A/N:

Ihr Lieben!

Heute bin ich, wie letzte Woche und ganz am Anfang hin und wieder, am Freitag fertig geworden. Ich hoffe, ich schaffe das auch zukünftig, weil die Wochenenden doch rein familien-/beziehungstechnisch auf andere Art verbracht werden sollten, als wie schreibend – da werden mir Mine und Sev sicherlich zustimmen ;o)

Wie ich lesen musste, hab ich euch nervlich und herzlich reichlich an die Grenzen gebracht mit den letzten Kapiteln und ich hoffe sehnlichst, dass ich euch heute und nächste Woche wieder mit mir versöhnen kann?!

Wie angekündigt, gebe ich ein Eis aus, jedem nach Wunsch.

Für alle aber: Eine Runde Zitroneneis…ihr werdet sehen, ihr könnt es brauchen *g*

In der Hoffnung, dass ihr mir wieder gut seid, wünsch ich euch viel Spaß – und wenn ihr wollt, lasst mich es wissen. ;o)

VLG KeyMagic


Kapitel 39

Severus hatte normalerweise kein Eis in seiner Küche.

Aber fangen wir doch da an, wo wir aufgehört hatten...

Ginny quiekte „n..." und schaffte es dann gerade in letzter Zehntelsekunde noch, die Hand vor ihren Mund zu pressen, bevor sich das nein zu voller Lautstärke entfalten konnte, als sie hinter Mrs. Tenerhale einen Blick durch den Türspalt erhaschte, und eilte – so schnell wie es möglich war ohne ein Geräusch zu machen – die Treppe hinunter. Emma dagegen konnte sich gar nicht entscheiden – einerseits wäre sie zu gerne geblieben, andererseits mochte sie dieses Mädchen. Als ihr Frauchen schnell und leise die Tür schloss und ebenfalls äußerst bedächtig die Stufen hinunterstieg, war die Sache geklärt. Unten deutete Mrs. Tenerhale, dass sie das Haus verlassen wollte und Ginny folgte ihr eilend.

„Oh bei Merlin... wenn wir nicht, wenn ich nicht...oh nein oh nein..."

„Was ist mit dir, Kind?"

Ginny machte sich die schlimmsten Vorwürfe und gestikulierte mit den Händen.

„Du musst dir doch keine Gedanken machen, du hast nichts falsch gemacht. Du hast alles getan, was du konntest..."

„Meinen sie?"

„Ja, und was machen wir jetzt?"

„Weiß nicht... Ich... Wenn es ihnen nichts ausmacht, würde ich gerne noch bleiben, es ist schön hier."

„Wollen wir wieder zu Carey? Sie hockt bestimmt immer noch am Fenster und hat uns längst gesehen."

„Gerne, das war zu lustig. Aber meine Güte, hoffentlich... Oh nein, wenn ich bedenke..."

„Komm, Ginny, beruhige dich."

Carey öffnete schon die Haustür und winkte die beiden rein, sie hatte sie natürlich schon gesehen.

„Und?"

„Ist in deiner Cognacflasche noch was drin? Ich glaube, wir könnten beide einen gebrauchen. Ich bring dir bei Gelegenheit eine Neue mit. Ginny?"

„Unbedingt."

Eigentlich konnte sie gar nicht erwarten, Neuigkeiten zu hören, aber sah gleichzeitig, dass der Alkohol mehr als notwendig war.

Ginny trank den Schwenker in einem Zug leer und hustete sich erst einmal die Seele aus dem Leib.

„Sie hat bestimmt noch keinen probiert.", zwinkerte Jean ihrer Nachbarin zu.

Als das Husten aufgehört hatte, traten ihr Tränen in die Augen und sie wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht herum.

„War es so schlimm, Schätzchen?"

„Neiiin...", seufzte Ginny. „Das hat gut getan..."

Carey reichte ihr ein Taschentuch, mit dem sie sich erst über Augen wischte und dann reinschnäuzte.

„Ach..."

„Jetzt aber mal raus mit der Sprache...oder eigentlich nicht. Wenn ich Ginny beobachte, sieht das gar nicht gut aus. War es so schlimm?"

„Nein...ich...ich hab nur noch nie zuvor..."

„Was?"

„Ich hab das noch nie vorher gesehen."

„Wie bitte? Was um aller Welt meinst du? Was ist denn drüben passiert? Und ihr hab mich nicht mitgenommen!"

„Das war so...süüüß."

„Süß?", fragte Carey ungläubig und Mrs. Tenerhale fing an zu lachen.

„Sie haben sich nur geküsst, sonst nichts."

„Es hat geklappt?"

„Offensichtlich!", strahlte Jean.

„Aber was ist dann mit ihr los?"

Ginny konnte wieder selbst sprechen.

„Bevor ich durch die Tür geguckt habe, war alles so still. Ich hatte solche Angst, sie wären abgehauen oder eher noch einer von beiden wäre abgehauen, dann wäre alles umsonst gewesen und ich hätte nicht gewusst, was ich sonst noch hätte tun können. Und als ich sie dann da stehen sah...hätte ich fast den Fehler meines Lebens gemacht und losgequiekt, weil... Ach, jedenfalls hab ich Angst, dass sie mich gehört haben, und wenn ja, dann haben die wieder Angst, dass es jemand erfährt und dann haben sie wieder Stress und dann trennen sie sich und..."

„Ginny, Kind! Hör auf und hol mal Luft. Sie haben dich nicht gehört, sonst hätten sie sich ja wohl sofort umgedreht. Klar?"

„Meinen sie? Hoffentlich. Ich hab noch nie…ich hab sie noch nie gesehen, wie sie sich küssen. Das war…das war…gar nicht Professor Snape…das war… Neiiin, war das süß! Eigentlich sieht er ja ganz gut aus, wenn er so…wie ein Mug… Ups, wenn er so normal aussieht."

