Ihr Lieben und Allerliebsten!
Ich bin ganz gerührt von Euren Reviews, Mails und so lieben Worten!
DANKE!
Eure Motivation, Eure Bitten, Eure Flüche und Verwünschungen haben ihre Botschaft nicht verfehlt – heute geht es weiter! Danke auch dafür nochmal! ;oD
Der Einfachheit halber fange ich keine neue Geschichte an, sondern schreibe diese nun weiter, nicht zuletzt deswegen, weil das neue Kapitel unmittelbar an das letzte anknüpft. Wer nicht weiterlesen mag, hat ja im letzten Kapitel das Ferienende erlebt und auf diese Weise einen Abschluss erhalten.
Aber wie ich Euch kenne, wollt ihr wissen, wie es mit unseren beiden wie-mache-ich-es-mir-schwer Hauptdarstellern weitergeht.
Hugs'n'Kisses, KeyMagic
Kapitel 24
Hätte er nur noch einen Moment länger am Fenster gestanden, hätte er auch die beiden Frauen gesehen, die eine älter, die andere jünger, die kurz nach den Männern am Gartentor der Grangers angekommen waren und Hermione begrüßt hatten. Es waren nur ein paar Sekunden gewesen, die ihn von seinem...Glück abgehalten hatten...
Ein paar Minuten später waren ihre Eltern auch angekommen und nach einem großen Hallo verbrachten sie alle zusammen ganz spontan noch einen schönen Abend. Nur Hermione war die ganze Zeit abgelenkt, weil sie an Severus dachte. Sie konnte es kaum erwarten, ihn am nächsten Tag wiederzusehen und sie würde ihm von ihrem Ferienabschluss erzählen und ihm sagen, dass sie sich freuen würde, wenn er das nächste Mal dabei wäre...:
„Wen haben wir den daaaa? Na, mein Lieblings-Cousinchen...dass man dich auch nochmal sieht!"
Und schon hatte Samir, Hermiones älterer Cousin, ihre Umarmung erwidert.
„Hi Sam, dito. Hallo Onkel Isaac. Was macht ihr denn hier?"
„Wir wollten einfach mal schauen, ob sie Ausreißer von der Flucht wieder da sind, und das an Ostern! Sind sie aber nicht, oder?", lachte Hermiones Onkel, der wie immer aussah, als käme er gerade aus dem Urlaub. Seine kurzen, modisch geschnittenen mittelbraunen Haare und der leicht gebräunte Teint ließen ihn jung erscheinen und machten ihn damit fast zu einem Zwillingsbruder seines Sohnes.
„Wenigstens wollten wir mal kurz Hallo sagen, sonst sehen wir uns ja eigentlich immer an solchen Feiertagen."
„Sie müssten jeden Moment kommen. Ist Oma auch dabei?"
„Nein, die war heute Nachmittag bei uns zum Kuchenessen. Sie strahlte die ganze Zeit wie ein Honigkuchenpferd. Weißt du, was los ist?"
„Äh, ne, aber sie ist doch nicht selten so, oder? Heute Mittag war sie auch schon so."
Langsam trudelten auch die Frauen ein.
„Tante Violet, schön dich zu sehen!"
„Geht mir genauso, Mine.", lächelte Mrs. Warriner, die sich bei der jüngeren Frau untergehakt hatte.
„Hey, Mine, du kennst noch meine Freundin Flora?", fragte Sam stolz.
„Ja, wir haben uns letzten Sommer doch mal kurz gesehen."
Hermione mochte die Freundin ihres Cousins ganz gerne. Sie hatten sich allerdings nur kurz gesehen, weil der letzte Sommer wirklich einer der schwierigsten Zeiten in Hermiones Leben gewesen war. Der Rest der Familie wusste zwar noch etwas weniger als ihre Eltern, doch die groben Ereignisse waren natürlich nicht verborgen geblieben. Irgendwie mussten sie ja die Australien-Sache erklären. Natürlich wussten sie auch, was Hermione ist und dass sie in eine besondere Schule geht, doch sie durften oder vielmehr konnten es keinem Außenstehenden erzählen.
Alle Muggelfamilien waren mit einem Zauber belegt ab dem Zeitpunkt, wo jemand ihnen erklärte, was für ein Kind sie in der Familie hatten. Die Verwandtschaft unter sich konnte darüber reden, nur nach außen hin konnten sie weder Hogwarts noch ähnliche Dinge aussprechen, damit der Ort und die Welt an sich nicht verraten werden würde. Wenn die Hexen und Zauberer aus Muggelfamilien mit 17 erwachsen wurden, konnten sie den Zauber auch selbst über andere Leute sprechen, zum Beispiel auf Freunde und Freundinnen. Und sollte ihr Cousin seine Freundin eines Tages heiraten, ging der Zauber auf sie über, denn ab da gehörte sie ja richtig zur Familie. Es war kompliziert, aber unbedingt und immer noch notwendig.
Einen Augenblick später hupte ein Auto und kam in der Garageneinfahrt zum stehen.
„Was macht ihr denn hier?", rief Hermiones Mutter, als sie aus dem Taxi ausstiegen.
Als sie die Koffer ausgeladen hatten, nahm sie erst mal ihre Schwester in den Arm und drückte sie, während sie den anderen zuwinkte.
„Hallooohoo...", rief Hermione ihnen zu.
„Oh Mine du bist noch da? Entschuldige, Schätzchen. Du standest so versteckt hinter Sam. Da hat dein Vater mal wieder etwas falsch verstanden. Ich dachte, du wärst schon weg. Es ist doch schon Spätnachmittag."
Mr. Granger rollte mit den Augen. Natürlich hatte er seine Tochter nicht falsch verstanden, die er gerade liebevoll in den Arm nahm. Eher seine Frau ihn.
„Klar bin ich noch da. Ich wollte euch doch noch sehen, da die Ferien ja jetzt um sind!", sagte sie mit leicht vorwurfsvollem Ton, der aber nur gespielt war. Sie wollte gar nicht daran denken, wie es gewesen wäre, wenn sie mit ihren Eltern in den Urlaub gefahren wäre. Nichts wäre gewesen. Gar nichts – und sie dankte dem Himmel für denjenigen, wer auch immer, der das Zahnärzte-Symposion genau auf diese Ferien gesetzt hatte. Sonst hätte sie nie erfahren, wie...
„Hermione? Noch da? Ich weiß, ich weiß, es tut uns auch so leid, aber es ging doch nicht anders. Und der Zug?"
„Kein Problem, Mum, ich kenne das doch und es ist wirklich in Ordnung gewesen. Und ich reise diesmal anders, weißt du doch."
„Ach, zurück auch?"
„Jaah."
„Wie schön, dann haben wir ja noch ein bisschen Zeit miteinander, oder?"
„Klar Mum."
„Was ist mit deinen Haaren passiert?"
„Gefällt es euch nicht?"
„Doch klar...du siehst richtig hübsch aus...nicht falsch verstehen...es steht dir gut. Wie..."
Hermione grinste nur mit einem Mundwinkel und die anderen verstanden.
„Unsere Mutter!", sagten Violet und Rose wie im Chor und lachten dabei.
„Dreh dich mal um...die glatten Haare sehen gut aus...und die blonden Strähnchen sind toll. Da hatte sie ja wieder eine gute Idee. Hätte es mir vorher jemand erklärt, hatte ich gesagt, nie und nimmer passt das. Aber es passt, Süße.", bestätigte Tante Violet.
„Was für eine schöne Frau wir hier haben, nicht wahr, Schwesterherz?"
„Jaja, mach du nur...und ehe man sich versieht, ist sie auf und davon mit einem Verehrer."
„Na, das wirst du ihr doch wohl gönnen, oder? Sie ist erwachsen, siehst du das nicht?"
An Hermione gewandt hakte sie nach. „Wie sieht's denn so aus, Schätzchen...ist ein Verehrer in Sicht? Mit diesem Ron ist oder war nichts mehr?"
