Author's Note: Neues Kapitel YAAY :D Es tut mir Leid, aber ich habe keine andere Möglichkeit gesehen, als das Kapitel in 4 Teile zu teilen, dieser noch etwas länger, der letzte dann ganz kurz. Aber glaubt mir es ergibt Sinn... oder auch nicht, ich mach's einfach. Seht euch davon in Kenntnis gesetzt ;)
Dyneme: Ich habe das Gefühl, wir führen hier schon einen richtigen Dialog xD Auch wenn du gesagt hast, ich brauche dir nicht zu danken, DANKE! So wie ich dich inspiriert habe, hast du das mit mir gemacht. Glaub nämlich nicht, dass ich so schnell updaten würde ohne deine aufbauenden Reviews :D
So und jetzt auf Trauer und Tränen gefasst machen! Wem es nicht so geht, DER IST EIN CLU-ANHÄNGER! :O *dramatic music*
/The Purge (pt 3)/
"Schau mal!"
Susan zeigte auf ein riesiges leuchtendes Feld auf einem Gebäude. Darauf war sie selbst abgebildet und darunter stand:
WANTED
"Das darf doch nicht wahr sein..." Jetzt wurde ihr auch klar warum CLU unbedingt wollte, dass sie mit Tron und Flynn mitkommt. Er wollte auch sie auslöschen.
"Wir müssen allen Sicherheitsprogrammen aus dem Weg gehen. Sie sind CLU gegenüber loyal..."
Sie gab Zuse Recht. Wenn sie an ihr Ziel gelangen wollten, müssten sie extrem vorsichtig sein. Also huschten sie so schnell es ging von einer Seitengasse zur nächsten.
Als sie gerade wieder eine Straße überqueren wollten, wurde Zuse plötzlich gepackt. Sie drehten sich beide blitzschnell um und entspannten sich als sie die ISOs sahen, die vor ihnen standen.
"Ihr habt uns aber erschreckt. Wir dachten ihr seid Wächter!", lachte Zuse.
Doch die ISOs blieben ernst. "Zuse, wir brauchen deine Hilfe!"
Er schaute Susan kurz überrumpelt an, widmete sich dann aber sofort einfühlsam den verstörten ISOs. "Was ist passiert?"
"CLU! Er lässt jeden ISO in der Stadt kaltblütig ermorden!"
"WAS?!", sagten Zuse und Susan wie aus einem Munde.
Ein anderer ISO sprach, mit sehr verweinter Stimme: "Es ist wahr! Wir haben's mit eigenen Augen gesehen!"
Wieder ein anderer: "Wir konnten uns befreien und weglaufen aber die anderen vier..." Seine Stimme brach zusammen.
Die erste sprach wieder: "Zuse, bitte hilf uns! Wir wissen, dass du Programme an jeden erdenklichen Ort bringen kannst, und wir müssen hier weg!"
Er sah zwischen ihnen hin und her. "Natürlich.", antwortete er schließlich entschlossen. "Wir bringen euch aus der Stadt."
Sie gingen hastig weiter, Susan und Zuse vorne, die drei ISOs ängstlich hinter ihnen.
"Wie willst du das machen?", flüsterte Susan besorgt. "Ich bin sicher wir können nicht zu den großen Straßen und bei den Solar Seglern wird bestimmt jeder kontrolliert!"
"Keine Sorge, ich habe immer einen Plan. Ich hab so etwas schon oft gemacht."
"Was meinst du?"
"Gefälschte Disken programmieren und einsetzen."
"Das kannst du?"
Er nickte und sah ernst geradeaus. "Für Kriminelle gegen Bezahlung oder andere Programme, die ungesehen aus der Stadt gelangen möchten. Ich habe mir nicht nur als extrovertierter Clubbesitzer einen Namen gemacht, da kannst du mir glauben..."
Susan dachte daran, wie ihr Flynn vor langer Zeit von Zuse's Herkunft und eigentlichen Zweck als Interpreter erzählt hat, bevor er sich zu dem Entertainer entwickelt hatte der er heute war.
"Und... Wie machen wir das jetzt?"
"Wir gehen zu einem Ausstattungslager und sehen einmal, ob dort ein paar hilfsbereite Sirenen sind. Ich habe mich mit den meisten von ihnen gutgestellt. Wenn dort niemand ist, müssen wir einbrechen..."
"Einbrechen? Das wird Flynn nicht gefallen..."
