Kapitel 8 – Die zweite Aufgabe

Am nächsten Tag tröpfelten die Schüler träger als sonst in den Gemeinschaftsraum und auch beim Frühstück schienen alle noch etwas verschlafen.

Amelias Blick fiel auf den Lehrertisch. Dort saß Dumbledore und unterhielt sich angeregt mit Karkaroff.

Ein Gedanke kam Amelia, den sie gestern Abend verdrängt hatte. Ein Plan.

Als Dumbledore aufstand, sprang auch Amelia auf.

„Ich bin gleich wieder da", sagte Amelia und eilte Dumbledore hinterher.

„Professor, haben sie einen Moment für mich?", rief sie ihm hinterher.

Die Schüler, die in die Eingangshalle kamen, flüsterten miteinander, als Amelia zu Dumbledore aufschloss.

„Worum geht es, Amelia?", erkundigte sich Dumbledore mit einem allseits vergnügten Lächeln in den Augen.

„Ich muss mit Ihnen sprechen. Es ist wichtig, hätten Sie ein paar Minuten für mich?"

„Natürlich. Wie ich dich kenne, sollte es jetzt sofort sein?"

„Sie kennen mich doch, Professor", erwiderte Amelia und sie gingen zusammen zum Büro des Schulleiters.

„Eine herausragende Feier gestern, oder was sagst Du, Amelia?", fragte Dumbledore vergnügt.

„Sie hat mir jedenfalls viel Stoff zum Nachdenken gegeben", erwiderte Amelia.

Im Büro bot Dumbledore ihr eine Tasse Tee an und Amelia konnte nicht umhin, jedes Mal wieder, wenn sie dieses Büro betrat, Dumbledores wunderschönen Phönix Fawkes zu bewundern.

„Was liegt dir auf der Seele, Amelia. Ich muss nicht verhehlen, dass ich überrascht bin, dass du mit deinen Problemen zu mir kommst", sagte Dumbledore und nippte an seinem Tee.

Amelia wog den Kopf. In der Tat, sie und Dumbledore hatten – ein Konflikt wäre zu viel – eine gewisse Antipathie gegeneinander gehegt. Bedingt durch Dumbledores Legilimentik und Amelias Okklumentik.

Amelia griff ebenfalls zu ihrer Teetasse und wählte ihre Worte mit Bedacht.

„In letzter Zeit sind viele merkwürdige Dinge passiert", begann Amelia langsam. „Sie haben sicher das dunkle Mal bei der Weltmeisterschaft gesehen."

Dumbledore musterte sie durchdringend.

„Das dunkle Mal war nur eines von vielen Dingen. Hast du von Bertha Jorkins gehört?"

„Die Ministeriumshexe, die verschwunden ist?", fragte Amelia, die sich dunkel an einen Zeitungsartikel erinnern konnte.

„Genau. Sie verschwand in Albanien. Ich habe Informationen, nach denen sich Voldemort gegenwärtig in Albanien aufhält."

„Sie meinen Voldemort könnte dahinterstecken?"

„So könnte er von dem Trimagischen Turnier erfahren haben."

Amelia biss sich auf die Lippen und stand auf. Unruhig ging sie auf und ab und überlegte sich, was dies für sie bedeuten könnte.

Plötzlich blieb sie stehen und sah Dumbledore durchdringend an.

„Voldemort ist nicht mehr in Albanien. Er ist zurück in England."

„Bist du dir sicher?", fragte Dumbledore und wirkte plötzlich etwas aufmerksamer. Amelia dachte an die Präsenz hinter ihrer Okklumentik

„Ja", sagte sie schlicht.

„Das sind beunruhigende Nachrichten. Wenn sich seine alten Anhänger wieder um ihn scharen, wird er gefährlich."

„Es gibt viele Anzeichen, Professor", sagte Amelia und dachte an das Dunkle Mal der Todesser, das langsam wieder sichtbar wurde. „Hogwarts ist nicht mehr sicher."

„Soweit würde ich noch nicht gehen", erwiderte Dumbledore beruhigend.

„Jemand hat es geschafft, den Feuerkelch zu verhexen und es ist ein unbekannter Todesser auf Hogwarts."

„Es befinden sich durchaus ehemalige Todesser auf Hogwarts, aber ich habe ein Auge auf sie. Mache dir darüber keine Sorgen."

„Sie meinen Snape und Karkaroff? Da mache ich mir weder um den einen, noch um den anderen Gedanken. Es gibt einen dritten, unbekannten Todesser."

„Du weißt von ihnen?", fragte Dumbledore einigermaßen überrascht.

„Ich habe die Gerichtsakten gelesen. Ohne Sie wäre Professor Snape jetzt in Askaban."

„Das kann man in der Tat so stehen lassen. Du musst mächtige Freunde im Ministerium haben. Ich gehe davon aus, dass du die geheimnisvolle Informantin der Auroren bist, woraufhin die Ermittlungen im Fall Sirius Black wiederaufgenommen wurden", sagte Dumbledore schmunzelnd.

„Ich kann meinen Patenonkel doch nicht im Stich lassen", sagte Amelia lächelnd und setzte sich wieder, um an ihrem Tee zu nippen.

„Warum bist Du damit nicht zu mir gekommen?"

„Weil Sie zwar ein mächtiger Zauberer sind, Professor, aber auch Sie können nicht alles richten. Sich um den Freispruch von Verbrechern zu kümmern, ist die Sache des Ministeriums."

„Warum bist Du dann jetzt hier? Das Fangen schwarzer Magier ist auch Sache des Ministeriums."

„Es ist etwas Anderes, von Voldemorts Rückkehr zu sprechen, wenn das Dunkle Mal am Himmel brennt und von Sirius Unschuld zu sprechen, wenn man Beweise hat. Aber alles was ich habe ist eine unbekannte, unerforschte Magie. Ich würde meine Glaubwürdigkeit in Frage stellen, wenn ich mit so was zum Ministerium gehen würde. Aber zu Ihnen kann ich gehen, Professor. Weil sie vielleicht als einziger ahnen können, was passiert."

Eines der Schulleiterporträts an den Wänden rührte sich.

„Professor Snape wünscht, Sie zu sprechen", sagte das Bild und Dumbledore nickte.

„Schicken Sie ihn hoch, Phineas." Amelia beobachtete den Mann, wie er aus seinem Porträt ging.

„Du kannst immer zu mir kommen, Amelia", sagte Dumbledore noch bevor sich die Tür öffnete und Severus hereinkam.

Als Severus Amelia erkannte, zog er eine Augenbraue hoch und warf ihr einen fragenden Blick zu.

„Severus, setzen Sie sich doch", sagte Dumbledore und erschuf einen Stuhl neben dem von Amelia.

Severus setzte sich und musterte Amelia von der Seite.

„Ich nehme an, Miss Potter hat Ihnen schon gesagt, warum ich hier bin", sagte er und lehnte sich zurück.

„Ich habe in der Tat von gestern Abend erzählt. Aber ich glaube Professor Dumbledore möchte es nochmal von Ihnen hören. Ich würde dann zu meinen Freunden zurückgehen. Sie warten sicher schon", sagte Amelia und stand auf.

„Professor Dumbledore?", sagte Amelia und fing Dumbledores Blick auf. „Sie informieren mich doch, wenn Sie etwas herausfinden, oder?", erkundigte sich Amelia und erst als Dumbledore ihr zunickte, ging sie hinunter.

Draco wartete im Gemeinschaftsraum und gemeinsam gingen sie zu ihrem Versteck.

„Machst Du dir schon Gedanken über das Duell mit Viktor?", fragte Amelia beiläufig, als sie einen Stapel Bücher in ihre Tasche packte.