„Äh, nein, wir sind nur wieder gute Freunde. Es hat nicht so gepasst."
„Du brauchst auch jemanden, der dir ebenbürtig ist...und nach den Erzählungen war er es wohl nicht so. Einen lieben Kerl hat man besser nur als besten Freund, da hast du recht."
„Jaah, das stimmt wohl. Wir verstehen uns gut und das reicht dann auch."
„Du hast meine andere Frage noch nicht beantwortet..."
„Ich..."
„Wollen wir nicht alle reingehen?", rief Hugo Granger in den Garten. „Was sollen wir hier rumstehen?"
Sie folgten alle dem Hausherrn und so hatte Hermione Glück, der Frage aus dem Weg gegangen zu sein. Vorerst.
Ein bisschen trödelte sie und schlenderte ihrem Cousin hinterher, der mit seiner Freundin Hand in Hand über die Wiese Richtung Tür ging. Hermione seufzte und dachte, wie schön es wäre, wenn Severus hier wäre. Andererseits hätte das schon ein sehr seltsames Bild abgegeben und der Abend wäre wohl...gelinde gesagt...recht schwierig geworden. Träumen durfte man ja mal...
Sam blieb auf einmal abrupt stehen und fing an zu gackern.
„Wow, Mine, zwei Wochen ganz für dich allein? Na, da hast du ja bestimmt wilde Orgien gefeiert und mit deinem Freund die Bude auf den Kopf gestellt, was? So wie ich dich kenne..."
Er hatte es schon immer geliebt, sie ein wenig aufzuziehen, kannte er sie doch eigentlich ganz gut, wie er fand. Hermione fand jedes mal, wenn sie sich trafen, ihre Überlegung bestätigt – er hätte sich wunderbar mit den Weasley-Zwillingen, mit George, verstanden.
Sie wurde ziemlich rot im Gesicht und ihre Hände wurden schwitzig. Verdammt, dass sie das auch nicht kontrollieren konnte. Sie musste unbedingt mal in der Bibliothek nach einem Zauberspruch dagegen suchen. Deshalb ging sie auch schnell an ihnen vorbei ins Haus und ließ sich auf einen Sessel im Wohnzimmer fallen, während ihr Cousin und seine Freundin die Couch aussuchten und sie weiterhin beobachteten. Natürlich kriegte sie das mit.
„Wieso kannst du dich nie wie 25 benehmen, sondern nur wie ein 14-jähriger, pubertierender Teenager?", versuchte sie abzulenken und wollte schon aufstehen, um ihrer Mutter zu helfen.
„Ist nicht möglich...", platzte Sam heraus und zwinkerte Flora zu. „Minchen hat nen Freund, Minchen hat nen Freund. Sonst redet sie nämlich nur hochgestochen und nicht so!"
„Was soll das denn? Ich hab nichts gesagt. Gar nicht wahr.", blaffte sie ihn an.
„Und wie es wahr ist, meine Liebe, du leuchtest ja wie eine Glühbirne.", kicherte er.
„Ist es nicht."
„Und ob!"
„Hör auf, oder..."
„Oder was? Willst du mich verfluchen?". Sein Lachen wurde immer ausgelassener und seine Freundin saß nur still, aber amüsiert daneben.
Und leise war er auch nicht gerade. Die anderen hatten das Gespräch nur am Rande mitbekommen. Die beiden Männer unterhielten sich und Mrs. Granger und ihre Schwester trugen ein paar Getränke und Snacks auf den Wohnzimmertisch. Doch Hermiones Tante hatte alles mitbekommen und beobachtete ihre Nichte heimlich. Sie kannte ja ihren Sohn und seine Art, aber er schien nicht so ganz falsch zu liegen. Deshalb hatte sie ihr eben nicht geantwortet.
‚Das wurde aber auch Zeit', dachte sie bei sich und lächelte.
„Sag mal, kenn ich ihn? Wenn ihr schon hier...euch...kennen gelernt habt..."
„Nein!", sagte Hermione schnippisch.
„Du hast es gerade zugegeben, meine liebste Cousine, du hast Nein gesagt und nicht es gibt doch keinen. Ha! Mal überlegen, wenn ich ihn nicht kenne, ist er vermutlich jünger als ich oooder er geht auf deine Eliteschule... Hmm, Harry schließe ich aus, Ron...hatten wir schon. NEIN.
Hmm, es ist doch kein Lehrer, oder, Liebste...?, gluckste er. Natürlich hatte er Letzteres nicht ernst gemeint. „Warum sollte der denn auch hier..."
So schnell, wie Hermione den Zauberstab auf ihn gerichtet hatte, einen stummen Silencio ausgeführt und ihn dann wieder weggesteckt hatte, konnte keiner gucken. Sie hatte Übung darin, wenn auch aus vielen traurigen Gründen.
Sam brabbelte erst mal ein paar Sekunden weiter, als er merkte, was geschehen war. Das Lachen verging ihm aber deswegen nicht. Theatralisch fuchtelte er mit den Armen und sprach einfach tonlos weiter. Bald merkten auch die Erwachsenen was los war und waren sich nicht sicher, ob es nur ein Schauspiel war oder echt.
„Ihr seid echt gut, wie lange habt ihr das denn eingeübt?", fragte Flora erstaunt.
„So etwas kann dein lieber Freund ganz spontan.", erklärte Hermione und grinste frech zu Sam hinüber. Sie stand auf und deutete ihm mitzukommen, damit sie den Zauber wieder auflösen konnte. Der machte richtig mit und fing an, einem echten Pantomimenkünstler Konkurrenz zu machen. In der Küche angekommen, sprach sie schnell den Finite und Sam lachte ungehalten drauf los, während sie wieder ins Wohnzimmer zurückgingen.
Scheinbar pfiff er auf Hermiones Maßregelung und bohrte weiter.
„Ist er nun einer von dort oder nicht?", fragte Sam geheimnisvoll.
„Da und dort…", und sie fing an zu grinsen, „diese Orte gibt's nicht."
„Ha", unterbrach er sie, „ich werde dir beim nächsten Mal gehörig auf den Zahn fühlen, mein liebes Cousinchen, das ist ja bei euch eine naheliegende Methode."
„Das kannst du solange versuchen, bis du schwarz wirst."
„Tja, du Schlautante, lern du erst einmal, dich richtig auszudrücken. Du hast schon wieder nicht nein gesagt und bist wieder ausgewichen. Jaja, immerhin bin ich Student, so leicht lass ich mich nicht in die Irre führen.", lachte er ausgelassen.
„Klar, und du sagst zu mir Schlautante, du Besserwisser. Tztz, Flora, erzieh ihn dir mal besser."
„Ich versuche es ja.", sagte sie stöhnend, „aber es dauert seine Zeit. Männer! Kannst du dir vorstellen, was?"
„Oh ja, wie recht du hast. Viel Erfolg, ich werde es ja dann demnächst mal sehen."
„Worauf du dich verlassen kannst!"
Hermione umarmte sie daraufhin herzlich und hatte das Gefühl, dass sie vielleicht Freundinnen werden konnten, wenn sie sich öfters treffen könnten.
Die nächste Stunde verlief ohne weitere Vorkommnisse und Hermione erzählte mit größtmöglicher Wahrheitsnähe von ihren Ferien und ebenso taten es ihre Eltern. Auch wenn es noch so schön war, sie musste sich bald verabschieden.
„Mach's besser, Sam! Und nicht Auf Wiedersehen."
„Kommst du wohl her, Cousinchen. Ohne eine Umarmung lasse ich dich nicht…äh…gehen."
Das setzte er gleich in die Tat um und fragte sie leise, ob alles in Ordnung sei. Ganz ernst, denn er hatte ihr immer wieder angemerkt, wie schlecht es ihr gegangen war – außer in den letzten Weihnachtsferien. Ab da schien es sich gebessert zu haben und ganz grob wusste er ja auch, was geschehen war – jedoch zu grob, um sie wirklich zu verstehen. Doch heute war sie so anders und aus purer Erleichterung hatte er so viel Spaß gehabt. Sie wirkte so glücklich und sah umwerfend…erwachsen aus.
