Kapitel 3 – Ausflüge zwischen zwei Welten
Es dämmerte als Amelia am nächsten Morgen aufwachte. Draco stand gerade auf und hatte sie dabei wohl geweckt. Grummelnd drehte sie sich um. Leider war an schlafen bald nichtmehr zu denken, denn sobald Draco aus dem Bad wiederkam, schnappte er sich sein Schwert und begann im Drill Bewegungen zu wiederholen. Amelia schaute ihm eine Weile dabei zu. Er trug eine Hose, aber sein Oberkörper war nackt und sie konnte die zwei Narben die sich darüber zog genau erkennen. Sie waren genauso sichtbar wie jene im Gesicht. Er tat zwar so, als würde es ihn nicht stören, aber Amelia wusste genau, das dem nicht so war. Dafür war er zu eitel. Trotzdem, für sie war er der schönste Mann auf der Welt. Ob er das wusste? Als sie bemerkte, wie sie ihn anstarrte holte sie ihren Zauberstab und sprang auf die Beine.
„Expelliarmus", sagte sie, doch Draco blockte den Zauber ab und das Schwert verschluckte ihn, anstatt ihn zu reflektieren.
„Machst du das jeden Morgen?", fragte sie.
„In letzter Zeit schon. Beim Kampf gegen Voldemort ist mir erst aufgefallen, was für einen unendlichen Vorteil ich habe. Aber ich bin langsamer als er, also muss ich trainieren."
„Dann darf ich dich also verfluchen?", fragte Amelia und grinste.
„Sobald du dir etwas angezogen hast. Ich glaube nämlich nicht, dass ich mich auf irgendwas konzentrieren kann, wenn du die ganze Zeit mit deinen Brüsten vor mir herumwackelst", sagte Draco und schlang den Arm der Caliburn hielt um ihre Hüfte. Seine andere Hand begann eine ihrer Brüste zu kneten.
„Du Lüstling", sagte Amelia, drückte sich aber an ihn. Draco grinste und seine Hand wanderte hinunter zu ihrem nackten Hintern.
„Das sagt die Richtige", raunte er und schmunzelte. Wobei sie das Schmunzeln mehr erraten musste, als dass sie es sehen konnte. Denn er hatte angefangen ihren Hals zu küssen.
„Gibt es auch nur einen Moment, an dem du nicht immer nur an das eine denkst", sichelte Amelia, genoss aber seine Küsse.
„Ich bin ein Mann, erwarte keine Wunder von mir", erwiderte Draco. Er löste sich von ihr und lehnte das Schwert ans Bett, bevor er sie packte und hochhob.
Amelia schrie überrascht auf und klammerte sich an ihn. Er drückte sie aufs Bett und Amelia nutzte die Gelegenheit, um ihn in einen leidenschaftlichen Kuss zu verwickeln. Ihre Hände vergruben sich in seinen weichen Haaren und sie stöhnte wollüstig auf, als er mit seiner Zunge ihre Mund eroberte. Sie schlang die Beine um Draco und rieb sich an ihm. Nur zu deutlich spürte sie die Beule in seiner Hose.
Draco wollte den Kuss beenden, doch sie ließ seine Lippen nicht entkommen.
Amelia nutzte den Schwung, um ihn auf den Rücken zu drehen und kniete nun über ihm. Keuchend trennten sich ihre Lippen und Amelia richtete sich auf.
Gierig leckte sie sich über die Lippen und bewegte ihre Hüfte über seiner. Seine Hose musste schon ganz feucht von ihr sein.
„Willst du mich?", fragte sie lasziv und fuhr über ihre Brüste bis hinunter zu ihren Beinen. Nur zu gerne sah sie, wie sein Blick der Hand folgte.
„Immer", stöhnte er rau und plötzlich lag sie wieder unten. Draco schob sich zwischen ihre Beine und küsste die Haut an ihren Schenkeln. Als er an ihrer Klitoris zu saugen begann bäumte sich Amelia vor Lust auf. Sie bemerkte, wie er nach ihrem Zauberstab grabschte, den sie achtlos aufs Bett hatte fallen lassen, doch es war ihr egal. Ihr ganzes Sein konzentrierte sich nur auf seinen herrlichen Mund und was er mit ihr anstellte.
Irgendwann wurde das Gefühl so intensiv, dass sie ihn wegschieben wollte, bevor sie zum Orgasmus kam und sie bemerkte, dass er garnichtmehr zwischen ihren Beinen kniete.
Draco stand nun mit heruntergelassener Hose am Bett und pumpte sein Glied, während er beobachtete, wie Amelia sich unter seinem Zauber wand. Seine Lippen waren leicht geöffnet während er sie gierig anstarrte.
„Bitte, Draco. Nimm mich", flehte Amelia und wand sich vor ihm auf dem Bett. Doch egal wie sie sich verrenkte, das Saugen und Leckern ging unvermindert weiter. Ihr Körper schüttelte sich vor Lust und sie wünschte sich nichts sehnlicher, als das er tief und hart in sie stieß.
„Gleich", sagte er und machte keine Anstalten sie von ihrer Lust zu erlösen.
Amelia krabbelte zu ihm, doch ihre Beine ließen es nicht zu, dass sie aufstand.
„Ich brauche dich", stöhnte sie und drückte ihre Hand zwischen ihre Beine doch es wurde nicht besser. Der Zauber verhinderte das sie den erlösenden Orgasmus erlebte und Draco genoss es, dass sah sie ihm an.
„Wie sehr?", verlangte er zu wissen.
Amelia viel vor ihm auf den Boden und zerrte seine Hose nach unten.
„Bitte, ich muss deinen Schwanz spüren, du musst mich ganz hart nehmen, bis ich nichtmehr schreien kann", stöhnte sie zu seinen Füßen.
Draco zog ihren Kopf nach oben, damit sie ihn anschauen musste. Seine grauen Augen waren dunkel vor Lust.
„Mach den Mund auf", forderte er und sobald sie dem Befehl nachgekommen war, stieß er mit seinem Schwanz in ihren Mund. Amelia kam gar nicht dazu wirklich etwas zu tun, er stieß einfach nur immer wieder zu und hielt ihren Kopf fest, damit sie nicht entkam. Es war nicht wirklich angenehm, aber in ihrer Lust war das so irrelevant. Sein Schwanz war unglaublich hart und dick. Sie verzehrte sich nach ihm.
Draco zerrte sie wieder auf die Beine und küsste sie hart auf den Mund. Amelia griff mit ihren Händen nach seinem Schwanz, um ihn in irgendwie in sich zu schieben doch Draco warf sie einfach aufs Bett. Sie wand sich laut stöhnend und wusste nicht wirklich, ob sie den Zauber verfluchen sollte oder nicht.
Grob wurde sie auf die Knie gezogen und mit einem heftigen Ruck war er in ihr. Sein erster Stoß brach den Zauber, der zweite brachte Amelia schreiend zum Höhepunkt. Ihr ganzer Körper zog sich zusammen und als bei ihr das Denken wiedereinsetzte, spürte sie wie Draco immer wieder hart in sie stieß.
Sie sank keuchend zusammen und Draco glitt aus ihr heraus.
Er ließ sich neben ihr aufs Bett fallen. Amelia schaffte es sich zu ihm herumzudrehen und er grinste sie ziemlich zufrieden an.
„Das war Wahnsinn", keuchte Amelia und musste ebenfalls grinsen.
„Ich würde dich den ganzen Tag unter dem Zauber halten, aber ich glaube nicht, dass das ewig gut geht", sagte er.
„Ich glaube ich würde sterben", lachte Amelia und strich mit ihrer zittrigen Hand über seine Bauchmuskeln.
Ihre Hand umfing sein noch immer steifes Glied und begann es zu pumpen.
„Du darfst noch nicht sterben, du hast noch Arbeit vor dir, Liebes."
Draco drückte ihren Kopf nach unten und Amelia nahm sein Glied tief in den Mund. Sie ließ ihn immer wieder in ihren Mund schnellen und Pumpe rhythmisch seinen Schaft.
Draco stöhnte befreit, als auch er zum Orgasmus kam. Grinsend leckte sie sich über die Lippen.
„Ich glaube das...", begann Draco, doch Amelia erfuhr nie, was Draco glaubte denn in diesem Moment öffneten sich im Stockwerk unter ihnen die Schlösser.
Sirius war wie angedroht zum Putzen gekommen und hatte Lupin mitgebracht. Nach einem kargen Frühstück, sie hatten nur Brot und Käse, begannen sie im zweiten Stock die Schlafzimmer sauber zu machen.
Es staubte fürchterlich, als sie die Bettvorhänge ausschüttelten. Amelia zückte hustend ihren Zauberstab und beließ den Staub in die Ecke.
„Du sollst doch nicht Zaubern!", rief Lupin aus.
„Was soll schon passieren. Es wird schon keiner aus dem Ministerium durchs Fenster schauen." Mit einem Schwenk ihres Zauberstabs verschwand die dicke Staubwolke.
„Ich bin doch keine Hauselfe, dass ich hier von Hand putze", fauchte Amelia aufgebracht und deutete auf das verdreckte Zimmer.
„Es ist trotzdem gefährlich", beharrte Lupin.
„Remus, was soll schon passieren. Hier drin ist sie absolut sicher. Mein Vater hat das Haus mit allem verhext was es gab. Selbst wenn die Spur auf ihr liegen würde, käme nichts durch", sagte Sirius.
„Jetzt stell dich nicht auch noch auf ihre Seite", sagte Lupin und verzog ärgerlich das Gesicht.
„Sag mal Sirius, sagtest du nicht es gäbe einen Hauselfen?", fragte Amelia nach und warf einem verstaubten Kleiderschrank einen ziemlich angewiderten Blick zu.
Die drei Zauberer sahen sich düster an, bis schließlich Draco das Wort ergriff.
„Weißt du, er hat hier gelebt, aber unsere Ankunft ist ihm nicht sonderlich gut bekommen", sagte Draco und zuckte schuldbewusst die Schultern.
„Was soll das heißen?", fragte Amelia lauernd.
Sirius sprach nun weiter. „Weißt du, unten im Flur hing ein altes Bild meiner Mutter. So ein riesiges großes. Es hat dem Hauselfen jahrelang irrsinnige Befehle erteilt und als wir dann das Haus für den Orden in Besitz genommen haben war sie nicht sonderlich erfreut darüber."
