"Oh, Du erinnerst Dich sogar noch daran, wie ich heiße. Ich bin erfreut."
Molly brauchte einen Moment ehe sie verstand, dass er sarkastisch klang.
Sie stöhnte. "Ich bin zu betrunken für diesen Kram...", murmelte sie und bückte sich, um einige der Glassplitter wegzuräumen.
"Was willst Du hier?", fragte sie ihn, als sie bemerkte dass er näher kam.
"Ich bin auch entzückt Dich wieder zu sehen. Vor allem in diesem Zustand. Ich wusste gar nicht, dass Du so amüsant sein kannst."
Sie ignorierte seinen Kommentar, ließ seine bitteren Worte an ihr abprallen. Und sie war unglaublich stolz auf sich, wie leicht es ihr fiel.
"Verschwinde, Sherlock." Damit drehte Molly sich um, um sich erneut ein Glas mit frischem Wasser zu holen.
Sie spürte wie er dichter an sie herantrat und versteifte sich sofort, als sie seine Hand an ihren Arm spürte.
Verdammt.
Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Nacht saß noch zu tief in ihrem Gedächtnis und nur durch diese kurze Berührung rann ihr ein - leider wohliger - Schauer über den Rücken.
Leise erklang seine Stimme an ihrem Ohr und sie schloss die Augen. "Molly, ich weiß, dass Dir das nicht leicht fällt, aber..."
"Als ich sagte, du sollst verschwinden, meinte ich damit sofort!", verlangte sie und entriss sich ihm, stieß ihn von sich.
Sherlock keuchte schmerzerfüllt auf und Molly sah ihn genauer an. Er stand mit gebeugtem Oberkörper vor ihr, sein Arm schräg über seine Körpermitte gespannt und atmete schwer.
"Du...bist verletzt.", stieß sie ungläubig aus und ging einige Schritte auf ihn zu.
"Oh, bemerkenswert wie schnell Du mich durchschaut hast.", keuchte er und richtete sich langsam zu seiner normalen Größe auf. "Du hast nicht zufällig noch Verbandszeug hier, oder?"
"Das ist so...", Molly rang nach den richtigen Worten.
"Was? Furchtbar? Schlimm? Bist Du jetzt verzweifelst und bangst um mein Leben?"
"...klischeehaft !" rief Molly aus, als ihr endlich der passende Begriff eingefallen war.
Sherlock stutzte und starrte sie an. "Ich muss zugeben, mit Alkohol im Blut bist du wirklich viel drolliger als sonst, Molly. Du solltest öfter einen zuviel trinken."
"Ach, halt die Klappe, Sherlock und setz Dich hin." Sie rannte ins Badezimmer und Sherlock hörte sie, wie sie in ihren Schubläden herumkramte.
Wenige Sekunden später kam sie um die Ecke gestolpert, mit allerlei Arzneimitteln in ihren Händen, die sie vor sich auf dem Tisch ausbreitete.
"Zieh Dich aus.", forderte sie ihn auf.
"Mit dem größten Vergnügen, Miss Hooper."
Schlagartig wurde sie rot, kommentierte Sherlock aber nicht.
Sie half ihm, sich das verschmutzte Hemd über den Kopf zu ziehen und warf es achtlos hinter sich.
Sie inspizierte seine Brust und sah faustgroße Flecken in allen Farben und Variationen, die ihn sicherlich höllisch schmerzen mussten.
"Was ist passiert?" fragte sie leise und machte sich daran, seinen oberen Bereich vorsichtig mit ihren Händen zu betasten.
"Ich bin in eine Schlägerei geraten."
"Was hast Du gemacht?"
"Ich hab mich verteidigt." Sherlock schwieg einen Moment. "Ich bin aufgeflogen.", gestand er leise und auch schuldbewusst.
Molly sah auf und direkt in sein Gesicht, bemerkte den intensiven Blick aus seinen dunklen Augen.
"Und das ganz ohne meine Hilfe.", merkte sie mit einem leisen Lächeln an.
Er grinste zurück, sagte aber nichts.
Molly atmete kurz durch und arbeitete sich weiter vorwärts. Sie hörte das Blut in ihren Ohren rauschen und spürte seine sanfte aber verletzte Haut unter ihren Fingerspitzen, seinen schnellen Puls.