„Ja, alles in Ordnung.", bestätigte sie.
Er strahlte. „Besser als in Ordnung!"
„Ja!"
„Ich freu mich für dich."
Hermione grinste. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst."
„Nein, ich auch nicht.", zwinkerte er zurück.
„Bis bald."
„Das hoffe ich doch. Pass auf dich auf!"
„Du auch. Seid lieb zueinander."
„Ihr…äh…du mit dir auch, Cousinchen.", sagte er bedeutungsvoll und ließ ihr Geheimnis Geheimnis sein.
Danach verabschiedete sie sich herzlich von ihrer Tante und Onkel und dann umarmte sie ihre Eltern innig.
„Es tut uns so leid, Hermione, und wir machen es wieder gut – versprochen. Schreib uns bitte."
„Alles in Ordnung, Dad, wirklich, es waren schöne Ferien. Wunderschön."
Mr. Granger konnte auch gut die Augenbrauen hochziehen, schloss seine Tochter aber gleichzeitig erneut in die Arme und gab sie dann an seine Frau weiter.
„Wo?", fragte sie nur.
„Oben. Am besten bleibt ihr hier."
„Ja, ich will es gar nicht sehen. Ich hab dich lieb, Schätzchen."
„Ich euch auch, Mum, macht's gut."
Mit diesen Worten drehte sie sich nochmal in die Runde, winkte zum Abschied und ging hinauf in ihr Zimmer.
„Bringt sie denn keiner weg oder geht mit ihr nach draußen?", wunderte sich Flora.
„Äh, nein, heute geht sie allein."
„Aber sie ist doch hochgegangen."
„Vielleicht hat sie noch was vergessen.", flunkerte Sam und lenkte seine Freundin mit einem langen Kuss ab.
Glücklicherweise war der Knall nicht so laut wie beim Apparieren, und so konnte Hermione mit ihrem magisch verkleinerten Gepäck ganz bequem aufbrechen. Sie dachte an ihr zweites Zuhause – an ihr Zimmer in Hogwarts – und landete Sekunden später auf ihrem weichen, breiten Himmelbett.
Schnell zauberte sie die Koffer zu Normalgröße und stellte sie auf den Boden. Auspacken könnte sie später immer noch.
Jetzt wollte sie erst einmal schnell in die Große Halle laufen, denn am Tag vor dem Schulbeginn fand immer ein offenes Essen bis abends statt, dass auch die Letzten, die aus den Ferien zurückkehrten, noch satt wurden. Unten im Gemeinschaftsraum fand sie niemanden aus ihrem Jahrgang und vermutete deshalb, dass sie alle unten beisammen saßen.
Schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie nichts mit Severus abgesprochen hatte. Sie waren beide so abgelenkt gewesen, weil sie sich am Nachmittag nochmal so innig geliebt hatten und der bevorstehende Abschied schwer genug gewesen war. Er hatte nur gesagt, wir sehen uns.
‚Und das sobald wie möglich.', hoffte sie mit einem Kribbeln im Bauch. Vielleicht hätte sie Glück, dass er in der Großen Halle war, doch das würde einem Sechser im Lotto gleichkommen, kam ihr traurig in den Sinn.
Immerhin hatte er noch Unterricht vorzubereiten, wozu er vorher nicht gekommen war. Ein erleichtertes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, weil der Gedanke sie beruhigte. Wahrscheinlich würden sie sich morgen beim Frühstück sehen und jetzt freute sie sich auf ihre Freunde.
Vor der Abreise hatte sie sich umgezogen und trug nun eine Jeans und eine weiße, ärmellose Bluse in Erinnerung an ihr weißes Kleid vom Morgen. Die Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, der nun glatt und lang hin und her schwang. Ihr Make-Up hatte sie auch aufgefrischt, falls sie ihm doch noch begegnen würde. Früher hatte sie nur selten welches benutzt – zu Feiern, in den Ferien oder in Hogsmeade – doch noch seltener, wenn nicht gar nicht, in der Schule. Aber Großmutter hatte ihr es nochmal richtig gezeigt und sie hatten beide gefunden, dass es ihr super gut stand und sie würde es jetzt meistens benutzen.
Vor dem Eingang holte sie ihr Lipgloss aus der Hosentasche und frischte ihre Lippen mit einem zarten Roséschimmer auf.
Die große Flügeltür stand offen und es herrschte ein lautes Plappern und Gewusel in der Halle und auf dem Flur.
Ihre Augen suchten zuerst den Lehrertisch ab und er war natürlich nicht da. Ein Stich der Enttäuschung machte sich in ihr breit, den sie aber gleich wieder mit der logischen Erklärung neutralisierte, die sie sich eben zurechtgelegt hatte.
Dann entdeckte sie ihre Freunde, die zusammen am Gryffindor-Tisch saßen und lachten. Schnell lief sie hin und rief ein lautes Hallo in die Runde. Sie war wohl die letzte und erhielt auf diese Weise ihrer aller Aufmerksamkeit.
„Hermione!" Harry stand als erster auf und umarmte sie stürmisch. Ron war auch aufgestanden, schüttelte ihre Hand und hob kurz den anderen Arm an ihre Schulter, woraufhin sie sich ihm kurz mit dem Kopf näherte. Noch immer schafften sie – oder er – keine einfache Umarmung, wobei alles andere ihrer Freundschaft keinen Abbruch getan hatte.
Seamus, Dean, Lavender und die anderen hoben ihre Hände zum Gruß und Luna winkte vom Ravenclaw-Tisch herüber. Es war schön, alle wiederzusehen, obwohl es nur zwei Wochen gewesen waren. Ihr kam es vor wie Jahre und wie ein anderes Leben...
Geduldig wartete Ginny, die etwas näher zu Harry gerutscht war, um ihrer Freundin Platz zu machen, bis sie an der Reihe war.
„Hi Süße, du siehst waaahnsinn aus! Was hast du gemacht? Wow, und deine Haare sind heller und glatt."
Hermione umarmte sie herzlich und erklärte ihr, was Oma alles gemacht hatte.
„Ich möchte deine Oma auch mal kennen lernen. Und wie hieß das Zeug nochmal? Haartöne?"
„Haha, nein Ginny, Haartönung, und bei mir ist es Farbe, damit es sich nicht so leicht rauswäscht. Kannst du doch auch zaubern..."
„Ne, ich trau mich nicht, außerdem würde Mum das wieder rückgängig machen, so wie ich sie kenne."
„Du hast wohl recht, dann hilft nur noch Oma."
„Oh ja bitte, und vor allem soll sie mich mal schön schminken."
„Machen wir auf jeden Fall. Wir können ja mal ein Mädels-Abend bei ihr machen an einem Wochenende oder so."
„Cool, ich freu mich jetzt schon. Aber die Jungs haben wieder nichts mitgekriegt."
„Was?"
„Na dich!"
„Ach was. Du weißt doch, wie Jungs sind. Außerdem ist mir das ziemlich egal."
„Ja, dir schon. Oder?"
„Du bist Harry doch nicht egal."
„Nein, ich weiß."
Während des Essens erzählten alle von ihren Ferien und Hermione tat mal wieder ihr Bestes, die unverfänglichste Version abzuliefern. Ginny guckte ab und zu komisch zu ihr rüber, aber sobald der Nachtisch kam, waren alle ruhig und mit anderen Dingen beschäftigt.
„Ich glaube, wir gehen jetzt alle in unsere Zimmer.", meinte Ginny und hielt sich den Bauch. Die meisten stimmten zu, nur Harry und Ron wollten eigentlich noch mit den Mädels im Gemeinschaftsraum bleiben. Sie wurden auf später vertröstet und suchten sich selbst eine Beschäftigung. Ginny wollte viel lieber den restlichen Abend mit ihrer Freundin verbringen. Harry und Ron hatte sie jetzt lange genug gesehen und ganz offensichtlich gab es hier und jetzt Neuigkeiten zu erfahren...das hatte sie im Gefühl.