Jean lachte immer noch und amüsierte sich über Ginny.

„Du hast recht, Schätzchen, so sehe ich das auch. Wenn ich das so höre, brauchen wir alle eine Abkühlung, deshalb lade ich euch jetzt auf ein Eis ein."

„Nicht so schnell.", warf Carey ein. „Wollen wir nicht alle wissen, wie es weitergeht?"

„Hm."

„Was?"

„Könnte ja länger dauern und wir sitzen dann immer noch hier."

Ginnys Hustenanfall kam zurück. „Sie meinen doch nicht, dass die beiden jetzt..."

„Ich meine gar nichts, Schätzchen, wirklich gar nichts."

„Komm schon, Jean, es passiert doch hier sonst nichts Aufregendes in der Nachbarschaft."


*Etta James: „I Just Wanna Make Love To You"*


Was den Damen am Fenster Grübeleien bescherte, konnten die beiden unwissenden Objekte der Begierde nicht wissen. Dafür beschäftigten sie sich mit sich selbst.

„Bei allen Geistern, lass uns aufhören."

„Geht nicht.", nuschelte sie in seinen Mund, ließ ihre Hände auf seinen Po wandern und zog ihn noch fester an sich.

Wild küssend fanden sie sich an einen Schrank gelehnt und Hermione ließ nur kurz locker, um seinen Gürtel zu öffnen.

„Bitte...wir können doch nicht hier..."

„Warum? Ich hab eben die Haustür gehört...sie ist weg."

„Das...weißt...du nicht genau."

Sie drückte ihn von sich und schob ihn in Richtung Gästebett. „Doch...komm. Wenn dir wohler ist, versiegle ich die Tür."

Klarer konnte die Ansage kaum sein. Er sah sie an und sie wollte ihn, das konnte er mit einem Blick erkennen. Dahin waren alle Bedenken, zu groß der Verrat, den sein und ihr Körper beging.

Unterwegs dahin fiel seine Hose, Schuhe und Socken folgten in Windeseile und flogen in irgendeine Ecke.

Hermione wartete erst gar nicht, ob er sie lieber selbst ausziehen wollte, sondern tat es ihm gleich und behielt nur ihre Unterwäsche an. Für mehr war auch keine Zeit mehr, denn sie fielen gemeinsam aufs Bett und küssten sich wild.

„Ich kann nicht mehr warten.", mahnte sie ihn mit belegter Stimme und dachte an den vergangenen Montagmorgen, wo sie schon mal so weit waren – das letzte mal so weit waren – und sie gar nicht weitergekommen waren.

Nur um ihr das Höschen auszuziehen, rollte er sich halb von ihr runter, und sofort danach befreite er den...Verräter.

Hermione stöhnte schon, als sie ihn nur an ihrem Oberschenkel fühlte.

„Oh f***!"

„Severuuus... Was...um Himmels Willen... Und wie redest du auf einmal?"

Er stützte sich auf die Hände und stand auf. „Wie oft...hast du mit mir geredet…in den letzten…Jahren?"

„Äh...was ist jetzt los?"

Wütend trat er gegen das Bett und ignorierte den Schmerz in den Zehen – und noch anderswo.

„Auf die letzte Sekunde...", stöhnte er und zog sich, Shorts, Hemd und Hose an.

„Severus!"

„Fällt dir nichts ein?"

Nach längerem Überlegen seufzte Hermione nur ein „Oooh... NEIN!", versuchte mit den Händen die Bettdecke zu zerreißen und stand ebenfalls auf.

„Lass uns nach Hogwarts app..."

„Ich kann jetzt nicht apparieren. Du?"

„Ähm...bin...glaub ich leicht abgelenkt."

„Siehst du. Meine...Konzentration...ist auch nicht gerade da, wo...sie...sein sollte.", stöhnte er. „Außerdem solltest du wenigstens deiner Großmutter Bescheid geben oder dich verabschieden, immerhin verdanken...wir ihr das hier."

„Hmm jaa, aber... Und wenn wir nachher sofort nach Hogwarts..."

„Nicht wieder so ein Stress wie letztens, das hält keiner aus...", stöhnte Severus und versuchte, an irgendetwas Kaltes zu denken.

Hermione stöhnte nicht weniger und ließ sich wieder aufs Bett fallen, was ein großer Fehler war, wie sie feststellen musste. Wenn sie allein gewesen wäre, hätte sie es...

„Wie hast du das bloß ausgehalten? Oder hast du nicht?"

Er wusste genau was sie meinte, zögerte aber ein wenig.

„Da funktionierte der Kopf anders. Meistens."

„Hm."

Er wollte ihr jetzt auf keinen Fall die gleiche Frage stellen, denn das würde ihn wieder zu dem Teil der Beziehung führen, den er bisher mehr oder weniger erfolgreich verdrängt hatte. Die Frage nach...

„Eis!"

„Was?"

„Oma hat bestimmt Eis im Kühlfach. Komm! Schoko, Vanille, Kürbis, Eiswürfel...egal..."

Schnell zog sie sich ebenfalls wieder an, nur die Schuhe blieben oben. Hermione riss den Kühlschrank auf und fand eine Schachtel.

„Dem Himmel sei Dank.", sagte sie gequält und presste die kalte Kunststoffbox an ihren Hals, auf ihre Brust und noch wo hin.

„Du auch?"

„Ich mag diese süßen Sachen nicht wirklich."

„Du liebst doch Clotted Cream und vor allem Lemon Curd..."

„Das ist etwas anderes."

Hermione nahm einen Löffel und machte sich erst gar nicht die Mühe, das Eis in ein Schälchen umzufüllen, das dauerte viel zu lang.