Als sie ihn mit ihrem Handgelenk an seinem linken Rippenbereicht streifte, stöhnte er qualvoll.
"Oh Gott, Sherlock. Ich glaube deine Rippen sind gebrochen.", flüsterte sie angstvoll und sah auf. "Du musst in ein Krankenhaus."
Er lachte und keuchte gleichzeitig. "Das ist zweitdümmste Idee die Du jemals hattest, Molly Hooper."
"Ach ja? Und was war die Dümmste?" fragte sie verwirrt nach.
"Dich in mich zu verlieben.", entgegnete er ihr sanft.
Sie starrte ihn sprachlos an und er sah betreten an ihr vorbei, presste seine Lippen fest zusammen, die Stirn in Falten verzogen, verwundert über seine ehrliche Antwort.
Molly's Herz pochte stark in ihrer Brust und das Zittern in ihren Händen ließ sich nur schwer unterdrücken.
"Sherlock..." hauchte sie sehnsuchtsvoll und endlich sah er sie an.
Molly's Blick verschwamm kurz, als er ihr Gesicht sanft mit seinen Händen umfasste und sie näher an sich zog, um sie leicht auf die Stirn zu küssen.
"Es tut mir wirklich Leid, was ich damals zu Dir gesagt habe, Molly. Kannst Du mir verzeihen?" Seine Stimme war leise und gleichzeitig laut in ihren Ohren.
Sie schluckte den dicken Kloß, der sich in ihrem Hals gebildet hatte, lautlos hinunter.
"Heute nicht.", antwortete sie ihm und lehnte sich leicht zurück, um ihn erneut zu betrachten.
"Aber frag mich morgen einfach noch einmal, okay?", neckte sie ihn und berührte ihn kurz an der Wange.
Er hatte es binnen weniger Momente geschafft, das dicke Eis zu durchbrechen und Molly musste sich eingestehen, dass sie ihn unglaublich vermisst hatte.
Sherlock grinste sie an. "Ich komme darauf zurück, falls ich die heutige Nacht überlebe."
Sofort wurden beide wieder ernst.
"Sherlock, wenn Du Dir tatsächlich Deine Rippen gebrochen hast, dann besteht durchaus die Möglichkeit dass auch deine inneren Organe beschädigt sind. Du brauchst einen Arzt, der Dich professionell untersucht."
Sie verstummte augenblicklich und dachte angestrengt nach.
Sherlock schüttelte ahnungsvoll den Kopf und Molly stöhnte frustriert auf.
"Sherlock...", bat sie ihn mit lauter, eindringlicher Stimme.
"Nein, Molly.", knurrte er und erhob sich.
"Du könntest sterben, verdammt noch mal!", schrie sie ihn an, drehte ihn zu sich herum um ihn daran zu hindern, sich sein Hemd wieder überzuziehen.
Er antwortete ihr nicht, blieb regungslos stehen.
Molly berührte mit ihren rechten, flachen Hand die Stelle, direkt über seinem Herzen, während ihre Linke sein rechtes Handgelenk fest umschloss und ihn an sich zog.
"Ich habe Dir nicht geholfen Deinen Tod vorzutäuschen, damit Du Dich jetzt wirklich sterben kannst, Sherlock Holmes."
Als er noch immer nicht reagierte, umschlossen ihre Arme seinen Nacken und sie stellte sich auf Ihre Zehenspitzen, um auf derselben Höhe zu sein wie er.
"Ich will Dich nicht noch einmal verlieren.", flüsterte Molly dicht an seinen Lippen, ihre Augen aufmerksam auf Seine gerichtet, die kurz aber dennoch sichtbat zuckten.
Sie wusste nicht, woher sie den Mut nahm - wahrscheinlich lag es am Alkohol - doch letztendlich überwand sie die letzte Distanz zwischen Ihnen und küsste ihn sanft auf seine offen stehenden Lippen, ihre Augen nach wie vor auf ihn gerichtet.
Einen Moment sah es so aus, als würde er sie von sich stoßen.
Stattdessen umarmte er sie und zog sie vorsichtig und ganz langsam an seinen Körper, erwiderte ihren Kuss mit sanfter Gewalt.
