Kapitel 6 – Pläne
Die Schule nahm ihren Lauf und der Unterricht pendelte sich irgendwie in normalen Bahnen ein. So normal wie es nun mal sein konnte. Draco und Amelia verzogen sich die Abende in den Kerkerraum und Amelia brütete an einem Plan wie sie Scrimgeour einen Beweis liefern konnte, dass Voldemort noch lebte. Das schien gar nicht so einfach zu sein.
„Du könntest Scrimgeour einfach erlauben deine Gedanken zu lesen."
„Das bringt doch nichts. Ich bin ein Okklumens. Ich kann ihm zeigen was immer ich möchte. Er wird mir nicht glauben", sagte Amelia und beobachtete ihren Homunkulus der neben Draco saß und ihre Hausaufgaben schrieb.
„Dann müssen wir Voldemort irgendwie aus seinem Versteck locken."
„Das hatten wir schon. Das wird nicht so einfach sein, ohne dass wir das Leben vieler Menschen riskieren."
„Es muss doch eine totsichere, unverfälschliche, Möglichkeit geben, deine Erinnerungen einer anderen Person zu zeigen", sagte Draco und setzte einen Punkt unter seinen Mondsteinaufsatz für Snape.
Beide Amelias, der Homunkulus und die Echte, sahen ihn einen Moment dann.
„Aber natürlich!", sagten sie im Chor und Draco verzog das Gesicht.
„Ich würde es vorziehen, wenn mir nur eine von euch antworten würde. Ihr seht zwar beide umwerfend aus, aber irgendwie kommt mir das noch immer komisch vor." Die Amelias lachten und der Homunkulus wandte sich wieder dem Zaubertrankaufsatz zu.
„Manchmal habe ich kleine Konzentrationslücken", sagte Amelia entschuldigend. „Aber deine Idee ist genial. Warum ich nicht selbst darauf gekommen bin."
„Welche Idee?", fragte Draco irritiert.
„Ich zeige Rufus meine Erinnerungen. Es ist unglaublich schwer eine Erinnerung zu manipulieren. Eigentlich merkt man es immer."
„Und wie willst du ihm deine Erinnerungen zeigen, wenn du meintest Legilimens sei zu einfach auszutricksen?"
„Das wirst du sehen. Ich muss zu Dumbledore", sagte Amelia euphorisch und stürzte aus dem Raum. Draco sah seiner Freundin seufzend hinterher.
„Ich werde dich nie verstehen, Amelia", sagte Draco kopfschüttelnd.
„Du bist der Einzige, der jemals auch nur die Chance dazu hätte", sagte der Homunkulus amüsiert und tauchte seine Feder in die Tinte. Draco seufzte.
Es war spät als Amelia in den Gemeinschaftsraum zurückkam. Draco saß mit Blaise in einer Ecke und sie unterhielten sich gut gelaunt. Amelia warf ihnen einen amüsierten Blick zu und beschloss besser nicht zu stören.
Sie ging in den Mädchenschlafsaal. Tracy und Millicent schliefen schon. Pansy saß auf ihrem Bett und lackierte sich die Fingernägel mit ihrem Zauberstab in einem knalligen Orange.
„Wo ist Daphne?", fragte Amelia und öffnete die Krawatte ihrer Schuluniform.
„Keine Ahnung. Sie hat vorhin einen Brief von zuhause bekommen und ist rausgegangen", sagte Pansy und Amelia hatte ein ungutes Gefühl. Ein Brief von zuhause hieß bei Daphne bestimmt nichts Gutes.
Amelia kramte die Karte des Rumtreibers hervor und entdeckte Daphne am großen See. Sie bewegte sich nicht vom Fleck und die Sperrstunde würde bald beginnen.
Amelia schnappte sich ihren Tarnumhang und verließ nochmal den Schlafsaal.
„Ich bin gleich wieder da", sagte sie zu Pansy und verschwand in die dunklen Gänge des Schlosses.
Amelia machte sich Sorgen um Daphne. Sie hatte das ungute Gefühl, dass die Ferien ganz und gar nicht reibungslos verlaufen waren und sie war nicht für Daphne da gewesen. Sie hatte ihr versprochen, dass sie ihr helfen würde. Aber Daphne hatte abgewiegelt und Amelia hatte genug eigene Probleme gehabt, um sich von allein zu melden. Immer wenn sie an Daphne gedacht hatte, hatte sie eine Ausrede gefunden ihr nicht nochmal zu schreiben. Sie war eine schlechte Freundin.
Daphne saß auf einem großen Felsen, als Amelia sie entdeckte. Sie hatte die Hände im Schoß gefaltet und blickte hinaus auf den See, in dem sich das Mondlicht spiegelte. Wortlos ging Amelia auf sie zu, ihre Schritte waren deutlich zu hören, doch ihre Freundin drehte sich nicht um. Also setzte sich auch Amelia einfach nur neben sie und wartete.
„Willst du nichts sagen?", fragte Daphne irgendwann und sah sie an. Ihre Haut schien perfekt und makellos im Mondlicht und ihre goldenen Locken ließen sie fast wie einen Engel aussehen. Absolut rein und unschuldig.
„Ich warte, bis du etwas sagst", erwiderte Amelia.
„Ich versteh es nicht. Als du Hogwarts vor zwei Monaten verlassen hast, warst du am Ende. Du hast deine Kleidung verbrannt, Spiegel zerschlagen und ich habe dich das erste Mal in meinem Leben wirklich am Boden gesehen. Du warst blass und zittrig mehr ein Schatten als wirklich am Leben.
Jetzt kommst du zurück in die Schule und scheinst wieder alle zu überschatten. Alle hören auf dich, sogar Weasley. Du bekommst es vielleicht nicht mit, wie die anderen über dich reden, aber wir hören das. Sie bewundern dich und dass obwohl die Zeitung so viel Schlechtes über dich geschrieben hat. Wie machst du das? Wie bist du so perfekt?"
„Bist du wirklich hier, um über mich zu reden?", fragte Amelia und legte den Kopf leicht schief.
„Ich will auch so perfekt sein", sagte Daphne verzweifelt und presste ihre vollen roten Lippen zusammen.
„Daphne, ich bin alles andere als perfekt. Ich habe viele Fehler gemacht in meinem Leben, aber alle sehen nur das in mir, was sie sich wünschen. Entweder die Verrückte oder die große Heldin, die ihre Heldentaten vollbrachte, bevor sie überhaupt denken konnte. Ich bin nur der Schatten, den die Zauberwelt sehen will. Alle haben eine Vorstellung davon wie ich zu sein habe und ich kämpfe jeden Tag damit diesen Anforderungen gerecht zu werden. Aber mich sieht kaum jemand. Wenn es überhaupt jemanden gibt, dann ist es Draco. Nur er sieht meine Tränen, nur er kennt meinen Schmerz und meine Angst. Es gibt nur wenige, die mir nah genug sind, als dass ich das zugeben darf. Die Welt möchte mich nicht haben, wie ich bin. Jeder sucht sich das Bild von mir das ihm am besten gefällt."
Daphne zog die Nase hoch und schluckte ihre Tränen hinunter.
„So funktioniert die Welt, oder? Man gibt vor so zu sein, wie alle es möchten oder man zerbricht daran."
„So funktioniert meine Welt. Vielleicht gibt es irgendwo noch eine andere Welt. Eine Welt in der wir beide das sein können, was wir wirklich sind. Aber ich habe sie noch nicht gefunden. Bis ich sie finde, werde ich Amelia Potter bleiben. Solange werde ich lächeln, selbst wenn ich die Menschen verfluche. Solange werde ich Hoffnung vorheucheln, wo ich nur Tod sehe.
Und du wirst Daphne Greengrass bleiben. Die wunderschöne unnahbare Slytherin. Du wirst lächeln, wo du weinen möchtest und stehen bleiben, wo do wegrennen willst. Das ist unsere Realität, in dem Käfig, der sich Zaubererwelt nennt."