Sie aß ein paar Löffel und stöhnte auf, was allerdings eine ganz andere Wirkung auf Severus hatte.

„Kannst du nicht geräuschlos essen?"

„Hm?", konnte sie nur mit vollem Mund machen, bevor sie den Löffel vorne und hinten genüsslich ableckte.

„Hermione!"

„Entschuldige, hier, jetzt bist du dran."

„Was?"

„Probier doch mal." Sie häufte den Esslöffel voll und hielt ihn vor seinen Mund.

„Aber nur wegen der Kälte..."

Mit verzogener Miene aß er das bisschen Eis und schüttelte mit dem Kopf. „Das reicht an...Geschmack."

„Ich brauche noch was...", verkündete sie und schob sich eine weitere Portion langsam und sinnlich in den Mund. „Hmmm... Das...ist...gut."

‚Macht sie das etwa extra?', überlegte Severus und nahm die Eispackung in die Hand, damit er wenigstens eine Stelle seines Körpers nichts mehr spürte. (A/N: Die Hände natürlich! Was habt ihr denn gedacht? *g*)

Sie machte ein Schritt weiter auf ihn zu. „Willst du doch?"

„Äh, nein." Was meinte sie?

„Ich aber – nur noch einmal!"

Ein weiterer Löffel wurde gehäuft, zur Hälfte abgeleckt und den Rest gab sie ihm, ohne dass er sich wehren konnte. Kaum hatte er es heruntergeschluckt, kam sie ihm noch näher.

„Du hast da was...nicht dass es schmilzt..." Sie fuhr mit ihrer Zunge über seine Lippen und schon waren sie wieder einander verfallen.

Er hob sie hoch und setzte sie auf die Arbeitsplatte, drückte ihre Beine auseinander und knöpfte ihre Bluse wieder auf.

Hermione stöhnte auf. Es war zwar noch nicht gar so lange her, doch gefühlsmäßig kam es ihr – und scheinbar nicht nur ihr – wie Monate vor. Seit der Steinkauz sie so unnachgiebig geweckt hatte, war das Gefühl furchtbar gewesen und sie konnte es kaum noch aushalten.

„Hast du...dich...anders entschieden?"

„Nein...ich kann mich gerade...nicht entscheiden..."

„Doch hinterher schnell nach Hogwarts?"

„Du weißt, wie das ist...", sagte er zwischen zwei Küssen. „Hetzerei, und dann kommt meistens etwas dazwischen. Uns braucht nur jemand aufzuhalten oder sehen, dann müssen wir Umwege gehen und und... Kein Risiko mehr, das war doch letztens aufregend genug...diese Ungewissheit."

„Dann hör bloß auuuf."

„Ja...gleich."

„Severus!"

„Hm..."

„Lass uns...komm wieder mit nach oben...wir können es...anders lösen."

„Hm?"

„Ähm...du mir, ich dir?"

„Ist nicht das Gleiche."

„Du dir, ich mir?"

Sein Blick sagte soviel wie das glaub ich jetzt nicht. „Hermioneee!"

„War ja nur so ein Gedanke – verzweifelter Gedan... Eine Möglichkeit bleibt noch... Wir gehen raus!"

„Wie bitte?", fragte er fassungslos.

„Apotheke."

„So?"

„Nein, wir sollten uns Schuhe anziehen."

Sie lief nach oben, holte die Schuhe und nahm ihn bei der Hand. Unter aufgeregter Beobachtung einiger Damen liefen die beiden aus dem Haus und schlugen die Richtung ein, in der Hermione meinte, eine Apotheke zu kennen.


„Wollen sie einfach weg?"

„Ich denke, dass sie wiedergekommen. Hätten sie weggewollt, wären sie einfach app...ups...einfach...äh...in eine andere Richtung gegangen.", erklärte Ginny und erntete Zustimmung von Mrs. Tenerhale.

„Immer noch kein Eis?", fragte sie und die anderen schüttelten den Kopf. Wenn, wollten sie auch die Show bis zu Ende sehen. Nun hieß es abwarten.


„Dann gibt es endlich Fortschritte in der Muggelmedizin, so wie du es nennst?"

„Wie meinst du das?"

„Ich weiß zwar Bescheid, aber ich muss mich nicht ständig auf den neuesten Stand bringen. Im Groben machen das die Schüler der unteren Jahrgänge."

„Wie meinst du das denn jetzt?"

„Schon gut. Was willst du holen?", fragte er mit einem Unterton, den sie noch nie bei ihm gehört hatte. Scherzte er etwa oder machte er sich über die Muggel lustig? Nein, er doch nicht.

Er blieb kurz stehen und zog sie zu einem Kuss heran. In aller Öffentlichkeit hatte er das höchstens ein oder zweimal bisher gemacht und das Kribbeln in ihrem Bauch kam zurück, mehr als...erwünscht. Ob es ihm genauso ging? Die Schritte wurden schneller.

„Ah, da drüben ist sie schon.", verkündete Hermione und er machte keine Anstalten, weiterzugehen, geschweige denn, die Apotheke zu betreten. „Ach so, entschuldige, du brauchst Geld oder hast du noch ein paar Pfund?"

„Habe ich, warte. Hier, meinst du, das reicht?"

„Hm, denke schon."

„Weißt du nicht?"

„Doch, das müsste reichen."

„Gut, hier, ich übernehme das natürlich."

„Wieso? Du brauchst doch das Geld, wenn du reingehst."

„Ich? Du weißt doch besser, was du brauchst."

„Ich? Wieso ich?"

Du wolltest hierher... Schon vergessen?"

„Nein. Aber ich kaufe das nicht. Das ist...Männersache."

„Männersache?"

