Kapitel 7 - Der Weihnachtsball

In den darauffolgenden Wochen brach der Winter über das Schloss herein. Amelia hatte ihr goldenes Ei in Augenschein genommen und festgestellt, dass das Innere leer war. Nur ein furchtbares Kreischen war zu hören. Sie hatte sich an alle möglichen Diagnosezauber gesetzt, doch bis jetzt noch ohne Erfolg. Immer, wenn sie Zeit hatte, mit Vorliebe in Binns Unterricht, grübelte sie an anderen Zaubern, über die sie noch nicht nachgedacht hatte.

Nach Weihnachten, nahm sie sich vor, würde sie sich ernsthaft damit beschäftigen, doch jetzt stand erst mal Wichtigeres an.

Sie bekamen noch immer Unmengen an Hausaufgaben auf, doch Amelia hatte herausgefunden, wie sie ihre Abbilder dazu bringen konnte, sie zu schreiben. Draco fand das furchtbar unfair und wollte Amelia überreden, auch seine schreiben zu lassen, doch diese ließ ihn eiskalt abblitzen.

„Ich mache sie noch immer selbst, ich lasse sie nur magisch aufschreiben", sagte Amelia. „Wenn du das auch willst, dann lern gefälligst den Zauber."

Doch Draco schaffte den Zauber nicht. Es war einfach zu viel Konzentration von Nöten. Amelia hatte plötzlich Unmengen freier Zeit und schaffte es sogar ab und zu bei Madam Pomfrey im Krankenflügel vorbei zu schauen.

Professor Snape verkündete ihnen am Ende einer Zaubertrankstunde, dass ein Weihnachtsball traditionell zum Trimagischen Turnier dazugehörte und alle waren ganz aus dem Häuschen.

„Was zieht ihr zum Ball an?", fragte Pansy aufgeregt am Abend und durchwühlte ihren Koffer.

„Meine Mutter hat mir extra einen neuen Festumhang gekauft", sagte Millicent und holte eine schöne türkise Robe hervor.

Ich habe so einen, aber ich muss mal schauen, was ich drunter anziehe", sagte Pansy und zog einen gerüschten blassrosa Umhang hervor. „Was wirst du tragen, Daphne?"

„Gar nichts, ich geh nämlich nicht hin", sagte Daphne und schlüpfte unter ihre Bettdecke.

„Was?",

„Warum?",

riefen Pansy und Millicent im Chor. Auch Amelia sah ihre Freundin überrascht an.

„Ich will einfach nicht", sagte Daphne stur.

„Aber warum? Ich meine, ein Ball, die ganzen Jungs, die Schlange stehen werden, um mit dir zu gehen. Was gibt es besseres?", fragte Pansy.

„Ich interessiere mich halt nicht für die Kerle, die mit mir gehen wollen. Das ist mir zu blöd", sagte Daphne kurz angebunden und damit zog sie die Vorhänge ihres Himmelbettes zu.

Amelia, Pansy und Millicent sahen sich ratlos an.

„Was ist der denn über die Leber gelaufen?", fragte Pansy und Amelia machte sich etwas Sorgen um ihre Freundin.

„Keine Ahnung."

„Hat Draco dich eigentlich schon gefragt, ob du mit ihm zu Weihnachtsball gehst?", fragte Pansy Amelia.

„Nein, warum auch?"

„Aber er kann doch nicht einfach davon ausgehen!", rief Pansy entrüstet.

„Doch klar, mit wem sollte ich sonst gehen."

„Was, wenn Viktor Krum dich fragt?"

„Das wird er nicht. Er weiß, dass ich mit Draco zusammen bin. Alle wissen es, es stand im Tagespropheten", sagte Amelia.

„Oh, manchmal bist du so naiv, Amelia", sagte Pansy und kicherte.

Zwar behielt Amelia Recht und Viktor lud sie nicht zum Weihnachtsball ein, doch es gab ziemlich viele andere Jungs, die mit ihr gehen wollten. Cormac McLaggen war sogar so aufdringlich, dass sie ihm einen Fluch auf den Hals hetzen musste, damit er sie in Ruhe ließ.

Pansy würde mit Graham zum Weihnachtsball gehen, nachdem sie sich dieses Schuljahr bestimmt schon drei Mal getrennt hatten, hoffte Amelia, dass sie bis Weihnachten noch zusammen sein würden. Millicent würde mit Warrington gehen und lief jedes Mal rosa an, wenn man sie darauf ansprach. Daphne verweigerte jede Kommunikation über das Thema, obwohl Blaise ein paar Mal versuchte, sie zu überreden. Am Ende versorgte Amelia seine Brandverletzungen mit einem Zauber und hielt ihm eine Gardinenpredigt. Danach lud er jemand anderes ein.

Pansy versuchte Amelia die ganze Zeit einzureden, dass Draco sie erst fragen musste, damit sie zusammen zum Weihnachtsball gingen und nach einer Stunde Pflege magischer Geschöpfe, die sie im Freien verbracht hatten, war Amelia so genervt, dass sie Draco einfach von der Seite anstieß.

„Wir gehen doch zusammen zum Weihnachtsball?", fragte sie und Draco sah sie überrascht an.

„Klar, wer hat was Anderes behauptet?"

„Na also, Pansy", sagte Amelia angesäuert und hakte sich bei Draco ein, der die Mädchen verwirrt anschaute.

„Frauengeschichten, kümmere dich nicht drum", antwortete Amelia nur und die Jungs begannen zu lachen.

In der Woche vor den Ferien kam ein Antwortbrief von Sirius. Er berichtete ihr, dass er wieder in England war. Er hatte den Artikel über seinen Fall von Rita Kimmkorn gelesen und sie las aus seinen Zeilen heraus, dass er sich Hoffnungen machte.

Die Weihnachtsferien begannen, bevor Amelia sich so recht besinnen konnte. Manchmal fragte sie sich, wohin die Zeit nur verschwunden war. Am Abend würde der Weihnachtsball stattfinden und in dem Mädchenkorridor der Slytherinkerker herrschte geschäftiges Treiben.

Daphne saß auf ihrem Bett und beobachtete Amelia dabei, wie sie Pansys Haare magisch frisierte.

Millicent kam aus dem Bad und föhnte sich die Haare mit dem Zauberstab. Die Laune hätte so gut sein können, doch Amelia warf immer wieder besorgte Blicke zu Daphne. Es hatte gerade einen gewaltigen Krach gegeben.

Pansy hatte Daphne noch ein letztes Mal überreden wollen, mit zum Weihnachtsball zu kommen. Das Ganze hatte jedoch eine unschöne Wendung genommen. Pansy war ziemlich drängend geworden, woraufhin Daphne Pansy als Schulschlampe bezeichnete, Pansy ein paar wirklich kreative und beleidigende Worte fand und alles damit endete, dass sie Daphnes Schwester Astoria mit hineinzog, die letztes Jahr ihre Prüfungen nicht bestanden hatte. Daphne brach daraufhin in Tränen aus.

Amelia war sich nicht sicher, wie sie Daphnes Gestammel hatte interpretieren sollen, als sie sie zu trösten versuchte. Es schien so, dass das alles zuhause furchtbaren Ärger gegeben hatte und wohl noch immer gab. Daphnes Vater hatte seine Tochter persönlich dafür verantwortlich gemacht. Dabei konnte sie eigentlich nichts dafür. Astoria und Daphne gingen sich in der Schule aus dem Weg. Woran das lag konnte Amelia nur ahnen.

Aber es änderte nichts daran. Sie machten sich für den Weihnachtsball fertig und als Amelia in den Gemeinschaftsraum kam und all die bunten Roben und glücklichen Gesichter sah, musste sie unwillkürlich lächeln.

Sie entdeckte Draco mit Blaise am Kamin sitzen. Er trug einen schwarzen Festumhang und sie könnte schwören, dass es der gleiche war, wie der, den er letztes Jahr auf dem Manor getragen hatte, vielleicht etwas größer.

„Fertig?", erkundigte sie sich und lehnte sich über die Sessellehne.

