3. Diskussionen
Ganz vorsichtig stieg ich die Treppen hinab ins Foyer und umklammerte dabei das Geländer, während ich Stufe um Stufe meisterte. Edward konnte ich noch nirgends sehen. Ich nahm an, er wurde in irgendeiner Besprechung festgehalten. Ich selbst war schon spät dran, da ich mit meinem Styling nie richtig zufrieden gewesen war und immer wieder alles von vorn beginnen musste. Einmal hatte ich schon in Betracht gezogen, Alice zu kontaktieren, entschied mich aber dagegen, da es garantiert noch mehr Zeit in Anspruch genommen hätte, wenn ich ihr freie Wahl ließ. Als meine Haare endlich ungefähr so lagen, wie ich es wollte, hatte ich meine Handtasche geschnappt und war so schnell, wie es meine neuen Schuhe erlaubten, zum Aufzug gespurtet.
Auf wackeligen Beinen und mit hoch bestöckelten Füßen lief ich in kleinen Schritten zu einem Bar-Tresen, setzte mich vorsichtig auf einen Hocker und wandte mich dem Durchgang zu einem Clubrestaurant zu.
Und erstarrte mitten in der Bewegung.
Da kam der Auslöser meiner überstürzten Flucht aus Italien an Edwards Arm ins Foyer. Eine mittelgroße, wunderhübsche Frau mit blond gesträhnten, kinnlangen Haaren. Ich hatte mir zwar schon vorher fest vorgenommen, nach Hause zurückzukehren und auch da zu bleiben, wollte aber damit eigentlich bis zum Ende des Semesters warten.
Doch als ich gesehen hatte, wie diese Frau immer häufiger in Edwards Begleitung im Internet zu sehen war, war es um meine Geduld geschehen und hab mich umgehend auf den Weg gemacht. Ich musste wenigstens versuchen um Edward zu kämpfen.
Das Objekt meiner Begierde sagte etwas und sie lachte. Das Schlimme war, es klang nicht affektiert oder aufgesetzt. Es klang im Grunde ganz sympathisch. Trotzdem war da etwas Falsches an ihr. Ich mochte sie kein Stück. Und das hatte rein gar nichts mit Edward zu tun! Gut, vielleicht ein klitzekleines bisschen...
Edward und die Frau blieben stehen, während sie sich unterhielten und drehten sich zur Treppe, als würden sie auf etwas warten. Oder jemanden.
Ich stand auf und ging langsam auf die beiden zu.
Sie bemerkten mich nicht, also räusperte ich in ihre Rücken hinein.
Edward drehte sich um und sah mich überrascht an.
„Du bist spät.", sagte ich und konnte es mir nicht verkneifen, kurz zu seiner Partnerin zu blinzeln.
Edward räusperte sich. „Äh, ja. Ich wurde aufgehalten. Tanya, darf ich dir mein Mündel Isabella vorstellen? Bella, das ist Tanya Denali."
„Freut mich." Meine Stimme klang, als hätte ich einen Seeigel verschluckt. Tanya nickte mir freundlich zu und wendete sich dann sofort wieder Edward zu. „Sehen wir uns noch nach dem Essen?"
„Ich werde später wahrscheinlich noch ins ‚Moon-Play' gehen. Komm' dann dahin, wenn du fertig bist."
„Ich werde da sein.", säuselte sie und ging verführerisch von dannen. Wie zum Teufel schafften es diese Weiber immer nur, sich so zu bewegen? Es schien, als verhalf ihnen diese Art von Schuhen sogar noch dazu. Für mich waren sie ein einziges Hindernis.
„Ich dachte, der Abend gehört mir?", sagte ich und versuchte meine Eifersucht nicht allzu offen zur Schau zu stellen.
„Das tut er auch. Wir werden solange ausgehen, wie du willst. Wann es endet, mache ich ganz allein von dir abhängig."
Aha, na dann kann er sich ja schon mal auf eine lange Nacht vorbereiten. Das sagte ich natürlich nicht laut. In diese Karten würde ich mir nicht schauen lassen. Irgendwie würde ich schon verhindern, dass er danach noch wegging, anstatt mit mir nach Hause.
„Und wie verlief das Shopping? Wie ich sehe, warst du sehr erfolgreich. Du siehst bezaubernd aus!" Seine Hand umfasste meine und zog mich etwas von sich, um mich ausführlich zu betrachten. Ich schaute verlegen nach unten. Aber meine Hoffnungen waren getrübt, nach dem Vergleich mit Miss Oktober. Vielleicht war das alles einfach nur sinnlose Zeitverschwendung und ich sollte direkt das Kriegsbeil senken, und zwar bevor noch jemand ernsthaft verletzt wird.