„Hat immer geschrien und gemeckert die alte Sabberhexe. Hat mich Blutverräter genannt und solche Sachen", sagte Draco und nickte beflissen.
„War auf jeden Fall ziemlich nervig die Gute. Allerdings haben wir sie nicht so einfach abhängen können. Draco kam dann die zündende Idee. Hat sie mit Dämonsfeuer einfach ausgebrannt", fuhr Sirius fort und nickte Draco zu.
„Na und?", fragte Amelia, die noch immer nicht verstand worauf die beiden herauswollten.
„Weißt du, Amelia. Der Hauself war zieeemlich alt. Hat gedacht ich bringe seine Herrin um und naja. Hat einen Herzinfarkt bekommen. Ist auf jeden Fall nichtmehr aufgewacht", schloss Draco und zuckte die Schultern.
„Oh…", sagte Amelia und Draco nickte schuldbewusst.
„Deshalb müssen wir selbst putzen. Glaub mir ich hätte das Bild nie abgefackelt, wenn ich gewusst hätte, dass ich dann den Mist hier machen muss", beteuerte Draco und Amelia schüttelte lachend den Kopf. Hauselfen waren nützlich und Amelia hatte festgestellt, dass sie es durchaus zu schätzen wussten, wenn sie gut behandelt wurden. Dobby, der begabteste Hauself der Malfoys war zu ihr zumindest immer sehr nett gewesen, wenn sie auch nett zu ihm gewesen war.
Sie machten sich wieder an die Arbeit und Amelia danke der Magie, als es irgendwann klingelte und Kingsley Shacklebolt vor der Tür stand, um seinen Bericht von der Nachtwache in der Mysteriumsabteilung abzugeben.
Sie schlangen ein kaltes Mittagessen herunter, es gab das gleiche wie zum Frühstück, und fuhren dann fort. Zu sagen sie kämen langsam voran schien eine Übertreibung zu sein. Sirius und Draco schienen nicht die geringste Lust zum Putzen zu haben und Amelia erwischte sie dabei, wie sie um die Wette Doxys mit dem Stupor abschossen, anstatt die Vorhänge sauber zu machen.
Remus teilte ihr Leid und klagte darüber, dass es ab dem Moment so gewesen war, als klar war das sie Amelia holen konnten. Wenigstens verstanden sich die beiden gut.
Am Ende des Tages war ein weiteres Schlafzimmer sauber. Amelia und Draco brachten die beiden Erwachsenen zur Tür.
„Ich hoffe es gibt morgen nicht auch nur trockenes Brot mit Käse", sagte Draco missmutig. „Amelia, magst du nicht was kochen?", wandte er sich an sie. Amelia sah ihn überrascht an.
„Ich kann nicht kochen, zumindest nicht gut", erwiderte sie.
„Wie du kannst nicht kochen?", fragte Draco entsetzt. „Ich meine du bist eine Frau. Alle Frauen können kochen."
„Nur, weil ich eine Frau bin, heißt das nicht, dass ich kochen kann. Ich hatte nie was mit kochen zu tun. Die anderen Slytherinmädchen sind im Koch-Club, ich habe Flüche gelernt", erwiderte Amelia ärgerlich und Sirius musste lachen.
„Hättest dir wohl doch eine andere Frau aussuchen sollen", sagte er und klopfte Draco aufmunternd auf die Schulter. Draco grummelte etwas in sich hinein und jetzt musste auch Amelia lachen.
„Wer hat denn bis jetzt gekocht?", fragte Amelia.
„Es gab Lieferdienst. Das was der da kocht, kann man nicht essen", sagte Draco und nickte zu Sirius herüber. Der noch immer grinste. „Aber die liefern nicht ins Hauptquartier."
„Also wird es weiterhin trocken Brot geben. Wenn ihr ganz nett fragt, bring ich euch morgen fish & chips mit", sagte Sirius und verschwand mit Remus. Die Tür viel hinter ihnen ins Schloss.
„Du kannst echt nicht kochen?", fragte Draco sie, als sie nach oben gingen.
„Nein, kann ich nicht", erwiderte Amelia nun etwas genervter.
„Aber warum nicht? Ich meine du bist so eine begabte Hexe…", sagte Draco noch immer fassungslos.
„Ja, ich kann Golems erschaffen, so groß wie Häuser und Dunkle Lords zum Narren halten, aber ich kann wirklich nicht kochen. Wo soll ich es denn gelernt haben. Bei den Dursleys hat meistens meine Tante gekocht. Ich habe maximal mal in einer Suppe herumgerührt. In Hogwarts machen das die Hauselfen. Bei dir zuhause übrigens auch."
„Du hast mir doch mal einen Kuchen zum Geburtstag gebacken", erwiderte Draco nachdenklich.
„Nein, den hat Pansy gebacken." Amelia wurde langsam wirklich sauer.
„Oh, na gut", lenkte Draco ein, bevor es zu spät war. Er hatte immer ein gutes Gespür für Gefahr. „Dann musst du mich irgendwie ablenken, damit ich meinen Hunger vergesse."
Amelia warf ihm einen Blick unter hochgezogenen Augenbrauen zu und Draco grinste zweideutig.
„Oh ich habe da schon eine ziemlich gute Idee", sagte Amelia und zückte ihren Zauberstab. Dracos Augen weiteten sich erschrocken.
„Oh nein, ich denke das ist eine ziemlich schlechte Idee", sagte er und wich einen Schritt zurück. Sie bemerkte wie er in seine Hosentasche griff und ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen. Genau in dem Moment, in dem er seinen Zauberstab zog, jagte sie ihm einen Fluch auf den Hals, nur, dass er leider zu schnell war und der Fluch an der Decke abprallte.
„Wenn du mich haben willst, dann hol mich", provozierte Amelia und Draco grinste nun ebenfalls.
„Na warte!"
Sie lieferten sich eine wilde Verfolgungsjagd. Oben im Haus angekommen beschwor Amelia ein Loch in den Boden und verschwand in die Eingangshalle, bevor Draco ihr folgen konnte. Mit einem Plopp apparierte Draco hinter ihr und drückte sie an die Wand.
„Hab ich dich", keuchte er und grinste.
„Das ist unfair", beschwerte sich Amelia mit einem Schmollmund. Er küsste sie.
Am nächsten Tag kam Sirius nochmal vorbei und brachte Essen und Getränke mit. Sie begannen weitere Zimmer sauberzumachen, doch es kamen immer wieder Leute, die Ihre Arbeit unterbrachen. Tonks, Moody und Emmeline Vance kamen zum Mittagessen vorbei und Tonks blieb um zu helfen, wobei sie so schusselig war, dass sie mehr Unheil anrichtete als das sie half.
Dann begann Sirius zu arbeiten und Amelia und Draco verbrachten mehr Zeit mit Training und Hexereien als mit aufräumen. Ende der Woche brachte Tonks groß warmes Essen mit und es kamen noch ein paar andere Ordensmitglieder vorbei. Sie besprachen, was die Woche über passiert war.
Alle machten sich Sorgen, weil Voldemort so ruhig blieb.
„Wir könnten versuchen ihn herauszulocken", sagte Amelia irgendwann.
„Auf die Idee sind wir auch schon gekommen", knurrte Moody ungehalten.
„Aber wir haben jetzt den perfekten Köder", stellte Amelia fest und lächelte.
„Was?", fragte Tonks irritiert und nahm sich noch ein Sandwich.
„Mich."
„Auf garkeinen Fall", fuhr Sirius auf. „Wir werden nicht dein Leben riskieren."
„Davon sprach ich auch gar nicht. Aber ich muss dringend in die Winkelgasse. Ich brauche neue Schulumhänge, Zaubertrankzutaten, vor allem für Remus Wolfsbanntrank. Die Bücherliste ist zwar noch nicht da, aber die kann ich auch später bestellen. Außerdem wollte ich nochmal ins St.-Mungo Hospital gehen, um mit dem Heiler zu sprechen, der Draco behandelt hat. Vielleicht finden wir zusammen eine Lösung, um den Fluch zu brechen."
Draco sah von seinem Teller auf.
„Das ist nicht so wichtig wie deine Sicherheit", sagte er.
„Die Winkelgasse und das Krankenhaus sind ideale öffentliche Plätze. Sollte ich dort angegriffen werden, haben wir wenigstens Beweise. Beweise, die wir brauchen, um andere Zauberer und Hexen zu überzeugen. Wenn Voldemort persönlich auftaucht, umso besser. Auch wenn ich das bezweifle."
„Das ist trotzdem zu unsicher. Sie könnten versuchen dich an einen anderen Ort zu locken", sagte Kingsley.
„Ich kann jederzeit disapparieren. Sie können mich nicht festhalten. Es ist weniger gefährlich für mich als ihr glaubt." Amelia sah in die Runde. Sirius und Remus sahen sich zweifelnd an. Kingsley musterte sie nachdenklich. Mundungus paffte auf seiner Pfeife. Draco musterte sie mit undeutbarem Gesichtsausdruck, dann nickte er.
„Aber du kannst gar nicht apparieren", sagte Tonks. „Du bist erst fünfzehn."
„Ich habe es ihr beigebracht. Dürfen und können sind zwei verschiedene Sachen. Klar können wir apparieren", sagte Draco.
„Also bist du auf Amelias Seite und willst sie als Köder benutzen?", fragte Sirius ungläubig.
Draco zuckte mit den Schultern.
„Das Ministerium kann uns keine Zauber beweisen, denn um uns für Magie anzuklagen brauchen sie eine Registrierung unserer Magie in der Abteilung für Zauberei minderjähriger. Ich weiß, dass haben wir schon zu genüge diskutiert", sagte Draco als Remus den Mund aufmachte. „Aber das bedeutet, dass wir uns im Ernstfall verteidigen können. Ich glaube nicht, dass uns jemand so einfach überrumpeln kann, wenn wir damit rechnen."
„Überschätzt euch mal nicht", knurrte Moody, doch zu Amelias Überraschung war es Sirius der den Kopf schüttelte.
„Darüber würde ich mir am wenigsten Sorgen machen Mad-Eye. Ich habe gesehen, wie Draco kämpft als er Crouch gefangen hat. Das war Wahnsinn."
„Wo du es sagst", sagte Kingsley nachdenklich „Hat nicht auch Snape etwas davon gesagt, er hätte sich mit Lord Voldemort duelliert als er von zuhause abgehauen ist?"
