Ihr Lieben!
Ich sage ja sonst nie mehr zu den Musik-Tipps - sie unterstreichen eigentlich immer das, was ich mit den Kapiteln sagen will...
aber diesmal ist es mir ein Anliegen: Lasst das Stück mal im Hintergrund laufen wenn ihr mögt, spätestens, wenn Sev den Zauberstab hebt und an Hermione denkt! Dann ahnt ihr vielleicht, was in ihm los ist ;o)
(Edward Elgar: "Nimrod"):
h t t p
: / / www . youtube watch?v=sUgoBb8m1eE
(nach youtube noch PUNKT com und / und dann noch Leerzeichen entfernen, anders geht das hier nicht)
Und ein besonders lieber Gruß und ein Augenzwinkern geht heute an Kaddi, die sich schlicht und einfach gewünscht hat, dass sich Sev bei Hermione bedankt - und das vielleicht auf Hogwarts, weil er da im Prinzip heimisch ist...zu Hause wäre das falsche Wort...noch. ;o)
Lest also, was dabei rausgekommen ist - da müsst ihr jetzt alle durch ;oD und vielleicht gefällt's ja ein bisschen...
Kapitel 21
Er wollte seine Eule nicht herbeirufen aufgrund des langen Weges und vor allem, weil er nicht wusste, ob die Nachbarn Eulen im Garten gewohnt waren. Vermutlich ja, doch er wollte nicht noch mehr riskieren. Früher hatte er stets Schuleulen oder welche von außerhalb benutzt – sicherheitshalber.
In der Zeit, als seine Genesung langsam fortgeschritten war, hatte ihn Minerva eines Tages genötigt – als er nach langer Zeit wieder aufstehen durfte – endlich auf andere Gedanken zu kommen und ihn deshalb in ein kleines, abgelegenes und eher unbekanntes Zaubererdorf entführt. Dort gab es keine Eulerei, sondern einen ganzen Park mit Eulen, Greifvögeln und anderen Wildtieren. Natürlich hatte er es nie zugegeben, doch als er minutenlang vor der Voliere mit den Steinkäuzen gestanden hatte, war es beinahe schon…Zuneigung auf den ersten Blick gewesen. Das kleine Wesen hatte ihn mit einem genauso durchdringenden Blick angeschaut, wie nur er es sonst beherrschte. Trat er einen Schritt zur Seite, neigte sich der Kopf des Käuzchens ebenso schräg, damit es den Menschen weiterhin im Fokus hatte. Minerva war das Schauspiel damals nicht entgangen und hatte daraufhin das Tier gekauft. Ohne Worte hatte sie es ihm gereicht und er hatte es ebenso wortlos aufgenommen. Das, was sie in seinen Augen gesehen hatte, war vollkommen genügend gewesen.
Seitdem er ganz früh am Morgen, als es noch dunkel war, aufgewacht war, dachte und grübelte er weiterhin über seinen Plan nach, der seit gestern in seinem Kopf herum spukte. Eigentlich konnte von Plan noch keine Rede sein, eher eine Idee, die es nun zum einen zu überprüfen galt und zum anderen, falls möglich, in die Tat umgesetzt werden musste. Unbedingt wollte er sie richtig überraschen und sich vor allem nochmal bedanken für…alles.
Wieder kam ihm das Bild von Hermione in den Sinn, wie sie am Klavier gesessen hatte und diese traurige Melodie gespielt hatte. Das hatte ihn so berührt und ein Teil von ihm sagte ihm, dass er das auf Hogwarts nicht missen wollte.
Nie hatte er sich Gedanken gemacht, warum es in Hogwarts keinen künstlerischen Unterricht gab – oder er hatte es einfach vergessen. Flitwicks Chor gab es, klar, und außerschulisch gab es natürlich auch Musik, doch mehr fiel ihm bezüglich der Entwicklung der Schulfächer nicht ein. Die Zeit hatte immer gefehlt, sich mit solchen Dingen näher beschäftigt zu haben – die Zeit und das Gefühl.
In aller Frühe stand er auf und suchte nach einem Pergament. Bald fiel ihm ein, dass er kleine Zettel und einen Stift neben dem Telefon gesehen hatte. Schnell schrieb er ein paar Worte nieder und apparierte nach London, um in die Winkelgasse zu gelangen.
Heute Morgen war es noch ein bisschen leerer als an Samstagen, da unterschieden sich Zauberer nicht von Muggeln. Er hatte keinen Nerv, vielen Leuten zu begegnen und am Ende noch aufgehalten zu werden.
Hermione wurde durch das Vogelkonzert im Garten geweckt. Mit dem Frühling waren sie praktisch zum Leben erwacht und nun sangen sie um die Wette – einer schöner und lauter als der andere.