„Du auch.", erwiderte ich, als ich aufschaute und ihn mir genauer betrachtete. Er trug einen seiner Anzüge, die er für gewöhnlich für Geschäftsessen verwendete. Anthrazitschwarzer Anzug, weißes Hemd und die Haare struwwelig. Eine blau-schwarz schräg gestreifte Krawatte verfeinerte das Ganze. Allerdings war sie schon etwas gelockert und der erste Knopf vom Kragen war geöffnet.
„Bezaubernd? Ehrlich? Verdammt, ich sollte Emmett nicht mehr meine Kleider aussuchen lassen. Das verweichlicht!", witzelte er. „Komm', lass uns gehen. Wir haben viel zu bereden." Edward hakte meinen Arm unter und führte mich zu einem großen und offenen Restaurant in einer der Einkaufsmeilen. Es sah nicht so romantisch und gemütlich aus, wie ich gehofft hatte. Mist!
Edward führte mich zu einem Tisch in einer Nische, die etwas abseits lag. Der Kellner, der uns begleitet hatte, reichte uns die Karten, als wir uns gesetzt hatten und fragte nach Getränkewünschen. Als wir unsere Bestellung aufgegeben hatten und der Ober gegangen war, saßen wir still da und sahen uns die Speisekarten an.
Kein einziges Gericht erreichte mein Bewusstsein, ich war nervös und mir nur allzu sehr der Gegenwart des Mannes mir gegenüber bewusst. Ich wusste nicht, wie ich bei ihm die Oberhand behalten sollte und meinen Willen durchsetzen konnte. Das einzige, was ich tun konnte, war mir in Erinnerung zu rufen, was ich wirklich wollte. Und das war auf eigenen Beinen zu stehen, und zwar ganz in der Nähe von ihm.
Ich hatte meinen kleinen Abschluss gemacht, und ich war nicht blöd; mir war klar, wie kostspielig dieses Internat war. Ich wusste auch, dass Edward keinen Gedanken an Kosten verschwendete, mein Gewissen ließ mich deshalb aber trotzdem nicht in Ruhe. Ich wollte ihm nicht auf der Tasche liegen. Das fühlte sich falsch an. Ganz besonders, da ich ihn nicht als Bruder oder Vormund sah. Ich liebte ihn innig und mit voller Leidenschaft. Und auch wenn wir keine sexuelle Beziehung pflegten, fühlte es sich an, als würde ich von ihm ausgehalten werden.
Ich schaute auf, als Edward seine Karte zur Seite legte, seine Ellenbogen auf die Tischkante stellte und sein Kinn auf seine verschränkten Finger platzierte. Sein durchdringender Blick war hypnotisch.
"Isabella, mir ist bewusst, dass du glaubst, du wärst mir etwas schuldig, doch ich habe mich vor vielen Jahren bereit erklärt, mich deiner anzunehmen und ich nehme das sehr ernst. Das habe ich nicht aus einer Laune heraus gemacht! Du musst verstehen, wie wichtig es mir ist, dass du die bestmöglichste Ausbildung bekommst."
"Aber das habe ich doch! Durch dich spreche ich zwei weitere Sprachen. Ich habe einen Abschluss in Französische Lyrik und ich bin, dank dir, überhaupt gebildet geworden. Aber du musst verstehen, wie wichtig es mir ist, hier zu sein. Wenn du unbedingt willst, dass ich noch studiere, dann können wir uns ja vielleicht einigen und dann suchen wir mir hier eine kleine Universität..."
"Die "Miele Marone" ist die beste Möglichkeit und ich gebe mich nicht mit halben Sachen zufrieden."
„Du weißt, ebenso wie ich, dass du mal wieder übertreibst."
Ich lehnte mich zurück, als der Ober mit dem Wein und dem Wasser zurück an unseren Tisch kam und unsere Bestellung aufnahm. Ich bestellte das erstbeste Gericht, das ich sah, da ich keine Gelegenheit mehr hatte, das Menü zu studieren. Es war mir eh egal. Diskret zog er sich wieder zurück, mit einem Gesichtsausdruck, der mir sagte, dass er verstand, dass nette Konversation mit dem Kellner jetzt nicht zur Debatte stand. Ich trank etwas Wasser, um meinen trockenen Mund und die Lippen zu befeuchten.
„Es sind nur noch zweieinhalb Jahre, Bella. Danach können wir sehen, wie es weiter geht. Was du machen möchtest.", sagte er sanft.
Ich wusste jetzt schon seit fast sieben Jahren, was ich wollte und das würde sich auch nicht mehr ändern.
„Ich weiß, was ich will und ich habe dir Alternativen geboten, aber du hörst mir ja nicht zu. Außerdem kannst du mich nicht zwingen, dahin zurück zu gehen. Das steht für mich außer Diskussion."
Er starrte mich mit zusammengezogenen Augenbrauen finster an und ich musste schlucken. Ich hasste es, wenn er wütend auf mich war. Um das zu vermeiden, hatte ich früher letztendlich immer getan, was er wollte. Aber es war ja auch zu seinem Besten, redete ich mir ein. Keine andere würde ihn jemals so sehr lieben, wie ich es tat. Und das würde ich ihm auch zeigen!
