Kapitel 23
Die Zeit schien überhaupt nicht verstreichen zu wollen.
Gezwungen zu sein auf etwas zu warten, war das Schlimmste, was ihnen in dieser Situation hätte passieren können. Zwar waren sie hier relativ sicher, aber nicht zu wissen was außerhalb dieser vier Wände passierte, war für beide eine Belastung.
Kizami hatte in dieser Zeit schon gefühlte einhundert mal den Platz gewechselt und tigerte inzwischen ständig hin und her, was Izaya´s Geduld mehr als nur ein wenig strapazierte.
„Kannst du nicht mal eine Minute still stehen?!" knurrte er, als er es nicht mehr mit ansehen konnte.
„Was soll ich denn sonst machen? Ist ja nicht so, dass es hier sonderlich viel zu tun gäbe. Diese ganze Warterei mach mich Wahnsinnig!"
„Ich bin mir sicher, dass sie bald zurück sind. Wenn sie es soweit geschafft haben, sollte der Rest nur noch ein Kinderspiel sein."
Izaya hegte normalerweise kein großes Vertrauen in seine Mitmenschen. Aber was hätte er in ihrer Situation sonst tun können? Shinra war so gesehen sein einziger Freund und er glaubte nicht, dass er ihm einfach seinem Schicksal überlassen würde. Für so herzlos schätzte er ihn nicht ein.
„Deinen Optimismus möchte ich haben..."
Kizami setzte sich zu Izaya, doch seine Angespanntheit war deutlich zu spüren.
„Du weißt, dass unser Deal zu Ende ist oder? Von jetzt an werde ich dich nicht mehr beschützen."
„Davon habe ich aber noch nichts gemerkt," merkte Izaya an.
„..."
Kizami schwieg bei diesem Kommentar. Er hatte wirklich mehr für Izaya getan, als er eigentlich gemusst hätte und das hatte ihn neugierig gemacht. So kühl und distanziert, wie Kizami auch immer tat, es konnte nicht die Momente überdecken, in denen er schon fast so etwas wie ein Gewissen gezeigt hatte.
„Komm schon, sag bloß, dass es dir jetzt die Sprache verschlagen hat?"
Sicherlich war es keine gute Idee, ihn so zu trischakeln wenn er sowieso schon schlechte Laune hatte, aber er wäre nicht Izaya, wenn er nicht seinem Charakter gemäß handeln würde. Und die Gelegenheit war einfach zu günstig.
Doch Kizami hatte nicht die Geduld, sich jetzt mit ihm auseinander zusetzen.
„Kannst du nicht einmal die Klappe halten?!"
Eh sich Izaya versah, hatte Kizami ihn am Boden festgenagelt.
Seine Hände waren über seinem fixiert, während eine andere Hand seine Luftzufuhr abschnitt.
Kizami hatte sich auf seine Beine gesetzt, wodurch es ihm unmöglich war, sich in irgendeiner Weise zu wehren.
„Es wird wohl Zeit, dass ich dir eine Lektion erteile..."
Izaya´s einziger Gedanke war, dass er diesmal wahrscheinlich sein Todesuteil unterschrieben hatte...