Der Kuss dauerte natürlich viel zu kurz aber Molly wusste insgeheim, dass sie diesen Kampf gewonnen hatte.
"Wie betrunken bist Du?", fragte Molly anstatt einer Begrüßung und kaute nervös auf ihrer Unterlippe.
"Willst Du mich nicht erst reinlassen?", fragte John verwirrt und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
Molly lächelte entschuldigend und gab den Weg frei, damit er an ihr vorbei gehen konnte.
"Was ist los, Molly? Bist du verletzt?" Er sah sie fragend an und Molly spielte nervös mit ihren Händen.
Sie hatte ihm eine nichtssagende Nachricht mit den Worten -Komm schnell zur mir, John. Ich brauche dringend Deine Hilfe. Allein. Molly - zukommen lassen.
Da er ohne eine Antwort und relativ schnell vor ihrer Tür stand, wusste sie nun nichts zu erwidern.
Sie ging mit wenigen Schritten an ihm vorbei Richtung Wohnzimmer und blieb stehen, sah lange hinein. Dann drehte sie sich zu John herum und deutete ihm näher zu kommen.
Langsam ging er auf sie, noch immer verwirrt, zu. "Bist Du allein?"
"Ähm...nicht wirklich, nein.", bekannte sie und trat einen Schritt zur Seite, gab den Blick auf ihr Wohnzimmer frei.
John erstarrte mitten in seiner Bewegung und wurde kreidebleich.
"Hallo, John." Sherlock stand - mit etwas Abstand - vor ihm und blickte ihn unsicher an. Falls er nervös war, so ließ er es sich nicht anmerken.
Molly's Puls verdoppelte sich, als John einen kleinen Schritt in das Zimmer hinein machte. Sie hörte, wie er zitternd Luft holte und sich zu ihr herum drehte.
"Du kannst ihn doch auch sehen, oder?" Er deutete kurz auf Sherlock.
"Natürlich, John.", antwortete Molly sanft.
"Gut, ja s-sehr gut. Ich dachte schon, i-ich hätte zuviel getrunken." Er war noch immer blass im Gesicht.
Mit wackligen Schritten ging er dicht an Sherlock vorbei und setzte sich schweigend auf die Couch, ohne den Blick von ihm zu nehmen.
Molly kam näher und berührte Sherlock zögernd am Arm. "Was ist los mit ihm?", flüsterte sie.
Er zuckte mit den Schultern. "Ich denke, er hat einen Schock."
"Oh...", meinte sie unsicher. "Und für wie lange?"
"Molly...", tadelte Sherlock. "Sei doch froh, dass er so reagiert. Ich hatte eher Angst, er würde mir zur Begrüßung die Nase brechen.""
"Ich kann Euch Beide hören." kam es leise von der Couch.
John sah zwar noch immer so aus, als hätte er einen Geist gesehen, doch sein Gesicht hatte wieder einen normalen Farbton angenommen.
Molly ging auf ihn zu und setzte sich neben ihn, nahm seine Hände in ihre.
"Ich weiß, es ist alles ein bisschen viel auf einmal, John und wir wissen, dass Du viele Fragen hast. Aber zuerst wäre es sehr wichtig, dass Du Sherlock untersuchst, denn er ist verletzt und ich bin mir nicht sicher, ob nicht irgendwelche Rippen gebrochen sind."
John blinzelte sie ein paar Mal wortlos an, nickte geistesabwesend und erhob sich.
Molly beobachtete die seltsame Szene, die sich vor ihr abspielte, mit angehaltenem Atem.
Sie beobachtete Sherlock, wer er sich von John genauestens inspizieren und untersuchen ließ, ohne sich zu wehren oder zu klagen. Und Sie betrachtete John, der wiederum Sherlock von oben bis unten musterte und ihn fachmännisch abtastete, ohne mit ihm ein Wort zu wechseln.
Minuten vergingen, die sich für Molly wieStunden anfühlten. Dann kam John wieder zurück auf die Couch und ließ sich neben sie fallen.
"Er hat sich nichts gebrochen. Die Rippen sind nur stark geprellt, aber allem Anschein nach ist er nicht schlimmer verletzt. Ein paar Tage Ruhe und..."
