Die Wahrheit kommt ans Licht
Hermine und Severus liefen einen schmalen Pfad entlang und kamen nach ein paar Minuten bei einem Cottage an, dass eine interessante Mischung zwischen alt und neu war. Der Hauptteil war im typischen Stil gehalten, die Seitenflügel waren angebaut.
„Fast modern", dachte Hermine.
Snape führte sie in den neueren Teil des Hause und machte das elektrische Licht an. Hermine wäre fast umgefallen als sie eine moderne Wohnküche, mit aller Muggeltechnik vorfand.
Der Gastgeber setzte Wasser für den Tee auf.
„Willst Du das Bad benutzen?"
„Nein."
Sie starrte auf eine offene Zeitschrift. Der „Daily Prophet" zeigte ihr lachendes Gesicht.
„Du hast mich in der Zeitschrift gesehen und beschlossen zu meiner Hochzeit zu kommen?"
Snape nickte.
„Im Prinzip hast Du Recht."
Er reichte ihr die Tasse Tee.
„Nimmst Du noch immer 2 Stück Zucker?"
Verdammt, er erinnerte sich offensichtlich an jede Kleinigkeit.
„Ich warte. Sag was Du sagen willst, damit ich wieder ins Hotel kann."
„Parker, Du bist ungeduldig und gemein. Bitte, wir haben uns so lange nicht gesehen."
„Wenn es nach mir geht, sehen wir uns nach heute Nacht nicht wieder."
Mit Genugtuung registrierte sie, dass die Bemerkung ihn traf.
Langsam griff er in seine Jackentaschen und holte eine kleine Phiole heraus.
Vorsichtig gab er sie Hermine, die sie misstrauisch untersuchte.
„Das ist Veritaserum. Die Firma ist bekannt für die Qualität ihrer Produkte. Wo hast Du sie her? Gestohlen?"
„Ich habe meine Beziehungen und ich dachte, dass es Dich mehr überzeugt, wenn es versiegelt ist."
Sie warf das Glasröllchen hoch.
„All das Drama. Warum Snape? Ich habe kein Interesse an Deinen Lügen. Was auch immer Du sagst, nichts ändert sich."
Snape seufzte.
„Parker, ich weiß, dass ich Dir wehgetan habe. Du bist wütend und vielleicht kannst Du mir nicht verzeihen. Aber ich muss es probieren. 4 Jahre lang habe ich auf diesen Moment gewartet mit Dir zu reden."
Die junge Hexe lachte höhnisch.
„So ein Unsinn. Du hast den Artikel gesehen und beschlossen mein Leben zu zerstören."
Er öffnete die Phiole und trank den Inhalt in einem Zug. Dann sah er sie lächelnd an und sagte: „Warten wir es ab."
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Severus saß in seinem Sessel und sein Herz begann zu rasen. Er hoffte, dass sich seine Bemühungen lohnen würden.
Da saß sie in ihrem Abendkleid und hielt sein Schicksal in den Händen.
„Wie lange dauert das noch?"
Mein Gott, dachte er. Nicht gut. Sie war so ungeduldig.
„5 bis 10 Minuten."
Sie nickte und er nutzte die Zeit sie zu beobachten. Jahrelang kannte er ihr Bild nur aus den Zeitschriften und nun saß sie hier vor ihm. Aber er hatte ja auch die Fotos der Detektei „Blue Moon" gehabt.
Je länger sie hier saß, desto mehr wünschte er sie sich an seine Seite. In seinem Leben, in seinem Haus.
Fast hätte er das gesagt, also schien das Serum zu wirken.
„Ich bin soweit. Du kannst mich alles fragen."
„Warum hast Du mich vor 6 Jahren verlassen?"
„Ich hatte einen Job in Irland."
„Für wen arbeitest Du?"
„Astride the Fence."
„Davon habe ich nie gehört. Was machst du genau?"
Er schüttelte unmerklich den Kopf.
„Darüber darf ich nicht reden. Bitte respektiere das."
„Gut, aber ein wenig mehr solltest Du mir schon sagen."
Er schaute sie an. Damit hätte er nicht gerechnet. Sie sollte ihn über seine Gefühle ausfragen, seine Gründe kennenlernen. Und was tat sie, sie redete über seine Arbeit.
„Ich habe an einen Präparat gegen Diabetes bei Kindern und Jugendlichen gearbeitet."
„Wow. Hattest Du Erfolg?"
„Zum Teil. Wir konnten vielen Kranken helfen."
Sie strahlte ihn an.
„Interessiert Dich das wirklich ? Dann kann ich Dir etwas zeigen. Komm."
Sie folgte ihn in den Nebenraum, an dessen Wänden Fotos von lächelnden Kindern hingen.
„Das ist unsere erste Gruppe von Kindern, die wir geheilt haben. Der Erfolg ist bei 99 %."
„Aber Du magst keine Kinder."
„Wer sagt das?"