„Weil wir beide ihnen nicht entkommen können. Weil es für uns keine Welt außerhalb dieses Käfigs gibt. Du bist das beste Beispiel, wohin es führt, wenn man gegen Konventionen verstößt. Deine frühe Schwangerschaft wird dir ziemlich Übel zum Vorwurf gemacht, aber irgendwann, wenn du älter bist, wird es nur mehr eine Jugendsünde sein. Aber wenn jemals herauskommt, was mein Vater mit mir macht. Dann wird es nicht vorbeigehen. Alle werden es sehen und mich verurteilen und ich kann ihnen nicht entkommen. Ich werde ewig ein Opfer sein."
„Er hat es wieder getan, oder?", fragte Amelia und blickte ebenfalls auf den See. Neben sich spürte sie Daphne nicken.
„Du hast mir so gut alle Verteidigungszauber beigebracht, aber es hat nichts geholfen. Ich konnte einfach nichts machen. Ich war wie erstarrt. Ich habe einfach getan, was er von mir wollte."
Daphne begann zu schluchzen und Amelia strich ihr über den Rücken. Dann nahm sie sie in die Arme und musste selbst die Tränen zurückhalten.
Sie fühlte was Daphne fühlte. Sie spürte ihren Schmerz und ihre Scham. Ihre unendliche Angst, dass alles rauskommen könnte. Eine Angst die größer war als die Angst vor ihrem Vater selbst.
„Ich bewahre deine Geheimnisse, Daphne. Ich bin für dich da", versprach Amelia und hoffte, dass sie dieses Versprechen würde halten können. Für Daphne. Für ihre einzige Freundin.
Amelia stand am nächsten morgen früh auf. Alle anderen schliefen noch und der Gemeinschaftsraum war leer. Sie fühlte sich innerlich ermattet. Sie hatte gestern noch lange mit Daphne am See gesessen und auf dem Weg ins Schloss, hätte Filch sie beinah erwischt.
Amelia fühlte sich schuldig, dass die Daphne nicht hatte beschützen können. Sie hätte es wissen müssen, sie hatte es irgendwie auch gewusst, aber sie war so selbstsüchtig gewesen und ihre eigenen Probleme waren ihr so viel wichtiger vorgekommen. Daphne ging es schlecht, sie war emotional am Ende. Amelia musste einen Weg finden, wie sie nichtmehr zu ihrem Vater zurück musste.
Langsam standen die ersten Schüler auf und Stück für Stück erwachte das Haus Slytherin zum Leben. Der Schulalltag begann.
Draco hatte am Abend Quidditch Training. Es waren Auswahlspiele für neue Spieler angesetzt. Deshalb machte sich Amelia allein auf den Weg in die Bibliothek. Sie hatte von Severus eine Erlaubnis für ein paar Bücher aus der Verbotenen Abteilung dabei, die sie unbedingt für ihre Nachforschungen über die Horkruxe brauchte.
Madam Pince prüfte das Pergament ganz ausführlich, bevor sie in Richtung Verbotene Abteilung verschwand. Es missfiel ihr immer wieder, eines ihrer gut gehüteten Bücher herausgeben zu müssen. Am Anfang war es jedes Mal ein riesiger Aufstand gewesen. Doch mittlerweile hatte sie sich wohl an sie gewöhnt.
„Hallo, Amelia", hörte sie eine Stimme hinter sich und drehte sich um. Cedric war zu ihr getreten. Als sie hereingekommen war, hatte er noch mit ein paar anderen Hufflepuffs an seinem Tisch gesessen und gelernt. Amelia konnte nicht umhin festzustellen, dass Cedric unheimlich gut aussah. Aber das hatte er schon immer. Schließlich war er der Mädchenschwarm der Schule. Besonders seit dem Trimagischen Turnier.
„Hallo. Ich sollte mich noch für deine Unterstützung im Hogwarts Express bedanken."
„Ach nicht der Rede wert", sagte Cedric mit einer wegwerfenden Handbewegung.
„Doch das ist es. Danke sehr", sagte Amelia mit dem ehrlichsten Lächeln, dass sie zustande bekam. Kurz zögerte sie. Eine Frage hatte sie sich schon die ganze Zeit gestellt.
„Was ist eigentlich geschehen, nachdem ich den Trimagischen Pokal berührt habe?", fragte sie an dann Cedric gewandt.
Cedric erstarrte kurz. Diese Frage hatte er wohl nicht erwartet. Dann zuckte er mit den Schultern.
„Nichts", antwortete er und fügte hinzu, als er Amelia irritierten Blick sah. „Naja also Viktor und ich standen da, als du verschwunden bist und haben erwartet, dass jeden Moment jemand kommt und uns rausholt. Oder, dass wir raus appariert werden oder irgendwas. Aber es geschah einfach nichts. Wir haben eine Weile dagestanden und uns gefragt was los ist. Dann kam Viktor auf die Idee, dass das vielleicht nur eine Attrappe war und irgendwo noch der richtige Pokal steht. Also sind wir nochmal losgezogen. Ich habe alles abgesucht. Falls du jetzt rausgeflogen warst oder so, musste schließlich noch einer den Sieg für Hogwarts holen."
Cedric sah ziemlich unglücklich aus. „Ich hatte keine Ahnung was passiert war."
„Es ist nicht deine Schuld", versicherte ihm Amelia.
„Wenn ich einfach den verdammten Pokal genommen hätte, wäre du-weißt-schon-wer nicht wiedergekommen", sagte er bitter.
„Dann wärst du jetzt wahrscheinlich tot und wir wissen nicht, ob er nicht trotzdem wiedergekommen wäre. Er brauchte nicht unbedingt mich. Er wollte mich nur haben."
„Aber dein Kind… Wenn ich gegangen wäre, wäre es noch am Leben."
Amelias innere verkrampfte sich und sie atmete einmal tief durch, bevor sie Cedric antwortete.
„Es bringt nichts mit dem Schicksal zu hadern. Keiner von uns kann ändern, was geschehen ist. Wir können nur nach vorne sehen und das Beste daraus machen", sagte Amelia voller zuversicht.
Cedric nickte. „Ich werde dir helfen. Wo immer ich kann", versprach er.
Amelia nickte. „Danke. Es wird nicht leicht, andere davon zu überzeugen, dass ich nicht verrückt bin."
„Das wird schon", munterte Cedric sie auf und Amelia lächelte ihm dankbar zu.
„Ich glaube Madam Pince kommt mit meinen Büchern wieder", sagte Amelia und wandte sich zum Gehen.
„Ach warte mal", rief Cedric sie zurück. „Was ich dir eigentlich sagen wollte: Das nächste Vertrauensschülertreffen findet nächsten Woche Mittwoch. Im Vertrauensschülerraum im sechsten Stock statt."
Amelia nickte. „Wir werden da sein", versprach sie und verabschiedete sich, um Madam Pince entgegenzugehen, die mit den Büchern aus der Verbotenen Abteilung zurückkam.
Auf dem Weg aus der Bibliothek begegnete Amelia Pansy und sie machten sich zusammen auf den Rückweg Richtung Kerker.
Sie kamen gerade in den Gemeinschaftsraum, als sie eine ziemlich ramponierte Quiddich Mannschaft entdeckten. Graham Montague hatte einen üblen Furunkel-Fluch abbekommen. Urquhart eine Platzwunde am Kopf und er hielt seinen Arm. Die anderen sahen nicht viel besser aus. Draco fehlte.
„Was ist passiert?", forderte Amelia zu wissen, während Pansy zu Graham Montague lief. Ex hin oder her.
