Hallo Ihr Lieben!

Ich sehe, dass Ihr da seid und freue mich über jeden, dem meine Geschichte noch gefällt. Vielleicht lasst Ihr mich es wissen, wenn ich etwas schlecht mache...oder gut ;o) Sonst kann ich mich ja gar nicht verbessern ;o) Das Lebenselixier eines jeden Autors *g*

Viel Spaß - wie ich hoffe - mit Kapitel 18 und dem Wettlauf mit der Uhr... *hüstel*

DANKE und VLG


Kapitel 18

Hermione blieb noch länger im Bett liegen und wusste gar nicht, über was sie als erstes nachdenken sollte. So war sie eben. Irgendwann dachte sie nicht mehr, sondern fühlte nur noch eines ganz deutlich: Sie bereute es nicht.

Etwas später ging sie nach unten und fand ihn in der Bibliothek. Er stand in Jeans und Shirt und barfuss am Fenster und starrte in den Himmel, der mittlerweile dunkel geworden war – genauso dunkel wie das Zimmer, denn er hatte kein Licht gemacht.

Sie stellte sich neben ihn und schwieg. Nach einer Weile hörte sie ihn tief einatmen und ahnte schon, was nun kam.

Schnell nahm sie seine Hand und drückte sie. Überrascht drehte er sich zu ihr herum, doch bevor er das erste Wort gesprochen hatte, schüttelte sie nur mit dem Kopf.

„Ich weiß es,", flüsterte sie, „dazu brauche ich keine Legilimentik. Und ich will es nicht hören, nicht schon wieder – und nie mehr."

Selten waren ihm die Worte im Hals stecken geblieben. Sie hatte es geschafft und er hatte sich nicht gewehrt.

Noch lange saßen sie schweigend unten, bis sich Hermione irgendwann erhob und sagte, dass es sicher schon spät wäre und sie ein wenig müde sei.

„Gute Nacht, Severus. Wirst du..."

„Ich brauche noch einen Moment für mich..."

„Ja", erwiderte sie knapp, doch es klang wie eine Frage.

Als sie schon auf der Treppe war, hörte sie ihn sprechen.

„Gute Nacht, Hermione."

Einen Augenblick wartete sie noch, aber mehr sagte er nicht mehr.


Ungläubig schaute sie auf ihren Wecker am Bett. Mittlerweile war es fast vier Uhr morgens. Keiner hatte gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war. Mal wieder fing sie an zu grübeln – kein Wunder. Sie konnte nicht wirklich einschätzen, ob er diesmal einfach gehen würde, doch ihr Gefühl sagte ihr Nein. Immerhin war es Snape...Severus...er war unberechenbar, aber auf der anderen Seite auch loyal und ehrlich.

Einschlafen konnte sie nicht. Nach einer Ewigkeit hörte sie tatsächlich Schritte auf dem Flur. Vorsorglich rutschte sie ein bisschen zur Seite und machte Platz auf einer Hälfte des Bettes, doch dann wurde leise eine Tür geschlossen. Zugegeben, sie hätte sich wirklich gewundert, wenn er in ihr Zimmer gekommen wäre. Doch die Gewissheit, dass er da war, ließ sie endlich die Augen schließen.


*Michael Bublé: „Feeling Good"*


Gähnend streckte sich Hermione in alle Richtungen, bevor sie die Augen öffnete. ‚Eine Frau wacht auf', kicherte sie in sich hinein. Es fühlte sich gut an und sie hoffte inständig, dass es so blieb für den Rest ihres Lebens. Ein bisschen viel verlangt, aber träumen durfte man ja mal.

Nach dem Aufstehen überlegte sie fieberhaft, was sie anziehen würde. Gar nicht so einfach, jetzt, wo sie nicht allein war. Naja, allein in einem anderen Sinne. Sie entschied sich für ihr neu gekauftes Unterwäsche-Set, ein helles, ganz leicht transparentes, tailliertes Shirt und eine Jeans. Man musste ja nicht übertreiben und man konnte wirklich nichts sehen dadurch. Nur ahnen. Wenn es sich irgendwie einrichten ließ, musste sie unbedingt noch mal in die Stadt, um sich vernünftige Wäsche zu holen. Was sie hatte war zwar ok, aber nicht, um einem Mann wie ihm zu gefallen, redete sie sich ein.

