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Kapitel 8
*Cutting Crew: „(I Just) Died In Your Arms"*
„Professor,…Professor…können sie mich hören? Wachen sie auf.", sagte sie leise und berührte ihn sanft an der Schulter.
Von Ferne hörte er die vertraute Stimme seiner Schülerin. ‚Schülerin?'
Ruckartig öffnete Snape die Augen. Die Helligkeit tat richtig weh, deshalb schloss er sie wieder bis auf einen winzigen Spalt. Nur ein Krächzen kam aus seinem Mund, als er versuchte zu sprechen. Hermione nahm ein Glas Wasser und wollte ihn trinken lassen. Beinahe schlug er es aus der Hand, bevor er es selbst nahm und vorsichtig einen Schluck daraus trank.
„Wo...wo haben sie mich hingeschleppt, Granger? Wissen sie nicht, dass Entführung eines Lehrers bestraft wird? Sie müssen doch die ganze Bibliothek auswendig kennen."
„Wie ich höre geht es ihnen abermals besser, Professor. Sie sind in einem Krankenhaus und offensichtlich hat es genützt."
Mehr brachte Hermione nicht raus da sich die Miene auf Snapes Gesicht deutlich verfinsterte, wie sie es schon Hunderte Male gesehen hatte.
„Erzählen sie keinen Schwachsinn, wir sind nicht im St. Mungos."
„Nein, wir sind in einem Muggelkrankenhaus. Oder wie dachten sie hätte ich sie zum St. Mungos bringen können?" Sie sah ihn einen Moment an und dachte nach.
„Sie können sich nicht erinnern, oder?"
„Ich kann mich erinnern, dass ich nach Hogwarts zurückgekehrt bin und in meinen Räumen war und…was auch immer, es geht sie nichts an."
Wieder hustete er sich die Seele aus dem Leib.
„Was würden sie sagen, Sir – GEHT ES MICH ETWAS AN, wenn mein Tränkeprofessor nachts plötzlich in mein Schlafzimmer fällt, die Hände, das Gesicht und das Hemd voller Blut…und mir vor Schreck und vor Sorge nichts Besseres einfällt als den Notruf zu wählen?, schrie sie mit immer höher werdender Stimme und wässrigen Augen.
Er holte gerade Luft, um etwas zu erwidern, wurde aber von einem Klopfen an der Tür unterbrochen. Der Chefarzt trat ein und grüßte freundlich. Snape blickte Hermione entsetzt, fragend und verzweifelt zugleich an.
„Wie geht es ihnen heute, Mr. Snape? Gestern waren sie auch kurz wach und ich sehe, die Sedierung zuvor, das Atemgerät und die Infusionen nicht minder haben ihnen ausgesprochen gut getan."
„Professor Snape, bitte."
„Oh, Entschuldigung, natürlich, natürlich. Das gleiche Fachgebiet wie ihr werter Kollege?"
„Nein, nein…", warf Hermione schnell dazwischen. Professor für…Chemie. Ein Studienkollege."
„Verstehe, nun denn, wenn sie sich besser fühlen könnte ich gleich die Entlassungspapiere für sie fertig machen. Aus medizinischer Sicht besteht kein Grund, sie länger stationär zu behalten. Sie sollten nur ein paar Regeln beherzigen und vorerst nicht ihrem Beruf nachkommen. Gerade im Hinblick auf ihren Fachbereich. Das ist äußerst wichtig nach einer akuten Pneumonie – aber einem Mann wie ihnen brauche ich das ja nicht zu erklären."
Snape hatte in Sekundenschnelle seine fassungslose Miene wieder im Griff und er antwortete: „Ja, es geht mir in der Tat viel besser. Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie gleich alles veranlassen könnten."
Der Arzt nickte den beiden freundlich zu und rauschte zur Tür hinaus.
Bevor Snape Hermione mit seinen Augen erwürgt hatte, ergriff sie schnell das Wort.