Einige grummelten etwas Unverständliches. Aber Amelia ließ sich nicht abwimmeln. „Jetzt macht den Mund auf", zischte sie aufgebracht und packte den riesenhaften Treiber am Arm, der unter seiner Fluch-Verletzung zu wimmern begann. Sie drückte genau hinein.
„Malfoy, das war Malfoy", wimmerte er und versuchte sich in eine bessere Position zu bringen, um weniger Schmerzen zu haben.
„Wo ist Draco jetzt!"
„Er ist noch in den Umkleidekabinen. Das war alles Wilkes Idee ich schwöre es!", sagte Montague und wimmerte, als die Furunkeln in seinem Gesicht zu platzen begannen.
„Pansy bring die Jungs in den Krankenflügel und solltet ihr Draco auch nur ein Haar gekrümmt haben, ich kenne ein paar ausgezeichnete Flüche für dauerhafte Impotenz!", fauchte Amelia aufgebracht und ein paar der Jungen wurden blass. Sie wirbelte aus dem Raum und lief eilig über die Ländereien zum Quidditch Feld. Hoffentlich war Draco nichts passiert!
Amelia öffnete die Tür zu den Kabinen des Slytherin-Teams und hörte das Rauschen der Duschen. Der Umkleideraum sah chaotisch aus. Als sei er fluchtartig verlassen worden. Überall lagen einzelne Socken oder Quiddich Utensilien rum. Einer der Schläger der Treiber war zerbrochen.
Amelia ging weiter hinein und entdeckte Draco unter der Dusche. Er hatte die Hände gegen die Wand gestemmt und ließ sich das Wasser auf den Kopf laufen. Amelia musste ein verräterisches Geräusch gemacht haben, denn plötzlich fuhr er herum und hatte seinen Zauberstab auf sie gerichtet.
„Amelia", sagte er erleichtert und ließ seinen Stab wieder sinken. Seine Lippe war aufgeschlagen und er hatte mehrere rote Flecken, die sich bestimmt bald blau verfärben würden.
„Alles okay?", fragte Amelia zaghaft. Draco nickte erschöpft und kam aus dem Duschbereich. Er setzte sich nass, wie er war, auf eine der Bänke. Eine Pfütze bildete sich zu seinen Füßen.
Amelia kniete vor ihm nieder und begann die Blutergüsse zu heilen. Draco rührte sich nicht. Er sah ihr nur stumm zu. Als sie fertig war, ließ sie ihren Zauberstab verschwinden und blickte hoch in sein Gesicht. Irgendetwas quälte ihn.
„Ich hätte niemals gedacht, dass es so schwer wird", sagte Draco irgendwann niedergeschlagen und ließ die Schultern hängen. Amelia fasste nach seinen Händen.
„Was ist so schwer?", fragte sie sanft.
„Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Slytherins gegen uns wenden würden. Ich meine, sie wollten mir eine Lektion erteilen."
„Weil du zu mir hältst?", fragte Amelia sanft und Draco nickte.
„Werden sich alle gegen uns wenden?", fragte er verzweifelt.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht, Draco", antwortete Amelia erstickt. Sie spürte wie sich ein Klos in ihrem inneren bildete. Die Slytherins hatten immer zusammengehalten. Dies würde ihre größte Zerreisprobe werden.
Draco rutschte neben ihr auf den Boden und drückte Amelia an sich. Kaltes Wasser tropfte von seinen Haaren und durchnässte ihre Kleidung.
„Ich liebe dich", flüsterte Draco verzweifelt und küsste sie. Seine Lippen waren kalt von dem eisigen Wasser, unter dem er gestanden hatte, aber Amelia kümmerte es nicht. Sie schlang die Arme um ihn und erwiderte den Kuss ebenso verzweifelt wie er selbst. Sein heißer Atem strich über ihre Lippen und sie ließ seine Zunge in ihren Mund ein. Verzehrend pressten sie sich aneinander und Amelia wurde auf den harten Boden gerückt.
„Ich brauche dich", flüsterte Draco und begann den Knoten ihrer Krawatte zu öffnen. Er war fahrig, seine Hände zitterten. Amelia legte eine Hand auf seine und löste den Knoten für ihn.
„Ich gehöre dir, Draco." Amelias Stimme war ebenso leise wie Dracos, aber klar ohne die Spur eines Zweifels.
„Nur mir", bestimmte Draco und ließ ihre Schulroben von ihren Schultern gleiten. Seine Lippen legten sich besitzergreifend auf ihre Haut und hinterließen eine prikelnde Spur auf ihrem Körper. Seine Hände fuhren über ihre Taille. Amelia wollte nach ihm fassen, doch Draco schob ihre Hände entschieden von sich.
Der Boden war hart und unbequem aber es war egal. Alles was zählte, war Draco der sie mit verschleiertem Gesichtsausdruck musterte bevor seine Lippen wieder die ihren fanden.
Sein Körper rieb über den ihren und sie konnte sein steifes Glied spüren wie es leicht an ihrem Bein entlang glitt. Ihr Körper zitterte unter seinen sanften Berührungen und sie stöhnte leicht auf, als sein Atem über ihre empfindlichen Brüste strich.
Amelia fuhr mit den Fingern in Dracos nasse Haare und diesmal hielt er sie nicht auf. Ihre Hände glitten über seinen Rücken. Und ertasteten die Narbe die dort verlief. Er war fürchterlich kalt und ihre warmen Hände sogen die Kälte förmlich auf. Sie drückte sich an ihn, wollte die Kälte vertreiben. Ihre Körper rieben sich aneinander und es war als würden sie in einen Rausch geraten, während sie versuchten, möglichst viel des anderen Habhaft zu werden.
Sein Glied stieß an ihre Scheide und rieb an der Nässe zwischen ihren Beinen. Amelia drückte sich ihm entgegen, sie sehnte sich so danach ganz von ihm ausgefüllt zu werden. Sie wollte es immer. Immer und immer wieder nur ihn.
Doch er bewegte sich nicht, obwohl es sie so sehr danach verlange. Draco sah sie an, er sah sie einfach nur an und bewegte sich nicht. Seine grauen Augen fixierten die Ihren. Amelia biss sich leicht auf die Unterlippe und reckte ihm das Gesicht entgegen um eine Berührung bittend. Sein Atem ging keuchend und sie konnte förmlich sehen, wie er mit sich rang.
„Du bist mein Untergang", seine Stimme klang rau, als er die Worte hervorstieß und sie in Besitz nahm.
Sein Glied drang tief und hart in sie ein. Amelia warf den Kopf in den Nacken und stöhnte wohlig auf. Sie legte die Beine an seine Schultern. Draco stieß immer tiefer in sie.
Sein Glied jagte Feuer durch ihren Körper und sie klammerte sich an den Metallbeinen der Umkleidebänke fest. Der Boden scheuerte auf ihrer Haut. Aber sie spürte es kaum. Es war auch nicht wichtig. Es war sein Stöhnen das sich mit ihrem Mischte, sein Drängen dem sie immer wieder entgegenkam. Sein ungezügeltes verlangen, dass er durch ihren Körper jagte. Es breitete sich wie ein Großbrand in ihrem inneren aus und Amelia schrie auf als das Feuer verzehrend durch sie hindurchschoss und alles mit sich riss.
Ihre Muskeln zogen sich ruckartig um Dracos harten Schwanz zusammen und entlockten ihm ein tiefes Stöhnen.
Sie spürte kaum, wie Draco noch einmal tief in sie stieß, bevor sein Samen sich in ihr verteilte. Amelia schlang die Beine um ihn und drückte ihn an sich. Sein Kopf vergrub sich in ihren Haaren. So verharrten sie. Lauschten dem schnellen Atem des anderen und tauchten langsam aus ihrer eigenen Welt wieder auf.
„Ich könnte das den ganzen Tag machen", schnurrte Draco zufrieden und rieb seine Nase an ihrem Hals. Sex hatte seine Laune schon immer aufgebessert.