„Ich warte nur auf dich", sagte Draco und schnippte ein Süßigkeitenpapier ins Feuer."

„Gib's zu Amelia, das Kleid hast du dir nur gekauft um Draco den Kopf zu verdrehen", sagte Blaise und musterte sie unverhohlen.

„Oh, Dracos Mutter hat mir bei der Auswahl geholfen. Findest du es zu aufdringlich?", erkundigte sich Amelia gespielt besorgt und drehte sich einmal im Kreis.

Sie trug ein dunkelgrünes langes Kleid, das am Rücken tief ausgeschnitten war. Ihr Zaubererumhang fiel nur über eine Schulter und das lange schwarze Haar schlängelte sich in perfekten Locken auf ihren bloßen Rücken.

„Wenn dieser störende Stoff nicht wäre, wärst du noch schöner", sagte Draco, konnte sich aber ein selbstzufriedenes Grinsen nicht verkneifen.

„Wenn du heute den ganzen Abend mit mir tanzt, darfst du es vielleicht nachher ausziehen.", hauchte Amelia und legte ihre schlanken Arme um seinen Hals, während sie ihren Körper an ihn drückte.

„Es wird mir ein Vergnügen sein"

Er küsste sie und alle Sorgen um Daphne verschwanden aus ihrem Kopf.

Draco und Amelia gingen an der Spitze der Gruppe von Slytherins, die gemeinsam die Eingangshalle betraten.

Überall drängten sich Schüler umher und warteten, dass sich die Tore der großen Halle um acht Uhr öffnen würden. Blaise schlängelte sich durch die Schüler, um Sally-Anne Perks zu suchen. Seine zweite Wahl, nachdem er Daphne nicht hatte überreden können.

Professor McGonagall rief Draco und Amelia zu sich und erklärte, dass sie mit den anderen Champions in die große Halle gehen würden, wenn alle anderen schon ihre Plätze eingenommen hatten.

Sie stellten sich etwas Abseits und Amelia bemerkte Cedric, der mit einer der Jägerinnen von Ravenclaw zum Ball ging. Cho Chang, wie Draco ihr erklärte. In dem Moment entdeckte Amelia Viktor, der seine Partnerin in ihre Richtung führte. Zu Amelias Überraschung war es niemand anderes als Hermine Granger, die an seiner Seite ging und sie sah gar nicht mal so schlecht aus in ihrem immergrün-blauen Umhang.

„Draco", flüsterte Amelia leise. „Versprich mir, dass du dich heute Abend zusammenreißt, okay? Keine muggelverachtenden Bemerkungen, solange andere danebenstehen."

Draco folgte ihrem Blick und runzelte die Stirn, als er Granger neben Viktor erkannte.

„Ich werde es versuchen", sagte er zerknirscht. „Aber für so ein Schlammblut sieht sie echt ganz hübsch aus."

„Draco", tadelte Amelia ihn sanft und musste dann lachen.

„Ah, Hallo Amelia. Du schaust sehr gut aus", sagte Viktor und verbeugte sich tief. Draco reichte er die Hand.

„Deine Begleiterin muss sich aber auch nicht verstecken. Du überraschst mich immer wieder, Hermine", sagte Draco. Er zögerte kurz bevor er Hermine sagte, aber das fiel wohl keinem außer Amelia auf, die ihn besser als jeder andere kannte. Das würde ein Abend werden…

Hermine, die sowieso schon total nervös schien, errötete überrascht.

„Danke", sagte sie perplex.

Die Tür der großen Halle öffnete sich und die anderen Schüler strömten hinein. Die Mädchen aus Viktors Fanclub, die ihn immer in der Bibliothek beschattet hatten, warfen Hermine böse Blicke zu und tuschelten hinter vorgehaltener Hand.

Amelia entdeckte Fleur, die ein tief ausgeschnittenes silbernes Kleid trug, samt passendem Umhang. Sie sah geradezu verboten gut aus und ihr Partner Roger Davis, der Kapitän der Quidditch Mannschaft der Ravenclaws, starrte unverhohlen auf ihre Brüste.

Als alle Schüler hineingegangen waren, dauerte es nicht mehr lange und Professor McGonagall winkte auch die Champions herein. Die große Halle war festlich geschmückt. Nie-tauende Eiszapfen und unzählige Mistelgirlanden schmückten die Decke, von der der Mond und die Sterne herunter leuchteten. Anstatt der Haustische standen nun viele kleine Tische in der Halle, an denen immer ein dutzend Schüler saßen. Oben auf dem Podium, auf dem normalerweise der Lehrertisch stand, saßen schon die Schiedsrichter und warteten auf sie.

Dumbledore strahlte über das ganze Gesicht, doch Karkaroff blickte Hermine finster an und Amelia hatte den leisen Verdacht, dass das wenig mit ihrem Aussehen, als vielmehr mit ihrem Blut zusammenhing.

Unter lautem Beifall nahmen die Champions und ihre Begleitungen an dem Richtertisch Platz. Amelia stellte überrascht fest, dass auf Crouchs Platz Percy Weasley saß und vermied es lieber, in seine Nähe zu kommen.

Sie setzten sich und Amelia besah sich neugierig die Speisekarte, während auch die anderen die Karten in die Hand nahmen.

Dumbledore las eine Speise laut vor und sofort erschien sie auf seinem goldenen Teller.

„Ich glaube, daran könnte ich mich gewöhnen", sagte Amelia und bestellte sich Hähnchenfilet.

Alle begannen zu essen, bis Fleur irgendwann auf Percy Weasley deutete und fragte: „Wo ist Mr Croutsch? Und wer' ist das?"

„Ich bin Mr Crouchs Assistent. Mein Chef ist erkrankt und verbringt Weihnachten im Beisein seiner Familie", sagte der Weasley mit blasierter Mine.

„Ganz tragische Sache. Der arme Barty. Aber er sah ja schon die ganze Zeit nicht mehr ganz frisch aus", sagte Bagman mit einem Gesicht, wie ein Honigkuchenpferd.

Nach einiger Zeit bemerkte Amelia, dass Viktor sie düster musterte. Sie warf ihm einen irritierten Blick zu. Woraufhin Viktor den Mund aufmachte: „Amelia, ich mag dich wirklich, aber warum musst du tragen dieses schreckliche Zeichen um den Hals."

Amelia fuhr mit der Hand zu der silbernen Kette, die sie trug. Draco hatte sie ihr zu Weihnachten geschenkt.

„Es ist mein Familienwappen. Was soll daran so schlimm sein?", fragte Amelia verwirrt.

„Es ist von Gellert Grindelwald das Zeichen. Er hat es in Durmstrang gemeißelt in die Wand, als er noch zur Schule ging dort", sagte Viktor wütend und Amelia sah den Hass in seinen Augen blitzen.

„Vielleicht sehen sich die Zeichen ähnlich?", sagte Amelia irritiert. „Es ist das Familienwappen der Familie Peverell, von der ich abstamme."

„Ich bin ganz sicher mir", sagte Krum mit zusammengebissenen Zähnen.

„Wenn ich mich in diese Konversation einmischen dürfte, bevor es noch den ein oder anderen Verletzten gibt", sagte Dumbledore mit einem heiteren Lachen. „Ihr habt beide Recht."

„Wir darf ich das Verstehen?", fragte Amelia überrascht.

„Ah, das ist in der Tat eine sehr interessante Geschichte", sagte Dumbledore. „Die Peverells waren eine Familie großer Erfinder. In ihrer Ahnenfolge gab es auch drei Brüder, die als die Gebrüder Peverell bekannt sind. Der Legende zufolge schufen sie drei mächtige magische Gegenstände."

Dumbledore nickte nun zu Viktor hinüber. „Grindelwald nun, war davon besessen die magischen Gegenstände der Peverells in die Finger zu bekommen. Deshalb machte er sich ihr Familienwappen zum Zeichen. Das heißt, dass unsere liebe Amelia hier, die die direkte Nachfahrin eines der Peverell Brüder ist, durchaus Recht damit hat, dass das Symbol ihr Familienwappen ist. Genauso wie Mr Krum Recht damit hat, dass es das Zeichen Grindelwalds ist."