„Du willst wirklich mein Verantwortungsbewusstsein mit Füßen treten? Du willst all das, was mir für dich vorgeschwebt hat, in den Wind schießen, nur weil du KEINE LUST mehr hast?"
"Aber nein, so ist das doch gar nicht. Ich möchte in deiner Nähe sein. Ich war so lange von dir weg. Du bist meine einzige Familie. Und mehr noch als eine Schule mit Menschen die mich nicht verstehen, brauche ich die Geborgenheit von Menschen, die mir nahe stehen. Möchtest du mich denn nicht auch in deiner Nähe haben?" Ich konnte nicht verhindern, dass bei meinen letzten Worten, meine Augen nass wurden, und schnell schaute ich auf das Glas in meiner Hand, hob es an meine Lippen und nahm einen Schluck von dem fruchtig schmeckenden Touarine Sauvignon, wie ich von der Flasche ablas.
„Bella, um Gottes Willen, natürlich will ich dich hier bei mir haben. Ich sorge mich um dich, weil du mir etwas bedeutest. Deshalb will ich auch das Beste für dich."
„Das Beste für mich bist du. Und Emmett und Jasper. Ich fühle mich nicht gut, wenn ihr nicht da seid."
Edward seufzte schwer und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Als hätten wir diese verdammte Diskussion jedesmal, wenn wir uns sehen.", nuschelte er vor sich hin.
Eine Weile blieben wir gedankenverloren sitzen. Mit traurigen Augen schaute ich auf den Stiel von dem Glas in meiner Hand und fragte mich, ob das vielleicht wirklich der Grund war. Ob Edward mich nur einfach nicht hier haben wollte? Vielleicht bereute er es längst, mich damals aufgenommen zu haben und hatte deshalb ein schlechtes Gewissen. Dass er sich vor seiner Verantwortung drückte kam für ihn natürlich nicht in Frage. Wenn Edward sich etwas vornahm, führte er es auch zu Ende. So ist er eben. Loyal bis zuletzt.
Nachdem das Essen vor uns hingestellt worden war und wir nach einer Weile immer noch nicht wieder anfingen zu sprechen, fing ich an, die Nudeln und das Fleisch nur noch auf dem Teller hin und her zu schieben. Edward fluchte leise, doch dann schüttelte er resigniert mit dem Kopf.
„In Ordnung, Bella. Bleib erst Mal für die nächsten Wochen hier und gönn dir eine Pause. In der Zwischenzeit überlegen wir uns etwas wegen dieser Misere." Ich jubelte innerlich, auch wenn mir klar war, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen und der Waffenstillstand nur vorübergehend war. Das Thema war aber aufgeschoben und ich hatte etwas Zeit, ihn in mich verliebt zu machen, sodass er mich nicht mehr weggehen lassen würde, selbst wenn ich es wollte. Bestimmt war er der Meinung, ich bräuchte nur etwas in Ruhe gelassen zu werden und genug Bedenkzeit, dann würde ich schon auf ihn hören. Doch da konnte er sich schon auf was gefasst machen!
Wir aßen die restliche Mahlzeit in einvernehmlichem Schweigen. Beim Digestif sprach ich ein weiteres unangenehmes Thema an. Unangenehm jedenfalls für mich. Meine Hauptsorge! Ich versuchte aber so diskret wie möglich vorzugehen.
"Du wolltest doch noch in einen Club, um dich mit dieser Frau zu treffen. Kann ich mit?"
"Du willst mit? Ich bin davon ausgegangen, dass du müde sein würdest... nach deiner abenteuerlichen Spritztour." Den letzten Teil knurrte er leise und blickte finster zur Seite.
Ich überhörte das. "Nein, bin ich nicht. Ich würde gerne mitgehen."
"Wie du willst, aber lange werde ich nicht da bleiben. Ich wollte mir nur hauptsächlich meinen angestellten Sänger ansehen. Bin bisher noch nicht dazu gekommen."
"Oh, Jacob Black?"
„Mhm." Geistesabwesend leerte er seinen Drink, legte ein ordentliches Trinkgeld auf den Tisch und stand auf. Bezahlen brauchte er nicht, da alle Rechnungen, die er in seinen Hotels machte, auf seinen Namen gingen. Er streckte mir die Hand hin, die ich annahm und half mir hoch.
Vorsichtig machte ich einen Schritt, hielt mich aber zur Sicherheit zusätzlich an der Tischkante fest.
"Warum zum Teufel hast du solche Schuhe gekauft? Magst du jetzt solche Nutten-Stängel?", fragte er angewidert und ich zuckte zusammen, fing an meine Entscheidung, betreffend der Stilettos, in Frage zu stellen. Warum reagierte er so? War es nicht das, was er normalerweise mochte?