Alle warfen Draco einen überraschten Blick zu. Das hatte wohl noch nicht die Runde gemacht.
„Also wollt ihr Köder spielen um Voldemort hervorzulocken? Glaubt ihr wirklich, dass er anbeißt?", fragte Kingsley. „Das wäre natürlich eine gute Gelegenheit. In der Winkelgasse kann das Ministerium schlecht Tatsachen verdrehen, wenn es zu viele Zeugen gibt."
„Ich weiß es nicht", gestand Amelia. „Ich glaube ich nicht, dass Voldemort persönlich auftaucht. Warum sollte er sich so viel Mühe geben, sich zu verbergen, um mich dann im Herzen der Zauberer Gesellschaft anzugreifen. Das wäre dumm und Voldemort ist nicht dumm. Meine Hoffnung ist es, ein paar Todesser hervorzulocken. Ich will mir ein Bild von ihnen machen. Vielleicht gibt es ein paar, die töricht genug sind und versuchen ihrem Herrn zu imponieren."
Draco nickte ihr verstehend zu, doch der Rest wusste nichts mit dieser Aussage anzufangen.
„Du meinst du könntest ihnen Informationen entlocken?", fragte Tonks irritiert.
„Wir sind mit ihnen aufgewachsen. Ich kenne sie", sagte Amelia und lächelte. Es war kein nettes Lächeln. Tonks schien sich unbehaglich zu fühlen.
„Ihr beide habt mir für meinen Geschmack zu viele Geheimnisse", sagte Moody und sein magisches Auge huschte von Draco zu Amelia. „Es gibt eine ganze Reihe Hexen und Zauberer, die mir nicht geheuer sind und in eurer Gegenwart sagen mir meine Instinkte, dass etwas stinkt."
„Du siehst Grimms Mad-Eye", lachte Tonks. Doch der Auror ließ den Blick nicht von ihnen.
„Es ist nicht normal, dass Schüler ihre Spur verlieren und schon gar nicht dieser nicht Angriffspackt zwischen euch. Die Annullierung jeglicher Flüche, das stinkt nach schwarzer Magie."
Amelia musterte Moody kühl und Draco schnaubte verächtlich.
„Gerade das müssten sie doch verstehen, Moody", sagte Draco kühl. Ihm schien Moodys Misstrauen langsam wirklich zu nerven.
„Klär mich auf", sagte Moody und beugte sich in seinem Stuhl vor. Das schwere Klong seines Holzbeines durchbrach die Stille die plötzlich eingekehrt war.
Amelia blickte in die Runde. Ihr Blick blieb an Moody hängen. Er vertraute ihnen kein Stück und er säte Misstrauen unter den anderen. Misstrauen, dass sie sich nicht leisten konnten. Ihr Vertrauen war wichtiger als dieses Geheimnis. Vielleicht war es an der Zeit zumindest eines ihrer Geheimnisse preis zu geben.
„Es war zu unser beider Schutz.", sagte Amelia schließlich. „Draco ist stärker als ich, der bessere Duellant. Ich konnte nicht riskieren, dass er sich gegen mich wendet. Magisch, mag ich ihm überlegen sein, aber im Duell gibt es nur wenige die ihn besiegen könnten. Noch vor ein paar Monaten war nicht klar, wie sich alles entwickeln würde. Ich hatte Sorge, er könnte eher zu seinem Vater halten als zu mir. Ich habe mich getäuscht. Vielleicht muss auch ich noch Vertrauen lernen." Alle sahen sie einen Moment sprachlos an. Moody runzelte die Stirn als versuche er ihre Aussage als Lüge zu enttarnen.
„Aber ich dachte... ihr liebt euch", sagte Tonks schließlich verwirrt.
Draco lachte kalt und es hallte gespenstisch in der Steinküche wider.
„Ich bin nicht nur hier, weil ich Amelia liebe. Ich bin ebenfalls hier, weil ich Voldemort hasse. Wären nur ein paar Sachen anders verlaufen. Wäre Voldemort nur ein paar Monate später auferstanden unter anderen Umständen, hätte ich euer Feind sein können. Als wir uns entschieden haben, dass Amelia unser Kind bekommt, haben wir dafür gesorgt, dass Voldemort uns niemals aufeinander hetzen kann."
„Deshalb hat sie dich einfach so gehen lassen, nachdem du erfahren hast, dass Voldemort zurück ist", sagte Sirius plötzlich verstehend.
Amelia nickte. „Ich darf nicht einfach blind vertrauen. Ich muss diesen Krieg gewinnen. Das war mir damals schon klar. Alle meine Handlungen laufen darauf hinaus. Nicht erst seit seiner Auferstehung. Ich weiß schon lange, dass dieser Krieg kommen wird. Ich habe bereits seit langem Vorbereitungen getroffen."
Draco legte ihr eine Hand aufs Bein und nickte ihr zu.
„Du bist ihr also nicht böse deswegen, Draco? Dass sie das von dir verlangt hat?", hackte Remus nach.
„Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Ich hätte Amelia nie schaden wollen. Aber wir wussten nicht, wie die Zukunft aussieht und es hat die Spur aufgehoben, was unter den momentanen Umständen doch sehr praktisch ist."
„Hat es etwas mit diesen alten Runen auf dem Arm zu tun? Und dem magischen Schwert in deiner Tasche?", horchte Moody weiter. Er schien noch immer misstrauisch, aber dennoch wirkte er etwas entspannter.
„Es ist nicht nett durch unsere Kleidung zu schauen Moody. Ich will gar nicht wissen wo du überall hinstarrst", stichelte Amelia und grinste. Die anderen mussten Lachen. Es brach das Eis.
„Ist manchmal schon ganz schön praktisch so ein Auge", sagte Sirius glucksend.
„Das beantwortet nicht die Frage", knurrte Moody.
Amelia seufzte schwer.
„Ja, die Runen verbinden unsere Magie und ja, das ist dunkle Magie", gab sie zu.
Alle sahen sich etwas unbehaglich um. Die Dunklen Künste waren kein gutes Thema beim Phönixorden. Auch wenn es ein offenes Geheimnis war, das Severus, Draco und Amelia sie nutzten.
„Und was…", begann Moody doch Draco unterbrach ihn.
„Das Schwert hat nichts mit dem anderen zu tun. Aber jetzt reicht es auch mit der Fragerunde", sagte Draco und lehnte sich in seinen Stuhl zurück.
„Warum macht ihr aus allem so ein Geheimnis? Wir stehen auf einer Seite", sagte Tonks und sah von Amelia zu Draco.
„Ich halte mich nur an Dumbledore. Auch er hat viele Geheimnisse und manche davon sind vielleicht besser geheim. Also halte auch ich Dinge geheim, die ich für sinnvoll halte. Es geht darum bereit zu sein, nicht darum, nett zu sein."
Moody schnaubte, doch Amelia glaubte ein schmales fast unsichtbares Grinsen zu entdecken. Er verstand sie.
„Dumbledore würde uns alles sagen, wenn er könnte", sagte Tonks und kippelte leicht auf ihrem Stuhl.
„Er schützt seine Geheimnisse und er mag seine Geheimnisse. Er würde sie nie aus freien Stücken teilen, wenn es einen anderen Weg gäbe", erwiderte Amelia.
„Glaubst du nicht, dass du zu hart über ihn urteilst?", fragte Sirius. „Er will dich nur beschützen."
Amelia legte den Kopf auf die Seite und wägte ihre Worte gut ab.
„Dumbledore ist eine sehr undurchsichtige Persönlichkeit. Er hat Macht und Einfluss, obwohl er nie danach gegriffen hat. Er hätte Zaubereiminister sein können, aber er hat diese Macht abgelehnt und sich damit zufrieden gegeben Schuldirektor zu sein."
Keiner sagte etwas dazu, also fuhr Amelia fort. „Seine wahrscheinlich größte Leistung war es, Grindelwald zu besiegen, doch er ließ sich Monate darum bitten, bevor er einschritt. Was hielt ihn davon ab? Was treibt Dumbledore an? Er ruft zu Zusammenhalt und Vertrauen auf, doch er ist derjenige der nicht vertrauen kann."
„Dumbedore ist ein guter Mann", sagte Remus und Amelia blickte zu dem Werwolf. Ihr Gesichtsausdruck wurde weicher. Natürlich verehrte er Dumbledore. Er hatte ihm eine halbwegs normale Kindheit ermöglicht.
„Ich weiß, ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Vielleicht ist er der Beste von uns. Aber es ändert ihn nicht."
Alle schwiegen einen Moment dann sagte Tonks.
„Magst du ihn jetzt oder nicht?"
Amelia lachte leise. „Wir sollten uns überlegen, welche Route ich durch die Winkelgasse nehme und wie wir Verbindung halten."
Sie machten sich an die Vorbereitungen. Remus bestand darauf, den Plan noch einmal mit Dumbledore zu besprechen und Amelia und Draco nutzten die Zeit, um sich Einkaufslisten zu schreiben und ihren Patroni beizubringen, wie sie Botschaften überbringen konnten. Ein guter Trick des Phönixordens.
Ihren Patronus zu sehen, führte Amelia mehr als alles andere vor Augen, wie sehr sie sich in dem letzten Jahr verändert hatte. Bildeten sich die meisten körperlichen Veränderungen durch ihre Schwangerschaft langsam zurück, war dies eine Veränderung, die mehr emotionaler Natur war und wahrscheinlich nicht so schnell wieder verschwinden würde.
Ihr Patronus war immer ein Falke gewesen. Es war ihr auch immer am leichtesten gefallen ihren Homunkuli die Form eines Falken zu geben, da sie sich mit diesem Tier verbunden fühlte. Deshalb war sie nun umso überraschter gewesen, als aus ihrem Zauberstab etwas großes hervorgetreten war. Es hatte vier Hufe gehabt eine lange Mähne und einen Schweif. Ein Pferd. Ihr Patronus war ein Pferd?! Dracos Patronus war immer ein Pferd gewesen und mit einem Mal wurde es ihr klar. Das war kein Pferd, das war eine Stute.
Fassungslos ließ sie sich auf das Bett sinken und starrte ihren Patronus an.
