A/N:
Ihr Lieben!
Ihr müsst eine längere Rede über ein paar (zwischen)menschliche Dinge über euch ergehen lassen, bevor... Naja, ihr werdet sehen.
Es tut mir so leid, ich habe es nicht pünktlich geschafft – also heute wie früher erst Sonntag statt am Freitag. Meine Migräne hatte mich diese Woche voll im Griff und ich habe gerade so die Arbeit geschafft, aber lange am Bildschirm zu sitzen war unmöglich. Ein paar Szenen habe ich mit der Hand vorgeschrieben, aber die Zeit reichte einfach nicht. Daher könnte es auch sein, dass sich das nächste Kapitel auch wieder ein wenig verschiebt, denn ich muss einiges auf- und nachholen, obwohl ich mir am Wochenende jetzt die Finger wundgeschrieben habe ;o) Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse.
Zum letzten Kapitel: Ach herrje, ja, sie haben sich alle echt schwer getan, vor allem Ron *seufz* - ich weiß. Aber ich glaube, was man nicht sehen oder wahrhaben will, weil man selbst nicht genau weiß, was man fühlt und will, kann das passieren – Liebe macht blind, heißt es nicht umsonst. Und die anderen...naja, vielleicht haben sie es geahnt, aber dann kam der Patronus dazwischen. Wer würde schon denken, dass sich seiner verändert?
Und: Letztlich habe ich Ginny diesen Auftritt gegönnt und ihr eine kleine Hauptrolle aufgezwungen – verzeiht mir ;o)
Ihr dürft euch auch gerne an mir...rächen und euren Gelüsten freien Lauf lassen ;o)
In dieser Sinnli, äh... In diesem Sinne: VLG KeyMagic
PS Kaddi: Tja, du hast gebettelt, auf Knien gefleht, mir gedroht, und nun musst du die Konsequenz tragen und lesen, was du davon hast...wie ich hoffe...ergeht es dir dabei auch nur halb so...wie mir beim Schreiben. *slytheringrins* Danke für die...Motivation! Hdl.
Kapitel 53
Mit entschlossenem Schritt ging Mrs. Tenerhale in die Mitte der Vorstellung und stellte sich neben und halb vor Severus. Vielleicht musste sie ja gar nicht fluchen vor all den...Kindern. Für ihn war es so ungewöhnlich, dass sich jemand für ihn einsetzte – so sah es zumindest aus – dass er erst einmal gar nicht wusste, was vor sich ging.
„Ich liebe ja das Theater…", sagte sie gut hörbar und ein paar rückten sogar näher, „…aber eigentlich lieber Komödien als ein Drama."
Die Schulleiterin nutzte derweil die allgemeine Verwirrung, die jüngeren Schüler nachdrücklich in ihre Schlafräume zu befehlen und die gehorchten – zwangsweise. Ein paar andere Gäste schauten irritiert, aber nur die, die unmittelbar in der Nähe waren, hatten mitbekommen, dass Ron seinen Zauberstab gezückt hatte. Der Rest dachte sich, es seien die üblichen Unterhaltungen oder kleinere Kabbeleien, die so ein Abend immer mit sich brachte.
Ein Glück, denn das delikate Thema wurde wohl kaum einer Kabbelei gerecht. Wie gut, dass Minerva nicht mitbekommen hatte, was Ginny geschrien hatte, sonst hätte sie sicher gleich vor Ort einen Herzanfall erlitten – der, der schon längst überfällig und wohl in letzter Sekunde noch vereitelt worden war.
Harry war zeitgleich mit Mrs. Tenerhale ein paar Schritte nach vorn geeilt und versuchte, Ron beruhigend eine Hand auf den Arm zu legen. „Ron, steck ihn weg, das ist nicht gut, gar nicht."
„Ist das der Preis für das E? Sagen sie, DASS DAS NICHT WAHR IST!", giftete Ron Snape an.
Der Angesprochene zog nur eine Augenbraue hoch und schwieg. Er gab sich nicht die Blöße, ebenfalls seinen Zauberstab zu zücken – im Fall der Fälle wäre er sowieso doppelt so schnell. Weasley sollte sich mal nicht einbilden, er könne ihn überraschen. Viel zu oft hatte er sich verteidigen müssen, und das kam ihm jetzt den Sinn. Ja, er würde sich auch wieder verteidigen, aber nicht auf diese Weise. Er würde ihre Liebe verteidigen, weil sie echt war. Aber das brauchte er offenbar gar nicht, denn er hatte ja seit ein paar Monaten jemanden, der für ihn sprach: Jean.
„Was ist ein E?", fragte sie ehrlich neugierig.
„Eine Schulnote, Mrs. Tenerhale.", erklärte Harry gelassen. „Sie bedeutet Erwartungen übertroffen und Ron hat sie von Professor Snape in Zaubertränke bekommen, das war ne echte Überraschung. Aber wissen sie, er hat sich auch angestrengt, viel gelernt in letzter Zeit und sie vermutlich...verdient." Während er sprach, versuchte Ron, sich von ihm zu lösen, aber es gelang ihm nicht. Harry hielt dessen Zauberstabarm fest umklammert.
„Oh das ist doch toll.", freute sie sich in einem Plauderton.
„Ja, denn jetzt können wir zusammen die Auroren-Ausbildung beginnen…also, wie die…Kriminalpolizei und der Geheimdienst in der Muggelwelt."
„Dann könntet ihr ja noch etwas von Sev…Professor Snape lernen.", meinte sie und war damit unglaublich gerissen oder unglaublich naiv.
Harry erkannte ersteres und machte das Schauspiel mit. Die Menge um sie herum wusste gar nicht, was vor sich ging, hörte gespannt zu und schaute von einem Paar zum anderen. Ginny hatte mittlerweile Hermione von hinten in den Arm genommen und hielt sie ebenfalls fest.
„Oh ja, wir haben schon viel gelernt. Jedenfalls freuen wir uns mächtig auf diese Zeit, wir wollten das schon immer werden. Als ich noch bei den Dursleys wohnte, konnte ich hin und wieder fernsehen, und da schon fand ich die Sendungen…"
„WAS QUATSCHST DU DA RUM?", giftete Ron ihn an und Severus' Mundwinkel zuckten. Die Show war völlig absurd und grotesk und Pot…Harry war gar nicht mal so auf den Kopf gefallen, wie er bereits das ein oder andere Mal in den vergangenen Jahren hatte stillschweigend zugeben müssen.
Mrs. Tenerhale antwortete auf beides. „Er erklärt mir ja nur, was es mit eurem Berufswunsch auf sich hat, mein lieber Junge. Aber ihr müsst auch zwischendurch noch Zeit für eure Familien haben und eure Freundinnen. Wisst ihr, denn die Fam…"
Ron sah Snapes Mimik und riss sich los. Er überbrückte die vier oder fünf Meter Abstand und hob seinen Zauberstab. „SNAPE, sie A…", setzte er an und stand genau vor Mrs. Tenerhale, die sich ihrerseits nun direkt und ganz unauffällig vor Severus positionierte wie ein Schutzschild.
„Ron, Junge, kannst du mir vielleicht eine Minute schenken? Ich würde gerne mit dir reden. Wir hatten beim Essen nicht viel Zeit, uns zu unterhalten."
Ganz perplex nickte er nur und Jean zog ihn beiseite. Ganz leise begann sie zu sprechen:
„Ich denke, ich weiß, was hier los ist. Du bist in meine Enkeltochter ein klein wenig verliebt und jetzt ist es anders gekommen. Aber man kann sich nicht aussuchen, wo die Liebe hinfällt, es passiert einfach so. Das bringt es im Prinzip auf den Punkt."
Er legte die Stirn voller Zorn in Falten, riss sich aber am Riemen, weil er Mrs. Tenerhale mochte und respektierte. „Aber es ist Snape, er ist immer, immer mies gewesen, er ist… "
„Da habe ich etwas ganz anderes gehört, du nicht auch? Überleg einmal und sei ehrlich zu dir selbst."
Ron atmete nur tief und versuchte, nicht auszubrechen. Sein Schweigen war für Jean Bestätigung.
„Ich habe ihn kennen gelernt vor einem Vierteljahr, und wir haben uns seit dem hin und wieder gesehen. Er mag sein wie er ist, aber er ist nicht mies und ich lasse nicht zu, dass die beiden Schwierigkeiten bekommen. Ich weiß, dass dich Hermione liebt wie einen Bruder und für sie würde eine Welt zusammenbrechen, wenn ihr, wenn du sie jetzt deshalb verachtest. Vielleicht weißt du, wie es ist, wenn andere einem weh tun."
Wie von selbst kam ein Nicken, doch ganz war es noch nicht angekommen. „Es kann doch nicht sein, nicht der, nicht... Er ist Lehrer, er ist...zu alt. Wie konnte das passieren? Das geht nicht, das kann nicht, warum hab ich das nicht gemerkt? Sie kann den nicht...nicht...lie... Nein! Ach Schei..."