„Ohh", stöhnte Draco gequält und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen. „Das war morgen, oder?"

„Jetzt tu nicht so. Ich weiß, dass du dich freust. Du brauchst dich für mich nicht zu verstellen."

„Amelia, Du kennst mich doch. Ich könnte mich niemals daran erfreuen, jemand anderen in Grund und Boden zu hexen", sagte Draco und Amelia warf ihm nur einen ungläubigen Blick zu, woraufhin Draco grinsen musste.

„Okay, Du hast Recht. Ich bin echt gespannt, aber ich mache mir etwas Gedanken. Die Durmstrang Schüler hatten schon immer viel mehr Duellunterricht als wir und ich werde nur mit meinem Zauberstab kämpfen."

„Du meinst ohne Caliburn?"

„Mit Schwert würde ich mich um einiges sicherer fühlen. Ich habe eigentlich nie nur mit Zauberstab gekämpft", sagte Draco und zuckte mit den Schultern.

„Dann auf mit dir. Das lässt sich üben", sagte Amelia und stand auf. Mit einem Ruck ihres Zauberstabes rückte der Tisch an die Seite des Raumes und räumte eine große Fläche frei.

„Du willst mich nur mal wieder verlieren sehen", sagte Draco, stellte sich aber grinsend auf.

„Das sei mir gegönnt, mein Liebster", neckte Amelia.

Am nächsten Tag machten sie sich nach dem Mittagessen auf den Weg zum Schiff der Durmstrangs. Das Eis auf dem großen See war zugefroren und nur um das Schiff herum war eine große eisfreie Stelle.

Sie erkannten eine Gestalt auf dem Deck und Amelia hob den Zauberstab als Zeichen, dass sie auf Viktor warteten.

Ein sich verlängernder Holzsteg schoss von dem Schiff auf sie zu und kam vor ihren Füßen zum Stillstand. Er sah nicht sonderlich vertrauenerweckend aus. Eher etwas morsch und einbruchsgefährdet. Überall hingen Algen.

Etwas unsicher setzte Amelia einen Fuß darauf, doch er schien sie zu halten. Also gingen sie hinüber zum Schiff der Durmstrangs.

Ein Mädchen erwartete sie schon, als sie ankamen. Sie war nur wenig größer als Amelia und hatte blonde Haare. In ihrem gewaltigen Pelzmantel sah sie fast dick aus, aber sie hatte ein sehr zierliches Gesicht.

„Hallo. Viktor hat schon gesagt, dass ihr kommt. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier warten", sagte sie und stellte sich als Olga vor.

„Danke", sagte Draco und Amelia nickte. Zusammen betraten sie das Schiff. Es roch etwas modrig und wäre es nicht voller Magie, Amelia hätte sich gefragt, warum es nicht unterging.

So aber ließ sie neugierig einen Blick über das Deck schweifen.

„Das ist alles verzaubert, oder? Ich habe gesehen, dass das Schiff auch tauchen kann", sagte sie neugierig und fuhr mit der Hand über die Reling.

„Ja, wir haben das Schiff mit Unterwasserzaubern versehen. Wir haben einen großen See bei Durmstrang, viel größer als eurer. Dort auf dem Grund lag das Schiff, bevor wir es gehoben haben", erklärte Olga und deutete Stolz auf das morsche Holz überall um sie herum.

„Darf ich mir die Zauber ansehen? Das stell ich mir furchtbar schwer vor."

„Oh, ich weiß nicht. Professor Karkaroff ist da immer etwas empfindlich."

„Er wird es bestimmt nicht erfahren und ich möchte nichts mitnehmen, nur mal schauen."

„Oh, na gut, es wird nicht schaden. Ich meine, wir haben deinen Golem bei der ersten Aufgabe gesehen. Was willst du da schon kopieren", sagte Olga zögerlich.

Amelia zückte den Zauberstab und fuhr über das Schiff. Der Identifizierungszauber tat sofort sein Werk und das Schiff erleuchtete in vielen verschiedenen Farben.

Es mochte zwar von außen nichts Besonderes sein, aber magisch gesehen war es ein Meisterwerk.

Ein Zauber fiel in Amelias Blickfeld. Sie hatte ihn schon oft gesehen. Sie hatte stundenlang darüber gerätselt. Das Ei. Das goldene Ei vom Trimagischen Turnier war ebenfalls mit einem Unterwasserzauber verstehen oder so etwas in der Art. Das würde sie sofort testen, sobald sie wieder im Schloss war.

„Es ist fantastisch", sagte Amelia, als sie den Zauberstab wieder verschwinden ließ. „Wie steuert ihr das Schiff?"

„Oh, das ist eigentlich ganz einfach", begann Olga begeistert, doch in dem Moment kam Viktor die Treppe hoch.

„Ganz einfach ist übertrieben. Aber Olga ist Navigatorin, die Beste, die es gibt", sagte er.

„Wir wollten dich abholen", sagte Draco und reichte Viktor, der einschlug, die Hand.

„Ich bin schon gespannt, wie Du dich hältst", grinste Viktor und Draco grinste zurück.

„Wir können in die Duellräume in Hogwarts gehen. Ich war zwar noch nie dort, aber ich habe davon gehört", sagte Amelia.

„Duelliert ihr nicht oft?", fragte Olga überrascht.

„Eigentlich gar nicht. Wir haben auch keinen Duellunterricht", erwiderte Amelia.

„Oh…", Olga warf Draco einen mitleidigen Blick zu.

„Ich würde sagen, wir sie suchen dann", sagte Viktor.

„Ich werde mir das ganz gewiss nicht entgehen lassen", sagte Karkaroff, der ebenfalls aufs Deck kam. Amelia hatte die Vermutung, dass er schon eine geraume Weile zuhörte.

Am Ende kamen noch ein paar Durmstrang Schüler mit und sie waren fast acht Personen, die sich auf den Weg zum Schloss machten.

Die Beauxbatons mussten sie entdeckt haben, denn es dauerte nicht lange und Madame Maxime kam aus der gewaltigen Kutsche gestiegen und ging mit Fleur und noch zwei Jungen hoch zum Schloss. Die Schüler mussten rennen, um mit Madame Maxime Schritt zu halten und so erreichten sie das Schloss kurz vor ihnen.

In der Eingangshalle entdeckte Amelia Dumbledore, der mit Professor Snape und Professor McGonagall auf sie zu warten schien.

„Sie kommen auch mit Duby'dore", fragte Madame Maxime überrascht.

„Den Spaß würde ich mir um nichts in der Welt entgehen lassen", sagte Dumbledore mit zwinkernden Augen.

„Wo wollt ihr euer Duell austragen?", erkundigte er sich bei Viktor und Draco.

„Amelia hat von Duellräumen was gesagt", sagte Viktor lahm und Dumbledore strahlte über das ganze Gesicht.

„Daran habe ich mich auch erinnert. Die Hauselfen richten sie schon her."

Die Gruppe machte sich auf den Weg in die Kerker und Amelia dachte, dafür, dass sie heute Morgen zu zweit hier losgelaufen waren, waren sie ganz schön viele geworden. Die Hogwarts Schüler, die mitbekommen hatten, was los war, schlossen sich ihnen an und Amelia konnte auch Cedric Diggory erkennen, der mit ein paar Hufflepuffs dazu stieß.

Peeves, von der Ansammlung angezogen, hüpfte über ihre Köpfe und trällerte ein böses Liedchen, bis Madame Maxime sich beschwerte und Dumbledore ihn höflich darum bat, zu gehen. Wenigstens auf den Schulleiter hörte der Poltergeist.

