A/N:
Ihr Lieben!
Heute geht es heisskalt weiter, das verspreche ich euch – obwohl ich nicht weiß, ob ihr nicht lieber habt, wenn sie sich zoffen ;o)
Wie auch immer: Heute reiche ich lieber ein Tablett voller Sektgläser anstatt Eis.
Gwen: Ich kann dir leider nicht persönlich antworten, da die Funktion deaktiviert ist. Danke für dein Review, freue mich sehr darüber und dass es dir gefällt.
VLG KeyMagic
Kapitel 40
Hermione gähnte herzhaft, als sie sich am Dienstagmorgen mit Verspätung an den Frühstückstisch setzte. Ron und Seamus schauten sie ganz verdutzt an, denn sonst war sie eine der ersten, die in die Große Halle kam und warten musste. Meistens hatte sie dann schon ein Buch vor der Nase. Nicht so die letzten Wochen und vor allem nicht heute.
„Was ist?", fragte sie verständnislos.
„So spät heute? Wo warst du?", fragte Ron.
„Spät?" Hermione schaute auf die Uhr und bekam einen Schreck. „Oh!...Ähm, hab mal wieder die Zeit vergessen in...der Bibliothek."
Ihr Gegenüber seufzte, schließlich hatte er eine dumme Frage gestellt. Wo sonst hätte sie die Zeit vergessen? Nicht selten war es vorgekommen, dass sie über einem dicken Buch eingedöst war.
„Wo sind Ginny und Harry? Haben sie heute keinen Hunger?"
„Doch", erwiderte Ron. „Sie haben noch kurz etwas mit einem aus dem Quidditch-Team zu besprechen, du hättest ihnen eigentlich begegnen müssen. Hast du sie nicht gesehen?"
„Oh..."
Schon kamen Harry und Ginny angelaufen und ließen sich auf ihren Stammplätzen neben ihren Freunden nieder.
„Hi Mine...na? So früh am Morgen schon auf der Jagd nach Kellerasseln? Das nenn' ich Einsatz.", fragte er gutgelaunt. Die Witze hielten sich auch nach Ende des Krieges und Aufklärung aller Geheimnisse noch äußerst hartnäckig, vor allem im Bezug auf den Kerkerbewohner. Nicht allzu ernst gemeinst, aber dennoch immer noch lustig, wie sie mittlerweile wieder fanden – zumindest die Mehrheit der Schüler.
„Was?", fragte sie irritiert.
„Na, ich war doch grad auf dem Weg hierher und du bist kurz vor mir aus Richtung Kerker gekommen. Ginny hat ein bisschen getrödelt, sonst hätte sie dich auch gesehen."
Eiskalt erwischt.
„Oh das meinst du...", gab sie zurück und versuchte krampfhaft nach einer Ausrede. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass die drei nicht gemeinsam zum Frühstück gegangen waren.
„Ich dachte die Zeit reicht nicht mehr und da ich Angst hatte, zu spät zu Zaubertränke zu kommen..."
„Gerade wusstest du nicht, wie spät es schon ist..."
„Ach tut mir leid, ich bin ein wenig durch den Wind...die Prüfungen...ihr wisst ja."
„Ja, aber nicht diese Woche und nicht die nächsten, Mine."
Die Jungs ließen sich vielleicht damit abspeisen, aber Ginny grinste hinter vorgehaltener Hand. Hermione hatte ihren Kopf auf den Tisch gelegt und war kurz vor dem Einschlafen.
„Hey...willst du nicht wenigstens ein bisschen Müsli essen, sonst wirst du gar nicht wach. Viel Zeit hast du nicht mehr. Außerdem hast du doch sicher viel...äh...Energie verloren, was?"
Ginny hielt ihr ein Schälchen mit Haferflocken, Obst und Milch hin.
„Doooch, ich mach ja schon."
Schnell schlang Hermione ein paar Löffel hinunter, denn sie mussten sich nun wirklich beeilen, in den Kerker zu kommen.
Auf dem Weg dorthin fühlte sie unablässig Ginnys Augen auf sich ruhen, die immer noch nicht nach dem Wochenende gefragt hatte. Sehr seltsam.
„Der Arme, er hatte ja nicht einmal Frühstück. Oder eine andere Art Frühstück?", grinste sie auf einmal.
„Ginny!"
„Ach komm schon, äh, du warst jetzt zwei Nächte bei ihm."
„Er musste eben noch etwas für Poppy vorbereiten. Die hat uns heute früh schon...äh, sie hat bei ihm geklopft."
„Uuuh...nicht dass sie euch bei was gestört hat..."
„Ich glaub das nicht", flüsterte Hermione, „Du meinst doch nicht ernsthaft, dass wir dauernd..."
„So durcheinander wie du jetzt gerade bist und so...gereizt..."
„Bin ich nicht!", fauchte sie zurück.
Ginny machte nur eine Handbewegung, die soviel sagte wie was hab ich gesagt.
„Entschuldige." Nun konnte Hermione selbst ihr Grinsen nicht mehr verstecken.
„Man, so ein Leben möchte ich auch mal haben. Ich glaub, wir müssen uns doch mal mehr austauschen, man hält es ja nicht aus...Harry könnte noch was lern..."
„Was kann ich?", fragte er, der es gehört hatte und immer noch verboten gut gelaunt war.
„Du? Äh...naja...merk dir den Sonntag…das war schön."
Harry hatte mit Ginny einen wirklich schönen Sonntagabend verbracht – schön, aber nicht annähernd so aufregend wie Hermione, vermutete sie.
Er legte einen Arm um die Schultern seiner Freundin. „Das...merke ich mir auf jeden Fall."
Das Labor war schon auf und sie setzten sich wie gewöhnlich zügig und still hin. Allerdings war von Snape keine Spur zu sehen und so konnten sie sich noch ein wenig mit sich selbst beschäftigen.
Hermione kam ins Grübeln, während sie ihre Bücher und ein neues Pergament auf den Tisch legte.
Keine Viertelstunde zuvor hatte sie sich beeilen müssen, aus dem Kerker zu kommen, denn sie hatte noch ausgiebig geduscht, um sich von ihren Gefühlen abzulenken und wohl die Zeit ein wenig vergessen. Hatte nur nicht viel genützt, denn sie konnte ihn beinahe noch in sich spüren und ihr wurde ganz heiß bei dem Gedanken.
Er war erst gar nicht zum Frühstück gegangen, nur dass es bei ihm weniger auffiel, da er nicht selten einer Mahlzeit fernblieb und weil er wohl mit dem Trank für Poppy noch nicht fertig war. Bei Merlin, sie musste besser aufpassen. So eine Situation dürfte sich nicht wiederholen. Den Jungs mochte das nicht auffallen, aber ein paar Mädchen hatten oft mehr Intuition als verantwortbar.
Langsam wurden sie nervös und saßen unruhig auf ihren hohen Hockern im Labor, denn sie warteten mittlerweile schon drei Minuten auf den Professor. Andere hätten sie ausgelacht, aber drei Minuten Verspätung war schon merkwürdig – und äußerst beunruhigend – außer für Hermione natürlich. Auf der anderen Seite waren 180 Sekunden weniger Snape 180 wahrhaft göttliche Sekunden, auch wenn danach eine Doppelstunde Zaubertränke folgen würde. Sie wollten es schon wagen aufzustehen, als sie plötzlich die Tür knallen hörten.
Zu früh gefreut.