Nach der Schlacht und nachdem das Schloss wieder hergestellt war, hatten sie sich alle aussuchen dürfen, ob sie ein Einzelzimmer, ein Doppelzimmer oder wieder einen größeren Schlafraum haben wollten. Die meisten aus den höheren Klassen hatten Doppelzimmer gewählt, manche auch Einzelzimmer, aber trafen sich oft untereinander. Wie bei Vielen war es bei Hermione und Ginny auch so. Sie hatten zwar jeweils ein Einzelzimmer, doch hatten sie sofort einen Zauber rausgesucht, um eine Durchgangstür mit einem hübschen Vorhang an einer Wand erscheinen zu lassen, wenn sie es wollten. Fast immer ließen sie es so und oft kam Ginny rüber zu Hermione oder umgekehrt, manchmal sogar zum Schlafen. Es ging fast allen anderen auch so, dass sie nicht allein sein wollten nach den schlimmen Erlebnissen. Diese Lösung fanden sie perfekt, zumal sie auch noch ein schönes Bad hatten, dass sie nur zu zweit teilen mussten.
*Sex And The City: „Theme"*
Als sich Hermione im Bad bettfertig machte, hörte sie einen spitzen Schrei aus dem Zimmer kommen.
„Was ist los, Ginny?"
Die kam ins Bad gerannt und ließ die neuen BHs von Hermione vor ihrer Nase baumeln.
„Die sind ja wohl der Oberhammer – hab ich noch nie bei dir gesehen. WO hast du sie her?"
Sie war dabei, Hermiones Koffer auszupacken, was bei den beiden eigentlich nicht mehr unüblich war. Sie vertrauten sich grenzenlos. Außerdem halfen sie sich gegenseitig, wo sie nur konnten, wobei das mit den anderen Mädels beinahe genauso gut lief. Alle waren sie erwachsen geworden und waren näher zusammengewachsen – die ganze Schülerschaft.
„Oh...hab ich in den Ferien...ausgesucht." Hermione versuchte immer, nicht zu flunkern, wenn es eben ging.
„Da hast du ja noch was vor!"
„Wie vor?"
„Na, was willst du denn mit deeeen Sachen sonst anstellen? Hast du dir schon ein Ziel ausgesucht?"
„Ääähm...Ginny, Süße, ich hab dir auch was mitgebracht...warte. Hier ist es...ich hoffe, es gefällt dir!?", lenkte sie ab.
Als Hermione das erste mal in den Ferien einkaufen war, als es Severus noch nicht so gut ging, hatte sie nicht nur für sich etwas ausgesucht, sondern auch für die beste Freundin, die sie hatte, weil sie wusste, dass sich Ginny nie oder nur selten etwas Besonderes kaufen konnte.
Ginny öffnete die Tüte aus Muggellondon und presste augenblicklich die Hand vor den Mund. „Das ist doch nicht alles für mich?"
„Oh doch. Und?"
„Es ist traumhaft!", bestätigte Ginny und hielt das dunkelrote Wäscheset vor sich.
„Ich dachte, die Farbe könnte Harry vielleicht gefallen.", sagte Hermione mit einem Augenzwinkern.
„Meinst du, es beißt sich nicht mit meiner Haarfarbe?"
„Nein, ganz und gar nicht...das trägt man so. Da ist noch mehr in der Tüte."
Ginny stülpte die Tüte um und leerte alles auf dem Bett aus.
„Die ganze Schminke auch?"
„Ja, ich hab alles doppelt gekauft, nur andere Farben für dich. Die Haarbänder auch und die Zeitung kannst du lesen, wenn du willst."
Ungestüm fiel Ginny Hermione um den Hals und küsste sie auf die Wange.
„Danke, danke, danke...wie kann ich das denn wieder gut machen?", seufzte sie.
„Du bist du, Ginny, das reicht voll und ganz. Und du kannst mir irgendwann mal sagen, wie es Harry gefällt."
„Mach' ich...oh danke."
„Jetzt ist aber gut." Hermione wusste, dass die Freude ehrlich und aufrichtig war und freute sich von Herzen mit ihr.
Schnell zog Ginny auch ihr Nachthemd über, setzte sich aufs Bett und begann, in der Cosmopolitan zu blättern.
„Interessante Mode habt ihr ja. Krass.
Und hier: Oh, ich liebe solche Tests. Die Muggel machen das auch? In WitchWeekly sind auch oft welche drin. Wollen wir den machen? Er heißt Wann schlägt ihre erotische Stunde, ähm, wollen wir?", lachte sie.
„Willst du wirklich? Ok dann. Liest du vor?", fragte Hermione, während sie auf das große Himmelbett krabbelte und sich am Kopfende anlehnte.
Ginny saß im Schneidersitz mitten drauf und räusperte sich. „Also los...und reich mir mal die Feder.
Wo lösen seine Küsse auf Ihrem Körper das stärkste Prickeln aus?
a) Vom Bauchnabel bis zum Venushügel und darüber hinaus.
b) Ringsum meine Brüste und an den Brustwarzen.
c) Am Hals entlang, vom Ohrläppchen bis zum Schlüsselbein.
d) An den Innenseiten meiner Oberschenkel."
„B!", sprudelte es aus Hermione raus und Ginny guckte sie mit großen Augen an. Sie wusste zwar von ihrem Ex Jaron, aber sie glaubte, nein, sie wusste, dass die beiden nicht den letzten Schritt getan hatten. Und mit Ron auch nicht, das war ganz klar.
„Sehr überzeugend, Süße. Gut, wenn Frau das schon mal weiß! Also c bei mir. Kreuzchen bei dir. Weiter.
Wie vertreiben Sie sich die Zeit auf einer stundenlangen Zugfahrt?
a) Ich erledige am Laptop so viel Arbeit wie möglich, weil ich gleich nach der Ankunft ein heißes Date mit meinem Liebsten habe.
b) Ich finde sicher schnell jemanden zum Flirten. Wenn mir danach ist, habe ich beim Aussteigen seine Telefonnummer.
c) Ich schaue aus dem Fenster, entspanne bei meiner Lieblingsmusik und genieße die Vorfreude auf meinen Süßen.
d) Vielleicht ergibt sich ja eine Gelegenheit für einen aufregenden Quickie. Meistens genügt es mir aber, mir so ein Abenteuer in meiner Fantasie auszumalen.
Sind manche Frauen wirklich so?", wunderte sich Ginny.
„Ich fürchte ja...ne, das könnte ich nicht mit Fremden..."
„Also bleibt eher c."
„Oder a."
„Heißes Date...naja...wäre mal schön...
Wenn Ihr Lover Sie von Ihrer Kleidung befreit, entdeckt er darunter ...
a) ...bequeme Pants, die sowieso im Nu ausgezogen werden.
b) ...ein Hauch von Nichts aus zarter Seide – wenn ich überhaupt etwas darunter trage.
c) ...luxuriöse Dessous aus feinster Spitze, die er mir erst ausziehen darf, nachdem er mich ausgiebig darin bewundert hat.
d) ...halterlose Strümpfe, eine aufregende Korsage, vielleicht auch Intimschmuck oder einen Slip mit Schlitz – Hauptsache, ihm bleibt erst mal die Luft weg.
„Bis vor ein paar Minuten hätte ich immer a genommen, aber jetzt ist c eine echte Alternative!", kicherte Ginny und schaute verträumt auf ihr Geschenk.
„Dann lass uns doch beide c nehmen...das mit dem Bewundern muss einfach sein, oder?"
„Ja", lachten sie beide und Hermione stellte sich vor, wie Severus auf ihre nachtblaue Unterwäsche reagiert hatte. Es begann zu kribbeln bei ihr.