Die Duellräume in Hogwarts waren eher wie ein gewaltiger Hörsaal aufgebaut. Schulbänke umringten einen gewaltigen Platz in der Mitte eines riesigen Kellergewölbes. In den Boden waren Schutzzauber gewirkt und Amelia konnte auch ein paar Runen erkennen.

Lautes Geschnatter brach aus, als sich die Schüler und Lehrer in dem Raum verteilten.

Amelia hatte erwartet, dass sie, so viele wie sie waren, den Raum komplett füllen würden, doch in den vielen Stuhlreihen sahen die Schülergrüppchen fast etwas verloren aus.

„Verkneif dir die Abwehrbewegungen. Du hast Caliburn nicht", mahnte Amelia etwas nervös.

„Mach dir darüber mal keine Gedanken. Ich schau, dass ich das möglich schnell und unauffällig hinter mich bringe."

„Das wird schon", sagte Amelia und küsste ihn kurz, bevor auch sie zu der Tribüne ging. Sie erkannte Theodor, der dort ganz allein saß und gesellte sich zu ihm.

„Du auch hier?", fragte sie überrascht.

„Ich bin neugierig, was Draco da fabriziert", sagte er und Amelia erinnerte sich daran, dass Theodors Vater auch im Zusammenhang mit Todessern genannt worden war. Vielleicht hatte Mr Malfoy eine Andeutung über Draco gemacht.

„Ich muss sagen, ich bin auch gespannt", gestand Amelia und lehnte sich zurück. Wie gut Viktor wohl war? Waren ihnen die Durmstrang Schüler weit voraus?

Die beiden Zauberer verbeugten sich voreinander und nahmen Duellstellung ein.

Dann ging es los.

Draco reagierte schneller. Nur einen Bruchteil bevor Viktor seinen ersten Fluch abfeuerte, schoss Draco einen roten Zauber in seine Richtung und schaffte es gerade noch einen Schild heraufzubeschwören, um Viktors Fluch abzufangen, während der Ältere nur ausweichen konnte, was viel mehr Zeit kostete und schon war er in der Defensive.

Viktor musste zumindest über einen Funken Okklumentik verfügen, denn Draco reagierte nicht so schnell, wie wenn er mit Legilimentik kämpfte.

Dennoch und obwohl die Flüche in beide Richtungen flogen und beide auswichen, war schnell zu erkennen, wer die Oberhand hatte. Zumindest für Amelia. Sie hatte selbst schon oft genug mit Dracos Schnelligkeit zu kämpfen gehabt.

Ihr Blick glitt zu Viktor hinüber. Er war gut, wirklich gut. Seine Flüche waren kraftvoll und treffsicher. Seine Bewegungen flink vom vielen Quidditch-Training und er hatte einen guten Überblick über das Geschehen.

Beide benutzen einfache Flüche. Nichts Kreatives. Keiner wollte mehr preisgeben, als er konnte. Von Draco wusste sie, dass er kreativeres konnte und von Viktor ahnte sie es.

Doch je länger der Kampf dauerte, desto interessanter wurde es. Plötzlich waren erstaunte Ausrufe zu hören. Draco war nicht mehr zu sehen und einen Augenblick später tauchte er hinter Viktor auf und dieser stolperte entwaffnet nach vorne. Draco fing den Zauberstab seines Gegners auf und dieser leuchtete silbern in seiner Hand auf.

„Das war interessant", sagte Theodore neben ihr.

Alle klatschten, und Amelia stimmte mit ein, während sie in der Arena Draco beobachtete, der Viktor seinen Zauberstab zurückgab. Viktor sagte etwas und beide Zauberer lachten. Die Schüler von Durmstrang gingen nun auf ihren Champion zu, der grinsend mit den Schultern zuckte und Amelia trat neben Draco.

„Ich dachte, du wolltest was Unauffälliges machen?", erkundigte sie sich.

„Das war mir auf Dauer zu anstrengend. Er ist echt gut. Die lernen da was auf Durmstrang", sagte Draco. Schweiß perlte von seiner Stirn und sein Hemd klebte an mehreren Stellen an der Brust.

„Okklumentor?", erkundigte sie sich und Draco nickte so halb.

„Im Duell auf jeden Fall. Ich habe auch bisschen Legilimentik bemerkt, aber ziemlich schwach."

„Du vergleichst das mit mir, Draco", lachte Amelia und Draco schnaubte.

Sie räumten die Arena und zwei Hogwarts Schüler lieferten sich ein Duell. Es schien so, als hätte die Vorführung alle angesteckt, denn sie waren nicht die Einzigen.

Amelia sah die Weasley Zwillinge, die Wetten abschlossen.

Irgendwann setzte sich Viktor zu ihnen.

„Die anderen aus Hogwarts sind nicht so gut", stellte er fest und beobachtete zwei Ravenclaw Sechstklässler.

„Wir lernen es nicht in der Schule", sagte Draco und beobachtete, wie der Stupor Zauber danebenging, ohne dass der Gegner ausweichen musste.

„Du dich zurückgehalten hast, du kämpfst normal ganz anders", sagte Viktor vorwurfsvoll und musterte Draco von der Seite.

„Du hast auch mehr drauf."

„Nicht viel. Nichts, was mir hätte geholfen. Aber eins musst du mir verraten. Warum hast du mit der linken Hand mehrmals so komische Bewegung gemacht?"

Amelia musste lachen und grinste Draco vergnügt an, der ihr einen böse funkelnden Blick zuwarf.

„Eine alte Gewohnheit", sagte Draco missmutig und stand auf. „Ich geh mal duschen, du hast mich ganz schön durch die Gegend gescheucht."

„Ich glaube, ich schau das hier noch eine Weile an", sagte Viktor und nickte zu einem Beauxbaton Schüler hinüber, der gerade die Duellfläche betrat.

„Kommst du mit, Amelia?", fragte Draco, als er schon aufgestanden war.

„Wenn du mich mit unter die Dusche nehmen willst", erwiderte Amelia zweideutig grinsend und stand ebenfalls auf.

Viktor begann zu lachen und Draco legte einen Arm um Amelia, als sie gut gelaunt das unterirdische Gewölbe verließen.

Auf dem Weg hatte Amelia das Gefühl, beobachtet zu werden und als sie sich in der Tür nochmal umdrehte, begegnete ihr Blick dem von Karkaroff. Er sah nachdenklich in ihre Richtung. Snape saß neben ihm.

Draco verschwand im Badezimmer des Jungenschlafsaals, während Amelia in den Mädchenschlafsaal eilte, um das goldene Ei zu holen.

Bei Draco angekommen verschloss sie sorgfältig die Tür und ließ Wasser in die Badewanne ein.

„Was machst du da?", fragte Draco, der unter der Dusche stand und streckte den Kopf durch die Kabinentür. „Willst du etwa baden?"

„Nein, du wirst schon sehen", sagte Amelia und legte das goldene Ei vorsichtig auf dem Boden ab.

„Nichts da. Erst machst du mir schlüpfrige Angebote und dann versuchst du dich aus der Affäre zu ziehen. Los unter die Dusche mit dir", sagte Draco und schnappte seine Freundin, um sie unter die laufende Dusche zu bugsieren.

„Ich bin noch angezogen", protestierte Amelia, als sie auch schon unter der Dusche stand.

„Wozu bist du eine Hexe", grinste Draco und begann ihre Schuluniform aufzuknöpfen.

„Draco, hör auf. Ich mag jetzt nicht", sagte Amelia und versuchte sich loszumachen, doch Dracos Griff war zu fest.

„Natürlich magst du", sagte Draco und ließ ihren BH aufschnappen.