„Ich wusste gar nicht, das Patroni sich verändern können", sagte Draco und musterte ihren Patronus überrascht. „Expecto Patronum." Aus Dracos Zauberstab brach ebenfalls eine majestätische große Gestalt hervor. Ein Hengst. Amelia betrachtete die beiden Patroni und ihr kroch die Schamesröte in die Wangen. Etwas das ihr schon lange nichtmehr geschehen war. Aber so vor Augen geführt zu bekommen, wie sehr sie sich auf Draco eingelassen hatte, wie tief ihre Verbindung zu ihm war, trieb selbst ihr die Schamesröte ins Gesicht. Es war als hätte sie ihre Seele entblößt.
„Patroni verändern sich manchmal", sagte Amelia schließlich, während sie beide ihre Pferdepatroni beobachteten. „Es hat mit großen emotionalen Umbrüchen zu tun", fügte sie hinzu und Draco sah sie überrascht an.
„Also ist dein Patronus meinem jetzt so ähnlich, weil…?", er sah sie fragend an.
Amelia schluckte und dachte nach. Seit wann sah ihr Patronus so aus? Sie hatte ihn das letzte Mal in ihrem dritten Schuljahr beschworen. Nachdem die Dementoren abgezogen worden waren, hatte es keinen Grund mehr gegeben ihn zu rufen. Aber wann hatte sie sich so verändert? War es durch die Fehlgeburt oder durch Voldemorts Auferstehung oder das Draco zu ihr zurückgekommen war? Wenn Amelia sich selbst gegenüber ehrlich war, war es wahrscheinlich schon viel früher geschehen. Sie erinnerte sich an diesen einen Tag im Winter, als sie am Fenster gestanden hatte. Im Salon im Herrenhaus der Malfoys. Damals hatte sie für sich beschlossen Mutter zu werden. Sie hatte sich für Draco und für ihre gemeinsame Familie entschieden.
Hormone, Gefühle, Schmerz, Liebe… die letzten Monate waren eine emotionale Achterbahnfahrt gewesen. Es wäre wahrscheinlich ein Wunder gewesen, wenn es sie nicht geprägt hätte.
„Amelia?", fragte Draco, als Amelia nicht reagierte. Sie sah zu ihm hin und jetzt musste sie verlegen lächeln.
„Mein Patronus hat sich wohl den neuen Gegebenheiten angepasst", sagte sie und Draco zog eine Augenbraue hoch.
„Und die wären?"
„Das ist jetzt zu dir gehöre", sagte sie und zog ihn neben sich aufs Bett. In diesem Moment vielen ihr unendlich viele zweideutige Wortspiele zu Hengsten und Stuten ein, aber die verkniff sie sich und küsste ihn stattdessen. Sie war sich durchaus bewusst, dass Draco ziemlich selbstzufrieden in den Kuss grinste, als er sie an sich drückte.
Eine Woche später waren sie bereit, um in die Winkelgasse zu gehen. Sie würden mit der Muggel U-Bahn fahren, bevor sie von dort aus zum St.-Mungo gingen.
Draco und Amelia würden nur zu zweit durch die Straßen gehen. Moody, Tonks, Vance, Remus und noch ein paar andere vom Orden würden in der Nähe bleiben, falls Todesser oder Voldemort auftauchten. Fast hoffte Amelia, dass es einen solchen Zwischenfall geben würde. Es würde ihnen das Leben einfacher machen.
Am Abend vorher testete Moody sie noch einmal scharf in Gegenzaubern und erst als er sicher war, dass sie sich wehren konnten, ließ er sie zu Bett gehen.
„Ich habe noch was für dich, Draco", sagte Amelia als sie sich auszogen.
„Hm?"
„Eigentlich wollte ich es dir nach der Geburt geben, aber da das noch etwas dauern wird…", sagte Amelia und zuckte traurig mit den Schultern. Sie holte eine Schachtel hervor und setzte sich zu ihm an Bett.
„Du erinnerst dich an das Pertal das du mir geschenkt hast? Ich habe den Zauber entschlüsselt und dupliziert. Das ist für dich."
Draco öffnete die Schachtel und holte ein schweres Metallarmband hervor.
„Das Armband kenne ich. Daran hast du letztes Jahr immer herumgezaubert und so ein Geheimnis daraus gemacht. Hast du es wirklich geschafft ein Pertal zu erschaffen?" Ein Pertal wurde normalerweise von Auroren genutzt um ihre Zauberstäbe stets in Reichweite zu halten. Draco hatte ihr einen Prototyp zu Weihnachten geschenkt.
„Teste es aus", ermunterte ihn Amelia und legte das Armband um sein Rechtes Handgelenk. Mit einem Gedanken von ihm verschwand Dracos Zauberstab in dem Pertal nur, um im nächsten Moment wiederaufzutauchen.
„Du bist die beste", grinste Draco und ließ seinen Zauberstab nochmals verschwinden.
„Ich würde mir Caliburn bei Gelegenheit auch gerne mal genauer ansehen", sagte Amelia. „Vielleicht kann ich herausfinden, wie es funktioniert."
„Das Schwert ist gefährlich. Es hat in der Vergangenheit schon Zauberern ihre Magie entzogen, nur indem sie es berührt haben", warnte Draco.
„Mach dir darüber keine Gedanken. Der Blutpakt, den ich mit deinen Familiengeistern geschlossen habe, ist zwar erfüllt, aber irgendwie schützt er mich vor den Auswirkungen des Schwertes. Immer wenn ich Caliburn berühre, spüre ich, wie seine Reste wieder aktiv werden. So als würden sie mich erkennen."
Amelia hob ihre Hand und zeichnete mit den Fingern die blasse Narbe des Familienwappens nach. Ein Schwert und ein Zauberstab die sich kreuzten. Draco nahm ihre Hand in die Seine und küsste ihre Handfläche.
„Dann teste was immer du magst."
Es war ein strahlender Sommertag. Sie zogen ihre unauffälligsten, muggelähnlichsten Sachen an und verließen das Haus unter dem Tarnumhang. Bis zur U-Bahn blieben sie unsichtbar, erst dort legten sie ihn ab und setzte sich in die Bahn. Draco warf dem fahrenden Stahlmonstrum einen abfälligen Blick zu, aber der Hogwarts Express war auch ein Zug, also enthielt er sich jeglicher Kommentare.
Die Muggel in der Untergrundbahn warfen ihnen komische Blicke zu. Dracos Narben sahen aus, als würden sie jeden Moment anfangen zu Bluten. Einmal hatte Amelia sogar das Gefühl einer der Muggel würde sie darauf ansprechen. Doch dazu kam es nicht.
Es war ein unangenehmes Gefühl in der Muggelwelt zu sein. Sie gehörte hier nicht hin und sie waren beide froh, als sie endlich im Tropfenden Kessel ankamen. Amelia warf einen Blick in ihr Feindglas. Die Luft war rein.
Die Winkelgasse öffnete sich vor ihnen und es schien, als hätte sich nichts verändert. Die Straße war voll und geschäftig wie sonst auch. Überall wuselten Hexen und Zauberer umher und die exotischsten Waren wurden angeboten.
Sie gingen zuerst nach Gringotts wo Amelia noch etwas Gold aus ihrem Verließ holte. Danach machten sie sich auf zu Madam Malkins Anzüge für alle Gelegenheiten.
Amelia stand zwischen den vielen Stoffen und suchte welche heraus.
„Erinnere mich dran, dass ich nie wieder meine ganzen Anziehsachen verbrenne", sagte sie und strich über einen Ballen Drachenleder.
„Warum hast du das überhaupt gemacht? Das verstehe ich bis heute nicht", sagte Draco.
„Keine Ahnung. Ich habe mich danach gefühlt", sagte Amelia und ließ sich Kleidung anpassen sowie neue Hogwarts Umhänge.
Danach gingen sie Zaubertrankzutaten kaufen und als Amelia aus dem Fenster blickte, hatte sie das Gefühl, beobachtet zu werden. In Feindglas waren drei dunkle Schemen zu erkennen.
„Ich habe Wilkes gesehen", sagte Draco leise, als er Amelias Blick bemerkte.
„Sonst noch jemanden?"
„Nicht allein. Mit ein paar anderen. Metis Yaxley konnte ich erkennen, den Rest kenne ich nur vom Sehen. Aber alle aus dem gleichen Klüngel."
Amelia zögerte einen Moment, sie konnte sich noch allzu lebhaft an ihre letzte Begegnung mit Metis erinnern. Sie hatte den Respekt und die Angst in seinen Augen gesehen. Was, wenn sie ihn für sich gewinnen konnte?
„Ich habe hier eine kleine Erfindung von mir", sagte Amelia und holte ein kleines Amulett aus Drachenknochen hervor. Wir müssen nur etwas näher an sie herankommen, dann steckte ich es Metis zu."
„Lass uns kein Risiko eingehen. Das ist es nicht wert", sagte Draco und Amelia nickte.
„Nicht mehr Risiko als nötig. Aber ich brauche ihn."
„Was hast du jetzt wieder ausgeheckt?", fragte Draco und besah sich den Drachenknochen.
„Metis ist wie du, der Sohn eines Todessers", sagte Amelia und Draco verzog angewidert das Gesicht. „Selbst, wenn er nicht wirklich direkt involviert ist, bekommt er viel von dem mit, was am Rande geschieht. Dinge die Severus nicht erfährt. Dinge, die man nur sagt, wenn Vertrauenspersonen in der Nähe sind. Vielleicht kann ich etwas auf ihn einwirken. Er ist klug und sein Vater, sagen wir, er hat sich Voldemort nicht unbedingt als Herren zurückgewünscht"
„Du willst Todesser abwerben?", fragte Draco überrascht.
„Ich muss sie nur davon überzeugen wer ihnen mehr zu bieten hat", sagte Amelia und musterte den Drachenknochen.
„Ich muss gestehen, du schaffst es noch immer mich zu überraschen", sagte Draco amüsiert, doch dann änderte sich sein Ausdruck plötzlich.
„Aber eines sollten wir noch klären." Er legte einen Arm um seine Freundin und fuhr mit einem Finger an ihr Kinn. Er zwang sie ihm in die Augen zu blicken und Amelia war im ersten Moment überrascht.
„Nenne mich nie wieder, Sohn eines Todessers."
Amelia sah hoch in seine Augen und versuche zu ergründen was er fühlte, doch er wendete Okklumentik gegen sie an.