„Ich habe doch meine Muggelmedizin abgesetzt auf deinen Wunsch. Weißt du doch."

„Und nun?"

„Äh...du hast doch eben gesagt, du weißt Bescheid?"

„Ja, und ich dachte...nichts."

„Glaub ich auch. Für mich gibt es hier nichts. Nichts ohne ärztliche Anordnung."

Severus' Augen wurden auf einmal größer – als sei der Moment der Erkenntnis gekommen.

„Oh, nein, nein, nein. Niemals. Du glaubst nicht, dass ich so etwas kaufe?"

„Wieso nicht? Ich dachte gerade schon, du kennst das nicht."

Er seufzte. „In jedem, wirklich in jedem Jahrgang gibt es solche Möchtegerns, die es unglaublich toll finden, ihren zauberhaften Freunden ein paar Dinge aus der Muggelwelt vorzuführen. Du glaubst gar nicht, was die damit alles anstellen. Was erzähle ich dir, das hast du ja alles selbst miterlebt."

„Habe ich nicht. Harry hat nie..., Ron kannte das nicht und die anderen..." Sie zuckte nur mit den Schultern.

„Unglaublich...aber jetzt wo ich es mir recht überlege, warst du ja sicher nur in der Bibliothek die ganzen Jahre und hast nicht mitbekommen, was deine Mitschüler für einen Unsinn treiben."

Hätte sie nicht seine zuckenden Mundwinkel gesehen, hätte sie gedacht, er hätte wirklich geglaubt, sie sei die ganzen Jahre nur zwischen Bibliothek und Klassenzimmer gependelt.

„Wir schweifen ab.", gab sie zu bedenken und fuhr sich mit einem Finger über die Lippen, was ihn wieder mehr als eindeutig an das erinnerte, was sie beide die ganze Zeit fühlten. „Was nun?"

„Zu unsicher."

„Ist es nicht, glaub mir doch. Millionen machen das damit."

Um ihn zu ermutigen, verwickelte sie ihn in einen ziemlich...intensiven Kuss. Bevor er am Ende noch anfing, auf offener Straße zu stöhnen, löste er sich von ihr und ging ohne ein weiteres Wort über die Straße.

Mit einem Grinsen auf dem Gesicht schaute sie ihm hinterher und konnte dabei ihren Blick nicht von seiner Kehrseite lassen. Das bereitete ihr direkt einen Stromstoss, der sich einen Weg von ihrer Brust, in die Fingerspitzen, die Beine entlang und am intensivsten in ihre Mitte bahnte. Ob es ihm auch so ging? Er musste sich wirklich unter Kontrolle haben, sonst sähe es anders...

„Wieso kommst du schon zurück? Du warst nicht einmal drin. Dann..."

„Zu."

„Was?"

„Geschlossen, Hermione. Zu. Samstags nur bis mittags."

„Ist jetzt nicht waaahr..."

Ohne ein Wort drehten sie sich um und gingen gemeinsam zurück, wobei Hermione eine andere Abzweigung nahm.

„Daran führt jetzt kein Weg vorbei.", erklärte sie nur und stellte sich hinten an die Schlange an, die sich vor der Eisdiele gebildet hatte – kein Wunder, bei dem schönen Wetter.

Sie bestellte sich einen großen Becher mit Bananen-, Joghurt-, Kiwi- und Schokoeis und Severus staunte nicht schlecht.

„Es ist heiß, nicht nur draußen.", bemerkte sie arglos zwischen zwei Löffeln, die sie genüsslich ableckte und er verschluckte sich an seinem Eiskaffee, den es auch zum Mitnehmen gab. Was er damit viel lieber gemacht hätte... Halt, die Bilder gehörten verboten.

Am Haus angekommen, wussten sie nicht so recht, was sie machen sollten, ohne wieder in Versuchung zu geraten. Also blieben sie draußen, setzten sich auf die Bank vor dem Haus und beschlossen, auf Hermiones Großmutter zu warten.

„Das ist alles so unwirklich.", durchbrach er das Schweigen.

„Wohl wahr, aber schön. Noch schöner wäre es, wenn sie jetzt bald käme, gleich ist schon Abend. Dann könnten wir..."

„Nein, Hermione, das wird ein Problem. Ich habe mich für eine doppelte Aufsichtsschicht eingetragen. Ich muss nach dem Abendessen bis zehn Uhr aufs Gelände und habe ab zehn dann zusätzlich Kontrollgänge im Schloss. Als...ich dich Freitagnacht nicht fand, habe ich das gemacht. Ich wollte einfach etwas zu tun haben und hätte nicht noch eine Nacht...allein sein können, ohne zu wissen, wo du bist. Ablenkung war immer das Beste..."

„Tut mir leid...wirklich. Ich kann es nicht oft genug sagen. Kannst du nicht etwas ändern?"

„Was soll ich McGonagall sagen? Dass ich lieber doch frei hätte für eine heiße Nacht?"

„Äh...und vielleicht etwas weniger...Anschauliches?"

„Was sollte mir schon dazwischenkommen, dass ich keine Aufsicht machen kann?"

„Wäre ja auch zu schön gewesen. Wann können wir uns dann sehen?"

„Morgen Abend."

„Nicht früher?"

„Frage mich nicht warum, aber die Schulleiterin hat für Sonntag eine außerordentliche Prüfungskonferenz einberufen. Sie meint, das wäre der beste Tag, man würde nicht dauernd gestört und es gäbe Zeit im Überfluss. Ich hoffe, nach dem Abendessen frei zu haben, dann kannst du kommen, wenn du möchtest."

„Was für eine Frage."

„Bleibst du hier?"

„Weiß nicht, erst einmal abwarten, bis Oma... Ach, da kommt sie ja."