„Hast du denn gar nicht gewusst, dass sie einen Freund hat? Bitte, antworte mir.", unterbrach Mrs. Tenerhale schnell.
„Doch, aber sie hat nie von ihm geredet, nie einen Namen erwähnt, nie Post bekommen und da dachte ich, das kann ja nichts Ernstes sein..."
„Und da hast du geglaubt, ihr würdet zueinander finden?"
„Ja...", sagte Ron gleichzeitig wütend und unsagbar traurig.
„Sag mir, liebst du sie denn so richtig oder ist es nur...ein...Verliebtsein, ein bisschen Schwärmerei, weil... Ihr wart doch mal zusammen, nicht wahr?"
„Nur kurz, es war...es...passte nicht, die Zeit damals..."
„Und? Kannst du ehrlich zu dir sein? Ist es nicht vielleicht auch nur Liebe wie zu einer Schwester? Oder dass du sie einfach nicht verlieren willst als gute Freundin?"
„Ich weiß es nicht.", gab er zu und erkannte, dass sie vielleicht recht hatte. Wenn es die, wenn es seine große Liebe gewesen wäre, hätte er sich mehr angestrengt und nicht so lange gewartet, oder?
„Alle von mir aus, aber nicht er!", brach er wieder aus, ging plötzlich wieder in Snapes Richtung. „NICHT DER! Der hat sie nicht verdient, der verdient niemanden, er hat sie sicher unter dem Imperius..."
„Ron!" Jean konnte ihn nicht stoppen und ging hinterher, aber er stand schon genau vor Severus.
„SIE HABEN SIE UNTER DEM IMPERIUS, WAS? Anders ist es unmöglich, UNMÖGLICH!"
Snape zeigte keinerlei Reaktion, keine körperliche. Doch er konnte nicht vermeiden, dass sich seine Gesichtszüge, die er bisher neutral oder für ihn typisch gehalten hatte, änderten. Seine Augen wurden traurig und es tat einem beinahe weh, ihm zuzusehen. Schweigend stand er einfach da und blickte durch die anderen hindurch.
„Oh Merlin.", flüsterte Ginny und ließ Hermione los. Sie ging auf ihren Bruder zu, ebenso tat es Harry, und beide versuchten, die Situation zu retten, und zwar nicht laut.
„Ron, es reicht, du entschuldigst dich jetzt bei ihm."
„Niemals!"
„Doch, Ron, bitte, das war...unverzeihlich, das kannst du nicht sagen."
„Wieso wehrt der sich nicht, dann habe ich doch recht. Der kann doch gar keine Lie..."
Harry packte ihn grob am Arm. „Du entschuldigst dich oder wir sind die längste Zeit Freunde gewesen. Er hat meine Mum geliebt, schon vergessen? Und sie ihn, auf gewisse Weise. Das weißt du, das weiß ich und das weiß sie." Er nickte zu Hermione. „Ich weiß, dass sie sich lieben, es stimmt und du musst es akzeptieren, denn es wird sich nicht ändern. Hermione gehört zu uns, und das schließt ihn jetzt mit ein. Zwei wie eins, und wir alle zusammen, verstanden? So haben wir gekämpft und durchgehalten und...gesiegt."
Ron war ganz still geworden und regte sich nicht. So hatte sein Freund noch nie mit ihm geredet und er wusste nicht, ob es ihm Angst machte oder imponierte, weil er nicht mehr klar denken konnte.
Etwas lauter sprach Harry weiter: „Ich kann eh nicht verstehen, warum es noch kein anderer wusste. Sonst sind sie doch wie die..."
„Wir haben es geahnt.", gab Parvati zu und ein paar andere nickten. „Nach der einen Aktion im Unterricht, dann bei Seamus' Geburtstagsparty, wo sie sich geküsst haben. Das sah so ganz anders aus... Und vor allem dann auf der Wiese draußen, als sie einfach... Keine Ahnung." Ihr war ziemlich mulmig dabei, weil der Professor in der Nähe stand.
Doch noch immer sagte Severus gar nichts und war vielleicht genauso neben sich wie sein Gegenüber, sein...Rivale, der in Wahrheit keiner war. Was sollte er auch tun? Es war einfach nur furchtbar.
Und Harry wunderte sich nur, dass die Hühner – wie er sie des Öfteren nannte – nichts gesagt hatten, aber vielleicht wurden sie alle endlich erwachsen – im zwischenmenschlichen Bereich.
„Und warum jetzt die Überraschung?", fragte er und hielt immer noch Rons Arm fest.
„Na der Patronus. Damit waren all unsere Überlegungen dahin." Jetzt nickten auch Seamus, Dean, Neville und andere. „Und nie haben wir gesehen..."
„Ihr habt es bei Hermione gesehen und ich habe euch was dazu gesagt, schon vergessen?"
„Oh nein, Harry, das kann man nicht vergessen."
„Dann brauche ich mich nicht zu wiederholen?... Dass es hier um Liebe geht?"
„Ja, aber... So..."
*Shirley Bassey: „More"*
In dem Moment wurde es Hermione zu viel. Sie sah ihn da stehen, nicht wütend, nicht schreiend, einfach nur stumm und...entsetzt. War es Traurigkeit oder war es etwas ganz anderes? Resignation? Aufgabe? Bitte nicht, bitte.
Sie wischte sich eine Träne ab und ging langsam zu Severus, wo ihr Platz war – nicht nur am heutigen Abend, sondern für immer, wenn er wollte.
Als sie sie sahen, wie sie sich in Bewegung setzte, machten sie ihr Platz und keiner sagte mehr etwas. Sie stellte sich an seine Seite, ergriff seine Hand und ihre Großmutter, die noch immer auf der anderen Seite neben ihm stand, begann zu strahlen.
„Es ist mehr, was ich mir je vorstellen konnte...", begann Hermione mit zittriger Stimme. „Er ist mehr, als ich je habe hoffen können zu finden. Erst jetzt glaube ich zu wissen, was leben bedeutet...und lieben. Mehr kann ich nicht sagen."
Erst jetzt drehte sie sich zu ihren Freunden herum, denn während sie sprach, hatte sie nur Severus angesehen und in seinen Augen alles gesehen, was ihr wichtig war. Jetzt fixierte sie vor allem Ron und in ihrem Blick lag etwas Flehendes, etwas Bittendes.
„Hermione...", brachte er nur hervor und machte den Mund wieder zu.
Sie zog ihren Zauberstab aus dem Kleid hervor und man konnte sehen, wie einige tief Luft holten oder sogar zusammenzuckten. Tief im Inneren wussten sie allerdings, dass Hermione niemals etwas tun würde, was nicht rechtens wäre, sondern...
Mit einem liebevollen Blick auf Severus streckte sie ihren Arm hoch, öffnete ihre Lippen und in dem Moment wusste er, was sie wollte. Er nahm ihre linke Hand in seine, tat es ihr gleich und ein paar Sekunden später erhoben sich zwei Schneegänse in vollendeter Harmonie aus ihren Zauberstäben, machten kräftige Flügelschläge und drehten ihre Runden in der großen Eingangshalle, bevor sie durch das offene Tor entschwanden.
Jeder, wirklich jeder hatte diesen Beweis gesehen, die Liebe gefühlt, die sich in den silber-glänzenden Vögeln widerspiegelte.
„Bei allen Geistern des Himmels...", wisperte Minerva McGonagall und ihr Herz machte einen kleinen Aussetzer. „...das ist die tiefste, höchste Magie...die es gibt."
Viele schienen den Atem angehalten zu haben, doch jetzt, da die Patroni verschwunden waren, regte es sich. Ron konnte man das Entsetzen im Gesicht ablesen, aber er sagte kein Wort. Wie er Hermione ansah, konnte man nicht beschreiben, aber sein Blick für Snape sprach Bände. Er drehte sich um und ging schnellen Schrittes hinaus auf das Gelände. Die Rufe von Mrs. Tenerhale, Harry und Ginny hörte er nicht mehr oder wollte sie nicht hören. Neville erkannte sofort die Brisanz und gab ein Zeichen, dass er ihm folgen würde, denn so sollte man keinen Freund gehen lassen. Erleichtert und mit Bewunderung sah Harry ihm hinterher. Auf Neville war Verlass, immer und in jeder Situation, und wieder einmal wurde klar, was sie alle für eine Freundschaft verband. Das durfte sich nicht ändern und sie hofften inständig, dass noch nicht etwas davon verloren gegangen war. Möglicherweise ein Teil, aber keiner, der nicht reparabel war.
„Neville kriegt das hin.", sagte Hannah und klopfte ihren Freunden kurz auf die Schulter.
Luna war der gleichen Meinung – im weitesten Sinne: „Es wird besser, alles wird besser, alles wird anders. Lasst uns den letzten Tag unserer Vergangenheit genießen, glaubt mir, wir sollten es tun."
„Severus...", flüsterte Hermione. Sie hielten sich noch immer an der Hand, als wenn sie sich gegenseitig stützen, Kraft und Mut geben wollten. Hermione hielt ihn so fest, dass es fast schon weh tat, aber das spürte er nicht. Mit der freien Hand strich er ihr über die Wange, zog sie sanft zu sich und küsste sie vor aller Augen.