Amelia drehte sich um und lag nun über Draco. Sein Glied glitt dabei aus ihr heraus.
„Wir könnten es den ganzen Tag tun", flüsterte Amelia verheißungsvoll und neckte seine Lippen mit den ihren. „Du könntest mich bis zur Besinnungslosigkeit vögeln. Ich glaube, das würde mir gefallen." Amelia hauchte Küsse auf sein Schlüsselbein und sah ihn mit einem verführerischen Blick unter schwarzen Wimpern hervor an.
„Mir würde keiner glauben was für ein lüsternes Biest du bist", grinste Draco und knetete ihren Hintern.
Amelia schnurrte verzückt und drückte ihren Hintern gegen seine Hände.
„Das darfst auch nur du wissen."
Draco setzte sich auf und zog Amelia auf seinen Schoß.
„Meine böse, böse kleine Hexe", hauchte Draco gegen ihren Hals und begann ihn mit den Lippen zu bearbeiten. Er biss sanft hinein und Amelia keuchte auf. Sie legte den Kopf auf seine Schulter und ließ zu, wie er in ihre Brustwarzen kniff. Seine Hände wanderten tiefer und drückten ihre Beine auseinander.
Sein Zeigefinger fuhr über ihren Kitzler und Amelia entkam ein tiefes stöhnen. Sie spreizte die Beine noch ein bisschen mehr und drückte ihre feuchte Scham an seine Hand.
Seine Finger fuhren geschickt zwischen ihre Schamlippen und drangen in sie ein.
„Draco", keuchte Amelia seinen Namen und biss sich auf die Lippen. Sein Handballen rieb währenddessen an ihrer Klitoris und machte schmatzende Geräusche. Plötzlich hörte er auf, doch als Amelia protestieren wollte, spürte sie seine Finger an ihren Lippen.
Ohne darüber nachzudenken, öffnete sie den Mund und begann an ihnen zu saugen. Sie schmeckte seinen Samen, gemischt mit ihrem eigenen Saft.
Genüsslich leckte sie sich über die Lippen als Draco sie Finger wieder aus ihren Mund herauszog. Seine Erektion war deutlich an ihrem Hinter zu spüren. Sie ließ verführerisch die Hüften kreisen.
„Scheiße, ich würde nichts lieber tun als dich gleich nochmal zu nehmen. Aber der Boden bringt mich um."
Amelia musste leise lachen und zischte gegen Dracos Ohr: „Ich glaube ich habe da einen Ort im Sinn der deinen gehobenen Ansprüchen genügen sollte."
Sie presste noch einmal extra lasziv ihren Hintern an ihn, bevor sie geschmeidig aufstand.
„Ich liebe diesen Hintern", sagte Draco und packte sie an der Hüfte. Er kniete hinter ihr auf dem Boden und drückte sein Gesicht in ihr Hinterteil. „Der ist so verdammt geil."
Amelia musste kichern und Draco stand auf.
„Was ist daran so lustig?", erkundigte er sich grinsend.
„Ich kenne etwas viel besseres", sagte Amelia und blickte zu ihm hoch. Draco war fast einen Kopf größer als sie. Seine Schultern waren breit und seine Brust hob und senkte sich regelmäßig. Die blutrote Narbe auf seiner Brust stach hervor und das Beltanesiegel schimmerte golden auf seinem muskulösen Oberarm. Seine starken Arme lagen locker um ihre Hüfte und das schiefe Grinsen auf seinen Lippen ließ ihr Herz höherschlagen.
Amelia hob die Hand und fuhr sanft über die blutrote Fluchnarbe auf seinem Gesicht.
„Du bist perfekt", sagte sie mit einem Ausdruck grenzenloser Selbstzufriedenheit. „Und du bist meiner."
Besitzergreifend schlang sie die Arme um seinen Hals. Draco ließ sie gewähren, als sie ihn in einen tiefen leidenschaftlichen Kuss zog.
„Du bist doch sonst nicht so besitzergreifend", schmunzelte er.
„Vielleicht werde ich gerade übermütig", lachte Amelia und drückte sich eng an seinen nackten Körper.
„Dann sollte ich wohl besser aufpassen, dass das nicht überhand nimmt. Sonst kettest du mich bald im Kerker fest."
„Das, ist deine Aufgabe."
Mit einem Ruck hob Draco Amelia hoch und warf sie sich über die Schulter. Im ersten Moment schrie sie vor Überraschung auf.
„Da hast du verdammt Recht", sagte er und klatschte ihr mit der Hand auf den bloßen Hintern. Amelia konnte das süffisante Grinsen mehr hören, als dass sie es sah.
„Ich finde dich absolut unwiderstehlich", schnurrte Amelia und küsste seinen Rücken, zumindest die Stellen an die sie kam. Ihre freie Hand schnappte sich seine rechte Pobacke und begann sie zu massieren während er lief.
„Du bist unersättlich", hörte Amelia Draco noch sagen, dann ging die Dusche an und ein Schwall kaltes Wasser prasselte auf ihren Rücken. Amelia schrie erschrocken auf und Draco begann laut zu lachen. Er setzte sie mitten im Wasserstrahl wieder ab.
Verstimmt schüttelte Amelia ihre Haare und strich sie zurück.
„Du hättest mir auch freundlicher sagen können, dass du nichtmehr magst", maulte sie verstimmt.
„Meine arme kleine Prinzessin", zog er sie auf und Amelia verzog schmollend die Lippen. Sie wandte ihm den Rücken zu und ließ sich das Wasser über den Körper laufen. Es wurde langsam angenehm warm.
„Nicht schmollen meine Süße, du weißt doch, dass ich dir niemals wiederstehen könnte."
Amelia wollte seiner Berührung ausweichen, aber Draco packte sie einfach um die Hüfte.
„Lass das", sagte Amelia ärgerlich, doch Draco dachte gar nicht daran.
Seine freie Hand wanderte zwischen ihre Beine und strich über ihren empfindlichen Kitzler. Amelia biss sich auf die Unterlippe, als seine forschen Finger sich den Weg durch ihre noch immer geschwollenen Schamlippen suchten und sich geschickt in sie schoben. Sie stöhnte ergeben auf.
Die Glut in ihrem inneren wurde von neuem entfacht. Seine Finger schnellten immer wieder schnell in sie hinein und ließen jeglichen Gedanken in ihrem Kopf zerplatzen. Sie konnte nur noch fühlen. Draco erstickte ihr lautes stöhnen in einem tiefen Kuss, doch die ganze Anspannung ließ Amelia nur noch mehr zittern. Ihre Beine wurden so weich, dass sie das Gefühl hatte sofort einzuknicken.
Sie näherte sich spiralförmig ihrem Höhepunkt doch kurz bevor die Welt verging, zog Draco die Finger wieder zurück.
„Draco bitte, hör nicht auf", bettelte sie, doch er streichelte nur quälend zärtlich ihre Seiten.
Amelia wand sich in seinen Armen und drehte sich zu ihm um.
„Nimm mich nochmal", stöhnte Amelia hemmungslos und rieb sich an ihm. Sie versuchte ihre pochende Scham an ihm zu reiben und stöhnte laut auf.
Draco packte sie am Kopf und schob seine Zunge unsanft in ihren Mund, bevor er sie auf die Knie drückte.
Amelia dachte nicht, sie handelte nur und was lag naheliegender als diesen verführerischen harten Schwanz tief in den Mund zu schieben.
Hingebungsvoll begann sie an ihm zu saugen, packte den dicken Schaft mit der Hand und pumpte im selben Takt, in dem sie seine Spitze immer wieder in ihren Mund schnellen ließ.
Ihre andere Hand rieb an ihrem Kitzler, doch bevor sie sich Erleichterung verschaffen konnte, drückte Draco sie von sich weg.