Mrs. Tenerhale und die andern hatten sie natürlich wiederkommen sehen, und als nichts weiter passierte und sie so verloren auf der Bank saßen, hatte sie beschlossen, rüberzugehen und nachzufragen.

„Wie schön, euch hier gemeinsam zu sehen. Wunderbar. Wollt ihr zum Essen bleiben?"

„Danke, ich muss nach Hogwarts."

„Wirklich? Ach wie schade. Herzlichen Dank, dass sie gekommen sind. Es war mir eine Herzensangelegenheit, im wahrsten Sinne des Wortes." Wie immer sprach sie aus, was sie meinte. „Ist alles in Ordnung zwischen euch? Und keine Ausreden, ich merke das!"

„Jaaah, Oma!"

Severus nickte nur knapp, aber sie sah in seinen Augen, dass es mehr als gut war. Sie zwinkerte ihm zu und glaubte, ein Hauch von einem Lächeln bei ihm gesehen zu haben.

‚Das kriegen wir noch besser hin.', dachte sie überglücklich bei sich.

„Na dann, kommt mal gut in euer Schloss."

„Ich dachte, ich könnte hier..."

„Nein, Hermione. Erstens ist dein Platz dort." Sie nickte zu Severus. „Und zweitens: Wie sollte ich deinen Eltern erklären, dass du hier bist, wenn sie kommen? Außerdem könnten sie dich durch Zufall sehen, oder jemand anderes sieht dich und spricht sie darauf an... Nein, nein... Aber wartet noch kurz, ich hole noch etwas für euch. Und dann macht ihr euch ab!"


Mrs. Tenerhale hätte singen können vor Freude. Sie hatten alles richtig gemacht, die Kommunikation hatte funktioniert und die Liebe hatte gesiegt. Konnte es schöner sein? Für sie im Moment nicht... Halt, doch. Da fehlte noch etwas, aber sie hoffte, die beiden würden wieder darauf hinarbeiten. Nicht umsonst hatte sie ihnen eine Flasche Sekt mitgegeben.

Carey war mit Ginny schon in den Garten gekommen, weil sie die Verabschiedung gesehen hatten.

„So, Mädels, jetzt ein Eis? Ginny, hast du noch Zeit? Kannst du allein zurück in die Schule?"

„Ja, kann ich allein. Zurück ist nie ein Problem. Würde gerne noch mitkommen."

„Wie schön. Dann lasst uns gehen."

Die drei hatten ihren Spaß und Carey wunderte sich ab und zu über Ginnys manchmal recht seltsame Art. Kein Wunder, sie war nicht so oft in der Muggelwelt gewesen, höchstens mal mit Harry. Trotzdem schaffte sie es immer wieder, sich herauszureden, wenn sie mal einen Fehler gemacht hatte.

„Wirst du es ihr sagen?"

„Ich glaube nicht. Noch nicht. Besser gründlich nachfragen und sehen, wie es sich entwickelt."

„Erstattest du mir Bericht, so oder so?"

„Na klar. Hoffentlich nur nicht mehr mit solchem Inhalt."

„Das hoffe ich auch. Die beiden machen einem nur Stress."

„Wenn sie wüssten... Er ist ja relativ pflegeleicht geworden im Gegensatz zu früher. Aber im Hinblick auf die neue Situation ist es wieder schlimm, nur anders... Alles gleicht sich aus."

Nach dem Eisessen ging Carey noch in die Stadt und Mrs. Tenerhale ging mit Ginny nach Hause, damit sie von dort ungesehen apparieren konnte. Sie sprach noch eine herzliche Einladung aus – für einen Mädelsabend und einen mit Harry und Ron gemeinsam – und Ginny nahm sie strahlend und dankbar an. Das würde sicher ein Erlebnis werden!


Der Sonntag ging für Hermione quälend langsam dahin, obwohl sie ein paar Stunden mit ihren Freunden zusammen war. Ginny führte sich total komisch auf und sie wusste nicht, warum. Harry allerdings schien das nicht aufzufallen, also beschloss sie, nicht zu fragen. Außerdem hatte er für seine Freundin einen schönen Nachmittag und Abend zu zweit geplant – vielleicht war sie deshalb so durch den Wind. Das Seltsamste war, dass Ginny nicht wirklich viel gefragt hatte, so war sie sonst nicht. Aber wahrscheinlich hatte sie sich mit der Erklärung zufriedengegeben, dass sie bei ihren Eltern gewesen war. Hermione ahnte ja nichts und Ginnys Inquisition würde noch kommen – so sicher wie das Amen vom Pfarrer.

Für Severus war es noch viel schlimmer – er hasste diese Stunden im Lehrerzimmer, wo soviel unnötiges Zeug beredet wurde anstatt zur Essenz zu gelangen. Hauptsächlich die weiblichen Kollegen waren daran Schuld und er hätte fast eine Szene gemacht, doch dann wären die Diskussionen noch länger weitergegangen. Aber auch der längste Tag ging einmal vorbei und er ließ das Abendessen ausfallen, damit er sich wenigstens noch in Ruhe duschen konnte.

Später klopfte sie – höflich wie immer – an die Tür zu seiner Wohnung und die schwang von selbst auf. Da stand er, in einem einfachen schwarzen Hemd und schwarzer Hose und blickte sie mit seinen undurchdringbaren Augen an. Hermione stellte ihre Tasche auf den Boden und ging langsam auf ihn zu. Kurz vor ihm machte sie Halt, den sie wusste nicht, ob es angebracht war, ihm um den Hals zu fallen. Auch nicht nach diesem gestrigen Tag.

„Miss Granger...", begann er und sie fühlte einen tiefen Stich in ihrem Herzen. Wie weh doch zwei einzelne Worte tun konnten. Dabei hatten sie sich doch gestern – zumindest ansatzweise – ausgesprochen, was für ihn schon ein Meilenstein im zwischenmenschlichen Bereich gewesen war. Doch dann sprach er weiter.