Amelia ergab sich ihrem Schicksal, doch in dem Moment, als er den Griff löste, wand sie sich los und war aus der Dusche gesprungen.

„Jetzt sieh mal was du angerichtet hast, ich bin total nass", schimpfte sie und zog ihre restliche Schuluniform aus.

„Jetzt sieh mal was du angerichtet hast, ich bin total steif", nörgelte Draco im gleichen Tonfall, als er aus der Dusche stieg.

Amelia musste grinsen, auch wenn sie noch immer sauer wegen der nassen Sachen war.

„Du musst deinen Freund befriedigen. Dafür sind Hexen doch da", knurrte Draco und presste sich von hinten an sie. Er griff mit einer Hand nach ihrer Brust.

„Draco, du bist immer geil", erwiderte sie resigniert.

„Weißt du, was dein Problem ist, liebste Amelia", sagte er und küsste ihren Hals.

„Dass du verdammt willig bist."

Seine Finger glitten zwischen ihre Beine und er streichelte sie. Amelia stöhnte resigniert. Das war in der Tat ein Problem. Er bekam sie viel zu schnell rum.

Es dauerte nicht lange und Draco drückte sie an die kalte Duschwand, während er in sie eindrang. Eigentlich hatte sie nicht gewollt. Aber eigentlich war es trotzdem viel zu gut.

„Verdammt, Draco was machst du so lange da drinnen?", hörten sie eine Stimme von draußen und ein penetrantes klopfen.

„Verschwinde Blaise", rief Draco zurück.

„Hör auf zu wichsen und mach die Tür auf, ich muss aufs Klo", sagte Blaise und klopfte penetrant weiter.

„Verschwinde Blaise, du versaust mir den Sex", rief Amelia zurück und danach war es still.

„Was hast du nur getan, Amelia. Er wird ganz scharf drauf sein zu erfahren, was wir getan haben", sagte Draco genervt stöhnend

„Das ist meine Rache für Nötigung", sagte Amelia und drückte sich wieder an ihn.

„Miststück", knurrte Draco und stieß in sie. Amelia stöhnte auf.

„Fester", stieß sie provozierend hervor und Draco knurrte.

Bald darauf saßen sie erschöpft aber glücklich unter der Dusche und Amelia ließ sich von Draco die Haare waschen. Es hatte durchaus etwas an sich, mit ihm zu duschen. Man bekam die Kopfhaut gekrault.

„Was hast du jetzt mit dem Ei vor?", erkundigte sich Draco, als er ihr sanft die Haare ausspülte.

„Ich glaube, ich habe herausgefunden, was zumindest ein Teil des Zaubers bedeutet.

Das Ei ist mit so was Ähnlichem wie einem Unterseezauber belegt. Das wollte ich gerade testen."

Als sie fertig geduscht hatten, hob Amelia das Ei hoch und ließ es in die mittlerweile übervolle Badewanne fallen. Noch geschah nichts.

„Mach es mal auf", schlug Draco vor und Amelia, die schon dabei gewesen war, ließ den Verschluss aufschnappen.

Diesmal war statt des Kreischens ein gedämpftes Lied zu hören, das Amelia durch die Wasseroberfläche nicht verstehen konnte. Kurz entschlossen hielt sie den Kopf Unterwasser und plötzlich war alles klar zu verstehen.

Komm, such, wo unsere Stimmen klingen,

denn über dem Grund können wir nicht singen.

Und während Du suchst, überlege jenes:

Wir nahmen, wonach Du dich schmerzlich sehnest.

In einer Stunde musst Du es finden

und es uns dann auch wieder entwinden.

Doch brauchst Du länger, fehlt dir das Glück,

zu spät, 's ist fort und kommt nicht zurück.

Amelia tauchte wieder auf und schnappte nach Luft.

„Hör's dir an", forderte sie Draco auf, der nun ebenfalls den Kopf untertauchte.

„Die zweite Aufgabe findet wohl unter Wasser statt", sagte Draco, als auch er den Kopf aus dem Wasser zog.

„Ich glaub ich habe schon so eine Ahnung, was wir machen müssen, aber ich glaube auch, dass es mir nicht gefällt", sagte Amelia unglücklich.

„Was denn?"

„Weißt du was auf dem Grund des Sees zu finden ist?", erkundigte sich Amelia bei Draco, doch dieser schüttelte den Kopf.

„Dort leben Wassermenschen. Schon seit hunderten von Jahren. Zumindest steht das in der Geschichte Hogwarts", sagte Amelia unglücklich.

„Das heißt, du musst dir was überlegen, um Unterwasser zu atmen und dann hast du eine Stunde, um etwas zu retten", sagte Draco nachdenklich.

„Das Atmen ist kein Problem. Da hilft ein einfacher Kopfblasenzauber", sagte Amelia. „Aber ich kann nicht schwimmen."

Draco sah sie entgeistert an. „Wie Du kannst nicht schwimmen?"

„Ich habe es nie gelernt und meine Verwandten waren nie sonderlich scharf darauf, dass ich es lerne. Ich glaube, sie haben immer gehofft, dass ich irgendwann ertrinke."

„Das ist schlecht", sagte Draco und ließ sich nachdenklich zurücksinken.

„Du musst mir schwimmen beibringen", sagte Amelia unglücklich.

„Nur, dass wir in Hogwarts kein Schwimmbecken haben und bei der Eiseskälte willst du bestimmt nicht in den See springen."

„Ich kann einfach eines verwandeln. Das sollte nicht schwer sein. In Verwandlung war ich schon immer gut", sagte Amelia und stand auf.

„Amelia", erwiderte Draco und stand ebenfalls auf. „Wäre es nicht viel einfacher, wenn du dich einfach in einen Wassermenschen verwandelst? Die können von Natur aus schwimmen."

Amelia stockte einen Moment. „Das wäre schon fast zu einfach. Aber ob ich das so einfach hinbekomme?"

„Wenn du es nicht schaffst, dann keiner und die haben doch Schwimmhäute zum Schwimmen."

„Oh, na gut ich versuche es. Ich schau bei Gelegenheit, ob ich was über ihre Physiologie erfahre und dann können wir zur Probe schwimmen gehen", sagte Amelia und trocknete ihre Schuluniform, bevor sie hineinschlüpfte. Als sie aus dem Badezimmer kam, warf Blaise ihr ein ziemlich dreckiges Grinsen zu und hielt Draco auf, bevor dieser Amelia folgen konnte.

Eine Weile überlegte Amelia noch ob sie Cedric Bescheid geben sollte, wie er das Rätsel des Ei's lösen könne. Sie war eine Weile versucht, es für sich zu behalten. Aber andererseits war es immer gut, wenn andere einem etwas schuldeten. Also gab sie Cedric den Tipp mit dem Wasser.

Bald darauf begann die Schule wieder und Amelia hatte sich eine leichte Erkältung eingefangen. Aber nicht schlimm genug, um etwas dagegen zu nehmen. Seit Amelia die ganzen Nebenwirkungen für die Tränke der Heiler kannte, hatte sie sich dazu entschlossen, nur die nötigsten zu schlucken.

Doch etwas Gutes hatte es, dass die Schule wieder anfing, sosehr Amelia auch die Ferien genossen hatte. Sie schaffte es endlich, in Ruhe mit Daphne zu reden, die in den Ferien öfter mal vom Erdboden verschluckt gewesen war.

Sie waren gerade von Alte Runen auf dem Weg zum Mittagessen, als ihnen Sue Li entgegenkam. Sie lächelte Daphne schüchtern an, doch Daphne gab mit keiner Geste zu erkennen, dass sie sie kannte.

„Wirst du es immer verstecken?", fragte Amelia leise und Daphne blieb ruckartig stehen.