„Mein Vater ist Belegarzt hier im Krankenhaus, das heißt, falls er schwere…Zahnfälle hat kann er hier Operationen durchführen. Sie kennen und schätzen ihn alle hier. Ich war auch öfters hier und habe ihn besucht. Als wir hier eintrafen habe ich mich sofort an den Chefarzt gewandt und ihm erzählt, dass sie ein Kollege meines Vaters sind, dass sie von weit her kommen, sie uns besuchen wollten, nicht wussten, dass meine Eltern nicht da sind, aber schon recht krank waren. Natürlich haben sie ein Einzelzimmer bekommen."
Er zog ungläubig eine Augenbraue höher.
„Sie haben mir alles abgenommen, keine Angst. Wenn wir hier weg sind werden sie sich sowieso nicht erinnern können."
„Ich wusste gar nicht dass sie so unverfroren lügen können, Miss Granger…"
„Hätte ich sie lieber sterben lassen sollen?"
„Lächerliche Ausrede – aber das scheinen Schüler ja als einzigstes perfekt zu beherrschen. Was war mit mir, es war doch nur eine harmlose Grippe!?"
„Sie finden es harmlos, blutverschmiert und kaum atmend bei mir mitten in der Nacht rein zu schneien?", schrie Hermione fast. „Sie hatten eine Lungenentzündung, und zwar schlimm. Sie konnten fast nicht mehr atmen weil die Lungenfunktion stark abgefallen war. Man hat ihnen eine leichte Langzeit-Narkose verabreicht, um sie besser beatmen zu können. Künstliches Koma, wie die Allgemeinheit immer sagt – der Arzt war so nett es mir etwas genauer zu erklären. Dabei wird man zwischendurch immer wieder leicht aufgeweckt und dann wieder zum Schlafen gebracht. Und heute sind sie langsam wieder zurückgeholt worden weil die Werte immer besser wurden." Mühsam versuchte sie die Tränen zu unterdrücken, die sich in ihren Augen sammelten.
„Wie lange war ich hier?", fragte er nur noch leise.
„Etwas mehr als zwei Tage. In der Nacht zum Mittwoch wurden sie hierher gebracht, nun ist Freitagmorgen. Muggelärzte sind ziemlich gut, wissen sie?", schniefte Hermione in ein Taschentuch.
„Und das habe ich überlebt?", fragte er sarkastisch.
„Wie können sie nur…?!"
„Ich meinte die Fahrt in dem, wie nennen sie es, Krankengefährt?", fragte er, um noch etwas Salz in die Wunde zu streuen. Man konnte ja nicht von heut auf morgen aus der eigenen Haut, geschweige denn für länger als zwei Sätze – vorerst.
„Krankenwagen mit Blaulicht", zischte sie.
„Warum nicht grün?", blaffte er zurück.
Gott sei Dank – für ihn – kam eine Krankenschwester ins Zimmer, legte die Papiere auf den kleinen Tisch an der Wand, lächelte Hermione an und verschwand geräuschlos.
„Ich kann gehen?"
„Wir können gehen, ja. Ich warte draußen während sie sich umziehen."
„Oder spring aus dem Fenster", murmelte sie, als sie die Tür zuknallte.
Erst jetzt stellte Snape fest, dass er so ein Krankenhemdchen anhatte, für das Poppy auch eine Vorliebe zu haben schien. Langsam kam er zu dem Schluss, dass diese ganze Woche hier zu dem wohl schlimmsten und peinlichsten Erlebnis in seinem ganzen Leben mutierte, Voldemort hin oder her.
Hatte Hermione ihn so gesehen...Was war noch herausgekommen...Was wusste sie jetzt alles über ihn? Viele Fragen brannten auf seinen Lippen, die er jedoch nicht auszusprechen wagte. ‚Bloß nicht darauf rumreiten', zügelte er sich selbst.
Hermione hatte stundenlang an seinem Bett gesessen. Sie hatte ihm wieder und wieder die Stirn gekühlt, den Mund mit etwas Wasser beträufelt und ihm sogar vorgelesen. An beiden Abenden wurde sie von der Krankenschwester nach Hause geschickt, sonst hätte sie womöglich noch dort übernachtet. Sie hatte die seltsamen Blicke des Personals nicht wahrgenommen und sie hatte überhört, dass sie sagten, er wäre doch in den besten Händen im Krankenhaus.