Leise schlich sie aus dem Zimmer, denn sie hatte von ihm noch nichts gehört. Der Morgen war zwar schon ziemlich fortgeschritten – gut, es war kurz nach zwölf am Mittag – doch der Tag und die Nacht waren ja auch reichlich lang gewesen. Lang und ereignisreich und sie gönnte ihm die Zeit der Ruhe von Herzen. Endlich musste er sich mal um nichts kümmern.

Als sie nach der Dusche aus dem Bad runter in die Küche schlich, war er noch nicht da. Gut so – dann konnte sie in aller Ruhe ein schönes Frühstück zubereiten in der Hoffnung, er würde es mögen. Liebevoll deckte sie den Tisch, kochte Kaffee und Tee und presste frischen Orangensaft. Toast und Orangenmarmelade kamen auf den Tisch, ebenso wie Lemon Curd, den sie selbst so liebte. Ein paar Eier nahm sie aus dem Kühlschrank, um Rührei mit Speck zuzubereiten. Sie wusste ja nicht, was er morgens – oder mittags – gerne mochte und sie wollte ihm möglichst alle Wünsche erfüllen – zumindest zunächst bezüglich des Essens. Er sollte sich zuhause fühlen. Alles andere würde sich, wie sie sehnlichst hoffte, ergeben.

Ihr Herz machte einen Hüpfer, als sie die Türen in der oberen Etage hörte, wie sie geöffnet und geschlossen wurden. Kurze Zeit später kam er mit den gleichen Sachen wie gestern und noch nassen Haaren herunter.

„Guten Morgen", sagte sie leise und ziemlich verlegen. Was sollte man auch sonst sagen nach so einer Nacht? Ihr fehlten die Worte und sie hatte Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu machen.

Er war in der Tür stehen geblieben und schaute auf den Tisch.

„Wer soll das alles essen?" Da war er wieder, der gutgelaunte Professor Snape und Hermiones erster idiotischer Gedanke war ‚Morgenmuffel. Morgen-, Mittag-, Abendmuffel. Immer Muffel. Außer-gestern-Abend-Muffel.'

„Hermione?"

„Was?" Er war nähergekommen und durchbohrte sie mit seinem Blick.

„Wo warst du denn gerade mit deinen Gedanken?"

„Ach nichts." Innerlich schimpfte sie mit sich selbst. Hatte sie wirklich erwartet, er würde sie stürmisch Küssen und auf Händen wieder nach oben tragen? „Ich wusste ja nicht, was du gerne magst, also... such dir einfach etwas aus."

Er ließ sich auf einem Stuhl gegenüber ihr nieder und griff zur Kaffeekanne. Sie machte sich daraufhin eine gedankliche Notiz.

„Kein Tee?"

„Ich musste schon letzte Woche Tee trinken.", sagte er gespielt übertrieben.

„Hat dir doch ein bisschen gut getan, oder nicht?" Langsam kam ihre innere Enttäuschung zum Vorschein.

„Lass dich nicht immer gleich verunsichern, Hermione. Hast du in den ganzen Schuljahren nichts gelernt? Ich mag Tee, nur morgens – und mittags – ist Kaffee entschieden besser. Abhängigkeit, verstehst du?", grinste er.

„Jaaah, verstehe. Das und das." Das Grinsen stand ihm wirklich gut. Er sollte es öfter zeigen, es machte ihn gleich viel...ach, alles.

Nach der ersten Tasse Kaffee nahm er sich ein Toast mit Lemon Curd und genoss es sichtlich. „Selbst gemacht?", fragte er knapp und sie verneinte.

„Wir hatten doch nichts mehr im Kühlschrank und ich habe es gekauft. Sonst macht es Mom immer selbst. Vielleicht können wir es mal zusammen machen, du bist doch sicher ein Meisterkoch."

„Wann hätte ich kochen lernen sollen?"

„Ich dachte als Meister der Zaubertränke..."

„Das ist nicht das gleiche."

„Du hast ja recht."

„Um in den Ferien, also in Spinners End, zu überleben hat es immer gereicht, zu mehr jedoch nicht. Interessant wäre es schon."

Hermione freute sich, dass er endlich mal freiwillig etwas von sich preisgab.

„Hast du überhaupt geschlafen?", fragte sie ihn mitleidig, als er etwas verloren in seinem Rührei stocherte und sich ab und zu die Schläfen rieb.