Krum sah nun um einiges zufriedener aus. „Das ist akzeptable Erklärung", sagte er und Amelia bemerkte den stechenden Blick von Karkaroff, der sie von der Seite anblickte.

„Was für Gegenstände waren es, die die Gebrüder Peverell erschufen?", fragte Amelia neugierig und nahm das Familienwappen ab, um es genauer zu betrachten.

Es war ein Dreieck mit einem Kreis in der Mitte und einem senkrechten Balken.

„Was sie genau waren und ob sie überhaupt existierten, darüber scheiden sich die Geister", sagte Dumbledore vergnügt.

„Man spricht von einem Zauberstab, der unbesiegbar macht, von einem Stein, der Tote auferstehen lassen kann und einem Umhang, der seinen Träger so vollkommen unsichtbar macht, dass er selbst den Tod zu täuschen vermag. Er gilt als Vorläufer aller Tarnumhänge, doch keiner nach ihm erreichte seine Perfektion. Grindelwald nannte sie die Heiligtümer des Todes", sagte Karkaroff und alle schienen an seinen Lippen zu hängen.

„Das sind reine Spekulationen. Keiner weiß, ob es diese Gegenstände jemals gab", beschwichtigte Dumbledore.

„Es steckt durchaus ein wahrer Kern dahinter", sagte Draco zu Amelias maßloser Verblüffung. „Der Zauberstab, von dem sie sprachen, Professor Karkaroff, könnte auch der Elderstab sein. Ein mächtiger Zauberstab, der eine blutige Linie durch die Zaubereigeschichte zieht. Es heißt, er ginge durch Mord von Hand zu Hand und alle seiner Besitzer würden eines frühen grausamen Todes sterben."

„Woher kennst du dich damit aus?", fragte Amelia überrascht.

„Er taucht in unserer Familienchronik auf. Einer meiner Vorfahren hat ihn einst besessen, bevor er ermordet wurde."

„Das ist ja schrecklisch", sagte Fleur entsetzt und Roger Davis nickte beflissen.

„Es ist Magie", sagte Draco schlicht und zuckte mit den Schultern.

„Wäre es nicht fantastisch, zu besitzen einen Zauberstab, der unbesiegbar macht? Man könnte alles erreichen", sagte Viktor an Draco gewandt.

„Man sollte vorsichtig damit sein, eine Macht zu jagen, die man nicht kennt. Sowas ist immer ein zweischneidiges Schwert", antwortete Draco und Amelia wusste, woran er dachte. Die Macht nach der Draco gestrebt hatte, hätte sie beinahe beide umgebracht. Auch jetzt war das Erbe der Zwölf nicht immer leicht zu ertragen. Er haderte öfter mit sich selbst, als er sich selbst eingestehen konnte. Er hatte sich diese Last aufgebürdet und jetzt wünschte er sich manchmal, nie danach gegriffen zu haben.

„Macht hat immer einen Preis", fügte Draco hinzu.

„Aber keine Macht zu haben, macht einen angreifbar und schwach", erwiderte Viktor.

„Selbst die mächtigsten Magier machen Fehler", sagte Dumbledore und musterte Draco ernst über den Rand seiner Halbmondbrille.

„Aber Schwäche macht einen angreifbar. Was du würdest tun, wenn ich dich herausfordern würde zu einem Duell, einem magischen Duell. Musst du nicht annehmen, der Tradition gemäß? Du könntest verlieren alles auf einen Schlag", erkundigte sich Viktor bei Draco.

„Dann würde ich eben nicht verlieren", sagte Draco und Amelia bemerkte, wie sich seine Stimme verdüsterte.

„Du hättest keine Chance."

„Wenn du das behauptest", erwiderte Draco und funkelte Viktor kalt an.

„Wenn du behauptest bestehen kannst du, dann lass uns ein Duell machen. Der Ehre wegen", forderte Viktor und zückte seinen Zauberstab um ihn Draco entgegen zu halten.

„Dieses Duell kannst du nicht gewinnen", sagte Draco kühl und zog ebenfalls seinen Zauberstab. Ein düsteres Funkeln war in seine Augen getreten. Ein silbernes Band schoss aus ihren Zauberstäben und verband sie. Damit war das Duell offiziell.

„Draco!", sagte Amelia scharf. Sie hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache. Draco und sein verdammter Stolz!

„Viktor, muss das sein?", fragte Hermine entsetzt.

„Oh lasst sie doc'. So sind Männer eben. Immer mit dem Kopf dursch die Wand", sagte Fleur und wedelte geringschätzig mit der Hand. Daraufhin mussten alle lachen.

„Das wird fabelhaft. Ein freundschaftlicher Wettstreit", freute sich Dumbledore und Amelia warf ihm einen zweifelnden Blick zu.

„Ich will ja nicht angeben, aber Mr Malfoy hat keine Chance. Viktor ist einer der besten Duellanten von Durmstrang", sagte Karkaroff und blickte stolz zu seinem Schützling, der unwillig das Gesicht verzog.

„Oh, ich wäre mir über den Ausgang dieses Duells nicht ganz so sicher", sagte Dumbledore mit einem geheimnisvollen Lächeln, während er zu Draco blickte. Dieser ignorierte Dumbledore und Amelia spürte, wie seine Okklumentik alle von ihm ausgehenden Gefühle blockierte. Sollte Dumbledore es auch bemerkt haben, so verbarg er es jedoch recht gut.

„Wann wird das Duell stattfinden? Isch würde es mir gerne anse'en", sagte Madame Maxime.

„Ich denke übermorgen Nachmittag dürften die letzten Reste der heutigen Nacht verschwunden sein. Was haltet ihr davon Jungs", schlug Dumbledore heiter vor und Viktor nickte grimmig und auch Draco stimmte zu. Amelia konnte nur noch immer den Kopf schütteln.

Bald darauf war das Essen beendet und Dumbledore ließ mit einem Wink seines Zauberstabes die Tische an die Seiten rücken. Er beschwor eine gewaltige Bühne und unter lautem Beifall kamen die Schwestern des Schicksals herein. Alle in kunstvoll zerrissenen Umhängen, schnappten sie sich ihre Instrumente und die Champions gingen auf die Tanzfläche.

Es war traditionell ihre Aufgabe, die Tanzfläche zu eröffnen und Amelia lächelte glücklich, als Draco sie durch die Halle führte.

Es hatte schon etwas für sich, Schulchampion zu sein, dachte Amelia, als das zweite Lied einsetzte und auch die anderen Gäste auf die Tanzfläche strömten.

Für das nächste Lied löste Viktor Draco ab und Amelia warf Draco einen bedeutungsschweren Blick in Richtung Hermine zu, die Viktor bei Draco stehen gelassen hatte. Er schüttelte nur entgeistert den Kopf und Amelia zog eine Augenbraue hoch. Als nun Viktor auf diese Gestik aufmerksam wurde, reichte Draco Hermine die Hand.

Mit einem düsteren Gesichtsausdruck führte er sie über die Tanzfläche und Amelia musste grinsen.

„Was los ist?", erkundigte sich Viktor, der die Konversation nicht verstanden hatte.

„Nichts Wichtiges", lächelte Amelia selbstzufrieden.

Viktor warf noch einen Blick zu Draco und Hermine bevor er sagte: „Er schon ein bisschen eingebildet ist."

„Ich finde ihn gut so", erwiderte Amelia und wich Professor Dumbledores Spitzhut aus. Dumbledore hatte zu seiner Tanzpartnerin Madame Maxime heraufgeschaut und dabei beinah seinen Hut verloren.

„Ihr passt sehr gut zueinander. Er nicht sich von dir einschüchtern lässt. Ich gedacht hätte, dass er dich anhimmelt, schließlich du bist eine berühmte und, wie ich feststellen konnte, mächtige Hexe."

„Und du hast Hermine eingeladen? Weil du sie toll findest oder um Karkaroff zu ärgern?"