Sie hatte das Gefühl, dass draußen die Sonne wieder schien und dass es ein schöner Tag werden würde. Dennoch störte sie irgendetwas. Im Zimmer war es so still – zu still. Durch die Ritze des Rollos drangen ein paar Lichtstrahlen ins Zimmer, die ein bizarres Muster an die Wände malten. Sie drehte sich um, öffnete die Augen und sah nichts als ein verlassenes Kissen neben sich. Es ging ihr bis ins Mark, bevor sie klar denken konnte und überlegte, dass er ja nur mal im Bad oder unten sein könnte. Sie nahm sein Kissen und presste es an sich – es roch nach ihm und sie wollte es nicht missen – nie mehr. Einschlafen konnte sie nicht mehr, solange er nicht wieder da war.
Als nach zehn Minuten nichts passierte, stand sie auf und ging aus dem Zimmer. „Severus?" – Keine Antwort. Im Bad war er nicht, dort hatte sie als erstes nachgeschaut. Die untere Etage war auch verwaist. So früh würde er doch nicht in den Garten gegangen sein?
Ziemlich bald wurde sie nervös. War es jetzt passiert? War er gegangen? Ihr war kein Grund bewusst, warum ausgerechnet jetzt. Andererseits war Severus immer noch Snape, so schnell änderte sich keiner.
Sie durchkämmte ein Zimmer nach dem anderen, so sinnfrei das auch war, und schaute aus jedem Fenster – kein Severus. Mit einem Buch versuchte sie sich abzulenken, was höchstens 30 Sekunden funktionierte. Dann stand sie wieder von der Couch auf und ging in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen. Mit dem Glas Saft in der Hand ging sie Richtung Tisch und sah endlich den Zettel mit seiner akkuraten und unverkennbaren Handschrift:
Hermione,
(nicht liebe Hermione – das konnte sie nicht verlangen)
ich habe noch etwas Dringendes in der Winkelgasse und in Hogwarts zu erledigen.
Es ist wichtig und duldet keinen Aufschub.
Wie ich hoffe, wird es nicht allzu lange dauern, bis ich wiederkomme.
S.
Beinahe glaubte sie, den Stein gehört zu haben, der von ihrem Herzen fiel. Wiederkomme war das wichtigste Wort auf dem Zettel. Sie nahm ihn mit nach oben und legte ihn sorgfältig zwischen ihre Schulbücher. Sie wollte ihn aufbewahren. Mit einem Seufzer legte sie sich nochmal ins Bett, bevor sie später das Frühstück vorbereiten wollte. Wie sie ihn kannte oder eher wie sie sich ihn vorstellte, hatte er nichts gegessen, wenn er wiederkäme. Ein paar Zeilen las sie noch, dann schlief sie ein.
Severus ging zügig zum Eulen-Postamt, um einen Brief an Professor Flitwick abzuschicken mit den Fragen, die er sich überlegt hatte. Da er nicht wusste, wann und ob eine Antwort käme, begab er sich zu Flourish & Blotts, um in der Geschichte von Hogwarts nachzuschlagen, ob sich bezüglich seiner Idee Informationen darin befanden. Natürlich hatte er es zigmal gelesen, doch bei mehr als tausend Seiten und wegen des relativ unwichtigen Themas konnte man es mal überlesen oder vergessen haben. Leider fand er nichts darin und auch sonst kein Buch in den Regalen, das ihm weiterhelfen könnte.
Als er aus dem Laden trat und mit schnellen Schritten – wie immer – in die Gasse bog, stieß er mit den Beinen irgendwo an.
„Severus!", drang eine Stimme von unten.
„Flitwick! Gerade habe ich dir eine Eule geschickt."
„Dann ist sie wohl auf einem Umweg zu mir, ich bin gerade hier angekommen. Womit kann ich dir dienen?", lächelte Flitwick in die Höhe.
Severus brachte sein Anliegen dar und der kleine Professor staunte nicht schlecht.
„Das ist überraschend, Severus, aber interessant…lass mich denken… Ich kann mich erinnern, dass ich mal gelesen habe, dass Rowena Ravenclaw ein Faible für schöne Künste, besonders für die der Töne hatte. Zu ihrer Zeit war es natürlich nicht mehr als beispielsweise Musik mit antiken Leiern oder Melodien, die der Gregorianik ähnlich waren."
Severus zog eine Augenbraue hoch.
„Sagt dir nichts, oder?"
„Entfernt, die Details fehlen mir allerdings.", gab er zu. Er hasste Unwissenheit.
Flitwick erklärte ihm die uralten musikalischen Gattungen und Severus schüttelte den Kopf. Mit Gesang und jahrhundertealten Instrumenten konnte er für sein Anliegen nichts anfangen.
„Wenn du in dem Buch nichts gefunden hast, musst du nach Hogwarts in die Bibliothek. Schneller ging es allerdings, wenn du Dumbledore aufsuchst, der kennt die Geschichte wie kein anderer. Viel Glück – wer weiß, wo er sich in den Ferien rumtreibt…"
Snape dankte seinem Kollegen, der ihm nachdenklich hinterher sah. ‚Die Ferien scheinen ihm wirklich gut zu tun', sinnierte er vor sich hin, als er seinen ursprünglichen Weg fortsetzte.