„Das ist Liebe.", erklärte Jean sehnsüchtig und mit mittlerweile feuchten Augen, und die, die sie gehört hatten – nicht wenige, denn wieso sollte sie flüstern, das lag nicht in ihrer Art – nickten und die meisten Mädchen hatten einen leicht ungläubigen, aber einen ebenso verträumten Blick.
„Himmel, Vögel und Make-up, wo hab ich nur meine Gedanken...", platzte sie auf einmal heraus. „Ginny, Ginny, Kind, komm schnell, schnell... Bitte..." Jetzt flüsterte sie doch und Ginny rannte los, glücklich über eine Ablenkung und froh über die Art, die Mrs. Tenerhale hatte – sie konnte wirklich jeden wieder aufmuntern.
Sie kam zurück aus der großen Halle und reichte Mrs. Tenerhale ihre Kamera, die sie bisher noch gar nicht benutzt hatte, seit sie da war. Warum wusste kein Mensch, am wenigsten sie selbst.
„Danke, Kind... Oh nein, nun sind sie fertig. Mine, Minchen, Severus, macht das nochmal, kommt schon! Ihr seht so wunderschön zusammen aus!"
Perplex drehten die beiden Angesprochenen ihren Kopf und sahen sie entgeistert an. Obwohl – Severus wunderte sich nicht einmal mehr, als sie mit der Kamera wedelte. Ihn konnte so leicht gar nichts mehr schocken seit...seit ihrem Besuch bei ihm damals und der Ankündigung des besonderen Geburtstagswunsches.
Fast alle standen noch irgendwo in der Nähe und konnten kaum glauben, was sie hörten und sahen. Diese ältere Dame, die ihren Professor duzte und so mit ihm umging, als würden sie sich schon ewig kennen und als wenn sie gar keine Angst vor ihm hätte, war einfach nur cool und brachte sie wieder auf leichtere Gedanken, was eine regelrechte Erleichterung für die ganze Situation war.
Jean drehte sich zu ihnen „Ist es nicht so, was meint ihr? So süß, meine Kinder."
Meinte sie immer noch den Professor und Hermione? Ginny lachte zuerst los und dann platzte Parvati aufgrund des Gesichtsausdrucks von Professor Snape. Den würden sie nie wieder vergessen und auf einmal war alles gut.
„Küsst euch nochmal!", rief sie.
In dem Moment konnte Draco auch nicht mehr, biss sich in den Handrücken und drehte sich weg, um sich vor lachen zu krümmen. Die Show war fantastisch gewesen und nicht nur die Weasley hatte sich etwas verdient. In der Hosentasche zählte er die Galleonen und verteilte sie im Geiste bereits.
„Davon will ich auch eins, von den Bildern.", kommentierte Ginny und grinste breit, obwohl ihr mulmig war und sie ein wenig Sorge wegen ihres Bruders hatte. Aber es hatte so kommen müssen, er wollte ja nicht hören und er hatte sich nicht gerade erwachsen benommen, jedenfalls nicht in der letzten halben Stunde.
In dem Moment kam Neville wieder rein und reckte schon die Daumen von weitem nach oben. Das bedeutete wohl, dass mit Ron den Umständen entsprechend alles in Ordnung war. Ginny, Harry und ebenso Hermione atmeten erleichtert auf.
„Ich hab ihm einen Ortungszauber aufgehalst und seinen Zauberstab abgenommen. Jetzt reagiert er sich ein wenig mit Händen und Füßen ab, aber ihm kann eigentlich nichts passieren außer ein paar blauen Flecken. Und ich weiß immer, wo er ist.
„Danke, danke Neville.", sagte Harry und Ginny umarmte ihn kurz. „Aber er wird nicht um die Entschuldigung herumkommen, dafür sorge ich."
Trotzdem oder deshalb: Jetzt konnte der Abend weitergehen.
Draco kam unbemerkt hinzu.
„Hey Weasley, komm mal her."
„Was willst du, Frettchen, das endlich umsetzen, was du dir in der Winkelgasse gewünscht hast?"
„Davon träumst du wohl immer noch, was?"
Oh nein, sie träumte von ganz anderen Dingen, aber das würde sie nicht gerade ihm aufbinden. „Also was?"
„Hier... Ich würde sie dir ja gerne irgendwo hin stecken, aber Potter ist zu nah. Gib deine Hand her!"
„Hä?"
„Mach schon!" Er drückte ihr fünf Galleonen in die Hand. „Coole Show, Weasley, und dafür bin ich bereit zu zahlen."
„Ist dir noch gut?"
„Und wie! Und hier, weitere fünf Münzen für Wiesel, der war ja fast noch besser, vor allem sein Gesicht, als du ihm sagtest, dass die beiden eben ne heiße Nummer geschoben haben. Woher wusstest du das eigentlich?"
Ginny wurde knallrot. „Äh, Frauen...wissen so etwas."
„Ach was? Wieso glaub' ich dir das nicht?"
Sie rollte mit den Augen. „Ich bin ihnen gefolgt, hab sie beobachtet und mir gewünscht, ich wäre dabei, deshalb.", sagte sie ohne mit der Wimper zu zucken.
Der Schock stand in seinem Gesicht, aber dann platzte er noch einmal vor lachen."
„Weasley, wenn ich Astoria nicht hätte, würde ich's mir ja glatt nochmal überlegen. Mit der muss ich auch noch reden, aber egal. Also, hier, die Erklärung verdient einen Bonus." Draco griff in die Tasche und zählte erst gar nicht mehr nach.
„Sie hätte ja auch was verdient...", er nickte in Richtung Mrs. Tenerhale, „...aber mit Galleonen kann sie ja nichts anfangen. Ich werde ihr einen Champagner spendieren, dafür, dass sie so mit ihm redet. Mach den Mund zu, Weasley. Hey, der Lippenstift steht dir echt gut. Heiß."
Malfoy junior ließ eine perplexe und um Einiges reichere Ginny zurück. Gut, dass Harry schon vorgegangen war. Ein Teil von ihr hätte ihm das Geld am liebsten vor die Füße geworfen, aber mit seinen Argumenten hatte er ja eigentlich recht... Oh ja, sie war gut gewesen und für die ganze Aufregung hatte sie doch ehrlich etwas verdient, oder nicht?
Definitiv! Und zwar nicht nur Geld, sondern... Das würde sie sich jetzt holen – jetzt sofort!
Alle gingen wieder in die Große Halle – sie wollten feiern, tanzen und sie brauchten unbedingt etwas zu trinken, etwas Starkes, etwas, das der Situation gerecht wurde und sie würdigte. Die Mädchen verfolgten Snape und fanden, dass er jemand ganz anderes geworden war. Eigentlich sah er ganz gut aus, vor allem das Grün stand ihm und dieser Blick, mit dem er Hermione angesehen hatte... Diese Mrs. Tenerhale hatte echt Courage und vor allem recht: Wenn man mal den Snape ausblenden und den Mann sehen würde, waren sie eigentlich ein...Paar. Ein, wenn man es heute Abend genau betrachtete, ein echt heißes Paar. Wie hatte das bloß alles angefangen? Sie platzten beinahe vor Neugier und wollten unbedingt noch etwas herausfinden. Vielleicht im Laufe des Abends.
Harry wollte sich zusammen mit Dean, Seamus und ein paar anderen mal einen Feuerwhisky gönnen, da sie bisher noch nicht oft Gelegenheit gehabt hatten, den zu probieren.
„HARRY POTTER!"
Zu früh gefreut!
„Hey Schatz, Ginny, wir tanzen gleich wieder, hm? Nur ein bisschen was zur Erfrischung, ok?"
„Nein!"
„Nein?"
„Nein!"
„Ok? Was...was gedenkst du sollte ich dann tun? Tanzen, jetzt gleich?" Harry lachte – er kannte seine Freundin. Sie war ja so romantisch und ihm selbst gefiel der Abend ja auch.
„Nein!"
„Nein?" Jetzt wusste er gar nicht mehr, was sie wollte.
„Ähm, für dich einen Sekt auf Kürbiseis?"
Ginny rollte mit den Augen. Konnte er denn gar nicht...? Nein, wie auch? „Nein."
„Ein romantischer Spaziergang im Schein der Fackeln auf dem Gelände?"
„Mitkommen, jetzt!" Sie reichte ihm die Hand und zog ihn aus der Großen Halle.
„Ah, Befehle befolgen?"
„Jep."
Dean und Seamus sahen sie weggehen. „Hey, Harry, was geht?", riefen sie ihnen hinterher und lachten schon.
Der zuckte nur mit den Schultern und winkte rückwärts.
„Hast du Ginnys Blick gesehen?", fragte Dean seinen besten Freund.
„Ja, aber..."
„Was wollen wir wetten, dass Harry nachher mit einem roten Kopf wieder zurückkommt?"
