"Du bist spät..."

John seufzte übellaunig und sah genervt auf.

Obwohl es dunkel in der Wohnung war, konnte er Sherlock's Silhouette deutlich auf der Couch ausmachen.

Er versuchte gar nicht, sich noch weiterhin leise durch die Wohnung zu bewegen, sondern ließ seine Tasche mit einem lauten "Plopp" zu Boden fallen.

"Es tut mir Leid, Schatz. Habe ich das Abendessen verpasst?"

"Sarkasmus steht Dir nicht, John."

Brummend ließ dieser sich dicht neben Sherlock auf die Couch fallen und vergrub das Gesicht in seinen Händen.

Es brauchte keinen Meister um zu deduzieren, dass mit ihm etwas nicht stimmte.

"Du bist missvergnügt.", äußerte Sherlock nach einer kurzen Pause. "...und das offenkundig."

John gab ihm keine Antwort, sondern ließ sich schweigend nach hinten fallen, die Arme links und rechts von sich gestreckt.

Sherlock beugte sich dicht über ihn und küsste ihn sanft auf die Lippen. "Und Du hast heute Alkohol zu Dir genommen, warum das?"

"Sherlock...", murmelte John hilflos und drehte seinen Kopf kraftlos zur Seite, stieß seufzend die angehaltene Luft aus. "Ich kann das nicht mehr."

"Was kannst Du nicht mehr, John? Drücke Dich doch bitte konkreter aus."

John murmelte etwas in seinen nicht vorhandenen Bart.

"Wie war das, bitte?"

Die Antwort kam unmissverständlich, als sich Sherlock plötzlich auf die Couch gepresst sah, mit einem wütenden John Watson direkt über ihn.

"Ich habe gesagt, Du hast gewonnen, Sherlock! Das wolltest Du doch die ganze Zeit, oder?"

"Falsch.", kam die leise Antwort des Mannes unter ihm, sichtlich bemüht aufgrund des engen Körperkontakts einen klaren Gedanken zu fassen.

John lachte grimmig. "Tut mir Leid, ich vergaß. Es war kein Spiel, sondern eine Belehrung."

"Wiederum falsch.", antwortete Sherlock, dieses Mal gefasster.

Endlich ließ John von ihm ab, sodass sich der Jüngere aufsetzen konnte.

John noch immer dicht an seinen Körper gepresst, nahm er ihn wortlos in die Arme und vergrub sein Gesicht in seiner Halsbeuge.

Er spürte, wie die Anspannung aus John's Körper wich und seine Umarmung fest erwidert wurde. Ein kleines Lächeln machte sich auf seinen Lippen breit, das jedoch schnell wieder erlosch, als John fragte: "Steht Dein Angebot noch?"

Er schob den Arzt etwas von sich und versuchte, ihn in der Dunkelheit anzusehen, scheiterte aber kläglich.

"Natürlich, John. Ich habe genug Geld für uns Beide. Du musst nicht noch zusätzlich elend lange Nachtschichten im Krankenhaus fahren wie Du weißt."

"Ich weiß, ich möchte doch nur auf eigenen Beinen stehen."

"Das tust Du, indem Du mir bei meinen Ermittlungen hilfst und mir mit professionellem Rat zur Seite stehst."

"Ich weiß. Tut mir Leid."

"Und bitte entschuldige Dich nicht ständig bei mir, John!"

"T-tut...ja Herrgott noch mal!"

Sherlock grinste und küsste ihn erneut sanft auf den Mund.

John's Arme schlangen sich um seinen Nacken und zogen ihn näher an sich, ließ seine Zunge in den Mund des Anderen gleiten.

"Warum hast Du eigentlich getrunken?" unterbrach ihn Sherlock zwischen zwei Küssen.

"Sarah hat versucht mich anzumachen und ich habe ihr endgültig klar gemacht, dass ich kein Interesse an ihr habe.", antwortete John und nestelte an den Knöpfen von Sherlocks Hemd.

Dieser grinste wieder. "Offenkundig. Und wie hast Du das bewerkstelligt?"

"Indem ich ihr die Wahrheit gesagt habe.", meinte John gelassen und warf das nun offene Hemd hinter sich, um sich sofort am Reißverschluss des Anderen zu bedienen.

Sherlock entwand sich seinem Griff und setzte sich angespannt auf, eine Armeslänge von John entfernt.

"Wie hat sie reagiert?"

"Besser als ich erwartet habe. Sie hat mir alles Glück der Welt gewünscht, mich umarmt..."

"...und dann gefeuert.", schlussfolgerte Sherlock.

John seufzte. "Ja."

"Tut mir Leid, John."

"Muss es nicht. Es ist nicht mein Problem, wenn Sie die Wahrheit nicht verträgt."

Sherlock spürte Johns Hände erneut an seinem Hosenbund und machte sich ebenfalls daran, seinen Partner zu entkleiden.

"Du bist mir allerdings etwas schuldig, Sherlock."

Angesprochener stoppte in seinen Bewegungen und beobachtete, wie sich John aufreizend langsam den Pullover über seinen Kopf schob und seine geöffnete Hose inklusive seiner Boxer zu Boden gleiten ließ.

Nackt kam er zurück auf die Couch gekrochen und zog Sherlock ebenfalls seine Beinkleidung aus, bis auch dieser nackt vor ihm lag.

Seine Brust hob und senkte sich schwer und John lächelte, bevor er sich hinab beugte und Sherlocks Mund stürmisch eroberte.

Der junge Holmes keuchte überrascht auf und presste den Mann enger an sich.

Er spürte die Erektion seines Partners dicht an seinem Bauch und setzte sich höher auf, um John nach hinten zu schieben und um ihn, wie sonst auch, in Besitz zu nehmen.

Doch dieses Mal gab John nicht nach, sondern hob Sherlock etwas hoch.

Er drehte ihn mit gekonntem Griff um, bis Sherlock auf seinem Bauch zu liegen kam und er seinen Hintern einladend in John's Richtung präsentierte.

"Nein, John!", kam Sherlocks atemloser Ausruf.

"Keine Widerrede, Sherlock."

Wenige Sekunden später spürte er Johns Finger an seinem Hintern, die sich sanft aber bestimmt einen Weg in ihn bahnten.

Sherlock stöhnte, wenn auch widerwillig, auf.

Er versuchte, sich aus dem festen Griff des Älteren zu winden, gab nach wenigen Augenblicken aber auf, als die kleinen aber kräftigen Finger den Punkt in ihm fanden, der ihn Sterne sehen ließ.

Als er hörte, wie John aus dem Nichts ein Kondom hervor zauberte und die Verpackung mit seinem Mund aufriss, gab sich Sherlock endgültig seinem Partner hin.

"Heute Nacht gehörst Du mir."

Und mit diesen feierlichen Worten glitt John tief in ihn.