Kapitel 7
Der Club war gerammelt voll. Die Tänzerinnen glänzten vor Schweiß, ebenso wie die Bedienungen, die hin und her hasteten. Am Tresen war jeder Platz besetzt und die beiden Barkeeper jonglierten Coctailshaker und Flaschen wie Zirkusjongleure.
Überraschenderweise sah man kaum Etwas von der Security. Während am Eingang die üblichen Kontrollen stattfanden waren die Leute im Club unauffällig verteilt. Zwischenfälle gab es bislang keine.
Das sollte sich ändern.
Riley steuerte einen der Tische auf der anderen Seite der Tanzfläche an. Normalerweise war sie so geschickt, dass sie durch die Tänzer -glitt-. An diesem Tag allerdings war die Tanzfläche so gerammelt voll, dass sie zwischen den angrenzenden Tischen hindurch die Tanzenden umrunden musste.
Das war ihr insofern unangenehm, da sie an einem Tisch vorbei musste, an dem einer ihrer Ex Pflegeväter saß. Einer von der unangenehmeren Sorte.
Bereits drei mal hatte der Mann sich ihr genähert. Hatte ihr jedes Mal Perversitäten ins Ohr geflüstert.
Als sie das vierte Mal an ihm vorbei kam fasste er sie am Arm und zog sie zu sich heran. „Erinnerst Du Dich Rileymaus?"
Riley bemerkte als sie auf seinem Schoß saß nur zu genau, was er meinte. Das harte Teil in seiner Hose war mehr als einmal in ihrem Körper gewesen.
Riley begann sich zu wehren. Die Freunde ihres ex Pflegevaters lachten nur, sie kannten Riley und die Geschichten, die ihr Kumpel ihnen erzählt hatte.
Der Mann fummelte unter Riley an seiner Hose herum, biss er sein Geschlechtsteil hervorgekramt hatte.
Unglücklicherweise war die Geräuschkulisse so, dass man sein eigenes Wort kaum verstehen konnte und keiner von der Security hatte direkte Sicht auf diesen Platz.
Riley wusste, dass wenn ihr niemand half das Unvermeidliche eintreten würde. Fast war sie versucht aufzugeben, wehrte sich nur noch schwach.
Der Perverse zerrte ihr Panty zur Seite und schob sein Geschlechtsteil in ihren Schoß.
Noch bevor er sie penetrieren konnte erstarrte er.
Riley, die die Augen geschlossen hatte merkte erst nach Sekunden, dass sich ihr Peiniger nicht mehr Bewegte. Als sie die Augen öffnete und ihn ansah bemerkte sie zunächst seine Schreckgeweiteten Augen, die dunkelrote Gesichtsfarbe und den offenstehenden Mund.
Dann nahm sie eine schlanke Hand an seinem Hals wahr. Ihr Blick folgte dem Arm bis zur Schulter. Traf dann auf das Gesicht.
Schlagartig setzten bei Riley Erinnerungen ein:
Sie war noch klein, saß versteckt hinter einigen Trümmern. Sie musste zusehen, wie Männer mit kaltem, starrem Gesichtsausdruck ihre Eltern und einige Andere Töteten. Meist durch erschießen aber auch durch körperliche Gewalt, in dem sie die Leute an den Kehlen ergriffen, sie hoch stemmten und den in der Luft baumelnden das Genick brachen.
Genau diesen kalten, Starren und gefühllosen Blick hatte ihre Freundin Cameron, die keine Probleme zu haben schien den Mann auf seinem Platz zu halten.
Riley sprang auf und wich zurück. Jetzt merkten auch die anderen Angetrunkenen am Tisch was los war. Während Cameron den Mann spielend von seinem Stuhl zog sprangen seine Freunde auf. Einer wollte Cameron von dem Mann wegzerren. Er bekam von der Brünetten einen Stoß, der ihn gegen einen Weiteren schleuderte, wobei Beide zu Boden gingen. Den Nächsten beförderte Cameron mit einem Tritt in die selbe Richtung. Der Vierte schließlich schlug ohne jede Rücksichtnahme auf Camerons Statur und Geschlecht zu.
Riley erlebte wie in einem Horrortraum, wie Camerons Kopf nur kurz zur Seite ruckte, sie dann ohne eine Mine zu verziehen den Mann an der Jacke ergriff und ihn in mehr oder weniger hohem Bogen auf die anderen warf.
Mittlerweile waren auch die Jungs von der Security aufmerksam geworden. Und näherten sich von zwei Seiten der dunklen Ecke.
Rileys Peiniger war zwischenzeitlich blau angelaufen und wurde bewusstlos. Achtlos lies Cameron ihn zu Boden gehen.
Riley stand wie erstarrt. Ein paar Tropfen Urin liefen zwischen dem Angstschweiß ihr Bein entlang. Diesmal nicht vor Geilheit sondern vor Angst. Sie hatte plötzlich eine Höllenangst vor Cameron.