„Was?" Seamus bekam nur einen bestimmten Blick von ihm zurück. „Oh...OOOOH...Oh...bin dabei!"
Sie gaben sich die Hand und behielten den Eingang im Auge.
„Äh, Schatz, wo geht's hin?", fragte Harry, weil sie doch eigentlich tanzen wollten. Nun, er hatte gedacht, sie wollten tanzen.
„In unseren Turm, siehst du doch. Du warst eben nicht da, als ich dich brauchte, aber jetzt brauche ich dich mehr."
„Sorry, du wolltest doch nur deinen Lippenstift holen und kamst nicht wieder, da habe ich noch..."
Mittlerweile waren sie in Ginnys Zimmer angekommen und sie zog ihn zu sich, legte ihre Arme um seinen Hals und begann, ihn zu küssen.
„Ui, womit hab ich das verdient?"
„Du hast es noch nicht verdient, du wirst es dir verdienen – JETZT!"
Sie zog ihn zum Bett und ließ ihn los. Dann zog sie sich langsam das Kleid aus und Harry bekam große Augen.
„Was kann ich für dich tun, Schatz?", fragte er voller Vorfreude, aber auch ziemlich nervös.
Ginny ließ noch einmal die Bilder von vorhin Revue passieren und hätte beinahe laut aufgekeucht. Ihr wurde heiß und kalt, aber sie konnte nicht noch länger warten, und wenn sie den Abend noch halbwegs genießen wollte, ohne jede Sekunde daran denken zu müssen, dann müsste sie sich jetzt trauen.
„Was du für mich tun kannst?", flüsterte sie, während sie sich aufs Bett legte und ihn mit sich zog. „Das...das...zeige ich dir jetzt..."
Zuerst nahm sie seine Hand, und führte sie dorthin, wo sie sie haben wollte und später lernte Harry noch Einiges mehr: Etwas für ihn – und sie – ganz, ganz Neues.
In der Großen Halle war es fast wie vorher, stellte Mrs. Tenerhale fest, als sie zusammen mit Minerva McGonagall hineinging, die sich auf sie stützte.
„Jean, ich glaube, sie haben die Situation gerettet."
„Ach, das war doch normal. Liebe und Eifersucht und..."
„Jetzt glaube ich es. Liebe, hm?"
„Oh ja."
„Ich muss mich jetzt mal um die Gäste kümmern, ich hoffe, es haben nicht noch mehr mitbekommen. Und einen Whisky holen, das ist unumgänglich."
Jean lachte. „Tun sie das. Und nein, ich glaube nicht. Viele waren draußen oder schon drin. Wir sehen uns sicher noch."
So war es auch. Ihre Kinder kamen jetzt erst mit dem Ehepaar Weasley wieder herein und hatten glücklicherweise diese etwas seltsame und aufregende Situation nicht mitbekommen. Sie würde sie später ein wenig aufklären und sie hoffte, dass Rose und Hugo diese netten Eltern von Ginny und Ron eingeweiht hatten, sofern sie es noch nicht gemerkt hatten.
Gut, jetzt konnte sie sich ihrer neuen Idee widmen, denn ihr war noch etwas eingefallen. Eben hatte ihre Hermione so wundervolle Worte über Severus, über ihre Liebe gesagt, dass sie fast in Tränen ausgebrochen wäre. Das hatte sie an ihre Vergangenheit erinnert – mal wieder – und ihr war ein Lied eingefallen, das sie ebenfalls damals mit ihrem Mann gehört und getanzt hatte. Ohne zu zögern ging sie zu der Band, wartete, bis sie Zeit hatten und sprach dann mit dem Dirigenten. Der kannte den Song, da er sowieso ein großes Repertoire aus den 40er bis 60er Jahren hatte, deren Musik sie sich verschrieben hatten.
Mit einem Lächeln aus tiefstem Herzen ging sie zu Severus und sagte, er sollte sich den Kopf frei machen und einfach mit Hermione tanzen, ohne auf irgendwelche Leute zu achten, und – er sollte vor allem auf den Text hören, denn das sei es, was zählt, was sie vorhin hatte sagen wollen.
Da war er wieder, er, wie sie ihn mittlerweile kannte, und sie war froh: Seine hochgezogene Augenbraue ließ dennoch ein ganz leichte, sanfte und beinahe erleichterte Miene durchscheinen.
„Mach es einfach – es ist, wie es ist."
Tatsächlich forderte er Hermione auf und sie war gerührt. Jean setzte sich an den Tisch, zwinkerte ihren Kindern zu und nahm Roses Hand in ihre. Die Weasleys schienen zumindest irgendetwas mitbekommen zu haben oder sie hatten es erzählt bekommen, jedenfalls war der Schock nicht so groß wie befürchtet.
Arthur drehte sich um und verfolgte das ungewöhnliche Paar. Schon immer war er ein freundlicher und aufgeschlossener Mann gewesen und hatte, wie auch Remus, Severus immer bedingungslos vertraut. Er gönnte ihm sein – wie es schien – endlich neu gefundenes Leben und er erkannte, dass es passte und so sein musste. Molly tat sich ein wenig schwerer, nicht, weil sie Severus nicht mochte oder vertraute, sondern weil es ausgerechnet Hermione war, die sie sich so für Ron gewünscht hatte. Sie seufzte schwer und versuchte, dem Bild, das sich ihr bot, etwas Gutes abzugewinnen.
Die Band fing an zu spielen, die ersten, ruhigen Töne...
Severus und Hermione blieben mitten auf der Tanzfläche stehen und er öffnete seine Arme, um sie in Empfang zu nehmen. Nur zu gerne nahm sie die Aufforderung an.
More than the greatest love the world has known, this is the love I give to you alone,
More than the simple words I try to say, I only live to love you more each day.
"Alles, was ich eben sagte, ist die Wahrheit, Severus. Du bist mehr, als ich mir je habe vorstellen können. Und jetzt wissen sie es. Das ist gut so, das musste so sein und jetzt sind wir frei."
„Sind wir das? Du vergisst all die, die mich hassen, immer noch hassen."
More than you'll ever know, my arms long to hold you so,
My life will be in your keeping, waking, sleeping, laughing, weeping,
„Ich habe keinen gesehen oder gehört. Und wenn, dann werden sie es irgendwann lernen – oder bereuen. Dann werden sie mich von einer anderen Seite kennen lernen, das verspreche ich dir. Wenn sie nicht verstehen, dass ich mein Leben, dass ich alles mit dir teilen will, ist es ihr Pech und nicht unseres."
Longer than always is a long long time, but far beyond forever you'll be mine.
I know I've never lived before and my heart is very sure, no one else could love you more.
„Wie kannst du mich so lieben, wie habe ich dich verdient, dass du dein Leben mit mir verbringen willst? Weißt du, wie lang das sein kann? Eine lange, lange Zeit, wir sind magisch."
„Oh ja, wir sind zauberhaft, ich weiß. Und ich weiß auch, wie lang das sein kann. Ich hoffe, es wird länger als für immer sein."
„Ich liebe dich.", brachte er über seine Lippen, diesmal und zum erstenmal ohne zu zögern.
„Und ich liebe dich mehr, mehr als es irgendjemand sonst je könnte."
So ging der Abend dahin. Severus löste noch sein, nein, Poppys Versprechen ein, dass er mit ihr tanzen musste und Hermione wurde von ihrem Vater aufgefordert, worüber sie sich sehr freute. Das bedeutete nämlich, dass alles gut war und dass er seine Einladung für Severus, für sie beide, ernst gemeint hatte – sonst hätte er sie auch niemals ausgesprochen.
Es wurde später und sie hatten noch ein weiteres Mal auf der Tanzfläche gestanden – wahrlich schon ein Wunder, wie sie fand. Auch, dass er den Kuss wiederholte in aller Öffentlichkeit, war ein Zeichen, dass sie sich nicht täuschte – nämlich dass er ganz genauso fühlte wie sie. Keiner hatte mehr etwas gesagt, sondern nur hin und wieder geguckt, was in der Natur der Dinge lag. Morgen, wenn wieder alle klar waren und ein neuer Tag angebrochen war, änderte sich das mit Sicherheit, aber das würden sie auch noch überstehen.
Severus unterhielt sich sogar ein wenig mit ihren Eltern, besonders mit ihrem Vater und sie schienen ein Thema gefunden zu haben, dass sie beide interessierte, worüber Hermione – und ihre Großmutter natürlich – unglaublich glücklich war.
Nach einem kleinen Mitternachtsimbiss spielte die Band noch ein paar Songs, die sie alle ausgelassen zu Ende feiern ließen und die Stimmung enorm hoben – weniger Romantik, dafür umso mehr Spaß und Freude am Leben, an der Freiheit, an...
Teacher's pet, I wanna be teacher's pet…
Hermione konnte es nicht fassen, was sie hörte. Die Musik und die Worte, die die Sängerin gerade von sich gab, war der absolute Knaller.
…as close to you as I can get…
Das steigerte nicht das gute Gefühl in ihr, sondern ließen die Rachegelüste in ihr wachsen, die sie schon seit ihrem kleinen Intermezzo vor ein paar Stunden in sich trug.
