Ihr Lieben!
Wieder und wieder lieben Dank an alle, die meine Geschichte lesen und mögen! Freue mich sehr.
Heute hab ich für Euch ein super-langes Kapitel in der Hoffnung, ihr seid mir deswegen nicht böse *g*
Oma taucht wieder auf und die von einigen so heiß geliebte Emma...
Wer wissen möchte, wie ich mir "meine" so jung-gebliebene Mrs. Tenerhale vorstelle, schaut mal in den Link rein. Wundert euch nicht, ich habe sie mir in einer Senioren-Model-Kartei herausgesucht, aber sie passt ziemlich gut. *lach* Das Bild mit dem Hund und sie im schwarzen Blazer kommt der Sache am nächsten. Nur eher mit grau-braunen Haaren - und der Hund muss natürlich ein Retriever sein! (Ich habe natürlich keinerlei Rechte an den Bildern oder an der Website - habe sie mir nur ausgeliehen!)
www. seniorenmodelle. de / Carina_G_Unterhaching. html
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Kapitel 19
Hermione hatte ihren Bademantel übergezogen und ihn gut zugemacht, als sie sich wieder an den Esstisch setzte.
„Besser?"
„Etwas." Hätte sie sich nicht normal anziehen können? Und ob sie jetzt wirklich viel mehr anhatte als zuvor wusste er nicht. Das machte ihm das ganze ein wenig...unbehaglich.
„Soll ich das Essen noch mal aufwärmen?"
„Nein."
„Oook, dann lass ich dich jetzt mal in Ruhe.", grinste sie und wünschte noch Guten Appetit.
Als sie fertig waren, wussten sie nicht so recht, wie es weitergehen sollte. Immerhin war es eine wirklich ungewöhnliche und nicht einfache Situation für beide.
„Ich wünsche dir schöne Ferien, Severus...", begann sie. „...deshalb sag mir bitte, was du dir so gedacht hast für die nächsten paar Tage."
„Gedacht?"
„Wie soll ich wissen, was du gerne in deiner Freizeit tust?"
„Heute Abend, glaube ich, nicht mehr viel."
„Ja", gähnte sie. „Nicht mehr viel."
„Ich würde mich gerne noch mal in der Bibliothek umsehen, ob ich etwas Interessantes zum Lesen finde."
„Natürlich gerne, Severus. Dann hole ich mir auch was."
„Hast du nicht noch Hausarbeiten zu machen?", fragte er, nicht ohne einen festen Blick auf sie zu richten.
„Jetzt? Außer deiner Strafarbeit habe ich nichts zu machen, nein, denn alle anderen geben keine Hausaufgaben für die Ferien."
Ganz leicht zog er wieder einen Mundwinkel nach oben. „Du brauchst sie nicht zu machen. Nur der zweite Teil der Strafe, mit mir auf dem Gelände diese Pflanze suchen, ist dir nicht erlassen."
„Ich mache beide."
„Natürlich."
Jeder von ihnen suchte sich ein Buch und sie setzten sich auf die Couch im Wohnzimmer, da in der sogenannten Bibliothek ja nur ein großer Sessel stand. Er setzte sich in eine Ecke und sie in die andere. Hin und wieder drehte sie vorsichtig den Kopf zu ihm, aber er schien ganz in seine Lektüre versunken. Doch so ein Mann wie Severus bekam das schon mit, auch wenn man ihm es nicht immer ansah. Insgeheim genoss er den Abend und alles andere auch. Beinahe war es normal – ein normales Leben – und er fand ganz langsam Gefallen daran. Nie hätte er es für möglich gehalten. Wo war der Haken? Gab es einen?
In dem Moment rutschte sie etwas näher in die Mitte, legte die Beine hoch und lehnte sich mit dem Rücken an ihn – und er ließ es tatsächlich zu. Zumindest für den Augenblick hatte er seine Antwort bekommen. Sein Buch wanderte in die linke Hand, sodass er einen Arm frei hatte, um ihn um Hermione zu legen – so hatte sie es bequemer. Überrascht blickte sie zu ihm auf und zum ersten mal beugte er sich von sich aus runter, um sie zu küssen. Glückselig legte sie den Kopf an seine Brust und vertiefte sich wieder ins Buch.
Es dauerte nicht lange, da merkte er, dass sie langsam etwas tiefer rutschte und das Buch auf ihrem Schoß lag. Hermione war eingeschlafen. Hin- und hergerissen überlegte er, ob er sie nach oben tragen sollte oder ob er sie wecken sollte. Würde sie es wollen? Wäre sie ihm böse oder dankbar? Solche Zwischenmenschlichkeiten waren nicht einfach für ihn und er grübelte zu lange über Dinge, an die er noch vor ein paar Tagen, oder sagen wir nach Lily oder vor dem Angriff von Nagini, wenn er es zugab, nie auch nur eine Sekunde verschwendet hatte.
Es war zwar nicht so spät, knapp halb zehn, aber immerhin hatten sie beide recht wenig Schlaf bekommen letzte Nacht. Zumindest musste er als erster aufstehen. Vorsichtig stützte er sie ab, erhob sich und wollte sie sich gerade nehmen, da klingelte das Telefon. Dieses Gerät hatte wirklich immer ein perfektes Timing gehabt in der Zeit, seit er dort war. Gut oder schlecht?
Sie wurde wach und verstand erst mal nicht, in welcher Situation sie sich gerade befand. Fragend blickte sie zu ihm hoch und er zuckte nur stumm mit den Schultern und deutete auf den Apparat.
„Dad! Hi…ich hab mir ganz langsam Sorgen gemacht… Sonntag? Hab ich dann wohl nicht gehört…viel zu Lernen…bei Oma …Aaah,….hat sie? …Bereitschaftsdienst…an diesem Wochenende? Ok. Sehen wir uns noch? Ja,…schätze abends erst...ja. Bis dann. Ihr auch."
„Sie haben wohl Sonntag schon mal angerufen, aber ich hab nichts mitbekommen. Dann haben sie es bei Oma versucht und…"
Er verzog die Miene.