Dankbar nahm er die Kleidung, die Hermione ihm scheinbar schon zurechtgelegt hatte. Auch an eine warme Jacke hatte sie gedacht. Das Wetter war nicht besser geworden und immer noch recht kühl. Er blickte sich nochmals um und verließ den Raum.
Sie verabschiedeten sich von dem Arzt und seiner Assistentin, die gerade allein im Schwesternzimmer beim Frühstück saßen. Auf der Türschwelle drehte sich Hermione blitzschnell um, sah, dass sich die beiden wieder dem Essen zugewandt hatten, zückte den Zauberstab und murmelte „Obliviate".
Als sie zuvor auf Snape gewartet hatte, war sie schnell durch die Abteilung gerauscht, um möglichst die paar Krankenschwestern zu erwischen, die ihn versorgt hatten. Glücklicherweise hatte sie alle gefunden und ebenfalls ihr Gedächtnis verändert.
„Schnell raus!", zischte sie zu Snape.
„Miss Granger, gibt es hier einen Ort, wo ich ungestört apparieren kann? Es wimmelt ja hier draußen geradezu vor lauter Muggel."
„Apparieren? Der Arzt sagte sie müssen sich unbedingt schonen und Anstrengungen vermeiden. Vor allem die Nachuntersuchungen sollten sie nicht verpassen. Lesen sie sich den Bericht durch."
„Ich bin sicher, Miss Neunmalklug, Apparieren steht nicht auf der Liste.", raunte er und fing gleich wieder an zu husten.
„Sehen sie, beziehungsweise merken sie, wie klug ich bin? Wenn er das Wort kennen würde, stände es ganz sicher ganz oben auf der Liste, Professor."
*Beach Boys: „Car Crazy Cutie"*
„Und nun, kluge Miss Granger? Wie kommen wir hier weg?"
„Warten sie hier bei der Bank, ich hole das Auto vom Parkplatz."
Snape klappte die Kinnlade runter. Verhört hatte er sich – ja, so musste es sein.
„Was ist? Wir hatten viel Zeit nach dem Krieg. Man musste sich ablenken. Ich habe nicht nur solche unsinnigen Sachen gemacht wie mein Zimmer umgestellt, sondern auch den Führerschein gemacht. Immerhin bin ich doch eigentlich ein Muggel, worauf sie mich in den vergangenen Jahren doch immer wieder aufmerksam machten."
Mit diesen Worten marschierte sie Richtung Parkplatz.
Widerwillig stieg Snape ins Auto. Noch nie zuvor hatte er in solchem gesessen, hatte er nie gewollt und wollte es auch jetzt nicht.
„Schnallen sie sich an, Professor. … Da, links, den Gurt, ziehen sie ihn und geben sie her."
‚Jetzt fesselt sie mich auch noch', stöhnte er in Gedanken.
Als wenn sie es hätte hören können versicherte sie ihm, dass es nur zu seinem Schutz sei.
‚Den kann mal wohl brauchen', dachte er verzweifelt, als sie den Motor startete und ordentlich Gas gab.
Zuhause angekommen (‚Zuhause?') stellte er fest, dass ihm die Fahrt fast Spaß gemacht hatte. Mit seinem Zauberstab wäre der Spaß nur um ein Vielfaches größer gewesen. Diese verdammten Lichter an jeder Ecke waren ihm auf die Nerven gegangen. Ein klein wenig Zauberei und schon wäre der Weg frei gewesen. Leider verpuffte der ein oder andere Imperio in der Luft, ebenso verhallten die zahllosen Flüche, in denen er anderen Fahrern die Beulenwarzen ans Gesicht wünschte oder sie gleich als Flubberwürmer zu Zaubertrankzutaten verarbeiten wollte.
‚Wirklich schade', dachte er leicht belustigt.
Seine äußerlich so gut aufgesetzte genervt-böse Miene erzählte natürlich eine ganz andere Geschichte.