Gleich sollten sie sich noch mehr wundern. Mit der Hälfte seiner üblichen Geschwindigkeit ging er zum Pult und ließ sich auf den Hocker am Pult fallen. Ron schaute zu Harry und der schüttelte nur fragend den Kopf.
„Was gibt es da zu gucken, Mr. Weasley?", meckerte Snape.
„Nichts, Sir."
„Sie arbeiten heute wieder zu zweit. Buch Seite 160. Die Zutaten finden sie im Vorratsraum und ich rate ihnen, ihn so zu verlassen, wie sie ihn jetzt vorfinden. Fragen sind nicht erlaubt. Selbstständiges Arbeiten ist eine Vorraussetzung für die Abschlussprüfungen – für alle, die es immer noch nicht kapiert haben. Ich beobachte sie. Anfangen!"
Das war eine Ansage – kurz, präzise, abgehackt, müde, Snape. Müde? Nein, doch nicht in einem Satz mit Snape!
Möglichst leise und schnell machten sich alle an die Arbeit. Sie wollten auf keinen Fall auffallen so kurz vor dem Ende.
*Destiny's Child: „Lose My Breath"*
Hermione fing automatisch an, den Kessel vorzubereiten, während Ron die Zutaten holte. Sie kannte die Abläufe nur zu gut und deshalb konnte sie es nicht verhindern, mit ihren Gedanken ein wenig abzuschweifen.
Traumhaft waren die letzten beiden Nächte gewesen. Severus hatte am Montagabend wieder die Arbeit Arbeit sein lassen und sich mehr der...Beziehungspflege oder eher dem Beziehungsaufbau gewidmet – sie nicht minder. Zwar erst spät, aber immerhin. Das hatte ihnen beiden einen entspannten Abend gemacht – nun, abgesehen von ein paar anderen Tatsachen.
Entspannt war gar kein Ausdruck. Das zweite Treffen nach ihrer Versöhnung... Sonntagabend war schon gut gewesen, aber gestern...
Als würde sie alles noch einmal durchleben, fühlte sie sich zurückversetzt in den gestrigen Montagabend:
Flashback Anfang
Normalerweise hätte er Spätaufsicht gehabt. Da er aber bereits am Samstag für eine Doppelschicht eingetragen gewesen war, hatte er frei. Trotzdem musste er noch einiges nachholen und war erst gegen neun Uhr abends fertig, was ihr Zeit verschafft hatte, ebenfalls zu arbeiten, Hausaufgaben zu machen und zu lernen.
Neben der ganzen Arbeit hatte sie nicht vergessen, die Flasche Sekt mitzunehmen, die ihre Oma ihr quasi als Wir-haben-es-geschafft-Geschenk mitgegeben hatte – vermutlich eher, um sich selbst zu belohnen, als ihre Sorgenkinder, wie sie sie genannt hatte. Eine noch seltsamere Stimme hatte Großmutter gehabt, als sie sagte, sie wolle mal sehen, ob sie nicht ein bisschen nachhelfen könne, schließlich liefe ihr ja die Zeit davon. Hermione hatte sie daraufhin nur komisch angesehen und überhaupt nicht gewusst, was ihre Oma da faselte. Egal.
Sie hielt ihm die Flasche unter die Nase, als sie zu ihm ging. „Magst du?"
„Lass mal sehen... In der Woche?", zog er sie auf und nahm ihr die Flasche ab, um sie kühl zu stellen.
„Vielleicht nur ein Schluck, ist doch von Großmutter, hast du doch mitbekommen. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass sie dir einen Zettel geschickt hat..."
„So ist sie, immerhin habe ich sie ja jetzt ein paar mal...kennen gelernt."
„Hm... Hast du alles geschafft?"
„Ja, ich bin nur müde. Freitag die Suche nach dir, Samstagnacht Aufsicht und...unsere gestern...ich scheine nicht mehr viel gewohnt zu sein."
„Tut mir leid", sagte sie kleinlaut und ehrlich traurig. „Wer kommt schon mit zwei, drei oder vier Stunden Schlaf aus? Du musst nicht mehr funktionieren."
„Alles in Ordnung. Und...die Nacht gestern möchte ich nicht eintauschen.", versicherte er ihr ganz nah an ihrem Ohr. „Willst du die Flasche aufmachen oder lieber nicht wegen Unterricht morgen?"
„Mach sie auf, passt doch eh nicht viel in so ein Glas und...ich habe die ersten beiden Stunden bei dir!"
„Das ist keine Entschuldigung, Miss Granger!"
„Schön kühl.", verkündete sie mit dem Sektglas in der Hand, das er ihr ein wenig später gereicht hatte und erntete eine hochgezogene Augenbraue.
„Hier unten ist es nun wirklich nicht so warm wie oben in deinem Turm."
„Kann ja noch werden.", überlegte sie und meinte das Wetter. Severus hatte es nur anders verstanden und musste sich abwenden, damit sie sein Grinsen nicht sah – sie hatte gerade ihren ich-denke-nach-Blick drauf und er konnte es sich in dem Zusammenhang nun so gar nicht vorstellen.
„Wir werden sehen.", sagte er vorsichtig, setzte sich neben sie auf die Couch, legte die Füße auf den Tisch und den Kopf nach hinten.
Er fühlte sich wieder wohl, er...fühlte. Dass es in dieser kurzen Zeit schon solch einen Unterschied machen konnte, ob sie da war oder nicht. Wenn sie da war, konnte er offenbar besser schlafen – nun ja, bis auf die Ausnahmen bei anderen Beschäftigungen – und fühlte sich.. es fühlte sich nach Leben an. Niemals hätte er sich das vorstellen können und nicht nur einmal zuvor hatte er sich gewünscht, er wäre an jenem Tag wirklich gestorben.
„Hast du Saft da?"
Ruckartig war er wieder in dieser Welt und ihr dankbar dafür.
„Nein, aber ich könnte etwas aus der Küche ordern, wenn du magst."
„Orangensaft, wenn es dir nichts ausmacht...und...Eis dazu. Währenddessen zieh ich mich um."
Relativ selten brauchte er etwas Zusätzliches von den Elfen, und wenn doch, schickten sie es direkt in seine Küche, ohne dass einer von ihnen kommen musste – so ähnlich wie das Essen in der Großen Halle immer auf den Tischen erschien. Das hatte er vor Jahren so eingeführt und beide Seiten waren recht froh über diese Art von Übereinkunft.
„Soll ich es mitbringen?"
„Nein, ich mach schon, danke."
In einem weißen Top mit dünnen Spaghettiträgern, das ihr bis kurz unter den Bauchnabel ging, und in blassrosa Hotpants kam sie zurück, ging in die Küche und er ging wieder zurück ins Wohnzimmer – nicht ohne sich nach ihr umzudrehen, weil ihn ihr Outfit total aus der Fassung gebracht hatte.
„Oh!", rief sie nur und er wunderte sich. „Das sind ja Eiswürfel!"
„Du wolltest Eis!"
„Ja...aber nicht solches. Vanilleeis oder so."
„Hast du nicht gesagt."
Für sie war es so selbstverständlich gewesen, dass sie es gar nicht erklärt hatte. Ihre Eltern und sie hatten sich immer Orangensaft mit Vanilleeis an Sommerabenden gemacht, solange sie denken konnte.
„Das kann ich nicht gebrauchen, Sekt mit Eis zusätzlich schmeckt nicht, das verwässert ihn nur. Kannst du sie gebrauchen?"