„In der Schule hast du dich immer so verhalten."
„Unsinn. Ich kann nur dumme und unfähige Schulkinder nicht leiden."
Er verstummte, das ganze lief in eine vollkommen falsche Richtung. Er wollte nicht über Hogwarts reden, wo sie seine Schülerin war.
„Du hasst Harry Potter. Warum?"
„Ich habe meine Gründe. Er war unfähig in der Schule und er hat Dich verleitet, dumme und gefährliche Dinge zu tun. Du hast Dich in Gefahr begeben."
„Wann hast Du beschlossen mich zu verführen?"
Mit dieser Frage hatte er nicht im Entferntesten gerechnet und sie traf in in Mark und Bein.
„Ich habe mich nie entschieden, Dich zu verführen. Soweit ich mich erinnere, hast Du mich verführt."
Sie nickte.
„Warum hast Du es zugelassen?"
„Parker, Du bist halbnackt in meiner Dusche aufgetaucht. Denkst Du, dass ich aus Stein bin?"
Darauf wollte sie nicht antworten, statt dessen stellte sie die nächste Frage.
„Was hast Du damals für mich empfunden?"
„Ich wollte Dich, ich brauchte Dich. Immer wenn Du ausgegangen bist, habe ich Angst gehabt, dass Du jemanden Jüngeren findest."
„Ich wäre so gern mit Dir ausgegangen. Aber du wolltest das nie und ich dachte, dass du dich für mich geschämt hast."
Nach all den Jahren war sie noch immer verletzt. Er stand auf und kniete sich neben sie.
„Parker, wie konntest du so etwas denken?"
Er berührte sie.
„Ich habe mich geschämt, für mein Verhalten. Niemals für Dich."
Plötzlich wurde sie sich seiner Berührung bewusst und schlug seine Hand weg.
„Warum bist Du gegangen? Warum durfte ich Dich nicht besuchen? Erinnerst Du Dich an Deine Worte? Du hast gesagt, Du kannst Dir jederzeit guten Sex kaufen. Kaufen. Das war das gemeinste, was Du je zu mir gesagt hast. Und dann bist Du gegangen. Einfach so, ohne Abschied."
Hermine Granger stand auf und begann hin und her zu laufen. Er kannte sie gut genug um zu wissen, dass er sie in diesem Zustand nicht mehr berühren sollte.
Er setzte sich auf die Kante des Schreibtisches.
„Ich war ein alter verbitterter Mann, der kein Recht hatte zu leben. Und kein Recht auf die Liebe einer junge, schönen Hexe. Ich habe Dich benutzt."
Sie schüttelte vehement den Kopf.
„Unsinn. Ich wollte Dich."
„Ich hätte Dich abweisen müssen. Du bist halb so alt wie ich. Ich hatte kein Recht Dich zu ermuntern."
Sie versuchte es mit einem Lächeln.
„Ermuntern? Wenn ich mich richtig erinnere, dann hast Du kaum mit mir gesprochen. Vielleicht wenn wir allein waren, und ansonsten nur im Bett."
Sie wurde rot. Am liebsten hätte sie ihn sofort geküsst, und wenn es nur dazu diente, ihn daran zu erinnern.
„Ich hatte kein Recht auf Dich."
Alles oder nichts, dachte er und holte Luft.
„Es tut mir leid, Hermine."
„Was genau tut Dir leid? Ist das eine Entschuldigung, Severus?"
„Es tut mir leid, wie ich Dich behandelt habe. Was ich gesagt habe. Statt stolz auf unsere Beziehung zu sein, habe ich sie in den Schmutz gezogen."
Nun war er bei dem Teil, den er in Gedanken immer wieder geprobt hatte. Mit großen Schritten ging er durchs Zimmer.
„Ich habe den Job angenommen, weil es das erste Angebot nach langer Zeit war. Zu dieser Zeit hatte ich schon fast aufgegeben. Nur du und nur deinetwegen habe ich noch gelebt. Aber ich habe gewusst, dass es so nicht weitergehen konnte. Auf lange Zeit hätte ich Dich vergiftet. Dich zu verlassen, war die einzige Chance Dich zu retten."
Langsam drehte er sich um und sah sie an. Würde sie seine Beweggründe verstehen?
„Tatsächlich? Alles was ich höre, ist ich – ich – ich. Es ging immer nur um Dich."
„Bitte Parker, ich verstehe, dass Du mir nicht vertraust. Aber wenn ich die Möglichkeit hätte, wenn Du mir die Chance gibst, würde ich versuchen alles gut zu machen."
Aber so leicht machte es ihm die junge Frau nicht.
„Du konntest schon immer gut mit Worten umgehen. Ich glaube Dir einfach nicht. 6 Jahre lange höre ich nichts von Dir und plötzlich liest Du meine Hochzeitsankündigung mit Neville und tauchst auf."
„Du hast Unrecht, Parker und ich werde es Dir beweisen."
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