Zusammen gingen sie wieder nach draußen, in die sengende Hitze. Jetzt nachdem Draco sie darauf aufmerksam gemacht hatte, sah auch Amelia die Gruppe aus vier Jugendlichen, die ihnen folgte. Metis war der älteste von ihnen. Wilkes war im Abschlussjahrgang auf Hogwarts. Amelia hatte nie viel mit ihm zu tun gehabt, sie wusste nur, dass sein Vater von Auroren getötet wurde. Eine junge Frau war bei ihnen und ein anderer Zauberer den Amelia vom Sehen aus der Schule kannte. Er hatte Hogwarts letztes Jahr absolviert.
Draco und Amelia ließen sich viel Zeit und schlenderten noch etwas durch die Gegend, doch ihre Verfolger blieben immer auf gleicher Distanz. Es schien so, als würden sie nur beobachten wollen.
Das war wirklich ärgerlich, denn so würden sie Metis auch nicht den Drachenknochen zustecken können.
In Flourisch & Blotts ließ sich Amelia von Draco eines der Bücher aus dem obersten Regal rausgeben, er war einfach größer als sie und flüsterte ihm zu. „Wir müssen irgendwie an ihn rankommen. Wenn sie uns ziehen lassen, habe ich keine Möglichkeit mit ihm in Kontakt zu treten."
„Wenn der Zauberer nicht zum Kessel kommt, dann muss der Kessel halt zum Zauberer kommen", sagte Amelia, nachdem sie Flourisch & Blotts verlassen hatten. Draco musste grinsend, als er verstand was sie meinte und sie bogen in die Seitengasse zwischen Eeylops Eulenkaufhaus und Florean Fortescues Eissalon ab.
Kaum waren sie außer Sichtweite zog Amelia den Tarnumhang heraus und verbarg sich darunter. Draco lehnte sichtbar neben ihr an die Wand.
„Moody wird ausflippen", flüsterte Draco und musste bei den Gedanken grinsen. Er mochte den Auror nicht und Amelia konnte ihn gut verstehen. Moody wollte immer alles kontrollieren und wissen, was im Kontrast zu Amelias und Dracos Verschwiegenheit stand. Ein Thema über das es sich Tagelang streiten ließ.
Die vier Verfolger bogen wie erwartet nach einiger Zeit in ihre Gasse ein und Amelia schlich auf Metis zu.
„Na ihr", sagte Draco und stieß sich von der Wand ab.
„Dreckiger Verräter", spie Wilkes ihm entgegen und zog seinen Zauberstab.
„Wenn das alles ist, dann kann ich durchaus damit leben. Besser ein Verräter als der Diener eines Wahnsinnigen. Voldemort wird uns alle nur ins Verderben führen."
„Du wagst es!", zischte Wilkes. „Wie kannst du es wagen seinen Namen zu sagen!"
Amelia war nun bei Metis angekommen. Sie musste sich beeilen, bevor Wilkes die Nerven verlor. Draco stellte sich auch nicht gerade diplomatisch an. Aber Diplomatie war noch nie seine Stärke gewesen.
„Ja, ich wage es. Ich habe mich ihm entgegengestellt und ich habe überlebt. Wie viel kann ein Zauberer bewirken, der es nicht mal schafft, einen fünfzehnjährigen Schüler zu töten. Er hat weder Amelia noch mich besiegt."
Metis ging einen Schritt neben Wilkes und Amelia musste hastig zurückweichen damit er sie nicht anrempelte.
„Stimmt es wirklich? Hast du dich mit dem Dunklen Lord duelliert?", fragte Metis. Er klang weniger aggressiv als Wilkes, mehr einschätzend. Amelia beugte sich schnell vor und ließ den Knochen in seine Tasche gleiten, während Draco antwortete.
„Frag deinen Vater, er war dabei."
„Mein Onkel meinte ihr hättet fast das ganze Manor in Schutt und Asche gelegt", sagte das Mädchen und griff nach Wilkes Arm, um ihn zu beruhigen. Sie hielt es wohl für zu gefährlich, wenn er sich auf Draco stürzte.
Amelia huschte zurück an Dracos Seite und berührte ihn am Arm.
„Ihr solltet euch überlegen, ob Voldemort uns wirklich retten kann. Er hat immer nur Tod und leere Versprechungen gebracht. Ich werde nie ein Schlammblutfreund sein, aber ich werde ihn bekämpfen, weil er uns alle in den Tod führt."
Draco musterte sie, einen nach dem anderen, bevor er an ihnen vorbeiging. Keiner hielt ihn auf, auch wenn Wilkes fast zu platzen schien. Zurück in der Winkelgasse nahm Amelia den Tarnumhang ab und griff nach seiner Hand.
„Hat es geklappt?", erkundigte er sich.
„Traumhaft. Ich sollte dich in Zukunft reden lassen. Du bist viel Überzeugender als ich."
„Ach, besser nicht. Sonst wirft Dumbedore mich noch wegen muggelfeindlicher Bemerkungen raus", grinste Draco während sie das nächste Geschäft betraten. Ihre Verfolger hatten sie abgehängt.
Nach dem sie alles bekommen hatten, was sie brauchten, setzten sie sich in Florean Fortescues Eissalon. Sie hatten ausgemacht, dass sie erst um drei Uhr in Richtung St. Mungos gehen würden, damit der Orden genug Zeit hätte, sich um das Krankenhaus in Position zu bringen, da das Krankenhaus als geschlossener Komplex eindeutig gefährlicher war, als die Winkelgasse.
Es war ein komisches Gefühl, einfach so in einem Eiscafé zu sitzen. Sie hatten es sich unter einem schattigen Sonnenschirm, der über ihnen in der Luft schwebte, bequem gemacht und ließen sich das Eis schmecken, während irgendwo dort draußen Voldemort herumlief und sie umbringen wollte. Amelia fühlte sich irgendwie normal, zu normal.
Nicht mal die Blicke der Passanten, die Amelia erkannten und hinter vorgehaltener Hand flüsterten, mochten diesen Schein von Normalität zu durchbrechen. Zumindest zu Beginn…
„Es war keine gute Idee zu lange an einen Ort zu bleiben", sagte Amelia irgendwann. Es waren immer mehr Leute stehen geblieben, um sich nach ihnen umzudrehen.
„Es war eine blöde Idee", sagte Draco und stand auf. Es drängte sich gerade ein Mann mit einer Kamera durch die Menge. Amelia kannte ihn, er arbeitete für den Tagespropheten. Sie beeilten sich in den Laden zu kommen, um zu zahlen, doch als sie wieder herauskamen, wurden sie von dem Nebel des magischen Fotoapperats eingehüllt.
Amelia hielt sich die Hand vors Gesicht und Draco hielt die Einkaufstüten höher, sodass ihre Gesichter dahinter verborgen waren. Amelia glaubte in der Menge Rita Kimmkorn gesehen zu haben.
Schnell drängten sie sich durch die Menge, um zurück zum tropfenden Kessel zu gelangen.
„Verdammte Reporter", zischte Amelia leise, als sie sich in den kleinen Pub drängten.
„Wir hätten es wissen müssen. Ich wette das gibt eine tolle Schlagzeile", fluchte Draco und lotste sie in die Muggelwelt.
Hier waren sie zumindest vor den Reportern sicher.
„Jetzt werden sie dich sicher auch in diese Schlammschlacht mit hineinziehen. Das ist Rufmord!", erboste sich Amelia.
„Nicht, dass ich es nicht schon kennen würde, oder?", sagte Draco resigniert und nahm ihre Hand. Im letzten Schuljahr hatte Rita Krimmkorn ein paar unschöne Dinge über Draco geschrieben. „Aber was ist mit dir los, Amelia. Sonst regst du dich doch nicht über so was auf."
„Es ist so ungerecht, Draco. Ich finde es so unglaublich ungerecht. Das Ministerium unterstützt Voldemort indirekt und wir können nichts dagegen tun."
„Wir haben einen kleinen Trost. Sobald alles auffliegt, ist es das Ministerium, das blöd dasteht."
Amelia sah zu ihm hoch und schaffte gerade so ein resigniertes Lächeln. „Wenn es bis dahin nicht schon zu spät ist." Sie gingen die belebte Einkaufsstraße entlang wo die Muggel ihnen keine Aufmerksamkeit schenkten.
„Es ist so erbärmlich, dass wir sogar unser größtes Krankenhaus verstecken müssen", sagte Draco irgendwann und warf den Muggeln düstere Blicke zu. „Das St.-Mungo ist das einzige große magische Gebäude, dass sich an der Oberfläche befindet. Selbst das Ministerium befindet sich unter der Erde. Wir müssen alles verbergen und wenn wir es nicht gut genug tun, dann werden wir zur Rechenschaft gezogen. Wir ziehen uns selbst zur Rechenschaft. Ist das nicht krank?"
Amelia blickte sich zu den Muggeln um sich herum um und ein leichter Stich des Neides durchzuckte sie. Sie mussten sich nicht verstecken oder unter der Erde leben. Egal wie bequem Magie war, solange es Muggel gab, waren sie immer die Gefangenen ihrer eigenen Welt.
„Irgendwann werden wir frei sein, Draco. Wir brauchen Voldemort nicht um frei zu sein. Das können wir genauso schaffen."
Draco blieb stehen und sah Amelia an. „Woher nimmst du diese Gewissheit?"
„Du weißt, dass ich bei Muggeln aufgewachsen bin. Als ich dort war, habe ich mich immer gefragt, was nicht stimmt. Denn ich habe immer gemerkt, dass ich nicht so bin wie sie. Ich war wie ein Fremdkörper in ihrer Welt und ich habe ihre Welt gehasst.", sagte Amelia und dachte an damals zurück. „Ich weiß nicht ob du das verstehst, aber ich habe sie bis ins tiefste innere meiner Seele gehasst. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, erschrecke ich vor mir selbst."
Draco nickte und Amelia fuhr fort.
„Aber in der Zeit bei den Muggeln hatte ich immer meine Magie. Immer wenn ich mir selbst nichtmehr helfen konnte, hat sie mich beschützt. Es ist diese Macht, die uns von den Muggeln unterscheidet. Ihnen kommt nichts zu Hilfe, wenn sie zu scheitern drohen. Deshalb weiß ich das wir ihnen immer überlegen sein werden. Wir sind geschaffen, um über sie zu herrschen. Daran glaube ich wirklich. Ich vertraue der Magie sie wird uns leiten."