„Keine Angst, Oma ist nicht so. Sie hat erklärt, ich sei oft bei ihr gewesen und mit dem Hund und so weiter."
Langsam schlurfte sie zurück zur Couch, legte ihr Buch beiseite und schaute ihn an.
„Müde?", fragte er mit einem hochgezogenen Mundwinkel.
„Nein…es geht. Was möchtest du denn noch machen?"
„Ich sehe wie es geht, Hermione. Du hast eben schon geschlafen."
„Ich? Neiiin…"
„Und ob. Warum sollte es sonst fast zehnmal geklingelt haben?"
„Hmmm?"
Er streckte ihr seine Hand entgegen. „Komm, ich bringe dich nach oben."
Sie lächelte, ergriff seine Hand und ließ sich die Treppe hochziehen.
„Ausziehen schaffst du selber?"
„Was meinst du?"
„Du schaffst es."
„Und du?"
„Ich schaffe es sicherlich!", versicherte er ihr gespielt entrüstet.
„Ob du auch ins Bett willst, meine ich?"
„Wahrscheinlich. Die Nacht war kurz." Nicht zum erstenmal in diesen Ferien wunderte er sich, warum er mehr müde war und besser schlafen konnte. Eine Antwort fand er nicht.
Sie begann sich auszuziehen und er stand regungslos daneben. Als sie Hand an ihren BH legte, beeilte er sich, aus dem Zimmer zu kommen und ging ins Bad. Es war immer noch so unwirklich.
Zum Schlafen hatte er, wie sie schon vor Tagen herausgefunden hatte durch die Wette, nur seine Shorts und ein Shirt mitgebracht und fühlte sich endlich wohler in seinen eigenen Sachen. Nur noch Zähne putzen und dann...kam sie schlaftrunken rein und nahm sich auch ihre Zahnbürste. Sprachlos stand er daneben und wusste nicht, was er denken sollte. Nicht mal angeklopft hatte sie und er führte es auf ihre Müdigkeit zurück. So standen sie nun gemeinsam vor dem Waschbecken, als wenn es schon jahrelang so gewesen wäre. Sie gab ihm einen Kuss auf das noch nasse Gesicht und verschwand genauso schnell, wie sie gekommen war.
Vor ihrer geöffneten Schlafzimmertür blieb er stehen und haderte mit sich. Sie hatte sich offensichtlich ganz auf die eine Hälfte des Bettes beschränkt, als ob sie ihm Platz gemacht hätte. Das zweite Kissen fehlte ebenso wenig wie eine Wolldecke am Fußende, falls es kalt würde – die andere war breit genug für zwei.
Dennoch – sie hatte nichts gesagt und er konnte sich nicht überwinden, diesen Schritt zu tun, deshalb ging er in sein Gästezimmer.
Hermione döste vor sich hin, zwang sich aber, nicht einzuschlafen, solange er nicht da war. Als er nach zehn Minuten immer noch nicht zurück war, rief sie ihn.
„Severus?"
Schnell stand er auf. „Ja?"
„Wo bleibst du denn?"
„Ich bin in meinem Raum."
„Wieso?"
„Wieso nicht?"
„Willst du denn nicht hier...du hast doch schon hier geschlafen."
„Aber nicht so..."
„Der Platz reicht doch, wie wir festgestellt hatten."
„Es...ich kann das nicht."
„Versteh...einer...die Männer", murmelte sie.
Severus seufzte, machte im Gästezimmer das Licht aus und legte sich zu ihr unter die Decke.
„Du fällst gleich raus.", bemerkte sie und zog an seinem Arm. Severus rutschte ein wenig näher bemühte sich, ihr nicht ganz so nahe zu kommen. Nicht jetzt.
Hermione zog das Oberbett bis zum Kinn und machte es sich gemütlich. Sie fror ein bisschen weil sie so müde war.
„Willst du die Wolldecke haben?"
„Nein", sagte sie mit geschlossenen Augen. „Dan-ke."
Er machte auch die Augen zu und versuchte zu schlafen und es funktionierte nicht. Nach einer gefühlten Viertelstunde wollte er schon wieder leise aufstehen, da drehte sie sich plötzlich um, rutschte zu ihm und legte ihren Kopf und eine Hand auf seine Brust. Wie versteinert fühlte er sich und hatte Angst sich zu bewegen. Irgendwann wurde es unbequem und er zog vorsichtig seinen Arm hervor, um ihn um sie zu legen. Es war nicht auszumachen, ob sie noch wach war oder schlief, doch sie kuschelte sich wohlig in die Kuhle zwischen Arm und Brust und atmete bald tief und fest. Mit dem anderen Arm tastete Severus nach der Nachttischlampe, um sie auszumachen.
Ohne dass es ihm bewusst war, entspannte er sich und schlief zum erstenmal seit Ewigkeiten neben einer Frau ein, die er li...
Nox.
*Bon Jovi: „It's My Life"*
Der Mittwochmorgen war wirklich vorzeigbar. Die Vorboten des gestrigen Abends – der rote Himmel und der nachlassende Regen – hatten nicht zu viel versprochen. Endlich war der Frühling zurück und langsam kam die Sonne zwischen den abziehenden Wolken hindurch, das konnte man schon durch die Ritze des Rollos erkennen.
Severus wachte auf und schaute auf die Uhr. Das konnte doch nicht wahr sein. Wann hatte er denn das letzte mal zwölf Stunden geschlafen? Hermione lag mit dem Rücken zu ihm und bewegte sich leicht, aber sie hatte die Augen noch geschlossen. Gut, wie er sich fühlte, rutschte er etwas näher zu ihr heran, schlang seinen Arm um sie und küsste sie in den Nacken. Ein leises hmmm kam von ihr und so wusste er, dass sie langsam erwachte. Kurz drehte sie ihren Kopf zu ihm und lächelte – und das erstemal spürte er, wie der Blick ein Gefühl in ihm auslöste – so ein Ziehen im Bauch – das er aber schnell beiseite drängte und auf den Hunger schob.
Ganz unauffällig rutschte sie näher an ihn heran, zog seinen Arm fester um sich und küsste ihn auf die Finger. Ihre Nähe löste noch ganz andere Gefühle in ihm aus.