‚Albus!' Das war immer noch ein schweres Thema für ihn. Trotzdem folgte er Flitwicks Rat und machte sich auf den Weg. Inständig hoffte er, dass Minerva nicht da war.
Im Schloss angekommen, stieg er die Stufen zum Wasserspeier hinauf, nannte das alte Passwort, öffnete vorsichtig die Tür und stellte fest, dass er Glück hatte. Sie war nicht da, zumindest nicht im Schulleiter-Büro. Dumbledore war allerdings auch nicht in seinem großen, goldenen Rahmen. Severus entschloss sich, ein wenig zu warten und döste in dem gemütlichen Sessel vor dem Schreibtisch vor sich hin.
„Snape, mein Lieblingsschulleiter!", rief eine Stimme von der Wand. Aufgeschreckt schweifte sein Blick von einer Ecke zur anderen und sah die Augen von Phineas Nigellus Black auf sich gerichtet.
„Was führt dich hierher?"
„Dumbledore."
„Ich hätte es wissen müssen! Immer wollen sie etwas nur von ihm."
Snape ignorierte das Lamento und wartete, bis der einstige Slytherin-Schulleiter aus dem Rahmen verschwunden war, um Dumbledore zu suchen, während er vor sich hin grummelte.
Weitere zehn Minuten waren vergangen, als Albus sichtlich erfreut, fröhlich und unsagbar neugierig in sein Portrait trat.
„Severus?! Wie schön es ist, dich zu sehen. Oft hast du mich nicht besucht in letzter Zeit."
Eigentlich war er nur zweimal da gewesen. Einmal, um sich unter größtem innerlichen Zwang auszusprechen und das andere mal zählte nicht wirklich, da er sich zusammen mit Professor McGonagall und den anderen ehemaligen Schulleitern beraten hatte, wie es mit Hogwarts hatte weitergehen sollen nach dem Sieg über Voldemort.
„Was führt dich her? Minerva hat freundlicherweise meine Zitronendrops in der Schale gelassen – bedien dich!"
Snape verzog seine Miene und nahm keinen. Natürlich nicht.
„Ich weiß", seufzte Dumbledore mit einem Lächeln.
„Wie kann ich dir helfen, mein Freund?"
Er holte tief Luft und zwang sich, zu beginnen. Andernfalls wäre es vergeudete Zeit gewesen. Mit so wenigen Worten wie möglich schilderte Snape das Gleiche, wie er zuvor Flitwick vorgetragen hatte. Als er fertig war, fand er Albus mit nachdenklicher Miene in seinem gemalten Sessel sitzen. Dann hob er seinen Kopf.
„Während deines Berichtes habe ich schon nachgedacht. Aber sag mir doch eines, Severus, woher kommt dein plötzliches Interesse daran? Im Allgemeinen oder im Besonderen?"
Severus seufzte laut und suchte nach einer plausiblen Erklärung. Nur zu gut wusste er, wie leicht ihn Dumbledore immer wieder durchschaut hatte. Die Chancen standen 50 zu 50 – entweder er glaubte es oder nicht.
„Die ganzen Jahrzehnte hat niemand in Hogwarts, soweit ich weiß, außer Filius und seinen direkten Vorgängern in der Funktion als Chorleiter, in irgendeiner Weise etwas mit Musik zu tun gehabt – von privaten Bereichen oder Festen einmal abgesehen. Ich möchte der Sache auf den Grund gehen."
Dumbledore zog fast so gekonnt seine Augenbrauen in die Höhe wie sein einstiger Schüler und Freund.
„Ich habe Einiges erwartet und nicht selten hast du mich überrascht, aber heute hast du mich wirklich erwischt." Seine Augen begannen zu leuchten – er glaubte Severus kaum ein Wort seiner Erklärung.
„Wenn du mir Näheres erzählen könntest, wäre es vielleicht möglich, dass..."
„Nein!", unterbrach er ihn genervt. Die Zeit lief und er wollte sich nicht erklären.
„Entweder du weißt etwas oder nicht, das ist alles, was ich will. Ich habe heute keine Zeit für Smalltalk."
Nach einer kurzen Pause schob er noch ein „Entschuldige" hinterher.
„Ach mein Lieber, du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Oder habe ich gerade falsch gehört? Das Alter... Aber keine Zeit? Es sind Ferien! Kannst du sie denn immer noch nicht genießen, nicht einmal ein wenig?"
Snape schnaubte nur laut. Deshalb hatte er ja keine Zeit, doch das würde er Albus natürlich nicht auf die Nase binden.
*Edward Elgar: „Nimrod"*
Der ehemalige Schulleiter kicherte in sich hinein. Da war er wieder – der gute alte Severus. „Schon gut, ich überlege ja... Etwa 25 Jahre, bevor ich nach Hogwarts kam, gab es hier einen jungen Mann aus einer englischen Muggelfamilie, der schon früh seine Bestimmung zeigte. Edward war sein Name und er erlangte später in der Muggelwelt beinahe Weltruhm. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und hatten einen Laden mit solchen Dingen, also schenkten sie ihm zum Dank genau das, was du suchst.