„Nein!", rief er, um gleich „Oder doch..." zu ergänzen, weil er gerade auf ihre Rückseite geschaut hatte, auf der in dunkelblauen, großen Buchstaben auch noch das Wort HOT draufstand.
„Ist das deine neue Schuluniform?", fragte er mit leichtem Zittern in der Stimme, aber nicht ohne die hochgezogene Augenbraue zu vergessen.
„Nein, mein Schlafanzug...ist doch fast Sommer."
„Schlafanzug? Das Baby hatte mehr an als du!"
„Oh, stört dich das?"
„Nicht...direkt. Aber..."
Er stand auf, nahm die Sektgläser und die Flasche und brachte sie ins Schlafzimmer. Dann holte er den Kelch mit den Eiswürfeln, nahm Hermione bei der Hand und zog sie hinter sich her.
„Mitkommen, hinlegen."
„Aber...nicht in den Sekt, der schmeckt..."
„Weiß ich!"
„Ok."
„Torus aquae artae."
„Willst du das Schlafzimmer fluten?", fragte Hermione mit großen Augen und überlegte, ob sie den Spruch richtig verstanden hatte, während sie sich automatisch hinlegte, ohne darüber nachzudenken.
„Sonst bist du schlauer.", warf er ihr vor, kniete sich über sie und schob ihr Top ein wenig nach oben.
Mit ein paar Küssen auf den Bauch lenkte er sie ab, bevor er einen Eiswürfel aus dem Kelch auf dem Nachttisch angelte.
„Ich will doch nicht, dass die Decken nass werden, wenn das hier schmilzt, weil dir so…heiß ist."
Während er sprach, platzierte er den Eiswürfel auf ihren Bauchnabel und Hermione schrie auf.
„Bist du wahnsinnig?"
„Nein, nur hilfsbereit."
Severus ließ sich nicht beirren, schob ihr hauchdünnes Top noch weiter nach oben und nahm einen weiteren Eiswürfel, um damit über ihre Brüste zu gleiten.
Hermione biss die Zähne zusammen und haute ihn auf seinen Arm.
„Werden wir etwa handgreiflich? Das wirst du mir überlassen!", warnte er sie in seiner so typischen Professor-Snape-Stimme.
Die Kälte zeigte bald die gewünschte Wirkung. Severus beugte sich über sie und begann, ihre Brüste abwechselnd zu verwöhnen, indem er Küsse verteilte, sie mit seiner Zunge umkreiste oder sanft daran saugte. Er hielt ihre Arme fest, damit sie sich nicht wehren konnte und sie konnte nichts anderes als mit Seufzern ihren Gefühlen Luft zu machen.
Dann begann das Spielchen erneut. Er kreiste mit neuen Eiswürfeln solange über ihren Oberkörper, bis sie geschmolzen waren. Danach zog er ihr Top wieder runter und knetete ihre Brüste durch den Stoff hindurch, was ihm ganz neue, faszinierende Anreize verschaffte, denn der Stoff war mittlerweile relativ durchnässt.
„Stimmt es also.", bemerkte sie und er hielt inne, um zu ergründen, was sie meinte. „Der Anblick." Sie deutete auf ihr Top.
„Wie bitte?"
Sie erklärte ihm, dass es auf Muggel-Sommerpartys solche blöden Wettbewerbe gab, an denen die Frauchen auch noch freiwillig teilnahmen. Daraufhin stiegen seine Augenbrauen in ungeahnte Höhen und er schüttelte ob solcher Absonderlichkeiten den Kopf, konnte aber nicht verleugnen, dass er den Anblick mehr als nur ansprechend fand.
Längst spürte er sein eigenes Verlangen, doch dem wollte er noch nicht nachgeben. Stattdessen zog er ihr das winzige Stück Stoff aus, das sie Hose nannte und langte erneut in den Kelch.
„Nein, das wagst du nicht!", protestierte sie und wurde eines Besseren belehrt. Unendlich langsam ließ er den Eiswürfel über ihren Bauch gleiten bis hinunter, wo ihre empfindungsstärkste Stelle war. Hermiones Atem ging mittlerweile abgehackt und immer wieder versuchte sie, seine Hände zu erreichen, schaffte es aber nicht.
„Du wolltest es doch!"
„Wollte ich nicht."
„Du sagtest es sei warm hier. Und nun ist dir kalt, wie ich sehe?", fragte er scheinheilig, als er auf ihre Brüste schaute und die Gänsehaut am ganzen Körper entdeckte. Daraufhin bekam er keine Antwort.
„Nun, dann muss ich wohl sehen, dass dir...wieder etwas wärmer wird.", versprach er mit seiner dunklen, leisen Stimme, rutschte etwas tiefer und küsste sich entlang der feuchten Spur, die das Eis hinterlassen hatte.
Ihr Duft, zusammen mit der Kälte und Hitze und ihren leisen Tönen, die sie von sich gab, brachten ihn fast um den Verstand. Das hier war neu mit ihr und der Anblick, den sie ihm unwissentlich bot, gab ihm den Rest. Ganz sanft schob er ihre Beine auseinander, gab ihr etwas Halt an den Innenseiten ihrer Oberschenkel und küsste sich weiter bis in ihr Zentrum.
„Nein...bitte..."
Forschend sah er sie an. „Wenn du das wirklich nicht willst..."
„Doch...nein...ja..."
Noch immer hatte sie sich nicht daran gewöhnt, dass er ihr so...nah war. Sie schliefen miteinander, ja, aber das...war etwas anderes. Ein oder zweimal hatte er damit angefangen, aber sie hatte sich immer auf irgendeine Art und Weise herausreden können – oder heraushandeln können. Nur jetzt war es...anders im Moment. In Bruchteilen von Sekunden überlegte sie hin und her und hatte Argumente für und wieder und darüber verlor sich das Gefühl, das sich bis gerade aufgebaut hatte. Gehört hatte sie einiges darüber, aber für sie war es so eine seltsame Vorstellung, dass das einem Mann gefallen könnte – sie wusste einfach nicht wie. Andererseits schienen viele es zu wollen und er wollte es auch und...
„Lass dich fallen, Hermione..."
„Ja...aber..."
„Schhhht", machte er und fuhr mit einem Finger über ihre Lippen, bevor er sich wieder weiter nach unten wand.
Er wollte...musste sie einfach so haben, auf diese Art...besitzen. Sie gehörte ihm, voll und ganz – vollkommen – wenigstens für diesen Augenblick. Dort angekommen, wo er hinwollte, streifte er ungeheuer behutsam mit seinen Fingern über ihre Mitte, bevor er das gleiche mit seinem Mund tat. Endlich...endlich ließ sie sich fallen und spürte seine sanften, weichen Lippen an Stellen, denen sie sich bisher gar nicht bewusst war. Es war so anders, so ungewohnt und so...gut.
Ein Zucken ging durch ihren Körper und mit einer Hand krallte sie sich fest in seine Haare als sie kam, und er konnte hören, dass sie versuchte, nicht laut dabei zu sein. Sie hatte es genossen und war explodiert und jetzt hielt sie sich vor Scham den Arm über ihre Augen, wie zwischendurch schon.
Er ließ ihr keine Zeit mehr für weitere Grübeleien, sondern kniete sich hin, zog sie weiter zu sich und auf sich. Severus musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht selbst laut zu werden, als er endlich sein schon so lange vor Verlangen pochendes Glied in sie schob. Ein Stöhnen ließ sich allerdings nicht vermeiden, als er ihre Enge und die Wellen ihres Orgasmus spürte. Genau das hatte er sich erhofft und ihre eigene Erlösung brachte ihn in ungeahnte Höhen, ohne sich selbst zu bewegen. Und das Wissen, dass er die Ursache ihrer Lust war, war der Himmel.
