen wollen.

Am Rande der Arena entdeckte sie Severus, der mit stolzgeschwellter Brust auf sie zukam.

„Ausgezeichnet, Amelia!", sagte er, als er neben ihr ankam. „Ich glaube, davon wird Hogwarts noch in hundert Jahren sprechen."

„Naja, ich habe mein Ei", erwiderte diese so gefasst wie möglich. Am liebsten wäre sie in Freudengeschrei ausgebrochen.

„Deine Punkte, achte darauf, sie werden noch wichtig."

Amelia erkannte die Schiedsrichter, die auf der anderen Seite der Arena saßen.

Madame Maxime war als erstes mit der Punktvergabe an der Reihe. Sie hob ihren Zauberstab und daraus schlängelte sich eine silberne Acht hervor.

„Sie hat dir wohl Punktabzug gegeben, weil der Drache verletzt wurde. Das sollte eigentlich nicht passieren", sagte Severus und nickte grimmig.

Von Mr Crouch bekam Amelia neun Punkte. Auch Dumbledore gab ihr neun Punkte. Ludo Bagman verteilte Zehn. Als letztes war Karkaroff an der Reihe. Er zögerte einen Moment, dann huschten seine Augen zu dem Steinhaufen hinüber, der Amelias Golem gewesen war und er schoss eine silberne sieben in die Luft.

Noch einmal brandete Beifall auf.

„Sehr gut", sagte Severus und nickte selbstzufrieden. „Damit bist Du in Führung gegangen. Slytherin liegt vorn."

„Hast du das jemals bezweifelt?", fragte Amelia und Severus legte ihr eine Hand auf die Schulter, als sie die Arena verließen „Nicht im Geringsten."

Vor der Arena wartete Draco auf sie. Er kam auf Amelia zugelaufen und zog sie in eine feste Umarmung. Es schien ihn nicht zu kümmern, dass sein Hauslehrer danebenstand.

„Du bist die beste Hexe, die ich kenne", sagte er stolz und auch Amelia schien Snape einen Moment zu vergessen. Sie drückte ihm einfach einen Kuss auf die Lippen und konnte nicht mehr aufhören zu strahlen.

„Miss Potter, Sie werden noch im Champion Zelt erwartet. Bagman möchte Ihnen noch etwas mitteilen", sagte Snape steif und verließ sie fluchtartig in Richtung Schloss.

Amelia sah ihm einen Moment hinterher, entschloss sich aber, dass sie sich über diesen Mann jetzt keine Gedanken machen würde.

Draco wartete vor dem Zelt, als Amelia hineinging und nach und nach kamen auch die anderen Champions.

„So eine Magie habe ich noch nie gesehen", sagte Krum, als er Amelia erblickte. Auch er trug sein goldenes Ei unter dem Arm.

„Können alle 'Ogwarts Schüler so was?", wollte Fleur wissen.

„Nein, das habe ich mir mal so beigebracht. Ich liebe Transfigurationsmagie", sagte Amelia lächelnd.

„Das, was Du so harmlos Transfigurationsmagie nennst, ist mehr als nur ein bloßer Verwandlungszuber. Dein Ebenbild hat sich bewegt, wie hast Du das gemacht?", wollte Cedric wissen. Sein Gesicht war mit einer orangen Paste beschmiert und er humpelte leicht.

„Ich habe mich einfach konzentriert."

„Aber das muss me'r sein als einfa'e Konzentration", sagte Fleur.

„Professor Snape hat es, glaube ich, schon mal gesagt. Ich bin Okklumentor. Als solche spalte ich meinen Geist jederzeit auf, um Angreifer, die in meinen Geist eindringen, zu verwirren. Ich könnte mit dir über drei verschiedene Themen aus drei verschiedenen Mündern zur gleichen Zeit reden und es würde mich nicht mehr Mühe kosten, als dir gegenüber zu stehen."

„Ich habe davon gehört. Das ist sehr starke Okklumentik. Zauberer, die das so mühelos beherrschen, kann man an einer Hand abzählen", sagte Viktor und sah schwer beeindruckt aus. Amelia zuckte mit den Schultern. Sie war nie normal gewesen und mittlerweile war sie sich garnichtmehr so sicher ob sie es überhaupt sein wollte.

In dem Moment kam Ludo Bagman herein,

„Wunderbar, ganz wunderbar. Ihr alle habt's gut gemacht! Ich wollte nur kurz mit euch sprechen. Vor der nächsten Runde habt ihr eine schöne lange Pause. Sie wird am vierundzwanzigsten Februar um halb zehn morgens stattfinden, aber für die Zwischenzeit geben wir euch was zum Knobeln! Wenn ihr euch diese goldenen Eier in euren Händen anschaut, dann seht ihr, dass sie sich öffnen lassen ... seht ihr die kleinen Scharniere? Im Ei steckt ein Rätsel, das ihr lösen müsst, es wird euch verraten, worin die zweite Aufgabe besteht und wie ihr euch darauf vorbereiten könnt. Alles klar? Keine Fragen? Nun, dann marsch zurück in die Schule!"

Überglücklich kehrte Amelia in die Schule zurück und im Slytherin Gemeinschaftsraum war bereits tobende Stimmung, als sie ankam.

Einer hatte ein magisches Radio aufgestellt und die Schwestern des Schicksals schmetterten eine laute Ballade nach der Anderen.

Tracy Davis, hatte zu ihrer aller Überraschung ein gewaltiges Plakat gehext, auf dem Amelias Golem gerade einen Drachen am Schwanz durch die Luft wirbelte, wie ein Lasso und Cedric mit brennendem Haarschopf das Weite suchte.

Alle waren ausgelassener Stimmung. Graham und Blaise holten einen großen Vorrat an Butterbier aus einem Versteck in der Wand und die Mädchen aus dem Kochzauber-Club hatten bergeweise Essen aus der Küche besorgt, wo sie freien Zutritt hatten.

Amelia bekam haarklein erzählt, was die anderen Champions gemacht hatten und als der Abend etwas länger wurde tauchte noch die ein oder andere Flasche Feuerwhiskey im Gemeinschaftsraum auf. Slytherins wussten halt, wie man feiert!

Nachwort:

Damit wäre die erste Aufgabe gemeistert. Sie kann nicht fliegen wie Harry und ich habe sie eine sehr… sagen wir brutale Art wählen lassen sich des Drachens zu entledigen. In gewisser Weise war es eine Machtdemonstration.

Ich finde es Übrigens auch nur konsequent das Amelia versucht Sirius zu rehabilitieren. Sie weiß, dass er unschuldig ist. Jetzt muss sie nur noch die richtigen Leute davon überzeugen und dem ganzen Prozess etwas nachhelfen, wenn er ins Stocken gerät. Ich habe ihr Rufus Scrimgeor schließlich nicht grundlos im dritten Band vorgestellt.