„Womit bringt Ihr Schatz Sie nach einem langen Tag schnell in Stimmung?
a) Musik, die gute Laune macht und einen Rhythmus hat, der ins Blut geht. Dazu noch ein fruchtiger Cocktail, und schon hält mich nichts mehr auf der Couch.
b) Ein Candle-Light-Dinner oder Rosenblüten und Kerzen, die den Weg ins Schlafzimmer weisen. Ein Schaumbad mit ihm als Bademeister wäre auch verlockend.
c) Ein Picknick mit Obsthäppchen, Champagner und anderen Leckereien, die im Mund und auf der Haut schön prickeln, notfalls auf dem Wohnzimmerteppich. Dazu eine zärtliche Massage von Kopf bis Fuß, die mich in Tausendundeine Nacht versetzt.
d) Ein Geschenkkarton mit sexy Dessous, die ich ihm gleich vorführen darf. Dazu ein erotischer Film, der zum Nachmachen einlädt."
„Eindeutig d, wo wir gerade beim Thema waren.", grinste sie.
„Tja, eigentlich muss ich dir recht geben, aber da das wohl meine ersten so richtigen sind...und dann auch noch von dir...", seufzte Ginny wehmütig, „...muss ich wohl auf c gehen. Du weißt, wie ich das meine."
„Ja klar, verstehe dich voll und ganz...das wird schon noch..."
„Bist du sicher?"
„Klar, Harry muss doch erst mal...lernen."
„Oh wow, nächste Frage:
Wie erleben Sie sich beim Sex?
a) Gute Frage – wenn ich Lust habe, lege ich meistens einfach los und tue, was mir gefällt, ohne lange darüber nachzudenken.
b) Es erregt mich, zu sehen, wie verrückt er nach mir ist. Das lässt mich auf einer Welle aus Selbstbewusstsein dahintreiben.
c) Ich überlasse mich meinen sinnlichen Eindrücken und den Reaktionen meines Körpers – und das so hemmungslos, dass ich maximalen Genuss erlebe.
d) Ich weiß, wie ich jeden Mann um den Verstand bringen kann, und liebe es, dieses Wissen auch ganz bewusst einzusetzen."
„B. - Äh, denke ich."
Ginny schaute ihre Freundin an, die gerade irgendwo mit den Gedanken war, aber nicht in diesem Zimmer. Langsam aber sicher formte sich ein Bild im Hinterkopf, aber sie musste es noch erst richtig erkennen, um es hervorzukramen.
„Die nächste ist leicht.
Bei welcher Gelegenheit verfallen Sie am ehesten in erotische Träumereien?
a) Morgens unter der Dusche, wenn das Wasser erfrischend über meine Haut perlt.
b) An einem heißen Sommernachmittag, wenn ich träge im Park liege und die Männer in der Umgebung im Schutz meiner Sonnenbrille mit den Augen ausziehe.
c) In romantischen Momenten, wie bei einem Sommerregen, der mich im Freien überrascht, oder an einem Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel.
d) Wenn Kerzenschein alles in ein Wechselspiel aus Licht und Schatten taucht – nackte Haut sieht erst mit sanfter Beleuchtung so richtig verführerisch aus."
„Hmm, oh ja, Letzteres. Wechselspiel aus Licht...wenn durch die Jalousienritze nur ein paar Lichtpunkte dringen, kommen seine Gesichtszüge so richtig...äh, ich meine, das...kann den Gegenüber so schön...ins rechte Licht rücken." Froh über das gerade noch eingefallene Satzende streckte Hermione die Beine von sich.
Ginny sagte vorerst gar nichts mehr aber dachte ziemlich viel und ging direkt zur nächsten Frage über.
„Womit kann ein Mann Ihnen jede Lust verderben?
a) Indem er wie nach Lehrbuch in Slow Motion versucht, alle meine Hotspots abzuhaken, obwohl ich schon längst vor Lust glühe.
b) Durch routinierte, technische Manöver, die den Eindruck erwecken, er habe das gleiche Programm schon hundert Mal nach Schema F abgespult.
c) Indem er oberflächlich und egoistisch im Eiltempo auf seinen Orgasmus lossprintet.
d) Wenn er von meiner selbstbewussten Art überfordert ist und zu erwarten scheint, dass ich mich doch endlich wie ein liebes, braves Mädchen verhalte.
Eindeutig c. Alles andere ist nicht so schlimm.", kommentierte Ginny ernsthaft und hörte, wie Hermione zustimmte. So weit, so gut.
„An welchem der folgenden Orte hätten Sie am liebsten Sex?
a) Im riesigen Doppelbett einer Hotelsuite mit Terrasse und eigenem Pool – hier könnte ich mich so richtig austoben.
b) In einem verträumten Hotelzimmer in Venedig, im Halbdunkeln hinter geschlossenen Fensterläden.
c) In einer einfachen, luftigen Hütte, einer Cabaña, mit zwitschernden Vögeln und einem plätschernden Springbrunnen im Hintergrund.
d) In meinem Schlafzimmer, weil es ein perfekt eingerichteter Liebestempel ist, und ich dort alles in Reichweite habe, was ich brauche.
Oh wie romantisch...da nehm ich doch glatt a, b und c.", kicherte Ginny. „Und du?"
„Schwierig...ich glaube am liebsten in meinem Schlafzimmer, weil...äh...es so naheliegend ist und ich sowieso nicht nach a, b oder c komme."
„Träumen darf man doch mal..."
„Lieber Schlafzimmer als ein Traum..."
„Hä?"
Ginny bekam keine Antwort.
„Wie gefällt Ihnen ein schöner Mann am besten?
a) Lässig und jederzeit zu einem Abenteuer bereit, wenn er gemeinsam mit mir den ganzen Tag nackt verbringt.
b) In einem schicken Anzug, den obersten Hemdknopf geöffnet, während sein selbstbewusstes Lächeln mir sagt, dass er genau weiß, was ich von ihm will, und dass ich es bekommen werde.
c) Was er anhat, ist mir egal – Hauptsache, er duftet gut und ist so gepflegt, dass jeder Quadratzentimeter seiner Haut zum Anbeißen ist.
d) Wenn er nur noch Augen für mich hat und mir in Gedanken offensichtlich die Kleider auszieht."
„Das passt nicht, das passt nicht...", murmelte Hermione vor sich hin, während Ginny sie eingehend betrachtete und gespannt war, was käme. Es kam b und c und sie konnte sich kaum entscheiden.
„Welcher Satz könnte von Ihnen stammen? „Ich liebe ...
a) ...den salzigen Geschmack seiner Haut nach schweißtreibendem, leidenschaftlichem Sex."
b) ...wie ihm die Luft wegbleibt, wenn wir uns lieben, und den heiseren Klang seiner Stimme, wenn er erregt ist."
c) ...die Wärme seiner Hände, und wenn ich ihm mit kleinsten Berührungen eine Gänsehaut über den Körper jagen kann."
d) ...den Anblick seines erregten, zuckenden Körpers, wenn sich Muskeln und Sehnen unter seiner Haut spannen."
‚Jetzt wird's interessant', dachte Ginny.
Hermione legte sich verkehrt herum aufs Bett und schob die Arme unter den Kopf, während sie offensichtlich Lichtjahre weit weg war.
Irgendwann seufzte sie auf und hauchte „A, b, c und d!" in die Luft.
„SO, MISS!", sagte Ginny streng und ließ das Magazin aufs Bett knallen, dass sie immer wieder in ihren Händen eingerollt hatte. Hermione zuckte vor Schreck zusammen und das brachte beide zum Lachen.
„Was fällt dir ein, du Hexe?"
„WAS war in den Ferien?"
„Hab ich euch doch erzählt."
„Oh nein, MISS GRANGER, nicht alles, so wahr wie ich hier sitze! Ich hab ja von der ersten Sekunde an schon gemerkt, dass da gewaltig was anders ist...aber es wird klarer und klarer."
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst."