Draco sah sie lächelnd an. Sie hatten so eine ähnliche Unterhaltung schon einmal geführt. Es war gerade mal ein Jahr her. „Ich weiß was du meinst. Ich hatte alles als ich aufwuchs. Alles was ich mir nur vorstellen konnte, doch an den Grenzen des Manors endete meine Welt. Ich hatte immer das Gefühl, dass das nicht richtig war, das da mehr sein sollte. Aber alle haben gesagt das es hinter den Mauern zu gefährlich war, denn dahinter waren die Muggel, dahinter war der Feind und wir konnten uns nur verstecken. Ich habe mich immer gefragt warum, bis mir irgendwann klar wurde, dass wir uns diese Bürde selbst auferlegt hatten. Das wir als Volk so zerstritten waren, dass wir uns selbst knechteten."
„Irgendwann werden wir ganz der Muggelwelt entkommen sein, Draco. Irgendwann werden wir frei sein."
„Ich hasse die Muggel", stieß Draco unvermitteltaus. „Ich hasse sie so sehr, wie diese Blutsverräter die uns in den Untergrund drängen. Sie haben es verdient vernichtet zu werden."
„Gewalt führt nur zu Hass und Schmerz", erinnerte Amelia ihn. Sie verachtete Gewalt.
„Wir werden Voldemort nur mit Gewalt besiegen können", sagte Draco. „Erst dann können wir die Welt verändern. Wir brauchen eine geeinte Zaubererwelt, wenn wir Freiheit wollen. Mit einem Bürgerkrieg in unseren eigenen Reihen, vernichten wir uns nur selbst. Es wird der erste Schritt in die Freiheit sein." Dracos Stimme klang voller Selbstsicherheit, voller Zuversicht.
„Ich glaube daran, Draco. Ich glaube daran, dass es für uns eine bessere Welt geben kann", sagte sie und sah zu ihm auf. Sie würden diesen Weg gemeinsam gehen, egal wo ihr Weg sie hinführen würde.
„Komm weiter, es ist nicht mehr weit bis zum St.-Mungos", sagte Draco und zog sie weiter.
„Wir sollten uns beeilen, sonst dürfen wir uns von Moody heute Abend noch eine Standpauke anhören", fügte Amelia hinzu und sie eilten weiter, bis Draco vor einem altmodischen Backsteinbau anhielt.
Es war ein Kaufhaus, Reinig & Tunkunter GmbH, in dessen Schaufenstern heruntergekommene Schaufensterpuppen mit der Mode von vor zehn Jahren herumstanden. Ein Schild war an der Tür angebracht auf dem es hieß: Wegen Renovierung geschlossen.
Draco ging zu einer weiblichen Schaufensterpuppe und lehnte sich gegen das Schaufenster.
„Wir wollen in die Abteilung für Fluchschäden", flüsterte er leise gegen die Fensterscheibe und Amelia sah gerade noch, wie die Puppe ihnen zunickte, als Draco sie auch schon durch die Scheibe ins Innere zog. Es war als würden sie durch eine dünne Wasserschicht gehen, ohne nass zu werden.
Die Eingangshalle, in die sie nun traten, war nicht weniger geschäftig, als die Straße auf der anderen Seite, doch eindeutig magisch.
In der Eingangshalle wimmelte es nur so von Hexen und Zauberern denen Flüche misslungen waren. Ein Zauberer zog einen langen Reptilienschwanz hinter sich her und ein anderer musste dauernd husten, wobei er Feuer spie.
Heiler in limonengrünen Umhängen gingen durch die Wartenden und machten sich Notizen auf Klemmbrettern.
„Wir müssen in den vierten Stock, dort ist die Abteilung für Fluchschäden", sagte Draco und sie bahnten sich ihren Weg durch die Eingangshalle.
Sie stiegen eine baufällige Treppe empor, deren Wände mit Porträts von Hexen und Zauberern gesäumt waren, die ihnen seltsame Diagnose hinterherriefen. Eine alte Heilerin war so penetrant und verfolgte sie bis in den vierten Stock, um Draco davon zu überzeugen, dass die einzige Möglichkeit sein Leben zu retten sei, nackt mit einem Frettchen um ein Feuer zu tanzen.
Amelia war froh, als sie endlich in die Abteilung für Fluchschäden kamen. Von hier aus gab es mehrere Türen, die auf unterschiedliche Stationen führten.
Draco schien zu wissen, wohin es ging und Amelia folgte ihm.
An der Marvin-Malevolent-Station hielten sie an und Draco klopfte mit dem Zauberstab an die Tür. Ein Läuten erklang im inneren und schon bald sah Amelia einen jungen Heiler auf sie zukommen.
Kaum hatte er die Tür geöffnet und ihnen einen oberflächlichen Blick zugeworfen sagte er: „Bett ganz hinten rechts, wenn nichts mehr blutet kann es nicht so schlimm sein."
„Wir würden gerne zu Heiler Tiberius Gamp", sagte Draco und trat in die Station.
„Heiler Gamp ist noch bei einem anderen Patienten, so wichtig kann es nicht sein. Zum Bett bitte und ausziehen, damit wir den Fluch begutachten können."
Draco seufzte genervt, sagte jedoch nichts weiter. Amelia folgte ihm auf die Station.
Nur wenige Betten waren belegt. In einem saß eine Hexe und las in der Hexenwoche. Die zwei Stationsheiler waren über einen Zauberer in einem anderen Bett gebeugt, der sich unter stummen Schreien zu winden schien.
Draco und Amelia setzten sich auf das Bett ganz hinten an einem der Fenster, von dem man nach Muggellondon sehen konnte. Draco legte sein Hemd ab und straffte unbehaglich die Schultern.
„Ich hasse Krankenhäuser", stelle er fest und setzte eine düstere Mine auf, als die Hexe von ihrer Zeitschrift aufsah.
„Ich bin froh, dass ich nie in einem war. Was ist der Heiler für ein Mann?"
„Du wirst ihn gleich kennen lernen. Etwas roh vielleicht. Aber diese Abteilung hat sich auf dunkle Magie spezialisiert und ich glaube er kennt sich ziemlich gut aus."
Amelia zog eine Augenbraue hoch und blickte auf den Rücken des älteren Heilers. Er hatte kurze weiße Haare aber einen breiten Rücken und wirkte auch sonst nicht gebrechlich. Als er sich umdrehte erhaschte Amelia einen Blick in sein Gesicht und sah seine klugen dunklen Augen unter buschigen weißen Augenbrauen.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der windende Zauberer beruhigt hatte und Heiler Gamp mit seinem Assistenten zu ihnen kam.
Er reichte ihnen beiden die Hand.
„Ich war vor einem Monat schon mal hier. Sie haben den Fluch, der mich erwischt hat untersucht, konnten ihn aber nicht aufheben. Sie sagten ich soll mit der Hexe wiederkommen, die die Blutung gestoppt hat, dann könnten sie eine Möglichkeit finden", sagte Draco.
„Ich erinnere mich, Sie haben für ganz schön Wirbel auf der Station gesorgt. Nachdem Albus Dumbledore sie abgeholt hat, sind ihre Eltern hier aufgetaucht und ihre Mutter ist in Tränen ausgebrochen, als ich ihr gesagt habe, dass Sie leben. Sie hat Sie für tot gehalten."
Draco zuckte schwach mit den Schultern. Man sah ihm das schlechte Gewissen förmlich an.
„Lancester, holen sie mir die Akte. Der Name war Malfoy", wandte sich der Heiler an den jungen Mann. Der Heiler in Ausbildung verschwand durch eine Tür in ein Hinterzimmer.
„Hat sich etwas verändert? Irgendwelche Beschwerden?", erkundigte sich der Heiler und untersuchte mit seinem Zauberstab die Fluchrückstände.
„Nein, nichts. Wie am ersten Tag."
Der Heiler nickte. „Das Versiegeln war ganz ordentliche Arbeit. Sie haben das gemacht?", wandte er sich an Amelia und musterte sie. Er schien überrascht, als er ihre Offensichtliche Jugend bemerkte.
„Ja, allerdings konnte ich den Fluch nicht brechen, deshalb sind wir hier."
Der Heiler nickte nachdenklich.
„Verzeihen Sie, sie können noch nicht lange aus Hogwarts raus sein, wo haben sie gelernt? Ich habe Sie noch nie hier gesehen."
Amelia Lippen zuckte zu einem flüchtigen Lächeln.
„Nirgendwo. Ich bin noch Schülerin. Ich bin fünfzehn", sagte sie und der Heiler starrte sie fassungslos an.
„Hat ihnen jemand dabei geholfen?", fragte er.
„Nein, ich kenne mich mit dunklen Flüchen aus und auch etwas mit Heilen. Ich muss zugeben ich habe improvisiert, aber komplizierte Magie lag mir schon immer. Außerdem welche Wahl hatte ich. Draco wäre gestorben."
Der Heiler blickte sie nachdenklich an.
„Wir konnten nicht herausfinden um welchen Fluch es sich handelt."
„Es ist der Secaretis-Zauber. Ein dunkler Fluch der alles durschneidet was er trifft."
Der Heiler schüttelte den Kopf.
„Das ist unmöglich. Der Zauber hätte ihn glatt durchtrennt. Außerdem haben wir hier einen Absatz. Wenn sie sich den Verlauf der Narbe ansehen, sehen sie, dass er ihn an drei verschiedenen Stellen getroffen hat. Nicht mal im gleichen Winkel. Wenn es wirklich nur ein Fluch war, dann ein gesplitterter und keiner den ich kenne hat eine solche Wirkung."
Der Zauberer deutete den Verlauf des Fluches an Dracos Körper an. Wie er über seinen Oberkörper verlief um dann mit etwas Versatz sein Gesicht getroffen hatte.
Nun war es an Amelia den Kopf zu schütteln.
„Draco befand sich mitten in der Apparation als der Zauber ihn traft. Er hatte unglaubliches Glück. Einen Augenblick früher und der Zauber hätte ihn komplett getroffen. Der Versatz kommt durch die Verdrehung der Apparation zustande und ihn hat auch nicht der komplette Fluch getroffen, sondern nur ein Teil. Gerade genug, um ihn nicht sofort zu töten. Er kann nur von Glück reden, das er sich nicht zersplintert hat."
Der Heiler blickte wieder auf die Fluchnarben und ein grimmiger Ausdruck trat auf sein Gesicht. Er schien über das Gesagte nachzudenken.