"Ähm. Sie passten zum Kleid und sie machen mich größer. Außerdem sollte ich langsam lernen, auf sowas zu gehen." Immerhin würde ich an Edward Cullens Seite ein gewisses Prestige wahren müssen. Er stand schließlich oft in der Öffentlichkeit. Es spielte dabei keine Rolle, ob als seine Frau oder als Freundin. In jedem Fall bin ich Teil seiner Familie.
"Andere Schuhe passen auch zum Kleid, du bist groß genug, und wozu solltest du das lernen wollen? Du wirst dir nur irgendwas brechen, wenn du dein Schicksal zu lange herausforderst."
Innerlich verdrehte ich die Augen. Zu allem musste er seinen Senf geben. "Tja, dann musst du eben bis zum Ende dieses abends aufpassen müssen, dass das nicht passiert und ich sicher in meinem weichen Bett liege." Ich grinste ihn mit glitzernden Augen an.
Edward sagte nichts dazu, grummelte nur vor sich hin. Ich musste ein Kichern unterdrücken, denn wie ich Edward kannte, würde er seinem Pflichtgefühl nachkommen und mich nach Hause begleiten, um genau das zu tun.
Wir spazierten langsam zu dem ‚Moon-Play', wie Edward es genannt hatte, und ich lehnte mich dabei an diesen wunderbaren Mann, der seinen Arm um mich gelegt hatte, um mich zu stützen. Es fiel mir gar nicht mehr so schwer in den Schuhen zu laufen, aber ich klammerte mich trotzdem an Edward, nur um ihm nahe zu sein und seinen Duft einzuatmen. Himmel, ich hab ihn schrecklich vermisst, dachte ich in diesem Moment.
~#~#~#~
Als wir ins 'Moon-Play' eintraten, stürzte eine Flut von Lichtern und Reflektionen auf mich ein. Im vorderen Teil waren eine große Bühne und davor eine riesige Tanzfläche, auf der sich die Leute tummelten und tanzten. Überall waren runde Tische verteilt. Und an den Wänden entlang waren hie und da private Nischen. Es gab auch einen Bereich, der etwas weiter oben lag, von dem man auf die Bühne und die Feiernden hinab sehen konnte. Wahrscheinlich VIP. Edward steuerte die Treppe zu ebendiesem Bereich an, aber ich stemmte mich dagegen. Verwirrt blickte mich Edward an und blieb stehen.
„Können wir nicht an einem der Tische, in der Nähe der Bühne, sitzen?"
„Natürlich, wenn du willst. Doch von oben hätten wir eine bessere Aussicht."
„Aber hier sind wir näher dran." Eifrig zog ich an seinem Arm und drehte mich um.
„Hm.", grunzte Edward nur, folgte mir aber gehorsam. Ich hörte Aufruhr in der Menge und blickte zur Bühne. Jake kam auf die Bühne mit einer Gitarre in der Hand, die er zum Gruß in die Luft hob, was sofort lautes Geschrei nach sich zog.
"Hat Jake seinen Auftritt erst so spät?" Fragend schaute ich Edward an, als wir uns an einen Tisch rechts von der Bühne setzten.
"Er kommt gerade aus der Pause wieder. Soweit ich weiß, ist dies sein letzter Auftritt für diesen Abend."
Jacob hatte nicht übertrieben, als er den Mund aufmachte und anfing zu singen. Seine Stimme war unglaublich schön. Die Art der Musik war mir nicht neu, aber es hatte trotzdem etwas ganz Eigenenes. Die Begleitband machte einen fantastischen Job und harmonierte toll mit seinem Stil.
„Hey, warum bist du nicht an deinem üblichen Platz? Ich warte dort schon eine ganze Weile." Als ich aufsah, erblickte ich eine hübsch gestylte Tanya in einem hautengen schwarzen Fummel, die irritiert auf Edward herunter starrte. Edward stand auf und rückte ihr einen Stuhl zurecht.
„Ich wollte heute sehen, was Jake für einen Job macht und das kann ich am besten, wenn ich ihn von Nahem beobachte und mich nicht ablenken lasse." Er zog eine Augenbraue hoch und schaute betont auf ihr Dekolleté.
Mir wurde schlecht!
Sie kicherte und schlug ihm verspielt auf den Arm. „Ich weiß genau, dass du dich nicht ablenken lässt, wenn es darauf ankommt."
Ich verdrehte die Augen, sagte aber: „Hallo, Tanya."
Perplex guckte sie mich an, als hätte sie meine Anwesenheit erst jetzt mitbekommen, dann nickte sie mir großzügig zu. „Ach du bist auch da?"
„Wie du siehst!"
Sie runzelte die Stirn, als ob sie ehrlich verwundert und interessiert war. „Bist du schon einundzwanzig?"
„Nein.", knurrte ich.