Als sie schon dachte, er antworte gar nicht, hob er den Kopf. „Nicht wirklich. Erst gegen Morgen, wie es scheint."


Als er sich in der Nacht hingelegt hatte, hatte er die zermürbenden Gedanken nicht abstellen können. ‚Du hast mit einer Schülerin geschlafen.', warf ihm sein Gewissen ständig vor. Nie war das Thema zuvor an ihn gekommen. Nie hatte es so eine Situation gegeben, nie ein Interesse und schon gar kein Wollen. Auf der anderen Seite war das hier etwas ganz anderes. Die Situation war anders. Und sie war auf die eine Art noch Schülerin aber auf eine andere Art schon nicht mehr.

Bei Merlin, es hatte sich wirklich richtig angefühlt. Nicht nur der Sex mit ihr, sondern auch das Gefühl dabei und an den Tagen zuvor. Es war mehr als nur Hormone, die verrückt spielten. Zwar hatte sich lange keine Gelegenheit oder erst recht keine Beziehung ergeben, doch in den letzten beiden Jahren, wo Voldemort immer stärker wurde und der Krieg bevorstand, war daran nicht einmal zu denken. Außerdem war sie ja nicht ganz untätig gewesen, wie er ein wenig erleichtert festgestellt hatte.

Sich jetzt einfach aus dem Staub zu machen oder sie gar zu obliviaten, kam nicht mehr infrage. Nicht wenn er ehrlich in sich hinein horchte. Entgegen seiner Natur würde er in den nächsten Tagen sehen, was sich daraus entwickelt. Aus ihrem Verhalten schloss er, dass sie nicht abgeneigt wäre, wenn er bliebe. Nichtsdestotrotz musste er noch ein paar Dinge erledigen.


„Severus?" Sie hatte ihn aus seinen Gedanken geholt. Gut so.

„Möchtest du noch etwas?"

„Nein, es war genug. Danke."

Schnell war der Tisch abgeräumt und das Essen im Kühlschrank verstaut.

„Ähm...weißt du schon, was du heute machen möchtest?", traute sie sich zu fragen, wenngleich sie auch keine richtige Antwort erwartete.

„Ich würde gerne nach Hogwarts zurück..."

„Oh!", sagte sie nur mit unglaublicher Enttäuschung. Schnell wand sie sich ab und versuchte, sich unter Kontrolle zu bringen. Sofort. Am besten raus aus dem Zimmer.

Severus hatte gar nicht so schnell verstanden, wie sie gegangen war. Mit einem tiefen Seufzer folgte er ihr ins Wohnzimmer, packte sie an den Schultern und drehte sie zu sich um.

„Was?", flüsterte sie und wollte sich wieder umdrehen, doch er hielt sie fest.

„Wenn ich meinen Satz beenden darf – zurück, um mir ein paar von meinen Sachen zu holen. Zuerst hatte ich von deinem Vater welche an und dann war ich im Krankenhaus. Dann hast du welche gekauft aber es reicht nicht. Wir haben immerhin noch fast eine Woche Ferien, da würde ich gerne ein paar Dinge zum Wechseln haben, meinst du nicht? Außerdem hätte ich wirklich gerne meine Zahnbürste und..."

„Das ist nicht dein Ernst, oder?", unterbrach sie ihn und fing an zu lachen. Irgendwo hinter ihren laut ausgesprochenen Worten rekapitulierte ihr Gedächtnis seine Worte. ‚Wir...eine Woche Ferien...' und ihr Bauchgefühl meldete ‚glücklich'.

„Meinen Wunsch finde ich nicht gerade ungewöhnlich."

„Ähm, du weißt, was meine Eltern beruflich machen?"

„Habe ich mitbekommen."

„Und du glaubst, in diesem Haus seien keine Zahnbürsten?", kicherte sie.

„Als ich...ähm...hierher kam, war es ja nicht geplant. Nachher habe ich dann im Bad auf der Ablage Zahnpasta und Zahnseide gefunden und das war in Ordnung. Danach war ich, wie du weißt, im Krankenhaus. An dem Tag, als du mich dort abgeholt hast, habe ich mich nochmals umgeschaut und eine in Folie eingepackte neue Zahnbürste gefunden, scheinbar für die Patienten. Die habe ich mitgenommen, nur ist sie nicht wirklich für längere Zeit gedacht."

„Du hättest fragen können."