„Du hast bemerkt? Vielleicht ein bisschen von beidem. Du übrigens Recht gehabt hast. Sie ist nicht nur sehr hübsch, sondern auch sehr klug."

„Und es stört sie mehr, als dass es sie verzaubert, dass du so berühmt bist. Ich habe euch oft genug in der Bibliothek gesehen."

„Dir entgeht nichts", lachte Viktor.

„Wenig", entgegnete Amelia und dachte an Eristik, der jeglichen Tratsch der Schule aufschnappte.

„Wenn du mich fragst, bist du die wirkliche Hogwarts-Champion, Amelia. Alle in Hogwarts sehen zu dir auf."

„Oder fürchten mich."

„Gefürchtet zu werden ist nicht so schlecht. Wir hatten mehrere Konflikte in Durmstrang. Aber am Ende haben wir haben uns durchgesetzt. Wenn wir stärker gewesen wären, wir hätten schreckliche Dinge verhindern können", sagte Viktor ernst.

„Deshalb warst du so an dem Elderstab interessiert", schlussfolgerte Amelia.

„Er hätte viel Leid uns erspart. Aber dein Freund sieht das nicht. Er sehr naiv ist, was das angeht."

Amelia schüttelte den Kopf und ein trauriges Lächeln glitt über ihre Züge.

„Draco weiß, wie es ist nach Macht zu streben. Er hat danach gegriffen und hätte uns beide beinah umgebracht."

„Was sein passiert?"

„Zu viel, um es jetzt zu erklären. Aber ich warne dich. Du wirst ihn nicht so einfach besiegen können, wie du vielleicht denkst."

„Kann er so was wie du?", fragte Viktor überrascht.

„Er kann keinen Golem erschaffen, wenn du das meinst. Aber er erinnert mich immer wieder daran, dass auch ich nur eine Hexe aus Fleisch und Blut bin. Das hält mich auf dem Boden der Tatsachen"

„Ah, ich sein richtig gespannt auf unser Duell", sagte Viktor mit einem verrückten Grinsen, wie sie es bei ihm noch nie gesehen hatte.

Das Lied endete und Viktor führte Amelia zum Rand der Tanzfläche, wo Hermine stand.

„Wo ist Draco?", erkundigte sich Amelia.

„Er holt was zu trinken."

„Sehr gute Idee. Ich hole auch etwas, Her-minne", sagte Viktor und verschwand in der Menschenmenge.

„Und war Draco auch nett zu dir?", erkundigte sich Amelia spöttisch.

„Er hat mich angesehen, als wäre ich ein besonders ekliges Insekt", sagte Hermine wütend.

„Du glaubst gar nicht, wie viel Überwindung es ihn gekostet hat, überhaupt mit dir zu tanzen. Das rechne ich ihm hoch an."

„Ich versteh echt nicht, was du an ihm findest. Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, ist er ein rassistisches Arschloch. Absolut arrogant", sagte Hermine.

„Du bist halt keine von uns", erwiderte Amelia und blickte das muggelstämmige Mädchen von der Seite an.

„Ich kann mindestens genauso gut Zaubern wie alle reinblütigen Zauberer", ereiferte sich Hermine.

„Habe ich es dir nicht erklärt? Zu zaubern reicht nicht, um eine von uns zu sein. In Hogwarts zu sein macht dich nicht gleich zu einer Hexe."

„Uns zu unterdrücken bringt euch auch nicht weiter!"

„Wer unterdrückt wen, Hermine. Ich glaube, du lebst etwas an der Realität vorbei. Die Muggel sind uns Millionen zu eins Überlegen. Sie nehmen uns unser Land, unsere Kultur, sie nehmen uns alles. Wir sind von ihnen abhängig, denn in ihre Infrastruktur betten wir unser Leben. Was würden wir machen ohne das Essen, das in der Muggellandwirtschaft erwirtschaftet wird? Wir leben in ihrem Schatten, ausgestoßen, weil wir nicht so sind wie sie."

„Die Zauberer haben selbst entschieden, sich von den Muggeln zurückzuziehen."

„Weil wir keine Wahl hatten. Wir würden einen offenen Krieg gegen die Muggel verlieren, Hermine. Deshalb entschlossen sich unsere Vorfahren, aus der Wirklichkeit zu verschwinden und nur noch hinter magischen Barrieren zu leben. Alle Zauberer und Hexen wachsen in einem Käfig auf. Mit festgesteckten Grenzen, die sie nicht übertreten dürfen. Du bist in Freiheit aufgewachsen und siehst den Käfig als etwas Aufregendes, etwas Magisches. Aber es ist ein Käfig, so kunstvoll er auch gestaltet sein mag."

„Du bist auch bei Muggeln aufgewachsen. Das stand im Tagespropheten."

„Ich bin in einem Land voller weißer aufgewachsen und habe mich immer gefragt, warum ich so anders bin. Warum sie auf mich herabsehen. Ich konnte nicht sehen, dass meine Haut schwarz war.

Jetzt bin ich in dem Käfig voller Schwarzer und du bist die Weiße, die sich fragt, warum sie nicht dazu gehört, weil sie nicht sieht, dass sie weiß ist."

„Das ist eine ziemliche Verdrehung der Tatsachen. Es waren Zauberer, die Muggel getötet haben und immer wieder hört man von Zauberern, die sich an Muggeln vergreifen, nie umgekehrt. Zauberer sind einfach stärker."

„Ich finde es nicht gut Muggel zu quälen", gestand Amelia. „Aber natürlich begehren Hexen und Zauberer gegen die Unterdrückung auf. Eins zu Eins sind wir Ihnen überlegen. Vielleicht auch Eins zu Zehn, aber Eins zu einer Million? Ein Mensch wird eine Ameise unbeachtet zertreten. Zehn wird er mutwillig zerstampfen, aber wenn sie zu hunderten über ihn herfallen, wird der Mensch sterben. Wir sind ihnen unterlegen.

Ist es nicht natürlich, dass sich die Unterdrückten auflehnen und nach Freiheit gieren? Ich verabscheue Grausamkeit, aber wie kann ich ihnen einen Vorwurf machen?"

„Aber Muggel sind doch keine Ameisen!", entrüstete sich Hermine. Amelia warf ihr nur einen undeutbaren kühlen Blick zu.

„Wir streiten jedes Mal über das gleiche Thema, Hermine. Vielleicht sollten wir uns damit abfinden, dass wir nie einer Meinung sein werden."

„Dir gehen einfach nur die Argumente aus", sagte Hermine triumphierend.

„Weder ich, noch du werden jemals jemanden von etwas überzeugen können, das er nicht begreifen möchte."

„Von was wollt ihr mich überzeugen?", fragte Draco hinter ihnen und als Amelia sich umdrehte, reichte er ihr ein Glas Bowle.

„Warum glaubst du immer, dass ich von dir rede", fragte Amelia mit einem Lächeln.

„Ich wäre enttäuscht, wenn du von wem anders reden würdest", antwortete Draco grinsend. Amelia streckte sich kichernd hoch, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken.

Sie bemerkte, wie Hermine rot wurde und sich schnell Viktor zuwandte, der ihr ein Butterbier reichte.

„Auf internationale magische Zusammenarbeit", sagte Hermine und hob das Glas. Alle stießen an.

Viktor erzählte noch etwas über Durmstrang. Er war gerade dabei zu erzählen, wie sie jedes Jahr mit riesigen Schlitten zur Schule reisten, als Cedric zu ihnen kam.

„Amelia, darf ich um den nächsten Tanz bitten?", fragte er ganz förmlich.

„Draco?", wandte sich Amelia fragend an ihren Freund.

„Ich warte hier, gib mir dein Glas", sagte er, nicht sonderlich begeistert, aber nickte zustimmend.

Sie konnte seinen Blick im Rücken spüren, als Cedric sie auf die Tanzfläche führte.

„Ich habe dich im ersten Moment kaum wiedererkannt", sagte Cedric, als er seine Hand auf ihre Hüfte legte.