„Na klar nicht...WEN hast du kennen gelernt?"
„Niemanden." Und das war im Prinzip nicht gelogen – sie kannte ihn ja schon lange. Dummerweise ließ sie dieser Gedanke grinsen.
„Ich sehe es doch! Du grinst wie eine Sabberhexe. WER ist ER? Von wegen mit Oma viel unternommen, jaja."
„Hab ich aber."
„Und was hast du nachts unternommen?"
„Geschlafen, mehr nicht."
„Ich geb' auf, nein, ich geb' nicht auf, ich krieg dich schon noch! Weiter.
Wann sind Sie am ehesten in Flirt-Stimmung?
a) Morgens auf dem Weg zur Arbeit oder beim Brunch mit Freunden.
b) Wenn ich in der Mittagspause essen gehe oder an freien Tagen im Schwimmbad entspannt in der Sonne liege.
c) Bei einem Stadtbummel nach Feierabend, wenn Plätze und Straßencafés voll mit fröhlichen Menschen sind.
d) Natürlich nachts, wenn ich durch die angesagtesten Clubs ziehe oder meine Lieblingsbar besuche.
Oh bei Merlin, klar, morgens auf dem Weg in den Unterricht, sicher doch! Am besten noch, wenn wir zu Zaubertränke gehen...das wär doch echt ne Stimmung...", kommentierte Ginny künstlich aufgeregt.
Hermione war das auch sofort in den Sinn gekommen und stellte sich vor, wie er und sie zu spät zum Unterricht kamen, weil er...
„Du hast gerade gestöhnt, dann siehst du das genauso wie ich, was?", kicherte Ginny. „Was nimmst du?"
„B, denke ich."
„B? In der Mittagspause? Da musst du aber schnell sein beim Apparieren."
„Wieso?"
„Na zu deinem neuen Lover Zuhause."
„Ich hab keinen neuen Lover Zuhause."
„Schon klar.
Welche Stadt würden Sie für einen Kurztrip mit Ihrem Lover wählen? New York, Rom, Paris oder Rio?
Und, wo reist ihr hin?... – ...Haaallo?"
„Ich überlege."
„Was ihm gefallen könnte?"
„Man! Nach Rom, da ist so viel Historisches."
Ginny rollte mit den Augen. „Hier geht's um Spaß, Süße. Also ich will nach Paris, ganz klar. Na dann will ich mal auswerten. Ist das spannend."
Ein paar Augenblicke später klappte ihr der Unterkiefer runter.
„Alles klar, MISS, sonnenklar.", sagte sie mit einem Grinsen, das fast schon slytherin aussah.
„Ich les dir vor:
Sie sind zu 50 % Typ B: Am Mittag: Aufreizend und lasziv."
„Was?"
„Ruhe jetzt.
Es ist heiß. Jede Bewegung lässt sanft Schweißtropfen über Ihre Haut perlen, die Luft flirrt. Trotzdem ist für Sie die Mittagspause nicht zum Ausruhen da, sondern der beste Zeitpunkt, um sich den (Arbeits-)Tag mit einem erotischen Zwischenspiel zu versüßen. Die Vorfreude darauf und das befriedigte Nachglühen hinterher geben Ihnen Energie für die restlichen Stunden. Sie genießen es, die Leidenschaft in Ihrem Gegenüber zu wecken und sich von ihm verführen zu lassen – selbst wenn Sie dadurch manchmal Gefahr laufen, sich bei allzu heißen Flirts die Finger zu verbrennen. Um einem Mann den Kopf zu verdrehen, setzen Sie lieber auf Ihre natürlichen Vorzüge als auf künstliche Reize – Sie sind eine geborene Sex-Göttin..."
Ginny schaute von dem Magazin hoch und sah nur, wie sich Hermione auf ihre Unterlippe biss. Sie musste es unbedingt wissen.
„...und allein mit Ihrem Lächeln und lasziven Blicken bekommen Sie in den meisten Fällen, was Sie wollen. Wenn die Sonne am höchsten steht, lieben Sie es, sich nackt zwischen dünnen Laken zu räkeln und Ihrem Geliebten verführerisch Ihren Körper zu präsentieren. Beim Sex brauchen Sie nicht viel Zubehör, sondern vor allem genügend Zeit und Gelegenheit, um sich fallen zu lassen und in aller Ruhe Ihrer Lust zu folgen. Dabei spielt Ihre Fantasie eine wesentliche Rolle, das erotische Kopfkino gehört zu Ihren wichtigsten Lustfaktoren. Manchmal müssen Sie deshalb ein bisschen aufpassen, dass Sie sich nicht in Traumwelten verlieren und dadurch ganz reelle Chancen für Lust und Liebe übersehen."
Bei Ginny kam ganz was anderes raus, aber nichts Unerwartetes. Sie war eben durch und durch eine romantische Frau, der offenbart wurde, dass sie sinnlich und sensibel sei und die Blaue Stunde am liebsten hätte. Dem konnte sie nicht mehr viel hinzufügen, weil sie mit den Gedanken ganz woanders war.
„So, raus mit der Sprache, und denk ja nicht, du kannst mich wieder mit Ausreden abspeisen, Missy!"
„Was denn?"
„Und du sollst eine der schlausten Hexen Britanniens sein? Tztz. Ich will alles wissen, und wenn ich alles sage, meine ich auch alles."
In dem Moment hörten sie die Jungs von weit unten rufen. Ginny verdrehte wieder ihre Augen. ‚Verdammt, ausgerechnet jetzt.'
Flugs stand sie auf, öffnete die Tür zur Treppe und schrie runter:
„Wiedersehen Jungs...hier gibt's wichtige Sachen zu besprechen, und gute Nacht."
„Warte...wollen wir nicht..." Sie hörten nur noch die Tür knallen und gucken sich Schulterzuckend an. „Mädchenkram bestimmt wieder."
„Jungs! So, du hast deine Haare verändert, du strahlst aus jeder Zelle, du bist super drauf, du trägst Make-Up UND du hast verdammt heiße Wäsche im Gepäck."
„Großmutter hat meine Haare gemacht und mir so ein schönes Medaillon geschenkt. Wir waren in der Oper am ersten Wochenende."
„Sag bloß, du hast ihn da kennen gelernt? Wie romantisch."
„Nein...Oma geht doch so gerne aus und hat mir sogar ein Kleid dafür geschenkt. Ein langes blaues und dann hab ich später noch ein traumhaftes Kleid in schwarz gesehen...leider unerschwinglich für mich, aber ich hätte es..."
„Schwarz? Hmm, na ob dir das steht? Ach ne, schwarz würde mich immer sofort an..."
Sie verzog ein bisschen das Gesicht. „...an..."
„Warum nicht?", unterbrach Hermione im letzten Moment.
„Egal. Wichtigeres: Und für Oma hast du dann auch die Unterwäsche angezogen, was?", kicherte Ginny.
„Die und die anderen Sachen hab ich mir – uns – später in London gegönnt."
„Du weichst aus. Oper, London...ok, schade, dann ist es wohl keiner von hier...ach ja."
Hermione sagte nichts dazu und war froh, dass Ginny für sich selbst Schlüsse zog, sonst könnte es heikel werden.
„Du verbringst die Ferien also allein oder mit Oma und Hund und DAS kommt dabei raus?", sagte Ginny entrüstet, während sie auf Hermione deutete. „Erzähl das einem Hippogreif, aber nicht mir!
Wie sieht er aus?"
Hermiones Augen begannen zu leuchten und das verriet sie immer mehr.
„Hab ich dich. Mach schon, ich bin nicht blöd."
„Jaaaah, aber sag es bitte niemandem, bitte!"
„Versprochen bei Merlins Zauberstab!"
„Ich meine es Ernst, Ginny, bitte."
„Ich auch, das weißt du."
„Ja, du hast recht." Wie kam sie jetzt bloß heil aus der Sache raus?
„Weißt du noch, ich hab dir doch mal von dem Arzt erzählt, der bei meinen Eltern..."