„Nicht so schnell", knurrte er rau. Er zog ihre Kehrseite zu sich her und kniete sich hinter sie. Voller Vorfreude endlich seinen Schwanz zu bekommen reckte sie sich ihm entgegen, doch Draco schien etwas anderes im Sinn zu haben.
Sie spürte seine Finger an ihren Hintern, wie sie die Poritze endlangglitten und leicht gegen ihren Anus drückten.
Ein Schauer lief ihr über den Rücken als ihr klar wurde, was Draco vorhatte. Aber… warum nicht. Es gab nichts was sie nicht mit ihm ausprobieren würde und sie war gerade verdammt geil.
„Schieb sie rein", keuchte Amelia und drehte den Kopf zu ihm um. Draco schien erfreut über die Erlaubnis.
Seine Finger tauchten noch einmal in ihre nasse Scheide bevor er wieder ihren Museklring zu streichelte.
„Verdammt, Draco!", keuchte Amelia benebelt vor Lust.
Es fühlte sich komisch an, als er einen Finger in ihren Hintern schob. Im ersten Moment etwas unangenehm, aber nicht lange. Sie war selbst überrascht von sich, als sie zu stöhnen begann während Draco den Finger bewegte. Das schien ihm Mut zu machen und er schob einen zweiten Finger in sie.
„Das ist so eng, da muss ich unbedingt rein", stöhnte Draco ungehalten und bewegte die Finger auseinander um sie zu dehnen.
Amelia setzte sich leicht auf, ohne dass Draco seine Finger zurückzog und sie trafen sich zu einem abgehackten Kuss.
„Ich…", keuchte Amelia. „Mach es."
Sie sank wieder nach vorne. Draco schob einen dritten Finger in sie und sie bemerkte, wie sie sich dehnte. Sie verging fast vor Lust als sie spürte, wie er die Finger aus ihr herauszog und stattdessen sein pralles Glied an ihren Eingang schob.
Er zögerte und Amelia stöhnte frustriert auf. „Draco…"
Er konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken als er tief in sie eindrang. Es brannte, aber nicht genug, um die Lust zu ersticken in die ihr loderte. Es war geil, anders, aber verdammt geil.
Draco hielt einen Moment inne, dann begann er sich langsam zu bewegen und allein der Gedanke was er da tat, machte Amelia so an, sodass sie sich leicht gegen ihn bewegte. Es tat weh, aber schmerz war etwas verdammt relatives wenn man geil war.
„Bei Merlin ich werde verrückt! Wenn ich gewusst hätte wie gut das ist hätte ich das schon früher gemacht!", stieß Draco hervor. Er fand langsam einen Rhythmus. Seine Hände hielten Amelias Hüften
„Mehr…" Amelias Stimme klang heiser und stockend. Sie spornte ihn nur noch mehr an.
In dieser Position fühlte sich sein Glied viel dicker und praller an. Sie spürte mehr Widerstand, als er mal um mal in sie eindrang. Amelia stütze sich mit einem Arm ab und griff mit der freien zwischen ihre Beine. Ihre Finger glitten über ihre Klitoris und Dracos immer stärker zustoßendes Glied tat sein Übriges.
Mit einem lauten Schrei kam sie zum Höhepunkt und ihre Muskulatur zog sich rythmisch zusammen. Ihr ganzer Körper bebte und der Orgasmus schien ewig anzuhalten. Draco stöhnte laut auf als er seinen Samen in ihren Hintern pumpte. Zitternd sank er neben ihr auf den Boden und rutschte aus ihr raus. Amelia legte sich auf den Duschenboden. Das Wasser prasselte auf ihre bebenden Körper.
„Das wollte ich schon die ganze Zeit mal ausprobieren", keuchte Draco und musste grinsen.
Amelia musste ebenfalls lachen und setzte sich auf.
„Mein Hintern tut weh", sagte sie mit nörgelnder Stimme. Er brannte wirklich etwas. Allerdings war das nichts im Vergleich zu ihren Händen und Knien. Der Boden war verdammt unbequem.
„Dann hättest du was sagen sollen", schnaubte er.
„Du hast kein bisschen Mitleid mit deiner armen geschundenen Freundin. Du wie gemein", verzog Amelia gespielt schmollend den Mund
Draco hob nur eine Augenbraue und in dem Moment musste sie furchtbar zu kichern anfangen.
„Wir müssen das unbedingt wiederholen", sagte Amelia und stand lachend auf.
„Oh, das werden wir", sagte Draco glucksend und kam zu ihr unter die Dusche.
„Woher wusstest du eigentlich, dass ich hier bin?", fragte Draco, als sie zurück in die Umkleide gingen. Amelia hob ihre Sachen vom Boden auf und erzählte ihm von der ziemlich ramponierten Quidditch Mannschaft. Draco schnaubte verächtlich.
„Die meisten wussten nicht mal, was ich getan haben soll, um eine Abreibung zu verdienen. Crabbe und Goyle vielleicht schon, aber der Rest hat sich einfach von Wilkes einwickeln lassen. Sie haben irgendwas von Blutsverräter gefaselt."
„Ich glaube nicht, dass sie noch einmal versuchen werden dich anzugreifen. Sie waren alle ziemlich durch den Wind", sagte Amelia und knöpfte ihre Bluse zu.
„Darum geht es nicht. Allein das sie es wagen zeigt schon wie viel Respekt sie vor Wilkes haben." Draco zuckte mit den Schultern. „Das hatte ich einfach nicht erwartet."
„Machst du dir Sorgen?"
„Ich habe da so eine Idee betreffend Wilkes. Wir… Ich kann das nicht so einfach auf mir sitzen lassen."
„Aber er sucht nur einen Grund, dich wegen irgendwas dranzubekommen. Liefere ihm keinen Grund, Draco", sagte Amelia besorgt.
„Genau deshalb brauche ich deine Hilfe. Du wirst mir das perfekte Alibi hexen, während ich mir Wilkes vorknöpfe."
Amelia war das gar nicht geheuer. Sie hatte viel zu viel Fantasie was Draco Wilkes antun konnte. Andererseits… Wenn sie nicht bereit war hart durchzugreifen dann würden all ihre Pläne den Bach runtergehen.
„Was stellst du dir vor? Ich glaube nicht das dir Rache was bringt."
Doch Draco schüttelte den Kopf.
„Es geht nicht um Rache. Es geht darum meine Position klar zu machen. Ich hätte keinen Respekt vor jemandem, der sich herumschubsen lässt. Ich will aber, dass die Anderen Respekt haben", sagte Draco wütend.
„Du weißt nicht wie viele auf Wilkes Seite stehen."
„Noch ein Grund mehr. Entweder wir handeln jetzt oder wir sehen zu, wie Slytherin sich gegen uns verbündet. Noch existieren die Fronten im Geheimen. Aber sobald alle akzeptieren, dass Voldemort zurück ist, wird es welche geben, die sich offen gegen uns stellen. Bis dahin muss allen klar sein, was es bedeutet gegen uns zu sein."
Amelia maß Draco mit einem eindringlichen Blick. Leider, und Amelia tat es wirklich leid, hatte Draco Recht.
„Gut", sagte sie und zog ihren Krawattenknoten fest.
Draco gluckste. „Keine langen Diskussionen? Keine Moralpredigt seine Macht nicht zu missbrauchen?"
„Nein. Du hast vollkommen Recht. Ich bin absolut deiner Meinung. Wilkes braucht eine Abreibung, wenn wir unsere Ruhe haben möchten. Das heißt nicht, dass ich es gut finden muss. Aber ich habe schon viele Dinge getan, die ich nicht gut finde. Also, wie ist der Plan?"
„Du bist unglaublich", grinste Draco und schüttelte lachend den Kopf.
Dracos Plan erforderte gutes Timing. Sie mussten vorsichtig sein, wenn sie sich nicht selbst schaden wollten. Doch noch bevor sie am Abend in den Gemeinschaftsraum zurückkehrten, versperrte ihnen ein Luchs-Patronus den Weg.