„Huh", machte sie und wendete sich wieder an Edward.
Ich kniff meine Lippen zusammen und richtete meine Augen wieder auf die Bühne. Im Hintergrund hörte ich, wie Tanya Edward über irgendetwas Belangloses zutextete und als ich es nicht mehr aushielt, warf ich ein „Edward, tanzt du mit mir?" dazwischen und unterbrach ihre Allüren.
Er schaute mich stirnrunzelnd an. „Du willst tanzen?"
„Ja, unheimlich gerne."
„Aber du tanzt nie!"
„Ähm… Bella, richtig? Wir beide haben uns gerade unterhalten.", sagte Tanya liebenswürdig, dabei warfen ihre Augen hübsche Lachfältchen. „Kannst du nicht so lange mit einem Einwurf warten, bis du den Eindruck hast, dass das nicht mehr der Fall ist?" Dabei klang sie noch nicht einmal hochnäsig, sondern machte eher den Eindruck, als wiese sie nur jemanden höflich darauf hin, dass er sich einen Fauxpas erlaubt hat. Wie machte sie das nur?
„Oh, ihr habt miteinander geredet?", fragte ich unschuldig und zog weit beide Augenbrauen in meine Stirn. Tanya kniff beide Augen zusammen und sah mich böse an. Doch nicht lange darauf richtete sie sich wieder bezaubernd lächelnd an Edward, legte ihm eine Hand auf den Oberschenkel, beugte sich vor und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
„Bald, Tanya, ich muss gleich noch Bella nach Hause bringen."
„Das verstehe ich doch. Ich möchte nur bald mit dir alleine sein."
„Jetzt nicht, Tanya!", sagte Edward knapp.
Ich stand schnell auf und ging von dem Tisch weg. Keine Sekunde länger hielt ich das aus und schlenderte auf die Bühne zu. In dem Moment sah Jacob Black in meine Richtung und erblickte mich. Er lächelte mit seinem angepriesenen Charme und blinzelte mir zu. Ich errötete, lächelte aber breit und winkte zurück. Er war gerade damit beschäftigt die Menge vor der Bühne anzuspornen, die fleißig mitmachte. Es war wirklich tolle Musik. Ich konnte verstehen, wie er so weit gekommen war.
Ich spürte eine Berührung an meiner Hand und drehte mich um. Edward schaute besorgt auf mich runter.
„Ist etwas?" Ich schüttelte den Kopf und sah wieder zurück zur Show.
„Wolltest du nicht tanzen?", murmelte er neben meinem Ohr, fasste mich um die Taille und zog mich eng an sich heran. Ein Schauer durchfuhr mich und ich stöhnte auf, als ich seinen Atem an meinem Ohr und am Hals spürte. Noch Sekunden später hatte ich das Gefühl, dass der Hauch aus seinem Mund mir vom Nacken an das komplette Rückgrat entlang hinunter lief.
Nachdem ich mich zu ihm umgedreht hatte, lehnte ich meinen Kopf an sein Schlüsselbein und wiegte mich mit ihm zur Musik. Meine Hand lag fest in seiner linken und ich überließ mich völlig seiner Führung. Anders würde es wohl auch nicht gehen, wenn ich nicht wollte, dass es in einem Chaos endete.
Nach einer Weile fragte ich: „Magst du sie?"
„Wen?"
Ich seufzte und lehnte mich in seinen Armen zurück. „Na, wen wohl? Diese Schönheitskönigin da drüben an unserem Tisch. Magst du sie?"
Er lachte. „Bella, wenn ich sie nicht mögen würde, würde ich wohl kaum mit ihr verkehren." Ich zuckte bei dieser unglücklichen Wortwahl zusammen. „Aber keine mag ich so sehr wie dich!", endete er und beugte mich über seinem Arm, während seine freie Hand mich in die Seite kniff. Ich musste lachen als er mich kitzelte. Er wusste, dass ich nur dann empfindlich war, wenn man eine ganz bestimmte Stelle in der Seite traf. Er war früher daran verzweifelt herauszufinden, wo und ob ich überhaupt kitzelig war.
Er hatte es herausgefunden!
„Du weißt, was ich meine.", brummte ich. „Liebst du sie? Oder könntest du es irgendwann? Kannst du dir vorstellen sie zu heiraten?", forschte ich, als er mich wieder aufgerichtet hatte.
„Himmel, Arsch und Zwirn, Bella, ich weiß nicht, ob ich an so etwas glaube und was das heiraten betrifft… ich glaube nicht, dass ich mich besonders gut als Heiratsmaterial eigne. Aber wenn überhaupt jemals eine Frau in Frage käme, ja, dann wahrscheinlich sie. Aber das steht noch in den Sternen." Er schaute mir nicht in die Augen, als er das sagte.
Ich blinzelte meine Tränen weg und zog meine bebende Lippe zwischen meine Zähne und blickte auf das Schauspiel von Jake, um mich wieder zu beruhigen.