„Waaah, natürlich weiß ich das noch...welche Frau könnte die Beschreibung vergessen, die du mir gegeben hast vor ein paar Monaten? ER ist es?"
Eigentlich wollte Hermione auf die Ähnlichkeit hinaus, doch jetzt überlegte sie, ob sie Ginny bei ihrem Glauben lassen sollte. Andererseits wäre es wesentlich besser, sie wüsste weniger. Sie entschied sich, es wie geplant zu erklären, denn sie wollte nicht etwas gänzlich Falsches sagen, das war sie nicht gewohnt.
„Ich wollte eigentlich sagen, dass er etwas Ähnlichkeit mit dem hat."
„Auch nicht schlecht. Lass mich erinnern – dunkle Haare, dunkle Augen und ein nettes Lächeln."
„Ähm, ja, du hast es erfasst." Nettes Lächeln hätte sie fast die ernste Miene gekostet.
„Und wo hast du ihn nun getroffen?"
„Hmm, er ist sozusagen...äh, einfach reingeschneit."
„Reingeschneit? Ach sooo, wollte er zu deinen Eltern in die...Zahnreparatur?"
„Zahnarztpraxis, Ginny." Und wieder war sie einer Antwort ausgewichen, ohne dass es auffiel.
„Ach so, ja. Ah, und sie waren nicht da und du hast mit ihm gesprochen und dann...wie schön. Und dann habt ihr euch wiedergetroffen?"
„Ja, er ist dann noch...ein paar mal wiedergekommen."
„Wann hat's denn gefunkt?"
„Kann ich nicht genau sagen..."
„Sag schon, hat er dich geküsst?"
„Jaaa...", sagte sie und fühlte seine Küsse auf ihrem Mund.
„Weiter..."
„Was?"
„Na, wie..."
„Oh, perfekt, würde ich sagen."
„Echt? Du Glückliche. Aber dann warst du vielleicht nicht die erste...oder?", überlegte sie zaghaft. Wenn Ginny wüsste, über wen sie hier nachdachte...bei Merlin!
„Das weiß ich. Da kann man ja nicht von ausgehen, dass man jemanden bekommt, der gar keine Erfahrungen hat."
„Stimmt wohl...es ist einfacher, wenn einer schon..."
„Ist doch sicher auch schön, wenn man gemeinsam lernt, oder? Du hattest doch gesagt, es war ganz ok."
„Harry ist süß und er kann mittlerweile ganz gut küssen..."
„Und der Rest?"
„Ich hab doch kein Vergleich. Schätze, es geht jedem so am Anfang. Er ist echt lieb und zärtlich..."
Ginny hatte ihrer Freundin damals erzählt, dass sie es getan hatten irgendwann vor Weihnachten, als es draußen ungemütlich kalt gewesen war und ihre Eltern für die Weihnachtseinkäufe in die Stadt gefloht und ihre Brüder eine Schneewanderung gemacht hatten. Es war so gewesen, wie es immer war, wenn sich zwei junge Menschen kennen lernten. Viel Unsicherheit, viel Zittern, viel Gekicher und große Erleichterung hinterher. Und es war weder enttäuschend noch eine Offenbarung gewesen. Sie hatten es hinter sich gebracht und es wurde besser mit der Zeit.
„Da bin ich mir sicher, dass er das ist."
„Ja.", bestätigte Ginny nochmal mit verliebtem Blick.
„Zurück zu Wichtigerem, zu dir! Also die Küsse sind perfekt. Ist das cool. Und was habt ihr so gemacht?"
„Wir waren in einem Café, wir waren zusammen einkaufen und haben Essen gemacht, dann in London ein bisschen zum Shoppen und sonst einfach nur zu Hause fernsehen oder lesen."
„Warst du auch mal bei ihm?"
„Äh, nein, das ging irgendwie nicht und bei mir war doch Platz und Zeit und so..."
„Nicht, dass er was verbirgt."
„Nein, gewiss nicht...es...war einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Ich hab mich Zuhause wohler gefühlt, weißt du? Vertraute Umgebung."
„Ja stimmt. Der Abschied war doch bestimmt traurig, oder? Wann könnt ihr euch denn wiedersehen?"
„Der war echt schlimm und es hat wehgetan. Ich hoffe, dass wir uns sehr bald (‚Oh ja, Hermione, sehr sehr bald!') wiedersehen können, man kann es kaum aushalten. Und bei den Fragen eben wurde man daran erinnert...jetzt ist es gleich doppelt so schlimm..."
„Wie jetzt bei den Fragen war es doppelt so schlimm? ...Da war nix mit Küssen und Abschied und so..." Ginny war ja schon vorher stutzig geworden...doch langsam aber sicher kam das...Dilemma an die Oberfläche. Sie nahm das Magazin wieder in die Hand und überflog die Fragen zur Sicherheit zweimal.
„Hermione! Doch, da war was mit Küssen. WO lösen seine Küsse auf IHREM KÖRPER das stärkste Prickeln aus? Und ich sehe, wo hier dein Kreuzchen ist, Miss! Erklärung gefälligst!"
Hermione spielte mit einer Haarsträhne, während sie im Liegen ein Bein über das andere schlug. Als sie sie unzählige Male um ihren Finger gewickelt hatte, wurde Ginny mehr als ungeduldig.
„Lass mal deine Haare in Ruhe! Ist es das was ich denke?"
Mittlerweile fühlte sie sich wie bei einer Inquisition...heute morgen schon ihr Cousin und jetzt sie...und sie war bei Weitem schlimmer weil eine Frau! Denen konnte man nichts vormachen und Ginny schon mal gar nicht. Frau durch und durch. Dabei kam ihr in den Sinn, was Severus alles mit ihr angestellt hatte – oder sie mit ihm – und sie spürte schon wieder die Röte auf ihren Wangen erscheinen.
Ginny entglitten die Gesichtszüge, bevor sie übers ganze Gesicht grinste.
„Du hast es getan! Ich glaub's einfach nicht. Habt ihr es wirklich getan? Nach so kurzer Zeit? Ich glaub's einfach nicht...wie lange? Waaah, Mine, SAG ES!"
Es gab kein Zurück mehr. „Nach...einer Woche. Letzten Montag..."
*Carly Simon: „Nobody Does It Better" aus: James Bond "The Spy Who Loved Me"* (!)
Entgegen aller Erwartungen stand Ginny auf. „Warte hier, rühr dich nicht vom Fleck!"
Kurz darauf kam sie mit zwei Flaschen Butterbier zurück und machte es sich wieder auf dem Bett bequem. „Die hat mir Mum mitgegeben – und der Anlass ist da. Mach weiter."
„Wie mach weiter?"
„Erzählen – ich will alles wissen!", grinste sie.
„Du meinst das nicht im Ernst!"
„Ja sicher. Ich hab es dir auch erzählt und jetzt bist du dran. Irgendwie muss ich ja mal einen Vergleich haben!"
„Das...geht nicht. Ich kann das nicht."
„Alles bleibt unter uns...das weißt du...immer noch."
„Trotzdem."
Auf einmal umarmte Ginny Hermione, setzte ihren besten Hundeblick auf und schob die Unterlippe vor. „Bitte bitte, ich bin ein großes Mädchen... Außerdem sehe ich dir an, dass es nicht so schlecht gewesen sein kann...!"
„Im Gegenteil...", bestätigte Hermione und ihre Bedenken gingen über Bord. Immerhin dachte Ginny ja, dass er ein Muggel war und würde nicht im Geringsten etwas herausfinden können.
„Im Gegenteil?"
„Das Gegenteil von nicht so schlecht."
„Super schlecht? Ne, das passt nicht zu deiner Verfassung gerade."
„So richtig gut, phantastisch, umwerfend,...such dir was aus."
„Ähm...also...mir fehlen die Worte."
„Das will was heißen."
„Was du nicht sagst. Was hast du für ein Glück. So richtig gut? Sag jetzt nicht, du hattest beim erstenmal..."