„Ja, Hermione. Ich frage dich, nachdem du dir die Seele aus dem Leib geschrien hast letzte Woche, ob ich eine Zahnbürste haben kann und du sagst ja klar Professor, wie lange möchten sie denn in meinem Haus bleiben. Beinahe nicht lustig, findest du nicht?"

„Verstehe. Komm mal mit."

Sie gingen gemeinsam ins Bad und Hermione öffnete eine Schublade der Kommode.

„Such dir welche aus. Sie gehören dir.", lachte sie, denn die ganze Schublade war bis oben hin gefüllt mit Zahnbürsten in allen Farben und Formen.

„Wir werden damit überhäuft."

Tatsächlich suchte er sich drei Stück aus und legte sie in den Nachttisch am Gästebett.

„Warum lässt du nicht eine hier liegen?", rief sie hinterher.

Er atmete nur tief ein.

„Diskussion?", fragte sie ihn.

Mit einem Schnauben und ohne Worte nahm er eine weitere und stellte sie in ein frisches Glas auf dem Waschbecken.


*Sternchen* (s.u.) *g*


„Und doch werde ich jetzt nach Hogwarts apparieren."

„Wenn du magst, kannst du den Portschlüssel wieder benutzen."

„In Ordnung."

Sie holte Luft und wollte scheinbar noch etwas sagen, doch dann räusperte sie sich nur und ging aus dem Badezimmer. Bloß nicht zeigen, dass sie Angst hatte, dass er nicht wiederkommen würde.

Natürlich hatte er das mitbekommen und folgte ihr.

„Mein Wort gilt, Hermione, ich komme wieder." Mit den Worten hatte er sich ihr genähert und strich ihr sanft eine Strähne hinters Ohr. Dann küsste er sie auf die Stirn und berührte gleich darauf den Portschlüssel.


Sofort fühlte sie sich, als wenn ein Teil von ihr selbst mitgerissen worden wäre. Was sich so alles entwickeln konnte in einer Woche...!

Zunächst dachte sie, eine Zahnbürste zu holen könne ja nicht länger als zehn Minuten dauern. Nach einer Stunde überlegte sie weiter und dachte, Koffer packen und all seine Sachen zusammensuchen könne ja nicht ewig dauern.

Nach drei Stunden und einer Tafel Schokolade begann sie, ihren Kleiderschrank zu sortieren und alle blöden Klamotten, wie sie fand, in einen Altkleidersack zu stecken. Frustshoppen wäre jetzt genau das Richtige, doch sie wollte nicht aus dem Haus. Nicht jetzt. Draußen wurde das Wetter langsam schöner und der Regen hörte endlich auf. ‚Was für eine Ironie', dachte sie traurig.

Als es auf sechs Uhr zuging, lief verstohlen eine Träne an ihrer Wange herunter und sie wischte sie unwirsch weg. ‚Er hat gesagt ich komme wieder', wiederholte sie alle fünf Minuten.

Zum Lesen hatte sie keinen Nerv, was für ein Wunder. Deshalb ging sie in die Küche und stand vor dem geöffneten Kühlschrank. ‚Bloß kein Frustessen anfangen.' Sie suchte sich ein paar verschiedene Zutaten und Reste und füllte damit die Auflaufform und machte noch eine Kräuter-Sahne-Soße für darüber. Als sie fertig war, hatte sie keinen Hunger mehr und beschloss, den Auflauf zwar irgendwann in den Ofen zu stellen und zu garen, doch ihn nicht ohne ihn zu essen. Zur Not würde sich Emma morgen darüber freuen.

Gerade hatte sie den Ofen eingeschaltet, als ein leichter Knall sie aus ihrer Trance aufschrecken ließ und sie wusste, dass er zurück war. Ein Seufzer der Erleichterung und der Freude kam gerade über ihre Lippen, da kam er auch schon die Treppe hinunter und näherte sich ihr.


In Hogwarts hatte er, direkt nachdem er angekommen war, eine kleine Reisetasche genommen und seine Sachen zusammengesucht. Keine Zahnbürste, Rasierzeug (sie hatte ihn im Krankenhaus wohl magisch versorgt), Socken, Wäsche und – Muggelkleidung. Natürlich hatte er welche, denn in all den Jahren hatte er immer und für alles vorbereitet sein müssen. Sie waren nur nicht gerade...so hell wie das Hemd, das ihm Hermione ausgesucht hatte. Nachdem er alles beisammen hatte, hatte er sich kurz in der Wohnung umgeschaut und fast alles für gut befunden. Je nachdem wie es weiterginge, war es ja nicht abwegig, dass sie ihn dort mal besuchen würde.