„Geh...und dann stell deine Tasche ab und zieh die Schuhe aus." Sie hatte ihre Sachen wieder mitgebracht, um sie bei ihm einzuräumen.

„Hm?"

„Du hast mich gehört."

Langsam und verunsichert streifte sie ihre Schuhe ab und legte ihr Strickjäckchen über einen Sessel.

Und dann...

Dann hatten sie es nicht einmal mehr bis ins Schlafzimmer geschafft, sondern nur ein paar Schritte weiter ins Wohnzimmer. Er war ihr gefolgt und nun stand sie zwischen ihm und dem schweren Sessel vor dem Kamin. Er riss sie an sich und küsste sie leidenschaftlich, wobei er gleichzeitig ihr Shirt hochschob, ohne den Kuss zu unterbrechen. Dann beugte er sich ein wenig hinunter, um ihre Brüste verwöhnen zu können. Hermione stöhnte nur noch und machte sich an seiner Hose zu schaffen. Jetzt stand nichts mehr im Wege – keine fremde Umgebung, niemand, der sie jeden Moment stören konnte und keine anderen Kleinigkeiten, die sie von ihrer Erlösung abhielt.

Sie schaffte es, den Gürtel und die Knöpfe zu öffnen und machte das gleiche bei sich. In aller Eile entledigten sie sich ihrer Hosen und sie sah, dass ihm diese wahrscheinlich schon viel zu eng gewesen war.

„Hast du schon ohne mich angefangen?", neckte sie ihn.

Er griff an ihre Hüften und drehte sie um, dass sie sich automatisch auf das Rückenteil des Sessel stützte.

„Ich wusste doch, wann du kommst.", erklärte er, während er sanft an ihrem Nacken knabberte und den Beweis fest an ihren Po drückte.

„Du gibst es zu?", lachte sie und stöhnte zugleich, als sie ihn spürte.

„Nein...das geht manchmal schnell...nach einer ganzen Woche..."

„Und du weißt, wann ich komme?", kicherte sie übermütig.

Vorsichtig streckte sie eine Hand nach hinten und schob sie von oben in seine Shorts, weil sie ihm auch ein bisschen Aufmerksamkeit zukommen lassen wollte, doch er keuchte nur auf.

„Du hast das nicht wirklich gerade gefragt, oder? Bei Merlin, nein, Hermione, lass...das...sonst..."

Sie zog sie wieder zurück.

Doch genau das tat er bei ihr. Er nahm seine Finger und streichelte über ihre Brustwarzen, die längst aufgerichtet waren, weiter über den Bauch bis zu ihrer Mitte um sofort festzustellen, dass er nicht mehr zu warten brauchte.

„Ich könnte dich das gleiche fragen, Miss Granger. Schon ohne mich angefangen?", hauchte er ihr hinters Ohr, wovon sie eine Gänsehaut bekam.

„Äh...ich..."

„Möchtest du mir etwas sagen?", provozierte er weiter, während er einen seiner Finger so ganz nebenbei in sie gleiten ließ.

Ein undefinierbarer Laut entfuhr ihrer Kehle.

„Sag es mir. Du schuldest mir eine Antwort."

„Das...geht manchmal schnell...nach einer Woche."

„Wie...bei Frauen auch?", ärgerte er sie, obwohl er es selbst kaum noch aushalten konnte.

„Du glaubst ja gar nicht...wie viel...Eis ich noch gegessen hab... Haben übrigens leckere Sorten...unsere Elfen... Aber es hat...nichts genützt."

„Das merke ich."

Sie nahm seine Hand und zog sie von sich weg. „Wenn du jetzt noch länger wartest, dann..."

Konnte er auch nicht mehr. Mit der flachen Hand beugte er sie noch etwas weiter über den Sessel. Für den Slip war keine Zeit mehr, er schob ihn nur zur Seite und drang mit einem heftigen Stoß in sie ein, um dann direkt wieder in der Bewegung innezuhalten. Sie stöhnte kurz auf und dann genoss sie es, wie er sie ausfüllte. Als er allerdings keine Anstalten machte, seine...Aktivitäten fortzuführen, drehte sie ungläubig und flehend den Kopf zu ihm um.

„Was muss ich tun...damit...du...dich...bewegst...SEV...!"

„Das...wird nicht lange...dauern.", erklärte er gequält.

„Da bist du nicht der einzigste hier im Raum...", presste sie hervor und zwang ihn, mit dem weiterzumachen, womit er eben so vielversprechend begonnen hatte, indem sie anfing, sich ihrerseits vor und zurück zu bewegen, soweit dies möglich war.

Beinahe dankbar stöhnend nahm er ihr Angebot an, packte sie an den Hüften und stieß heftig in sie, dass der Sessel einen Ruck nach vorne machte. Hermiones Lage war damit noch etwas tiefer nach vorne gebeugt und sie genoss es. Das Gefühl in dieser Position war intensiver, als sie sich jemals hätte vorstellen können.

Mit einer Hand umfasste er ihre linke Brust und knetete sie unaufhörlich in dem gleichen Rhythmus, den sein ganzer Körper aufgenommen hatte, und die andere machte sich erneut daran, ihre sensibelste Stelle zu erreichen. So von beiden Seiten verwöhnt zu werden, ließ sie unkontrolliert keuchen und ihre Beine zittern. Plötzlich hielt er wieder inne und atmete heftig aus.

„Severus, bitte...", wimmerte sie, „...nicht schon...wieder...aufhören..."

„Aber dann..."

„Sofort!".