Nach einer Weile begann sie, ihm ihren eigenen Rhythmus aufzuzeigen, denn wie sie ihm jetzt und schon zuvor versichert hatte, war einmal nicht genug, sondern erst das zweite- oder drittemal brachte Frauen um den Verstand. Gemeinsam verloren sie jegliches Empfinden für das, was um sie herum war und gemeinsam wurden sie wieder eins.
Beide brauchten eine Weile, um wieder in diese Welt zurückzufinden und Severus legte sich müde aber unglaublich zufrieden zum Schlafen. Hermione hatte nur noch ihr feuchtes Top ausgezogen und es zum Trocknen an den Kamin gehängt, weil sie so nicht einschlafen konnte. Wieder einmal klaute sie von ihm ein Shirt und fühlte sich darin viel wohler als in ihren eigenen Sachen. Kaum lag sie wieder bei ihm, hörte sie seine gleichmäßigen Atemzüge und küsste ihn auf die Stirn.
„Ich liebe dich.", flüsterte sie.
Mitten in der Nacht klopfte es an seiner Tür, und zwar ziemlich laut. Severus schreckte hoch, sprang auf und fluchte vor sich hin – er hasste solche Störungen und wurde dadurch immer an die Vergangenheit erinnert.
In aller Eile hatte er vergessen, sich den schwarzen Umhang zu nehmen, ohne den er sonst nie die Tür öffnete.
„Severus, du musst..." Minerva McGonagall verschlug es die Sprache und schaute an ihm herunter, während sie selbst den Stoffgürtel ihres Morgenmantels fester zog. Krampfhaft überlegte sie, ob sie ihn je in Boxershorts gesehen hatte und musste passen, da sie sich zur Ordnung rief.
„Mr. Desense, einer deiner Slytherins, ist verschwunden. Seine Freunde sagen, er hätte in den Verbotenen Wald gewollt, um Dracheningwer zu sammeln. Hagrid ist schon mit Fang unterwegs, Filius ist auch auf dem Weg, weil er Aufsicht hat und wir gehen gleich nach. Kommst du?"
„Dracheningwer? Das gibt einen netten Punktabzug.", polterte er und Minerva zog gekonnt die Augenbrauen hoch.
„Ja, von meinem Haus, du hast richtig gehört. Dracheningwer sammelt man..."
„Das brauchst du mir nicht zu sagen, Severus."
„Zehn Sekunden, Chefin.", knurrte er zurück.
„Die brauchst du wohl.", antwortete sie und erntete einen giftigen Blick.
Sie spähte durch die offene Tür in sein Wohnzimmer. Hin und wieder war sie dort gewesen, um mit ihm zu reden und vor allem während der Zeit, als er sich von Nagini erholen musste. Seine Bilder hatten sie immer fasziniert und deshalb fiel ihr Blick immer wieder darauf, wenn sie Gelegenheit hatte. Gerade in dem Moment, als sie einen Schritt weiter nach vorne machte und etwas erblickte, was sie stutzig machte, erschien er leise wie ein Schatten vor ihr und drängte sie auf den Flur.
Wenn es nicht so abwegig wäre, hätte sie schwören können, ein helles Damentop am Kamin hängen gesehen zu haben. Vehement schüttelte sie mit dem Kopf und schob es auf die nächtliche Stunde, aus der sie alle so abrupt herausgerissen worden waren.
Als er mit seiner wallenden Robe neben ihr herlief, hatte sie es längst verdrängt.
Als er nach fast eindreiviertel Stunden wiederkam, war Hermione noch wach.
Sie hatte einfach nicht mehr einschlafen können ohne ihn neben sich zu haben. In ihrem eigenen Zimmer war das etwas anderes, aber hier fühlte sie sich mehr als allein ohne ihn. Ihr fehlte sein ruhiges Atmen, sein Duft, seine Bewegungen und...seine Wärme. Außerdem hatte sie Angst um ihn, obwohl es ihr absurd vorkam. Hätte sie ihn in einer anderen Zeit kennen gelernt, wäre sie älter gewesen und wohl vor Sorge umgekommen in den vergangenen Jahren. Dem Himmel sei Dank, dass diese grausame Zeit vorbei war.
Er kam nicht ins Schlafzimmer, deshalb stand sie auf und ging zu ihm ins Wohnzimmer, wo er sich auf die Couch gesetzt hatte.
„Alles in Ordnung?"
„Ja.", bestätigte er kurz angebunden und nahm sich einen kleinen Schluck Feuerwhisky.
„Das sieht nicht so aus."
„Geh schlafen. Lass dich nicht stören."
„Was sagst du da?"
„Es ist nicht mehr viel Zeit, nutze sie."
„Severus, was ist los? Habt ihr ihn nicht gefunden?"
„Doch, wir haben ihn. Er war tief im Wald drin aber immerhin dort, wo ich vermutet hatte – und Flitwicks Ortungszauber hat funktioniert im Gegensatz zu..."
Abrupt hörte er auf zu sprechen und trank aus seinem Glas.
Hermione schaute ihn traurig an und strich ihm über seine Haare. Wenn sie richtig wach gewesen wäre, hätte sie vielleicht besser entscheiden können, ob es richtig war, was sie da gerade machte und wie er darauf reagierte. So glaubte sie nur, sie hätte sich eingebildet, dass er ihrer Hand mit seinem Kopf ein wenig entgegengekommen war und ihm ihre Berührung gut getan hatte.
„Ich brauche einen Moment für mich."
„Wie du möchtest. Soll ich gehen…in…"
„Nein, bleib…bitte." Beinahe flehentlich klang seine Stimme, bevor er wieder seinen Kopf hängen ließ.
„In Ordnung."
So hatte sie ihn selten gesehen, und noch nie so richtig bewusst. Diese Ungewissheit war schrecklich, schon nach ein paar Minuten. Wenn sie den Jungen doch gefunden hatten, was war dann geschehen, dass er in so einer Verfassung war? Dass es Sorge um seinen Schüler war, schloss sie aus. Oder hatte jemand etwas über ihre Beziehung herausgefunden? Nur dann hätte er sie sicherlich gewarnt. Was dann?
Ihr Blick fiel auf den Flügel und schien ihr zu sagen, was sie tun sollte. Zaghaft und leise spielte sie eine kurze Melodie, die ihr selbst viel zu sehr zu Herzen ging. Also stand sie wieder auf und ging ins Schlafzimmer. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich wieder hinzulegen und abzuwarten.
Seit einer halben Stunde wälzte sie sich schon hin und her und entflammte letztendlich wieder die Kerzen über ihrem Nachtschränkchen. Sie nahm ein Buch vom Boden und wiederholte ein weiteres Kapitel aus dem UTZ-Kurs für Zauberkunst. Aus dem Wohnzimmer hörte sie nichts. Bald merkte sie, dass sie sich gar nicht konzentrieren konnte und legte das Buch wieder beiseite. Wie gerne wäre sie zu ihm gegangen, aber sie respektierte seinen Wunsch und wollte sich nicht aufdrängen – immerhin kannte sie seine Art.
Nach einer weiteren halben Stunde wollte sie schon aufstehen, als er ins Zimmer kam, sich auszog und ins Bett legte.