"Flynn ist verschwunden, wir sind auf uns allein gestellt!", zischte er wütend.
Susan sah ihn fassungslos an. "Wir wissen doch noch gar nicht wo er ist! Und geh mich nicht nochmal so an, verstanden?!"
Er atmete tief ein. "Tut mir Leid, das wollte ich nicht. Ich weiß, er ist dein Freund, aber vorerst müssen wir einmal allein klarkommen. Ohne User. Wir schmuggeln diese ISOs aus der Stadt und dann suchen wir weiter nach Flynn. Vermutlich ist er schon auf dem Weg zum Portal und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis CLU endgültig gestoppt wird."
Er sah sie liebevoll lächelnd an und sie beruhigte sich.
"Na gut... Also wenn wir dort in diesem Ausstattungslager drin sind... Was dann?"
"Wir holen uns ein paar nicht aktivierte Disken, manipulieren sie so, dass sie die ISOs wie Basics aussehen lassen und gehen dann zusammen zu den Solar Seglern."
"Alles klar..."
Susan sah besorgt auf den Boden. Aus dem Blickwinkel erkannte sie, dass Zuse sie anschaute. Plötzlich ergriff er ihre Hand und drückte sie leicht. Sie schaute ihm in die hellen Augen. "Es wird alles wieder gut, meine Liebe."
Susan drückte zusammen mit den anderen den Rand ihres Diskus' gegen die Tür des Ausstattungslagers, doch nichts geschah.
"Wir müssen einen anderen Eingang suchen.", sagte Zuse.
Er und Susan gingen wieder vor. Sie bogen nach links ein und... blieben stocksteif stehen.
Auf der Straße stand eine Patrouille Wächterprogramme, die sich nun zu ihnen drehten. Für einen Augenblick war es totenstill.
Susan atmete tief ein. Ihre Miene verfinsterte sich. Leise sagte sie: "Geht."
Die ISOs zögerten, drehten dann aber um und liefen in die entgegengesetzte Richtung. Zuse blieb stehen.
"Dich meinte ich auch."
Düster starrte er geradeaus. "Ich lasse dich nicht allein."
Sie sahen sich an. Susan nickte und schaute wieder nach vorne. Dann nahmen beide ihren Diskus vom Rücken.
Gleichzeitig mit den Wächtern preschten sie nach vorne.
Susan erwischte gleich einen, rammte ihn ihren Diskus direkt in die Brust. Dann fiel sie auch schon über die nächsten her. Sie duckte sich und sprang, wenn sie nach ihr schlugen, blockte ab, bewegte sich blitzschnell und schaltete so noch 2 aus.
Da erkannte sie jedoch, dass immer mehr aus den Seitengassen gelaufen kamen. Wie wild stürzte sie sich auf sie, verfiel in eine Raserei, ließ all ihren Frust an diesen Programmen aus, doch es waren zu viele.
"Wir müssen weg hier!", rief Zuse, packte sie am Arm und zerrte sie mit sich. Sie waren schon völlig außer Atem, blieben aber nicht stehen.
Bei einer großen beleuchteten Straße bogen sie nach rechts und bremsten sich sofort wieder ein.
Weiter vorne knieten die 3 ISOs von vorhin und noch 2 andere. Susan erkannte Sikon, der sie jetzt weinend anschaute. Über ihnen standen Wächterprogramme mit ihren Disken in der Hand. Sie hoben sie hoch.
"NEIN!", kreischte Susan, kurz bevor die Wächter ihre Disken den ISOs in den Nacken rammten und diese zu kleinen Würfelchen zerbrachen.
"NEEEEIIIN!", schrie sie wieder und wollte sich auf die Programme mit orangener Schaltfarbe stürzen, doch Zuse hielt sie fest und zog sie mühsam weg.
"Du kannst nichts mehr tun! Jetzt komm!"
"LASS MICH LOS!", kreischte sie während ihr dicke Tränen über die Wangen liefen. Die Wächter liefen auf die beiden zu.
"Du hast keine Chance!" Zuse versuchte verzweifelt sie in die andere Richtung zu schleifen, endlich gab sie nach und sie rannten los.
Sie liefen so schnell ihre Beine es ihnen erlaubten. Doch Susan fühlte ihre Beine gar nicht mehr. Sie fühlte nur Wut, sonst nichts. Einen unendlichen Zorn auf alles um sie herum. Sie merkte gar nicht wie weit sie rannten, ließ Zuse sie einfach führen und wunderte sich dann, als sie plötzlich hinter einem Gebäude stehen blieben.