„Was meinst du?", fragte sie und war sichtlich erschrocken.

Amelia ruckte mit dem Kopf an die Stelle, an der Sue gerade um die Ecke gebogen war.

„Ich habe euch an Weihnachten im siebten Stock gesehen", erklärte Amelia.

Daphne sah sich um und zog Amelia schnell in einen leeren Klassensaal.

„Hast du jemandem davon erzählt?", fragte sie fast hysterisch und Amelia schüttelte den Kopf. So eine heftige Reaktion hatte sie nicht erwartet. Daphne war sonst immer recht locker.

„Niemandem, auch nicht Draco?", wiederholte sie.

„Nein, ich habe nichts gesagt", versicherte Amelia.

„Gut. Mein Vater bringt mich um, wenn er auch nur Gerüchte hört", atmete Daphne auf und ließ sich auf eine Schulbank sinken.

„Dein Vater ist ziemlich streng, oder?", fragte Amelia und setzte sich auf die gegenüberliegende Seite.

„Er hat ziemlich genaue Vorstellungen, wie eine junge Hexe zu sein hat", sagte Daphne und zuckte mit den Schultern.

„Hat er dir das Amulett gegeben?", fragte Amelia langsam. Sie hatte sich tausendmal überlegt, ob sie Daphne danach fragen sollte, doch wenn sie etwas unternehmen wollte, musste sie mit Daphne darüber reden.

„Welches Amulett?", fragte Daphne verwirrt, doch Amelia spürte, dass sie genau wusste, was Amelia meinte und sie hatte panische Angst.

Amelia öffnete ihren Krawattenknoten und holte das Abortus-Amulett hervor, das sie immer trug. Es sollte sie davor bewahren, Schwanger zu werden.

„Du hast das gleiche. Auch, wenn ich lange gebraucht habe, mich daran zu erinnern. Du legst es immer ab, sobald du nach den Ferien nach Hogwarts kommst."

„Wann hast du das gesehen?", fragte Daphne mit brüchiger Stimme. Nervös strich sie eine Strähne ihres goldblonden Haares zurück.

„Das erste Mal? Im Hogwarts Express, als die Dementoren den Zug durchsucht haben", sagte Amelia. „Ich wusste nicht, was es war. Dann habe ich gesehen, dass dein Irrwicht dein Vater ist und bin ins Grübeln gekommen. Eristik hat mir erzählt, dass du in den Ferien nie nach Hause wolltest, aber dein Vater dich gezwungen hat. Dann deine Reaktion auf Pansys Worte und ist dir aufgefallen, dass du fast panisch wurdest, als Blaise dir mal zu nahe gekommen ist? Ich habe seine Brandverletzungen geheilt. Dein Vater hat kein Recht irgendwas mit dir zu machen, Daphne."

Daphnes Lippen zuckten kurz und sie sah auf den Boden.

„Du achtest auf viel zu viele Kleinigkeiten", sagte Daphne gequält. Amelia presste die Lippen zusammen, eigentlich hatte sie die Wahrheit in Daphnes Erinnerungen gesehen und dann erst war ihr der Rest aufgefallen. Sie hätte es niemals vermutet.

„Was wirst du jetzt machen?", fragte Daphne ängstlich und starrte weiter auf den Boden.

„Das, was du willst. Es ist dein Leben, Daphne und ich bin deine Freundin. Wenn du willst, helfe ich dir. Wenn du willst, kannst du jederzeit mit mir reden. Wenn du willst, gehen wir aus dieser Tür raus und ich werde so tun, als wüsste ich von nichts. Weder von Sue noch von deinem Vater."

Daphnes Kopf schoss hoch. „Das würdest du tun?", fragte sie überrascht.

„Ich bin kein Erwachsener, der dir sagen will, was das Beste für dich ist", sagte Amelia. „Ich weiß nur wie es ist, sich alleine mit etwas herum zu quälen."

Amelia war sich nicht sicher, ob Daphne nun zu lachen oder zu weinen anfing. Es klang wie eine Mischung aus beidem. Besorgt setzte sich Amelia neben sie und streichelte ihren Rücken.

„Ich bin so blöd", lachte Daphne bitter und setzte sich auf. Tränen liefen ihr über die geröteten Wangen.

„Weißt du, Amelia, ich hasse Männer nur, weil mein Vater ein Perverser ist. Dabei können die doch gar nichts dafür. Ich wünschte mir, ich könnte einfach normal sein."

„Du bist vollkommen normal, dein Vater ist durchgeknallt", sagte Amelia, aber Daphne schüttelte den Kopf.

„Meine ganze Familie ist durchgeknallt. Meine Mutter hat mir das Abortus-Amulett gegeben. Sie hat gesagt, damit ich ihr nicht noch ein Balg anschleppe, wenn ich ihr schon den Mann ausspanne", sagte Daphne und lachte überdreht auf. „Als hätte ich mir das ausgesucht und Astoria, Astoria ist nicht viel besser. Sie hat so große Angst vor meinem Vater, dass sie alles nachplappert, was meine Eltern sagen. Ich kann es einfach nicht ertragen sie zu sehen."

Daphne zog die Nase hoch. Es schien, als hätte sie das schon seit Monaten hatte sagen wollen.

„Immer, wenn ich zuhause bin, bin ich auf der Hut, dass meine Mutter mich nicht mit irgendwas schikaniert, was ich nicht getan habe oder zu viel getan habe. Das sind total irrsinnige Dinge und dann kommt immer mein Vater und ich kann nichts tun. Ich kann nicht mal zaubern. Sonst fliege ich von Hogwarts."

Amelia dachte an ihre Kindheit, wie Dudley sie immer schikaniert hatte und sie nichts hatte tun können. Heute war sie ein anderer Mensch, aber sie konnte nicht vergessen.

„Ich werde mir was einfallen lassen, wenn du willst", sagte Amelia und blickte düster auf die leere Tafel.

„Du darfst niemandem etwas sagen. Wenn das alles herauskommt, dann ist mein Ruf dahin", quietschte Daphne erschrocken.

„Ich dachte nicht daran, jemandem etwas zu sagen. Aber wir sind Hexen, Daphne und das Zaubereiministerium kann uns nicht immer überwachen. Es gibt Mittel und Wege, deinem Vater zu entkommen. Du musst nur mutig sein."

Daphne sah hoffnungsvoll zu ihr auf. „Du meinst das ehrlich, oder?"

„Du bist nicht allein."

„Weißt du, ich war so schrecklich neidisch auf dich. Jetzt komm ich mir blöd vor", sagte Daphne und schnäuzte die Nase

„Warst du in Draco…", begann Amelia überrascht, doch Daphne unterbrach sie.

„Nein, auf garkeinen Fall. Den kannst Du gerne haben, ich glaube ich würde ihm früher oder später den Hals umdrehen. Er ist manchmal echt ein arroganter… Sorry, so ist das nicht gemeint. Ich meine, ihr versteht euch so gut. Du vertraust ihm und kannst mit allen Sorgen zu ihm gehen. Darauf war ich so neidisch."

Amelia schaffte ein Lächeln.

„Verstehst Du dich mit Sue nicht so gut?", fragte sie zaghaft.

„Ach das. Ich dachte mir, wenn ich schon keinen Freund haben kann, dann suche ich mir eine Freundin und Sue ist echt nett. Also wirklich süß, aber irgendwie, irgendwie habe ich mir das alles nur eingeredet. Ich wollte nur jemanden, der mich in den Arm nimmt", sagte Daphne und Amelia glaubte zu erkennen, wie das schlechte Gewissen in ihrer Freundin hochkroch.