Er muss noch irgendwo sein...man hat ihn nie geholt, denn der junge Mann entschied, dass ein Teil von ihm auf Hogwarts bleiben sollte. Dass er ein Zauberer war, wusste nämlich nur die Familie – die Welt nicht, aber man konnte es hören.
Da gibt es einen uralten Zauber...gib mir einen Moment...ja! Ach, du versetzt mich in meine eigene Jugend, mein Lieber...damals...da gab es mal eine schöne junge..."
Snape räusperte sich.
„Oh, ich schweife ab, verzeih. Ich hab ihn zusammen. Du könntest es mit folgendem Spruch versuchen, der aus zwei Teilen besteht: Musicam animo percipio ist der erste. Allerdings musst du tatsächlich viel Gefühl da hinein legen, sonst funktioniert er nicht – denn auf das Gefühl desjenigen, der den Zauber ausspricht, wird reagiert. Danach musst du um eine Antwort bitten, indem du einfach Responde hinterher sprichst."
Albus zweifelte ein wenig, ob er das hinbekommen würde wegen der emotionalen Komponente des Spruchs. Andererseits war Severus einer der besten Zauberer der letzten Jahrzehnte, wenn nicht überhaupt.
„Ich kann dir nicht genau sagen, welche Reichweite er hat und ob er über das ganze Schloss wirkt. Deshalb rate ich dir, dass du dir als erstes den Raum der Verborgenen Dinge herbeiwünschst. Die Chance, dort etwas zu finden, wenn du Geduld aufbringst, ist am größten."
„Danke, ich werde es versuchen."
„Viel Glück, Severus. Es war schön, dich zu sehen. Erzählst du mir, ob du Erfolg hattest?"
„Vielleicht."
Das war schon mehr Zustimmung, als er erwartet hatte.
„Auf Wiedersehen, Albus."
„Eines noch, Severus: Nimm nicht den Accio nachher!"
Dumbledores Mundwinkel zuckten fröhlich, woraufhin er ein verächtliches Schnauben vernahm, bevor die Tür heftig zugeknallt wurde.
Albus schaute nachdenklich lächelnd auf die nun geschlossene Tür. Ein Teil von dem Mann, der ihn gerade besucht hatte, war Severus gewesen, so wie er eben war, nur ohne die Anspannung und die Traurigkeit in seinen Augen. Der andere Teil war jemand anderes. Wie ausgewechselt oder...wie seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Und ihm hatte gefallen, was er gesehen hatte. Was steckte bloß dahinter?
‚Sei nicht immer so neugierig.', schalt er sich selbst. Auf jeden Fall war es etwas Gutes.
Severus trat in den Raum, bei dessen Anblick erst einmal jeder fast erschlagen wurde von der Masse, die sich darin befand. Jahrzehnte- und jahrhundertealte Dinge türmten sich zum Teil meterhoch und Staubkörner tanzten in dem diffusen Licht. Bis gerade hatte er noch gehofft, es nur durch Umschauen zu finden, doch aufgrund der Abertausenden von Gegenständen war es ein Ding der Unmöglichkeit – trotz der Größe.
Seinen Zauberstab in die Höhe haltend sprach er laut und deutlich die Worte, die er von Albus gelernt hatte.
Stille.
Nichts geschah.
Die Aussprache und die Bewegung waren richtig gewesen, dessen war er sich absolut sicher. Alles was er machte, war der Inbegriff der Präzision.
Sollte die emotionale Komponente denn doch so wichtig sein, wie es ihm erklärt wurde? Bei so mächtigen Zaubern wie dem Patronus war es nachvollziehbar – aber hier?
Noch hatte er nicht ganz die Tragweite erfasst, die Vielfältigkeit, die Macht, die Musik haben konnte, doch er konnte sie langsam erahnen.
Erneut hob er langsam den Zauberstab und streckte ihn Richtung Himmel. Dann schloss er die Augen, sprach die Worte und rief sich das Bild von Hermione wieder ins Gedächtnis von jenem Morgen, als sie am Klavier gesessen hatte und ihm hinterher gesagt hatte, dass er ihr wichtig sei.
Auf einmal spürte er ein zartes Vibrieren und nahm entfernt Klänge wahr, die sich anhörten, als seien ein paar Saiten durch einen Windhauch oder durch eine sanfte Berührung zum Klingen gebracht worden. Er folgte den leisen Tönen und stand bald vor dem, wovon er bis zu diesem Punkt nur entfernt gehofft hatte, so etwas auf Hogwarts zu finden:
Einem wunderschönen, alten, schwarzen Flügel, vergessen unter einem dunkelblauen Tuch aus schwerem Stoff. Das Holz der drei massiven Füße war kunstvoll geschnitzt, dass sie schon fast aussahen wie die Pranken eines Löwen. Messingfarbene Kerzenhalter waren links und rechts neben dem filigran gearbeiteten Notenhalter angebracht, die sogar noch heruntergebrannte, weiße Kerzen trugen, als wenn sie erst gestern erloschen wären.