„Auftrag Ausgeführt", sagte er und Amelia erkannte die tiefe ruhige Stimme von Kingsley Shacklebolt.
„Perfekt." Amelia konnte sich ein Lächeln nur schwer verkneifen.
„Was hat das zu bedeuten?", fragte Draco überrascht und sah dem Patronus dabei zu wie er sich langsam auflöste.
„Ich muss mit Scrimgeour reden", sagte Amelia und Draco nickte verstehend.
„Dann geht es vielleicht bald voran."
„Das hoffe ich doch."
Gemeinsam gingen sie die dunklen Kerkergänge entlang. Es gab noch viel zu tun.
Es war ein stattliches Haus mit einem riesigen Garten mitten im Stadtbezirk von London. Efeu rankte sich an der einst weißen Gartenmauer entlang Rufus Scrimgeour schritt eilig den gepflasterten Weg entlang. Es war schon dunkel und er ärgerte sich, dass die Sitzung mit Sackelbolt und Proudfoot so lange gedauert hatte. Seine Frau war mit den Kindern auf ihrem Anwesen in Yorkshire, aber er bevorzugte es in ihrem Stadthaus zu bleiben, wenn er viel Arbeit hatte.
Doch heute hatte er ein unangenehmes Gefühl. Schon seit er das Ministerium verlassen hatte, hatte er das Gefühl beobachtet zu werden. Er war mehrmals Appariert und hatte schon erwartet seinen Verfolger los zu sein, doch kaum, dass er das Haus erreicht hatte, hatte er das Gefühl nichtmehr alleine zu sein. Wenn Rufus eines wusste, dann das er sich auf sein Gefühl verlassen konnte. Es hatte ihm schon oft aus der Patsche geholfen.
Er blickte sich um, doch er konnte nichts auffälliges Entdecken. Hoch über ihm zog ein Vogel seine Kreise. Ungewöhnlich in der Nacht. Vielleicht war es eine Eule die ihm Post gebracht hatte.
Im Haus war es dunkel. Nichts deutete darauf hin, dass etwas nicht so war wie gewöhnlich. Seine leere Teetasse stand noch an genau der gleichen Stelle, an der er sie heute Morgen abgestellt hatte.
Mit einem schweren Seufzen schüttelte der Leiter des Aurorenbüros den Kopf und spülte seine Tasse aus, um sich einen neuen Tee aufzusetzen. Er wurde schon so paranoid wie Fudge. Dessen Anwandlungen wurden jetzt langsam albern.
Ein Geräusch aus dem Flur schreckte ihn auf. Es war sehr leise gewesen, aber laut genug, um seine angespannten Nerven vibrieren zu lassen. Das konnte keine Einbildung gewesen sein.
Er zückte seinen Zauberstab, „Homenum revelio", doch der Aufspürzauber konnte kein menschliches Wesen in seinem Haus entdecken. Das beruhigte Rufus keineswegs. Langsam schlich er in den Flur, doch dort war nichts.
Mondlicht viel auf den Boden und er stockte. Die Tür zum Wohnzimmer war zu gewesen. Sie war immer zu. Aber jetzt stand sie weit geöffnet.
Er spähte in den Raum und stockte. Dort stand eine Gestalt. Sie trug einen langen grünen Reiseumhang und die Kapuze war tief ins Gesicht gezogen. Die Gestalt musste ihn gesehen haben, doch sie ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
„Wer sind sie!?" Rufus Scrimgeour trat ganz in die Tür und hatte den Zauberstab drohend erhoben.
„Ich wusste, dass sie schnell auf mich aufmerksam werden würden", sagte die Gestalt. Sie hatte eine volle weibliche Stimme und Rufus beobachtete, wie sie mit einer fließenden Bewegung ihrer zierlichen Hand die Kapuze zurückstreifte. Ihr Gesicht war ebenso zierlich wie ihre Hände. Ihre langen schwarzen Haare vielen leicht gewellt über ihre Schultern und ihre Haut wirkte im Mondlicht ungesund blass. Auf ihrer Stirn zeichnete sich eine dünne blitzförmige Narbe ab. Sie war nicht wirklich klein, aber sie wirkte durch und durch zerbrechlich. Dann hob sie den Kopf und er begegnete ihrem durchdringenden Blick aus diesen außergewöhnlichen grünen Augen.
„Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, Rufus."
Rufus Scrimgeour musste einen Schauer unterdrücken. Die letzte Person, die er erwartet hatte, war Amelia Potter gewesen, doch nun stand sie in seinem Wohnzimmer. Sie stand dort mit aller Ruhe und Selbstverständlichkeit einer Todesfee bevor sie den tödlichen Schrei ausstieß.
Amelia Potter war ihm schon immer ungewöhnlich vorgekommen. Schon seit ihrer ersten Begegnung. Es lag etwas in ihrem Blick. Er war so durchdringend, als würde er ihn entblößen und all seiner Geheimnisse berauben. Dieser Blick raubte ihr die Unschuld und ließ vergessen, dass die Frau vor ihm eigentlich noch ein Kind war. Rufus Scrimgeour war nur einmal zuvor einem solchen Blick begegnet und das war bei Albus Dumbledore gewesen. Es rief ihm mit unheimlicher Kompromisslosigkeit in Erinnerung, wer sie war.
Rufus hatte erwartet, dass er sie vielleicht als Verrückte sehen würde, nachdem er in der Zeitung gelesen hatte, was alles um sie herum geschehen war. Aber er wusste selbst nur zu gut, wie sich der Tagesprophet beeinflussen ließ. Amelia Potter hatte es vorgemacht. Sie hatte gewollt, dass Sirius Black freikam und obwohl er nicht daran geglaubt hatte, hatte ein Zeitungsartikel dafür gesorgt, dass ihr Antrag auf Wiederaufnahme durchkam und innerhalb von nur zwei Monaten hatte sich die Meinung des Zaubergamots gewandelt und Sirius Black wurde freigesprochen. Rufus würde seinen Zauberstab auffressen, wenn sie nicht auch dort ihre Finger im Spiel gehabt hatte. Amelia Potter war keine normale Hexe. Dieser Gedanke ließ ihn schaudern.
„Was wollen sie hier?" Rufus hatte einen Moment gebraucht, um sich zu fangen. Amelia musste ein Schmunzeln unterdrücken, als sie seinen fassungslosen Ton hörte.
„Ich muss mit ihnen reden, Rufus. Sie wissen sicher worüber."
„Sie können nicht einfach so in mein Haus einbrechen!"
„Aber ich bin gar nicht hier."
Rufus sah sie zweifelnd an. „Das ist ein Zauber?"
Amelias Lippen krümmten sich zu einem feinen düsteren Lächeln.
„Sie können trotzdem nicht einfach hier hereinkommen", beharrte der Auror etwas beunruhigt.
„Mein Besuch ist nicht gerade etwas Gutes, wenn man im Ministerium arbeitet. Sie können selbst in den Zeitungen lesen, wie viel Angst Fudge vor mir hat. Ich dachte es sei in ihrem Interesse, wenn unsere Kommunikation nicht bemerkt wird, Rufus."
„Gerissen wie eh und je. Ich werde wohl nicht entkommen, bevor sie mir sagen, was sie zu sagen haben", stellte der Auror fest.
„Und sie sind furchtbar daran interessiert, was ich zu sagen habe. Schließlich sind sie ein kluger Mann."
„Ich wage zu bezweifeln das ich der Klügste hier im Raum bin", sagte der Auror mit einem charmanten Lächeln. Amelia erwiderte es reserviert.