„Schade und ich hatte mich schon über eine lesbische beste Freundin gefreut", neckte Amelia und Daphne musste lachen. „Vielleicht Pansy, wenn sie alle Männer durch hat."

Die beiden Mädchen mussten kichern.

Die Schulglocke unterbrach sie.

„Oh nein", sagte Amelia, „da ist das Mittagessen dahin."

„Ich habe noch paar Kekse", sagte Daphne und zog eine kleine Dose hervor. „Du weißt doch, Schokolade macht glücklich."

Die letzte Aufgabe rückte näher und obwohl sie sich gut vorbereitet fühlte, zerrte das Spektakel an Amelias Nerven. Es kam sogar vor, dass ihr morgens furchtbar übel war. Einmal musste sie sich sogar übergeben.

Mit Näherrücken der Aufgabe, schien auch der Lärm im Schloss zuzunehmen.

Auch Rita Kimmkorn schien sich auffällig oft im Schloss herumzutreiben. Als sie zu Zaubertränke kamen, hörten sie Professor Snapes aufgebrachte Stimme.

„Raus!" und kurz darauf erschien Rita Kimmkorn mit ihrer Krokodillederhandtasche und warf einen giftigen Blick zurück ins Klassenzimmer.

„Was war denn mit der Kimmkorn?", fragte Amelia Severus leise, als sie als Erste eine Probe von ihrem Trank abgab.

„Die ist ganz scharf drauf, was über dich zu erfahren. Ich glaube, der eine Artikel hat ihr nicht gereicht. Sie wollte was herumschnüffeln. Dabei habe ich genug Ärger."

„Wegen Karkaroff?", erkundigte sich Amelia und tat so, als müsse sie ihre Flasche beschriften.

„Nicht nur. Irgendjemand stiehlt bei mir Zaubertrankzutaten. Ich habe die Schränke schon gesichert, aber die Zauber wurden aufgebrochen."

„Glaubst du, es waren Schüler?"

„Möglich, vielleicht Siebtklässler. Pass auf, wem du was erzählst, Amelia. Es wurde Baumschlangenhaut und Zweihorn-Horn gestohlen. Ich kenne nur einen Zaubertrank, der beide Zutaten benötigt."

„Der Vielsafttrank", sagte Amelia und ihr wurde etwas mulmig zu Mute.

Sie hatte in ihrer zweiten Klasse schon mal Begegnung mit diesem Trank gehabt. Damals hatten sich Hermine Granger und die Weasley Zwillinge in Draco, Vincent und Gregory verwandelt, um sie auszuhorchen, doch ihre Legilimentik hatte sie auffliegen lassen. Sie musste nun noch vorsichtiger sein, als ohnehin schon.

„Ich passe auf mich auf", versprach sie und kehrte an ihren Platz zurück, wo Draco gerade seinen Trank verkorkte.

Am Vorabend der Trimagischen Aufgabe saßen Draco und Amelia im Gemeinschaftsraum und Amelia ging mit Draco nochmal die ganzen Zauber durch, die sie zur Überwachung des Sees herausgesucht hatten. Leider gab es keine Zauber, um den Vielsafttrank zu enttarnen, aber die Wirkung hielt nur eine Stunde und in Wassermenschen konnte man sich damit nicht verwandeln. Damit blieb die Auswahl sehr klein. Amelia würde die Champions alle überprüfen.

Daphne saß neben ihnen und sah total überfordert auf die Zauberspruchliste.

„Und die Zauber kannst du?", erkundigte sich Daphne zweifelnd bei Draco.
„Ja doch, jetzt nervt mich nicht. Das wird morgen schon!", fauchte Draco, der mindestens genauso nervös war, wie Amelia. Da half es auch nicht, dass Draco plötzlich von einem Vertrauensschüler raus gerufen wurde.

„Ich pass morgen auf ihn auf", versprach Daphne erheitert.

„Das wird schon alles", sagte Amelia und überflog nochmal das Blatt, ob sie auch nichts vergessen hatte. Sie hatte nicht vor, länger als nötig Unterwasser zu bleiben.

„Daphne, Snape braucht dich mal", sagte Draco, als er wiederkam.

„Was will er?", fragte sie verwundert und Draco zuckte nur die Achseln.

„Was will er?", fragte auch Amelia, als Daphne aus dem Gemeinschaftsraum ging.

„Nichts Schlimmes. Du siehst sie morgen wieder und mehr darf ich nicht sagen", sagte Draco und Amelia zog eine Augenbraue hoch.

„Ich geh schlafen", beschloss sie kurzerhand und stand auf. Sie fühlte sich in letzter Zeit dauernd erschöpft. Sie würde so froh sein, wenn die Aufgabe endlich vorüber war.

Am nächsten Morgen machte sie sich mit den anderen auf den Weg in die Große Halle, doch ihr war so schlecht, dass sie nichts runter bekam. Sie nippte nur an ihrem Tee und als es Zeit wurde, dass die Zweite Aufgabe begann, ging sie schweigend mit Professor Snape hinunter zum See. Die riesigen Tribünen von der ersten Aufgabe waren nun am See aufgebaut worden und in der Mitte stand der Richtertisch.

„Geht es dir gut?", erkundigte sich Severus besorgt und Amelia nickte nur.

„Ich will nur, dass es endlich vorbei ist", sagte Amelia sehnsüchtig und versuchte sich an einem Lächeln.

Fleur kam als nächste und sie schien alles andere als begeistert bei dem Gedanken, ins kalte Wasser zu springen.

Auch Cedric und Viktor gaben sich betont wortkarg und blickten immer wieder hinaus aufs Wasser. Langsam kamen auch die anderen Schüler und die Tribünen füllten sich. Amelia erkannte Draco, der am Rand der Tribüne Platz nahm und seinen Zauberstab zwischen den Fingern drehte. Er nickte ihr zu.

Amelia streckte ihre Legilimentik aus, Cedrics Blick einzufangen fiel ihr leicht und sie bemerkte nichts Außergewöhnliches an ihm. Er dachte nur an die Aufgabe. Viktor ging die ganze Zeit eine Halbverwandlung durch, bei der er seinen Kopf verwandeln wollte, damit er unter Wasser atmen konnte. Einzig Fleur machte es Amelia schwer, sie zu kontrollieren. Amelia berührte sie leicht am Arm und Fleur fuhr herum, als hätte jemand versucht, sie zu verfluchen.

„Was!", fragte sie ungehalten und Amelia schaffte es ihr in die Augen zu sehen. Fleur hatte Angst, aber nicht vor ihr und auch sonst konnte sie nichts entdecken.

„Da wollte dich nur eine Mücke stechen", sagte Amelia und ging wieder weg. Sie ließ einfach mal unter den Tisch fallen, dass es um diese Jahreszeit noch keine Mücken gab. Fleur ignorierte es und starrte wieder auf den See.

Amelia schüttelte leicht den Kopf in Dracos Richtung welcher nun wirklich besorgt aussah.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis endlich alle einen Platz gefunden hatten und die Richter ihre Plätze eingenommen hatten. Statt Crouch war erneut Percy Weasley anwesend, Bagman kam auf sie zu gewuselt und erkundigte sich, ob bei Amelia alles in Ordnung sei.

„Alles prima", sagte sie, mittlerweile schon etwas entnervt und sah hinaus aufs Wasser.

„Wenn alle da sind, dann können wir ja anfangen", sagte Bagman und ließ die Champions an den Rand des Sees treten, jeweils mit drei Meter Abstand.

„Sonorus", sagte er und Amelia atmete tief durch. Jetzt nur Konzentration und wachsam sein, sagte sie sich.

Bagman sagte etwas, doch Amelia hörte nur den Countdown. „Ich zähle also bis drei. Eins ... zwei ... drei!"