„Du schläfst gar nicht."
„Konnte ich nicht."
„Versuch es jetzt, es sind nur noch knapp drei Stunden."
„Du auch. Du musst unbedingt schlafen. Schon die vierte Nacht mit viel zu wenig Ruhe."
Die ganze nächste Zeit hörte sie, dass er wach war und versuchte, sich möglichst leise immer wieder auf die andere Seite zu drehen.
Bald tat er ihr so leid, weshalb sie näher an ihn rückte, seine Hand nahm und seinen Arm um ihre Taille legte.
„Willst du es mir erzählen?"
„Lass gut sein, es ist nichts…nichts Wichtiges. Schlaf."
„Wegen nichts Wichtigem kannst du nicht schlafen?"
„Hermione…"
Drängen nützte hier gar nichts, fühlte sie, deshalb ließ sie ihm Zeit. Allerdings drückte er ihre Hand – fast zu fest – und deshalb hoffte sie, dass er früher oder später reden würde.
Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er plötzlich begann.
„Mein…Patronus.", flüsterte er in die Dunkelheit, als fiele es ihm unendlich schwer.
„Was ist mit ihm?"
„Ich…es…sie ist weg."
„Weg? Wie… Hast du nicht…genug Kraft, oder bist du unglücklich? Habe ich dich unglü…"
„Nein…nein… Er…hat nur keine Gestalt mehr. Nur silberne Stränge, keine Form, keine Ricke...nichts." ***
„Wie kann das sein? Zum ersten mal?"
„Nein, das ist es ja. In den beiden Nächten, als ich dich gesucht habe, war es schon so. Vorher noch nie. Ich kann es nicht erklären."
„In den Büchern steht, dass es hin und wieder vorkommen kann – wenn auch bei wenigen Menschen – dass der Patronus sich aufgrund einer seelischen oder anderen intensiven und aufreibenden Erfahrung ändern kann."
„Das weiß ich. Hermione, ich war Todesser, ich war Doppelspion, ich habe…" Er schluckte. „…ihn getötet. Meinst du nicht, dass seien mehr als genug seelische oder traumatische Erlebnisse gewesen?"
Er klang so traurig, so…entsetzt. Vorsichtig und zögernd strich sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht und fuhr mit ihrer Hand über seine Wange, was er zuließ. Wie sehr er sich in diese Berührung hineinfallen lassen wollte, wie gut sie ihm tat, konnte sie nicht ahnen und er konnte es nicht zeigen.
„Du hast recht. Willst du mit jemandem reden? Ich…bin sicher nicht gut genug."
„Das will ich nicht von dir hören."
„Hm. Ich werde morgen in die Bibliothek gehen und… Wir finden etwas... Wir schaffen das. Ich…bin für dich da wenn du möchtest."
Wieder hörte sie nur sein tiefes Ein- und Ausatmen.
„Du bist mehr, als ich mir je…habe vorstellen können und…ich bin nicht unglücklich, wie könnte ich?"
Sie konnte ihn kaum noch hören, obwohl sie so nah beieinander lagen.
„Ich liebe dich, Severus, das sollte ich dir öfter sagen, und nicht nur, wenn wir gerade böse aufeinander oder enttäuscht voneinander sind. Und das sage ich nicht nur so daher, das solltest du langsam wissen. Und…ich bin nicht zu jung, um das zu erkennen. Ich habe auch schon einiges erlebt und das hat uns alle viel schneller erwachsen werden lassen. Was auch passiert…ich bin für dich da, hörst du? Keine Floskeln, ich bin da, wann immer du mich…brauchst oder brauchen kannst… Wenn…du es willst."
Hatte er die Luft angehalten? Beinahe schien es so.
„Ich…lie… Ich weiß es, ich fühle es. Danke…dass…du da bist und mich erträgst."
„Ich ertrage dich nicht. Es ist die schönste Zeit, die ich habe – die, die ich mit dir verbringe. Und jetzt lass uns versuchen zu schlafen. Manchmal klärt sich alles über Nacht und die Gedanken sind wieder geordnet. Wir probieren es morgen aus, in Ordnung?"
„Ja."
„Schlaf gut, Severus, und hoffentlich träumst du etwas Schönes."
In den kurzen zwei Stunden, die er noch hatte schlafen können, hatte ihm ein Traum nicht gerade eine entspannte Zeit verschafft. Allerdings hatte er ihn dermaßen auf andere Gedanken gebracht, sodass er heute morgen nicht mehr an die schlimme Nacht und seine Sorgen erinnert wurde – zumindest im Moment nicht.
Kurz vor Aufstehenszeit wachte er schon auf und fand sich in einer für einen Mann recht misslichen Lage.
Krampfhaft versuchte er, die Bilder des Traums aus seinem Kopf zu verdrängen, die leider noch allzu plastisch vor seinen Augen erschienen. Die Szene hatte in der Großen Halle gespielt, und Hermione hatte ihn in seinem Traum morgens in aller Frühe geweckt, ihn an die Hand genommen und aus dem Kerker nach oben geführt – so wie sie waren in ihren Schlafsachen. Und dann war sie auf die Empore gegangen, hatte sich auf den Lehrertisch gesetzt – dort, wo er immer saß – ihr Nachthemd ausgezogen und ihm mit ihren Bewegungen unmissverständlich klar gemacht, was sie wollte.
„Das darf doch nicht wahr sein.", murmelte er vor sich hin, um sich von den Bildern zu befreien und weckte damit Hermione.
„Hm?"
Noch im Halbschlaf kam ihm erst jetzt die Idee, besser von ihr wegzurücken, sonst...
Zu spät.
„Hmm, guten Morgen, kann ich dazu nur sagen...", nuschelte sie in das Kissen und drückte ihren Po noch ein wenig näher zu ihm hin. Scheinbar hatte er sich bereits im Schlaf an sie gekuschelt und musste nun die Konsequenzen tragen. Eigentlich hatte er doch genug gehabt seit Sonntagabend. Er konnte es nicht fassen, aber der Traum war ja schuld, beruhigte er sich selbst.
„Ich gehe duschen, und zwar kalt.", verkündete er und küsste sie nur kurz auf die Schulter.
„Nicht so schnell, Professor!"
Einfach so griff sie nach hinten und hielt ihn an seinem Shirt fest. „Hast du keine bessere Idee, als kalt zu duschen?"
„Nein."
„Hm." Sie hielt ihn immer noch fest. „Das nützt doch nicht viel, oder? Das Gefühl kommt wieder und dann hast du den Salat...nicht?"
„Ich kann mich beherrschen."
Noch immer lag sie mit dem Gesicht zur Wandseite und drehte sich nicht um.
„Brauchst du nicht...nicht jetzt.", nuschelte sie in ihre Decke und er hörte, dass sie es so ganz anders betonte als normal, während sie mit einem Bein versuchte, eines von seinen zu erwischen, damit er wieder näher kam. Was für eine Hexe – und sie brachte ihn zum Kapitulieren!
Wie zuvor unbeabsichtigt legte er sich diesmal ganz bewusst wieder hinter sie und...verfestigte seinen so unbehaglichen Zustand, was sie mit einem wohligen Seufzer quittierte, der soviel hieß wie na endlich.
„Du könntest schon ein bisschen Entgegenkommen zeigen, wenn du mich schon hierzu nötigst.", flüsterte er in ihren Nacken und sie fing an zu kichern. „Das ist nicht lustig, Miss Granger. Uns läuft die Zeit davon, oder willst du wieder zu spät kommen?"