„Hey, ich weiß, das machen normalerweise nur die Herren, aber darf ich abklatschen? Ich fühle mich ziemlich vernachlässigt." Tanya tauchte hinter Edwards Rücken auf und lächelte charmant und sah dabei so verloren aus, dass selbst ich in Erwägung zog, ihr diesen Tanz zu schenken.
Ich sah zu Edward, um seine Reaktion abzuschätzen. Er sah ein bisschen ärgerlich aus, ob dieser Störung, lächelte aber höflich und schaute entschuldigend zu mir.
„Wir holen das nach, okay?", flüsterte er mir zu. Ich zuckte mit den Schultern und drehte mich weg. Ich fühlte mich geschlagen nach dem, was ich gerade erfahren hatte. Edward hatte seine Gefühle und Absichten ziemlich klar zum Ausdruck gebracht und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Aufgeben? Ich war mir nicht sicher, ob ich mit einem Verführungsversuch überhaupt Erfolg haben könnte, oder ich mich am Ende nur vor ihm lächerlich machen und damit unsere ganze Beziehung in Gefahr bringen würde. Noch mehr Angst als vor allem anderen hatte ich davor gar keine Beziehung mehr zu ihm zu haben. Dass er komplett aus meinem Leben verschwinden würde. Ich unterdrückte die Tränen, die schon wieder aufsteigen wollten, mit einer Wut, die mich fast rot sehen ließ. Tränen brachten mir gar nichts. Sie halfen mir nicht aus meinem Dilemma. Das konnte nur ich allein. Ich straffte meine Schultern, entschlossen für den restlichen Abend nicht mehr daran zu denken und ihn zu genießen, so gut es eben ging.
Jake stimmte ein neues Lied an und kam in meine Nähe. Er schaute direkt in meine Augen, während er sang, gerade so, als würde er auf etwas warten.
Ich fühlte mich unbehaglich und schaute über meine Schulter und wieder zurück zu ihm. Einige Mädchen schauten irritiert um sich, um herauszufinden, auf wen Jake so fixiert war. Als er nicht aufhörte mich mit seinen Blicken zu durchbohren, wollte ich mich schon umwenden und gehen. Doch dann dämmerte es mir und ich stockte, als ich auf den Text hörte, der ziemlich obszön war. Sofort wurde ich knallrot. Ich spürte förmlich, wie meine Wangen glühten und hob meine Hand an mein Gesicht, um es zum Teil zu verbergen und versuchte so gelassen wie mögliche auszusehen.
Ein megabreites Grinsen zierte nun Jacobs Gesicht und während er sang, stolperte er über eine Silbe, weil er lachen musste. Dann drehte er sich herum und machte wieder mit den verrückt kreischenden und den normalen Fans mit.
Nach der Show ging normale Hintergrundmusik an und ich stand noch ein wenig unschlüssig auf der Stelle, nicht wissend, was ich jetzt tun sollte. Zu Edward und dem Liebchen, das es wohl werden würde, wollte ich noch nicht, da sie sich gerade angeregt unterhielten… Naja, sie redete auf ihn ein, und er starrte finster zu mir herüber. Langsam aber sicher sollte ich mich daran gewöhnen. Was er wohl schon wieder hatte?
„Hey, Schwänchen, du machst aber keinen glücklichen Eindruck. Das verletzt ganz schön mein Ego, nachdem ich gerade noch so ein gutes Gefühl nach diesem klasse Auftritt hatte."
„Dein Ego braucht keinen weiteren Auftrieb. Das landet sonst noch auf dem Mond. …Obwohl, jetzt wo ich es mir recht überlege, wäre es da wahrscheinlich am besten aufgehoben." Ich wendete mich feixend Jacob zu, der gerade hinter der Bühne hervor gekommen war. „Na, Elvis?"
„Oh, bitte, vergleich mich nicht mit diesem Amateur.", sagte er affektiert, legte seine Hand auf die Hüfte und schniefte abwertend. Ich musste kichern, das sah so albern aus.
Er richtete sich lachend auf und fragte: „Noch Bock mit mir um die Häuser zu ziehen? Ich und ein paar Jungs wollen noch irgendwo was trinken gehen."
„Sie geht nirgendwo mit Ihnen hin, Black!"
Erschrocken drehten wir uns in die Richtung, aus der das böse Knurren gekommen war, und Jake sah erstaunt zu Edward auf. „Hi, Cullen! Nehmen Sie's mir nicht übel, aber das Zuckerschneckchen hab' ich zuerst gesehen. Sss…"
„Falsch! Mein Mündel haben Sie besser noch gar nicht gesehen. Und wenn Sie nicht sofort die Augen schließen und sie aus Ihrem verdorbenen Kopf streichen, können Sie zur nächsten Saison adieu sagen! Haben wir uns verstanden?"
