Kapitel 10
„Irgendwo hier muss es doch etwas geben!"
Verzweifelt wühlte sich Izaya durch Ordner alter Unterlagen, doch nirgendwo auch nur ein Anhaltspunkt, der ihm weiterhelfen konnte.
Es war fast so, als ob das ganze Gebäude sich gegen ihn verschworen hatte. Er sollte hier einfach keine Informationen finden.
„Unter diesen Umständen wirst du nichts finden…" meldete sich eine Stimme hinter ihm und ließ ihn herumfahren.
Erst dachte er, dass es wieder ein Geist war, doch dann erkannte er ein Mädchen in ungefähr seinem Alter.
„Die Geister haben die Angewohnheit, die Umgebung so zu verändern, dass sie dir das verweigern, was du wirklich suchst."
„Und du weißt, wonach ich suche?"
Seit seinem Zusammentreffen mit Kizami, war er sich nicht mehr so sicher, dass er überhaupt noch jemanden trauen konnte.
„Ich weiß so einiges."
Sie zeigte ihm ein eiskaltes Lächeln, dass keinen Zweifel daran ließ, dass sie dabei wahrscheinlich auch auf andere Sachen anspielte.
„Ich kann dir helfen, wenn du willst."
„Ich kann mich nicht erinnern, dich nach deiner Hilfe gefragt zu haben…"
Ihr Grinsen wurde noch breiter: „Dann wirst du hier sterben."
Sie drehte sich um und ging in Richtung Flur.
„Warte!"
Izaya wusste selbst nicht, wieso er das tat, aber scheinbar würde er ihre Hilfe wirklich benötigen.
„Hast du es dir doch anders überlegt?"
„Was habe ich schon für eine andere Wahl…"
„Hm, scheinbar bist du doch nicht so dumm, wie ich dich eingeschätzt habe…"
Sie setzte sich auf einen der prall gefüllten Kartons und bedeutete ihm es ihr gleichzutun.
„Eine Sache musst du mir versprechen. Alles, was ich dir jetzt erzähle, bleibt unter uns. Kein Wort zu irgendjemanden. Verstanden? Das ist alles, was ich als Gegenleistung verlange, da ich selbst diesen Ort nicht mehr verlassen kann."
Der letzte Satz wurde eher beiläufig erwähnt, aber Izaya verstand sofort, was sie damit meinte. Sie war nicht mehr am Leben…
„Glaub mir, dass habe ich nicht vor."
„Gut, wenn nicht, werde ich höchstpersönlich dafür sorgen, dass du das hier nicht überlebst."
Diese Drohung wurde mit einem Lächeln ausgesprochen, aber es wäre wohl ziemlich dumm gewesen, sie nicht ernst zu nehmen.
„Eigentlich ist es ganz einfach…"