„Die Tatsache ist die. Sie sind sich nicht sicher, was sie glauben sollen. Als das Trimagische Turnier begann, hatten wir diese Unterhaltung, bei der ich ihnen mitteilte, dass der Dunkle Lord
dahintersteckte, dass ich ins Turnier geschleust wurde und jetzt ist meine Prophezeiung eingetreten. Schlimmer als ich befürchtet hatte, wohl war. Ich war naiv, ein naives kleines Mädchen das muss ich zugeben."
Rufus lachte trocken auf. „Ich bezweifle das sie jemals naiv waren."
„Ich war naiv. Ich habe an das Ministerium geglaubt. An Fudge. Aber er hat sich als äußerst unzuverlässig in seinem Amt erwiesen. Hätte er sich nicht stur gestellt, wäre Lord Voldemort niemals zurückgekehrt."
Rufus Scrimgeour zuckte zusammen bei dem Namen und seine Haltung verkrampfte sich etwas.
„Warum sollte ich das Glauben. Das ist mehr als unwahrscheinlich. Wo sind die Beweise?"
„Kurz vor der dritten Aufgabe wurde ein Mann in Hogwarts gefangen genommen. Fudge forderte über seine Ministerbefugnisse Dawlish und Savage an, um ihn abzuführen. Aber er wurde nie als Gefangener aufgenommen. Warum also, wenn nicht um etwas zu vertuschen?
Finden sie diesen Mann und sie finden die Wahrheit."
„Wenn es einen Gefangenen gegeben hätte, hätte ich davon erfahren! Ich bin der Leiter des Aurorenbüros!", entrüstete sich Rufus.
„Vielleicht wurden sie übergangen. Der Minister ist in der Lage, selbst vor Ihnen Geheimhaltung anzuordnen. Dieser Mann ist die Spur, die zur Wahrheit führt. Schicken sie mir eine Eule, wenn sie bereit sind mehr zu hören. Aber seien sie vorsichtig. Fudge traut keinem."
„Aber…", wollte der Auror widersprechen, doch Amelia begann zu verblassen, bis einen Augenblick später der Raum vollkommen leer war. Nichts deutete mehr auf die junge Hexe hin, die einen Moment vorher noch dort gestanden hatte.
Der kommende Montag begann mit herrlichem Wetter und die Sonne strahlte vom Himmel auf sie herunter. Die Eulen ergossen sich über die große Halle und brachten den Schülern die Post. Doch als Amelia den Tagespropheten aufschlug verging ihr die gute Laune.
Sie erwartete nie etwas Gutes zu lesen, dafür misstraute sie dem Blatt zu sehr, doch die Schlagzeile verursachte ihr Bauchschmerzen.
MINISTERIUM STREBT AUSBILDUNGSREFORM AN DOLORES UMBRIDGE IN DAS NEU GESCHAFFENE AMT DER GROSSINQUISITORIN BERUFEN
In einem überraschenden Schritt hat das Zaubereiministerium gestern Abend ein neues Gesetz verabschiedet, das ihm ein beispielloses Maß an Verfügungsgewalt über die Hogwarts-Schule für
Hexerei und Zauberei gewährt.
„Der Minister ist seit geraumer Zeit zusehends beunruhigt über die Vorgänge in Hogwarts", erklärte Percy Weasley, der Juniorassistent des Ministers.
Amelia stockte. Percy hatte es weit gebracht. Das war mehr als sie ihm zugetraut hatte. Sie musste dringend mal wieder mit ihm reden.
„Er reagiert nun auf die kritischen Stimmen besorgter Eltern, die den Eindruck haben, dass sich die Schule in eine Richtung entwickelt, die sie nicht gutheißen." Es ist nicht das erste Mal in den
letzten Wochen, dass Cornelius Fudge, der Minister, mit Hilfe neuer Gesetze Verbesserungen an der Zaubererschule herbeiführt. Erst am 30. August wurde der Ausbildungserlass Nummer zweiundzwanzig verabschiedet, der für den Fall, dass der gegenwärtige Schulleiter nicht in der Lage ist, einen Kandidaten für eine Lehrerstelle vorzuweisen, gewährleistet, dass das Ministerium eine geeignete Person auswählen kann.
„Dies ist der Grund, weshalb Dolores Umbridge zum Mitglied des Lehrpersonals in Hogwarts ernannt wurde", sagte Weasley gestern Abend. „Dumbledore konnte niemanden finden, deshalb hat der Minister Umbridge berufen, und natürlich war sie sofort erfolgreich, indem sie den Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste völlig umgekrempelt hat und dem Minister
jetzt aus der unmittelbaren Praxis heraus berichten kann, was wirklich in Hogwarts vor sich geht."
Diesem letzten Aufgabengebiet hat das Ministerium nun mit dem Ausbildungserlass Nummer dreiundzwanzig auch formal Rechnung getragen und das neue Amt eines Großinquisitors für Hogwarts geschaffen.
„Dies ist ein spannender neuer Abschnitt im Plan des Ministers, sich dem entgegenzustemmen, was manche als sinkendes Niveau in Hogwarts bezeichnen", so Weasley. „Die Inquisitorin wird die Befugnis haben, den Unterricht ihrer Kollegen zu inspizieren und sicherzustellen, dass er den Erwartungen entspricht. Professor Umbridge wurde diese Position zusätzlich zu ihrem Lehramt angeboten und wir freuen uns mitteilen zu können, dass sie sich dazu bereit erklärt hat." Die Reformschritte des Ministeriums stießen bei Eltern von Hogwarts-Schülern auf begeisterte Zustimmung.
Dumbledore hat in den letzten Jahren viele Launenhafte Entscheidungen getroffen zu diesen gehören zweifellos umstrittene Stellenbesetzungen, von denen wir in dieser Zeitung bereits berichteten, darunter die Einstellung des Werwolfs Remus Lupin und des unter Wahnvorstellungen leidenden Ex-Auroren ›Mad-Eye‹ Moody. Natürlich sind Gerüchte im Umlauf, wonach Albus Dumbledore, einst Ganz hohes Tier der Internationalen Zauberervereinigung und Großmeister des Zaubergamots, der Aufgabe, die angesehene Hogwarts-Schule zu leiten, nicht mehr gewachsen ist. „Ich denke, die Ernennung eines Inquisitors ist nur der erste Schritt, um dafür Sorge zu tragen, dass Hogwarts einen Schulleiter bekommt, dem wir alle wieder unser Vertrauen schenken können", ließ ein Mitarbeiter des Ministeriums gestern Abend verlauten. Die langjährigen Mitglieder des Zaubergamots, Griselda Marchbanks und Tiberius Ogden, traten aus Protest gegen die Einführung eines Inquisitorenamts für Hogwarts zurück. „Hogwarts ist eine Schule, keine Außenstelle von Cornelius Fudges Ministeriums" erklärte Madam Marchbanks. „Dies ist ein weiterer empörender Versuch, Albus Dumbledores Ruf zu schädigen."
(Einen ausführlichen Bericht über Madam Marchbanks' angebliche Beziehungen zu aufrührerischen Koboldgruppen finden Sie auf Seite siebzehn.)
Ohne einen weiteren Kommentar reichte Amelia den Tagespropheten weiter an Draco.
„Ich will nicht wissen was sie sich noch alles rausnehmen", sagte Draco missmutig und schenkte sich einen extra starken Tee ein. In Hogwarts gab es keinen Kaffee, was Draco noch immer mit einem bösen Blick auf die Teekannen jeden Morgen von neuem entdeckte.
Amelia war ganz froh drum. Sie hatte das Zeug nie so gut gefunden und nur aus Geselligkeit mitgetrunken. Es war ihr einfach nicht der Mühe wert gewesen Tee und Kaffee aufzubrühen.
„Unterrichtsinspektion. Glaubst du sie möchte jetzt auch noch den restlichen Praxisunterricht abschaffen?", fragte Draco schlecht gelaunt.
„Wir werden es sehen. Ich glaube nicht, dass sich das alle Lehrer einfach so gefallen lassen."