„Na wenn du nicht machst, komme ich tatsächlich später als ich will."
Kaum hatte er begonnen zu überlegen, ob sie das so zweideutig meinte, wie es klang, da fing sie auch schon herzhaft an zu lachen.
„Du Hexe...warte ab. Dir zeige ich gleich, wann du kommst.", drohte er, packte sie an den Hüften, dass sie mehr auf dem Bauch zu liegen kam und küsste sie auf den Rücken. Mit seinem Knie schob er ihre Beine auseinander und als er sich dazwischen positionierte, konnte sie seinen ganzen Körper spüren, was ihr ein prickelndes Gefühl bereitete. Damit sie noch atmen konnte, stützte er sich mit den Händen zu beiden Seiten auf ihrem Kopfkissen ab und bewegte langsam seine missliche Lage an ihrem Po auf und ab.
„Lieber doch duschen?", fragte er sie ganz nah an ihrem Ohr und sie gab etwas von sich das sich so ähnlich wie „maaach" anhörte.
„Dann komm mir ein bisschen entgegen, Miss Granger, das hatte ich bereits gesagt, und heb deinen..."
„Warum nicht wie..."
„Diskutieren oder Sex?"
„Letzteres."
Zum Wundern blieb keine Zeit mehr, denn er schob sich gerade in sie und sie stöhnte in ihr Kissen. Er kam ihr noch näher und sie konnte seine Haare auf ihrem Rücken spüren, weil er sich jetzt nur noch mit den Ellbogen links und rechts neben ihr abstützte. Auf diese Art wach zu werden war auch nicht die Schlechteste. Seine Bewegungen waren fordernd und beinahe unkontrolliert und sie schlussfolgerte, dass er wohl keinen langweiligen Traum gehabt hatte. Später wollte sie ihn auf jeden Fall darauf ansprechen, aber jetzt genoss sie einfach seine...Aufmunterung. Fast noch mehr als das Offensichtliche genoss sie seine Wärme und das Gefühl, in so nahe zu spüren. Seine Haut auf ihrer, seine Haare, die auf ihren Nacken oder auf ihre Schultern fielen...einfach...ihn als er selbst...fast, als seien sie beide eins...
Plötzlich hörten sie ein lautes Klopfen an seiner privaten Eingangstür.
„NEIN! NICHT SCHON WIEDER!", keuchte er und wollte es einfach ignorieren. Als das Klopfen allerdings nicht aufhörte, hatte er keine andere Wahl, wenn er nicht in Teufels Küche geraten wollte.
„DAS ÜBERLEBT KEINER, EGAL, WER ES IST!", schimpfte er, zog sich die Shorts an und nahm im letzten Augenblick noch seine Hose vom Sessel, damit er sie wenigstens vor sich halten könnte – sonst gäbe es eine Katastrophe, und zwar eine peinliche.
Erneut klopfte es laut an der Tür.
„WENN DAS NICHT WICHTIG IST...", schrie er, während er sie öffnete.
Poppy stand vor der Tür und erschreckte sich nicht einmal, weil sie die Art gewohnt war, wie er die Türen öffnete. Allerdings war sie nicht gewohnt, ihn so dort stehen zu sehen. Natürlich kannte sie ihn besser als die meisten anderen, jedoch nicht, wenn er...gesund war.
„Seve...", begann sie und verlor das Wort.
„WAS?", bellte er und ballte eine Hand zur Faust. „WENN NICHT GERADE EINER DABEI IST, SICH UMZUBRINGEN, DANN..."
„Beruhige dich, Severus. Mr. Desense, dein Slytherin, benötigt noch einen Gegentrank gegen die Drachenhecke, in die er gefallen ist. Er scheint allergisch dagegen zu sein. Hast du einen? In meinem Fundus ist keiner mehr, hast du ihn vorrätig? Wenn nicht, ist er ja relativ schnell zu machen."
„WEIß ICH SELBST. Schon gut.", blaffte er und hätte fast die Tür vor ihrer Nase zugeknallt, besann sich aber im letzten Moment eines Besseren, weil er sie eigentlich – zu anderen Zeiten – respektierte. Außerdem war es ein Schüler seines Hauses, aber der hatte ja schon seine Strafe bekommen.
„Ich braue ihn und bringe ihn dir nachher. Und jetzt AUF WIEDERSEHEN!"
„DANKE!", blaffte Poppy belustigt zurück und drehte sich mit einem Grinsen zum Gehen.
Der heisskalte Moment war natürlich verflogen, als er wieder ins Schlafzimmer zurückgekehrt war. Wenigstens hatte er ihr noch Bescheid gegeben und...
Flashback Ende
„Hermione! ... Hermione!", flüsterte Ron angestrengt und sie wurde aus ihren Erinnerungen gerissen. „Hey..."
„Was?"
„Der Trank wird zu heiß, mach die Flamme niedriger, er kocht schon über...kriegst du denn nix mehr mit heute? Wo hast du nur deine Gedanken?"
„WUHOOPS, sorry, Ron, ich war ein wenig abgel…"
Dieses kleine Wuhoops war Snape natürlich nicht entgangen. Ihre Stimme würde er überall heraushören.
„Miss Granger...", hörte sie ganz nah an ihrem Ohr. Sie hatte ihn gar nicht kommen sehen weil sie zu sehr mit dem Trank beschäftigt war. Außerdem war er in solchen Situationen unglaublich schnell – musste er auch sein, nach all den Jahren der Erfahrung.
Jetzt schaute sie auf und bekam sofort eine Gänsehaut. Da war es wieder – das Miss Granger. Und sein Duft stieg ihr in die Nase. Sofort hatte sie wieder die Bilder von gerade eben im Kopf. Schon wieder – immer noch – wie auch immer. Ihre Knie wurden weich und sie wagte kaum, sich zu bewegen.
Ron wäre am liebsten im Boden versunken. Nie ging es glatt und er musste sich doch so anstrengen, um eine halbwegs passable Note zu bekommen. Er warf kurz einen Blick auf Hermione und ihr schien es nicht anders zu gehen. Dachte er.
Das Donnerwetter war im Begriff, sich über sie zu entladen. Immerhin durfte er keine Ausnahmen machen. Um ihre Freunde nicht noch mehr zu verärgern als heute Morgen – sie sah Rons Dilemma und das der anderen (immerhin bekamen sie alle eine Strafarbeit bei solchen Fällen) – versuchte sie, die Situation zu retten. Die innere Stimme flüsterte ihr zwar zu Nein, das wagst du nicht,aber sie ignorierte sie.
Sie räusperte sich leise, als wenn sie einen schweren Zauberspruch üben wollte.
Dann atmete sie ein wenig durch, reckte sich zu Snape hin und flüsterte ihm etwas ins Ohr, sodass keiner der anderen etwas hören konnte. Ihm entwich ein Keuchen und daraufhin stieg seine Augenbraue in ungeahnte Höhen. Die Klasse hatte das mitbekommen und sie hielten alle den Atem an. Snape sah aus, als hätte ihn ein Hippogreif gestreift. Ihnen drohte nun tatsächlich ein Donnerwetter. Ein heftiges. Sonst war Hermione doch immer so bedacht – und sie hatten noch die zweite Stunde vor sich!
„RAUS mit ihnen, und seien sie ja zur zweiten Stunde pünktlich wieder da. Sie nicht, Miss Granger! Mit ihnen habe ich noch etwas zu klären!"