„Soll ich das nun als Kompliment auffassen?", fragte Amelia belustigt.

Cedric grinste etwas unsicher. „War schon so gemeint."

Danach war es kurz still, bis Cedric erneut das Wort ergriff. „Hast du schon etwas über das goldene Ei herausgefunden?"

„Leider nicht. Es ist eindeutig verhext, aber ich habe das Schreien noch nicht identifizieren können."

„Schade, ich auch noch nicht. Ich weiß nicht, wo ich ansetzen soll."

„Wenn ich etwas herausfinde, informiere ich dich", versprach Amelia und Cedric versprach, es ebenso zu halten, bevor er Amelia zu Draco zurückbrachte.

Er verabschiedete sich und ging zu einer Gruppe Sechstklässler zurück.

„Wo sind denn Hermine und Viktor?", fragte Amelia überrascht, dass Draco allein dastand, als sie zurückkam. „Sie sind tanzen gegangen. Was hältst Du davon, wollen wir kurz rausgehen? Ich habe gehört, sie haben vor dem Schloss etwas rumgehext.

„Gerne", erwiderte Amelia.

Vor dem Schloss hatte sich tatsächlich einiges geändert. Es war ein riesiger Rosengarten angelegt worden. Kleine Wege schlängelten sich an riesigen Büschen vorbei, um die kleine Feen schwirrten. Es war angenehm warm und irgendwo plätscherte ein Brunnen.

„Das ist wirklich schön", schwärmte Amelia.

„Dabei dachte ich, du seist nicht so kitschig", stichelte Draco und Amelia warf ihm einen gespielt bösen Blick zu. Sie mussten beide lachen.

Draco schnappte Amelia an der Hand und drehte sie in seine Arme, um sie leidenschaftlich zu küssen.

„Du bist die mit Abstand schönste Hexe heute Abend", sagte er und begann, ihren Hals zu liebkosen.

„Ich würde sagen Fleur…", begann Amelia, doch Draco legte ihr bestimmend den Finger auf die Lippen.

„Die Schönste", bestimmte er, bevor er sie abermals küsste. Was sollte Amelia da groß widersprechen. Sie schlang die Arme um ihn und erwiderte den Kuss.

Entfernt drangen Stimmen an ihr Ohr,

„Severus du kannst nicht so tun, als würde das nicht passieren." Das war Karkaroff.

Amelia und Draco lösten sich voneinander und drückten sich in den Schutz einer großen Statue.

„Dann flieh", entgegnete Severus barsch. „Flieh, ich werde eine Ausrede für dich finden. Ich jedoch bleibe in Hogwarts."

Amelia bemerkte, wie Karkaroff seinen linken Unterarm umklammerte und ihr wurde schlagartig klar, worum es ging.

Mit einem Schritt war sie hinter der Statue hervorgetreten.

„Guten Abend", sagte sie mit samtener Stimme, ein Hauch von Unheil schwang darin mit.

Sie spürte, wie Draco hinter sie trat. Die beiden Professoren sahen sie überrascht an

„Es wird stärker, nicht wahr?", erkundigte sich Amelia beiläufig und ging auf die beiden Männer zu.

„Wovon reden Sie?", fragte Karkaroff mit kalter Mine.

Ein düsteres Lächeln schlich sich auf Amelias Lippen.

„Stellen Sie sich nicht dumm, Karkaroff", erwiderte sie. „Ich habe Freunde im Ministerium, es war ein leichtes, an ihre Prozessakten zu kommen."

Amelia hatte sich unaufhaltsam genähert und stand nun so nah vor ihm, dass sie den Kopf in den Nacken legen musste. Karkaroff blickte entsetzt zu ihr herunter.

„Sie haben so viele verraten, der Dunkle Lord wird Sie wohl kaum mit offenen Armen empfangen."

Karkaroff sagte nichts, sondern starrte Amelia nur weiterhin an, als hätte ihn jemand mit einem Erstarrungszauber belegt.

Amelia griff sanft nach seinem linken Arm und schob den Ärmel nach oben.

Kurz bevor sie ihn komplett freilegen konnte, versuchte sich Karkaroff ihrem Griff zu entwinden, doch Amelia packte blitzschnell zu und drückte ihre bloße Hand auf die Haut unter dem Hemdsärmel.

Das Dunkle Mal reagierte und Karkaroff schrie unter Schmerzen auf. Er ging in die Knie, doch Amelia hielt den Druck unerbittlich aufrecht. Ihr Geist reagierte auf die Magie des Dunklen Mals und sie griff danach.

Severus war von ihnen zurück gewichen, während sich Karkaroff auf dem Boden wand. Dann ließ Amelia ihn los und trat einen Schritt zurück. Kalt blickte sie zu ihm herab.

„Wer… Wer bist du?", krächzte Karkaroff und blickte zitternd zu ihr herauf. Sie sah Angst in seinen Augen. Unendliche, unbändige Angst.

„Ich dachte, dass wüsstest du, Karkaroff", antwortete Amelia mit seidiger Stimme.

Unsicher versuchte der Zauberer wieder auf die Beine zu kommen.

„Wusstet ihr, dass dieses Mal mehr ist, als nur in einfacher Portreus-Zauber? Er ist vielmehr eine Besitzmarkierung. So wie ein Muggel seine Kühe brandmarkt, so hat Voldemort euch gebrandmarkt. Ihr seid sein persönlicher Besitz. Jedes eurer Male fungiert als Sender. Sie sind alle miteinander verbunden, sodass Voldemort nur ein Mal berühren muss und schon weiß er, wo sich alle seine Sklaven befinden. Du kannst ihm nicht entkommen. Aber vielleicht kann ich dir helfen", sagte Amelia düster.

Karkaroff blickte sie mit einer Mischung aus Entsetzen und einem Funken Hoffnung an. „Was, was verlangst du?", fragte er und seine Stimme klang brüchig. Wenig erinnerte noch an den schmierigen Schuldirektor.

„Es befinden sich drei Todesser auf Hogwarts." Amelia hielt drei Finger nach oben. „Zwei stehen hier vor mir. Wer ist der dritte?"

„Das ist unmöglich", mischte sich Severus ein.

„Ich habe es genau gespürt. Drei und keiner weniger."

„Woher willst du das wissen?"

Amelia lachte, leise und kalt.

„Glaubst du, Severus, dass ich nur deine Schülerin bin? Spätestens nach der ersten Aufgabe hättest du es besser wissen müssen. Die Magie Voldemorts ist mir ausgeliefert. Ich kann sie nach meinem Belieben verändern. Ich bin genauso in der Lage, das Dunkle Mal zu benutzen, wie es aufzuheben."

Die Augen des Zaubertrankmeisters weiteten sich vor Überraschung.

„Also, wer ist der dritte?", fragte Amelia an Karkaroff gewandt.

„Ich weiß es nicht. Niemand kannte alle Anhänger", sagte Karkaroff schnell.

„Das hast du schon in deiner Verhandlung gesagt. Du wiederholst dich. Finde heraus, wer der Dritte ist, wenn du das Mal loswerden willst!" Amelias Stimme klang kalt wie Eis. Karkaroff begann hastig zu nicken und senkte ergeben den Blick. Er hatte Angst.

Amelia nickte Severus freundlich zu und ging. Auf Dracos Höhe angekommen legte er den Arm um sie und sie gingen gemeinsam weiter.

Madam Maxime und Hagrid kamen ihnen entgegen, doch sie bogen in einen kleinen Seitenweg ein, bis sie bei einem Brunnen ankamen. Der Brunnen bestand aus einem reich verzierten Kelch, aus dem Wasser in die Luft flammte, bevor es in das Becken darunter fiel.

Amelia setzt sich auf den Brunnenrand und sah ins Wasser.

Über sich sah sie Dracos Spiegelbild. Sie streckte die Hand danach aus, doch berührte die Wasseroberfläche nicht. Draco sah einfach nur auf sie herab.

„Danke", sagte sie zu seinem Spiegelbild und lehnte sich nach hinten, bis sie sich an ihn lehnte.

„Warum?", frage er und legte die Hände auf ihre Schultern.