Als er in sein Schlafzimmer zurückgekehrt war, um die Tasche zu holen, hatte er sich kurz auf sein großes Bett gesetzt und nachgedacht. Die Welt hatte sich um 180 Grad gedreht in den letzten Tagen. Zum Guten oder zum Alptraum? Die Antwort würde sich wahrscheinlich erst in Zukunft herausstellen. Die Müdigkeit trug dazu bei, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können und so ließ er sich nach hinten fallen und wollte sich nur ein paar Minuten ausruhen – ‚höchstens zehn Minuten', dachte er. Daraus waren dann ungeplant drei Stunden geworden. Mit einem Schreck schaute er auf die Uhr, die auf dem Nachttisch stand, und beeilte sich, zu ihr zurückzukehren.


„Schön...dass du da bist.", brachte sie hervor. Wie gerne hätte sie ihn jetzt geküsst und ihn stürmisch begrüßt, doch sie traute sich nicht wirklich. In den ganzen Jahren hatte sie ihn nie anders als reserviert erlebt, und das war manchmal noch geschmeichelt. Nicht mal ahnen konnte sie, dass es ihm fast genauso ging. Er wollte sie den ersten Schritt machen lassen, denn die Barriere in seinem Kopf war immer noch vorhanden.

„Du hast gekocht?", fragte er, froh über das unverfängliche Thema.

„Ja, versucht. Der Ofen macht den Rest."

Als nichts weiter von ihm kam, wurde es ihr zu blöd und sie streckte sich zu ihm hoch und hauchte ihm ein Kuss auf die Lippen.

Von ihr motiviert, erwiderte er den Kuss und bat mit seiner Zunge um Einlass, den sie ihm gewährte. Es dauerte nicht lang, da waren sie schon wieder einander verfallen.

„Wir sollten mit dem Küssen aufhören, Hermione." Die Zurückhaltung, die er sich geschworen hatte, machte echte Probleme.

„Wieso?", fragte sie atemlos.

„Wegen des Auflaufs."

„Was?"

„Soll er noch genießbar sein?"

„So schlecht war mein Essen ja auch nicht letztens."

Sonst war sie doch immer so schlau... „Wenn wir hiermit weitermachen...", und er küsste sie am Hals, „könnte es sein, dass er verbrennt..." Welche Zurückhaltung?

„Ja und..."

„Hermione..."

„Hmm...?"

„Wir könnten es noch immer bei einem einmaligen...Versehen belassen und..."

„Zweimal, Severus, zweimal. Und was wäre der Unterschied zwischen zweimal und dreimal?"

„Es wird schwerer..."

„Zu obliviaten, oder was?"

„Nein, zu widerstehen."

„Oh! Du hast immer so hohe Ansprüche an deine Schüler, an die Tränke, an Qualität und Schwierigkeitsgrad und an dich selbst...jetzt vergiss es doch alles einfach mal. Wir sind hier und..."

„Was du nicht sagst! Nun gut, du hast es nicht anders gewollt.", sagte er mit seiner Lehrer-Stimme und zog einen Mundwinkel nach oben. „Wie lange braucht er denn noch?"

„Ungefähr 20 Minuten. Wieso?"

Snape machte einen Seufzer in die Luft. „Zeig ich dir, wenn du mit nach oben kommst. 20 Minuten sind zu unterbieten." Sie war dahin, die Zurückhaltung.

„Oooh!"

Als sie in ihrem Zimmer angekommen waren, zog er den Zauberstab und ließ die Rollos fast ganz runter, doch dann steckte er ihn wieder weg, weil er alles andere lieber von Hand machen wollte.

„Du stehst ja noch hier. Die Zeit läuft..."

Meinte er das jetzt Ernst? Er war wie ausgewechselt. In ihrem Inneren fing es an zu kribbeln – er machte keinen Rückzieher mehr, nicht vor ihr und nicht vor ihnen.

Sie setzte sich aufs Bett und wartete.

„In Hogwarts bist du schneller.", bemerkte er mit einem ganz leichten Grinsen und hoffte, dass er sie nicht überforderte. Hoffte er insgeheim, dass sie erkannte, dass er nicht der Richtige für sie war? Das wollte er nicht wirklich, aber er war immer noch er.

