Kapitel 4

Es gab keinen Ausweg.

Izaya hatte das komplette Gebäude durchkämmt und nichts gefunden, das ihn hier raus helfen konnte.

Frustriert war er wieder ins Musikzimmer zurückgekehrt, wo das Piano noch immer seine verstörende Melodie spielte. Diesmal ließ er es jedoch spielen.

Diese Stille war auf Dauer auch nicht zu ertragen. Und dieser Raum bot eine gewisse Abwechslung. Auch konnte er sich mit Musik viel besser konzentrieren.

„Wenn ich nur wüsste, wie ich hier wieder raus komme..."

Seine Kopfverletzung hatte sich in der Zwischenzeit vollständig geschlossen. Was blieb waren nicht enden wollende Kopfschmerzen und manchmal viel es seinen Augen schwer, bestimmte Punkte zu fokussieren. Wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung, die bei der schwere der Verletzung aber nicht sonderlich verwunderlich war.

Er hatte schon mit dem Gedanken gespielt wieder zurück ins andere Gebäude zu gehen, denn wenn er sich recht erinnerte, hatte er dort eine Krankenstation gesehen, die vielleicht noch Medikamente beinhaltete.

Aber dann erinnerte er sich an diesen Verrücken mit dem Vorschlaghammer und er verwarf diesen Gedanken wieder. Ohne eine vernünftige Waffe würden ihn keine zehn Pferde wieder hier raus bekommen, auch wenn das bedeuten würde, dass er hier elendig verhungern oder verdursten würde...

„Eine wirklich verzwickte Lage..."

„Das kannst du laut sagen..." antwortete Izaya darauf.

...

Warte mal!

Erschrocken fuhr er herum.

Dort an dem eben noch verlassenen Piano saß eine junge Frau. Oder besser gesagt ihr Geist. Ihr kompletter Unterleib war zerfetzt und es schien ihr Probleme zu bereiten, sich aufrecht zu halten.

Izayas erster Gedanke war es hier so schnell wie möglich zu verschwinden. Er konnte es sich selbst nicht erklären, aber jeder Nerv in seinem Körper schrie, dass er rennen sollte.

Und doch blieb er stehen.

Der Geist stand plötzlich direkt vor ihm, ihre Finger lagen auf seiner Brust.

Und dann geschah es.

Noch ehe er reagieren konnte, steckte plötzlich ein Messer in seiner Brust. Wo sie es so schnell her hatte, konnte er nicht sagen, aber der Schmerz, der ihn durchzog war Beweis genug, dass er sich das hier nicht einbildete.

Sollte er wirklich jetzt und hier sterben? Und warum konnte er sich nicht mehr bewegen?!

Sie griff das Messer und riss es mit einer brutalen Bewegung nach oben. Die Klinge glitt durch seinen Körper wie durch Butter.

Er wurde buchstäblich ausgeweidet...