„Dafür, dass es dich gibt, dafür, dass ich dich habe. Manchmal glaube ich, dass du mich erst zu einem Menschen machst."

„Manchmal redest du ziemlichen Unsinn, Amelia. Dabei bist du doch so schlau."

Amelia stand auf und drehte sich zu ihm. Mit einem sanften Lächeln legte sie ihre Arme um seinen Hals.

„Nur bei dir fühle ich mich normal, Draco. Bei dir fühle ich mich nicht wie ein Monster."

„Das ist ein Irrtum. Du bist nicht normal, Amelia und genau das macht dich zu dem wichtigsten Menschen im meinem Leben. Es gehört zu dir, dass du Erwachsene Zauberer erpresst, dass du irgendwelche gefährlichen Experimente machst und dass du alles zu wissen scheinst, was um dich herum geschieht", sagte Draco und legte seine Hand auf ihre Wange. „Verleugne das nicht.

Du gibst mir etwas, von dem ich nicht erwarten kann, es jemals von jemand anderem bekommen zu können. Ich kann offen mit dir reden und muss nicht über alles nachdenken, was ich sage. Ich kann sagen, dass mein Vater ein Todesser war, dass ich diese Muggel am liebsten alle tot sehen würde.

Wir wissen beide, dass du die Muggel nicht als ganz so wertlos erachtest wie ich. Aber vielleicht ist das besser so. Dann sorgst du wenigstens dafür, dass ich mich am Riemen reiße und mein Gesicht wahre."

„Manchmal hast du ein bisschen Züchtigung wirklich nötig", sagte Amelia verschmitzt, doch Draco blieb ernst.
„Heute ist es ein Jahr her, dass wir den Zwölf das erste Mal begegnet sind. Ich war so arrogant, überheblich, eingebildet. Wahrscheinlich bin ich all das noch immer, aber eines steht fest. Ohne dich würde ich nicht mehr Leben. Du hast mir etwas gegeben, das es wert war darum zu kämpfen. Du machst noch mehr. Du entdeckst mit mir, wozu wir in der Lage sind und selbst wenn ich manchmal Angst habe und zurückschrecke, bist du immer voller Neugier, voller Enthusiasmus. In diesen Momenten, bist du so unglaublich süß, so schön. Für mich bist du perfekt."

Amelia wurde rot und sah verlegen zu Boden, doch Draco hob ihr Kinn an, sodass sie ihm in die Augen sehen musste.

„Ich liebe dich, Amelia."

„Ich liebe dich auch", flüsterte sie zurück. Nur Millimeter von seinen Lippen entfernt.

„Oh, wie rührend. Da geht einem das Herz auf", sagte eine Stimme hinter ihnen. Sie fuhren herum.

„Verzieh dich, Weasley", schnarrte Draco zurück und ballte seine Hand zur Faust. Mussten die Gryffindors alles verderben!

Ron Weasley und Dean Thomas standen auf dem Weg und sahen sie angewidert an.

„Oh, keine Sorge, ich glaube, mir wird schlecht, wenn ich sehe, wie du ihr die Zunge in den Hals schiebst", spuckte Ron aus. „Dann pack deine Eifersucht ein und verzieh dich", schnarrte Draco und zog Amelia enger an sich.

Rons Ohren liefen Rot an.

„Ich bin nicht eifersüchtig!", brauste er auf.

Draco musterte ihn angewidert. „Glaubst du, ich sehe nicht, wie du Amelia angaffst? Dir läuft schon der Sabber runter. Das ist so erbärmlich!"

„Soll ich dir was sagen, Malfoy. Du bist ein widerlicher Schläger und Amelia muss sich dauernd für dich schämen."

„Genug!", sagte Amelia laut und trat zwischen die beiden Jungen. Draco hatte seinen Zauberstab in der Hand.

„Weasley, da geht's zum Schloss. Geh." Amelia deutete auf das große Eingangsportal, das sich hinter den Rosenbüschen abzeichnete. „Draco…", wandte sich Amelia an ihren Freund. Zuerst wollte sie ihn anfahren, doch sie kannte ihn gut genug. Das würde nur in Streit enden. Stattdessen schlag sie ihren Arm um ihn und packte die Hand mit dem Zauberstab, als sie ihm einen hitzigen Kuss auf die Lippen drückte.

Im ersten Moment erwartete sie, er würde sie wegstoßen, doch einen Augenblick später zog er sie grob an sich und fuhr mit der Zunge in ihren Mund. Besitzergreifend hielt er sie fest.

Als Draco wieder von ihr abließ, atmeten sie schwer, aber Weasley war verschwunden.

„Was bildet der sich ein", knurrte Draco, noch immer wütend. „Du hättest mich einfach lassen sollen, jetzt ist er abgehauen."

„Besser so, Draco."

„Du verteidigst ihn auch noch. Sag nicht, dass du auf das Wiesel stehst."

Amelia sah Draco missbilligend an.

„Oh bitte, Draco. Glaubst du das wirklich? Er hat mir lediglich geholfen. Ich bin ihm was schuldig", erwiderte Amelia und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wobei sollte der dir helfen können?", höhnte Draco.

„Er hat mir von den Drachen erzählt. Bei der Ersten Aufgabe."

Mit einem Mal war Draco perplex. „Wie?"

„Sein Bruder ist Drachenhüter in Rumänien. Du hast ihn bei der Weltmeisterschaft getroffen. Auch so ein Rothaariger. Weasley wusste von seinem Bruder, was dran kommt und wie du so treffend festgestellt hast, ist er furchtbar in mich verknallt. Deshalb hat er es mir erzählt."

„Warum hast du das nie erzählt?", fragte Draco fassungslos.

„Du hast nicht gefragt."

„Amelia, du weißt immer irgendwelche Geheimnisse. Ich habe dich am Anfang danach gefragt, aber du bist mir immer ausgewichen. Deshalb habe ich es einfach hingenommen. Was auch immer du für eine Hexe bist, was auch immer du für Fähigkeiten hast, von denen niemand ahnt. Ich habe mich dazu entschlossen, zu warten, bis du mir genug vertraust, um es mir zu sagen."

Amelias Lippen zuckten, als wollte sie etwas sagen, doch sie schwieg. Draco hatte Recht. Sie hatte ihm nie gesagt, was es mit ihrer Legilimentik auf sich hatte. Bei all den anderen, düsteren Geheimnissen, die sie mit ihm geteilt hatte, hatte sie dieses eine immer für sich behalten. Vielleicht weil sie Angst hatte, er würde sich ihr verschließen, wenn er wüsste, was sie konnte. Sie könnte es nicht ertragen, wenn Draco immer Okklumentik gegen sie anwenden würde. Nicht, dass sie jemals wirklich seine Gedanken ausgekundschaftet hatte, aber mit der Okklumentik verbarg man immer auch ein Teil seiner Persönlichkeit. So, wie sie selbst einen dunklen Teil ihrer Selbst stets verborgen hielt.

Sie könnte es ihm jetzt sagen, sie könnte alles leugnen. Aber irgendwo in diesen Augen lag das Problem. Sie wollte ihn nicht anlügen und sie konnte ihm nicht wie Wahrheit sagen.

„Irgendwann erzähle ich es dir, Draco. Ich verspreche es", sagte Amelia und ein Klos bildete sich in ihrer Brust.

„Versprich nichts, was du nicht halten kannst", sagte Draco nur und zog Amelia an sich.

Sie schloss ihre Augen und lauschte seinem Herzschlag. Irgendwann… nahm sie sich fest vor.

Auf dem Weg zurück ins Schloss entdeckten sie Fleur und Davis, die sich eng umschlungen in den Rosenbüschen wälzten. Draco konnte sich einen dreckigen Kommentar nicht verkneifen. Zurück in der Großen Halle stellten sie fest, dass die Schwestern des Schicksals aufgehört hatten, klassische Musik zu spielen, stattdessen war nun allgemeine Begeisterung unter den Schülern ausgebrochen, die wild jubelnd auf der Tanzfläche umhersprangen, während die Schwestern des Schicksals ihre neusten Songs zum Besten gaben. Erst als sie sich unter die anderen mischten, konnte Amelia den Klos in ihrer Brust vergessen und ausgelassen tanzen.