Da er keine Anstalten machte, aus dem Auto auszusteigen, nutzte Hermione ihre Chance, um ihm Anweisungen zu geben. So etwas Einmaliges sollte man sich nicht entgehen lassen und dachte dabei an Ron und Harry und ihre Mienen, wenn sie sie sehen könnten.
„So kurz nach einem Krankenhausaufenthalt sollten sie sich jetzt besser wieder etwas ausruhen. Ich habe drinnen schon alles bereitgelegt. Natürlich könnte ich auch einiges von ihrer Kleidung aus Hogwarts holen, dazu müssten sie mir nur ihr Passwort verraten.
„Das hätten sie wohl gerne, Miss Granger? Das erledige ich, und dann bleib ich auch gleich da."
„Tun sie, was sie nicht lassen können."
Hermione wandte sich zu ihm um und ihr Ausdruck verformte sich in eine verzerrte Maske. Ob aus Wut, Verzweiflung oder Sorge, konnte man nicht wirklich ausmachen.
„Ich frage mich nur warum – warum um alles in der Welt sind sie dann jene Nacht zu mir zurückgekehrt? WARUM?" Jedes Wort hatte sie mit einem Schlag auf das Lenkrad bekräftigt. Ihr Blick funkelte und stand seinem in nichts nach.
Innerlich hatte Snape den Kampf längst aufgegeben. Er wusste, dass sie recht hatte. Und er wusste, dass er sich so wohl wie schon lange nicht mehr fühlte – abgesehen von der Krankheit. Niemals hätte er hierher zurückkehren dürfen, nicht beim ersten, beim zweiten und auch nicht beim letzten Mal.
Er drehte sich zu ihr um und schaute ihr wohl das erste Mal ehrlich und offen in die Augen. „Miss Granger, ich danke ihnen, wirklich. Es geht mir besser und das habe ich ihnen zu verdanken. In jener Nacht schien es mir die einzigste Möglichkeit, den Portschlüssel zu aktivieren. Alles andere hätte ich nicht mehr geschafft. Es tut mir leid, dass ich ihnen solche Umstände bereitet habe, und solchen Schrecken. Es kommt nicht wieder vor, glauben sie mir."
Nur zu gut wusste er, dass er sich selbst in dieses Schlamassel gebracht hatte. Gefühlen nachzugeben war nie seine Art gewesen, nicht vor seiner Zeit als Todesser und ganz sicher nicht währenddessen. Doch nach dem Krieg schien sich die Welt um ihn herum und seine eigene Welt, seine Gedanken, sein Handeln oder sogar sein Gefühl, zu verselbständigen. Fast immer hatte er sich in den letzten Monaten zu wehren gewusst, nur vor ein paar Tagen eben nicht.
Sein Geist versuchte ihm irgendwie verständlich zu machen, dass sich die Zeiten geändert hatten, und die Zeit ihn.
„Ich habe gerne geholfen", sagte sie und schaute nach vorne aus dem Fenster, um ihren Augen die Chance zu geben, die Tränen zurückzuhalten, „…und tue es noch, es war selbstverständlich."
Es war fast ein Déjà Vu für sie...die Angst, die Tränen und die Hilflosigkeit...damals, als sie in die Heulende Hütte zurückgekehrt war und sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hing... Keiner wusste es außer Poppy, und die hatte schwören müssen, niemals niemandem etwas zu verraten.
„Wenn sie mir helfen möchten, Miss Granger, so wäre es ratsam, mir die nötigen Zutaten für einen Heiltrank zu beschaffen. Die meisten finden sie in meinem Labor, den Rest, wenn sie so nett wären, in der Winkelgasse."
„Das könnte ich tun wenn…"
„Sie könnten?", knurrte Snape und seine gerade noch so gut gespielte Beherrschung ging dahin.
„Wenn mein Lehrer um etwas bittet, würde ich an ihrer Stelle kein Konjunktiv verwenden, Granger. Wären wir in Hogwarts hätte sie das eine Menge Punkte gekostet."
Hermione konnte sich, noch mit Tränen in den Augen, das Grinsen nicht verkneifen, so sehr sie es auch zu unterdrücken versuchte. Was für ein Wechselbad der Gefühle.