Die Überlegungen waren noch nicht ausgedacht, da war sie schon wieder auf den Beinen, zog sich das Shirt über den Kopf, entledigte sich ihrer Hose und machte sich anschließend an den Knöpfen seiner Jeans zu schaffen. Über die Abdunklung in ihrem Schlafzimmer war sie wirklich dankbar, denn das und die Tatsache, dass er über das, worüber sie sich gestern so den Kopf zerbrochen hatte, keine Worte mehr verloren hatte, gab ihr ein wenig mehr Selbstsicherheit.

Jetzt hatte sie ihn doch überrascht und er sog scharf die Luft ein, als er erkannte, in was sie vor ihm stand.

„Das", und er deutete auf ihre Wäsche, „hat mich schon mal sprachlos gemacht, nur jetzt lenkt es mich noch mehr ab.", sagte er und strich mit leicht zittrigen Händen über ihren BH. Seine Berührungen brachten die Schmetterlinge wieder zum Flattern und sie registrierte beruhigt, dass er nicht ganz so cool war, wir er sich eben ganz kurz gegeben hatte.

Während sie ihm das Hemd aufknöpfte, küssten sie sich leidenschaftlich und sanken gemeinsam auf Hermiones Bett. Dass sie seine Küsse mit gleicher Intensität erwiderte und dazu ihr Anblick in dem diffusen Licht des Raumes, mit einem Hauch von Nichts auf ihrem Körper, hatten ihn hart werden lassen. Entgegen seiner Gewohnheiten griff er jetzt doch wieder zum Zauberstab und befreite sie beide von dem restlichen Stoff, der sie trennte, so brauchte keiner wieder aufzustehen.

Wie gestern machte sie ihm Platz und winkelte ihre Beine an, doch bald merkte er, dass sie noch nicht bereit war.

„Hermione", sagte er mit einem Ausdruck in der Stimme, der irgendwo zwischen Zärtlichkeit und Ungeduld lag, „willst du das hier oder essen?"

„Das fragst du jetzt? Das hier natürlich, und dann essen." Direkt kamen wieder die Zweifel in ihr hoch, ob sie etwas falsch gemacht hatte.

„Dann müssen wir es ein wenig beschleunigen, sonst haben wir wohl ein kleines Zeitproblem...und damit auch ein angebranntes, wie ich fürchte."

„Ähm..."

„Vertraust du mir?"

„Ja..."

„Lehn dich zurück und denk an gar nichts."

„Ja..." Versuchen würde sie es. Anfangs fiel es ihr wieder unglaublich schwer, doch nach ein paar wenigen Minuten ließ sie sich fallen und gab sich in seine Hände.

Und sie lernte seine Hände auf ganz andere Art zu schätzen, als sie es ohnehin schon getan hatte. Schnell fand er ihren so empfindlichen Punkt und reizte ihn so geschickt, wie sie es sonst nur selbst konnte – annähernd. Während er damit weitermachte, rutschte er ein wenig weiter abwärts, um seinen offenbar genauso geschickten Mund zum Einsatz zu bringen. Leider machte das Hermione wieder nervös und deshalb zog sie ihn zu sich hoch.

„Magst du es gar nicht?", fragte er bisschen verunsichert.

„Doch..."

Die Unsicherheit schien direkt wieder verflogen, denn er verschloss ihren Mund mit Küssen und setzte mit seinen Fingern fort, was er begonnen hatte. Hermione keuchte auf, als sie ihn auf diese Art und Weise in sich spürte und es dauerte nicht lang, da veränderte sich ihre Atmung. Das war ein Zeichen für ihn, aufzuhören.

„Bitte...", jammerte sie aufgrund des plötzlichen Verlustes – so kurz davor – „tu es jetzt, aber richtig."

„Richtig?", fragte er mit einer hochgezogenen Augenbraue. „Was bitte?"

„Dich, jetzt...nicht nur deine Hand..."

Zu gerne erfüllte er ihre Bitte. Sie hatten nur noch knapp fünf Minuten, das wusste er, weil er zwischendurch die Zeit im Auge behalten hatte, um sich ein wenig von seinen eigenen Empfindungen abzulenken.