…That's the lesson we're guessin' you're best in…
'Das wollen wir doch mal sehen...', dachte sie bei sich. Das Grinsen auf ihrem Gesicht nahm gefährliche Züge an und Severus beobachtete sie still und konnte nicht ahnen, was mit ihr los war.
Er sollte es gleich erfahren.
Als sich ihre Eltern und ihre Großmutter verabschiedeten und auch andere Gäste in ihre Schlafräume gingen, machten sie sich auch auf den Weg – auf den gleichen Weg mit vielleicht ganz, ganz verschiedenen Zielen...oder?
Seit sie ihre Füße auf die erste Treppenstufe hinunter zum Kerker gesetzt hatten, hatte er ihre Hand genommen und sie waren gemeinsam in seine Wohnung gegangen. Zwar kam sowieso kaum jemand dort hinunter, und doch mussten sie jetzt nicht mehr aufpassen – wollten sie auch nicht mehr, warum noch? Es würde doch nichts mehr ändern. Das einzigste, was ihre Beziehung zum Scheitern bringen könnte, waren sie selbst, nur sie beide ganz allein.
„Darf ich…denn hier bleiben heute Nacht?", fragte sie sanft und streckte sich.
„Wieso sonst sollten wir gemeinsam hier hinuntergegangen sein?"
„Hm, ich glaube, dann werde ich mich langsam bettfertig machen." Sie gähnte hinter vorgehaltener Hand.
Severus war eigentlich noch nicht müde und er hatte gedacht, sie hätten sich noch ein wenig unterhalten oder…sich vielleicht noch anderweitig mit schönen Dingen beschäftigt. Das Kleid und die Schuhe und vor allem ihre Augen hatten wahrlich nicht den Reiz verloren, trotz ihres kleinen Zwischenspiels im Turm. Aber wenn sie müde war, würde er es respektieren. Trotzdem wollte er sie noch für einen kleinen Moment für sich haben.
„Noch einen Schlaftrunk?", fragte er und hoffte, sie würde nicht nein sagen. „Ich hatte für uns Champagner kaltgestellt und dachte…"
„Oh…", seufzte sie, „…Champagner…das brauchtest du doch nicht."
„Ich wollte es gerne, Hermione, jetzt sind wir für uns allein und...es ist..."
„Dann gerne, ich...habe glaube ich noch nie Champagner getrunken. Danke.", sagte sie verträumt und schenkte ihm ein liebevolles Lächeln.
Er ging in die Küche und ihr Lächeln wandelte sich zu einem maliziösen Grinsen. Oh nein, sie war nicht müde und sie hatte gerade, dank ein paar Gläsern Sekt vorher und der Aussicht auf das Highlight jetzt, die unschönen Dinge des Abends weit nach hinten verdrängt. Dieser Moment hier gehörte ihnen – ihm – allein. ‚Mir gehört er, voll und ganz und...'
Sie holte sich schnell ein Nachthemd aus ihrer Schublade in seinem Schlafzimmer, das sie nicht gedachte, anzuziehen, sondern nur auf den Sessel vor dem Kamin zu legen. Der Korken knallte und sie machte sich daran, umständlich an den hinteren Reißverschluss ihres Kleides zu machen.
Er kam mit zwei Gläsern zurück und reichte ihr eines. Weckte nicht dieses Getränk von jeher die Sinne der Menschen? Brachte ihre...Gelüste zum Vorschein? Vielleicht schmeckte es auch einfach nur gut oder...ließ ein paar Hemmungen fallen, die vielleicht auch gar nicht da waren – in doppeltem Sinne.
„Ich kann dir gleich helfen.", sagte er mit samtweicher Stimme.
„Ja, danke, aber trinken wir erst. Ich danke dir, Severus."
„Auf den besten Abschluss, jetzt ganz offiziell!", meinte er und küsste sie sanft und zärtlich. „Wie fühlst du dich, jetzt, da es alle wissen?"
„Was mir mehr Sorge macht, wie ist es für dich?"
„Für mich? Die Menschen haben immer über mich geredet. Ich möchte nur, dass du dich wohl fühlst, sonst...müssten wir..."
„Wir müssen gar nichts. Die Schule ist aus, ich werde nur noch diejenigen sehen, die es weiterhin wollen. Alle anderen können mich mal..."
„Hermione!"
„Ist doch wahr. Aber noch hat mir keiner...nun ja, nicht wirklich die Freundschaft gekündigt. Du bist mir wichtiger, du bist mir wichtiger als jeder andere hier, Mum, Dad und Oma ausgenommen. Wir sind wichtig und das zählt, und nichts bringt mich dazu, etwas zu ändern – nur du."
„Ich möchte nichts ändern.", stellte er fest und trank einen Schluck.
‚Mal sehen, ob du das nachher auch noch denkst.', dachte sie bei sich und hob ebenfalls das Glas zum Mund, damit er nicht ihr aufkommendes Grinsen sah.
„Möchtest du noch etwas?"
„Vielleicht...schenkst du uns noch ein Glas ein, aber dann nicht mehr." Sie schob ein leichtes, verhaltenes Gähnen hinterher.
„Du bist wirklich müde, oder? Du kannst ruhig schon gehen, es war ein langer Tag und wir haben die Ferien noch vor uns." Severus füllte die Kelche. „Ich stelle noch die Flasche kalt und gehe kurz ins Bad, dann komme ich auch."
‚Und ob du kommst.', antwortete sie lautlos und sah ihm hinterher. ‚Dieser Hintern in dieser Hose...bei Merlin. Jetzt werden wir mal die Rollen tauschen und ich bin die...Lehrerin.'
Als dieser eine, dieser bestimmte Song von der Band vorhin verklungen war, hatte sie schnell gefragt, ob man vielleicht eine CD von ihnen kaufen konnte – das war oft der Fall und sie hatte Glück gehabt. Schnell holte sie sie aus ihrem kleinen Täschchen, schob sie in den Player und schwang mit tiefsten – im wahrsten Sinne des Wortes – Gefühlen den Zauberstab. Es funktionierte und die Musik begann...
*Doris Day: „Teacher's Pet"*
Teacher's pet, I wanna be teacher's pet
I wanna be huddled and cuddled as close to you as I can get
(That's the lesson we're guessin' you're best in)
Mm, teacher's pride, I wanna be teacher's pride
I wanna be dated, paraded, the one most likely at your side
(Ya got a burnin' yearnin' to learn)
I wanna learn all your lips can teach me
One kiss will do at the start (are you really?)
I'm sure with a little homework I'll graduate to your heart
Teacher's pet, I wanna be teacher's pet
I wanna take home a diploma and show Ma that ya love me, too
So I can be teacher's pet long after school is through
"Musik?", kam es aus der Küche.
„Oh ja, die waren genial, findest du nicht? Ich habe für uns eine CD gekauft."
„Ja, es hat mir sehr gefallen."
„Das hatte ich mir gedacht." „Mal sehen, ob dir der eine Song gleich auch so gut gefällt...", murmelte sie unhörbar hinterher.
Sie entfachte das Feuer im Kamin. Ja, draußen war Sommer, aber nachts im Kerker konnte man nicht gerade von einer warmen Umgebung sprechen. Oh nein, gleich würde es hier heiß werden, und das nicht von den Flammen.
Er hörte das Knistern des Holzes. „Ist dir kalt?", rief er aus dem Bad.
„Nur ein wenig. Oben war es noch warm und das Tanzen...und jetzt hier unten..."
In einer blitzartigen Sekunde fiel ihr sein Zauberstab ein. Er hatte ihn auf den Couchtisch gelegt und er sollte so leicht nicht wieder rankommen, sie hatte Pläne, die er damit nicht so leicht zunichte machen sollte. Auch mit einem Accio dürfte er ihn nicht rufen können. Schnell sah sie sich um. Wohin? Sie biss sich auf die Unterlippe, drehte sich im Kreis und dann fand sie den perfekten Ort: Schnell nahm sie ihn und klemmte ihn vorsichtig zwischen die Saiten des immer offenstehenden Flügels. Da würde er nicht nachsehen und der Zauberstab würde festklemmen – Accio hin oder her. Fast hätte sie sich selbst auf die Schulter geklopft, aber dafür war es noch zu früh, das würde sie hinterher machen, nachdem... Immer langsam, ein Schritt nach dem anderen.
Lange konnte es nicht mehr dauern, bis er zurückkam. Geräuschvoll streckte sie sich, gähnte und zog den Reißverschluss ihres Kleides auf – sie kam ganz gut heran entgegen ihrer vorhergehenden...Show.
Kurz stutzte er, als er sah, dass sie sich gerade einen Träger ihres Kleides bis auf die Oberarme heruntergezogen hatte.
„Ich habe mein...Nachthemd schon hier, deshalb ziehe ich mich hier vor dem schönen, warmen Feuer um."
Er nickte nur, ohne noch genauer hinzusehen.