„Appariert? Stimmt das?", wandte er sich an Draco und dieser nickte.
„Ich habe mich verschätzt. Ich dachte meine Apparation ist schneller als der Fluch.", gestand er.
„Warum haben Sie mir nichts gesagt", sagte der Zauberer grimmig. „Als Heiler dürfen wir dem Ministerium keine Auskunft über unsere Patienten geben. Aber solche Kleinigkeiten sind wichtig! Woher soll ich denn ahnen, dass heutzutage schon Schüler durch die Gegend apparieren"
Draco schien sich unbehaglich zu fühlen.
„Es erschien mir unwichtig. Der Fluch hat mich trotzdem getroffen." Der Assistenz-Heiler erlöste Draco aus dem stechenden vorwurfsvollen Blick von Heiler Gamp, als dieser ihm eine dünne Akte reichte.
Der Heiler studierte ein paar Seiten, dann nickte er nachdenklich.
„Eine gute Diagnose unter den gegebenen Umständen absolut einleuchtend. Wie kamen sie darauf", wandte er sich an Amelia, die sich etwas unwohl in ihrer Haut fühlte, so ausgehorcht zu werden.
„Legilimens", sagte diese nur und der Assistenzheiler keuchte auf. „Es ist verboten den Zauber Legilimens anzuwenden. Patienten müssen dafür eine Verfügung unterzeichnen."
Amelia schenkte ihm einen kühlen Blick.
„Ich bin keine Heilerin und wenn Draco möchte, darf er mich gerne dafür anzeigen, dass ich ihm das Leben gerettet habe."
Einen Augenblick glaubte Amelia der Zauberer würde ihrem Blick standhalten, doch dann biss er die Zähne zusammen und sah weg.
Heiler Gamp beobachtete die Szene nachdenklich.
„Aber eines müssen sie mir noch erklären. Der Secaretis – Zauber ist fast unbehandelbar. Die Wunde ist unmöglich zu schließen. Selbst wenn die Verletzung nicht sofort tödlich ist, verblutet das Opfer früher oder später, wenn es nicht regelmäßig Blutbindungstränke zu sich nimmt. Was haben sie gemacht."
„Mit einem Blutbindungstrank habe ich mir auch Zeit verschafft, aber das war eher Zufall. Sie müssen wissen ich hatte ein Hilfsmittel. Einen magischen Gegenstand der Magie auflöst. Zuerst hatte ich überlegt den ganzen Zauber einfach herauszuschneiden, doch das hätte die Wunde ebenso unbehandelbar gemacht. Außerdem wusste ich nicht, was mit Draco passiert wäre, wenn ich ihn mit der Klinge geschnitten hätte. Das war mir zu risikoreich. Also habe ich den Zauber aufgeschnitten und in die Fluchstruktur einen Zauber gewirkt, der die Blutung stoppt. Der Secaretis-Fluch wirkt noch immer, doch mein Zauber wirkt ihm entgegen und stoppt den Blutfluss wie ein Stöpsel. Es ist simpel gedacht, aber wirkungsvoll."
„Eine unübliche Methode. Eigentlich keine wirkliche Heilerlösung. So etwas benutzen Fluchbrecher bei Flüchen, die sie nicht brechen können, um sie zu umgehen."
„Daher habe ich diese Methode auch. Ich habe mich ausgiebig mit dem Fluchbrecherhandwerk beschäftigt."
Amelia hatte einen ganzen Monat ihres letzten Schuljahres der dritten Aufgabe gewidmet, um herauszufinden, wie sie sicher durch den Irrgarten kam. Dabei hatte sie tief in der Materie des Fluchbrechens geschürft.
„Das ist dilettantes Gepfuschte. Man kann einen Körper nicht wie eine Steinwand benutzen", sagte der Assistenz-Heiler überheblich.
„Deshalb sind wir hier. Weil wir nicht wissen, was wir tun sollen. Meine Magie ist stark, sehr stark. Ich bin sicher sie könnte den Fluch über Jahre im Zaum halten, aber ich weiß nicht, wie der Körper darauf reagiert", sagte Amelia beunruhigt und sah den Heiler hoffnungsvoll an.
Auch der Heiler musterte Draco besorgt. Alle verfielen in Schweigen.
„Ich bin noch nicht tot", schnarrte dieser irgendwann aufgebracht und zog sein Hemd wieder an. Heiler Gamp lachte und klopfte ihm auf die Schulter.
„Und der Fluch wird Sie in nächster Zeit auch nicht umbringen. Aber wir können ihn nicht brechen. Ich kenne Zauberer, die noch heute mit Blutbindungstränken leben. Da haben Sie es um einiges besser getroffen."
„Wurde der Zauber früher häufiger benutzt?", fragte Draco und der Zauberer nickte sorgenvoll.
„Früher, als sie-wissen-schon-wer noch lebte, haben wir wöchentlich Fluchopfer hereinbekommen. Die wenigsten haben es geschafft. Sie hatten unverschämtes Glück."
„Diese Zeiten werden wiederkommen", sagte Draco düster und stand auf.
„Das ist doch Unsinn. Dumbledore und das Potter Mädchen haben diese Lügen in die Welt gesetzt, um zu vertuschen was wirklich passiert ist. Es ist unverantwortlich ein schwangeres Mädchen zu einem gefährlichen Turnier zuzulassen", sagte der Assistenzheiler. „Man sollte Dumbledore als Schuldirektor absetzen."
Draco ballte die Hände zu Fäusten, doch Amelia wandte sich an den jungen Mann, bevor Draco etwas sagen konnte.
„Wissen sie was das Trimagische Turnier ist?", fragte sie ihn sanft und der Assistenzheiler schnaubte.
„Ein Schülerturnier halt."
Amelia schüttelte sachte den Kopf.
„Es ist ein magischer bindender Vertrag. Es ist uralte Magie. Deshalb wurde das Turnier immer wieder ausgesetzt. Weil wir immer mehr mit dieser Art der Magie hadern. Nachdem der Feuerkelch den Namen ausgegeben hat, hat ein Champion nur eine Wahl. Kämpfen oder Sterben. Sie sind doch Heiler, sie müssten sich mit solchen magischen Verträgen auskennen."
„Weder Dumbledore noch Amelia hatten eine Wahl sie zu diesem Turnier zu schicken", sagte Draco kalt.
„Das ist doch verrückt. Das Ministerium hätte so etwas niemals zugelassen. Unter diesen Umständen wäre so ein Turnier nie zustande gekommen. Außerdem hätte das Ministerium bemerkt, wenn sie-wissen-schon-wer zurück wäre."
„Das Ministerium hatte schon vorher Beweise, dass Voldemort seine Rückkehr plant. Aber sie haben nichts getan. Sie haben abgewartet. Jetzt vertuscht Fudge alles, um seinen Ruf zu retten. Es ist einfacher Amelia für verrückt zu erklären, als zuzugeben versagt zu haben." Draco war aufgestanden und funkelte den Zauberer böse an.
„Der Fluch muss dir aufs Gehirn geschlagen haben", sagte der Assistenzzauberer und verschränkte die Arme vor der Brust. „Das Mädchen ist durchgeknallt. Sie kann auch vorher schon nicht sonderlich helle gewesen sein, wenn sie sich mit vierzehn schwängern lässt."
„Lancaster, seien Sie besser still. Sie reden sich gerade um Kopf und Kragen", sagte Heiler Gamp. Er wirkte ernst, als sein Assistenzheiler ihn irritiert ansah.
„Das dort ist Amelia Potter", sagte der Heiler und beide blickten zu Amelia. Ihre Narbe war halb unter ihren schwarzen Haaren verborgen, aber dennoch gut zu erkennen. Der junge Mann lief rot an. Flecken bildeten sich in seinem Gesicht. „Ich ähm…", stotterte er.
Amelia lächelte, es war ein spöttisches Lächeln.
„Ich habe mich doch gar nicht vorgestellt", sagte Amelia an Heiler Gamp gewandt.
„Nicht gerade eine detektivische Meisterleistung. Sie waren in allen Zeitungen. Ich habe nur einen Moment gebraucht, um das Gesicht zuzuordnen." Der ältere Zauberer blickte von Amelia zu Draco und musterte die beiden Jugendlichen.
„Wer hat Mr Malfoy mit dem Fluch belegt?" Seine Stimme klang berechnend. Er wusste die Antwort bereits.
„Liegt das nicht auf der Hand", erwiderte Amelia schlicht. „Ich war es sicher nicht und auch Dumbledore war es nicht. Dracos Eltern dürften ziemlich aufgewühlt gewesen sein, als sie hier waren, aber überglücklich ihren Sohn am Leben zu wissen. Sie waren es auch nicht."
„Das ist doch verrückt", sagte der Assistenzheiler aufgebracht.
„Lancaster, gehen sie mir einen Kaffee holen. Einen extra starken", sagte Heiler Gamp und sein Assistent warf ihm einen wütenden Blick zu. Dann machte er sich auf den Weg die Station zu verlassen.
„Sie halten mich nicht für verrückt", stellte Amelia überrascht fest.
„Ich muss gestehen es fällt mir schwer. Sie sind eine verdammt kluge Hexe und wirken keineswegs verrückt. Aber es fällt mir genauso schwer zu glauben, dass er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf zurückgekehrt ist. Er war tot und tote kann man nicht wiederbeleben."
„Sie haben den Aufstieg Voldemorts miterlebt. Seine erste Terrorherrschaft. Als er verschwand wurde er nur geschwächt und musste sich verstecken. Doch nun hat er einen Weg gefunden zu neuer Stärke zu gelangen. Er war nie tot. Wir wollten es nur glauben. Ich wollte es genauso glauben, wieder Rest der Zauberwelt. Aber dann erschien auf der Weltmeisterschaft das Dunkle Mal am Himmel. Es war eine Warnung an seine Todesser die sich abgewandt hatten. Glauben sie Dumbledore und ich denken uns so was aus? Wir wissen beide nur allzu schmerzlich was es bedeutet."
Der Zauberer biss die Zähne zusammen. „Er darf nicht zurückgekehrt sein", sagte er und Amelia hätte niemals gedacht diesen großen Mann ängstlich zu sehen.
Sie trat vor ihn und sah hinauf in sein Gesicht. Er schüttelte den Kopf. „Warum sagen sie so was. Warum stellen sie sich gegen alle. Dabei sind sie talentiert", fragte er sie verzweifelt.