Sie waren außer Atem, doch bei Susan war es mehr wegen des Zorns.
"Ich werde sie alle umbringen!", brachte sie zwischen geknirschten Zähnen vor und wollte wieder zurück, aber Zuse hielt sie am Arm fest.
"Bist du verrückt?!", zischte er. "Die löschen dich ohne mit der Wimper zu zucken, das hast du doch gerade gesehen!"
"Soll mir recht sein, aber ich werde viele von ihnen mitnehmen, wenn ich sterbe!" Sie machte sich los, doch Zuse packte nun beide Arme so fest, dass sie sich kaum mehr bewegen konnte.
"Hörst du überhaupt, was du da sagst?! Wenn du jetzt stirbst war alles umsonst! Ich weiß, du willst Rache, das kann ich verdammt gut verstehen. Ich kannte alle dieser ISOs mit Namen, genauso wie ich alle Programme in meinem Club kannte. Aber wir dürfen uns der Wut jetzt nicht ausliefern! Wir müssen bei klarem Verstand bleiben und einen Weg suchen, der noch mehr Schaden verhindert. Hast du mich verstanden?" Er rüttelte sie ein wenig. Er starrte sie mit seinen leuchtenden Augen an und sie spürte, wie ihr Zorn sich langsam verzog.
Zuse hatte Recht. Sie konnte nichts mehr machen für diese ISOs, aber für alle anderen, wenn sie jetzt sofort handelten.
Susan nickte schwach.
"Gut..." Er ließ sie los. "Wir suchen jetzt Flynn. Er muss verdammt nochmal etwas hiergegen unternehmen."
Gerade als Zuse gehen wollte, hielt Susan ihn fest. "Ich sollte allein nach Flynn suchen. Du solltest so schnell wie möglich in die ISO Fraktionen fahren und dort verbreiten, was hier geschieht. Das kannst du ja sehr gut. Du musst besonders Ophelia davon informieren."
Zuse schien überrascht, dass sie sich so rasch wieder gefangen hatte und überlegte kurz. "Ja... Ja du hast Recht... Ich mache mich sofort auf den Weg."
Wieder hielt sie ihn fest. Sie schaute in seine Augen. "Pass auf sich auf."
Er nickte und lächelte leicht. Dann eilte er davon.
Susan lag auf dem Dach eines hohen Gebäudes und schaute hinunter auf einen Platz, wo sich viele Programme tummelten. Auch die danebenliegenden Straßen waren voll mit Basics und sie alle schauten auf ein Podest, das bis jetzt noch leer war.
"Was geht da ab?", fragte Quorra neben ihr.
Susan hatte sie entdeckt als sie auf der Suche nach Flynn gewesen ist. Sie hatte lange gesucht und ihm letztendlich zwar nicht gefunden, aber sie erfuhr durch andere, dass er lebte. Anscheinend kämpfte auch er irgendwo in der riesigen Stadt um sein Überleben und auch um das, der ISOs. Aber je mehr er kämpfte, desto stärker wurde CLU. Denn dadurch, dass Flynn nun die ISOs versuchte zu retten, verloren die Basics allmählich ihren Glauben an ihn, und das in so wenig Zeit. Tatsächlich waren noch nicht einmal zwei Millizyklen vergangen, seit Susan ihn das letzte mal gesehen hatte. Es ging alles so schnell.
Quorra war ihr kurz nach der Trennung von Zuse über den Weg gelaufen. Sie war ihr um den Hals gefallen, als sie bemerkt hatte, das es nur Susan und kein Wächter war. Sie hatte ihr erzählt, dass sie entkommen konnte, als ein paar Wächterprogramme gerade sie und ein paar andere ISOs vor den lachenden Basics exekutieren wollten. Die anderen hatten es nicht geschafft.
Susan wollte Quorra so schnell wie möglich aus der Stadt bringen, bevor auch sie ermordet würde. Doch als die beiden diese Menschenmassen auf den Straßen sahen, mussten sie mehr erfahren.
"Ich weiß es nicht...", antwortete Susan.
Plötzlich wusste sie es. Denn CLU stieg auf das Podest und die Massen jubelten ihm zu. Aufmerksam lauschten Quorra und Susan seiner Rede.