Um zwölf Uhr endete die Musik und der Weihnachtsball wurde für beendet erklärt. Murrend verließen die Schüler die Große Halle und Amelia konnte es ihnen nachfühlen. Auch sie hätte am liebsten einfach weitergemacht.

Sie gingen gerade den Weg in die Kerker hinunter, als Blaise sie aufhielt.

„Hey, oben siebter Stock geht noch was. Kommt ihr auch mit?"

„Besser, als schon schlafen zu gehen", erwiderte Draco. „Wohin?"

„Gegenüber dem Bild von Barnabas dem Bekloppten. Da ist eine magische Tür, die man nicht sehen kann. Geht drei Mal daran vorbei und denkt an eine coole Party. Dann könnt ihr rein."

„Wie hast du das spitzbekommen?", erkundigte sich Amelia.

„Oh, das werdet ihr nicht glauben. Daphne ist da."

Amelia sah Blaise überrascht an.

„Okay, ich sehe es mir an", sagte Amelia und war schon umgedreht und eilig zurückgelaufen, als Draco sie einholte.

Sie waren wohl nicht die Einzigen, die etwas von einer Party im siebten Stock gehört hatten, denn auch ein paar ratlose Ravenclaws standen davor.

Amelia und Draco liefen vor dem Porträt auf und ab, so wie Blaise es beschrieben hatte und der Ausruf eines Ravenclaws verriet ihnen, dass die Tür erschienen war.

Drinnen hatte der Raum wenig Ähnlichkeit mit dem Rest des Schlosses. Amelia, die einen alten Klassenraum erwartet hatte, war überrascht eher eine Art Clubraum zu erkennen. Leichter Rauch waberte in den unterschiedlichsten Formen über den Boden und vielfarbige Scheinwerfer zuckten im Takt der Musik durch den Raum. Auf der einen Seite war eine riesige Bar und Amelia kannte nicht mal die Hälfte der Etiketten, die auf den Flaschen prangten. Aber eines war sicher. Kürbissaft war es sicher nicht.

„Suchst du Daphne? Ich schau mal nach was zu trinken", sagte Draco und Amelia sah, wie er sich neben Warrington an die Bar drückte.

Es dauerte eine Weile, bis Amelia Daphne erspäht hatte. Wenn sie ehrlich war, hatte sie sie auf den ersten Blick gar nicht erkannt. Sie saß an einem kleinen Tisch in einer Nische. Das Gesicht halb im Schatten verborgen und war in ein Gespräch mit Sue Li, einer Ravenclaw aus ihrem Jahrgang, vertieft. Amelia ging näher hin, doch bevor sie auf sich aufmerksam gemacht hatte, beugte das andere Mädchen sich vor und küsste Daphne auf die Lippen. Amelia blieb wie angewurzelt stehen. Sie blinzelte, weil sie sich nicht sicher war, richtig gesehen zu haben.

In dem Moment drückte Daphne das Mädchen von sich weg und deutete auf dir Tür. Die andere lachte und nickte.

Amelia schaffte es gerade noch sich hinter einer Gruppe tanzender zu versteckten, als Daphne mit ihrer Freundin hinausging.

„Du schaust aus, als hättest du einen Grimm gesehen", sagte Draco, als er Amelia gefunden hatte, die noch immer perplex auf die Tür starrte. Er reichte ihr ein Glas mit grell pinkem Inhalt, doch Amelia sah es nicht mal an, bevor sie es in einem Zug hinunterstürzte.

„Was ist denn los?", wollte Draco wissen, doch Amelia schüttelte nur den Kopf.

„Ich glaub, ich brauch noch einen Drink", sagte sie und machte sich auf den Weg zurück zur Bar.

Nach einer zweiten giftgrünen Mischung fühlte sich Amelia zwar etwas benebelt, aber langsam schien alles seine Richtigkeit zu haben.

„Jetzt bin ich mal gespannt", sagte Draco erheitert, während er Amelia beobachtete, die etwas unsicher auf den Beinen zu sein schien.

Sie bestellte sich noch ein drittes Glas, doch Draco nahm es ihr aus der Hand. „Nicht, dass ich dich runtertragen muss", sagte er lachend und beugte sich vor, um Amelia einen kurzen Kuss zu geben. Amelia leckte sich über die Lippen und grinste gierig. Sie zog Draco von der Theke weg, bis sie an eine Wand stießen.

„Wenn du mir schon keinen Alkohol gibst, dann muss ich mir eine bessere Droge holen", flüsterte sie lüstern und küsste ihn leidenschaftlich.

Draco erwiderte den Kuss erst überrascht, doch dann griff seine freie Hand nach ihrem Hintern und presst sie an sich.

„Ich will dich", flüsterte Amelia vielversprechend und ließ ihre Hände tiefer wandern.

„Verdammt, darauf warte ich schon den ganzen Abend", erwiderte Draco rau und ließ das Glas einfach zu Boden fallen, bevor er sie wieder küsste.

Amelias Hand hatte mittlerweile seine Hose erreicht und strich über die Beule, die sie nun schon ziemlich gut ertasten konnte.

„Komm", sagte Draco und löste sich von ihr. Etwas widerwillig ließ sich Amelia aus dem Raum ziehen. Am liebsten hätte sie gleich hier weitergemacht, aber das musste am Alkohol liegen oder an der Lust, die durch ihren Körper rauschte. Lust hatte schon immer eine starke Wirkung auf sie gehabt oder Draco, was für sie in diesem Fall das Gleiche war.

Ein Stockwerk tiefer stolperten sie, sich gierig küssend, in den Verwandlungs-Klassensaal.

Amelia musste lachen, als sie die Tür mit einem Schwung ihres Zauberstabs zufallen ließ und gleichzeitig versuchte, Dracos Hemd möglichste schnell aus seiner Hose zu befreien.

Dieser kümmerte sich gar nicht darum, sondern befreite eine von Amelias Brüsten aus ihrem Kleid, um an ihrer Haut zu knabbern.

Ihre Lippen trafen sich wieder zu einem Kuss und Amelia drückte Draco gegen das Lehrerpult. Ihre Hände hatten es endlich geschafft seine Hose zu öffnen und sie sank vor ihm auf die Knie. Sein Schwanz sprang ihr freudig entgegen, als sie die Hosen nach unten schob. Ihre Lippen schoben sich über ihn und sie hörte nur zu gerne, wie Draco aufstöhnte, als sie zu saugen begann.

Als sie kurz nach oben sah, bemerkte sie, wie er sie beobachtete doch schon drückte er ihren Kopf wieder an seinen Penis. Seine Finger hatten sich in ihre Haare gekrallt und Amelia musste im ersten Moment würgen, bevor sie wieder in einen Rhythmus fand.

Draco setzte sich auf das Lehrerpult und zog Amelia zu sich. Ihre begierigen Lippen trafen sich und Amelia machte sich nicht mal die Mühe, sich auszuziehen. Draco zog sie zu sich und nur allzu willig kletterte sie über ihn und schob lediglich ihren Slip zur Seite, als sein harter Schwanz ungeduldig an ihre nasse Scheide stieß. Stöhnend ließ sie sich auf ihn sinken.

Es war eine Wonne, als sein harter Schwanz in sie eindrang. Er füllte sie aus und ließ sie den Kopf abschalten. Langsam bewegte sie sich wieder nach oben, bevor sie ihn der ganzen Länge nach wieder in sich drückte. Amelia atmete schwer und beobachtete Draco mit verschleiertem Blick, während sie ihn langsam und intensiv zu reiten begann.

Draco starrte sie begierig an, seine Lippen waren geöffnet und sein Blick klebte auf ihrem lustverschleierten Gesicht.

Bald ging es ihm offenbar zu langsam und er versuchte sich ihr entgegen zu bewegen, doch das war auf einem harten Lehrerpult gar nicht so einfach. Amelia lächelte diebisch, als sie eine Ungeduld bemerkte und bewegte sich aufreizend langsam.