Ihre Wörter kamen erst nur noch abgehackt und das letzte klang wie ein Befehl. Das musste er nicht noch ein zweites mal hören. Er beschleunigte seine Bewegungen und nach ein paar weiteren heftigen Stößen kam er fast gleichzeitig mit ihr.

Erschöpft ließ er sich auf Hermiones Rücken nieder und küsste sie auf ihren Nacken. Während sie noch so verharrten, ging ihr eine Schauer über den Rücken. Wenn das immer die Folgen wären, wenn er sie wieder mit Miss Granger anredete, dann könnte sie sich durchaus damit abfinden.

Er zog sich aus ihr zurück und richtete sorgfältig ihr Höschen, das er nur beiseite geschoben hatte. Anschließend drehte er sie um und hielt sie fest, weil sie immer noch zitterte. Als sie sich beruhigt hatte, küsste er sie auf den Hals, nahm dann erst eine ihrer Brüste, danach die andere, und verpackte sie unendlich behutsam wieder in den BH, den er zuvor im Eifer des Gefechts nur nach oben geschoben hatte.

„Schickst du mich wieder weg?"

„Auf keinen Fall. Ich lasse dich nicht mehr gehen, Hermione.", sagte er auf einmal ganz ernst.

Schnell zog er seine Hose wieder hoch und setzte sich mit ihr auf die Couch.

„Es war schrecklich. Ich wusste nicht, wo du warst und habe mir solche Sorgen gemacht – das kannst du dir sicher...nicht vorstellen."

„Du hast mir gestern alles gesagt und ich habe mich entschuldigt – und tue es noch einmal. Severus, es tut mir leid. Ich...kann es nicht erklären, was da mit mir durchgegangen ist. Die Vorstellung, dass du hier mit einer anderen Frau...es war...grauenvoll."

„So ist es mir ergangen, als ich dich mit deinem Cousin gesehen habe. Dann sind wir wohl jetzt quitt."

„So war das nicht..."

„Ich weiß und habe es nicht so gemeint."

Severus machte eine lange Pause und sie schwieg einfach dazu.

„Lily zu verlieren...", begann er mit belegter und sehr leiser Stimme, „...und das gleich zweimal, war...schwer, und die Vorstellung, das Ganze noch einmal erleben zu müssen, die große Lie... – jemanden zu verlieren, der einem...wichtig geworden ist, ist nicht in Worte zu fassen. Die halbe Nacht habe ich dich gesucht und konnte danach auch kaum ein Auge zutun.

„Mir tut es so leid.", flüsterte sie und legte ihre Hand auf seine.

„Ich hätte nicht anders reagiert, deshalb habe ich mich auch von dir anschreien lassen gestern."

„Du hast nicht anders reagiert...jedenfalls nicht an dem letzten Tag damals."

Erneut schwiegen sie sich an.

„Wollen wir uns etwas versprechen?"

Sie sah, wir er sich kurz anspannte, aber dann ihre Hand drückte.

„Wenn wir uns jemals nicht mehr...wollen...jemand anderen finden...was auch immer – dann lass uns versprechen, dass wir es einander erzählen und nicht, dass der andere es von allein herausfinden muss. Dann...tut es nicht so weh."

Severus sah in ihren Augen nichts als Ehrlichkeit, Traurigkeit und...

Er räusperte sich, damit er sich selbst davon abhielt, das Wort, das ihm im Sinn war, auszudenken.

„Ich verspreche es dir."

„Und ich dir."

„Komm mit."

Als er aufstand, ließ er ihre Hand nicht los, sondern zog sie ins Schlafzimmer. Sie biss sich auf die Zunge, weil sie beinahe gefragt hätte, ob sie das Versprechen jetzt noch in anderer Form als mit einem Kuss besiegeln wollten, aber sie wusste nicht genau, ob er die gleichen Vorstellungen hatte.

Hatte er nicht, denn er öffnete seinen Schrank und im letzten Moment erkannte sie, was er vorhatte.

„Nein!"

„Ich möchte dir das geben, was von Anfang an für dich gedacht war. Eigentlich solltest du es..."

„Nein! Severus, bitte, hör mich an. Gib es mir nicht jetzt, sondern erst dann, wenn du es wirklich wolltest, wenn du es wirklich... Du kannst es auch weggeben, denn ich habe den ganzen Moment zunichte gemacht. Das...habe ich nicht verdient. Nicht mehr."

„Und jetzt hörst du mich an: Ich akzeptiere deine Entscheidung, und wenn ich ehrlich bin, freue ich mich darüber. Als ich dir das Kleid gekauft habe, wollte ich mich bei dir bedanken, weil du dich in den Ferien um mich gekümmert hast, als ich krank war. Und dann...hat es einfach nicht gepasst, weil...ich hoffte, dass das alles noch nicht zu Ende wäre und dass ich es dir...in einem besonderen Moment geben könnte. Mein Fehler war es, dir nicht genau zu sagen, wo du deine Sachen hinhängen kannst. Aber das alles habe ich dir gestern schon erklärt – zweimal, um genau zu sein, weil du ja zuerst nicht zugehört hast."

Hermione war fast den Tränen nah, denn diesmal hatte sie richtig zugehört und nicht dazwischen geschrien. Außer den Worten, die er laut gesagt hatte, hatte sie noch viel mehr gehört, und es fühlte sich so an, als käme es einer Liebeserklärung gleich. Für ihn war das schon viel, viel mehr, als sie sich je erhofft hatte, und solche Dinge aus seinem Mund kamen einem Wunder gleich, das sie miterleben durfte.

Beschämt ging sie zu ihm, schloss die Schranktür wieder zu und umarmte ihn innig.

„Hörst du mir auch zu? Ich werde dir niemals sagen, dass ich jemand anderen gefunden habe oder dich nicht mehr will. Das wird nie passieren. Du bist mehr, als man sich wünschen kann. Vielleicht...hatte ich...ich konnte mir nicht denken, dass..."