"Meine lieben Bewohner des Rasters!
Habe ich es Flynn nicht schon vor hunderten von Zyklen prophezeit? Habe ich nicht schon vor länger Zeit davor gewarnt, dass die ISOs unberechenbar sind, dass die ISOs ein Risiko für den Raster sind? Sie haben keine Direktiven, keinen Zweck. Sie sind gefährliche Eindringlinge. Wir wiederum haben einen Nutzen, plagen uns Zyklus um Zyklus damit ab, trotz dieser Eindringlinge das perfekte System zu erschaffen. Und wie dankt unser Schöpfer uns das? Er kümmert sich lieber um diese unstetigen Kreaturen als um uns, seine eigenen Kreationen. Flynn, unser User, wollte nicht auf meine Warnungen hören, obwohl die Gridbugs immer schlimmer und häufiger wurden, natürlich verblüffenderweise besonders in den ISO Fraktionen.
Doch unser User blieb untätig! Ignorierte unser Klagen und ließ uns weiter schuften, auch für das unnütze Volk der ISOs. Und heute müssen wir für seine Entscheidnungen büßen.
Meine lieben Programme, ich stehe mit schwerem Herzen vor euch. Die Unberechenbarkeit der ISOs hat Überhand genommen. Es betrübt mich euch mitteilen zu müssen, dass unser großer Beschützer Tron auf unseren eigenen Straßen von einer Horde wild gewordener ISOs angegriffen und... gelöscht wurde."
Ein lautes Raunen ging durch die Menge.
Susan und Quorra sahen sich entgeistert an.
"Ich weiß, ich weiß, meine lieben Programme, das ist ein Rückschlag. Doch wir dürfen nicht zu lange in Trauer verharren. Tron's Opfer darf nicht umsonst gewesen sein!
Wir sind schon viel zu lange hier um den ISOs unseren geliebten Raster kampflos zu überlassen. Denn wer war schon vor ihnen da? Wir! Wer kümmert sich seit nun schon 350 Zyklen um die intakt Haltung dieser Welt? Wir! Und wer wird den Raster nun vor den ISOs verteidigen?"
"WIR!", riefen die Programme begeistert.
CLU lachte. "Ganz genau, meine lieben Programme! WIR tun das! Also wird mit dem heutigen Tage jeder ISO zum Feind des Rasters erklärt und jeder der ihnen hilft genauso!"
Susan sah sich kurz um. Auf jedem Gebäude leuchtete CLU auf, wie er seine Rede hält, und seine Stimme hallte durch die ganze Stadt, sodass ihn auch jeder hören konnte. Sie war sich sicher, dass er auch Verbindungen mit den anderen Nebenstädten des Rasters wie Argon hergestellt hat, nur bestimmt nicht zu den ISO Fraktionen.
"Sie müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden für das, was sie getan haben. Für Tron und für UNS ALLE! Wir werden den Raster ein für alle Mal von dieser Seuche, den ISOs, SÄUBERN!
Ich sage euch, meine Programme, werft die Ketten der Unterdrückung ab und lasst euch nicht länger unterjochen, sowohl von den ISOs als auch von den USERN. Die ISOs sind nicht besser als wir, kein Wunder, wie Flynn sie beschrieben hat. Also wieso werden dann ausgerechnet WIR Basics genannt? Wir. Sind. Programme! Und so werden wir uns in Zukunft auch nennen! Ab heute sind wir keine Basics mehr!"
Die Menge jubelte laut.
"Und ich, CLU, Systemadministrator, sage: Die Tyrannei der User findet mit sofortiger Wirkung ein Ende! Wir sind Programme!"
Jubel.
"Wir sind die Schöpfer!"
Noch lauterer Jubel.
"WIR. SIND. FREI!"
So lauten Jubel hatte Susan noch nie erlebt. Die Programme schrien sich die Seele aus dem Leib als bräuchten sie sonst nie wieder zu reden.
Quorra und Susan starrten fassungslos nach unten. Wie konnte das nur passieren? Wie konnte aus einer so schönen Welt, dem Paradies, die Hölle werden?
Sie konnten es nicht verstehen.
"Wir müssen dich sofort hier weg bringen, Quorra..."
Susan und Quorra hasteten hinüber zu einem kleinen Luftschiff, in dem beide Platz hätten. Quorra stieg ein und wollte Susan gerade helfen einzusteigen, als plötzlich ein Dikus geflogen kam und Susan aus dem Gleichgewicht brachte.