„Irgendwie schon..."
„Irgendwie ja oder irgendwie ja?"
„Er hat...dann...ich kann das nicht..."
„Nochmal?"
„Ja das auch, und ich meinte, er hat dann anders nachgeholfen."
„Ooooh, dann kann er nicht nur gut...küssen?"
„Stimmt genau. Und...ach, es war jedes Mal sooo gut."
„JEDES MAL? Sag mal, geht's noch? Wie oft habt ihr euch denn gesehen?"
„Äh, es ist kein Tag vergangen, an dem wir uns nicht...gel..., äh, gesehen haben."
„Ich bin nicht taub! KEIN TAG? Bei Merlin!" Ginny ließ sich der Länge nach neben Hermione aufs Bett fallen und atmete tief ein und aus. Irgendwann gab sie einen undefinierbaren Laut von sich.
„Du bist heute Abend erst gekommen, Süße, demnach...", begann sie und kurz darauf schüttelte sie ein Lachkrampf ob ihrer Wortwahl.
„Was hast du bloß für schmutzige Gedanken in deinem schönen Kopf, meine liebe Ginny..."
„Kein Tag, hast du gesagt!", wiederholte sie mit hochrotem Kopf.
„An deinem Satz war nur das heut Abend falsch, du...Hexe."
Als Ginny endlich mitbekam, was Hermione meinte, presste sie fest ein Kissen vor ihren Mund und biss hinein, woraufhin man den Schrei nur noch unterdrückt hören konnte. Danach schmiss sie das Kissen auf den Boden und kicherte hemmungslos weiter, das Hermione ansteckte.
„Wann dann?"
„Nachmittags...äh, und morgens.", flüsterte sie, bevor sie auch wieder lachen musste.
„Ich bin erledigt, du schaffst mich, weck mich, wenn der Traum vorbei ist." Ginny schaute auf das Stundenglas. „Das ist kaum fünf Stunden her...wie wirst du es die Woche oder Wochen bloß aushalten, bis ihr euch wiederseht?"
„Das halte ich nicht aus...und Wochen schon mal gar nicht."
„Na dann bemüh dich gleich morgen darum."
Bei Merlin, wie meinte sie das denn? Hermione guckte sie entgeistert an.
„Die Genehmigung fürs Wochenende...dass du weg kannst! Wir sind alt genug!"
„Ach sooo, ja, mal sehen. Ich glaube, wir sollten langsam schlafen gehen."
„Ja...morgen wieder früh raus. Ich hasse es. Kann ich bei dir schlafen? Dann bist du nicht so allein und ich auch nicht.", grinste sie.
„Klar...hol dein Kissen."
„Denk nicht, dass die Befragung zu Ende ist. Gute Nacht...einsame Nacht...", sang Ginny.
„Halt die Klappe."
Am Montagmorgen quälten sich wohl alle aus dem Bett und brachten den Schultag mehr oder weniger erfolgreich hinter sich.
Hermione hatte Severus weder zum Frühstück noch zum Mittagessen gesehen und dachte, dass der Arme wohl viel nachzuholen hätte.
Als sie alle gemeinsam zum Abendessen in die Große Halle gingen, setzte ihr Herz kurz aus, als die Tür auf der Empore laut zuknallte – denn endlich war er da und setzte sich auf seinen gewohnten Platz am Lehrertisch.
Unwillkürlich strich sie sich die Haare zurecht, zupfte hier und da an ihrer Bluse und versuchte, ein Blick von ihm zu erhaschen. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass manche aus den unteren Klassen regelrecht zusammengezuckt waren als er erschienen war, miteinander tuschelten und wirkten, als hätten sie einen wirklich harten Tag hinter sich.
Professor McGonagall erhob sich und begrüßte herzlich alle Schüler und hieß sie nach den Ferien willkommen. Ausnahmslos alle Lehrer waren versammelt, weil es so üblich war am ersten Tag nach den Ferien. Nach ein paar weiteren Ankündigungen war das Essen eröffnet und endlich konnte sich Hermione vorsichtig umsehen.
Eigentlich sah er aus wie immer, nur etwas war komisch...Sonst gab er wenigstens Flitwick irgendwelche Antworten, aber selbst der schien heute kein Glück zu haben. Immer noch dachte Hermione, dass er wohl so richtig viel gearbeitet hatte seit Sonntagabend und dass er sicher todmüde sein musste. Kein einziges mal sah sie, dass er zu ihr rüberschaute. Entweder aus Vorsicht oder gerade dann, wenn sie mal nicht hinsah. Außerdem sah sie ihn nicht einen Bissen essen, obwohl sich die Hauselfen mal wieder übertroffen hatten. Es war ein richtiges Festessen, immerhin wurde hier Ostern auch nicht ganz vergessen.
„Hey, Mine, was ist los?"
„Habe wohl zu viel gegessen."
„Alles, aber das ist es nicht. Ich weiß...", sagte Ginny und flüsterte den Rest. „Du vermisst ihn, was?"
„Ja stimmt."
„Das wird schon...wir werden viel zu tun haben, dann geht die Zeit schneller rum."
„Ja stimmt.", bestätigte sie ganz abwesend.
„Lass uns heute früh schlafen gehen, immerhin haben wir morgen die schlimmsten Stunden."
So hatten sie es auch gemacht und waren am nächsten Morgen besser ausgeschlafen als zuvor. Hermione stand extra früher auf, um sich in Ruhe fertig zu machen. Heute war es so weit – sie würde ihn sehen. Zumindest länger als gestern beim Abendessen.
Nach ihrer ausgiebigen Dusche schminkte sie sich dezent und sorgfältig, dass ihre Augen noch mehr strahlten als sowieso schon. Ein bisschen Lippenstift – kein Gloss, sie hoffte, sich einen heimlichen Kuss stehlen zu können – und ein zarter Duft hinter die Ohren und...woanders.
„Wow!", kommentierte Ginny, als sie endlich aus dem Bad kam und ihre Tasche nahm. „Wenn du so in den Ferien aussahst, kein Wunder, Süße."
„Ich hab mich so dran gewöhnt.", sagte sie entschuldigend und Ginny verstand es natürlich. „Wenn du da mal nicht noch anderen den Kopf verdrehst..."
„Habe ich nicht vor."
„Du nicht, aber wer weiß, wer sich so alles...ansprechen lässt dadurch."
Kichernd machten sie sich direkt auf den Weg in den Kerker, da sie beschlossen hatten, das Frühstück ausfallen zu lassen.
Der Klassenraum war bereits offen und sie setzten sich ordentlich hin, wie sie es gewohnt waren. Hermione meinte, ihr Herz würde gleich aus der Brust springen vor Freude und vor Sehnsucht. Aus lauter Nervosität kramte sie in ihrer Schultasche.
Die Tür knallte wie ein Donnerschlag, der seinesgleichen suchte, als er hereinkam und in Windeseile zum Pult schritt. Spätestens jetzt glaubte sie, ihr Herz sei stehen geblieben und hob völlig atemlos ihren Kopf.
tbc
A/N:
Ich hoffe, euch hat meine Fortsetzung ein bisschen gefallen und nicht enttäuscht?!
Mögt ihr vielleicht ein weißes Duplo haben? *StellteineSchachtelhin*
Und keine Angst, unser allseits geliebter Tränkemeister ist ja schon in Wartestellung! Wir mussten uns ja erst mal wieder in Hogwarts einfinden...
Der Test, den Ginny und Hermione machen, entstammt nicht aus meinen wirren Ideen, sondern habe ihn wirklich bei Cosmopolitan ausgeliehen.
Wer den Test auch machen möchte, kann ihn hier finden: (wie immer Leerzeichen weg)
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. cosmopolitan . de /psychologie/persoenlichkeits-test/p-231-1/wann-sc hlaegt-ihre-erotische-stunde .
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Viel Spaß damit und VLG KeyMagic!