Anstatt Edward zu kontern drehte Jake seinen Kopf mit einem Ruck zu mir und deutete mit seinem Daumen in die entgegengesetzte Richtung über seine Schulter. Auf Edward!
„Der ist dein Vormund? Hättest du mich nicht vorwarnen können, oder so etwas? Mich zu erschießen nachdem du seinen Namen genannt hättest, wäre weniger schockierend gewesen." Zusätzlich zu seinem Monolog, stellte er es pantomimisch dar, falls es noch nicht bildlich genug sein sollte. Ich machte meinen Mund auf, um etwas zu sagen, doch ich bekam keine Gelegenheit dazu.
„Aufhören mit dem Geschwafel. Isabella ist für dich Tabu, und damit basta! Isabella, komm!" Ich war so verblüfft, dass ich im ersten Moment gar nichts richtig realisierte. Doch als er mich ein paar Meter an meinem Arm hinter sich her geschleift hatte, stemmte ich meine Füße in dem Boden und entzog Edward meinen Arm, den ich mir daraufhin rieb. Edward hatte mich noch niemals so fest angepackt.
„Was, bitte, soll das? Interessiert hier meine Meinung überhaupt nicht? Und was sollen die Befehle? Bin ich jetzt in der Armee? Du kannst doch nicht so mit mir reden!" Ich war bestürzt, als ich Edward so fuchsteufelswild erlebte und schaute ihn schockiert an. In so einer Verfassung hatte ich ihn noch nie gesehen. Seine Augen sahen so finster aus, dass sie fast schwarz wirkten. Er schien im Augenblick absolut unberechenbar.
„Bella, können wir bitte zu Hause darüber reden? Hier ist nicht der geeignete Ort…", fauchte er fast, doch ich unterbrach ihn.
„Du solltest deine Gründe aber besser jetzt offen legen, da ich mich gerade dafür entschieden habe, mir mit Jake einen schönen Abend zu machen." Herausfordernd starrte ich in Edwards Augen, und betete dabei innerlich, dass er jetzt keine Szene machen würde –mich über seine Schulter werfen und einfach weg tragen, oder irgend so was höhlenmenschmäßiges.
„Äääh, Schwänchen, vielleicht sollten wir das vertagen. Wenn du…"
„Hast du etwa Schiss?", fragte ich wütend, während ich mit Edward einen Kampf mit den Augen austrug, an Jake gewandt. Meine Arme vor der Brust verschränkt, Edwards eng an seinem Körper gepresst, die Hände zu zitternden Fäusten geballt, wichen wir nicht dem Blick des anderen aus.
„Edward, können wir endlich gehen?" Langsam wurde auch Tanya aus ihrem Schauspiel gerissen. Sie klang richtig genervt und schlug rhythmisch ihre Handtasche gegen ihren Oberschenkel.
Edward wandte seinen Blick nicht von mir ab, als er sagte: „Ja, du kannst gehen. Wie du siehst, ist mir etwas dazwischen gekommen und du musst ohne mich auskommen."
„Was? Edward, du hast es mir versprochen." Der besagte Mann schwang zu Tanya herum. „Ich weiß, Tanya, und wir holen das nach, doch es geht jetzt leider nicht. Also würdest du bitte nicht auch noch meine Nerven strapazieren? Wär' das machbar?"
Tanya warf mir einen so hasserfüllten Blick zu, dass ich befürchten musste, jeden Augenblick könne sie sich mit dem Zombie-Virus á la 24-Days-Later infizieren, mich anfallen und auffressen. Dann drehte sie sich würdevoll um und ging langsam zum Ausgang. Vielleicht in der Hoffnung, dass Edward seine Meinung noch änderte?
Der hatte sich allerdings schon wieder abgewandt.
„Black, wenn Ihnen hier noch irgendetwas lieb ist, sollten Sie jetzt gehen!"
„Tut mir leid, Bella. Wir sehen uns, o.k.?"
„Darauf würde ich nicht wetten.", sagte Edward, jetzt wieder etwas gefasster. Langsam wurde ich richtig sauer, als ich sah, wie Jake sich davon machte.
„Das hast du ja richtig toll gemacht!"
„Was? Denkst du, ich lass dich mit ihm alleine in der Gegend umherstreifen?"
„Das hast du nicht zu bestimmen!"
„Und genau da irrst du dich, junge Lady."
„Behandle mich nicht wie ein Kind! Ganz besonders nicht wie dein Kind.", flüsterte ich mit erstickter Stimme, wobei ich ihm meinen finstersten Blick zuwarf, den ich aufbringen konnte. Dann ging ich an ihm vorbei zum Ausgang. Ich spürte, wie Edward mir folgte, und bis wir im Appartement waren, sprachen wir kein einziges Wort mehr. Man kann sich denken, dass ich mich im Fahrstuhl ganz schön unbehaglich fühlte! Meine Wut verhalf mir aber darüber hinwegzusehen und ich hielt weiterhin stoisch die Klappe.
