Ihr Lieben, danke für's Lesen bisher.

Meine Geschichte ist am Anfang ein bißchen holprig. Sorry. Ist ja auch meine erste.

Aber ich verspreche euch: Bald gehts los: lustiger - und jaaa - romantischer, nur nicht ohne den ein oder anderen Stolperstein für unsere Lieblingsdarsteller... :o)

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Kapitel 3

Samstagnachmittag

Nach seinen Prüfungsvorbereitungen hatte sich Snape ein wenig hingelegt, weil ihm der seltsame Morgen und das ungewöhnliche Reisen noch in den Knochen steckte. Danach wachte er glücklicherweise mit einem klaren Kopf auf. Vorsichtig öffnete er seine Augen und erblickte den dunkelblauen Samthimmel.

‚Na also, geht doch', dachte er noch ein bisschen müde. ‚Was war bloß los mit dir?'

Er stand auf, zog die Pyjamahose aus und ging unter die Dusche, wo er sich ausgiebig und viel länger als sonst das warme Wasser über die Schultern laufen ließ. Unwillkürlich musste er an Néelia denken und überlegte, wie es wohl gewesen wäre – in diesem anderen Leben.

„Es ist Gegenwart, Severus, nicht Vergangenheit" rief er sich zur Ordnung. Er wunderte sich nur, dass ausgerechnet jetzt diese Gedanken immer kamen. Sonst war es immer Lily, seine Lily, gewesen. Aber auf irgendeine Weise hatte er seit Ende des Krieges damit abgeschlossen. Endlich. Sie war nicht vergessen, nein, das würde sie niemals sein, sie war tief in seinem Herzen und seiner Seele, nur die ewige Trauer war nicht mehr so stark. Vielleicht, weil er es endlich aus seinem Innersten herausgelassen hatte. Wenn auch bei Potter. Der ewige Krieg mit Harry hatte dadurch scheinbar ebenfalls seine Kraft verloren. Er respektierte ihn, weil er wusste, dass Harry wirklich viel getan hatte, bis zuletzt gekämpft und sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte. Und Harry wiederum schien Snape zu respektieren aus ebensolchen Gründen. Nur manchmal auf den Fluren oder zu anderen Gelegenheiten kamen die alten Gewohnheiten zum Vorschein, doch beide wussten, dass es nicht wirklich echt war. Nicht mehr.

Warum er im Moment Néelia in seinen Gedanken hatte, konnte er sich nicht richtig erklären. Sie waren nur kurz an denselben Plänen beteiligt gewesen. Zu einer anderen Zeit, ohne das lauernde Böse im Hintergrund, hätte vielleicht mehr daraus werden können. Dann hätte er jetzt jemanden, oder zumindest für eine kurze Zeit gehabt. Wer wusste das schon. Vielleicht hätte er jetzt eine Familie, oder auch nicht. Wahrscheinlich nicht. Sie waren sich viel zu ähnlich in ihrer Art, sie hätten eher Geschwister sein können als ein Paar.

‚Was für ein Unsinn', dachte er. Hätte er Kinder gewollt? Er wusste es nicht. Gemessen an seinen Schülern ganz sicher nicht. Und jetzt? Wer würde ihn schon haben wollen? Gewiss, er war zum Helden geworden. Doch mit der Vergangenheit? Mit dem Aussehen? In dem Alter? Wobei das Alter in der Zauberwelt sehr relativ war. Daran gemessen war er noch sehr jung. In der anderen Welt war aber 39 auch noch nicht alt. Noch nicht zu alt – für was auch immer.

Dumme Gedanken, dumme Grübeleien, die ihm auf keinen Fall die Ferien verderben sollten. Schlimm genug, dass diese ihm auch während des Unterrichts im Kopf herumspukten, ab und zu. Dummerweise hatte ihn Granger beim letzten mal kalt erwischt. Ach was, sie hatte sicher nur gedacht, dass er von den dummen Schülern einfach nur ausgelaugt war. Warum sollte sie sich gerade über ihn Gedanken machen...?

Er trocknete sich ab, und in Anbetracht des einzigsten erbauenden Gedankens, nur wenigen Schülern zu begegnen weil Samstag UND Ferien, zog er sich nur seine Anzughose und ein lockeres schwarzes Hemd an. Die Sonne hatte schon Kraft an diesem Spätnachmittag und es schien recht warm für diese Jahreszeit zu sein. Eigentlich wollte er noch die begonnene Arbeit beenden, nämlich das Kerkerlabor so wieder herzurichten, dass der Unterricht nach den Ferien direkt beginnen könnte.