„Hermione, musst du dich so bewegen?"
„Guten Morgen", begrüßte sie ihn liebevoll. „Mach ich doch gar nicht."
„Doch."
„Das merkst du?", fragte sie unschuldig.
„Gleich wirst du es merken, wenn du so weitermachst."
Tatsächlich hatte sie sich ein bisschen bewegt und sie spürte, wie es Wirkung zeigte. ‚Was für ein Glück', dachte sie, denn es gab gerade nichts, was sie mehr brauchte.
Severus begann, ihr Bein zu streicheln und arbeitete sich weiter nach oben vor bis zu ihrer linken Brust, die er sanft knetete und deren Spitze sich unter seinen Berührungen aufrichtete.
Wohlig seufzte sie und das brachte ihn dazu, ihre Bewegungen mitzumachen und seine Hand langsam wieder tiefer gleiten zu lassen. Ihre Aktion und Reaktionen hatten ihn schnell ziemlich hart werden lassen und er hätte sich jetzt gerne ebenso schnell und fest in ihr versenkt. ‚Das muss warten', zügelte er sich selbst.
Doch weit gefehlt. Er ließ seine Hand in ihren Slip gleiten, streifte über ihren Po und weiter bis zu ihrer Mitte nur um festzustellen, dass sie schon mehr als feucht war.
Erstaunt beugte er sich über sie und blickte sie fragend an, aber nicht ohne beide Mundwinkel zucken zu lassen.
„Dir auch einen guten Morgen!"
„Ich hab geträumt...", entschuldigte sie sich und errötete leicht, woraufhin sie auch noch eine hochgezogene Augenbraue erntete – so typisch.
„Will ich wissen, was das für ein Traum war?", raunte er von der Seite in ihr Ohr.
„Ähm..."
„Sag es mir, Hermione." Eine Gänsehaut überzog sie, als er dabei seinen harten Schaft an ihrem Po auf und ab bewegte.
„Ähm...ich...wir waren auf Hogwarts. Du hast mich nachts auf einem Kontrollgang erwischt – ich weiß, nicht so ungewöhnlich – und dann hast du mich...ähm...gegen eine Wand geschoben, hast dich zwischen mich gedrängt und...es nicht zu Ende gebracht, bevor ich aufwachte eben."
„Nicht zu Ende gebracht?"
„So kurz davor...", schob sie noch hinterher und merkte, wie er ihren Slip runterzog. Wenn er nicht bald weitermachte, müsste sie es selbst tun – es war wirklich eine Qual, so aufzuwachen.
Kaum hatte sie ausgedacht, hob er ihr linkes Bein ein wenig an und brachte sich von hinten in sie, dass sie aufkeuchte. Langsam bewegte er sich vor und zurück, doch in der Position waren die Bewegungsmöglichkeiten nicht gerade groß. Sie meinte, vor Lust umzukommen und versuchte, sich noch näher an ihn heranzurücken, was aber nicht mehr möglich war. Severus ging es ohne ihres Wissens genauso.
„Bitte...kannst du..."
Er glitt aus ihr raus und kniete sich auf das Bett. Dann zog er sie an den Hüften in seine Richtung, dass sie nun auch vor ihm auf den Knien war. Küssend arbeite er sich ihren Rücken hinauf und massierte leicht ihren Nacken. Sie spürte seine Spitze an ihrem Eingang und hielt es nicht mehr aus.
„Severus..."
„Ja?"
„Du quälst mich gerade."
Er musste erst damit umgehen lernen, dass sie scheinbar so heiß auf ihn war.
„Meinst du...so...?"
„Jaah..."
Das reichte ihm und er versenkte sich in ihr, während er weiter ihren Rücken streichelte und seine vorsichtigen Bewegungen fortsetzte. Er wollte nicht so schnell kommen, was ihm durch die Position erschwert wurde.
Hermione hätte am liebsten in ein Kissen gebissen. Als er wieder seine Bewegung unterbrach, wurde es ihr zuviel.
„Du quälst mich immer noch.", presste sie hervor, nicht ohne ihm mit ihrer eigenen Bewegung anzudeuten, dass sie es gerne...intensiver hätte.
Das überzeugte ihn endgültig. Er packte sie fest an den Hüften, dass sie ihr Gleichgewicht nicht verlor und stieß hart in sie hinein. Nach ein paar wenigen – sie konnte nicht mehr denken und schon gar nicht mehr zählen – aber heftigen Stößen rollte eine unglaublich intensive Welle über sie hinweg, wie sie es noch nie erlebt hatte. Dadurch riss sie Severus kurze Zeit später mit und er ergoss sich in ihr. Erschöpft von diesem kurzen aber heftigen...Morgen landeten beide wieder in den Kissen und blieben noch ein wenig liegen, um das Gefühl noch ein bisschen auskosten zu können.
„Frühstück und duschen?"
„Duschen und Frühstück", bestimmte er.
Die Temperatur sollte heute immerhin auf fast 18 Grad steigen, hatten sie beim späten Frühstück im Radio gehört. Manchen machte so ein Umschwung zu schaffen, aber Severus freute sich. Endlich konnte er wieder nach draußen gehen und mal tief durchatmen – ohne Angst vor einem erneuten Rückfall. Das täte seiner angeschlagenen Lunge gut.
Trotzdem wollte er noch ein bisschen warten und vertrieb sich die Zeit mit dem Buch, das er gestern Abend angefangen hatte.
Während des restlichen Vormittags kümmerte sich Hermione um das Haus und machte hier und da Ordnung – mit und ohne Magie. Dann müsste sie nicht alles am Wochenende herrichten und damit blieb ihr mehr Zeit für Severus bevor die Schule wieder losginge. Vor allem brachte sie das Gästezimmer wieder in Originalzustand. So ganz in schwarz und grün konnte sie es wohl kaum lassen. Wahrscheinlich hätten ihre Eltern dann ein paar Fragen dazu, dachte sie kichernd. Jetzt, da er in ihrem Bett schlief, war es so viel einfacher...und sooo viel schöner.