Jetzt sahen ihre Mitschüler genauso aus wie Snape zuvor. Was hatte den denn geritten? Keine Strafe für alle? Stattdessen eine Pause? Die Fünf-Minuten-Pause zwischen seiner Doppelstunde hatte er ihnen noch nie gewährt, geschweige denn die erste Stunde auch noch weitere fünf Minuten vor Ablauf verkürzt. Dann wurde ihnen bewusst, oder zumindest ihren Freunden, dass er nun alles an Hermione auslassen würde. Die Arme! Aber was hatte sie sich auch dabei gedacht? Und was um alles in der Welt hatte sie ihm gesagt? Ron beschloss, sie nachher zu fragen – falls ihre Strafe nicht zu schlimm ausgefallen war.
Als alle draußen waren, knallte er die Tür mit einem Schwenk seines Zauberstabs zu, verschloss sie magisch und legte zur Sicherheit noch ein Muffliato darüber.
„Er wird doch Mine nicht antun, oder?", fragte Ron unsicher und wollte gar nicht von der Tür weg, die eben zugeknallt war.
Harry rollte mit den Augen. „Ach Quatsch, Ron, aber er wird sie wahrscheinlich zur Schnecke machen und sie zudem noch mit Nachsitzen quälen. Lass uns lieber gehen, bevor er es sich anders überlegt."
Ginny schwieg dazu und wusste nicht, in welche Richtung sie gehen sollte...mit ihren Gedanken. Geduld war angesagt.
Sie konnten ja nicht ahnen, was sich im Klassenzimmer ereignete.
„So, Miss Granger, wo?", hauchte er in ihr Ohr, dass sie vor Erregung fast verging. Sie griff unter seinen Gehrock und zog ihn am Hosenbund mit zum Lehrerpult. Währenddessen entledigte er sich schnell seiner viel zu warmen Robe.
„Hier und jetzt.", erwiderte sie, woraufhin sie sich schon von selbst ein wenig nach unten auf die schräge Fläche seines Pultes neigte.
‚Das kann doch nicht wahr sein', dachte er schon zum zweitenmal an diesem Morgen, doch ihr Anblick lenkte ihn von allen Zweifeln ab. Außerdem lenkte ihn seine untere Körperregion ebenfalls ab, die seit ihrer Ansage von vorhin absolut keine Zweifel zu haben schien. Und dann kam ihm in den Sinn, was sie in der Frühe zwar gähnend, aber lehrerhaft erklärt hatte – das kalte Duschen oder Ähnliches nicht von dem einmal begonnenen Dilemma ablenken konnten. Da hatte er also den Salat.
Er stand hinter ihr und begann, ihre Brüste durch die Bluse hindurch zu massieren und sein Kopf rief die Bilder der vergangenen Nacht ab, als ihr Shirt so einen hinreißenden Anblick geboten hatte. Dann schob er die Bluse ein wenig nach oben, dass er auch ihre Haut spüren konnte. Jetzt kamen ihm die Bilder vom Sonntagabend, wo sie es genauso in seinem Wohnzimmer getan hatten. Eine Hand glitt in ihren Slip und er fühlte, dass sie eben ‚bei Merlin' nicht gelogen hatte.
Das heizte ihn selbst so sehr an, dass er, genau wie sie, keine Zeit mehr mit unnötigen Details verschwenden musste – ohnehin war es knapp. Hose und Rock waren rasch beiseite geschoben und dann brachte er sich schnell und grob in sie, dass sie beide kurz aufschrien. Auch sonst waren sie heute recht und ungewohnt laut und Severus dankte Merlin, dass er an den Schallschutz gedacht hatte.
So schnell, wie es angefangen hatte, endete es auch wieder. Hermione krallte sich am Holz des Tisches fest, als sie ihren Höhepunkt herausschrie, wodurch sie ihn ein paar Augenblicke später auch über die Klippe brachte. Heftig atmend glitt er aus ihr heraus und sprach einen schnellen Reinigungszauber über sie beide. Dann hob er seinen Umhang vom Boden auf und schaute auf das Uhrenglas. Hermione ordnete ihre Kleidung und schloss schnell ein paar Knöpfe ihrer Bluse, die im Eifer des Gefechts aufgegangen waren.
„Ich komme später.", rief er ihr noch zu und deutete ihr, dass sie vorgehen sollte. Hermione fing an zu kichern.
„Ich hab's gemerkt."
„Was...? Hexe!"
‚So, Mine, tief durchatmen, aufhören zu kichern und die Wellen in dir ignorieren', sagte sie zu sich selbst und öffnete die Verbindungstür zum Klassenraum, während sie sich mit der Hand kühle Luft zufächerte.
„Heyyy, alles klar bei dir? Du siehst echt fertig aus. Wie schlimm war seine Strafpredigt?", fragte Ron ganz besorgt, als er als einer der ersten wieder in den Klassenraum kamen.
„Oh, ähm, ging so. War ziemlich schnell vorbei."
„Dann hattest du ja echt Glück, dass er heut nicht so ein Donnerwetter auf dich losgelassen hat."
Mittlerweile waren alle wieder da und Harry und Ginny gesellten sich zu ihnen. Snape war noch nicht wieder zurück.
„Was hast du ihm bloß gesagt, dass er dich und uns so verschont hat heut?"
„Verschont? Na, nicht wirklich. Er hat mich ganz schön...ähm...rangenommen. Ich habe ihm nichts Besonderes gesagt, Ron."
„Ja klar, und ab jetzt ist er der liebe, nette Lehrer oder was? Also sag schon, ich will es mir merken und dann auch ausprobieren, wenn's wieder soweit kommt."
Hermione zählte innerlich bis zehn, um sich von dem sich anbahnenden Lachanfall abzulenken.
„Wäre wirklich nicht schlecht zu wissen, Mine.", pflichtete Harry seinem Freund bei.
„Ihr nervt, echt."
„Aber Mine..."
„Boah man, ich habe ihm gesagt, dass der Trank bei weitem nicht so heiß ist wie ich, wenn ich ihn sehe, und dass ich gerade auch kurz vor dem Überkochen bin, wenn er mich nicht auf der Stelle flachlegt. Reicht euch das?"
Ron und Harry sahen aus, als hätten sie Voldemort gesehen – die Münder offen und das pure Entsetzen in ihren Gesichtern. Doch auf einmal prustete Ginny los und platzte vor Lachen. „Oh Mine, hast du die Jungs gesehen? Das Bild werde ich nie vergessen. Die Gesichter haben sich gerade in mein Gedächtnis gebrannt für ewig. DANKE! Das ist das Beste, was du dir je hast einfallen lassen."
Immer noch kichernd wurde ihr selbst ganz heiß, weil sie ahnte, dass Hermione zumindest ansatzweise die Wahrheit gesagt…haben konnte.
In dem Moment kam Snape aus seinem Büro zurück in den Klassenraum und knallte die Tür hinter sich zu. Ginny guckte ihn an und konnte gerade noch den Schrei unterdrücken, da sie sich den Arm auf den Mund presste. Ihr Kopf war hochrot und die Lachtränen liefen die Wange runter. So sah er also aus, wenn er gerade eine heiße Numm...
„MISS WEASLEY! Wollen sie etwa auch so eine Strafarbeit wie ihre werte Mitschülerin?"