Wieso war er Freitagabend eigentlich nicht fertig geworden? Er konnte sich nicht erinnern. Natürlich musste es mit seinem Erlebnis am Morgen zu tun haben. Irgendwie musste er ja in das fremde Zimmer gekommen sein!

Snape ließ einen kurzen Blick über den Raum schweifen und sah, dass er wohl bei den Kesseln gewesen war, die normalerweise ordentlich in einem Regal an der hinteren Wand des Vorratsraumes lagerten. Manche waren nicht eingeräumt oder gesäubert worden, mit welcher Aufgabe er Crabbe betraut hatte. Der hatte wohl ein wenig geschlampt und gehofft, sein Hauslehrer würde nicht gleich einen Kontrollgang machen.

‚Warum hab ich denn gestern Abend nicht weitergemacht?', grübelte er weiter.

Langsam dämmerte es ihm. Ein Kessel lag auf dem Boden. Den und noch ein paar andere Dinge hatte er aufheben wollen und war dann dummerweise mit dem Kopf gegen ein Regalbrett gestoßen, auf dem über ihm Hunderte von kleinen Fläschchen mit getrockneten Pflanzenteilen standen. Danach war die Erinnerung nur noch verschwommen, lediglich das Gefühl von Schwindel und einem sich-drehen und umherwirbeln war präsent.

Das Rätsel über das komische Erlebnis vom Morgen war damit noch nicht ganz gelöst. Er musste sich wohl mit den Erklärungen abfinden, mit denen er sich später am Morgen beruhigt hatte: Cognac – Regal – Kopf – die Mischung war wohl nicht die beste.

Der Professor, der im Moment keiner war, beschloss, erst einmal nach draußen zu gehen. In der frischen Luft würde er sicher klarere Gedanken fassen können, sie ordnen können und nebenbei sicher noch dies und das in den Gräsern und im Wald finden, um die Zaubertrank-Vorräte aufzustocken. Gegen Abend konnte er immer noch weitermachen. Außerdem ließ sich auf diese Weise das Abendessen in der großen Halle vermeiden. Lieber sollte ihm einer der Hauselfen eine Gulaschsuppe bringen, deren Duft ihm jetzt schon leicht in die Nase stieg.

Es war schon fast dunkel geworden, als er den Rückweg antrat. Er schlenderte über die große Wiese Richtung Schloss. Feuchtigkeit lag in der Luft, die die Frühlingsdüfte noch intensivierte. Bunte Flecken voller Krokusse konnte man noch vage erkennen, und die weißen Felder von Schneeglöckchen unter einzelnen Bäumen bildeten einen wunderschönen Kontrast. Snape ertappte sich dabei, wie er den Schritt verlangsamte und tief einatmete. Sein Gesicht zeigte entspanntere Züge und manch einer hätte ihn heimlich angestarrt. Umso wohler war ihm, dass ihm keiner begegnet war. Scheinbar waren mehr Schüler nach Hause gefahren als sonst. Ein Vorzeige-Samstag. Nun ja, bis auf den Morgen.

Nach der vorzüglichen Mahlzeit begab er sich doch ins Kerkerlabor, um die letzten liegengebliebenen Handgriffe zu erledigen. Vorher hatte er sich noch seinen Gehrock übergezogen, da es dort unten recht kühl war und es sich für die kurze Zeit nicht lohnte, ein Feuer zu entfachen. Er räumte ein paar Dinge zurück in die Vitrine und hob den Kessel vom Boden auf, der ihm am Vormittag aufgefallen war und…

‚Was um alles in der Welt ist denn hier drin?', dachte er. ‚Diese unordentlichen, respektlosen…'

Snape war mit diesem Gedanken noch nicht fertig, als er das längliche, weiche, lederne Ding aus dem Kessel holen wollte. Kaum berührt, riss es ihm den Boden unter den Füßen weg, er wirbelte und drehte sich im Kreis, wurde in der Luft hin und her geschleudert und landete schließlich weich – weich? Der Schwindel war unerträglich, sein Magen tat weh, die Gliedmaßen schmerzten durch den ungeplanten… ‚ja was denn…?'

Mit geschlossenen Augen blieb er erst mal liegen. Wo er gelandet war, war es nicht gerade unangenehm und deshalb wartete er, bis sich sein Kopf nicht mehr wie auf einer Achterbahn anfühlte. Eine gefühlte halbe Stunde später versuchte er seine Gedanken zu sammeln.

‚Appariert bin ich nicht…dummer Gedanke. …Severus, denk nach! Har sich angefühlt wie Portschlüssel…schon wieder!? Quatsch…die liegen doch nicht einfach in der Gegend herum...schon gar nicht in meinem Labor! Was sonst?…Nichts…etwas Unbekanntes? Unwahrscheinlich!? Was tun? – Augen öffnen!'