Mit einem Ruck glitt er in sie und beiden entwich ein Keuchen. Seine Bewegungen wurden ein wenig schneller und er merkte, dass seine Vorarbeit Wirkung zeigte. Sie drehte ihren Kopf mal nach links und mal nach rechts, um seinen Küssen zu entkommen, denn andernfalls hätte sie keine Luft mehr bekommen. Ihre Atmung war sowieso nur noch abgehackt und als sich ihre Fingernägel in seinen Po krallten, spürte er schon die Kontraktionen, die sie um seinen harten Schaft schlossen. Wie überwältigend doch dieses Gefühl war, eine Frau so unter sich zu spüren und zu wissen, dass man(n) selbst die Ursache war – unbeschreiblich in dem Moment. Er ließ ihr ein paar Sekunden Zeit, um ihren Höhepunkt auszukosten zu können, bevor er wieder härter in sie stieß.

Für Hermione war es nicht minder überwältigend. Das erste mal, dass sie gekommen war, während er in ihr war, hatte sich so gut angefühlt und sie hoffte, dass es nicht das letzte mal gewesen war. Nachdem er auch an sein Ziel gekommen war – quasi im wahrsten Sinne eine Punktlandung mit dem Schrillen des Weckers aus der Küche – wollte sie ihn jedoch noch nicht gehen lassen. Mit festem Griff deutete sie ihm, seine Bewegungen nicht zu unterbrechen und er schaute ihr ungläubig in die Augen.

„Doch nicht...?, fragte er ein wenig erschöpft. Getäuscht hatte er sich eigentlich nicht.

„Bitte, kannst du..."

„Sag's mir, Hermione."

„Weitermachen", stöhnte sie. „Einfach ein bisschen...bewegen..."

Sie bestimmte seinen Rhythmus und als sie erneut seinen Po fest im Griff hatte, merkte er, wieso. Einen Moment später öffnete sie ihre Augen, schlang ihre Arme um seinen Kopf und zog ihn zu sich, um ihn zu küssen. Dennoch bewegte sie sich noch immer weiter und genoss die abklingenden Wellen tief in ihr.

„Der zweite ist noch intensiver...wusstest du das?", fragte sie ihn rhetorisch, nicht wissend, wo ihr Mut herkam.

„Nicht so genau...", gab er mit einem verwegenen Lächeln zu, „und leider gar nicht aus eigener Erfahrung", schob er noch hinterher.

Mit einem Kuss glitt er aus ihr heraus und stieg aus dem Bett.

„Der Auflauf, Hermione, komm,...wir haben den Kampf gegen die Uhr schon verloren."

„Ach was, fünf Minuten länger machen nicht viel aus."

Trotzdem griff sie sich eilends ihr kurzes Nachthemd und zog es über, um wenigstens irgendetwas an zu haben, denn für Wäsche, Jeans und Shirt war keine Zeit. Mit schnellen Schritten lief sie die Treppe runter und schaltete den Ofen aus.

„Alles in Ordnung", rief sie von unten. „Wollen wir essen?"

„Ja. Einen Moment."

Vollständig angezogen setzte er sich an den Tisch, während sie ihm den Teller belud. Sein Blick ging immer zwischen Teller, Fenster oder sonst wo hin und her und sie fragte sich langsam, warum er sie nicht einen Moment ansah. Hatte sie sich etwa zu weit aus dem Fenster gelehnt eben? Hätte sie sich mehr zurückhalten sollen? Hatte sie aber nicht gekonnt, nicht in dem Moment.

Severus führte die Gabel zu seinem Mund und legte sie direkt wieder hin, ohne einen Bissen gegessen zu haben.

„Ist er doch nichts geworden?"

„Weiß ich noch nicht – aber bitte, Hermione...", sagte er zögernd...

„Was ist es dann?" Sie kam nicht drauf und zermürbte sich in Bruchteilen von Sekunden den Kopf.

„Kannst du dir etwas mehr anziehen?" Die Vorstellung, mit einer Frau – mit ihr – am Tisch zu sitzen mit dem Wissen, dass sie absolut nichts drunter trug, ließ ihn an alles denken, nur nicht ans essen.

„Oooh...", sagte sie und schaute an sich herunter.

Hermione stand auf, aber nicht ohne um den Tisch herumzugehen und ihn in einen leidenschaftlichen Kuss zu verwickeln.

tbc


* (Severus dachte nach. Die Leser würden denken, sie hätten das Kapitel mit der Silberhochzeit verpasst. Es musste sich etwas ändern, bevor es überhaupt begann.)