Doch da hatte sie Draco falsch eingeschätzt. Mit einem gierigen Knurren packte er sie und stand einfach auf. Amelia schrie überrascht auf und klammerte sich an ihn. Draco leckte sich lüstern über die Lippen, als er nun Amelia auf das Pult legte, ohne sich aus ihr zu lösen. Amelia brauchte ihn nur ansehen und ein Schauer der Lust durchfuhr sie.

„Halt dich fest", keuchte Draco.

„Nimm mich", stöhnte Amelia und klammerte sich rechts und links ans Lehrerpult fest. Draco kam ihrem Wunsch nur allzu gerne nach und begann hemmungslos in sie zu stoßen. Das war Lust pur und sie stöhnte laut, als er sich immer wieder in ihr versenkte.

Ihr Rücken brannte unangenehm, doch das war egal. Es war einfach nur verdammt geil.

Sie drückte den Rücken durch, als ihr Orgasmus sie ergriff und Draco stieß noch ein paar Mal heftig zu, bevor auch er tief in ihr kam.

Er lehnte sich nach vorne und Amelia setzte sich auf, um sich an ihm festzuhalten.

Ihr beider Atem ging stoßweise.

„McGonagall bringt uns um, wenn sie uns erwischt", grinste Draco Amelia an. Amelia kicherte und küsste ihn atemlos. „Das war es wert."

Trotzdem beeilten sie sich, möglichst schnell wieder aus dem Verwandlungs-Klassensaal zu entkommen. Man konnte ja nie wissen.

Sie gingen nochmal zurück zu der Party im siebten Stock, wo sie auf Blaise trafen. Amelia wusste nicht, wie spät es war, als sie sich irgendwann auf den Weg zurück in die Slytherinkerker machten.

Im Gemeinschaftsraum trennten sie sich und als Amelia in den Mädchenschlafsaal kam, war Daphne noch nicht wieder da. Millicent und Tracy lagen schon schlafend in den Betten, doch auch Pansy war nirgends aufzutreiben.

Amelia konnte ihre Neugierde nicht wirklich zügeln. Nachdem sie geduscht hatte, zog sie die Vorhänge ihres Bettes zu und holte die Karte der Rumtreiber hervor.

„Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut", flüsterte sie und berührte die Karte mit dem Zauberstab. Mit erleuchtetem Zauberstab suchte sie die Hogwarts Karte nach den beiden Mädchen ab. Pansy war schnell gefunden. Amelia war froh, sie bei Graham zu finden. Drüben im Jungenschlafsaal.

Amelia hatte sich geschworen, niemals im Jungenschlafsaal zu übernachten. Sie fand den Gedanken schrecklich, wenn andere lauschen würden, ob sie Sex hatte, selbst wenn sie Schweigezauber gesprochen hatte. Vincent und Gregory am Morgen beim Aufstehen zu treffen, schien ihr das Ganze nicht wert.

Sie suchte weiter und stockte, als ihr Blick über den dritten Stock glitt.

Dort hieß es neben dem Namen von Alastor Moody: Bartemius Crouch. Aber war Crouch nicht zu krank gewesen, um zum Weihnachtsball zu gehen? Was machte er dann bei Moody?

Amelia kroch aus dem Bett und fischte nach Eristik, der glücklich, zufrieden und nichtsahnend in seinem Terrarium schlummerte.

„Eristik, aufwachen mein Süßer", zischelte Amelia liebevoll, als sie sich wieder in ihrem Bett verkrochen hatte.

Zwei der Köpfe der Runespoor ringelten sich, schoben sich lediglich ein Stück zur Seite, um näher an die Wärmequelle, sprich Amelia, zu kommen, doch der Mittlere öffnete ein Schlitzauge.

„Ihr müsst was für mich machen, mein Liebling", flötete Amelia.

„Essss isssst Winter und viel sssu kalt", grummelte der Schlangenkopf und wollte sich unter Amelias Nachthemd verkriechen. Amelia zog ihn wieder heraus.

„Ich biete einen Wärmezauber von Köpfen bis Schwanzspitze und einen Desillusionszauber."

Die anderen Köpfe wurden langsam auch wach. „Wasss issst denn lossss, esss isssst mitten in der Nacht", zischelte der Rechte verschlafen.

„Mein Süßer, ich brauch euch doch. Ich müsst einem Lehrer nachspionieren."

„Kalt", war auch die Antwort des Rechten Kopfes darauf.

„Jetzt sei nicht so ein Miesepeter!", sagte Amelia und stocherte mit ihrem Zauberstab auf Eristik herum. Doch der schlang lediglich seinen Schwanz um den Zauberstab, um den Unruhestifter lahm zu legen und kuschelte sich an Amelia.

„Warm", zischelten die drei Köpfe glücklich und verschlafen im Chor und waren von keiner Macht der Welt freiwillig aus dem Bett zu bekommen.

Amelia blickte missmutig auf die Karte, wo Couch und Moody noch immer gemeinsam in Moodys Büro waren.

Dann halt nicht, dachte sich Amelia, die auch keine Muße mehr hatte, aus ihrem warmen Bett aufzustehen. Es war ein verdammt anstrengender Abend gewesen, der ihr genug Rätsel aufgegeben hatte, auch ohne Moody.

Amelia musste eingenickt sein, denn als sie verschlafen die Augen aufmachte schlich sich gerade Daphne in den Schlafsaal.

„Na", sagte Amelia breit grinsend und schlug die Vorhänge ihres Bettes zur Seite.

Leise stand sie auf, um Eristik in sein Terrarium zurückzulegen.

„Hi", erwiderte Daphne mit schuldbewusster Mine.

„Wie war dein Abend", sagte Amelia und musterte Daphnes unordentliche Haare.

„Hab mich entschlossen, doch noch raus zu gehen", sagte Daphne und ging ins Badezimmer.

Amelia schüttelte gedankenverloren den Kopf. Sie hatte es nicht gewusst sie hatte es nicht mal geahnt. Aber lesbisch zu sein hatte bestimmt durchaus Vorteile.

Amelia holte das Amulett von Mrs Malfoy aus der Nachttischschublade, wo sie es hineingetan hatte, da sie es schlecht zum Weihnachtsball hatte tragen können und legte es wieder um. Die leere Phiole mit dem Verhütungstrank die sie rausgelegt hatte verstaute sie bei den anderen vollen Fläschchen. Pansy bediente sich immer noch an ihrem Vorrat obwohl Amelia ihr schon drei Mal erklärt hatte, wie der Trank funktionierte.

„Ist was?", fragte Daphne etwas gereizt, als Amelia noch immer aufrecht im Bett saß, als sie zurückkam.

Im ersten Moment war Amelia irritiert über diese Aggressivität und ihre Legilimentik setzte ein, bevor Amelia es bewusst realisiert hatte. Da lagen sie, all die Gefühle, Ängste und Sehnsüchte. Alles, was Daphne ausmachte streckte sich ihr entgegen und Amelia kappte die Verbindung. Am liebsten hätte sie es nicht gesehen. Es gab Gründe, warum sie immer Abstand davon genommen hatte, die Gedanken derer zu Lesen, die ihr nahestanden.

„Gute Nacht"; sagte Amelia und zog die Vorhänge wieder vor. Als könne sie die Welt dort draußen dadurch aussperren.

Nachwort:

Da war er nun also, der Weihnachtsball, es war ein ziemlich ereignisreicher Abend.

Ich mag diese Unterhaltungen zwischen Amelia und Hermine… Ich kann mir irgendwie nicht helfen. Leider reden sie ziemlich aneinander vorbei…

Das Amelia die Dunklen Male der Todesser manipulieren kann ist auch nicht so wirklich eine Überraschung. Ich fand es nur konsequent. Sie hat einen Teil von Voldemorts Seele und ich habe ihr Voldemorts Buch gegeben. Mit beidem zusammen ist sie eine durchaus würdige Gegnerin.