Immer noch überlegte sie, ob seine Räume in Wirklichkeit so düster waren. Wie konnte man nur so leben? Ein Teil von ihr schob diesen Gedanken beiseite und glaubte, er hätte entweder nur ein Scherz gemacht oder es deshalb so ausgewählt, weil es alle von ihm erwarteten. Andererseits machte er wirklich sehr selten Scherze. Sie kam zu keinem Ergebnis und musste gespannt warten, bis sie sein Zuhause ich echt sehen würde. Inständig hoffte sie, dass er es zulassen würde. Warum auch nicht?
Und ein weiterer Gedanke spukte ihr die ganze Zeit im Kopf rum. Genauer gesagt das Bild, dass sich heute morgen bei ihr eingebrannt hatte. Wow hatte sie nur gedacht, als er nach dem Duschen heruntergekommen war. Seine Muggelkleidung...eine enge, schwarze Jeans mit Knöpfen (was sonst) und Ledergürtel, ein schwarzes offenes Hemd (was sonst) und ein dunkles Shirt für darunter. Die Jacke hatte sie noch nicht richtig gesehen, da er sie über den Sessel gelegt hatte.
Laut hatte sie auch nur ein „Wow" rausgebracht und er hatte nur verständnislos gesagt, er sei ja auch schon mal in Muggel-London unterwegs. Sie hatte natürlich seinen Anblick gemeint – und es waren nicht gerade die ältesten und billigsten Sachen, die er da trug.
„Hermione?", rief er von unten.
„Ja? Ich komme runter, ich bin sowieso oben fertig."
„Wie ist es mit euren Nachbarn? Meinst du, ich kann etwas nach draußen in den Garten?"
„Warum nicht. Die Bäume und die Hecke sind recht hoch und außerdem sind am Vormittag nicht viele Leute zuhause. Es ist nicht nötig, dass du dich versteckst, Severus."
„Du weißt genau, was ich meine."
„Ja, aber falls es dich beruhigt...hier laufen öfter fremde Leute herum wegen der Praxis."
„Aber nicht im Garten – und sie ist geschlossen."
„Trotzdem. Das weiß ja auch nicht jeder."
„Wie du meinst."
„Meine ich."
Er wandte sich schon zur Tür.
„Warte..."
Immer noch war sie ein wenig scheu und wusste nicht, ob er es mochte oder...doch, mögen schon, aber ob sie es sich herausnehmen durfte. Sie berührte seinen Arm und gab ihm einen sanften Kuss.
Wenn es zwischendurch zu Berührungen kam, so wie jetzt, stand er immer ein wenig reserviert da. Ein ziemlicher Gegensatz zu den...Situationen, in denen sie sonst Küsse ausgetauscht hatten.
„Entschuldige..."
Er löste sich aus seiner Erstarrung und nahm ihre Hand.
„Entschuldige dich niemals für einen Kuss, hörst du?"
„Aber..."
„Wenn, dann bin ich es, der sich entschuldigen muss. Für mich ist es alles nur noch sehr...unwirklich und sehr schwer, damit umzugehen. Du kannst es dir sicher vorstellen."
„Ja, Severus. Annähernd. Mach dir keine Gedanken. Nicht so viele...bitte."
„Ich versuche es."
Sie lächelte ihn an und er ging nach draußen.
Der Duft der Frühlingsblumen stieg ihm in die Nase – eine wunderschöne Jahreszeit. Viele bunte Blumen, frisches Grün und zarte Blüten an den Bäumen machten den Garten zu einem wundervollen Rückzugsort. Die Hecke entlang des Zauns schützte ein wenig vor den Blicken von der Straße, wie sie gesagt hatte, deshalb genoss Severus den Tag und versuchte, ein paar Gewächse zu bestimmen, die ihm nur vage bekannt waren und überlegte, ob sie irgendeinen Nutzen für seine Tränke haben konnten.
Die Grangers fanden neben ihrer anspruchsvollen Arbeit noch die Zeit, sich um den Garten zu kümmern und das beeindruckte ihn. Kein Wunder, woher sollte Hermione denn sonst ihren Eifer herhaben? Auf der einen Seite würde er es interessant finden, sie kennen zu lernen, doch damit war es noch, wie er fand, viel zu früh.
Wer wüsste, wie es weitergehen würde, wenn der Schulalltag wieder anfinge. Außerdem – was war das mit ihnen? Eine Beziehung? Wohl kaum nach ein paar Tagen. Eine Affäre? Nein, nicht mit ihr. Ein Ausrutscher? Auf der einen Seite schon, doch es fühlte sich nicht so an, und sie war weiß Merlin keine Frau für einen Ausrutscher. Er hatte sich ihn geleistet und rückgängig machen war nicht mehr möglich. Nicht auf die legale Tour und zwischenmenschlich schon mal gar nicht mehr. Würde er es rückgängig machen wollen? Er war sich nicht mehr sicher, denn er fand weder in ihrem Verhalten noch in ihren Augen oder Worten etwas, das nach Bedauern oder Bereuen aussah. Beinahe glücklich kam sie ihm vor. Wegen ihm?
Nicht zum erstenmal schüttelte er fassungslos seinen Kopf. Konnte es sich tatsächlich wiederholen? Konnte es jemanden geben, der ihn mochte? Wie Lily damals? Zu schön, um wahr zu sein. Konnte er denn überhaupt damit umgehen? Hatten ihn die Jahre nicht verbittert, zynisch und gemein werden lassen? Vielleicht nach außen hin für die Schüler – und innerlich? Ja, aber nicht komplett. Ein Teil von ihm war wirklich noch Mensch. Noch oder wieder? Die Frage konnte er sich noch nicht beantworten. Die Ferien taten ihm sichtlich gut und er hätte sich so etwas nie träumen lassen. Er beschloss im Stillen, die wenigen restlichen Tage zu nutzen, um Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die er sich gestellt hatte – und ebenso beschloss er, sich eine Chance zu geben – sich oder ihnen – indem er versuchte, das kleine Mantra im Kopf loszuwerden – ‚du bist Lehrer, du bist ihr Professor'...