Ginny schnappte nach Luft und konnte gerade noch ein „Nein, Sir. Nicht so eine, Sir." herausbringen. Dann drehte sie sich um, bückte sich hinter ihrem Tisch und bog sich vor Lachen – Merlin sei Dank lautlos, da sie mit beiden Händen ihren Mund zuhielt. Jetzt war sie sich sicher – Hermione hatte die Wahrheit gesagt.
Seine Gesichtszüge entglitten ganz kurz aber heftig. Hermione hatte doch nichts erzählt, oder? Nein. Eine Erklärung wollte er doch später.
„Setzten sie sich!", donnerte Snape. „Alle! Weiterarbeiten! Ich lasse sie nicht aus den Augen!"
Das sollte man sich nie zweimal sagen lassen, also machten sich alle wieder an die Arbeit, auch Ginny. Sie fächerte sich mit den Händen Luft zu und wischte sich die Augen ab. Grinsen musste sie die ganze Stunde über, wofür sie von Harry nur ein Augenrollen erwidert bekam, der aber auch Grinsen musste. Die ganze Zeit über beobachtete sie Snape und versuchte, jedes auch noch so kleine Detail zu bemerken. Er hatte was, definitiv...
„Echt witzig.", giftete Ron urplötzlich, „Verarschen kann ich mich selber."
Wenn er es auch nicht in aller Öffentlichkeit zugeben wollte, er war mittlerweile wieder richtig verliebt in Hermione. Natürlich wussten die anderen es längst – die meisten.
„Komm mal runter, Ron, ihr macht auch immer so viele Witze."
„Und was hast du jetzt wirklich gesagt?"
„Lass es gut sein."
„Weiber!"
Hermione stöhnte entnervt.
„Nichts, was ich ihm nicht sagen dürfte, Ron, ok? Wir sollten weitermachen."
Sie klopfte sich innerlich selbst auf die Schulter. Wieder mit keiner Silbe gelogen!
„Jaah, schon gut."
Die Zubereitung des Tranks machte Fortschritte, sodass Ron im Moment nur rühren musste. So hatte sie Zeit, Severus vorsichtig aus dem Augenwinkel zu beobachten. Er saß ein wenig vornüber gebeugt an dem Pult, an dem Pult, und gähnte verstohlen hinter vorgehaltener Hand. Hermione war genauso müde und hätte sich am liebsten hingesetzt.
Doch die Aktion von vorhin war aller Mühe wert gewesen. Jetzt noch stieg ihr die Schamesröte ins Gesicht und sie versuchte, die Gedanken daran weit fortzuschieben, denn erst die hatten sie ja dazu getrieben, ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Die Nacht und der Morgen war wirklich lang und...ereignisreich gewesen.
Nicht nur sie beobachtete, sondern Hermione selbst stand gerade im Fokus. Ginny krümmte sich wieder vor lachen und versteckte sich halb hinter Harry und dem großen Kessel. Was war denn jetzt schon wieder? Sie drehte sich zu ihr um und formte tonlos die Frage was ist?
Ihre Freundin lehnte sich ein wenig zu ihr herüber und deutete auf Hermiones Brust.
„Du hast die Knöpfe falsch geknöpft, Mine. Hattest wohl eben nicht mehr genug Zeit, was?", giggelte sie. Harry schüttelte nur mit dem Kopf, ließ sich aber von dem Lachen anstecken. „Ist mir vorher gar nicht aufgefallen. Sorry, sonst hätte ich dir Bescheid gesagt."
„RUHE!, brüllte Snape dazwischen.
Glücklicherweise hatten alle einen etwas rosigen Teint durch die Hitze und die Dämpfe im Labor, da fiel sie gar nicht auf. So ein Fehler dürfte ihr nicht nochmal passieren. Schnell brachte sie ihre Bluse wieder in Ordnung.
„Und? Hast du Nachsitzen?", begann Ron wieder zu fragen, während er auf ihre Knöpfe starrte.
„Wir müssen mit dem Trank neu anfangen, er hat ihn verschwinden lassen."
„Wenn er dich wieder ungerecht..."
„Schon gut, Ron, es war...angemessen. Und jetzt lass uns wirklich arbeiten, wir haben nicht mehr viele Chancen."
„Ich weiß."
Snape beobachtete sie. Nun war die Klasse wirklich leise. Hatten diese minderbemittelten Schüler endlich etwas gelernt? Nicht zu glauben. Hier und da hörte man ein Zerstanzen von Kolanüssen, ein leises Brodeln der Substanz in den Kesseln, ein Zischen und Dampfen.
Alles umhüllte ihn, und die annähernd gleichen Geräusche während der Stunde lullten ihn derartig ein, dass er seiner Müdigkeit nicht mehr Herr wurde. Er hatte schon seinen Kopf auf eine Hand gestützt und nun sank er immer tiefer auf das Pult, bis er ganz auf seinen Armen zu liegen kam.
Das war der erste Tag, an dem der Meister der Zaubertränke in seinem eigenen Unterricht eingeschlafen war.
Während Poppy den Morgen über am Bett von Mr. Desense verbrachte und ihm das frischgebraute Gegenmittel auf seine Haut tupfte, die nun dreifarbig war wie der Dracheningwer selbst, dachte sie nach.
Sie mochte Severus so wie einen eigenen Sohn, den sie nie gehabt hatte. Schon zu Schülerzeiten hatte sie ihn gemocht und sich ein wenig um ihn gekümmert, auch wenn sie es immer so verpackt hatte, dass er es nicht unbedingt gemerkt hatte. Und später hatte sie ihn oft stunden- und nächtelang versorgt, verarztet oder zusammengeflickt, wenn er von den Todesser-Treffen zurückgekommen war. Nicht selten hatte es ihr das Herz gebrochen, ihn so zu sehen. Und am schlimmsten...
„Nein.", unterbrach sie sich selbst. „Es ist vorbei."
Jetzt lächelte sie wieder. Denn ihr Severus schien ein kleines Geheimnis zu haben. Die letzten Wochen hatte er sich sowieso schon komisch verhalten und eben hatte sie eine Ahnung bekommen, was los ist. Das so befremdlich wirkende Stückchen Stoff an seinem Kamin, das einem weiblichen Kleidungsstück schon sehr nahe kam, sprach für sich.
Wenn es wahr wäre, wäre das das Beste, was ihm passieren könnte. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als endlich eine liebe Frau an seiner Seite, und nicht nur irgendwelche Affären, wo ihn die betreffenden Frauen meist nur ausgenutzt hatten – ganz zu schweigen von den furchtbaren Gewohnheiten in Todesser-Kreisen, die sie sich am liebsten selbst aus ihren Erinnerungen obliviatet hätte. Manches hatte er ihr erzählt, oft nur unter Einfluss von Schmerzmitteln oder aus lauter Verzweiflung. Hinterher hatte er immer so getan, als sei nichts gewesen, aber jeder wusste vom anderen, dass es nur ein Selbstschutz war.
Da nun andere Zeiten angebrochen waren, wollte sie sich den Hoffnungsschimmer bewahren, dass es diesmal vielleicht eine andere Art von Frau war, die er kennen gelernt zu haben schien.
„Hoffentlich, hoffentlich...", flüsterte sie vor sich hin und beschloss, das Ganze im Auge zu behalten – und vor allem ihn...ob es ihm gut ginge.
tbc
A/N:
Zu den drei ***:
Im englischen HP-Original steht bei Snapes Patronus "The silver doe".
Doe heißt auf deutsch Ricke (Rehweibchen) und NICHT Hirschkuh! Deshalb möchte ich mich daran halten.