Amelia schwang ihren Zauberstab und rannte hinaus aufs Wasser über die Oberfläche. Irgendwo hinter ihr jubelte das Publikum, doch sie hörte nicht zu. Jetzt ging es nur darum, möglichst schnell wiederzukommen.

Sie war am tiefen Wasser angekommen, als sie ihren Zauberstab erneut schwang und ihre Konzentration zusammenfasste.

Sie bemerkte, wie ihre Füße sich unter ihr veränderten und mit einem Hechtsprung tauchte sie in das eisige Winterwasser ein. Im ersten Moment war es furchtbar kalt, doch dann war die Verwandlung abgeschlossen und das Wasser wurde angenehm warm.

Etwas selbstzufrieden betrachtete Amelia ihre Hände. Sie waren nun von kleinen silbrigen Schuppen überzogen und Schwimmhäute waren zwischen ihren Fingern gespannt.

Sie machte eine Bewegung und ihre Schwanzflosse beförderte sie kraftvoll vorwärts.

Sie hatte es nur probeweise in einem kleinen Becken probiert und das Wasser war viel zu warm gewesen für einen Wassermenschen, aber hier fühlte sie sich richtig gut.

Sie schwang ihren Zauberstab und der Aufspürzauber deutete auf die nächste Ansammlung an Wassermenschen in ihrer Umgebung.

Als sie ein Stück geschwommen war, musste sie feststellen, dass es ziemlich anstrengend war.

So beschloss sie den kürzesten Weg durch einen Seetangwald zu nehmen, doch sie hatte nicht viel Weg zurückgelegt, als sich plötzlich etwas an ihre Schwanzflosse klammerte.

Amelia sah sich um und entdeckte einen Grindeloh. Sie griff nach den zierlichen dünnen Fingerchen und brach sie einfach. Zischend ließ der Grindeloh sie los.

Doch drei weitere Grindelohs kamen auf Amelia zu. Diese schwang ihren Zauberstab durchs Wasser. Dabei beachtete sie allerdings nicht, dass sie den Zauberstab nur träge durchs Wasser bewegen konnte und so schoss aus ihrem Stab statt einem Sichelförmigen schneidenden Zauber eine breite Welle dunklen blutroten Lichts. Der Zauber schoss durch den Seetang und was immer er berührte zerfiel zu Asche. Amelia schluckte. Doch die Grindelohs war sie losgeworden und so überprüfte sie noch einmal die Richtung, bevor sie weiter schwamm.

Ihre Flosse wurde schon etwas lahm, als sie in weiter Ferne ein Lied hörte. Es gab ihr neue Kraft und sie schwamm in die Richtung, aus der das Lied zu hören war.

In der Ferne tauchten steinerne Behausungen auf, die mit Algen bewachsen waren und Wassermenschen, mit Speeren bewaffnet, lugten überall hervor.

Sie hatten gräuliche Haut und gelbe Augen. Ihre Zähne waren splittrig und sie grinsten Amelia an, als sie vorbei schwamm. Am liebsten hätte sie begeistert innegehalten, um sich mit ihnen zu unterhalten, doch das war eine Turnierprüfung und je früher sie an die Oberfläche kam, desto besser. Amelia hätte niemals vermutet, dass sich eine gesamte Stadt mit Vorgärten auf dem Grund des Sees befand.

Sehnsüchtig warf sie einen Blick auf die Meermenschen, bevor sie weiter schwamm. Hinter einem großen Felsen entdeckte sie eine Art Dorfplatz. Ein Chor aus Meermenschen sang das Lied, das sie angelockt hatte und über ihnen ragte eine gewaltige Statue eines Wassermenschen auf. An seiner Schwanzflosse befestigt erkannte Amelia vier Gestalten. Direkt zwischen Hermine Granger und Cho Chang war Daphne angebunden. Die vierte Gestalt war etwas kleiner, ein blondhaariges Mädchen. Kaum älter als acht Jahre. Alle schienen bewusstlos zu sein.

Amelia schwamm auf die Geiseln zu und behielt die Wassermenschen in Blick, doch keiner schien sie aufhalten zu wollen.

Vorsichtig berührte sie mit ihrem Zauberstab das Tau aus Tang, mit dem Daphne festgebunden war und schon löste es sich. Erleichtert, nicht gleich alles explodieren zu lassen, schnappte sie sich Daphne und schwamm an die Oberfläche.

Es schien ein ewig langer Weg nach oben, doch dann durchstieß sie die Wasseroberfläche.

Die Luft schnitt scharf in ihre Kehle und obwohl Amelia wusste, dass Wassermenschen auch kurze Zeit über Wasser leben konnten, war ihr der Grund viel lieber.

Daphne neben ihr spuckte Wasser aus, sobald sie an die Oberfläche kam. Sie machte die Augen auf und sah sich kurz irritiert um, dann blickte sie auf Amelia und erschrak sich im ersten Moment.

Amelia grinste sie mit ihren nadelspitzen Zähnen an.

„Keine Angst, ich beiße nicht", lachte sie doch aus ihrem Mund kam nur ein hohes kreischen.

„Amelia?", fragte Daphne unsicher und Amelia nickte. Sie deutete ans Ufer und schwamm mit Daphne in die Richtung, doch diese bibberte am ganzen Leib, so kalt war das Wasser.

Amelia hielt an und deutete auf ihren Zauberstab und dann auf Daphne. Diese sah sie irritiert an.

Das Gesicht ihrer Freundin veränderte sich und Schuppen bildeten sich über ihrem Körper. Die Nase verschwand und an ihre Stelle trat ein Schuppen besetzter Höcker.

Daphne sagte etwas, doch aus ihrem Mund kam nur ein schriller Ton. Amelia zog sie unter Wasser.

„Komm, lass uns schnell ans Ufer schwimmen", sagte sie und das Wasser ließ ihre Stimme angenehm vibrieren.

„Du hast mich auch verwandelt!", stellte Daphne überrascht fest und schlug mit der Schwanzflosse.

„Ist wärmer so und geht schneller", antwortete Amelia und zog Daphne in Richtung Ufer.

Amelia war nur froh, als sie das Ufer erreichten, sie hatte das Gefühl einen Krampf in der Schwanzflosse zu haben, doch Daphne sprang vergnügt aus dem Wasser um gleich darauf wieder einzutauchen. „Fantastisch", lachte sie nur und Amelia hatte durchaus Probleme, mit ihr mitzuhalten.

Tobender Applaus war zu hören, als sie am Ufer ankamen und die beiden Mädchen zogen sich an Land. Amelia konnte es jetzt gestrandeten Walen nachempfinden, als sie sich auf den harten Untergrund zog, damit ihr Arm frei fürs Zaubern war. Daphne kicherte und platschte mit ihrer silbrigen Schwanzflosse im Wasser, bevor sie Amelia nass spritzte. Jetzt musste auch Amelia lachen und übergoss Daphne zur Strafe ebenfalls mit Wasser, bevor sie sie beide zurückverwandelte.

„Also als Wassermensch war es bedeutend wärmer", sagte Daphne bibbernd, als sie die letzten Schritte aus dem Wasser wateten.

„Eindeutig", erwiderte Amelia und war froh, als bald darauf Madam Pomfrey auf sie zugeeilt kam und sie in warme Decken stopfte.

Sie flößte Daphne einen Löffel Zaubertrank ein und sofort stob ihr der Dampf aus den Ohren. „Und für dich", sagte sie, doch Amelia wiegelte ab. Sie musste vorsichtig sein.

„Wenn ich das trinke, werde ich krank. Mir wird schlecht, wenn ich an die Nebenwirkungen denke", sagte Amelia, doch Madam Pomfrey spitzte die Lippen.

