Kapitel 3
Wochen waren vergangen. Der Club erfreute sich größerer Beliebtheit denn je. John hatte weitere Frauen sowohl Tänzerinnen als auch Bedienungen eingestellt, um die Arbeitszeiten zu verkürzen.
Das hatte zu Diskussionen geführt. Als Alle aber am Monatsende trotz weniger Arbeitszeit den gleichen Verdienst hatten verstummten alle verblüfft.
Die Frauen liebten ihren Boss auf die eine oder andere Weise. Die Männer bewunderten und respektierten ihn.
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Sie lief durch den Sturm. Das Wasser, das vom Himmel fiel hatte ihre gesamte Kleidung durchnässt.
Der Regen war so stark, dass man kaum etwas sehen konnte und der Wind bestimmte die Richtung, in die man taumelte.
Ihr Blick suchte Etwas. Am Ende der Gasse sah sie ein Licht. Darauf steuerte sie zu.
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John spazierte durch den Laden. Es waren nur die paar Gäste anwesend, die die Sturmwarnung ignoriert hatten und seither hier ausharrte.
Stunden nach der Eröffnung fauchte plötzlich ein kalter Windstoß durch den Club und aller Augen wandten sich dem Eingang zu, durch den eine durchnässte Gestalt herein gestolpert kam. Kurz stützte sich die junge Frau an der Wand ab, machte dann zitternd, die Arme wärme suchend um sich schlingend ein paar unsichere Schritte in den Raum und sah sich verstört um.
John hatte die junge Frau oder das Mädchen erblickt. Kurz weiteten sich seine Augen, bevor er schnellen Schrittes auf sie zu hastete.
„Geht es Dir gut?" Fragte er die ihm Unbekannte und blickte hinüber zu Riley, die gleichzeitig mit ihm bei der Frau eingetroffen war.
Die junge Frau, zu deren Füßen sich eine große Pfütze zu bilden begann blickte zitternd mit großen braunen Augen zu ihm auf und nickte, sagte aber kein Wort.
Kurz blickte er ihr intensiv in ihren Augen, bevor er Riley einen Wink gab.
Die Blonde nickte ihm zu. „Komm mal mit, wir werden Dich erst mal trocken legen.
John sah den Beiden versonnen nach.
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Als er eine halbe Stunde später von seinem Schreibtisch aufblickte trat Riley lächelnd durch die Tür. Sie grinste ihn an und machte einen Schritt zur Seite.
Die junge Frau, frisch geduscht und in trockener Kleidung betrat den Raum.
Sein Blick saugte sich förmlich an ihrem Gesicht fest. In ihrem Mundwinkeln lag ein schüchternes Lächeln.
Riley beobachtete grinsend, wie sich die Beiden anstarrten.
Er ohne den Blick abzuwenden.
Sie immer wieder zur Seite oder zu Boden sehend aber immer wieder Blickkontakt herstellend.
Rileys Grinsen wurde immer breiter, bis sie von den Beiden unbemerkt, kopfschüttelnd den Raum verlies.
Unten im Gastraum bekam Riley fragende Blicke zugeworfen und beantwortete diese mit einem Zwinkern.
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„Wie ist Dein Name?"
John realisierte erst gar nicht, dass die Schönheit vor ihm eine Frage gestellt hatte. „John", entgegnete er schließlich nach langen Sekunden, als sein Bewusstsein die Frage endlich verarbeitet hatte.
„Cameron", entgegnete Sie leise mit melodischer Stimme.
Schließlich nach einer Minute Schweigen sprang er plötzlich auf. Sie Taumelte anscheinend erschrocken einen Schritt zurück, als er um den Schreibtisch herum auf sie zu gestürmt kam.
John nahm ihr offensichtliches Erschrecken gar nicht wahr sondern ergriff sie am Oberarm und zog sie zu der gemütlichen Ledercouch.
„Entschuldige bitte. Wo sind nur meine Manieren. Setz Dich doch hin. Du musst müde sein", brabbelte er.
Mit diesen Worten schob er sie quasi auf die Couch. Dann sah sie ihm nach, wie er zu der kleinen Zimmerbar ging. „Möchtest Du was trinken? Du bist sicher durstig?" Erst jetzt, mit einem Glas in der Hand sah er sie fragend an.
Sie blinzelte verwirrt und sah kurz auf die kleine Bar. „Eine heiße Schokolade wäre schön".
Nun war es an ihm verwirrt zu blinzeln. Hastig stellte er das Glas wieder hin. „Heiße Schokolade... klar". Sagte er mehr zu sich selbst und stürzte fast als er zum Haustelefon -hechtete-, um an der Bar Bescheid zu geben. Immerhin war der Laden gut ausgestattet und sie boten den Gästen sogar heiße Getränke mit und ohne Alkohol.