Ohne dass er es merkte, näherte sich mit schnellen Schritten Hilfe für sein Dilemma.
Zunächst hörte er ein Winseln aus einer bestimmten Richtung, das bald zu einem Bellen ausartete. Erschrocken drehte sich Severus um und sah den Hund am Gartentor kratzen. Um die Nachbarn nicht aufmerksam zu machen, öffnete er schnell das Tor und Emma konnte sich gar nicht beruhigen. Sie lief um ihn herum, jaulte und bellte und versuchte alles mögliche, um irgendeine Reaktion von ihm zu bekommen.
„Silencio", versuchte er wieder, doch es half natürlich nicht. „Hermione", rief er laut, doch die hörte scheinbar auch nicht(s). Sie wollte die Küche in Ordnung bringen und das Mittagessen vorbereiten, wie er vermutete, und bekam wohl nichts mit, da die Küche zur Seite gelegen war und nicht in Richtung Straße, wo sich ein Teil des Gartens und eine Wiese befand.
Der Kampf, der in seinem Inneren tobte, war nicht weniger schwer als der, mit dem er vor einigen Minuten noch zu tun hatte. Fluchend bückte er sich zu Emma runter und tätschelte ihren Kopf. Dann erhob er sich wieder und wollte sich weiterhin mit dem Garten beschäftigen. Weit gefehlt. Wer dachte, dass sich ein Hund damit begnügen würde, hatte nie einen kennen gelernt. Schon gar nicht sie. Ihr Enthusiasmus war nicht zu übertreffen und ihr Getue war ohnegleichen. Ohnegleichen im negativen Sinne natürlich – für Snape. Erneut bückte er sich und streichelte ihr über das Fell. Wenigstens hatte dadurch das Bellen aufgehört. Aber nur das.
„Was willst du von mir?", fragte er sie barsch und sich gleichzeitig, warum er mit einem Hund sprach. Wie er es hasste, wenn jemand nicht gehorchte. Schüler waren ja doch einfacher zu handhaben als das hier. Einige Zeit später fand er heraus, dass er nicht drumherum kam. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand von der Straße her zuschaute, kniete er sich auf die Wiese und kraulte Emma unter ihrer Schnauze, strich über den Rücken und unterm Bauch. Plötzlich ließ sie sich auf die Seite fallen, rollte sich auf den Rücken und Snape bekam fast einen Herzanfall. Was hatte er denn falsch gemacht? Wenn das Hermione erfahren würde...
Hätte der Hund grinsen können, hätte er es getan. Er hob den Kopf und sah ihn an. Wann machst du endlich weiter, sollte das wohl heißen. Der Professor, der im Moment keiner war, verstand endlich und setzte seine Bemühungen um Ruhe fort.
Durch das ganze Theater hatte er zuerst gar nicht mitbekommen, dass Emma noch die Leine hinter sich herzog, als sie durch den Garten streifte. Natürlich hatte sie sich nur entfernt, um den alten Tennisball zu suchen, mit dem sie dort immer spielte, und denselben legte sie jetzt vor Snapes Füße.
„Was?", blaffte er sie an.
Daraufhin stupste sie den Ball mit der Schnauze an und er trat ihn weg. Wüsste man es nicht besser, hätte man sagen können, dass Emmas folgender Beller empört klang. Um sie wieder ruhig zu stellen, hob er den Ball auf und warf ihn möglichst weit und hinters Haus.
Und während die Aktion erfolgreich war, kam ihm in denn Sinn ‚Wenn der Hund schon hier ist, ist Mrs. Tenerhale nicht weit.' Wo hatte er bloß seinen Verstand? Zumindest nicht hundertprozentig in seinem Kopf in den letzten Tagen. Wenn sie ihn hier sehen würde...bei Merlin, wie könnte man das erklären? Er könnte wohl kaum sagen, er sei durch puren Zufall hier in diesen Garten geraten, wo es doch Zehntausende im Umkreis gab. Eigenartig war, dass der Hund schon mindestens zwanzig Minuten da war, sie jedoch nicht.
Kaum hatte er sich entschlossen, das Tor zu schließen und den Hund Hund sein zu lassen, stand sie vor ihm.
„Mr. Snape? Das ist ja eine Überraschung. Haben sie schon alles in Hogwarts erledigt? Schön, sie doch noch mal zu sehen!", grinste sie und er fühlte sich ertappt wie ein Kind, das gerade die Schokolade vor dem Essen gegessen hatte. Wie wahr! Verbotenes Naschen vor ... Erschreckend wahr!
„Da bist du ja, Emma. Sie hat sich losgerissen, aber ich weiß ja, dass sie nicht weitergeht als bis hierhin. Ein paar Häuser weiter vorne habe ich mich bei Mrs. O'Kilter festgeredet. Was anderes – ist Hermione da? Ich hatte mir solche Sorgen gemacht, als sie am Montag bei mir war, aber ich habe das Gefühl, es hat sich in der Zwischenzeit erledigt..."
Severus fiel einfach nichts ein, deshalb sagte er nur, dass sie wahrscheinlich in der Küche sei und das Essen zubereite.
„Aha?!", meinte Mrs. Tenerhale nur und ging ins Haus. Der Hund folgte ihr – nicht.
„Liebes...da bist du ja. Du wolltest doch von dir hören lassen. Wie geht's dir?" Mr. Tenerhale hatte ihre Enkelin liebevoll in den Arm genommen.
„Das hätte ich doch noch gemacht Oma, tut mir leid. Es ist..."
„Ich verstehe schon, Schätzchen."
„Nein...was denn? Es ist nicht so, wie es aussieht."
„Oh, ganz sicher nicht, Liebes, das stimmt.", grinste sie und Hermione war ganz verwirrt. Hatte sie ihr gerade geglaubt?
Nicht nur bei Severus war der Verstand wohl auf Abwegen. Mrs. Tenerhale hatte ganz genau gesagt, was sie meinte. Es war wirklich nicht so, wie es aussah – es war nicht die Schülerin, die ihren zufällig vorbeigekommenen Professor zum Essen eingeladen hatte, das sie gerade zufällig vorbereitete. Ganz sicher nicht.