Ein erleichtertes Seufzen war zu vernehmen, als er mit einem weiteren Spruch die hochgestapelten Gegenstände verschwinden ließ, die im Weg waren. Ein frohes Lächeln kam hinzu, das noch breiter wurde, als er an Albus' Worte dachte – nimm nicht den Accio. Natürlich nicht!
Es war ein Balanceakt unsagbaren Ausmaßes, als er den Flügel mit einem Schwebezauber durch den Raum, durch die breite Türe in ein schon seit Ewigkeiten leerstehendes Zimmer dirigierte. Zimmer war untertrieben. Es glich mehr einem Salon eines herrschaftlichen Hauses und hatte vermutlich ursprünglich einmal zu den Privaträumen von Professorinnen oder sogar der Gründerinnen gehört. Da das Schloss mehr als genügend Räume besaß und die Schüler zu diesem Trakt eigentlich keinen Zugang hatten, bot er sich geradezu perfekt an.
Er wollte etwas Eigenes, etwas für sie allein. Daraufhin richtete er ihn nun so her, wie er es auf irgendeinem Bild in ihrem Zimmer oder einem Buch aus ihrem Regal gesehen hatte und von dem er glaubte, dass es ihr gefallen könnte.
Die meterlangen Stoffbahnen vor den hohen, nach oben abgerundeten Fenstern wurden dunkelrot und passten wunderbar zum dem glänzenden Holzfußboden. Zu dem riesigen Kronleuchter, der von der Decke herabhing, gesellten sich noch viele weitere Kerzen, die er überall am Rand des Raumes und auf der kleinen Empore erscheinen ließ. Das schon vorhandene große Sofa mit zwei passenden Sesseln und einem niedrigen Tisch arrangierte er auch auf der Empore, die den Raum zu einer Seite um eine Stufe erhöhte. Die bernsteinfarbenen Wände verwandelte er ebenfalls dunkelrot und das beinahe schon königliche Muster erschien bald in einem matten Goldton.
Einigermaßen zufrieden ließ er nochmals seinen Blick umherschweifen. Richtig zufrieden wäre er erst, wenn es ihr tatsächlich gefiele.
Mit einem Passwort verschloss er den Raum und machte sich mit eiligen Schritten auf in die Schulbibliothek. Als Letztes galt es herauszufinden, ob sich das Instrument mit einem Zauber richtig stimmen ließ. Eine halbe Stunde war schon vergangen, in der er sich verschiedene Bücher gegriffen und deren Inhaltsverzeichnisse studiert hatte. Schließlich konnte man ja nicht alles wissen. Nach mehreren Streichungen auf einer imaginären Liste blieben zwei Sprüche übrig, die er ausprobieren wollte und musste, allerdings in ihrem Beisein. Er konnte es ja nicht selbst testen.
‚Das war's', dachte er und ging schnell in sein Labor, um den Portschlüssel für den Rückweg zu benutzen.
Die ganze Zeit hoffte er, dass seine Bemühungen nicht umsonst wären und sie sich freuen würde.
Mittlerweile war es schon Mittagszeit, obwohl er in aller Frühe aufgebrochen war.
„Da bist du ja", freute sie sich, als er endlich wieder zu...bei ihr war. Diesmal nahm sie sich nicht zurück und umarmte ihn und er kam tatsächlich damit zurecht – wenn auch immer noch ein bisschen verhalten. Diese kleine Stimme in ihm machte es nicht gerade einfacher, die flüsterte: ‚Mit ihr in einer Umkleidekabine verschwinden kannst du, nur keine Umarmung vernünftig erwidern.'
Aus dem Augenwinkel musterte er sie. Hübsch war sie heute angezogen – eine weiße Wickelbluse mit kurzen Ärmeln und ein leicht ausgestellter brauner Rock.
„Hast du alles Wichtige erledigen können?"
„Ja, annähernd."
„Ich wette, du hast noch nichts gegessen, oder?"
Erst auf ihre Frage hin merkte er, wie hungrig er war. Daran hatte er nicht einen Moment gedacht.
„Möchtest du noch Frühstück oder wärest du mit einer Suppe zufrieden?"
Noch bevor er antworten konnte, redete sie weiter.
„Ich weiß, das ist nicht gerade üppig im Vergleich zu Hogwarts, aber das war das Beste zum Vorbereiten, wenn man nicht weiß, wann man zum Essen kommt. Außerdem..."
„Hermione...wann lässt du mich endlich mal etwas sagen?"
„Oh, entschuldige."
„Das ist völlig in Ordnung. Überlege mal, was du alles tust und wie ich dir das Ganze wieder gut machen soll. Ich mag Suppe und es ist völlig ausreichend."
Mehr oder weniger schweigend aßen sie die wirklich leckere Finnische Lachssuppe – ein Rezept aus dem Fundus von Mrs. Granger – und frisch geröstetes Baguette dazu.
„Was...", fragten beide gleichzeitig, als sie fertig waren.
„Du zuerst."
„Nein, Hermione."