"Danke, John. Aber soviel Zeit haben wir nicht.", warf Sherlock ein und nickte ihm kurz zu.
"Also los, fang an, still Deine Neugier."
Molly blitzt ihn verärgert an. "Sherlock...", ermahnte sie ihn.
"Fangen wir doch am Besten mit dem Tag an, an dem Du Deinen Tod vorgetäuscht hast.", erwiderte John ruhig und richtete sich unmerklich auf.
"Aber ohne anzugeben.", warf Molly ein und versuchte vergebens, ein Gähnen zu unterdrücken.
Der Alkohol war nun komplett aus ihrem Bewusstsein verschwunden, stattdessen machte sich nun große Müdigkeit breit und es fiel ihr schwer, ein Auge offen zu halten.
"Natürlich bin ich ein Angeber und das muss auch so sein!", bemerkte Sherlock, wandte sich aber wieder seinem Blogger zu.
"Nun, John, es fing alles damit an, dass ich Molly eines Abends im Labor darum bat, mich zu töten..."
"...und dann kam ich heute Abend zurück, mit der Absicht Molly erneut um Hilfe zu bitten, wieder Unterschlupf zu gewähren und meine Verletzungen zu versorgen. Stattdessen haben wir uns in ihrer Küche gestritten, dann geküsst und letztendlich Dich angerufen. Und Voila: Hier sind wir nun wieder glücklich vereint."
John saß sprachlos da und versuchte vergebens, seine umherschwirrenden Gedanken zu ordnen.
Molly wiederum saß mit feuerrotem Gesicht neben John auf der Couch, das Gesicht peinlich berührt in ihren Händen vergraben.
Sherlock hatte in seinem fast einstündigen Bericht nichts ausgelassen und John über alles informiert.
Als er bei seiner Erzählung näher auf das eingehen wollte, was hinter Molly's Schlafzimmertür passiert war, hatte sie lautstark protestiert und John ebenfalls dankend abgelehnt.
Molly wusste, dass sie sich noch nie in ihrem Leben so sehr geschämt hatte wie an diesem Tag und sie wusste nicht, ob sie John jemals wieder in die Augen sehen konnte, ohne rot anzulaufen.
Plötzlich bewegte er sich neben ihr und stand auf, ging auf Sherlock zu.
Molly sah, wie er langsam die Hand nach ihm ausstreckte, ihn aber nicht berührte.
"Ich bin nicht tot, John. Das war alles nur ein Fake. Wie ich es Dir damals auch schon auf dem Dach mitgeteilt habe."
Etwas in John's Mimik veränderte sich und Molly befürchtete, er würde haltlos in Tränen ausbrechen. Sie hätte sich nicht mehr irren können.
John starrte Sherlock intensiv an, ein trockenes Lachen entwich seiner Kehle.
Dann schüttelte er immer noch lachend den Kopf, holte aus und schlug Sherlock ohne weiterhin zu Zögern mit der Faust ins Gesicht.
Molly schrie und sprang auf.
Der Jüngere ging sofort zu Boden und ächzte schmerzerfüllt, hielt sich die blutende Nase.
John wiederum schüttelte sich ebenfalls mit schmerzerfülltem Gesicht seine rechte Hand, mit der er Sherlock geschlagen hatte.
Er drehte sich wieder um und half dem Detektiv auf die Füße, sah ihn lange an.
Sherlock hielt sich weiterhin die Nase, um den Blutstrom zu stoppen. "Geht es Dir jetzt wieder besser?"
"Ja.", grinste John und schlug Sherlock mit der flachen Hand fest auf die Schulter. "Das hab' ich jetzt gebraucht."
Molly stand mit pochendem Herzen einen Moment unschlüssig herum. "Äh...wie wäre es mit einer Tasse Kaffee?"
"Also, Sherlock. Mit wem haben wir es diesmal zu tun?" John saß ruhig und wieder Herr seiner sieben Sinne auf der Couch mit Molly neben sich, jeder eine dampfende Tasse Kaffee in der Hand.
"Ah, endlich jemand der wieder die richtigen Fragen stellt." Sherlock betastete noch einmal sicherheitshalber seine Nase, doch die Blutung hatte aufgehört und seine Nase pochte auch nicht mehr.