„Ihr zieht ein Gesicht wie sieben Tage Säureregen", begrüßte sie Blaise und ließ sich neben Draco an den Frühstückstisch fallen.
„Und du hast unerhört gute Laune", antwortete Draco.
„Ich habe verhext gute Laune. Siehst du die süße da am Hufflepufftisch?"
„Du meinst die süße mit den braunen Locken?"
„Nein, die süße mit den langen blonden Haaren."
„Da sind zwei süße mit langen blonden Haaren."
Amelia räusperte sich vernehmlich.
„Aber nichts geht über die Schönheit hier am Slytherintisch", grinste Draco schelmisch und gab ihr einen Handkuss. Blaise lachte.
„Ich weiß schon, mein Liebster", erwiderte Amelia spöttisch. „Ich glaube allerdings, dass ich schon mal mit Daphne und Pansy zum Unterricht gehe. Ihr könnt uns dann folgen, wenn ihr euch sicher seid welches die Süßeste am Hufflepufftisch ist."
Blaise und Draco brauchten nicht lange um aufzuholen, als sie sich auf den Weg zu Zauberkunst machten und als hätte das Schicksal Amelia bestrafen wollen, saß Dolores Umbridge in einer der hinteren Reihen des Zauberkunstsaals und kritzelte etwas auf ein Klemmbrett.
Träge tröpfelten immer mehr Schüler in den Klassenraum und sobald sie Professor Umbridge erblickten, begannen sie zu tuscheln.
Als Professor Flitwick in den Klassenraum kam, begrüßte er Professor Umbridge mit quietschiger Stimme. Sie warf ihm einen angesäuerten Blick zu, erhob sich allerdings und begrüßte ihn.
„Bleiben sie nur sitzen, Dolores. Machen sie sich keine Umstände. Der Unterricht beginnt!"
„Chem Chem", räusperte sich Professor Umbridge.
„Ich wusste nicht, dass sie noch was sagen wollten, Dolores, aber sprechen sie nur." Amelia musste sich ein Grinsen verkneifen, als sie bemerkte wie perplex Umbridge von so viel Nettigkeit sein konnte.
„Wollen sie ihren Schülern nicht mitteilen, warum ich hier bin?", fragte sie weniger forsch, als sie wohl eigentlich gewollt hatte.
„Oh, ich glaube, dass brauche ich nicht. Schließlich haben wir hier viele gescheite Schüler in Hogwarts. Die haben den Tagespropheten heute sicherlich alle gelesen." Darauf wusste Umbridge nichtmehr viel zu sagen und Professor Flitwick nutzt die Gelegenheit sich an die Klasse zu wenden.
Sie würden dieses Jahr als erstes den Silencio - Zauber durchnehmen, da er auch ZAG relevant war. Schon bald hatte jeder Schüler einen Raben oder Ochsenfrosch vor sich sitzen und versuchte ihn zum Verstummen zu bringen.
„Glauben sie wirklich die Schüler sind imstande nach einer so kurzen Erklärung den Zauber anwenden zu können?", hackte Umbridge nach, als sich Flitwick auf den Weg durch den Klassensaal machte.
„Theorie ist ja schön und gut, liebe Dolores. Aber wenn ich in meinen Jahren als Lehrer eines gelernt habe, dann das Üben das wichtigste ist. Üben, üben und nochmals üben", quiekte Professor Flitwick vergnügt und korrigierte Justin Finch-Fletchley in seiner Zauberstabbewegung. Umbridge kritzelte etwas auf ihr Klemmbrett.
„Glauben sie, dass auch nur ein Schüler am Ende der Stunde in der Lage sein wird, diesen Zauber anzuwenden?", fragte Umbridge zweifelnd und Amelia stockte einen Moment, als sie Flitwicks gewitztes Grinsen sah, während er Umbridge den Rücken zuwandte.
„Dann zeigen sie uns doch einmal ihren Schweigezauber, Miss Potter", quiekte Professor Flitwick vergnügt und trat vor sie. Umbridges Mine versteinerte.
„Gerne Professor", sagte Amelia liebeswürdig und brachte mit einem Silencio ihren krächzenden Raben zum Verstummen.
„Sehr gut Miss Potter, ausgezeichnet. Das macht fünf Punkte für Slytherin."
Umbridge schien das gar nicht zu gefallen. Ihr krötenartiger Mund presste sich zusammen.
„Denken sie wirklich, dass sie so einfach Hauspunkte verteilen sollten, Filius?", hackte sie nach und kritzelte etwas auf ihr Klemmbrett.
„Aber natürlich Dolores", sagte der kleine Professor und ging zu den nächsten Schülern. „Dazu sind die Hauspunkte schließlich da. Gute Leistungen werden honoriert und für schlechte gibt es Punkteabzug." Keine zwei Minuten später bekam auch schon Susan Bones einen satten Hauspunkteabzug, weil sie ihrem Raben den Kopf weggehext hatte.
Eine Weile folgte Umbridge Professor Flitwick durch den Klassensaal, doch dann ging sie zu den einzelnen Schülern, doch zu ihrem Unmut war von diesen nur Gutes über den kleinen Professor zu hören.
Als die Stunde endete ging sie zu Professor Flitwick ans Lehrerpult. Dieser hatte sich auf seinen Bücherstapel gestellt, um mit ihr auf Augenhöhe zu sein.
Amelia schnappte ein paar Gesprächsfetzen auf, als sie den Klassenraum verließen.
„Was war ihr Großvater nochmal?", fragte Umbridge spitz, doch Professor Flitwick klang ganz und gar nicht überrumpelt.
„Ein Kobold, Dolores. Leider habe ich ihm auch meine etwas zu kurz geratenen Beine zu verdanken."
„Aha." Umbridge kritzelte weiter auf ihr Klemmbrett.
„Haben sie noch Verbindung zu ihren Koboldverwandten?", hackte sie nach.
„Oh, schon seit Jahren nichtmehr. Die Schule und alles, da kommt man so selten weg", nickte er mit dünner quietschiger Stimme. Damit schien Umbridge sich zufrieden zu geben, denn sie wechselte das Thema.
„Und wie lange unterrichten sie jetzt schon in Hogwarts?"
„Oh das dürften schon bald über 40 Jahre sein", nickte Professor Flitwick beflissen und ließ nebenbei die Kiste mit den Raben zum Lehrerpult fliegen.
„Dann waren sie schon hier, bevor Dumbledore Schulleiter geworden ist?", fragte Umbridge weiter und als Flitwick bejahte, machte sie einen deutlich sichtbaren Hacken auf ihrem Klemmbrett.
Amelia schnaubte als sie den Klassensaal verließ.
„Ich hoffe, sie sitzt nicht auch in Verwandlung", seufzte Draco, doch seine Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten, auch wenn Professor McGonagall außergewöhnlich schlechte Laune hatte.
Nachwort:
Ich musste Amelia einmal aus Rufus Sicht beschreiben. Eine kurze Außenansicht geben von der Frau zu der sie wird. Rufus war dazu mehr als geeignet da er sie nur selten sieht. Ich fand immer, dass er in den HP Büchern schlechter dargestellt wurde, als er eigentlich ist. Er ist der Held seiner eigenen Geschichte, der egal ob er dem Ministerium unterstand oder nicht sich immer klar gegen Voldemort gewandt hat. Das ist etwas, was selten gesehen wird, da in den Büchern das Ministerium so schwach erscheint. Aber Rufus starb in den HP Büchern unter Folter und verriet dabei trotzdem nicht Harrys Aufenthaltsort bei den Weasleys. Auch erst nach seinem Tod viel das Ministerium in Voldemorts Hände. Er war eine starke Persönlichkeit und ein Held. Ich halte viel von ihm und fand immer das ihm etwas mehr Platz und ein paar nettere Worte nicht geschadet hätten.