„Die übliche Frage. Was machen wir heute?"
Jetzt hatte er seine Chance, sie nach Hogwarts zu bringen, sein Zögern hatte nur etwas zu lange gedauert.
„Wir wollten doch mal etwas zusammen kochen. Vielleicht...na, eigentlich wäre es backen. Heute werden traditionell die Hot Cross Buns gebacken, und da wir das immer gemacht haben, dachte ich..."
„Wie lange würde das dauern?", unterbrach er sie.
„Nein, kein Problem. Wenn du doch noch etwas vor hast..."
Das hatten sie wirklich mal überlegt und er hatte auch Lust dazu, etwas Neues zu lernen.
„Nein...nicht direkt."
„Wirklich, es muss nicht..."
„Wann lernst du endlich, eine Antwort auf eine Frage zu geben, ohne weit auszuholen?", fragte er streng, meinte es aber nicht so.
„Um die zwei Stunden."
Gut, dann hatte er noch reichlich Zeit.
„Warum traditionell?"
„Heute ist Karfreitag, da wurden schon immer diese Brötchen gebacken."
„Nicht bei uns."
„Ich weiß, deine Mutter war eine Hexe."
„Ja." Er schaute mit wehmütigem Blick aus dem Fenster.
Hermione sah es und lenkte schnell ab.
„Ich hole schon mal die Schüssel, die Waage und den Mixer. Könntest du bitte die Eier, Butter und Milch aus dem Kühlschrank holen?"
„Ja...natürlich."
Die Show konnte beginnen.
„Hier ist das Rezept, wir können die Aufgaben teilen. Da du ja Meister im Brauen bist, kannst du die Milch zum Kochen bringen und die Butter darin schmelzen."
Froh über die Ablenkung begann er und stellte fest, dass es sich doch nicht so sehr vom Tränkebrauen unterschied. Während er die Milch im Auge behielt, beobachtete er Hermione, um sich gleich alles auswendig zu behalten.
Sie wog das Mehl ab und wollte es gerade in die Schüssel schütten.
„Halt. Du hast 504 Gramm abgewogen, das ist nicht korrekt."
„Was?"
„504!"
„Na und?"
„Vier Gramm zu viel!"
„Kapiert – na und?"
Snape's Stirnfalte wurde tiefer. „Habe ich euch nicht immer korrektes Arbeiten beigebracht, besonders dir?"
„Was machen schon vier Gramm?"
„Es könnte einen Trank zum Explodieren bringen."
„Mehl explodiert aber nicht.", kicherte sie.
„Das weiß ich.", sagte er säuerlich. „Der nötige Ernst fehlt dir."
„Backen soll Spaß machen."
„Was ist so falsch an Korrektheit?"
„Vier Gramm, Severus!", sagte sie etwas lauter als zuvor, während sie Zucker, ein wenig Salz und die Hefe in die Schüssel fallen ließ.
„Da, schon wieder! Das kann doch nicht wahr sein!"
„Was denn jetzt? Ich hab doch gar nichts abgewogen!"
„Im Rezept steht zuerst das Salz!"
Hermione rollte mit den Augen und holte tief Luft. „Es ist egal, es wird sowieso alles vermischt!"
„Wenn es egal wäre, würde es da stehen, tut es aber nicht. Die Reihenfolge ist abgedruckt. Punkt."
„Weißt du was, die kommen zwar erst später, aber du kannst ja schon mal die Rosinen abzählen.", schlug sie ihm vor und presste danach schnell die Lippen zusammen, um nicht zu platzen vor lachen.
Sie nahm die Milch vom Herd und goss die Mischung in den Teig. Der musste geknetet werden und das war genau das Richtige jetzt.
Aus dem Augenwinkel sah sie Severus die Rosinentüte öffnen und konnte sich nicht mehr zurückhalten.
In seiner Konzentration unterbrochen, die er immer beim Brauen hatte, schreckte er hoch und durchbohrte sie mit seinem Blick. „Ich weiß, dass sie nicht gezählt werden. Das hätte dich einige Hauspunkte gekostet wenn..."
„Sind wir aber nicht.", kicherte sie weiter.
„Du hast da was am Mund..."
„Habe ich nicht."
Sie strich mit ihren bemehlten Fingern an seinen Lippen entlang und versank in seinen Augen.
„Jetzt schon!"
„Miss Granger! Nicht so vorwitzig...", maßregelte er sie, während er sich zu ihr hinunterbeugte, sie gegen den Küchenschrank drückte und sie zu küssen begann.
Hermione streckte ihre Arme weit nach links und rechts aus, dass sie nicht noch sein Hemd mit Teig verschmutzte.
„Unterbrechungen dulde ich nicht während der Arbeit.", neckte er sie zwischen zwei weiteren, leidenschaftlichen Küssen.
„Ach?"
Zögernd ließen sie voneinander ab und brachten es tatsächlich fertig, gemeinsam und friedlich zu backen. Es waren die akkuratesten Brötchen, die sie je gesehen hatte und sie schmeckten vorzüglich, nicht zuletzt wegen der...netten Gesellschaft.