Es war ja nicht so, dass er nicht an ihrem Anblick interessiert gewesen wäre – im Gegenteil. Sie hatte nur allzu deutlich gemacht, dass sie müde war und daher wäre es eine kleine Selbst-Quälerei gewesen, sie zu betrachten und doch sie nicht spüren zu dürfen. Niemals wollte er das tun, wenn sie es nicht wollte.
Severus ging an seinem Bücherregal entlang. „Mir ist vorhin beim Essen noch etwas eingefallen, was ich deinem Vater zeigen wollte, welcher Titel war es nochmal..." Er sprach mehr oder weniger mit sich selbst und ging eine Reihe nach der anderen durch.
Ein paar Sekunden später hörte er ein Seufzen von ihr und drehte sich kurz um. Mit geschlossenen Augen zog sie den Träger ihres BHs auch bis über die Schulter und fuhr anschließend mit der Hand über ihr Schlüsselbein und dann über den Hals.
Dieses überaus leise Ausatmen von ihm hatte sie gehört und sie durfte auf keinen Fall grinsen. Völlig unschuldig ging sie auf der anderen Seite genauso vor, zog den zweiten Träger des Kleides hinunter und ließ extra den Stoff ein wenig rascheln. Sie ahnte, dass er sich wieder umdrehen würde, wenn sie noch einmal seufzte und dabei wie zufällig über den Rand ihres BHs strich. Also tat sie es – immer noch vorgebend, die Augen geschlossen zu haben.
Was war nur mit ihr los? Sie machte keine wirklichen Anstalten, sich umzuziehen und stand stattdessen vor dem Kamin und... Was machte sie da eigentlich? Er schüttelte mit dem Kopf, und zwar über sich selbst. Sie war nur müde und ließ sich Zeit, weil ihr kalt war. Kalt war ihm allerdings nicht, denn sie so zu sehen, machte es ihm ein wenig wärmer.
‚Es sind erst ein paar Stunden her...', dachte er für sich, ‚...und schon denkst du wieder daran...'
Besser die nächste Buchreihe vornehmen. Wieso konnte er sich nicht konzentrieren? Musste der Alkohol und der so ungewohnte Abend sein!
Hermione ließ das Kleid von ihrem Körper gleiten und es fiel ihr zu Füßen – allein das verursachte schon ein Geräusch, das man erkennen konnte.
Tat mann auch, denn er drehte sich wieder um und atmete tief ein. Zum erstenmal sah er ihre neue Wäsche vollständig und sie gefiel ihm außerordentlich gut – gut angelegtes Muggelgeld, wie er fand. Diesen kleinen Vorgeschmack in Form ihres Höschens in seiner Hosentasche hatte er ja nicht eingehend betrachten können und den BH schon mal gar nicht, weil sie ihn schon vorher hatte verschwinden lassen.
Sie stand mit dem Gesicht zum Kamin und so konnte er ihren Rücken und noch andere Regionen eingehender betrachten. Die Dessous waren aus schwarzer Spitze, die mit ganz filigranen Silberfäden durchzogen war. Der Slip war nicht zu knapp, aber bestand auch nicht aus zu viel Stoff – genau richtig, um ihre äußerst wohlgeformten Rundungen so richtig zur Geltung zu bringen.
Sie umschlang sich selbst mit den Armen und legte den Kopf in den Nacken, offenbar die Wärme genießend. Wie gerne hätte er jetzt selbst seine Arme um sie geschlungen und seine Hände…
Schnell wandte er sich wieder ab, denn ein bestimmtes Gefühl kam auf, als seine Augen noch einmal auf ihren Po wanderten.
Nächste Reihe.
Die hatte er zur Hälfte durch, als ihn ihr ganz leises „Hmm" wieder durcheinander brachte. Sie ließ ihre Hände über ihre Arme gleiten, strichen an ihren Seiten entlang, über die Hüfte und dann über ihre Rückseite. Severus wusste gar nicht, was los war. Nein, so war sie nicht, nicht sie, oder doch? Nein! Sie hatte zwar schon einmal klare Ansagen gemacht, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Ihre Bewegungen hielten ihn trotzdem gefangen und er merkte, dass er dabei war, den Kampf mit sich selbst zu verlieren. Ein Stromstoß ging direkt in seine Mitte und dieses typische, daraus resultierende Kribbeln machte sich breit.
‚Bitte nicht.', wies er sich an und besah sich die gleiche Reihe ein zweites Mal.
Als ein Träger ihres BHs herunterrutschte – das hatte sie wirklich nicht gewollt, oder doch – ließ sie ihn einfach so und ging einen Schritt weiter. Mit einer Hand strich sie über ihre Brüste und dachte dabei an ihn, wie er es vor ein paar Stunden gemacht hatte. Der Gedanke ließ sie leise stöhnen und die Augen schließen, während sie damit weitermachte.
Ihm war das natürlich nicht entgangen – sein Körper hatte ihn für ihre Stimme sensibilisiert. Langsam ging er näher und beobachtete sie dabei. Was ging hier vor? Ohne dass er sich wehren konnte, merkte er, wie seine Hose enger wurde. Das würde ja eine Qual werden. Entweder würde er sie überreden müssen oder es… ‚Nein, nein, auf keinen Fall.' Beides nicht. Niemals würde er es tun, wenn sie es nicht wollte und er würde nicht selbst…
„Kann ich dir helfen?", raunte er hinter ihr Ohr und sie zuckte zusammen. Er konnte beim besten Willen nicht herausfinden, was gerade in ihr vorging.
„Was? Oh, oooh, entschuldige. Ich…mir...wurde es endlich wärmer und dann kamen mir unsere…Momente von vorhin in den Sinn."
„Mir auch, glaub mir.", gab er zu, massierte leicht ihre Schultern und schob beide Träger ein wenig tiefer. Als er sich zu ihr herabbeugte, kitzelten seine Haare ihren Nacken und sie befreite sich aus seinem Griff.
„An das hier wirst du dich noch länger erinnern...", murmelte sie leise, als sie zum Sessel ging und ihr Nachthemd nahm.
„Was hast du gesagt?"
„Ach nichts."
Gut, er merkte, wann er aufhören musste. Nicht gut. Wenn er auch nicht wusste, was vor sich ging, eines wusste er ganz genau: Diese Hose war nicht dafür gemacht, sie zu tragen, wenn man...
‚Oh Merlin', dachte er, und haderte mit sich. Schließlich würde er nicht erklären können, sich plötzlich umziehen zu wollen, wo er doch noch das Buch suchen wollte, oder schlimmer noch, das Dilemma anderweitig zu lösen – sie würde es mitbekommen...sie würde es wissen.
Bei welcher Reihe war er nochmal gewesen? Die zweite von unten kam nun dran, oder? Severus seufzte leise und das Bücken machte es ihm nicht gerade leichter.
Hermione schmiss derweil das Nachthemd wieder achtlos in den Sessel und spürte noch seine Berührungen. Hatte sie sich getäuscht oder tatsächlich gefühlt, dass er schon ein wenig auf ihre Aktionen angesprungen war? Er doch nicht! Oder doch? Nun, sie würde es herausfinden. Zeit, weiterzumachen. Immerhin hatte sie Rache geschworen und er sollte sich demnächst lieber zweimal überlegen, wie er sich...verhielt, obwohl es ihr ja, wie sie zugeben musste, sehr gefallen hatte. Trotzdem, er konnte nicht immer das tun, was er wollte.
Ein tiefer Atemzug, ein tieferer Schluck aus dem noch gefüllten Champagnerkelch und dann...
...schloss sie die Augen und stellte sich vor, wie er mit seinen Händen überall an ihrem Körper gewesen war – auf dem Bauch, den Beinen und... Sie bückte sich und streichelte sich selbst, von den Knöcheln angefangen, über die Knie bis auf die Innenseite ihrer Oberschenkel. Eine Hand setzte die sanften Berührungen fort, während die andere begann, mit dem Rand ihres Slips zu spielen. Mittlerweile war sie ganz in ihren Erinnerungen und glaubte, ihn zu spüren.
Ihre kleinen Seufzer waren nun nicht mehr gespielt, sondern echt, und dass ein paar Bücher aus dem Regal krachend auf den Boden fielen, weil er sich dagegen gestützt und daran festgehalten hatte, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren – nachdem er sie gesehen hatte – bekam sie gar nicht richtig mit.
Er konnte nicht anders als sie anzustarren und verstehen zu wollen, was sie da gerade tat. Als eine ihrer Hände zu ihrer Brust wanderte, sah er ihre mittlerweile fest aufgerichteten Spitzen durch...die halb durchsichtige Spitze ihres BHs und ihm entwich ein „Das glaub ich nicht...".
Ihre andere Hand, die bisher nur mit dem Rand des Slips gespielt hatte, verschwand nun gänzlich unter dem Stoff und ihr Mund öffnete sich vor Lust und Verlangen.
Wie benebelt griff er an seine Hose, öffnete den Gürtel, den ersten Knopf und brachte ein wenig Ordnung dort, wo ihm der Stoff keinen Platz mehr ließ.
