Kapitel 26

Kizami´s Demütigungen saßen noch immer tief, zusammen mit der Gefühl vollkommener Zufriedenheit, die ihr kleines Techtelmechtel zur Folge hatte. Glücklicherweise waren sie rechtzeitig fertig geworden, bevor Shinra wieder an der Tür aufgetaucht war. Auch wenn sein Grinsen aussah, als wusste er ganz genau, was vor kurzem noch hier stattgefunden hatte.

„Wir müssen los," hatte dieser nur gesagt.

Vorsichtig half Kizami Izaya auf die Beine. Er sah noch mitgenommener aus, als vor ihrer kleinen Aktion, aber es in beider Einverständnis geschehen und jetzt war es zu spät, sich darüber zu beschweren.

Das beste wäre es wahrscheinlich gewesen, ihn Huckepack zu nehmen, aber das war etwas, das sein Stolz ihm verbat. Stattdessen quälte er sich lieber und versuchte auf wackeligen Beinen mit Kizami´s Schritt zu halten.

„Da vorne ist es," sagte Shinra und deutete auf eine Tür die Izaya und Kizami nicht fremd war. Sie war über und über mit Bannzetteln beklebt wurden, auch wenn diese nun teilweise auseinandergerissen waren. Dahinter befindet sich ein Zugang zu einer Art Stollen, dort werden wir uns mit den anderen treffen. Vorausgesetzt, es ist nichts passiert, denn dann müssen wir unseren Weg alleine fortsetzen."

Das waren ja tolle Voraussetzungen...

Und dann stellte sich ihnen auch noch ein weiteres Problem in den Weg. Treppen...

Ein Großteil des Weges waren Treppen, die Izaya nur unter großen Anstrengungen bewältigen konnte, bis es Kizami zu blöd wurde und er ihn einfach auf den Arm nahm. Unter großem Protest schleppte er Izaya den restlichen Weg nach unten, während Shinra sich ein paar Kommentare einfach nicht verkneifen konnte.

„Ihr werdet das alle noch bereuen!" knurrte er und funkelte die beiden böse an.

„Für jemanden der gerne Leute manipuliert, hat er dich aber ganz schön im Griff Iza. Bist du dir sicher, dass du nicht langsam weich wirst? Steckt da etwa doch ein Herz in deiner Brust?"

„Das muss ich mir nicht anhören von einem Typen, dessen Frauengeschmack darauf ausgelegt ist, dass diese keinen Kopf besitzen dürfen..."

„Selty ist etwas besonderes. Sie ist die einzigste, die ich liebe."

„Sie ist nicht mal ein Mensch, wenn ich dich daran erinnern soll."

Kizami blickte nur ungläubig drein: „Will ich wirklich wissen, worum es bei eurem Gespräch gerade geht?"

„Besser nicht," antwortete Izaya, „Diese ganze Situation ist auch ohne Shinra´s Probleme schon verrückt genug, da müssen wir das nicht auch noch hinzufügen. Außerdem würdest du es wahrscheinlich eh nicht glauben."

„Wir sind in einer Parallelwelt mit Geistern, die versuchen uns zu töten. Also ich glaube, mich kann so schnell nichts mehr überraschen."

„Auch wieder wahr. Trotzdem ist es, glaube ich, nichts um das du dir einen Kopf machen musst. Das kann warten, bis wir hier raus sind..."