„Weil ich die Wahrheit sage." Amelias Stimme war sanft, aber entschlossen. Sie spürte in dem Zauberer Schmerz, den gleichen tiefen Schmerz, den auch sie verspürte. Den Schmerz des Verlustes. Sie verstand ihn. Eine Weile blickten sie sich an und der Heiler schien mit sich zu ringen.
„Was können wir tun?", fragte er sie nach einer Weile, die er die junge Hexe nur angestarrt hatte.
„Wir müssen kämpfen, wir müssen uns wehren. Sonst werden noch mehr geliebte Menschen sterben. Der richtige Weg, ist in den seltensten Fällen der einfachste. Aber wenn wir aufgeben, hat Lord Voldemort schon gewonnen."
Der Zauberer nickte benommen. „Es war eine schreckliche Zeit", sagte er.
„Jetzt können wir noch verhindern, dass es wieder so weit kommt. Wir müssen zusammenhalten. Wir müssen das Ministerium überzeugen, dann können wir geschlossen handeln."
„Wie kann ich helfen?", fragte der Zauberer. Er raufte sich das weiße Haupthaar, der Mann wirkte fast hilflos.
„Überzeugen sie die Menschen von der Wahrheit. Wir müssen gewappnet sein. Aber seien Sie vorsichtig. Das Ministerium versucht alle in Misskredit zu bringen, die mir Glauben schenken und diese werden die Ersten sein, die Voldemort angreift, wenn er sich offenbart. Es ist gefährlich."
Der Zauberer nickte.
„Ich glaube daran, dass sie das Ministerium überzeugen können. Sie sind eine beeindruckende junge Frau", sagte der Heiler und sein Blick streifte Dracos Narben. „Ich werde nach Wegen suchen den Fluch zu brechen. Ich bin sicher, wir werden dieses Wissen in Zukunft noch gebrauchen können."
„Wir können jede Hilfe gebrauchen und ich bin für jede Hilfe dankbar", sagte Amelia. Die Stationstür ging auf und der Assistenzheiler Lancaster kam mit zwei großen Tassen Kaffee wieder herein.
„Wir sollten dann gehen", sagte Draco und legte seine Hand auf Amelias Schulter. Diese nickte.
„Denken sie an meine Warnung", sagte Amelia nur noch und der Heiler nickte und steckte seine Hände in die Taschen seiner limonengrünen Robe.
Sie verließen die Station und die Tür viel hinter ihnen ins Schloss.
„Also sind wir so schlau wie früher", sagte Draco, als sie im Gang standen.
„Ich wünschte es gebe eine Heilung", sagte Amelia und sah zu ihm hoch.
„Es ist wohl meine Strafe totgeweiht zu bleiben", sagte Draco und zuckte die Schultern.
„Jetzt rede keinen Unsinn, Draco Malfoy. Bis der Zauber bricht haben wir schon lange eine Lösung gefunden und selbst bis dahin, bist du alles andere als Todgeweiht", sagte Amelia belehrend und legte die Arme um seinen Hals. „Mit der Narbe siehst du fast etwas verwegen aus", neckte sie liebevoll und Draco grinste schief.
„Du brauchst hier nichts zu romantisieren, das passt nicht zu dir, meine Liebe."
„Solange ich zu dir passe", erwiderte Amelia und Draco schnappte spielend nach ihren Lippen.
„Immer."
Die Stationstür gegenüber öffnete sich und Draco und Amelia lösten sich voneinander.
„Warum gehst du nicht weiter, Neville", hörten sie eine mürrische weibliche Stimme und als sie sich umdrehten sahen sie Neville Longbottom wie er erstarrt in der Tür stand. Eine ältere Frau in einem langen grünen Kleid und einem ausgestopften Geier auf ihrem Spitzhut stand hinter ihm.
„Neville", sagte sie ungeduldig, doch Neville rühre sich nicht. Er schluckte ängstlich und ging einen Schritt rückwärts.
Neville Longbottom war im selben Jahrgang wie sie in Hogwarts, aber im Haus Gryffindor. Obwohl er reinblütig war, war er nur allzu oft den Sticheleien der Slytherins ausgeliefert gewesen. Besonders Vincent und Gregory hatten ihn zu einem ihrer Lieblingsoper gemacht. Neville wehrte sich auch nicht.
Eine dünne weißhaarige Hexe kam zur Stationstür. Sie sagte nichts und zupfte Neville nur am Ärmel. Dieser zuckte zusammen, als hätte sie ihn geschlagen und er drehte sich zu ihr um.
„Was ist denn jetzt schon wieder, Alice?", fragte die ältere Frau in dem grünen Kleid.
Die Weißhaarige sagte nichts und hielt Neville nur ein Süßigkeitenpapier hin. Welches er an sich nahm.
Amelia schluckte. Sie wusste wer diese Frau war, auch wenn sie sie noch nie gesehen hatte. Das musste Nevilles Mutter sein, der die Lestranges den Verstand herausgefoltert hatten. „Nicht schon wieder", sagte die ältere Hexe bei Neville und seine Mutter hüpfte glücklich pfeifend zurück in die Krankenstation. Nevilles Blick folgte ihr.
„Wirf es weg, Neville", sagte die Hexe, doch dieser ballte seine Faust darum und warf Draco und Amelia einen grimmigen Blick zu.
„Los, lacht schon", forderte er sie aggressiv auf.
Im ersten Moment dachte sie schon, Draco würde gleich etwas Dummes tun, doch er ging die zwei Schritte die Neville von ihnen entfernt stand und reichte ihm die Hand.
Der Junge zuckte verängstigt zusammen, als würde Draco ihn gleich verhexen. „Es tut mir leid wegen deiner Eltern", sagte er aufrichtig und Neville schaute ihn verblüfft an. „Auch wegen dem ganzen Unsinn in der Schule."
Es war nicht zu sagen wer überraschter war, Neville oder Amelia. Wobei Amelia sich um einiges schneller wieder unter Kontrolle hatte. Sie trat neben ihren Freund und nickte Neville zu.
„Deine Eltern waren mutig sich gegen Voldemort zu stellen", sagte sie und Neville schien die Welt nichtmehr zu verstehen. Er blickte von Draco zu Amelia zu der dargebotenen Hand.
„Ihr wollt mich verarschen, oder?", fragte er perplex.
„Was hat das zu bedeuten?", fragte die Hexe mit dem Geierhut.
Neville sah sich hilflos um.
Draco hob abwehrend die dargebotene Hand. „Ich wollte nur Frieden schließen", sagte er.
Als Neville nicht wirklich zu reagieren schien, wandte Draco sich ab.
„Wir sehen uns dann auf Hogwarts."
Auch Amelia verabschiedete sich und sie verließen die Station für Fluchschäden.
„Was war das denn für eine Anwandlung?", erkundigte sie sich leise auf dem Weg zurück in die Eingangshalle.
„Naja, mein Ruf in der Schule ist gelinde gesagt katastrophal. Ich dachte ich könnte versuchen ein paar Leute davon zu überzeugen, dass ich kein brutaler fanatischer Zauberer bin."
„Und da suchst du dir von allen Leuten ausgerechnet Longbottom aus?", fragte Amelia mit hochgezogener Augenbraue.
„Nein, nicht wirklich. Die Frau da hinter ihm, war Augusta Longbottom. Als ich klein war, war sie mal bei Mutters Weihnachtsfeier. Die Familie Longbottom ist unglaublich groß und sie kennt unglaublich viele Leute in der magischen Welt. Wenn sie uns nicht für total durchgeknallt hält, dürfte das ziemlich gut ankommen."
Amelia musste kichern.
„Wie Slytherin von dir. Ich hatte einen Moment erwartet, dass du deine nette Seite entdeckt hast."
Draco verzog eine Augenbraue.
„Ich? Nett?", grinste er spöttisch.
„Jetzt tu nicht so, manchmal kannst du wirklich ganz süß sein."
„Ich glaube jemand hat dir einen Verwechslungszauber aufgehlast", lachte Draco und Amelia musste ebenfalls grinsen.
Sie verließen das Hospital und fuhren mit der Muggel U-Bahn zurück zum Grimmaudeplatz.
Nachwort:
Ich muss gestehen, dass es mir extrem widerstrebt, hat Amelia Patronus zu verändern. Ich mochte den Falken. Er fühlt sich einfach nach ihr an und sie wird immer eine Verbindung zu ihm haben. Aber es wäre nicht konsequent gewesen.
Es ist in den Büchern nicht genau beschrieben, wann ein Patronus genau seine Form verändert. Es heißt, er tut es bei starken emotionalen Umbrüchen. Tonks Patronus hat sich an den von Remus angepasst. Er ist genauso wie der von Remus ein Wolf geworden. Der von Lily war eine Hirschkuh, bestimmt auch nicht von Anfang an. Aber es ist davon auszugehen, dass der von James schon in seiner Hogwartszeit ein Hirsch war aufgrund seiner Animagusgestalt.
Also hätte ich entweder den Patronus von Draco oder den von Amelia verändern müssen. Ich habe lange gegrübelt welcher es werden soll. Also habe ich nach dem Moment des größten emotionalen Umbruchs gesucht.
Amelia hat sich auf das Kind, auf die Malfoys als Familie und auf Draco eingelassen. Ich denke das war ihr größter emotionaler Umbruch. Das Gefühl Teil einer Familie zu sein. Dracos Familie. Das hätte ihren Patronus verändert. Evtl. kommt die Fehlgeburt noch infrage, aber ich habe mich für das Positive entschieden.
Dracos emotionaler Umbruch war, als er seine Familie verlassen hat. Aber in der Konstellation, in der das ablief und wie ihre Beziehung aussieht, ist es Amelia dessen Patronus sich verändert hat. Ihr könnt mir gerne mal eure Meinung dazu sagen. Ich lass mich da gerne umstimmen.
Oh und ich habe Kreacher umgebracht. Sorry. Ich konnte ihn leider nicht gebrauchen und das Draco das Bild abfackelt, dass ihn Blutsverräter schimpft, traue ich ihm durchaus zu. Das er Dämonsfeuer benutzt hat auch und dass das in den HP Büchern keiner getan hat, weil Dämonsfeuer schwarzmagisch ist und sie sowas nicht benutzen würden, würde ich auch so unterschreiben. Also runde Sache und Kreacher und das Bild sind weg.