Als sie begann, den BH auf einer Seite ein tiefer zu schieben, sodass er den Blick auf ihre zarte, nackte Haut freigab, war ihm klar, dass er aus der mittlerweile misslichen Lage nicht mehr ohne Hilfe rauskam.
Sie schlug die Augen auf, als er plötzlich vor ihr stand und sich daran machte, ihre andere, wohlgeformte Brust aus dem Stoff zu befreien.
„War das gerade eine Einladung?", fragte er mit schwerem Atem und wartete nicht ihre Antwort ab, sondern begann, sie mit dem Mund zu verwöhnen.
„Ei...gent...lich nicht.", sagte sie, um Fassung ringend. Das hier lief gerade falsch.
„Nicht?", unterbrach er seine Bemühungen.
„Entschuldige, ich habe...mich...ein wenig...gehen lassen. Das Bild muss ja erschreckend für dich gewesen sein.", log sie.
„Erschreckend?", stieß er aus. „Nicht direkt."
„Ich...ich zieh mich dann jetzt um. Such du nur weiter. Das kommt nicht wieder vor."
Nein – genau das sicherlich nicht. Es war an der Zeit, ihn aus der Reserve zu locken. Als er sich viel zu langsam umdrehte, hatte sie gesehen, dass ihre Bemühungen nicht umsonst gewesen waren. Es war nur noch eine Frage von Minuten, bis er es nicht mehr aushalten würde.
Die Häkchen des BHs waren schnell geöffnet und er landete auf dem Kopfteil des Sessels. Sie nahm das Nachthemd und machte es sich auf dem Polster bequem. Aus den Augenwinkeln hatte er schon gesehen, dass sie sich nun umzog, wie sie gesagt hatte, aber warum dauerte das so lang?
‚Verdammt, schon dieselbe Reihe zum viertenmal...'
Er versuchte sich am nächsten Regal.
Das Nachthemd war nur ein Accessoire, das so gut wie unbeachtet auf der Lehne lag. Hermione schnurrte beinahe wie ein Kätzchen, legte den Kopf zurück und streichelte mit beiden Händen über ihren Hals, ihre Schultern und blieben auf ihren Brüsten liegen. Zu wissen, dass er sie sehen würde, brachte ihr mehr...Gefühl, als sie jemals gedacht hatte, und nach einem weiteren Schluck Champagner verlor sie noch ein paar mehr ihrer Bedenken. Die Impulse, die sie sich selbst gab, gingen direkt in ihre Mitte, daher ließ sie erneut ihre rechte Hand unter den zarten Stoff gleiten und ihren empfindlichsten Punkt suchen – und finden, wie ihr Stöhnen verriet.
In dem Moment war die Sucherei nach dem Buch beendet – unfreiwillig, dafür umso mehr...willig. Fast war er sich sicher, dass es kein Zufall mehr war, was sie da tat, aber die letzte Überzeugung fehlte noch.
Er stellte sich vor sie und versuchte auch nicht mehr, seine eigene Erregung zu verbergen. Links und rechts stützte er sich mit den Händen auf den Sessellehnen ab und kam ihr immer näher.
„Bist du sicher, dass ich dir nicht helfen kann?", fragte er und holte sich einen intensiven Kuss, den sie nur zu gerne in Empfang nahm. Währenddessen knöpfte sie ihm das Hemd auf und fuhr mit ihren Fingernägeln über seine Haut, was ihn die Luft anhalten ließ.
„Kannst du die Knöpfe weiter unten auch dazunehmen?", bat er sie und sah an sich herunter.
„Hmm...", überlegte sie.
„Bitte!"
„Mach du es für mich!"
Den befehlenden Ton ignorierte er – bewusst oder unbewusst. „Vorhin wolltest du es tun!"
„Jetzt nicht.", bestätigte ihre feste Stimme. „Öffne die Knöpfe selbst."
Severus blieb vor ihr stehen, seine Beine rechts und links neben ihren abgestellt – sie lag mehr oder weniger im Sessel – und knöpfte seine viel zu enge Hose auf. Ein kleiner Seufzer der Erleichterung kam über seine Lippen, für einen großen war das noch viel zu wenig.
„Und jetzt?", fragte er.
Hermione strich – wie vor ein paar Stunden – an seinen Hosenbeinen entlang, machte auf seiner deutlichen Erregung Halt und massierte ihn ein wenig.
„Jetzt? Jetzt...kannst du gehen."
„Gehen? Wohin?"
„Wohin du willst. Ich bleibe hier. Mach was du willst..."
„Wie bitte?"
„Hattest du nicht noch etwas zu...tun?"
„Ja, ganz sicher habe ich das!"
„Denke ich auch."
Als er sich wieder zu ihr herunterbeugte, drehte sie sich weg. „Du kannst auch hier bleiben, noch ein Schlückchen Champagner trinken und dich hinsetzen – dort drüben in den anderen Sessel."
„Wieso sollte ich?"
„Du kannst natürlich auch das Buch suchen, sicher..."
‚Das darf nicht wahr sein.', dachte er, aber hörbare Worte brachte er nicht heraus, so durcheinander war er.
Als wenn er nicht da wäre, schloss sie wieder die Augen und ließ diesmal ohne zu zögern ihre Finger unter den Slip gleiten. Langsam und sinnlich rieb sie über ihre Knospe und leckte sich über die Lippen.
Noch immer stand er vor ihr und wusste nicht, was er tun sollte. Wie konnte das sein? Eine offenbar äußerst erregte Frau vor ihm und er wusste nichts daraus zu machen? Ein Teil von ihm aber wusste ganz genau, was es wollte. Er gönnte sich eine kurze Berührung dort, wo er sie am dringendsten brauchte und das war ein Fehler, denn das machte es noch schlimmer.
„Hmm...", machte sie und sah auf die Stelle ihrer...Begierde. Sie hatte es gesehen, ‚bei Merlin.'
„Wieso...machst du nicht weiter?", fragte sie mit einem frechen Grinsen und langsam dämmerte ihm, was hier vorging.
„Du willst Rache, habe ich recht?"
„Rache? Wofür? Neiiin...ich...ich...mir ist nur ein wenig...heiß."
„Heiß ist dir? Ich könnte dem abhelfen."
„Wenn du es so anbietest, wieso...setzt du dich nicht in den anderen Sessel?"
„Folgst du mir?"
„Oh ja...wie ein Haustierchen seinem...Lehrer.", flüsterte sie.
Er machte es sich in dem Sessel bequem und sie kam tatsächlich nach, verwickelte ihn in einen Kuss und tat so, als wollte sie sich auf ihn setzen. Ihren Po hatte er schon fest im Griff, als sie sich mit größtmöglicher Kraft wieder hinstellte und ihn anlächelte.
„So nicht. Jetzt bin ich diejenige, die die Anweisungen gibt, Herr...Professor. Jetzt gibt's neue Lektionen."
„Was, was...kann ich...tun, dass du wieder...herkommst?", fragte er abgehackt und brachte seinen Blick nicht höher als auf ihre so wunderschönen, erregten Brüste.
„Nicht...viel. Oh, nein, nein, lass dein Hemd an. Das sieht...sexy aus."
‚Schön', dachte er, ‚...und ich vergehe vor Hitze.'
„Ich kann ein wenig für dich tun.", erklärte sie und beinahe hätte er vor Erleichterung gejammert. Tja, das wäre nur zu früh gewesen.
Erneut massierte sie ihn und sah im dabei aufreizend in die Augen, die dunkel und voller Lust waren.
„Bitte...", bettelte er, „...können wir...einen Schritt...weitergehen?"
„Natürlich, Sev..." Abrupt hörte sie auf, stellte sich aufrecht hin und streichelte sich wieder selbst.
„Das ist ein Schritt zurück...Hermione!"
Wieso nahm er sie sich nicht einfach? Vielleicht war es die Überraschung, die Verschiebung der...Denkkraft, Neugier oder...die bis ins Unermessliche gesteigerte, eigene Lust? Doch nicht mit ihm! Sie würde schon sehen, was er mit ihr machte, wenn sie erst einmal auf seinem Bett...
„Accio Zauberstab."
Kein Zauberstab. Der war doch eben noch auf dem Tisch gewesen... ‚Kleines Biest – hat an alles gedacht.' Da half eigentlich nur noch eines – abwarten, was ihr noch einfiel.
„Nun, das ist kein...Rückschritt."
Sie nahm seine Hand und führte sie dorthin, wo sie sie haben wollte. Mit Hilfe seiner eigenen Finger steigerte er seine Erregung, die beinahe schmerzhaft wurde. „Du dir, ich mir..."
„Das ist nicht...dein Ernst..."
„Oh doch! Das hast du schon mal gehört, und jetzt ist es soweit."
„NEIN!"
„Tja...das macht ja nichts. Ich...mache...jedenfalls weiter."