„Entschuldigen sie, Herr Lehrer, aber da waren eine Menge mehr Konjunktive in ihrem Satz! Dann brauche ich mich wohl um die Punkte nicht zu sorgen."
„Treiben sie es nicht auf die Spitze, sonst…"
„Was ich eigentlich sagen wollte war,..." fiel sie ihm ins Wort, um Schlimmeres zu vermeiden, „dass ich es könnte, wenn sie mir versichern könnten, dass sich ihre Tränke mit den Antibiotika und den anderen Medikamenten vertragen, die sie noch weiterhin einnehmen sollen. Ich weiß es nicht und es kann ziemlich heftige Wechselwirkungen geben, wenn man verschiedene Rezepturen vermischt, die nicht kompatibel sind."
Und wieder hatte sie recht. Zähneknirschend grummelte Snape seine Zustimmung. Er hatte die Packungsbeilage schon überflogen und ihm war ganz flau im Magen von alldem, was dort aufgeführt war. Diese Muggel waren ja schlimmer als die Giftmischer in der Nokturngasse.
„Sie können aussteigen, natürlich nur wenn sie mögen. Ich werde noch in den Supermarkt fahren. Was möchten sie gerne essen?", fragte sie so beiläufig wie möglich.
Von vielen anderen Lehrern wusste Hermione ihre Vorlieben. Dumbledore hatte alles, wirklich alles Süße gemocht, McGonagall mochte schottische Kekse und Porridge und Hagrid liebte Wildschweinbraten, am besten so groß wie ein Kutschenrad. Aber von Snape wusste sie, wussten alle, eigentlich gar nichts außer seiner Vorliebe für schwarze Kleidung.
Wieder einmal tat er ihr leid – das Gefühl überkam sie plötzlich und sie konnte nichts dagegen machen. Seine Kollegen, schätzte sie, wüssten wahrscheinlich auch nicht viel mehr über ihn und es war ihnen vielleicht genauso egal wie den Schülern. Seit Dumbledores Tod hatte er niemanden mehr, der ihn in Hogwarts richtig kannte, als Mensch kannte. So etwas war traurig für jeden, auch für einen wie Snape.
„Miss Granger", erschreckte er sie und unterbrach damit ihre Gedankengänge, „ich habe scheinbar zwei volle Tage geruht und ich kann nicht schon wieder ruhen, außerdem wollte ich…"
„Dann kommen sie doch mit. Sehen sie es als Abenteuer in den Ferien. So ungewöhnliche Ferien habe sie doch bestimmt noch nicht gemacht, oder? Immerhin haben sie angefangen und jetzt könnten sie es doch zu Ende bringen, wäre das nichts? Ach, kommen sie schon, sagen sie ja – sie dürfen auch alles mitnehmen was sie möchten", schmeichelte Hermione und lächelte ihn offen an.
Er hatte gerade Luft geholt für eine beißende Antwort, da startete sie schon den Motor und fuhr los Richtung Einkaufszentrum. Irgendwie erinnerte er sich plötzlich vage an Gerüchte, die ihm Albus mal erzählt hatte. Der kannte ja Merlin und die Welt, auch viele Muggel, und diese Situation erinnerte ihn wahnsinnigerweise an eine Geschichte über ein Ehepaar, das bereits 25 Jahre verheiratet war...
Deshalb ahnte er, dass auch jetzt seine Widerworte, egal welcher Art, ungehört bleiben oder bestenfalls gehört aber ignoriert würden.
Während er sich die Gegend anschaute, hämmerte es in seinem Gehirn nur so von Fragen. Er, Snape, Todesser, Kämpfer gegen Voldemort, Meister der Zaubertrankkunst, meist-gefürchteter Lehrer aller Hogwarts-Schüler, 39 Jahre alt, kapitulierte vor einer 19jährigen Schülerin – na gut, im Moment einer 19jährigen Frau – und sein Verstand verweigerte ihm hartnäckig die Antwort auf das Warum. Nur sein Herz machte ein oder zwei Schläge mehr, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, schaffte es aber nicht, noch nicht.
tbc
