Kapitel 4

Im Laufe des Abends füllte sich der Laden nicht wie sonst. Nach dem Sturm schienen viele Leute mit anderen Dingen, Aufräumarbeiten, Keller Auspumpen usw. beschäftigt zu sein.

Trotzdem hatten Alle zu tun und vergaßen darüber, dass in den ganzen Stunden ein Gast im Büro ihres Chefs war.

Erst nach Arbeitsende, während Sie die Stühle für die Putzfrau hochstellten sahen alle nach oben

die Bürotür war noch immer geschlossen die Frauen warfen sich schulterzuckend Blicke zu. Schließlich ermunterten sie Riley nachzusehen.

Es war absolut still in dem Raum während die Blonde nach Oben schlich.

Zunächst lauschte sie an der Tür, sah dann aber zu den Anderen nach unten und zuckte mit den Schultern.

Ihre Kolleginnen ermunterten sie weiter zu machen. Also beugte sie sich zum Schlüsselloch hinab. Bevor sich aber ihre Augen darauf eingestellt hatten hindurchzusehen öffnete sich die Türe.

Da John als er die Tür öffnete über seine Schulter sah und Cameron anlächelte. Lief er geradewegs in Riley hinein. Da sich deren Gesicht gerade auf Höhe seines Geschlechtsteils befand kam es zu einer etwas grotesk anmutenden Situation.

Nicht, dass Riley nicht schon versucht hatte John auf diese Weise zu beglücken, fühlte sie sich nun doch etwas peinlich berührt.

John hatte Oralsex genau so abgelehnt, wie jede andere Form von sexuellem Verkehr.

Rot werdend sah John hinab auf Riley, die sich selbst rot werdend ruckartig aufrichtete.

Riley öffnete den Mund als prustendes Gelächter und Gekicher im Gastraum auf klang.

Verschreckt sah John an Riley vorbei nach unten. Dann erinnerte er sich an Etwas und sein Kopf fuhr herum. Cameron war zwei Schritte hinter ihm und beobachtete merkwürdig lächelnd mit schräg gelegtem Kopf die Szene.

John hastete an Riley vorbei zur Treppe, stolperte diese mehr herunter, als er ging und kam knallrot im Gesicht unten an.

Riley hingegen war ebenso verlegen und traute sich nicht Cameron anzusehen. Diese aber ging auf sie zu und ergriff ihren Oberarm. Beruhigend war der Druck.

Riley hob den Kopf und lächelte verlegen. „Sorry, ich wollte nur..."

„Spionieren?" Vollendete Cameron den Satz.

Riley nickte.

„Warum?"

Riley kratzte sich im Nacken. „Weil... weil wir seine Freunde sind und uns Sorgen machen".

„Sorgen?" Fragte Cameron verwirrt. „Worüber?"

Riley blickte Cameron kritisch an. „Darüber, dass Du ihn verletzen könntest. Er ist nämlich sensibler als es den Anschein hat".

Cameron sah Riley einige Sekunden kritisch an, dann sah sie hinunter zu John, der sich mit den anderen Angestellten unterhielt. Sie sah auch, dass er immer wieder zu ihm hoch blickte. „Ich verstehe, danke für die Erklärung", sagte sie und folgte John, dessen Aufmerksamkeit sich sofort auf sie konzentrierte.

Riley sah ihr nach. Sie war überzeugt, dass es zwischen den Beiden ernsthaft gefunkt hatte. Riley musste innerlich lächeln. Eigentlich war sie dazu auserkoren gewesen für ihn mehr zu sein als ein Freund. Als dann aber die Maschine nicht aufgetaucht war hatte Jesse sie einfach fallen lassen. Sie war weit abgerutscht. Ihre Pflegeeltern hatten sie -zurückgegeben-. Sie war bei mehreren weiteren Pflegefamilien gewesen, eine schlimmer als die Andere.

Wie eine Arbeitssklavin behandelt zu werden war noch das Beste gewesen.

Wie eine Hure das schlimmste.

Zumindest hatte sie einen Einblick in die Welt der sexuellen Perversionen gehabt. Einige Dinge davon mochte sie sogar. Pinkelspiele machten sie geil. Ständig neue Matratzen und Teppiche kaufen allerdings weniger.

Andere Dinge waren einfach nur eklig. Von den blutigen Sachen gar nicht zu reden. Dann war da auch noch ihre Vergangenheit. Sie hatte viel erlebt...

An dieser Stelle unterbrach sie schaudernd ihren Gedankengang und kehrte zu John Connor zurück.

Riley hatte lange gebraucht aber schließlich hatte sie seine Spur wieder aufgenommen.

Dass sie sich letztendlich hier begegnet waren war Zufall. Na ja nicht ganz.

Sie wusste dass John Connor leidenschaftlicher Pokerspieler war.

Also hatte sie ihren ehemaligen Chef daraufhin zu diesen Spielen gedrängt, um den Kontakt herzustellen.

Dass John Connor gleich den ganzen Laden beim Spiel gewinnt war ein glücklicher Zufall.

Mittlerweile allerdings tat sie Alles nicht mehr für ihren großen Anführer John Connor, sondern für ihren besten Freund John Baum.

Alle sahen zu, wie ihr Boss die Neue mit einem Lächeln erwartete.

„Das...", er deutete auf Cameron. „... ist ein neues... Familienmitglied", stellte er sie vor.

„Tänzerin?" Warf eine der mehr oder weniger bekleideten Körperakrobatinnen erwartungsvoll ein.

„Sie wird als Bedienung arbeiten", führte John, ohne auf den Einwand einzugehen, aus.

„Schade", sagte eine weitere Tänzerin und musterte Cameron während sie sich über die Lippen leckte.

Die Beiden waren dafür bekannt nicht nur miteinander ins Bett zu gehen sondern auch gerne noch ein oder zwei weitere Frauen zu -Leckspielen- einzuladen.

„Cameron ist neu in der Stadt und braucht einen Platz zum Schlafen", sagte John sich vor Verlegenheit im Nacken kratzend.

Der lesbische Teil der –Familie- hatte grinsend den Arm erhoben, als Riley bei Cameron anlangte und ihr die Hand auf die Schulter legte.

„Cameron kann bei mir schlafen.", sagte sie mit Bestimmtheit.

John sah sie erstaunt an. „Bist Du sicher?"

Riley legte den Arm um Cameron und lächelte sie an. „Klar, mein Schlafzimmer hat zwei getrennte Betten und ich schlafe wie ein Stein." Sie blickte John an. „Wir Zwei kommen schon miteinander klar".

John zögerte noch einen Augenblick. Er wusste, dass Riley auch lesbische Neigungen hatte allerdings kannte er sie gut genug um zu wissen, dass Sie sein Interesse an Cameron bemerkt hatte. Sie war seine beste Freundin und würde nicht versuchen die Situation auszunutzen. „Ok, entgegnete er schließlich. „Dann wäre das ja geklärt.