„Oma, willst du mit mir essen später?"
„Mit euch? Oh, nein, nein, mir ist gerade eingefallen, dass ich einen Termin beim Frisör hab. Geht leider nicht. Vielleicht ein anderes mal."
„Aber..."
„Sag mal, was ist mit Ostern? Sehen wir uns? Oder vielleicht vorher noch mal? Ach, wir können ja telefonieren."
„Ja klar...aber..."
„Ok, Liebes, mach's gut...ich muss mich jetzt wirklich beeilen." Und schon war sie aus der Tür.
Hermione starrte ihr ungläubig nach. Sie konnte sich nicht erinnern, wann ihre Großmutter das letzte mal beim Frisör gewesen war. Wenn sie es nicht selbst machte, was sie äußerst gut konnte aufgrund ihres Berufes, ging sie immer ins Theater zu ihren ehemaligen Kollegen. Was sollte das denn wieder?
„Ah, haben sie sich mit Emma angefreundet?", fragte Mrs. Tenerhale ganz unschuldig, als sie beim Rausgehen Snape mit dem Tennisball ertappte.
‚Was für ein Timing', dachte er entnervt und laut erklärte er, dass er lediglich aufräumen wolle.
„Das wird der Hund sicherlich verstehen!", versicherte sie ihm mit einem breiten Grinsen und klopfte ihm unterstützend auf den Unterarm.
„Sagen sie, war das Wetter oben in Schottland auch besser? Hier wird es ja endlich etwas frühlingshafter."
Da hatte sie ihn. Nicht ein einziges mal hatte er in Hogwarts aus dem Fenster geschaut, er hatte anderes zu tun und zu überdenken gehabt. „Nur ein wenig kühler."
„Schön, dass sie ihre Arbeit so schnell erledigen konnten und doch noch ein bisschen ihre Ferien genießen können. Sie sehen schon viel entspannter aus als beim letzten Mal, als wir uns gesehen haben!"
Kurz entglitten ihm seine Gesichtszüge, bevor er sich an seine ach so gekonnte Snape-Miene erinnerte. Konnte sie Legilimentik oder was?
„Nun, es ist noch einiges zu tun und..."
Mrs. Tenerhale lehnte sich ein wenig weiter aus dem Fenster – es begann, Spaß zu machen. „Dann hatten sie noch etwas in London zu erledigen?"
„Eigentlich..."
Laut Beschreibungen von Hermione aus früheren Jahren hätte sie nie gedacht, dass er so leicht aus der Ruhe zu bringen war.
„Nicht? Oh, ich vergesse auch schon mal was...dann sag ich immer, was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben – nicht wahr?"
Severus unterdrückte einen Seufzer.
„Vergessen? Nicht direkt. Herm...Miss Granger hat noch eine Strafarbeit zu erledigen und ich musste noch ein paar Details mit ihr besprechen."
Mrs. Tenerhale zog fast so perfekt die Augenbrauen in die Höhe wie er selbst, nur ihr Gesicht sah dabei ganz anders aus.
„Sie sind wirklich ein engagierter Lehrer, Mr. Snape, das muss ich ihnen mal sagen. Sich in den Ferien um seinen Job zu kümmern, nenn ich wirklich Einsatz. Was hat sie denn angestellt? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie Nachsitzen muss!" Jetzt war sie wirklich gespannt auf seine Argumentation.
„Ihre Enkelin hat kurz vor den Ferien meinen Unterricht maßgeblich gestört und war unaufmerksam. Das Buch für die Strafarbeit hat sie im Labor liegengelassen und ich wollte es ihr vorbeibringen. Nachsitzen muss sie erst in der Schulzeit." Was für ein Ausmaß an Unsinn, den er hier von sich gab. Die Tatsachen stimmten ja grob, aber er würde sich selbst nicht glauben, wenn er sich zuhören müsste.
„Ja, da bin ich mir sicher, dass sie als Lehrer nicht vom Nachsitzen absehen können. Schließlich muss ja alles gerecht zugehen, nicht wahr?"
„So ist es."
„Nun, Mr. Snape, haben sie noch weitere Pläne für die Ferien? Hier in London kann man doch eine Menge unternehmen und..."
„Aus welchem Grund sollte ich hier..."
„Warum denn nicht?", schnitt sie ihm das Wort ab – mal wieder – und er konnte nichts dagegen unternehmen. „Sie werden sich außerhalb ihrer gewohnten Umgebung noch mehr vom Schulalltag erholen können als bisher schon. Ich spreche aus Erfahrung.
Sagen sie, wie alt sind sie eigentlich, wenn ich fragen darf? Sie sehen ziemlich jung aus für einen Professor."
„39." Was sollte er auch sonst antworten?
„Das ist doch nett...so was...alle eine neun."
„Wie bitte?"
„Na sie und Hermione, naja, nur noch ein paar Monate, und ich... Ach, das wäre doch eine lustige Idee. Jeder spricht jetzt schon von dem großen Millenium nächstes Jahr – 2000 – was für eine Zahl! Und sie 40, ich 70 und Hermione kann ihren 20. nachfeiern, das wäre doch was!", sagte sie voller Enthusiasmus.
Verwirrt schaute er sie an.
„Entschuldigen sie...die Idee kam mir gerade so zugeflogen...aber wir sollten es dennoch mal im Auge behalten.", lachte sie. „Nichts für ungut, Mr. Snape. Ich denke, wir sehen uns noch mal. Machen sie es gut bis dahin! Komm, Emma. Los!"
Während er noch Luft für eine Antwort holte, war sie schon weg und er wusste gerade gar nicht, wie ihm geschehen war. Wie konnte sie etwas wissen? Wusste sie etwas? Hermione hatte bestimmt nichts erzählt. Er schob es auf seine Gewohnheit, immer wachsam gewesen sein zu müssen.
Hermione kam in dem Moment nach draußen.
„Ich dachte, ich hätte Oma noch gehört."
„Das hast du auch. Sie ist erst gerade weg."
„Ach ne...sie hatte es doch eben so eilig, zum Frisör zu kommen."
„Davon hat sie nichts gesagt."