*Peter Cetera: „No Explanation" (aus: Pretty Woman)*
„Das waren mindestens zwei zuviel", seufzte sie, schob ihren Teller weit weg und lehnte sich zurück.
„Da hilft nur eines...", stimmte er zu und erhob sich. „Bewegung!"
Ein Grinsen erschien auf ihrem Gesicht. „Was hast du vor?"
„Komm mit nach oben.", sagte er, während er zur Treppe ging und ihr den Vortritt ließ.
Ihr fiel nichts ein – nur ihr Körper sandte ein wohliges Prickeln überall hin.
„Wohin?"
„Schlafzimmer."
„Oh...hmm..."
Er schob sie zur Kommode und nahm ihre Hand. Und bevor sie verstand, was passierte, wurde ihr schon den Boden unter den Füßen weggerissen und landete gemeinsam mit ihm in Hogwarts' Kerkerlabor.
„Das war definitiv Bewegung.", murmelte sie vor sich hin, als sie sich aufgerappelt hatte.
„Habe ich doch gesagt."
„Allerdings!"
„Komm, das war noch nicht alles."
Schnellen Schrittes machte er sich auf den Weg aus den Kerkern und stieg sämtliche Treppen nach oben.
„Sag nicht, dass es hier ein Fitness-Studio gibt in Hogwarts..."
„Meines Wissens nach nicht.", grinste er. „Es gibt andere Methoden. Heute sind die Finger dran."
„Die Finger?"
„Ja, nun komm schon."
Bisher waren sie keinem begegnet. Wie gut, dass Hogwarts so groß und verwinkelt war. Die meisten waren ja sowieso noch in den Ferien und genossen das schöne Wetter.
Oben im besagten Flur angekommen, schob er sie neben die Tür.
„Warte einen Moment."
Leise nannte er das Passwort und schlüpfte in den Salon. Mit einem Wink seines Zauberstabs zogen sich die langen Vorhänge vor die Fenster, dass das Sonnenlicht nur noch durch schmale Spalten zu sehen war. Danach entzündete er die Kerzen des Kronleuchters und alle anderen, die auf dem Boden und den Fensterbänken standen.
Wieder draußen, drehte er Hermione zur Tür und sagte schlicht:
„Das Passwort ist DANKE."
„Was..."
„Geh einfach hinein."
Langsam öffnete sie die Tür und blieb wie erstarrt stehen. Der Anblick war überwältigend: Das Flackern der Kerzen, die rot-gold schimmernden Wände und der traumhafte Flügel in der Mitte des großen Salons. Stumm drehte sie sich zu ihm um, doch in ihren Augen waren tausend Fragen und ein strahlendes Leuchten. Ganz still hatte er dagestanden und sie beobachtet.
„Woher..."
„Ich habe ihn gefunden."
„Gefunden?"
„Ja, und das ist ab jetzt dein Raum, wenn du mal alleine sein möchtest."
„Aber wie..."
„Willst du ihn nicht ausprobieren?" Er war sowieso kein Mann vieler Worten und wollte den Moment nicht kaputt machen.
Zögernd setzte sie sich auf die kleine Bank und drückte ein paar Tasten. Sogleich hörten beide, dass das alte Instrument ziemlich verstimmt war – immerhin hatte es mehr als ein Jahrhundert hinter sich.
„Warte, ich habe zwei Sprüche herausgesucht und möchte, dass du sie testest."
Einer davon funktionierte tadellos und der Klang war perfekt.
„Willst du mir nicht sagen, warum..."
„Hermione...alles zu seiner Zeit. Außerdem weißt du das Wichtigste längst. Das Passwort spricht für sich, oder?"
„Ich danke dir, Severus, und was ich sagen könnte, kann gar nicht ausdrücken, was ich wirklich fühle..."
Er deutete auf die Tasten. „Du brauchst keine Worte."
Bald darauf erfüllte Musik den Raum und Severus hatte sich in einem Sessel auf der Empore niedergelassen, den Kopf zurückgelehnt und die Augen geschlossen.
Keiner wusste, wie viel Zeit vergangen war, als er wieder aufstand und zu ihr ging. Er stellte sich hinter sie und legte ihr die Hände auf die Schultern, was sie mit einem glücklichen Lächeln registrierte. Nach den letzten Tönen drehte sie sich auf der Bank um, stand auf, nahm seine Hände und brachte nur ein ganz leises „Danke" hervor.
„Es war nicht viel Aufwand..."
„Dass du so eine Idee hattest, bedeutet mir mehr als alles andere."
„Es gibt nicht gerade ein Überfluss an Möglichkeiten, wie ich mich bei dir für alles noch mal bedanken kann."
„Wie schon hundertmal – sehr gerne – und nie anders."