Ein fröhlicher Emmett empfing uns, als wir durch die Tür traten. Wie es aussah, hatte er sich gerade vor den Fernseher gefläzt, mit einer riesen Schüssel Popcorn auf seinem Schoß.
"Na, ihr zwei. 'Nen schönen Abend verbracht? Habt ihr die verlorene Zeit nachgeholt?"
"Ja, und dabei habe ich herausgefunden, dass meine Schutzbefohlene sich gerne mit Hurenböcken die Zeit vertreibt."
Ich drehte mich blitzschnell zu ihm um. "Sag mal, was ist dein Problem? Du hattest doch sowieso vorgehabt, mich abzusetzen und dich mit Tanya „die Verständnisvolle" aus dem Staub zu machen. Warum ist das dann ein Problem, wenn ich mich auch amüsieren möchte?"
"Mit Jacob Black amüsiert man sich nicht. Ganz besonders nicht DU!" Er zeigte mit seinem Finger auf meine Brust.
"Hörst du dir überhaupt zu? Deine Argumentation ist völliger Schwachsinn. Jake ist ein lieber Kerl, und ich brauche ja wohl auch Freunde, jetzt da ich hier bleibe."
„Black? Der ist ein mädchenfressender Scharlatan, wie er im Buche steht. Ich verbiete dir, ihn wiederzusehen! Und dass du hier bleibst, wird sich noch zeigen. Doch wenn du so weiter machst, bist du schneller wieder in Italien, als du gucken kannst!", sagte er eiskalt.
Meine Stirn runzelte sich. „Das kann nicht dein Ernst sein. Hab ich dir schon so freie Hand gelassen, dass du glaubst, über mein Leben ganz alleine bestimmen zu können?"
„Nur, in den Bereichen, in denen ich es besser weiß. Du bist so naiv, dass du noch nicht einmal erkennst, was für ein Frauenverschwender dieser Tunichtgut ist."
Ich schnaufte. „Nein, das habe ich durchaus erkannt, aber er wird es nicht noch mal bei mir versuchen…"
„Noch mal? Wieso noch mal?" Oh Gott! Ich schloss meine Augen. Wieso musste ich es auch immer noch schlimmer machen?
"Wir hatten uns schon kennengelernt." Ich reckte mein Kinn in die Höhe und verschränkte die Arme über meinem Bauch.
Sekundenlang schaute Edward mich sprachlos an, und in der darauffolgenden Stille hörte ich ein Knuspern aus Richtung Couch. Ungläubig starrte ich zu Emmett herüber, der sich, uns eifrig beobachtend, von seinem Popcorn bediente. Gerade wollte ich etwas zu dem unverschämten Fiesling sagen, als Edward schnappte: „Wann?"
Ich machte auf dem Absatz kehrt, sagte „Heute Morgen am Pool." und ging auf mein Zimmer zu.
Edward folgte mir. „Und da hat er was versucht?"
„Gar nichts!"
„BELLA, verdammt, bleib stehen!"
„Ich will jetzt nicht mehr mit dir reden. Gute Nacht!"
„Das ist noch nicht geklärt!"
„Ja, wie so vieles andere.", schrie ich und knallte zum zweiten Mal, seit ich wieder hier war, die Tür zu.
Ich hörte Edward noch eine Weile schreien und fluchen, bis ich ebenfalls eine Tür zuschlagen hörte. Ein sanftes Klopfen erklang an meiner Tür, doch ich sagte nichts, ging nur zum Fenster und starrte in die Dunkelheit. Jetzt konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten und sie flossen in kleinen Bächen über meine Wangen.
Das war das Schlimmste am Streit mit Edward. Das Auseinandergehen. Jetzt würde ich die ganze Nacht nicht schlafen können. Schon wieder!
Super…
Katie Melua - The closest thing to crazy
How can I think I'm standing strong
Yet feel the air beneath my feet?
How can happiness feel so wrong?
How can misery feel so sweet?
How can you let me watch you sleep
Then break my dreams the way you do?
How can I have got in so deep?
Why did I fall in love with you?
This is the closest thing to crazy I have ever been
Feeling twenty two, acting seventeen
This is the nearest thing to crazy I have ever known
I was never crazy on my own
And now I know that there's a link between the two
Being close to craziness and being close to you
How can you make me fall apart
Then break my fall with loving lies?
It's so easy to break a heart
It's so easy to close your eyes
How can you treat me like a child?
Yet like a child I yearn for you
How can anyone feel so wild?
How can anyone feel so blue?
This is the closest thing to crazy I have ever been
Feeling twenty two, acting seventeen
This is the nearest thing to crazy I have ever known
I was never crazy on my own
And now I know that there's a link between the two
Being close to craziness and being close to you
And being close to you
And being close to you