Bis dahin hatte er die Luft angehalten. Sein Blick war so unergründlich und doch sagte er alles.

„Lass uns einfach… Warum räumst du nicht jetzt deine Sachen ein? Rechte Tür, und die Schublade weißt du. Einfach…neu anfangen."

„Ok. Hilfst du mir? Was möchtest du? Willst du meine Wäsche sortieren? Du könntest es nach deinem…Geschmack machen…", zwinkerte sie ihm zu, froh darüber, dass alles wieder gut war.

„Ich wühle doch nicht in deiner Wäsche."

„Ausziehen tust du sie mir…aber nicht einräumen? Versteh ich nicht. Mach einfach, dann habe ich ein paar Anhaltspunkte, hm?"

Knurrend machte er sich an die Arbeit und fand bald Gefallen daran. Es gab noch einige Teile, die er bisher noch nicht an ihr gesehen hatte und als sie seine Sortierung begutachtete, nachdem er fertig war, wunderte sie sich schon an manchen Stellen.

„Aha.", meinte sie nur und ließ ihn verunsichert auf dem Bett sitzen.

„Was?"

„Nichts. Hast du Eis?", fragte Hermione unvermittelt grinsend.

„Wieso sollte ich? Du weißt doch, dass ich es nicht gerne mag."

„Nun jaaah...selbst hier im Kerker wird es immer wärmer und..."

„Zur Nacht eher im Gegenteil. Es ist doch nicht warm hier dr..."

„Doch...", entgegnete sie ihm und setzte sich rittlings auf seinen Schoß.

„Hm…wir waren ja eigentlich beim Thema Wäsche. Hast du diesen hier schon einmal gesehen?" Sie zog einfach ihr Shirt wieder aus. Severus schluckte nur und verneinte. Bei ihrem kurzen, schnellen Intermezzo zuvor hatte er sich nicht viel um die Unterwäsche gekümmert.

Jetzt war es allerdings auch nicht viel anders. Wenn sie es schon darauf anlegte, sollte sie auch bekommen, was sie wollte. Schnell war der BH geöffnet und landete auf dem Boden. Mehr als in eindeutiger Absicht bewegte sie sich auf ihm und konnte sich ein anzügliches Lächeln nicht verkneifen, als sie merkte, dass er unter ihr hart wurde. Um ihre Hose und den Slip auszuziehen, stand sie kurz auf und er nutzte die Chance, das gleiche bis auf die Shorts zu tun und sich mit dem Rücken gegen das Kopfende des Bettes zu setzen.

„Du hast etwas vergessen!", meinte sie nur und deutete auf das letzte Stückchen Stoff, das er trug. „Ach, oder soll ich das machen?"

Ohne ihm eine Chance für eine Antwort zu lassen, zog sie einfach am Gummibund, befreite ihn aus der Shorts und ließ sich auf ihm nieder. Beide benötigten nicht mehr Zeit des Abwartens, denn das, was kaum eine Stunde zuvor geschehen war, war noch längst nicht alles gewesen, was sie brauchten. Abwechselnd klammerte sie sich an ihn, krallte sich in seinen Haaren fest, küsste ihn stürmisch oder hielt sich an dem hohen Kopfende des Bettes fest, das wie dafür gemacht zu sein schien. Er bemühte sich, nicht vor ihr zu kommen, denn diesen Überfall ihrerseits genoss er sichtlich und in vollen Zügen. Als sich ihre Fingernägel in seinen Nacken gruben und sie laut aufstöhnte, konnte er sich endlich gehen lassen, umfasste fest ihre Hüften, um sie noch tiefer auf sich zu drücken. Nicht weniger laut als sie kam er endlich und legte schwer atmend seinen Kopf an das schwere, dunkle Holz.

Hermione nahm eine Phiole aus dem Nachttischschränkchen und danach legten sich einfach beide hin, ohne noch einmal aufzustehen oder etwas für den kommenden Wochenanfang vorzubereiten. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust, während er ein Buch las, und nahm sich selbst auch etwas zu lesen. Zu später Stunde löschte er die Kerzen und sie kuschelten sich aneinander, froh darüber, dass sie sich wiederhatten. Sie hatten geredet und sich vertragen und gemerkt, dass sie ohne einander nicht sein wollten. Die Entschuldigungen waren ausgesprochen und angenommen, und beide fühlten sich ganz in des Anderen Nähe. Allerdings entwickelte die Nähe in der Dunkelheit der Nacht ein Eigenleben und es kam, was kommen musste. Als sie sich zum drittenmal an diesem langen Tag liebten, war es ruhig, still, mit sehr viel Sanftheit und Innigkeit.

Am Montagmorgen waren sie beide müde, aber unglaublich entspannt, sowohl körperlich als auch seelisch. Severus schleppte sich zum Unterricht und gähnte verstohlen. Drei Nächte mit nur wenig oder gar keinem richtigen Schlaf machten sich bemerkbar, jedoch war ihm das alles egal. Schon früher hatte er solche Zeiten überstanden und diese hier war eine der wenigen, die er nicht missen wollte. Die Seele hatte wieder Ruhe und das war die Hauptsache.

Für den Montagabend hatten sie sich wieder verabredet, denn sie wollten nicht noch einmal so lange aufeinander warten müssen wie in der vergangenen Woche. Und es sollten Stunden werden, die sie, genau wie die letzten, nicht so schnell vergessen würden.

tbc


A/N:

So, ihr Lieben…braucht ihr mehr Eis oder ist euch nicht zu warm? ;o)

Ich denke, wir sollten uns alle unsere Schälchen und Löffelchen für nächste Woche aufbewahren... *g* OK? ;o)