"Susan!" Quorra machte Anstalten wieder auszusteigen, um Susan zu helfen. Doch diese hielt die Hand hoch.
Links von ihnen liefen 6 Wächterprogramme auf sie zu. "Das ist die Gesuchte!"
Sie stand auf und sagte schnell zu Quorra: "Hör mir zu. Du fliegst jetzt sofort los zu den ISO Fraktionen. Wenn du dort angekommen bist, erzählst du allen, was CLU gesagt hat."
"Ich fliege nicht ohne dich!"
"Doch, du musst! Willst du denn, dass alle ISOs sterben? Ich komme schon zu Recht." Susan sah nervös zu den Wächtern die immer näher kamen. "Und, Quorra, versprich mir, dass du dich von allen Gefahren fernhältst. Es ist nicht feige sich zu verstecken, wenn man damit eine ganze Rasse retten kann."
"Ich... verspreche es dir..." Quorra weinte.
Susan nickte, lächelte kurz und rannte los. Die Wächter liefen ihr nach und bemerkten so gar nicht, dass sich langsam ein Luftschiff in die Lüfte erhob.
Susan rannte so schnell sie konnte, griff nach ihrem rechten Oberschenkel und nahm den Stab, der daran befestigt war, in die Hand. Sie hatte es immer für den totalen Blödsinn gehalten, dass man 2 Licht-Stäbe bei sich haben sollte, doch jetzt ergab Tron's Rat einen Sinn. Sie sprang hoch, erfühlte das Lightcycle unter ihr und gab Gas.
Da hörte sie auch schon die anderen hinter sich.
Verdammt! Sie hatte vergessen, dass diese Art Wächter schnellere Bikes als sie hatten. Sie aktivierte das weiße Lichtband und bog ab von der langen Straße in die Ebenen der Outlands. Sie hoffte, dass sie ihr hierhin nicht folgen würden. Doch schon hörte sie das gleiche Rumsen, das auch ihr Rad beim Abkommen von der Fahrbahn gemacht hatte, noch weitere 6 Mal.
"Na toll..."
Sie fuhr durch einen Tunnel und riskierte einen Blick hinter sich. Die 6 Wächter kamen immer näher. Susan machte Zick-Zack Bewegungen mit ihrem Lightcycle und hoffte, dass irgendjemand so blöd sein und reinkrachen würde, doch das tat keiner.
Da war auch schon der erste neben ihr und rammte sie. Sie kam ein wenig ins Schleudern, wollte sich das jedoch nicht gefallen lassen und rammte zurück. Plötzlich verhakten sich die beiden Räder ineinander. Der Wächter nahm schnell seinen Diskus vom Rücken und versuchte sich von ihrem Bike loszumachen. Susan nahm auch ihren Diskus in die Hand, befreite ihr Bike aber nicht von dem anderen, sondern schlug damit in den Kopf des Wächters. Augenblicklich zerbröselte er und sein Lightcycle desynchronisierte mit ihm.
"Naja, jetzt sind es wenigstens nur mehr 5..."
Die Outlands waren holpriger als sie gedacht hatte und sie kam auch ohne gerammt zu werden ins Schleudern. Doch da war sie nicht die einzige. Als sie hinter sich schaute, bemerkte sie, dass sie Wächterprogramme langsamer fuhren, je holpriger es wurde.
Doch die Wächter waren nicht feige. Und so gaben 2 von ihnen wieder Gas.
Einer war nun rechts und einer links von Susan. Angst überkam sie. Sie sah keine Ausweichmöglichkeit. Auf einmal nahmen sie sie in die Mangel, drängten sie immer näher zwischen sich, bis die Lightcycle ihres schon berührten und die Funken sprühten. Die beiden nahmen ihren Diskus vom Rücken und wollten Susan damit erschlagen.
'Das ist das Ende...', dachte sie und schloss die Augen.
Doch dann riss sie sie wieder auf, als sie ober sich auch das Geräusch eines Lightcycles vernahm. Links oben, auf einer kleinen steinernen Anhöhe fuhr der Weiße, von dem Susan den Namen nicht wusste. Er bog nach rechts, gab Vollgas und flog über sie alle drüber. Er landete rechts neben ihnen. Susan bremste sofort, weil sie sein Manöver schon erahnt hat. Er machte wieder eine seiner unmöglichen Drehungen und die beiden Wächter, die natürlich nicht gebremst hatten, preschten direkt in das weiße Lichtband.