Sie ging wieder in ihren Sessel, holte tief Luft und setzte fort, was sie begonnen hatte. Mit offenem Mund sah er ihr zu und konnte seine Augen nicht abwenden. Als sie zu stöhnen begann, wanderte seine Hand von ganz allein unter seine Shorts. Nach ein paar Sekunden zwang er sich, damit aufzuhören. Peinlicher konnte es ja nicht werden!
Als sie merkte, dass er...ihren Plan nicht fortsetzte, ging sie wieder zu ihm und nahm den Champagnerkelch mit.
„Hier, trink einen Schluck, das...hilft vielleicht." Sie hielt ihn ihm vor den Mund und er konnte ihren Duft riechen, der von ihr selbst an ihren Fingern haftete.
Automatisch trank er und sie stellte das Glas wieder weg. „Und, besser?"
„Bitte komm her.", jammerte er.
Langsam kam sie und strich ihm über den Mund, woraufhin er ihr Handgelenk packte und an ihren Fingern sog, einer nach dem anderen. Seine Erregung wurde immer härter und pochte unaufhörlich gegen die Shorts. „Ich kann nicht mehr lange...warten."
„Ich auch nicht, deshalb..." Ohne weitere Erklärungen zog sie vor seinen Augen ihren eigenen Slip – wieder quälend langsam – aus und...tat nichts weiter, außer zwei Schritte nach hinten zu gehen.
„Hermioneee... Du wolltest doch..."
„Wer sagt das? Du! Du solltest! Tu es, ich will es sehen!", sagte sie an.
„Bist du...wahnsinnig? DAS tue ich NICHT!"
„Ach nein? Ich schon..." Auf dem Weg in ihren Sessel trank sie ihr Glas leer, zeigte ihm ihre so schöne Kehrseite, setzte sich, nein, räkelte sich regelrecht in das Polster und fuhr sich mit den Fingern über ihre Lippen, bevor sie – diesmal ganz offensichtlich für ihn – sie zu ihrer eigenen Befriedigung benutzte.
Als er sah, dass sie es tatsächlich tat...vor seinen Augen, wäre er fast gekommen. Der Anblick erregte ihn fast mehr, als wenn er sie jetzt und hier nehmen würde. Das Pochen in ihm wurde schmerzhaft und er fand keinen anderen Ausweg, als es selbst in die Hand zu nehmen. Ohne die Augen von ihr zu lassen, rieb er seine Erektion und stellte sich vor, ihre Hände würden ihn verwöhnen.
Mit Genugtuung sah sie ihm zu und unterbrach den Blickkontakt nicht. Endlich hatte sie ihn soweit. Schon oft hatte sie sich vorgestellt wie es wäre, ihn so hilflos zu wissen. Sie hatte darüber gelesen, wie es für Männer war, aber sie wollte unbedingt einmal selbst sehen, wie es war, wenn sie den Spieß umdrehte – und jetzt konnte sie es verstehen: Es war ungemein erregend, ihn so zu sehen, wie er sich fallen ließ.
Und dann...
...hörte er auf einmal auf. „Ich...KANN...DAS NICHT! Bitteee..."
„SITZEN BLEIBEN!", befahl sie und er gehorchte, ohne zu wissen, wie.
Seine flehenden Lippen und Augen machten sie verrückt. Sie glaubte, ihn noch nie zuvor so anziehend gefunden zu haben. Sie konnte nicht mehr länger warten, musste sie selbst zugeben. Mit einer Hand knetete sie ihre Brust und mit der anderen...ließ sie alle Hemmungen fallen. Nach ein paar kurzen, aber gezielten Bewegungen über ihren bis aufs äußerste erregten, empfindlichsten Punkt, kam sie mit einem Schrei und hätte ihn fast mitgerissen, hätte er nicht das letzte Bisschen Selbstbeherrschung aufgebracht.
„Schei***", hörte sie ihn rufen, „HERMIONE, KOMM, JETZT!"
„Schon geschehen...", stöhnte sie und schenkte ihm ein Lächeln, das er nie wieder vergessen würde.
Aufgrund ihrer eigenen, kleinen Erlösung, die noch nicht ganz vollendet war, hatte sie ein Einsehen mit ihm und stand wieder auf.
„Her-mi-… BITTE! SOFORT!", presste er mit letzter Kraft hervor und sie kam näher. Sein Atem ging nur noch stoßweise und er hätte alles dafür gegeben, wenn nicht nur sein Atem auf diese Art und Weise gekommen wäre. Er hätte sie an sich reißen und sie sich nehmen können, aber etwas in ihm konnte dies nicht tun, wollte nicht, war nicht fähig dazu...
„HERMIONEEE!"
Immer näher, näher… Sie strich ihm über die Oberschenkel und das ließ ihn wieder beinahe kommen. Um ihn noch mehr zu reizen, wollte sie sich in aller Ruhe die Pumps ausziehen, aber da hatte sie die Rechnung ohne ihn gemacht.
„LASS WENIGSTENS DIE VERDAMMTEN SCHUHE AN!" Oh ja, die hatten es ihm den ganzen Abend schon angetan.
„Ok, ok..." Ein entschuldigender, sehr intensiver Kuss war die Folge, wonach sie ihm noch einmal genüsslich über seine Lippen leckte und sie sich mit ihrer Hand seiner pochenden, schon schmerzhaften Erektion näherte und...daran vorbeiglitt.
Stattdessen nahm sie seine Hand und führte sie wieder dorthin, wo sie sie haben wollte, sehen wollte.
Als sie anschließend ihre Beine rechts und links ganz eng neben seine stellte, dass sie direkt über ihm stand, um sich dann erneut – einschließlich des provozierenden Blicks – mit zwei Fingern zu einem zweiten Höhepunkt zu verhelfen, war es mit der letzten Beherrschung dahin. Er konnte es nicht mehr verhindern und kam mit einem tiefen, entsetzten und gleichzeitig unendlich lustvollen Schrei.
Keiner von beiden konnte mehr richtig atmen. Sie vor Überwältigung und immer noch andauernder Erregung und er vor Erlösung und Scham. Doch die nahm sie ihm indem sie sich auf ihn setzte, ihn küsste und jetzt ganz entspannt mit seiner Zunge spielte.
„Die Rache wird fürchterlich.", kündigte er an, als er wieder Luft bekam.
„Oh nein... JETZT sind wir quitt. Ich hoffe, du hast die Lektion gelernt...nicht immer nach deinem Willen. Ich bin nicht immer deine...Spielgefährtin."
„Du bist die Inkarnation einer slytherinschen Göttin."
„Gibt es die? Ich bemühe mich...", grinste sie und zog ihn ins Schlafzimmer.
‚Warte nur ab... Irgendwann wird es dich einholen.', sagte er, aber nur in Gedanken.
Er war schon länger wach an diesem Morgen und betrachtete sie. Sie hatte so viele Seiten an sich, die er noch gar nicht kannte oder immer übersehen hatte. Und er hoffte, er würde noch lange Zeit Gelegenheit haben, alles über sie herauszufinden – mit ihr alles herauszufinden. Allerdings wagte er es nicht, an die vergangene Nacht zu denken, sonst würde ihm noch die Schamesröte ins Gesicht steigen – den das hatte er noch niemals erlebt.
Jetzt war der Tag da, der erste, an dem sie offiziell keine Schülerin mehr war und…offiziell…die Frau, nein, die – das Wort war so dermaßen ungewohnt, dass er es kaum denken konnte – Freundin an seiner Seite.
Mehr noch: Seine Gefährtin, die, die seinen Weg, sein Leben begleiten sollte, wenn sie es wollte. Und sie wollte, das hatte sie ihm schon mehrmals deutlich gemacht. Gab es keinen Haken mehr? Sollte ihn sein Gefühl nicht trügen? Gefühle, die er erst lernen musste? Die, die er im Begriff war zu lernen? Endlich?
Sie würden noch einiges besprechen müssen und er wusste nicht, was sie für die Ferien geplant hatte. So gerne würde er mit ihr Zeit verbringen, aber er wollte erst hören, was sie zu sagen hatte. Und dann war da noch die Sache mit ihrem Praktikum. Seit sie sich entschieden hatte, auf Hogwarts zu wohnen, ging es ihm durch den Kopf und er hatte nicht die geringste Ahnung, wie er damit umgehen sollte. Mit jemandem zusammen zu sein, war eine Sache, die Wohnung zu teilen, eine andere. Es half nichts, sie mussten reden.
Hermione regte sich und schlug die Augen auf. Als sie ihn sah, wie er sie betrachtete und sich dabei auf einen Ellbogen stützte, lächelte sie voller Liebe.
„Guten Morgen."
„Ebenso, du Hexe…kleine Hexe.", relativierte er sofort und schaute sie streng an.
Sie kicherte in die Decke und wurde ein wenig rot. „Du hast es mir nicht verziehen, hm?"
„Ich werde es nie wieder vergessen, sagen wir es so. Und glaub mir, das wird Konsequenzen haben – irgendwann."
„Wir waren quitt, Herr Lehrer."
„Oh nein, ganz und gar nicht. Du solltest dich nicht in Sicherheit wiegen, das verspreche ich dir..."
tbc