Aus einem Impuls heraus packte er sie mit festem Griff, hob sie hoch und setzte sie auf den Flügel. Große Augen schauten ihn an und sie musste die Füße auf die Tasten stellen, damit sie nicht abrutschte. Um jegliche Einwände im Keim zu ersticken, drückte er sanft ihre Knie auseinander, stellte sich zwischen sie und zog sie für einen Kuss zu sich hin. Langsam löste er das Band ihrer Bluse und öffnete sie. Er ließ seine Hände über ihren Hals gleiten, strich über ihre Brüste und begann, Küsse auf ihrem ganzen Körper zu verteilen.
Hermione ließ sich langsam zurückgleiten und lag nun auf dem Flügel.
„Das alles bei dir...und es wäre der Himmel...", flüsterte sie vor sich hin.
Sie genoss seine Berührungen in dieser so traumhaft unwirklichen Umgebung, und nachdem er ihr Zentimeter für Zentimeter den Rock hochgeschoben hatte, hörte man für lange Zeit nichts außer ein paar Tönen, die sich in der Weite des Raumes verloren.
Schon vor ein paar Stunden hatte ihn der Gedanke überfallen, dass sie vielleicht nach diesem Tag mit zu ihm in seine private Wohnung wollen würde. Wollen wäre das falsche Wort – sie würde es sich wahrscheinlich wünschen und warten, dass er sie einladen würde. Was sollte er tun? Sollte er es tun? War es zu früh?
Das widersprach sich schon von selbst. Zu früh, wenn er schon beinahe zwei Wochen bei ihr verbracht hatte und sie weit mehr als nur Freundlichkeiten ausgetauscht hatten? Was für eine Ironie. Würde sie sich vielleicht überrumpelt fühlen, wenn er sie von sich aus einladen würde?
Auf Millionen Fragen von Schülern und Kollegen bezüglich seiner Fachgebiete hatte er Antworten, auch wenn sie noch so abwegig oder dumm waren, nur in solchen zwischenmenschlichen Dingen war er praktisch noch einer, der erst am Anfang seiner Lehre stand. Immer häufiger wurde er damit konfrontiert und er musste einen Weg finden, damit umzugehen.
Andererseits – eben hatte er sie ein paar Worte flüstern hören, die er nur nebenbei mitbekommen hatte. Das alles bei dir hatte sie gewispert. Meinte sie das ehrlich? Sonst würde sie es nicht gesagt haben. Die Worte waren, wie er glaubte, nicht wirklich für ihn bestimmt gewesen, doch sie schienen direkt aus ihrem Herzen gekommen zu sein und das reichte als Bestätigung.
Hermione unterbrach seine Gedankengänge und löste damit schlagartig seine Probleme.
„Wollen wir nach Hause? Oder...hast du noch etwas anderes zu erledigen?", frage sie ihn mit einem leicht unsicheren Unterton. Das stimmte. Sie hoffte, dass er wieder mit zu ihr käme und die letzten zwei Tage mit ihr verbringen würde.
„Gib mir ein paar Minuten bitte – da ist noch etwas. Könntest du mir vielleicht in der Zwischenzeit ein Buch aus der Bibliothek holen?"
„Gerne, Severus."
Er nannte ihr den Titel und wartete, bis sie weg war.
Jetzt galt es, sich zu entscheiden und er tat es ohne weitere Grübeleien.
Mit einem Schwenk seines Zauberstabs ließ er den Flügel schrumpfen, was er sich zuvor nicht getraut hatte. Nur jetzt ging es kaum anders und er sprach noch einen Mobiliarbus darüber. Schnell eilte er die vielen Treppen hinunter und öffnete den Zugang zu seinen Räumen. Genug Platz hatte er ohnehin. Er verrückte mittels Magie ein paar Gegenstände in seinem Wohnzimmer und schuf so eine wunderbare Umgebung für den Flügel.
„Engorgio!"
Sorgfältig verschloss er seine Wohnung und ging die vielen Stufen wieder hinauf.
Er hatte es getan – er hatte den ersten bewussten Schritt in die Zukunft getan.
Es wäre glatt gelogen, wenn sie nicht zugeben würde, dass sie daran gedacht hätte...dass sie schon gerne seine Räume gesehen hätte. Doch sie war zu dem Schluss gekommen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt wäre. Vor ein paar Tagen hatte sie ihm gesagt, sie wolle ihm schöne Ferien ermöglichen, und die waren nun mal noch nicht zu Ende – was für ein Glück. Sie hatte noch einiges vor, wenn er zustimmen würde.
Mit dem Buch machte sie sich auf den Rückweg aus der Bibliothek und sah ihn im Flur warten.
„Kommst du?", fragte sie nochmal und streckte ihm die Hand entgegen.
tbc
A/N: Eine Szene habe ich mir natürlich nur ausgeliehen - ihr wisst schon, wovon ;oD
Das Plotbunny hat mich schon seit Tagen verfolgt - verzeiht! *g*
Vielleicht hat es euch ja trotzdem gefallen...
und eines noch: Dass Hermione Klavier spielen kann, schien mir gar nicht so abwegig: Auf dem Set von HP7 war in ihrem Elternhaus im Wohnzimmer ein Klavier zu sehen...
h t t p
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