Als sich Cameron Riley zuwandte, verwandelte sich ihr Gesichtsausdruck schlagartig in die fürsorgliche Freundin, die man nach Soetwas erwarten würde.
„Hat er Dich verletzt", fragte Cameron mit einer Sanftheit, die einen Teil von Rileys Angst zurücktrieb.
Riley verlor langsam den Schock. „N...nein. Geht schon".
Cameron nickte ihr lächelnd zu und gab den Männern von der Security nur kurz einen Bericht was passiert war, dann wandte sie sich wieder Riley zu.
„Ich... ich muss …. muss pinkeln", stotterte Riley. Der Schock und ein großer Teil der Angst vor Cameron hatte nachgelassen, war allerdings von Übelkeit und Druck auf der Blase abgelöst worden. Wie oft nach einem Adrenalin-schock.
Cameron ergriff beruhigend ihre Hand und begleitete sie zur Toilette.
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Als Riley die Kabine verlies blieb sie abrupt stehen. Cameron stand fast direkt vor der Kabinentür. „Alles ok?"
„Geht schon", entgegnete die Blonde, umrundete Cameron und ging zum Waschbecken.
Riley wusch sich die Hände und trocknete sie ab. Dann atmete sie ein paar Mal tief durch und drehte sich um. „Du bist...".
In diesem Moment klopfte es an der Tür.
Riley stöhnte. „Ja!" Rief sie genervt.
Die Tür öffnete sich und langsam und vorsichtig schob John Baum seinen Kopf durch den Spalt. „Riley?"
„Ich bin hier, kannst reinkommen!" Rief sie den von draußen kommenden Lärm übertönend.
John schob die Tür auf und betrat das -verbotene Gebiet-.
Riley dagegen bemerkte etwas erstaunliches. War Camerons Gesichtsausdruck bei ihr freundlich und fürsorglich strahlte sie beim Anblick Johns fast so Etwas wie Liebe aus. 'Aber das ist doch unmöglich', dachte Riley. Ihr war natürlich auch nicht entgangen, dass sich Johns Blick förmlich an Cameron festgesaugt hatte. Riley glaubte jetzt, dass Cameron diejenige war, von der Jesse damals gesprochen hatte. Sie war sich nur nicht sicher, was sie unternehmen sollte.
„Wie geht es Dir?" Fragte John, als er sie erreichte.
Riley schreckte förmlich aus ihren Überlegungen auf. „Es geht mir gut", sagte sie schnell. „Cameron war rechtzeitig da".
„Das habe ich gehört", entgegnete er und sah zu der Brünetten. „Du sollst fünf Männer aufgemischt haben?" Kritisch war sein Blick.
„Es war nichts", sagte Riley schnell. „Die waren betrunken und konnten kaum noch stehen". Sie konnte förmlich sehen, wie sich der vorsichtige John Connor wieder in John Baum zurückverwandelte. Dann schob sie sich an John vorbei. „Wir müssen wieder ran", sagte sie ohne sich umzudrehen.
„Wirds denn gehen? Ist wirklich Alles in Ordnung" Fragte er ihr hinterher, während er Cameron zulächelte, die im Begriff war Riley zu folgen.
An der Tür sah die Blonde über ihre Schulter. Sie sah die Blicke, die sich ihre beiden Freunde zuwarfen. „Wir werden sehen, ist ja bald Feierabend", bemerkte sie zweideutig.
„Ja ok", entgegnete John und sah Cameron hinterher, bis sich die Tür geschlossen hatte. Eine Sekunde später öffnete sie sich allerdings wieder und ein weiblicher Gast betrat den Raum. John schreckte aus seinem Tagtraum, sah sich verwirrt um und verließ die Damentoilette unter dem verwunderten Blick des Gastes.
Den Rest der Arbeitszeit verbrachte Riley ohne Zwischenfälle. Das gab ihr Gelegenheit bei der langsam abnehmenden Zahl der Gäste über Cameron und das was sie tun sollte nachzudenken. Als endlich Schluss war, war sie noch immer zu keinem Ergebnis gekommen. Ein paar Mal hatte sie nachdenklich beobachtet, wie Cameron mit einem Tablett zu John hoch zum Büro gegangen war. Sie wusste, seine Bestellungen waren meist nur ein Vorwand für ein kurzes Zusammensein der Beiden.
Sie wusste aber auch, dass die Beziehung nur sehr langsam voran schritt. Kein sexueller Kontakt bisher und nur einmal eine wilde Knutscherei, was damit geendet hatte dass John und Cameron einen Lachanfall bekamen als sie überrascht wurden.
Riley wusste sie hatte keine Wahl, sie würde mit Cameron reden müssen. Allerdings war sie nicht völlig unvorbereitet.