Lumos", murmelte er. Ein solch leichter Zauber ließ sich mit ein wenig Konzentration auch ohne Zauberstab bewältigen, der wahrscheinlich ganz unschuldig irgendwo im Labor herumlag. Sofort erschienen kleine, etwas verzerrte, hell scheinende Punkte an Decke und Wänden, die ein wenig Licht spendeten, sodass er sich umsehen konnte. Es war ein eigentlich heller Raum, geschmackvoll – wenn auch nicht nach seinem Geschmack – eingerichtet. Sein Blick fiel auf das Fenster gegenüber dem Bett, auf dem er lag. Auf den weißen Vorhängen konnte er ein Muster erkennen – Blumen.

„Oh beim großen Merlin, NICHT – SCHON – WIEDER!"

Langsam stand Snape auf. Er hätte natürlich sofort disapparieren können – vielleicht. Doch aus irgendeinem undefinierbaren Grund wollte er mehr wissen, allein schon deswegen, damit so etwas nicht noch mal passierte.

Er horchte. Stille. Nein, es schien niemand dort zu sein.

Homenum revelio" – nichts. Nichts – weil der Spruch nicht wirkte oder weil wirklich kein Mensch in der Nähe war? Dann sah er sich um und entdeckte mehr Details als gestern. Eine Kommode, auf der ein Bild von einem Hund zu sehen war (‚freundlicher als Sirius, der Köter. Halt, so sollte man ja nicht von Verstorbenen denken'), ein alter Schrank, ein großer alter, weinroter Sessel, farblich passende Bettbezüge, eine große Grünpflanze in der Ecke mit einer Sternenlichterkette geschmückt. Auf der anderen Seite stand ein großes, überladenes Bücherregal. Ein paar schöne alte Einbände waren darunter, aber nur zwei, die er kannte: Shakespeare und Arthur Conan Doyle. Der Rest war ihm völlig fremd, obwohl er doch meinte, eine der umfassendsten Privatbibliotheken zu besitzen.

‚Wo bin ich bloß gelandet? Offenbar ist es keine Falle, auch kein Haus meiner ehemaligen Freunde.' Trotzdem immer wachsam sein, man konnte ja nie wissen. Die ein Leben lang begleitenden Gewohnheiten konnte man nur schwer ablegen.

Vorsichtig öffnete er die Tür. Es waren keine Fackeln oder Kerzenhalter an den Wänden, die er hätte entzünden können. Eine Treppe führte hinab. Vielleicht war es ein altes, leer stehendes Haus in irgendeinem Zaubererdorf. Lange verlassen schien es aber nicht. Unten führte die erste Tür in ein großes, dennoch behagliches Wohnzimmer mit angrenzender Küche. Manche Dinge sahen seltsam aus. Das ein oder andere hatte er schon mal irgendwo gesehen – aber wo? …

‚Doch ja, bei Weasley, Arthur Weasley', kam es ihm. Snape war nur selten im Fuchsbau gewesen, sei denn es gab etwas Dringendes mit den Ordensmitgliedern zu besprechen. Heimlich sammelte Weasley Muggeldinge, die er gut getarnt aus seinem Büro mitnahm und in dem kleinen Schuppen im Garten versteckte, um ihnen in einem unbeobachteten Moment ihre Funktionsweise zu entlocken. Die ein oder andere kleine Verletzung hatte er sich so schon zugefügt – die ein oder andere Schimpftirade von Molly aber auch. Aus genau diesem Grund unterließ es Snape, irgendeines davon anzurühren.

‚Ein Muggelhaus! Wie kann das denn sein? Das wird ja immer besser'.

So gerne hätte er jetzt jemanden dafür anschreien wollen.

‚Was hält dich denn dann davon ab, nach Hause zu apparieren, Severus?'

Irgendetwas an dem Haus war besonders. Es war so…naja, so Zuhause, so behaglich, so einladend!

‚Du bist wohl übergeschnappt'.

Obwohl die Beine schwer waren und der Kopf schmerzte, schleppte er sich langsam wieder die knarrenden Stufen hinauf und legte sich auf das Bett. Ein unbekanntes, seltsames Gefühl kam in ihm auf, eines von innerer Ruhe und Frieden. Ob oder wann er so etwas schon mal gefühlt hatte, verwehrte ihm sein Gedächtnis. Im Halbschlaf beschloss irgendetwas in ihm, einfach liegen zu bleiben. Gleich darauf war Severus Snape eingeschlafen.

tbc

A/N: Wer das Rezept der köstlichen Gulaschsuppe haben möchte, möge mir eine Nachricht schreiben. Die Hauselfen von Hogwarts haben mir es verraten, wenn auch erst nach langen Verhandlungen!