„Du bist total unterkühlt!", sagte die Krankenschwester, doch Amelia schüttelte den Kopf.

„Dazu haben Sie mir viel zu viel beigebracht. Wenn ich krank werde kann ich noch immer was nehmen", sagte Amelia stur und begann, sich mit ihrem Zauberstab zu trocknen.

„Wenn du alles besser weißt, du weißt wo die Erkältungstränke stehen", schimpfte die Krankenschwester, doch ließ sie Amelia in Frieden.

Wieder war Applaus zu hören und Amelia bemerkte, wie weit draußen auf dem See eine weitere Gestalt auftauchte.

Draco kam von den Tribünen auf sie zugelaufen.

„Gut gemacht", strahlte er und wirbelte Amelia herum.

„Hat sich irgendwas gerührt?", fragte Amelia lachend, als er sie wieder auf den Boden herabließ.

„Nichts. Keiner der Zauberer. Niemand hat versucht herum zu pfuschen."

„Mir ist auch nichts aufgefallen", sagte Amelia nachdenklich. Eigentlich hätte das eine gute Nachricht sein sollen, doch irgendwie beunruhigte es sie. Es wäre die ideale Gelegenheit gewesen, sie dort unten im See loszuwerden. Keiner hätte es wirklich mitbekommen. Wahrscheinlich hätte sie auch zu Madam Pomfreys Trank nicht nein sagen müssen.

„Hauptsache, du bist sicher wieder angekommen", sagte Draco und legte den Arm um sie.

„Du wolltest dich nur um das kalte Wasser drücken, Draco", sagte Daphne und kuschelte sich in ihre warme Decke. „Wenn nichts los war, hättest du auch gut und gerne Geisel spielen können."

„Ich musste auf meine Freundin aufpassen, außerdem gibst du die viel bessere Wassernixe ab. Ich will nicht wissen wie vielen Jungen du den Kopf verdreht hast, als du da durch das Wasser gehüpft bist wie eine Sirene."

„Ach Unsinn", sagte Daphne, sah aber etwas unsicher aus.

„Nein, ihr saht echt fantastisch aus. Wie einer Urlaubsbroschüre entsprungen", sagte Draco und drückte Amelia noch etwas fester an sich. „Wirklich betörend", flüsterte er ihr ins Ohr und Amelia musste kichern.

„Keine Sorge, Daphne. Ich rühr schon mal Brandwundpaste an, wenn die Verehrer auf dich einstürmen", pikste Amelia und Daphne verzog das Gesicht.

Gemeinsam beobachteten sie, wie sich Cho und Cedric aus dem Wasser quälten. Beide sahen furchtbar durchgefroren aus. Amelia fuhr fort, ihre Haare zu föhnen.

„War klar, dass du vor mir bist", sagte Cedric, als er ebenfalls mit einer Decke und dampfenden Ohren zu ihnen kam. „Ich habe mich irgendwo verschwommen."

„Aquariushomenum revelio", sagte Amelia nur und grinste.

Cedric sah recht missmutig drein. „Darauf hätte ich auch kommen können."

„Aber du hast es geschafft", sagte Cho und flüchtete vor Madam Pomfrey. „Ja", sagte Cedric zerknirscht.

Erneut brandete Applaus auf und kurz darauf kamen Viktor und Hermine aus dem Wasser getorkelt. Amelia musterte den gewaltigen Haikopf, den Viktor sich angezaubert hatte und musste lächeln. Jetzt fehlte nur noch Fleur.

Sie warteten und warteten, doch nichts geschah. Die Zeit musste schon lange um sein.

Irgendwann tauchte eine Gruppe Wassermenschen auf. In ihrer Mitte Fleur und das kleine Mädchen. Das kleine Mädchen war bei Bewusstsein, doch Fleur rührte sich nicht. Die Krankenschwester eilte auf die Gruppe zu und kurz darauf kam Fleur mit einem Aufschrei wieder zu sich. Sie hatte überall Schnitte und Schürfwunden, doch es schien sie nicht zu kümmern.

„Oh Gabrielle!", rief sie aus und schloss das Mädchen in ihre Arme. Offensichtlich ihre Schwester.

„Ich dachte, ich sehe dich nie wieder!"

Dumbledore ging ans Ufer, um mit der Nixe zu sprechen, die offensichtlich die Anführerin der Gruppe war. Er sprach in Meerisch und Amelia wunderte sich einen Moment, wie er diese Töne überhaupt herausbrachte.

Danach zogen sich die Richter für ein Gespräch zurück.

„Meine Damen und Herren", sagte Bagman mit magisch verstärkter Stimme, „wir haben unsere Entscheidung getroffen. Seehäuptlingin Murcus hat uns genau geschildert, was auf dem Grund des Sees geschehen ist, und wir haben daher beschlossen, die Champions bei fünfzig möglichen Punkten wie folgt zu benoten.

Miss Fleur Delacour hat zwar gezeigt, dass sie hervorragend mit dem Kopfblasenzauber umgehen kann, doch sie wurde von Grindelohs angegriffen, als sie sich ihrem Ziel näherte, und hat es nicht geschafft, ihre Geisel zu befreien. Wir erteilen ihr fünfundzwanzig Punkte."

Beifall brandete auf.

„Mr Viktor Krum hat eine unvollständige Verwandlung benutzt, die dennoch sehr wirksam war, und ist als dritter mit seiner Geisel zurückgekehrt. Wir geben ihm vierzig Punkte."

Besonders die Mädchen brachen jetzt in Jubelrufe aus und Karkaroff wirkte sehr selbstzufrieden.

„Mr Cedric Diggory, der ebenfalls den Kopfblasenzauber verwendet hat, kam als Zweiter mit seiner Geisel zurück, allerdings nach der gesetzten Zeit von einer Stunde. Deshalb geben wir ihm fünfundvierzig Punkte."

Die Hufflepuffs begannen zu johlen und Cho fiel Cedric um den Hals. Dieser grinste verhalten.

„Miss Amelia Potter, hat eine vollständige Verwandlung benutzt, die ausgezeichnet gewirkt hat und ist als erste mit ihrer Geisel zurückgekehrt. Allerdings hat sie bei einem Kampf mit ein paar Grindelohs eine große Tangplantage zerstört. Deshalb geben wir ihr ebenfalls fünfundvierzig Punkte."

Jubel brach los. Doch es waren nicht nur die Slytherins, die klatschten. Alle Hogwars Schüler jubelten ihr zu. Amelia musste glücklich grinsen.

Draco, der ebenfalls klatschte, sagte: „Dass du immer alles zerlegen musst."

„Die dritte und letzte Runde des Turniers", fuhr Bagman fort, „findet am vierundzwanzigsten Juni, bei Einbruch der Dunkelheit statt. Wir werden den Champions genau einen Monat vorher mitteilen, was auf sie zukommt. Dank an alle für die Unterstützung ihrer Champions."

Madam Pomfrey scheuchte die Champions mit ihren Geiseln schnell zurück ins Schloss, damit sie sich umziehen konnten und Amelia war nun froh, dass sie sich für die nächste Zeit keine Sorgen mehr um das Turnier machen brauchte.

Nachwort:

Ich habe Amelia nicht in das Denkarium blicken lassen, um die Gerichtsverhandlungen mitzuerleben. Ich habe ihr die Akten durch Rufus geben lassen. Es ist irgendwie die erste wirkliche Unterhaltung zwischen Amelia und Dumbledore. Es werden in Zukunft eher mehr als weniger werden. Aber das Verhältnis kann niemals so werden wie das Verhältnis zwischen Harry und Dumbledore.