Er wandte sich ab und schritt im Wohnzimmer auf und ab, während Molly und John ihn argwöhnisch beäugten.
"Wir suchen einen Soldaten. Einen gut ausgebildeten Schützen, ohne familiären Hintergrund.", murmelte Sherlock vor sich hin, niemanden im Raum ansprechend.
"Jemand, der ebenfalls wie unser John hier in Afghanistan gedient hat. Höchstwahrscheinlich unehrenhaft entlassen und nun vermutlich freischaffend tätig, wenn ihr versteht was ich meine."
Sherlock lachte aufgrund seines trockenes Witzes kurz auf, verstummte aber augenblicklich als er sah dass Beide ihn entsetzt anstarrten.
Ein Seufzen entkam ihm, ehe er erregt fortfuhr.
"Denk nach, John. Wie viele Deiner Kameraden in Afghanistan fallen Dir ein die dieser Beschreibung entsprechen?" Er blickte ihn nun direkt an und John schluckte hart.
"Ich...ich..", stotterte er, konnte immer noch keinen klaren Gedanken fassen, zu sehr saß ihm der Schock noch in den Gliedern.
Doch Sherlocks Geduld war am Ende.
"Herrgott John! Streng doch einmal im Leben Dein Gehirn an und versuch, wie ich zu denken..."
Molly verdrehte genervt die Augen und Sherlock winkte energisch mit "Ihr wisst was ich meine." ab, fuhr unbeirrt fort:
"Unser gesuchter Mann ist groß, aber dennoch wendig. Jemand, der einem sofort ins Auge sticht, nicht aber im negativen Sinne. Dafür hat er wahrscheinlich Sinn für Humor, ist auf seine Art und Weise sogar äußerst attraktiv. Wir haben es scheinbar mit einem Mann zu tun, dem man sich gerne als guten Freund oder Lebensabschnittsgefährten wünscht, da er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sehr loyal und vertrauensselig wirkt. Allerdings trügt ja bekanntlich oft der äußere Schein und ich bin mir ziemlich sicher dass unser guter Freund eine narzisstische Persönlichkeit hat, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dann zu Tage gefördert wird, wenn er im Einsatz ist und Gewalt ausüben kann."
John saß still da, sein Blick auf einen nicht sichtbaren Punkt hinter Sherlock gerichtet, tief in Gedanken versunken.
Der Jüngere seufzte, stützte sein Kinn auf seine Hände, die nun leicht zitterten.
"Molly." Er blickte sie aus den Augenwinkeln heraus an und sie schreckte aus ihrem kurzen Nickerchen hoch. "Tu mir doch bitte einen Gefallen und besorg mir eine Packung Zigaretten."
"Nein, Sherlock.", ermahnte sie ihn sanft und rieb sich über ihr Gesicht, um die Müdigkeit zu vertreiben.
"Du weißt was ich brauche. Besorg mir welche."
"Nein." Sie blieb hart.
"Besorg mir welche.", bat er und blinzelte sie bittend an.
"Nein, Sherlock!", knurrte sie und schüttelte den Kopf.
"...Bitte!", flehte er.
"Ist das jetzt Dein Ernst?" Sie war verwirrt und zu müde, um diese Spielchen mit ihm zu spielen.
"Entweder das oder Cluedo." feixte er und zwinkerte ihr zu.
John wandte sich mit gerunzelter Stirn an ihn, zögerte aber.
Sherlock grinste. "Oh, John, dann tu mir doch einen Gefallen. Sag es."
"Also, eventuell...aber ich will auch niemanden unnötig verdächtigen...", fing John unsicher an, doch er wurde sofort wieder unterbrochen.
"Den Namen, John."
"Moran.", flüsterte er und Sherlock und Molly starrten ihn fragend an.
Er räusperte sich kurz. "Sebastian Moran. Der beste Scharfschütze der britischen Armee."
Schweigen.
Sherlock wandte sich gelangweilt ab. "Oh, und ich dachte das wärst Du."
"Ich bin Arzt, Sherlock."
"Du hattest auch mal schlechte Tage, oder nicht?"