„Oh!"
„Das kann man wohl sagen."
„Willst du etwas essen?"
„Eigentlich nicht, unser Frühstück war ziemlich spät."
„Du hast recht. Dann lass uns kurz reingehen und überlegen, was wir machen wollen."
„In Ordnung."
Mrs. Tenerhale hatte so ihre Schwierigkeiten mit Emma. Sie waren kaum ein paar Meter weitergekommen, weil der Hund einfach keine Lust hatte, weiterzugehen. Immer wieder drehte er sich um und wollte sie mit sich ziehen.
„Was ist bloß mit dir, Hund? Wir werden ja noch mal herkommen, aber nicht jetzt. Du hast deine Runde noch nicht gedreht heute Mittag." Das gute Zureden half gerade gar nicht. Sie seufzte und gab etwas mehr Leine. Er lief zurück zum Gartentor und blieb davor stehen. Diesmal ohne zu Winseln. Nur der Schwanz wedelte heftig und er drehte sich immer wieder um, ob Frauchen nicht käme. Sie kam und beugte wohl aus Instinkt nur den Kopf etwas um die Ecke der Hecke.
„Hund,", flüsterte sie, „du bist der Schlauste auf der Welt. Du wusstest es, oder? Guck mich nicht so an, ganz ahnungslos bin ich auch nicht, auch ohne Hundenase!"
Hermione stand auf den Stufen der Eingangstreppe und er etwas tiefer. Beim Hochgehen hatte sie sich umgedreht, dass sie jetzt auf Augenhöhe mit Severus war. Da ihm der Weg versperrt war, blieb ihm nichts anderes übrig, als ihren Kuss zu erwidern.
Mrs. Tenerhale grinste über das ganze Gesicht. „Ach ja, ist das schön...aber unser Mr. Snape muss wirklich noch was lernen, wie es scheint."
In dem Moment schlang er die Arme um Hermiones Taille und zog sie zu sich, obwohl sie draußen waren. Er hatte gar nicht mehr nachgedacht.
„Na also, so ist das schon besser, nicht wahr, Emma?"
Sie blickte ihr Frauchen an, wedelte mit dem Schwanz und machte sich auf zu ihrem Mittagsspaziergang.
Gemeinsam hatten sie beschlossen, einen ruhigen Tag einzulegen. Severus hatte in den vielen Jahren so selten innerliche Ruhe gehabt, dass es ihm sichtlich gut tat hier bei ihr, hatte sie festgestellt. Jeden Tag mehr.
Hermione musste nur einkaufen, um neue Lebensmittel für den Rest der Woche zu besorgen und ein paar extra Zutaten, da sie ja vielleicht mal gemeinsam kochen wollten. Er willigte ein, mitzukommen. Diesmal sollte es etwas näher in Richtung Londons Innenstadt gehen, weil er sich dort unter vielen Menschen – oder anders ausgedrückt, nicht in einem überschaubaren Vorstadt-Einkaufszentrum, etwas wohler und weniger beobachtet fühlte.
Severus wollte nur ganz kurz in die Winkelgasse, um etwas zu erledigen, aber versprach, dass es nicht lange dauern würde. In der Zeit wollte sie schon einen Supermarkt suchen und dann wollten sie sich treffen, um sich hier und da noch etwas anzusehen.
Gesagt, getan.
Hermione war als erste am Treffpunkt und überlegte, ob sie schnell in diesen tollen großen Modeladen gegenüber gehen sollte. Wie sie gestern schon festgestellt hatte, brauchte sie dringend schöne Wäsche und ein paar andere Sachen. Nur so schnell ging das ja auch nicht. Sie schaute immer wieder zwischen den Schaufenstern des Ladens und der Richtung hin und her, aus der sie Severus vermutete. Beim Apparieren musste man ja wirklich vorsichtig sein – darin war keiner besser als er. Jetzt, wo er seine Gesundheit – fast, seine Konzentration – fast, und seinen Zauberstab wieder hatte, gelang es ihm endlich so gut wie früher.
Da kam er auch schon und war gerade dabei, sich seine Jacke überzuziehen. In der Winkelgasse hatte er sie weggelassen. Auch schwarz (was sonst) mit Stehkragen und sportlichem Schnitt. Außer einem Wow kam ihr wieder nichts in den Sinn. So typisch Frau, die Snape sah – oder etwa nicht? Eher nicht, dachte sie sich ernsthaft.
Und nun? sagte sein Blick. „Ich gehe davon aus, dass du nicht mit mir in diesen Laden willst.", sagte sie und deutete hinter sich.
„Was du nicht sagst. Da hinten habe ich eben eine große Buchhandlung gesehen und ein paar Marktstände sind auch aufgebaut. Dann würde ich sagen bis gleich?"
„Prima." Sie wollte ihm gerne noch ein Kuss geben, aber er hatte sich schon umgedreht und ging in die andere Richtung.
Innerlich klopfte sie sich auf die Schulter. Jetzt hatte ein bisschen Zeit, um sich etwas zu kaufen. Bloß beeilen und wenigstens ein oder zwei Teile aussuchen...
Während sie zwischen den Kleiderständern hindurchging, fiel ihr ein, dass er doch sicher Geld bräuchte. Andererseits würde er sich sicher bei ihr melden.
Wenn sie nur wüsste, was ihm gefiel, grübelte sie weiter. In dunkelgrün fand sie nichts und wusste auch nicht, ob sie darüber eher froh sein sollte. Weiß? Nicht wirklich passend. Rot? Nein, viel zu offensichtlich. Rosa? Ging gar nicht. Schwarz war naheliegend, also griff sie ein schönes Set aus schwarzer Spitze mit Samteinsätzen. In der Umkleidekabine kam sie sich komisch vor, den in so etwas hatte sie sich noch nie gesehen. Schnell zog sie sich wieder um und suchte weiter, behielt es aber trotzdem in der Hand. Wenigstens ein Teil wollte sie sich kaufen.
Als Hermione noch nicht zurück war, ging er mit einem Schnauben doch in den Laden. Nachdem er fünf Minuten gesucht hatte, sah er sie endlich von weitem und ging zu ihr. „Ich habe dich überall gesucht."