Susan wich nach links aus, dort, wo auch der Weiße hingefahren ist. Nun sah sie ihn vor sich und erkannte, dass er sich zu ihr umdrehte. Er gab ihr ein Zeichen, dass sie nach links fahren solle. Sie nickte und folgte seinem Rat. Da ging es auf einmal nach oben und als sie hinter sich schaute, sah sie, dass keiner der drei Übergebliebenen ihr folgte, sondern alle dem Weißen.
Sie konzentrierte sich. Er versuchte anscheinend, sie zu retten, aber Susan wollte nicht, dass er wegen ihr derezzed wird und suchte sofort nach einem Weg wieder nach unten zu gelangen. Doch da sich derweil keiner finden ließ, beobachtete sie das Spektakel.
Der Weiße fuhr geradeaus. Die anderen folgten ihm. Doch dann drehten sie nach links ab. Susan runzelte die Stirn und sah nach vorne. Da entdeckte sie einen Felsen mit einem schmalen Loch beim Ansatz direkt vor den Fahrern. Sie schaute wieder auf den Weißen, doch hingegen ihrer Annahme, wich er nicht nach links aus. Er fuhr einfach stur geradeaus.
'Was machst du denn da?!'
Susan suchte vergeblich nach einer Möglichkeit ihm zu helfen, entdeckte jedoch keinen Weg von dieser Anhöhe nach unten. So musste sie mitansehen wie die Wächter auf der sicheren linken Seite fuhren und ihr Retter direkt auf den Felsen zu.
Er war nur noch wenige Meter davor, als er sich plötzlich mit seinem Bike zu Boden warf, schnell durch den schmalen Spalt vom Felsen durchschredderte, mit einer eleganten Drehung wieder zum Stehen kam und einfach weiterfuhr, als wäre nichts gewesen.
Susan lachte laut.
Mit dieser kurzen Einlage und der Tatsache, dass er nicht umständlich um den Felsen herumfahren musste, hatte er nun einen großen Vorsprung und schloss die Wächter mit einer langen Drehung nach links ein. Doch leider fielen nicht alle darauf rein, also krachte nur einer gegen den weißen Lichtstreifen und die anderen fuhren ihm weiter nach.
Plötzlich entdeckte Susan eine Rampe, die nach unten führte vor ihr. Sie packte die Gelegenheit am Schopf und fuhr so auf einmal direkt neben dem Weißen. Er schaute zu ihr rüber, dann nach hinten und sagte dann mit einer elektronischen Stimme: "Den einen schließen wir ein."
Susan nickte und aktivierte wieder ihr Lichtband. Ein Wächter wurde dadurch sofort eingeschlossen. Sie fuhren enger aneinander und er kam ins Schleudern. Plötzlich riss es ihm von seinem Lightcycle und er flog in hohem Bogen nach vorne... genau vor Susan's Rad.
Sie hielt die Luft an und fuhr gegen ihn. Ihr Rad überschlug sich und sie wurde in die Lüfte geworfen. Der Weiße reagierte blitzschnell. Er sprang hoch, sein Lightcycle wurde wieder zum Stab, er fing Susan auf und aktivierte dann wieder sein Lightcycle.
Es war so schnell geschehen, dass Susan sich gar nicht sicher war, wie sie jetzt auf einmal auf seinem Bike hinter ihm sitzend gelandet war. Sie klammerte sich an ihn. Sie schaute ihn begeistert an und er drehte seinen Kopf kurz zu ihr.
Doch auf einmal sah Susan das orangene Band ihres Verfolgers vor ihnen.
"VORSICHT!"
Der Weiße versuchte zu bremsten und lenkte nach links, doch durch das doppelte Gewicht auf dem Rad konnten sie nicht mehr ausweichen. Sie rammten das Band, flogen darüber und so direkt in die Schlucht dahinter hinein.
Der Wächter hatte den Crash mitangesehen und deaktivierte das Lichtband. Er fuhr langsamer und drehte in einer langen Kurve um. Bei der Unfallstelle hielt er an, stieg von seinem Gefährt und schaute in den Abgrund hinein. Nichts. Sie waren gelöscht.
Er lobte sich selbst für die gute Arbeit und malte sich schon einen Orden als Belohnung aus, als er wieder in die Stadt zurückfuhr.