Der Hörer fiel ihm zwei mal aus der Hand. Ein Mal bevor er wählte und ein Mal als er mit einem der Barkeeper sprach, der erschrocken den Hörer einen Halben Meter vom Ohr weg hielt als es krachte. Die gestammelte Bestellung konnte Dieser gerade noch verstehen.
Völlig in ihrem Anblick versunken lies er sich neben ihr seitlich auf der Couch nieder. Sofort nahm sie ebenfalls eine seitliche Position ein, so dass sich ihre Knie fast berührten.
Weiterhin vermied sie schüchtern den direkten Blickkontakt.
„Wer... wer bist Du?" Fragte er. In seinem Kopf herrschte gähnende Leere.
„Ich bin Cameron... Cameron Phillips. 21 Jahre Alt und komme aus San Francisco", brachte sie leise hervor.
„Was willst Du von mir?" Brachte sein noch immer mit halber Leistung laufender Verstand hervor.
Sie legte den Kopf schräg. „Ich bin vor dem Sturm geflüchtet", entgegnete sie verwirrt.
Nach einigen Sekunden machte es Klick in seinem Kopf und er senkte den Blick. „Oh sorry" brachte er hervor und wandte sich schnell ab. Aus irgendeinem Grund tat diese Antwort weh aber er kam nicht darauf warum.
Er stand auf. „Natürlich, entschuldige", brachte er hervor, während sich für ihn unverständlich Tränen in seinen Augen zu sammeln begannen. „Natürlich kannst Du gerne warten bis der Sturm...".
„Aber...", unterbrach sie ihn schnell.
Er fuhr herum. „Aber?"
„Aber vielleicht...". Sie zuckte mit den Schultern. „Ich könnte... einen Job gebrauchen. Ich mach Alles".
In diesem Moment ging die Tür auf. Verwirrt sah John Riley an, die mit einem Tablett im Raum stand.
„Ich habe geklopft", sagte sie auf seinen Blick hin. Dann nahm sie eine dampfende Tasse vom Tablett und stellte sie vor Cameron auf den Couchtisch.
„Natürlich hast Du das", sagte er in Gedanken versunken.
Riley bemerkte die merkwürdige Stimmung im Raum und machte sich schnell davon, die Tür hinter sich zuziehend.
Johns und Camerons Blicke trafen sich erneut. „Alles?" Echote er ihre letzte Bemerkung.
Cameron verstand die Frage und lief rot an. „P... Putzen und... und so", brachte sie stotternd hervor. „Ich... ich kann auch tanzen".
Augenblicklich war ihm der Gedanke, dass sie fast nackt vor den anderen Kerlen auf der Bühne stehen sollte aufs Äußerste zu wieder. Unbewusst ballte er die Fäuste. Gleichzeitig sah er in seinem Kopfkino, wie sie es doch tat, nur mit einem Briefmarken großen Tanga bekleidet.
Bei einigen der Tänzerinnen ging es schon hart an die Gesetzlichen Möglichkeiten, da die Tangas nicht immer Alles 100 Prozentig verdeckten. Hier und da blitzte bei wilden Tanzbewegungen schon mal etwas rosa Fleisch auf.
Richtige G-Strings waren natürlich auch nicht angebracht, da dann hinten nicht Alles immer verdeckt war.
So war es also immer ein Balanceakt für die Tänzerinnen genug aber nicht zu viel zu zeigen.
John hatte sich schon immer gefragt, wie das Stoffstück trotz der Riemen an seinem Platz blieb. Als sie auf seine Frage hin ihm dann etwas von Doppelklebeband erzählten und es sogleich auch demonstrieren wollten war er erneut aus der Umkleide geflohen. Seit Dem hatte er keinerlei Fragen in dieser Richtung mehr gehabt.
„Wie wäre es als Bedienung?" Fragte er, nachdem sich der Nebel der Eifersucht und die Bilder die er in seinem Kopf sah gelichtet hatten.
Sie nahm vorsichtig einen Schluck von ihrer heißen Schokolade und hob sogleich verwundert die Augenbrauen. Hier im Club wurde heiße Schokolade tatsächlich aus Milch und echter Schokolade gemacht. Geschmacksrichtung nach Wahl.
Ihr schüchternes Lächeln wurde zu einem Richtigen als sie kurz die Lieder senkte. „Sehr gerne".
Erneut lies er sich neben sie auf die Couch sinken. Unbewusst ergriff er ihre Hände und ebenso unbewusst lächelte er sie verliebt an. „Du bist wunderv... Ich meine DAS ist wundervoll".
Camerons Wangen nahmen einen rötlichen Farbton an.