Erst jetzt bemerkte er, in welcher Abteilung er sich befand und blickte um sich, in der Hoffnung, dass ihn keiner gesehen hatte.
Hermione wurde rot und versuchte, die Sachen hinter ihrem Rücken zu verstecken.
„Ich kann doch nicht ahnen, dass du so schnell in der Bücherei fertig bist. Ich wäre schon rausgekommen."
„Schnell? Ich war etwas länger als eine Stunde dort, falls die Turmuhr stimmt."
„Ooh...", erwiderte eine überraschte Hermione, als sie auf ihre Uhr schaute, „sooo lange war ich hier drin? – Entschuldige."
Sehnsüchtig schaute sie sich um und ihr Blick blieb kurz an einer Modellpuppe hängen. Sie hatte sich nicht einmal in der Abteilung für Oberteile und Kleider umschauen können. Schade.
„Was versteckst du da?"
„Nichts."
Du lügst mich an und weißt, dass ich es weiß? Miss Granger...!"
„Ähm...nichts weiter. Geh doch einfach schon mal und ich komme nach."
„Damit ich wieder warten muss? Auf keinen Fall."
Mit einem Arm packte er sie fest und mit dem anderen griff er hinter ihren Rücken.
Ihr bezauberndes Gesicht wurde noch eine Spur röter, wofür sie nur eine gerunzelte Stirn und die übliche Augenbraue erntete.
„Was..." Mehr kam da nicht von ihm.
„Das ist...ähm,...ich hab nicht soviel..."
„Es ist nicht nötig, dafür Geld auszugeben."
„Soviel Auswahl, meinte ich."
„Brauchst du nicht.", versicherte er ihr mit einem ganz, ganz leichten grinsen.
„Sieh es als Geschenk..."
„Geschenk? Willst du mich lächerlich machen?"
„Dann eben als Geschenkpapier...Du darfst es auspacken."
„Was?" Schnell war ihm klar geworden, was sie meinte, doch das zeigte er natürlich nicht.
Sie verdrehte nur die Augen, ließ ihn stehen und ging zur Kasse.
Sie wollte es doch kaufen? ‚Nicht schlecht', dachte er ganz für sich.
Draußen angekommen, überlegte er sich spontan etwas.
„Ich habe etwas vergessen. Ich gehe noch mal hinein. Tust du mir einen Gefallen? Geh eben noch rüber zum Markt, den Rosmarin habe ich auch vergessen."
„Klar...aber was willst du da drin?"
„Äh, Socken, ich brauche noch Socken." Er vergaß etwas, und dann gleich zwei Sachen?
„Du brauchst Geld."
„Deshalb war ich ja in der Winkelgasse. Habe bei Gringotts getauscht, ich kann ja nicht die ganzen Tage ohne einen Sickel...ohne einen Penny in der Tasche herumlaufen."
„Ach so..." Sie tat ihm natürlich den Gefallen und ging los.
Vorhin im Geschäft hatte er ganz genau gesehen, wohin ihr Blick gegangen war. Das Plastik-Modell trug ein wunderschönes schwarzes Abendkleid. Nie hatte er sich so etwas näher angesehen, aber es gefiel ihm und seine Phantasie gaukelte ihm ein Bild von ihr vor, auf dem sie dieses Kleid auf ihrem Abschlussball trug. Noch nie hatte er sie in schwarz gesehen. Dass er damit auch unterbewusst an die – an eine gemeinsame Zukunft dachte, bekam er gar nicht mit.
Die Zweifel bezüglich der Farbe schob er beiseite und suchte eine Verkäuferin. Hoffentlich eine, die anders war als die letzte...
„Kann ich ihnen helfen, Sir?" Sie war anders, ‚Merlin sei Dank'.
„Nun, ich hätte gerne dieses Kleid."
„Oh. Ich zeige es ihnen gerne. Eigentlich wäre es besser, wenn es ihre Frau anprobieren würde."
„Es soll eine Überraschung sein."
‚Wie nett', dachte die Verkäuferin, ‚nur keine ganz billige Überraschung.'
„Sind sie sicher?"
„Ja.", versicherte er ihr mit Nachdruck.
„Welche Größe muss es denn sein?"
Darüber hatte er sich gar keine Gedanken gemacht und er begann, unsicher zu werden.
„Ich kann es nicht sagen."
„Dann haben wir ein Problem, aber nicht unlösbar. Beschreiben sie sie bitte mal."
Severus versuchte sein Bestes, es reichte nur nicht.
„Wissen sie was? Hier laufen viele Kundinnen herum – suchen sie sich eine, die ihr am nächsten kommt von der Figur her."
Angestrengt sah er sich um und fand eine, die passen musste.
„Das bringt uns einen Schritt weiter." Sie suchte das Kleid in zwei Größen heraus und hielt sie ihm hin.
„Ich kann es nicht sagen, wirklich." Doch da kam ihm eine Idee... Wenn Hermione schon zurück war, müsste sie vor dem Geschäft stehen. Stand sie auch, als er der Verkäuferin den Wink gab. Besser hätte es gar nicht laufen können, denn Hermione zog sich gerade den Mantel aus, weil die Nachmittagssonne stärker geworden war.
„Perfekt, das wird die 34.", sagte sie mit geübtem Blick.
Erleichtert, in zweifacher Hinsicht, ging er hinaus und verkleinerte blitzschnell die Tüte um mehr als die Hälfte, dass man nicht mehr als Socken darin vermuten konnte.
Sie fuhren nach Hause, aßen gemeinsam, schauten ein bisschen fern und kuschelten sich, wie am Abend zuvor, auf die Couch, um zu lesen. Beide fühlten sich sichtlich wohl und vor allem Severus genoss den gemeinsamen Abend. In Gedanken ließ er den ganz normalen, aber für ihn den so gänzlich unnormalen Tag Revue passieren und freute sich aufrichtig auf die folgenden.
tbc
A/N: Hoffe, es hat euch ein BISSCHEN gefallen - dieser ganz (un)normale "Alltag" der beiden!?
*liebguck*
